Archiv für den Monat: November 2006


offener Brief:
Montag 27.11.06, 11:22 Uhr

Nutzung des Querforums West durch die Freie Universität Bochum

An den
Rektor der Ruhr-Universität Bochum
Prof. Dr. Gerhard Wagner
Gebäude UV 3/390
Universitätsstraße 150
44 780 Bochum

Bochum, den 21.11.2006

Sehr geehrter Herr Prof. Dr. Wagner,

wie der Kanzler der Ruhr-Universität Bochum, Gerhard Möller, Vertretern des AStAs sowie der Freien Uni Bochum (FUB) mitteilte, soll es an der FUB im Querforum West in absehbarer Zeit weder Wasser noch Strom geben. Zudem soll das Gebäude Anfang kommenden Jahres geräumt werden, obwohl das Akademische Förderungswerk Bochum als regulärer Nutzer und der Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW als Eigentümer unsere Form der Nutzung bis mindestens Ende März 2007 zugesichert haben. Hiermit möchten wir Sie dringend bitten, alles Nötige zu veranlassen, um den Fortbestand der FUB zu gewährleisten. Die FUB ist eine Diskussions- und Bildungsplattform, die Lehrenden und Studierenden bislang breitgefächerte Möglichkeiten eröffnet hat, selbstbestimmt zu lehren und zu lernen. Zudem will die FUB gerade in Zeiten zunehmender Ökonomisierung des Studiums künftig hochschulgemäße Bildungsangebote ohne finanzielle Zugangs-beschränkungen aufrechterhalten.

Wie Sie sicherlich bereits den überregionalen Medien entnommen haben, ist die Freie Universität Bochum bereits über die Grenzen Nordrhein-Westfalens hinaus bekannt. Auch haben sich bereits einige Bundestagsabgeordnete mit der FUB solidarisch erklärt und unsere Räumlichkeiten besucht. Bitte leisten auch Sie Ihren Beitrag, diese außergewöhnliche Stätte der Begegnung und des freien Austausches von Wissen und Ideen auf dem Campus der Ruhr-Uni Bochum zu erhalten.

Mit freundlichen Grüßen

Unterzeichner – Organisationen:
Alternative Liste Bochum
AStA der Ruhr-Universität Bochum
AStA Paderborn, AK Politische Bildung
Attac Campus Bochum
Fachschaftsrat Mathematik der RUB
Fachschaftsrat Sozialwissenschaft der RUB
Fraktion der Alternativen Liste im Rat der Stadt Herne
Freie Universität Bochum
Protestkomitee gegen Studiengebühren Bochum
Redaktion des Netzportals bo-alternativ
Sozialforum Bochum
Studentische Senatsfraktion der RUB
SWIB – Schöner wohnen in Bochum

Einzelpersonen:
Aichard Hoffmann (Mieterverein Bochum, Hattingen und Umgegend e.V.)
André Kasper (Sprecher der studentischen Senatsfraktion der RUB)
Annkristin Gerding (FR Kunstgeschichte der RUB)
Benjamin Bettinger (FR Sozialwissenschaft der RUB)
Christian Hachmann (AStA Paderborn, AK Politische Bildung)
Cornelia Hirsch, MdB (Fraktion Die Linke im Bundestag)
Devi Dumbadse, M. A. (Institut für Medienwissenschaft der RUB)
Dominik Ruppenthal (AStA-Referat für Hochschulpolitik, RUB)
Dr. Frank Bösch (Juniorprof., Historisches Institut der RUB)
Dr. Hilde Hoffmann (Institut für Medienwissenschaft der RUB)
Dr. Nikolaus Müller-Schöll (Institut für Theaterwissenschaft der RUB)
Fredrik Dehnerdt (Bundesgeschäftsführer des Aktionsbündnises gegen Studiengebühren)
Herbert Steeg (Kreisvorstand DKP linker Niederrhein)
Jan Dreyer (Freie Universität Bochum)
Karsten Finke (Vorstandsmitglied von Bündnis90/Grüne Bochum)
Katharina Schwabedissen (Sprecherin der WASG NRW)
Leif Peters (Liedermacher)
Marco Jahn, M.A. (freier Autor)
Martin Budich (bo-alternativ)
Martin Degeling (stellvertretender AStA-Vorsitz, RUB)
Maximilian Zellmer (studentische Senatsfraktion, RUB)
Maximilian Krupp (Stadtverordneter im Rat der Stadt Herne)
Michael Jahn (AStA-Referat für Ökologie, Wohnen und Verkehr, RUB)
Moritz Schulte (FR Mathematik der RUB)
Natascha Frankenberg (Medienwissenschaft, RUB)
Prof. Dr. Ulrike Haß (Theaterwissenschaft)
Robert Schindelbeck (Schriftsteller)
Sevim Dagdelen, MdB (Fraktion Die Linke im Bundestag)
Stefan Nölle (Virus31-Kultur in Gefahr)
Stefanie Konetzka (AStA-Vorsitz, RUB)
Ulla Jelpke, MdB (Fraktion Die Linke im Bundestag)
Ulrich Schröder, M. A. (Protestkomitee gegen Studiengebühren, alternative Liste)

Anlage:
Von den Kulturschaffenden Marco Jahn, Leif Peters und Robert Schindelbeck ergänzte Fassung des vorliegenden offenen Briefs

Anlage
Von den Kulturschaffenden Marco Jahn, Leif Peters und Robert Schindelbeck ergänzte Fassung des mit gleicher Post zugestellten offenen Briefs der Freien Universität Bochum

An den

Rektor der Ruhr-Universität Bochum
Prof. Dr. Gerhard Wagner
Gebäude UV 3/390
Universitätsstraße 150
44 780 Bochum

Nutzung des Querforums West durch die Freie Universität Bochum – offener Brief

Bochum, den 21.11.2006

Sehr geehrter Herr Prof. Dr. Wagner,

wie der Kanzler der Ruhr-Universität Bochum, Gerhard Möller, Vertretern des AStAs sowie der Freien Uni Bochum (FUB) mitteilte, soll es an der FUB im Querforum West in absehbarer Zeit weder Wasser noch Strom geben. Zudem soll das Gebäude Anfang kommenden Jahres geräumt werden, obwohl das Akademische Förderungswerk Bochum als regulärer Nutzer und der Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW als Eigentümer unsere Form der Nutzung bis mindestens Ende März 2007 zugesichert haben. Hiermit möchten wir Sie dringend bitten, alles Nötige zu veranlassen, um den Fortbestand der FUB zu gewährleisten. Die FUB ist eine Diskussions- und Bildungsplattform, die Lehrenden und Studierenden bislang breitgefächerte Möglichkeiten eröffnet hat, selbstbestimmt zu lehren und zu lernen. Zudem will die FUB gerade in Zeiten zunehmender Ökonomisierung des Studiums künftig hochschulgemäße Bildungsangebote ohne finanzielle Zugangs-beschränkungen aufrechterhalten.

Wie Sie sicherlich bereits den überregionalen Medien entnommen haben, ist die Freie Universität Bochum bereits über die Grenzen Nordrhein-Westfalens hinaus bekannt. Auch haben sich bereits einige Bundestagsabgeordnete mit der FUB solidarisch erklärt und unsere Räumlichkeiten besucht. Bitte leisten auch Sie Ihren Beitrag, diese außergewöhnliche Stätte der Begegnung und des freien Austausches von Wissen und Ideen auf dem Campus der Ruhr-Uni Bochum zu erhalten.

Als Kulturschaffende aus dem und rund ums Ruhrgebiet und Veranstalter zahlreicher
kultureller Events, von Lesungen, Liederabenden, Konzerten, Kabarett und Poetry Slams in Bochum, Düsseldorf, Oberhausen und Mönchengladbach (u.a. O-Ton, Kleine Bühne, WortBühne, FrschText, NiederrheinReadings, PiP42, Volxbegehren) plädieren wir für den Erhalt einer selbstbestimmten und freiheitlichen Begegnungs- und Veranstaltungsstätte unter studentischer Verwaltung auf dem Campus der Ruhr-Universität im Querforum. In Zeiten stetig sinkender Ausgaben bzw. der kompletten Einstellung der Förderung von Bildungs- und Kultureinrichtungen verdient ein Projekt wie die „Freie Uni Bochum“ die rückhaltlose Unterstützung und Anerkennung gerade durch die Verantwortlichen des Bildungs- und Kulturbetriebs.

Es kann in unseren Augen nicht angehen, dass aus politisch motivierten Gründen das breite Veranstaltungsspektrum der FUB in solcher Form sabotiert und zahlreichen Künstlern und Wissenschaftlern – und speziell den Nachwuchskräften – dieses Forum genommen und die harte wie freiwillig geleistete Aufbauarbeit zahlreicher Menschen zunichte gemacht werden soll. Dies stellt in unseren Augen eine verschleierte Form von Zensur dar, die wir als Künstler unerträglich empfinden und nicht hinnehmen werden. Unsere Unterstützung gilt allen fleißigen Kräften, die mitgeholfen haben, die FUB zu dem zu machen, was sie heute darstellt: Eine freie kulturelle Begegnungs- und Bildungsstätte.

Die Kunst ist wie eine Hure,
du kannst sie kaufen,
du kannst sie auf die Straße stellen
und sie abkassieren, aber du kannst sie
zu nichts zwingen,
ohne daß sie sich bitterlich
an dir rächen wird.

Sie hat schon Heiligen, Königen
und Diktatoren das Genick gebrochen,
vor allem aber
einem unzählbaren Heer derer
die sie erschufen
und an ihr zugrunde gingen,
verhungert an der ausgestreckten Hand.

Ihre Knochen liegen überall
im Boden verstreut, unter Sträuchern und
Müllhalden, man hat sie bestohlen,
verjagt, verbrannt und gesteinigt.
Aber ihre Werke kennt jeder
und die Paläste
in denen sie heute hängen.
(RoS)
In diesem Sinne bewahren Sie jenen Ort, bevor auch Sie eines Tages die Worte Gustav
Mahlers singen werden: Ich bin der Welt abhanden gekommen.

Oder wie Heinrich Heine es formuliert hat:

Die deutschen Zensoren — — — — alles Dummköpfe!

Mit freundlichen Grüßen,

Robert Schindelbeck, Schriftsteller
Marco Jahn, M.A., freier Autor
Leif Peters aka Life P., Liedermacher


Stellungnahme der RUB zum offenen Brief der "Freien Uni Bochum" an den Rektor der Ruhr-Universität Bochum und zum Beitrag der WASG-NRW "Stromsperre statt Dialog" beide vom 24.11.2007
Montag 27.11.06, 11:05 Uhr

„FUB“ schlug Angebot aus – kein Steuergeld für „Abenteuerspielplatz“

Sehr geehrte Damen und Herren,
wenn die selbst ernannte „FUB“ ihren offenen Leserbrief vom 24.11.2007 an den Rektor der Ruhr-Uni von einer „zugesicherten Nutzung“ spricht und die WASG-NRW ihren Beitrag mit „Stromsperre statt Dialog“ betitelt, so sind das untaugliche Versuche, die Tatsachen zu verdrehen: Am Montag, 27.11.2007 findet ein Gespräch zwischen dem Rektorat und dem AStA sowie Vertretern der so selbst ernannten „FUB“ statt. Diese Verabredung ist bereits Anfang der vergangenen Woche erfolgt.
Dass das Rektorat durchaus einen Dialog mit der „FUB“ führt, verschweigen deren Vertreter wohlweislich. Kanzler Gerhard Möller hatte ihnen vor zwei Wochen klar erläutert, warum das Querforum West winterfest gemacht werden muss. Zugleich hat er ihnen angeboten, sich als Vereinigung an der Ruhr-Universität Bochum eintragen zu lassen. Damit erwerben sie einen Anspruch auf Nutzung von Räumen und können ihre Veranstaltungen offiziell fortführen. Es gibt zahlreiche Vereinigungen dieser Art an der Ruhr-Universität — siehe:
http://www.uv.rub.de/pvz-planung/i3v/00000700/00660622.htm
Wenn diese Eintragung unterbleibt, muss befürchtet werden, dass sich die Gruppe „FUB“ gar nicht als Teil der Ruhr-Universität versteht.
Tatsache ist jedenfalls, dass die Gruppe „FUB“ ohne jegliche Legitimation agiert. Die 33.000 Studierenden auf dem Campus negieren weitestgehend diese Gruppe — und viele Stimmen auch von Studierenden, erreichen das Rektorat immer wieder und fragen, wie lange es noch diesen „Abenteuerspielplatz“ zu dulden gewillt sei. Für die Studierenden der RUB spricht die „FUB“ nicht.
Es entspricht schließlich auch keineswegs den Tatsachen, dass es eine Absprache gebe, die der „FUB“ die Nutzung des Querforums West bis zum Frühjahr ermögliche. Die Ruhr-Uni und das Akafö haben bislang lediglich eine vorübergehende Nutzung großzügig geduldet. Soll nun die Ruhr-Universität angesichts der sehr prekären Haushaltslage als Mieter des Gebäudes auch noch für die Heiz- und Stromkosten und die Beseitigung der Müllberge der „FUB“ aufkommen – mit dem Geld der Steuerzahler?
Der Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW (BLB) will als Eigentümer das auf der Rückseite offene, nicht frostsichere Gebäude winterfest machen. Das erfordert, dass die Heizungsanlagen entleert und abgestellt werden, damit sie bei Frost nicht bersten.
Als eingetragene Vereinigung der RUB – so unser Angebot – kann die Gruppe „FUB“ auch über den Winter aktiv sein: in den Räumen der Ruhr-Universität. Und: das Querforum West könnte im Winter auch von keiner anderen Einrichtung der RUB benutzt werden, und im Frühjahr wird es – wie lange schon geplant – umgebaut.
Mit freundlichem Gruß
Dr. Josef König


Montag 27.11.06, 11:00 Uhr

Ruhr-Uni leistet sich „Königliche Pöbeleien“

Seit 20 Jahren leitet Josef König die Pressestelle der Ruhr-Uni. Er ist damit der mit Abstand Dienstälteste im Management der RUB. Meistens ist seine Arbeit von Kompetenz und Kreativität geprägt. Die Uni-Leitung lässt ihn daher ziemlich eigenständig gewähren. Aber mindestens einmal pro Jahr rastet er aus. Dann pöbelt er gegen Studierende, die ihre Interessen gegenüber der Hochschulleitung artikulieren.
Jetzt war es wieder mal so weit. Als eine Reihe von Organisationen und Persönlichkeiten die Uni-Leitung in einem offenen Brief aufforderten, die Freie Uni nicht einfrieren zu lassen und die WASG NRW diese Forderung in einer Stellungnahme unterstützte, konterte König: “kein Steuergeld für ‘Abenteuerspielplatz’”. Im Wortlaut.
Pech für König ist, dass so ziemlich alle seine AnsprechpartnerInnen dies anders sehen. Fast alle JournalistInnen sehen in der Freien Uni ein einmalig kreatives und konstruktives Projekt in der deutschen Uni-Landschaft. Den ganzen Tag über dreht z.B. heute ein Fernsehteam in der Freien Uni, um einen Beitrag für das ARD Morgenmagazin zu produzieren. Sie werden begeistert sein, dass König sie auf einem Abenteuerspielplatz verortet.
Auf der Webseite der Ruhr-Uni war die Stellungnahme von König bis heute 11.00 Uhr nicht als Pressemitteilung veröffentlicht. Die Pressestelle der Ruhr-Uni räumte allerdings auf Nachfrage ein, dass der Brief echt ist.


Sonntag 26.11.06, 13:40 Uhr
Dienstag, 28. November, 19.30 Uhr, Soziales Zentrum

Die letzten Feuer von Porto Marghera

In der Beschreibung des Filmes heißt es bei wildcat u.a.: „Im Veneto war eine anders als in Turin (ungelernte Bandarbeiter aus dem Süden) zusammengesetzte Arbeiterklasse am Start: Arbeiterbauern, die anfangs bereit waren, die miesen, paternalistisch geprägten und gesundheitsschädlichen Arbeitsbedingungen zu ertragen. Die dann aber innerhalb von wenigen Jahren gleiche Lohnerhöhungen für alle erkämpften. Und sich unabhängig von der Gewerkschaft in »assemblee« organisierten.
Wir haben einen Ende 2004 fertiggestellten Film gefunden, in dem Arbeiter (Arbeiterinnen gab es in Porto Marghera zu der Zeit praktisch keine) selber über diese Erfahrungen berichten. Bereits das macht den Film schon einzigartig, denn sonst reden immer nur Intellektuelle über die ArbeiterInnen. Aber der Film bringt noch mehr: Die Arbeiter thematisieren darin ihren Kampf gegen die gesundheitsschädliche Arbeit. Die Kämpfe in Porto Marghera sind eins der wenigen Beispiele, wo – zumindest für ein paar Jahre – der Kampf gegen die kapitalistische Arbeit und der Kampf gegen die kapitalistische Umweltzerstörung Hand in Hand gingen.“ Näheres.


Sonntag 26.11.06, 12:00 Uhr
Dienstag, 28.November, Freie Uni Bochum

Bundeswehr im Kongo – Friedenseinsatz oder Ressourcensicherung?

Jördis Land vom Friedenskreis Castrop-Rauxel verfolgt seit längerer Zeit intensiv die Entwicklung im Kongo und hat eine sehr informative Webseite zum Thema zusammengestellt. Am Dienstag, dem 28. 11., ist sie als Referentin zu Gast in der Freien Uni (FUB). In der Einladung zu der Veranstaltung heisst es: „Josef Kabila, der im Vorfeld der Wahlen vom belgischen Entwicklungskommissar Louis Michel klar und öffentlich favorisiert wurde, hat bei den Stichwahlen seinen Konkurrenten Bemba besiegt. Beide Kandidaten haben sich bisher durch Korruption und den Ausverkauf nationaler Interessen hervorgetan. Eine Richtungsentscheidung war mit dieser Wahl nicht verbunden. Denn die Richtung wird von ganz anderen vorgegeben. Wie das funktioniert und wer daran beteiligt ist, soll genauer nachgezeichnet werden, um zu verstehen, warum die Bundeswehr Deutschland nun auch am Kongo verteidigen muss.“
Die Veranstaltung wird von FUB und DKP gemeinsam veranstaltet. Die DKP kündigt die Veranstaltung auf ihrer Webseite für 19.00 Uhr, die FUB für 19.30 Uhr an. Wahrscheinlich wird sie also sehr pünktlich um 19.30 Uhr beginnen.


Samstag 25.11.06, 11:29 Uhr
Montag, 27. November, 17.00 Uhr, Soziales Zentrum

Öffentliche Redaktionssitzung von bo-alternativ.de

Zur öffentlichen Redaktionssitzung von bo-alternativ.de am Montag, 27.11., 17.00 Uhr im Sozialen Zentrum sind alle LeserInnen herzlich eingeladen. Die Redaktion freut sich über Kritik und Anregungen. Wer evtl. überlegt, selber bei bo-alternativ.de mitzumachen, kann hier erfahren, wie das geht. Ständige Tagesordnungspunkte der Redaktionssitzung sind natürlich „Kritik“ und „Planung“. Diesmal soll außerdem noch geplant werden, wie evtl. eine systematischere Zusammenarbeit mit anderen Alternativ-Medien in Bochum organisiert werden kann.


Samstag 25.11.06, 10:57 Uhr
Rede von Ralf Feldmann wird gedruckt

Friedensplenum lädt Schulen zur Diskussion ein

Das Bochumer Friedensplenum hat die Rede “Die Geschichte ist noch nicht zu Ende”, die Dr. Ralf Feldmann am Volkstrauertag an den Gräbern ermordeter Antifaschisten auf dem Friedhof am Freigrafendamm gehalten hat, nachgedruckt und stellt sie den Bochumer Schulen kostenlos zur Verfügung.
Das Friedensplenum will mit diesem Angebot dazu einladen, dass an den Bochumer Schulen mit einem aktuellen Text die Verbindung zwischen den Verbrechen des Nationalsozialismus und den aktuellen Bedrohungen durch neonazistische Aktivitäten aufgezeigt wird.
Die Rede kann bestellt werden bei: service@bo-alternativ.de


Freitag 24.11.06, 13:01 Uhr

Nachhaltigkeit messbar machen??

1992 hat die Internationale Staatengemeinschaft sich zum Leitbild einer „Nachhaltigen Entwicklung“ bekannt und mit der Agenda 21 ein globales Aktionsprogramm für das 21. Jahrhundert initiiert. Dieses will nun in Bochum ein lokaler Agenda-Prozess umsetzen.
Die jetzt vom Stadtrat beschlossenen Indikatoren sollen Zahlen und Entwicklungen liefern zu den verschiedenen Aspekten eines Leitbildes, z. B. den Strom- und Wasserverbrauch pro EinwohnerIn, das Verhältnis von Siedlungs- und Verkehrsfläche, die Entwicklung der Auto- zur ÖPNV-Nutzung oder der Bodenversiegelungsgrad. Aber auch kommunale Schulden, Arbeitslosenquote, Mietpreisniveau, Unternehmensgründungen im Verhältnis zu Insolvenzen, die Anzahl neu geschaffener Arbeitsplätze zu den abgebauten, Versorgungsgrad mit Kindergartenplätzen oder die Höhe der öffentlichen Ausgaben für Bildung und Weiterbildung. Das Indikatoren-Set soll ab sofort in einer Testphase erprobt werden. Die Verwaltung soll dem Rat nach spätestens zwei Jahren einen mit Empfehlungen versehenen Bericht über die Erfahrungen mit dem Indikatoren-Set vorlegen.
Allerdings: Informationen sind noch kein Wissen und Wissen noch kein Handeln. Die Erfahrungen mit dem Agenda-Prozess waren in Bochum bisher nicht berauschend. Ob die Agenda21-Indikatoren mehr als ein Umweltpolitisches Feigenblatt für den Stadtrat sein werden, bleibt abzuwarten. Zur Erinnerung sei verwiesen auf das bo-alternativ-special zum Autofreien Tag.


Freitag 24.11.06, 10:00 Uhr

November-Plenum des Bochumer Sozialforums

Am Montag, 27. November, findet um 19 Uhr im Sozialen Zentrum das November-Plenum des Bochumer Sozialforums statt. In der Einladung heißt es: „Wir möchten zum November-Treffen wieder ganz besonders neue Interessierte einladen. Das Sozialforum versteht sich als offenes Plenum nicht als einheitliche Gruppe. Die Stärke der Sozialforums-Idee sehen wir darin, verschiedene vom Sozialabbau und neoliberaler Globalisierung betroffene Menschen an einen Tisch zu bringen: Aktive in Betrieben, Studierende, Flüchtlinge, UmweltaktivistInnen, ALG-II-EmpfängerInnen, Prekarisierte mit und ohne Job… . Die Fähigkeit, in lokalen und überregionalen Konflikten einzugreifen, steigt mit der Breite und der gemeinsamen Solidarität der unterschiedlich Betroffenen. In diesem Sinne fühlt euch herzlich eingeladen!
Bisher vorgeschlagene Themen, die gerne ergänzt werden können:
Vorbereitung des 4. Bochumer Sozialforums, lokale Aktivitäten gegen den G8-Gipfel, bundesweite Konferenz der sozialen Bewegungen in Frankfurt am 2./3.Dezember, Zwangsumzüge & Heizkosten für Hartz IV-Betroffene.“


Freitag 24.11.06, 10:00 Uhr
Dienstag, 28. 11., 19:30 Uhr, Bahnhof Langendreer

Maria S. Rerrich: Die ganze Welt zu Hause – Cosmobile Putzfrauen in privaten Haushalten

Heute putzen Frauen aus aller Welt Wohnungen in Deutschland. Sie verlassen Heimat und Familie, um hier Geld zu verdienen. Maria S. Rerrich führte in Hamburg und München Interviews mit cosmobilen Putzfrauen und sprach auch mit Arbeitgeberinnen und einschlägig arbeitenden Experten aus der Verwaltung, Politik und Sozialen Arbeit. Sie ermöglicht so einen Einblick in die Lebensführung der z. T. illegal in Deutschland lebenden Frauen, fragt, wie ihre sozialen Netzwerke funktionieren, wie sie wohnen und ihre Freizeit verbringen, was sie tun, wenn sie krank sind. Zudem nimmt sie die noch immer weit verbreitete Alltagsvergessenheit von Männern in der Politik wie in den privaten Beziehungen in den Blick und fragt danach, warum die Beschäftigung von Putzfrauen inzwischen auch in den gesellschaftlichen Gruppen üblich ist, die einmal eine radikal andere Arbeitsteilung zwischen den Geschlechtern auf ihre politische wie private Tagesordnung gesetzt haben.
Maria S. Rerrich, geb. 1952 in Budapest, ist seit 1993 Professorin für Soziologie am Fachbereich Sozialwesen der Fachhochschule München.
Die Veranstaltung wird von LabourNet Germany mitorganisiert. Mag Wompel moderiert die Diskussion.


Freitag 24.11.06, 09:00 Uhr

25. November: Tag gegen Gewalt gegen Frauen

Der 25. November ist der Tag gegen Gewalt gegen Frauen. Hierzu erklärt Anna-Lena Orlowski, Sprecherin der Linkspartei.PDS in Bochum: „Rund 25 % der Frauen in Deutschland haben schon einmal körperliche und seelische Gewalt durch ihren Partner erlebt. Bildungsgrad und sozialer Stand spielen hierbei keine Rolle. Häusliche Gewalt ist in der BRD die häufigste Verletzungsursache bei Frauen. Ihr Zuhause ist für Frauen der gefährlichste Ort! Seit über 25 Jahren bieten Frauenhäuser jährlich fast 45.000 Frauen und Mädchen Zuflucht vor gewalttätigen Übergriffen, sie sind unverzichtbarer Bestandteil der sozialen Infrastruktur zum Schutz von Frauen und Mädchen sowie deren Kindern. Anlässlich des Tages gegen Gewalt gegen Frauen spenden wir an das Bochumer Frauenhaus 100 Euro. Damit wollen wir als Vorstand der Linkspartei.PDS ein Zeichen setzen für den Erhalt und den Ausbau der Frauenhäuser und gegen die Schwarz – Gelbe Kürzungspolitik in NRW, die auch die Frauenhäuser und Beratungsstellen für Frauen und Mädchen betrifft. Wie wir von Christa Hüsten, der Leiterin des Frauenhauses, erfahren haben, ist auch diese kleine Spende sehr willkommen. Damit können z.B. kleine Geschenke für die Kinder im Frauenhaus in der Vorweihnachtszeit erworben werden.“


Freitag 24.11.06, 08:00 Uhr
Oberverwaltungsgericht Münster urteilt:

Städte dürfen Einnahmen aus einem CBL-Deal einsacken

Das Oberverwaltungsgericht (OVG) Münster hat entschieden, dass Einnahmen aus einem sogenannten Cross-Border-Leasing-Geschäft (CBL-Geschäft) nicht zur Verminderung von Entwässerungsgebühren eingesetzt werden müssen. Zur Begründung führte das OVG an, dass die einmalige Einnahme keine hinreichende Verknüpfung zu den durch das Kanalnetz verursachten Kosten aufweise. Der Erlös aus dem CBL-Geschäft sei betriebsfremd. Die GebührenzahlerInnen dürften nur mit den durch die Abwasserentsorgung entstehenden betriebsbedingten Kosten belastet werden. Dementsprechend müsse eine betriebsfremde Einnahme bei der Gebührenberechnung außer Betracht bleiben.
Der Bochumer Mieterverein hatte seine Beteiligung am Bügerbegehren in Bochum entscheidend damit begründet, dass die Stadt die Einnahmen aus dem CBL-Geschäft nicht an die GebührenzahlerInnen weitergebe. Die Pressemitteilung des OVG.


Donnerstag 23.11.06, 22:00 Uhr
Internationales Aktionsbündnis bereitet Demo in Dortmund vor:

Gerechtigkeit für Dominique! Lückenlose Aufklärung!

Am Sonntag, dem 28. 11., trifft sich um 12.00 Uhr das „Internationale Aktionsbündnis“ im Sozialen Zentrum, Rottstr. 31. Schwerpunkt der Arbeit ist z.Z. die Vorbereitung einer Demonstration am 9.12. um 13.00 Uhr am Nordmarkt in Dortmund. Worum es geht, steht im Aufruf der Demo: »Am 14.04.2006 wurde der 23-jährige Kongolese Dominique Kouamadio von einem Polizisten in Dortmund erschossen. Ein Kioskbesitzer hatte die Polizei benachrichtigt, weil Dominique mit einem Messer vor seinem Kioskfenster stand. Als der erste Funkstreifenwagen besetzt mit drei Beamten eintraf, war die Situation nach deren eigenen Angaben nicht bedrohlich. Aus bisher ungeklärten Gründen eskalierte die Situation, ein Polizist tötete Dominique mit zwei schnell hintereinander abgegebenen Schüssen, die ihn ins Bein und ins Herz trafen. Das gegen den Todesschützen eingeleitete Ermittlungsverfahren wurde von der Dortmunder Staatsanwaltschaft wegen angeblicher Notwehr eingestellt. Notwehr? Obwohl nach übereinstimmenden Aussagen aller ZeugInnen der Abstand zwischen dem Todesschützen und Dominique mehrere Meter betrug!
Dominiques Schwester hat Anwälte beauftragt, gegen die Einstellung des Verfahrens Beschwerde bei der Staatsanwaltschaft einzulegen und forderte gemeinsam mit ihnen auf einer Pressekonferenz am 10.10.2006 die sofortige Anklageerhebung wegen “eines vorsätzlichen Tötungsdelikts”. mehr…


Donnerstag 23.11.06, 18:29 Uhr
Von Rostock lernen...

„Thor Steinar“-Laden in Rostock musste schließen

Der „Thor Steinar“-Laden in der Rostocker Nobel-Galerie „Rostocker Hof“ musste jetzt kein Jahr nach seiner Eröffnung wieder schließen. In Rostock hatte es ähnlich wie in Bochum (Goaliat) beachtlichen Widerstand gegen den Nazi-Laden gegeben. Unterschriften wurden gesammelt und in einer Kampagne über den Zusammenhang von „Thor Steinar“ – Bekleidung und Nazi-Aktivitäten aufgeklärt. Näheres ist auf der Web-Seite von Christine Lehnert, SAV-Mitglied in der Bürgerschaft der Hansestadt Rostock zu finden.