„Tradwives – nein danke“ so haben wir vor einem Jahr einen Artikel begonnen. Damals wurden wir noch nicht von Friedrich Merz regiert, der mit seiner rückwärtsgewandten Politik AfD Wähler:innen für sich gewinnen will. An allen Ecken spüren wir den Wunsch einer Rückkehr zu einem alten, engen, geschlossenen Familienbild. Mutter, Vater, Kind. Möglichst angepasst. Möglichst hetero. Möglichst leise. Aber Familie war noch nie nur das. Familie sind auch zwei Mütter. Zwei Väter, Patchworkfamilien, Queere Eltern, Familien mit gemeinsamen Geschwistern, Wahlverwandtschaften. Alleinerziehende.
Heute ist der 8. März. Ein Tag der Erinnerung – und ein Tag des Widerstands. Wir sagen heute: Jin, Jiyan, Azadi. Dieser Ruf kommt aus der kurdischen Frauenbewegung: Frau – Leben – Freiheit. Er sagt etwas Einfaches und zugleich Radikales: Eine Gesellschaft kann nicht frei sein, wenn Frauen es nicht sind. In Rojava – besonders sichtbar in Kobane – wurde dieser Gedanke politische Realität. Frauen organisierten autonome Räte, Bildungsstrukturen und eigene Verteidigungseinheiten. Innerhalb der Syrian Democratic Forces und der Frauenverteidigungseinheiten der YPJ übernahmen Frauen Verantwortung.
Liebe Bochumerinnen, liebe Bochumer, ich bin Kevi, 16 Jahre alt und vom Schulstreikkomitee in Bochum. Heute stehen wir auf der Straße, denn heute ist der 8. März, der internationale Frauenkampftag. Jeden Tag sterben Frauen im Krieg. die Zahl der getöteten Frauen verdoppelte sich von 2022 auf 2023. Und die Dunkelziffer ist noch viel, viel höher. Und Deutschland? Deutschland führt die Wehrpflicht wieder ein. Als ob es nicht schon reicht, dass wir Waffen eıtportieren, die unsere Schwestern in Kriegsgebieten ermorden, sollen wir Jugendliche jetzt auch lernen, sie selbst zu töten.
Liebe Menschen, Wir erinnern heute an den rassistischen Terroranschlag in Hanau am 19. Februar 2020. Neun junge Menschen wurden ermordet und ein weiterer Mensch ist an den Spätfolgen verstorben. Ihre Namen sind kein Echo der Vergangenheit. Sie sind Gegenwart. Und sie sind Verpflichtung endlich zu handeln. Als migrantische Frau im Bundestag blicke ich in diese armseligen, hasserfüllten Gesichter der Faschisten im Parlament, die rassistische Gewalt offen ausleben und trotzdem dort sitzen. Das ist keine abstrakte Bedrohung. Das ist politische Realität, mit der wir jeden Tag konfrontiert sind. Dieser Anschlag war das Ergebnis eines Klimas, in dem struktureller Rassismus absichtlich ignoriert wird. In dem Behörden versagen. In dem rechte Ideologien verharmlost und normalisiert werden.
ich begrüße euch heute, am 19. Februar 2026, im Namen der DIDF Jugend. Heute jährt sich das Attentat vom 19. Februar 2020 zum sechsten Mal. Ein Rechtsterrorist ermordete in Hanau: Gökhan Gültekin, Sedat Gürbüz, Said Nesar Hashemi, Mercedes Kierpacz, Hamza Kurtovic, Vili Viorel Paun, Fatih Saraçoğlu, Ferhat Unvar und Kaloyan Velkov.
Ibrahim Akkuş, der an dem Tag auch zu den Opfern gehörte, starb an den Spätfolgen der Verletzungen, die der Täter ihm zufügte.
Liebe Anwesende, ich stehe heute hier nicht als Expertin oder Experte. Ich stehe hier als Mensch. Als Mensch mit einer Geschichte, die irgendwo zwischen hier und woanders liegt. Als Mensch, der gelernt hat, zwei Namen zu tragen – einen für Formulare und einen für Zuhause. Als Mensch, der weiß, wie es sich anfühlt, in einem Raum zu sein und gleichzeitig gefragt zu werden: „Wo kommst du eigentlich wirklich her‘?“
Liebe Menschen, die heute hier zusammengekommen sind, um zu erinnern, um zu mahnen, um zu kämpfen. Sechs Jahre sind seit den Morden von Hanau vergangen. Sechs Jahre, in denen wir die Namen Gökhan, Sedat, Said, Mercedes, Hamza, Vili, Fatih, Ferhat und Kaloyan nicht vergessen haben. Wir sind hier, weil wir sie nicht vergessen. Wir sind hier, weil der Schmerz bei den Familien geblieben ist. Und wir sind hier, weil die Gefahr nicht vorbei ist. Denn wir müssen heute über etwas sprechen, das uns alle angeht: Rassismus tötet. Das ist keine Floskel. Das ist die Realität.
Ihr Lieben, vor einigen Monaten durfte ich auf einer Bildungsfahrt die Mutter von Ferhat Unvar kennenlernen: Serpil Temiz Unvar. Eine Mutter, der man nicht nur ihren Sohn genommen hat, sondern ihr ganzes Leben. Und doch kam sie nicht zu uns als trauernde Mutter. Sie kam als Bildungsreferentin. Als Frau, die uns empowern wollte.
Liebe Freund:innen, liebe Bochumer:innen, wir stehen heute hier – sechs Jahre nach dem 19. Februar 2020. Wir stehen hier, weil wir nicht vergessen. Wir stehen hier, weil wir trauern. Und wir stehen hier, weil wir wütend sind. Sechs Jahre ist es her, dass in Hanau neun Menschen – Ferhat Unvar, Hamza Kurtović, Said Nesar Hashemi, Vili Viorel Păun, Mercedes Kierpacz, Kaloyan Velkov, Fatih Saraçoğlu, Sedat Gürbüz und Gökhan Gültekin – aus rassistischen Motiven ermordet wurden. Es waren unsere Brüder, unsere Schwestern, unsere Freunde. Sie wurden ermordet, weil ein Rassist sie nicht als Teil dieser Gesellschaft sah.
Liebe Mitmenschen, Wie wollen wir erinnern? Am 19. Februar 2020 erschoss ein Attentäter in Hanau neun Menschen aus rassistischen Motiven. Auch İbrahim Akkuş, der angeschossen wurde, starb in diesem Jahr an den Spätfolgen. Neun Namen. Jetzt zehn. Zehn Leben. Wie wollen wir erinnern? Erinnern heißt, nicht zu vergessen, doch wie verhält sich das zu Hanau?
Heute sind wir zusammengekommen, um zum sechsten mal der Opfer von Hanau zu gedenken. Explizit erwähnen möchte ich Ibrahim Akush. Er stellt nun das zehnte Opfer von Hanau dar. Wisst ihr, ich höre immer, „Hanau ist überall“. Und ich verstehe absolut, was damit gemeint ist. Es soll zum Ausdruck gebracht werden, dass so etwas über all passieren kann. Aber geographisch betrachtet ist Hanau in Hanau. Und gar nicht so nah hier. Doch wisst ihr, was ganz in der Nähe ist?
Die Stabsstelle Integration der Stadt Bochum lädt, unterstützt von zahlreichen Initiativen und Organisationen, zu einer Gedenkveranstaltung für die Opfer des Attentats von Hanau ein: »Am 19. Februar jährt sich der rassistische Anschlag von Hanau, bei dem im Jahr 2020 neun Menschen getötet wurden. Auch in Bochum kommen Menschen zusammen, um an diesem Tag innezuhalten, die Namen und Geschichten der Ermordeten nicht in Vergessenheit geraten zu lassen und sich gemeinsam gegen jede Form von Rassismus zu stellen. Die Gedenkveranstaltung beginnt um 18 Uhr vor der Bühne am Konrad-Adenauer-Platz.
Das offene Antifa-Café im Sozialen Zentrum lädt am Freitag dem 20.2. um 18:30 Uhr | zu einem Vortrag vom femPI-Netzwerk (feministische Perspektiven und Interventionen gegen die (extreme) Rechte): »Antifeminismus ist seit einigen Jahren in aller Munde. Zurecht, denn Antifeminismus ist lange kein ausschließliches Thema der extremen Rechten, sondern auch in der sogenannten ‚Mitte‘ der Gesellschaft weit verbreitet. Ob es gegen Gleichstellung, körperliche, sexuelle und reproduktive Rechte oder um Gewalt gegen FLINTA* geht – immer häufiger kommt es zu antifeministischen Anfeindungen und Angriffen.
Diese findet am 14. Februar 2026 von 17:00 bis 19:00 Uhr vor dem Schauspielhaus Bochum statt. Die Veranstaltung wird ein kraftvolles Zeichen für Gleichberechtigung, Solidarität und ein Ende der Gewalt setzen und ist Teil der globalen Bewegung, die jährlich Millionen von Menschen mobilisiert.
Donnerstag 29.01.26, 14:54 Uhr
Kundgebung zum Warnstreik am 28. 1, 2026 an der Ruhr-Uni
mein Name ist Sebastian Cramer, ich bin Jugendbildungsreferent beim Deutschen Gewerkschaftsbund NRW und zuständig für die DGB-Region Ruhr-Mark. Ich freue mich, heute hier an der Ruhr-Universität Bochum zu sprechen – nicht nur über Tarifforderungen, sondern eben auch über die grundsätzliche Frage, wie wir Arbeit, Solidarität und politische Verantwortung in unserer Gesellschaft verstehen.
Wir stehen hier heute als deutsche Internationalistinnen, um unsere Empörung auf die Straße zu tragen, wie der deutsche Staat das grausame Unrecht, was an den Menschen im mittleren Osten verübt wird, billigend in Kauf nimmt! Und wir stehen heute hier als deutsche Internationalistinnen, weil in Syrien gerade neben der Gefährdung tausender Menschenleben, ein gezielter Angriff auf die demokratischen Kräfte in der Region stattfindet. Die demokratischen Kräfte, die mit ihren Ideen und Idealen, mit ihrer gesellschaftlichen Kraft so wichtige Leuchttürme für Bewegungen weltweit sind.
Vielen Dank, dass ihr heute hier seid. Einige von euch haben es vielleicht bereits mitbekommen, aber Al-Scharaa hat den geplanten Besuch in Berlin abgesagt. Offiziell heißt es jedoch, dass das Treffen verschoben worden sei. Ich frage mich wie es dazu kommt, dass ein ehemaliger Anführer der HTS, unter dem Unmengen an Menschenrechtsverletzungen erfolgten, ein Treffen mit unserem Bundeskanzler absagen muss, damit dieses nicht stattfindet. Bis zum Sturz von Baschar al-Assad im Dezember 2024 agierte Al-Scharaa als Anführer der islamistischen Miliz HTS. Ihm werden von der Kurdischen Gemeinde Völkermord, Verbrechen gegen die Menschlichkeit, Kriegsverbrechen sowie auch Bildung und Führung einer terroristischen Vereinigung vorgeworfen.
Abu Muhammad Al-Jolani, der mittlerweile unter seinem bürgerlichen Namen Ahmed al-Scharaa auftritt, ist Anführer der von den Vereinten Nationen als jihadistische Terrororganisation eingestufte Hay’at Tahrir al-Sham (HTS) – Nachfolger der ismalistischen Al-Nusa-Front – und tritt als de-facto Präsident Syriens auf. Morgen wäre er von Kanzler Friedrich Merz und Bundespräsidenten Steinmeier empfangen worden, hätte er nicht selbst den Besuch abgesagt. Al-Jolani ist als Anführer der HTS verantwortlich für zahlreiche Verbrechen, die gegen Minderheiten und die kurdische Bevölkerung in Syrien begangen wurden und aktuell begangen werden.
Die Antifaschistische Linke Bochum zeigt am Freitag, den 16.1. um 18 Uhr im Metropolis-Kino den Film „Polizeigewalt: Kein Freund, kein Helfer – Lorenz & die Einzelfälle“. Der Film von Hubertus Koch schaut auf mehrere Fälle tödlicher Polizeigewalt und fragt nach strukturellen Mustern. Im Anschluss findet eine Podiumsdiskussion zum Film und zum aktuellen Fall in Bochum statt. Eintritt: Spende.
Donnerstag 08.01.26, 15:28 Uhr
Demonstration am 7. 1. 2026 in Bochum: Völkerecht verteidigen!
Rede von: „Red de Apoyo a Inmigrantes Hispanohablantes (RAIH)“ “Es América Latina, la región de las venas abiertas. Desde el descubrimiento hasta nuestros días, todo se ha trasmutado siempre en capital europeo o, más tarde, norteamericano, y como tal se ha acumulado y se acumula en los lejanos centros de poder. Todo: la tierra, sus frutos y sus profundidades ricas en minerales, los hombres y su capacidad de trabajo y de consumo, los recursos naturales y los recursos humanos. El modo de producción y la estructura de clases de cada lugar han sido sucesivamente determinados, desde fuera, por su incorporación al engranaje universal del capitalismo.”
Schon wieder Krieg. Das Jahr hat gerade erst angefangen, aber schon wieder dreht ein Möchtegern Diktator durch. Und ja, schon wieder lügt uns die USA an und es gibt schon wieder keine Konsequenzen. Trump geht es nicht um angeblichen Drogenschmuggel oder Demokratie in Venezuela, sondern es geht schon wieder nur um Öl und Macht.
Die USA haben mit ihrem Militäreinsatz in Venezuela das Völkerrecht gebrochen. Das ist Fakt. Ein Fakt, der für unseren werten Bundeskanzler allerdings „komplex“ ist. Vielleicht sollte er also nochmal einen Blick in die UN-Charta werfen.
Artikel 2.4 besagt: Alle Mitglieder unterlassen in ihren internationalen Beziehungen jede gegen die territoriale Unversehrtheit oder die politische Unabhängigkeit eines Staates gerichtete oder sonst mit den Zielen der Vereinten Nationen unvereinbare Androhung oder Anwendung von Gewalt.
Liebe Freund:innen, liebe Gefährt:innen, liebe Mitmenschen, ich begrüße Euch und Sie und freue mich, dass so viele unserem Aufruf zur Verteidigung des Völkerrechts gefolgt sind. Für die, die mich nicht kennen, ich bin Knut Rauchfuss von der Medizinischen Flüchtlingshilfe hier in Bochum. Was uns heute hier zusammenführt, ist unser aller Zorn über den Angriffskrieg der US-Armee gegen Venezuela, unser aller Wut über den heimtückischen Überfall auf den Präsidentenpalast, die Ermordung der Leibwächterinnen und die Entführung des amtierenden Präsidenten und seiner Ehefrau.
Nach dem Kidnapping des venezolanischen Präsidenten Nicolas Maduro durch US-amerikanische Spezialeinheiten ist internationale Solidarität gegen Autoritarismus und dem Bruch des Völkerrechts gefragt.
Das Maduro Regime ist eine Autokratie und Maduro hielt sich durch Wahlfälschung an der Macht. Das legitimiert allerding keine ausländische Macht, unter Bruch des Völkerrechts diese Entführung durchzuführen. Viel weniger noch das Trump Regime, das weltweit ein Verbündeter von autokratischen und diktatorialen Regimen ist.
Die IPPNW (Internationale Ärzte für die Verhütung des Atomkriegs) Regionalgruppe Bochum lädt zu einer Veranstaltung über die Gefahren eines Atomkrieges ein: »Ein Haus aus Dynamit hat die atomare Abschreckungspolitik aus unserem Globus gemacht. Ein Haus, in dem eine Fehlzündung uns und unsere Zivilisation verbrennen kann. Eindringlich zeigt der Netflix-Film „A House of Dynamite“ die 20 Minuten, die den Verantwortlichen in den USA nach einem Angriffsalarm bis zum Einsatz ihrer Atombomben bleiben. Zum Glück ist es ein spannender Thriller, keine Dokumentation.
Guten Abend, ich freue mich, dass sich heute Abend so viele Menschen für bezahlbaren Wohnraum einsetzen. Der Wohnungsmarkt in Bochum ist immer enger. Dies betrifft nicht nur die Villa und 100 Studierende, die ihre Wohnungen im Studierendenwohnheim letzten Woche vorerst verloren haben. Wir sind beim Mieterverein täglich Mieterproblemen wie Wuchermietangeboten, exorbitanten Nebenkostenabrechnungen und Sanierungsstau konfrontiert.
Bochum hat eine eigene Geschichte von Hausbesetzungen. Und egal wie man politisch steht – sie sind Teil dieser Stadtentwicklung. Man kann Stadtgeschichte nicht ausradieren, indem man einen Ort leert. Das Thema der Hausbesetzung ist eng mit dieser Stadt verwoben. Ob nun die Villa kunterbunt in Werne oder das damalige Heusner-Viertel – aber auch in den letzten Jahren wurden in Bochum immer mal wieder Häuser besetzt. Manche waren kurze Scheinbesetzungen die Solidarität ausdrücken sollten, aber andere Besetzungen hielten eine ganze Weile. In der Herner Straße 131 und in der Haldi47 konnten viele Menschen erleben, was eine Hausbesetzung besonders macht – und das es sich lohnt dafür zu kämpfen.