Willkommen auf unserer Webseite!

Es­ther Be­ja­ra­noEsther Bejarano, Überlebende der Shoa und Musikerin des sog. Mädchen-Orchesters in Auschwitz-Birkenau, ist am 10. Juli 2021 im hohen Alter von 96 Jahren in Hamburg gestorben. Zeitlebens war sie Kämpferin, Aufklärerin  und Mahnerin gegen Faschismus, Antisemitismus und Rassismus. Ihre inhaltlichen Veranstaltungen oder Konzerte mit Sohn und  Tochter oder der Microphone-Mafia werden uns immer in würdiger Erinnerung bleiben!

Rojbas, Merhaba, Bonjour, Guten Tag –

Yep – wir haben wieder aufgespielt.“ Tryout “ war zunächst das kurdische Newroz-Festival im März. Gefolgt von Auftritten im April in BaWü, Hessen und NRW. Mit unserer Sistaband bANDISTA / Istanbul standen wir im Mai auf der Bühne, ebenso bei einem Stadtteil-Fest im Ruhrgebiet. Anfang Juni waren wir bei der Kulturellen Landpartie im Wendland. Rückblickend betrachtet gelungene und schöne Veranstaltungen. Vielen Dank dafür an alle, die das möglich gemacht haben!

Wann und wo es weiter geht, findet ihr bei Termine! Updates sind verbindlich!

Und sonst?

Die Lage um Corona scheint sich wieder zu verschärfen. Das Virus nehme, Expertisen zufolge, in diesem Sommer keine Auszeit. Zum Jahresende stehe mit der Fußball-Männer-WM voraussichtlich ein Superspreading-Event durch Public- bzw. gemeinsames Home-Viewing bevor, so die Prognose.

Also: Aufpassen und Rücksicht nehmen.

Einige Worte zur bevorstehenden WM und historische Ereignisse:

Welcher informierte  und kritische Mensch will eigentlich das FIFA-Konstrukt aus Korruption und Alleinherrschaft, kickenden Millionarios und den allmächtigen neuen Paten  Infantino sehen? Infantino, der mit abstrusen Ideen seinen Vorgänger Blatter schon lange überholt hat, ist dabei sich ein Denkmal zu setzen. Seine Vorstellung und Vehemenz Fußball immer mehr zu kapitalisieren und umzustrukturieren, wird aber scheitern. Sein nächster “ Coup “ ist Katar, wo Falknerei als Sportart Nummer Eins einen höheren Stellenwert als Wahrung der Menschenrechte einnimmt! Unter dem Diktat neuzeitlicher, rechtloser  und ausbeuterischer Sklavenarbeit, mit Hungerlöhnen und schlechter Zahlungsmoral seitens der Kataris, verdingen sich Arbeitsmigranten beim Bau von Stadien und Infrastruktur. Ihre Pässe eingezogen, das Verlassen des Landes unmöglich gemacht. Darüber hinaus sind ungezählte tote Arbeiter bedingt durch fehlende Sicherheitsstandards und Arbeitsschutz angesichts Unfällen auf Baustellen  zu nennen. Als Unterkünfte fungieren Elendsquartiere. Repression gegen Oppositionelle, Unterstützung radikal-islamischer Gruppierungen wie Al Nusra, IS oder das Haqqani-Netzwerk/Afghanistan, Zwangsheiraten, Kinderehen sowie ein patriarchales / frauenfeindliches Gesellschaftsmodel insgesamt sind Bestandteile der Realität. Vormundschaften der katarischen Männer über Frauen und deren individuelle Vorstellungen von einem selbstbestimmten Leben, runden das Bild ab.

Welches Verhältnis hat der DFB zu den bekannten Vorwürfen und Fakten?

1978 wurde  die WM während der Militärdiktatur Jorge Videlas in Argentinien gespielt, was im Vorfeld zwar kritisch in den weltweiten Verbänden diskutiert wurde, aber in keinen Boykott mündete. Deutschland hielt sich raus. Schon damals war der Ball rund und Tore lauerten überall ( Eduardo Galeano). Die einen traten gegen den Ball, zeitgleich wurden politische Gefangene gefoltert oder aus Flugzeugen ins Meer gestürzt. 30.000 Menschen überlebten die Zeit der Militärjunta nicht. Noch heute, und das seit mehr als 40 Jahren, stehen Mütter und Angehörige von Verschwundenen jeden Samstag auf der Plaza de Mayo (zentraler Platz) in Buenos Aires und fordern Aufklärung  über das Schicksal ihrer Männer, Väter, Schwestern, Brüder und Freund*innen. Helmut Schön (Trainer) und Bertie Vogts ( Spieler) des damaligen deutschen Teams, wollten dagegen “ keine Gefolterten in den Straßen der Stadt “ gesehen haben, desweiteren habe Fußball nichts mit Politk zu tun, das “ müsse strikt getrennt werden „. In wieweit Fußball mit Politik verknüpft und damit nicht zu trennen ist, zeigt das Beispiel des damaligen DFB-Präsidenten Hermann Neuberger, der auf Einladung des Diktators Videla an einem Bankett der faschistischen Militärjunta teilnahm, welches mutmaßlich von H.U. Rudel, einem Vorzeige-Nazi und Kriegsverbrecher, der über die sogenannte Rattenlinie ( ein Netzwerk  bestehend aus Vatikan, dem kroatischen Ustascha- Priester Draganovic und Internationalem Roten Kreuz) nach Argentinien, wie 1000de Nazikader auch, fliehen konnte, vermittelt wurde.

1954. Deutschland wird Weltmeister: Bern, Rahn und ein rasender Reporter, der Tor, Tor,Tor brüllte. Nach Spielende wurde zur Feier des Tages im Wankdorf-Stadion die verbotene 1. Strophe des Deutschland-Liedes von 10.000den mitgesungen. In diesem Klima aus “ Wir sind wieder wer  “ und Massentaumel, blieb der rechte Arm zumeist unten,  Nährboden für eine zukunftsweisende Brot und Spiele-Politik aber wurde geschaffen. Der Grad aus “ Vaterlandstümelei “ und Nationalismus ist bekanntlich ein schmaler.

Kurzer Exkurs in die Gegenwart:

Während weltweite Medien viele relevante Themen, wie die im April begonnene und bis heute (Anfang August) fortgeführten Invasionsversuche der türkischen Armee im irakischen,  südlichen Teil Kurdistans mit Flächenbombardements und täglichen Einsätzen von chemischen Kampfstoffen, thermobarischen- und strategischen Nuklearwaffen aus NATO-Beständen sowie Phosphorbomben ausblenden, eine ökologische Katastrophe durch Brandstiftung der Wälder und Berge stillschweigend hinnimmt und Dorfzerstörungen mitsamt Vertreibung der Bevölkerung außen vor lässt, dominiert der militärische Konflikt zwischen Russland, der Ukraine und NATO seit langem die Tagespresse. Die Bundesregierung nickt schwere Waffen und weiteres Kriegsmaterial an die Ukraine ab und macht sich erneut zur Kriegspartei. Zeitgleich wird jedoch über schwere Menschenrechtsverbrechen wie die zur Anwendung gebrachten geächteten chemischen Kampfstoffe in Basur /Süd-Kurdistan geschwiegen. Trotz eines gewaltigen NATO-Hi-Tech-Waffenpotentials in den Händen Ankaras deutet jedoch vieles darauf hin, dass die türkische Armee mitsamt paramilitärischer Türkei-treuer kurdischer Dorfschützerverbände strategisch festsitzt.  Daran ändern auch Hunde, die mit Kameras und Sprengstoff ausgestattet und in die gebirgigen Tunnelanlagen der Guerilla geschickt und bei Kontakt gesprengt werden, nichts. Nach ihrem militärischen Scheitern in Gare / Südkurdistan steht ein erneutes Waterloo in den freien kurdischen Bergen bevor.

Der schon vor A. Merkel begonnene Schmusekurs mit dem faschistischen NATO-Partner Türkei wird fortgesetzt. Daran ändert auch der Türkeibesuch von Außenministerin Annalena Baerbock  vor wenigen Tagen nichts. Ihre Fragen zur Menschenrechtssituation haben sich allerdings auf die Freilassung von Osman Kavala, der ebenso dringend  aus dem Knast zu entlassen ist, reduziert. Die Kriegssituation in Kurdistan wurde nur kurz angerissen. Stellungnahme zur Freilassung des HDP-Politikers Selahattin Demirtas oder begangene Kriegsverbrechen fanden keine Erwähnung, birgt jedoch viel Brisanz: die erneute, mehr oder weniger kritiklose Herangehensweise der sogenannten freien Welt könnte Ankara im Schatten des Ukraine-Krieges veranlassen, noch brutalere Kriegsverbrechen ( aktuell: Bombardierung des Geflüchtetenlagers Mexmur oder eines Urlauber*innen-Campingplatzes in Zaxo) in Kurdistan zu begehen. Die an der Macht befindlichen Parteien AKP/MHP, ökonomisch am Ende und immer mehr ins politische Abseits gestellt, brauchen dringend einen Erfolg für die Wahlen im nächsten Jahr. um von inneren Konflikten  und Widersprüchen (Ausstieg Istanbul-Konvention, Ermordung von Frauen, Inflation, hohe Arbeitslosigkeit und Repression ) ablenken zu können, Da kommt der schmutzige Krieg zum eigenen Machterhalt, verknüpft mit größenwahnsinnigen Hirngespinsten eines Neo-Turanismus (einem neuen Osmanischen Reich ) gerade recht. Kurdistan soll Kolonie bleiben und ist länderübergreifend in eine Combat-Zone (Kriegszone) verwandelt worden. Um die drohende Niederlage abzuwenden wird ferner auf die im Irak ansässige kurdische Partei PDK gesetzt, die am finanziellen Tropf Ankaras hängt und ihre Peshmerge/Kämpfer gegen kurdische Brüder und Schwestern in Kampfhandlungen schickt. Begleitet werden sie durch türkische Bayraktar-Drohnen , die ihre tödliche Fracht abschießen. Gemessen an all dem und noch vielem mehr, wird es dringend Zeit, sich solidarisch mit den kämpfenden Kurd*innen zu erklären und sie zu unterstützen, denn: Freiheit und Selbstbestimmung ist unteilbar. Sie dürfen nicht vergessen werden.

Zur Erinnerung: waren es nicht die Volksverteidigungskräfte, die unter hohen eigenen Verlusten, den Shengal / kurd. Siedlungsgebiet im Nord-Irak / befreit und autochthone ezidische Lebenszusammenhänge vor dem Genozid durch den IS gerettet und bewahrt haben? Trotz positiver Bewertung durch das westliche Militärbündnis / NATO für den kurdischen Kampf gegen den IS, sind diese Worte im Nachlauf nur inhaltsleere Lippenbekenntnisse.  Statt Intervention und Deeskalation wird heute auf Zuspitzung und Militarisierung des Krieges gesetzt, denn die nächste Invasion in das revolutionäre, kurdische Nord- und Ostsyrien (Rojava, Kobane, Efrin) durch die türkische Armee und ihre Söldnerbanden (radikale Islamisten, Contras) scheint beschlossene Sache. Treibende Kräfte: USA und NATO , als ein Ergebnis des NATO-Gipfels in Madrid. Von Wichtigkeit ist aber auch die NATO-Nord-Erweiterung durch Schweden und Finnland sowie das Veto der Türkei gegen diesen Beitritt. In beiden Ländern, so die erpresserische Begründung Ankaras, seien Rückzugsräume für kurdische Geflüchtete und Freiheitskämpfer*innen entstanden. Ein alter Erklärungsansatz: der des Täter-Opfer-Umkehrschlußes. Substantiell aber bleibt eine fast beispiellose Kriminalisierung kurdischer Menschen, die potentielle Weitergabe ihrer Daten an den türkischen Geheimdienst oder Auslieferungen in die Folterkeller einer diktatorischen Türkei. In Deutschland  nichts unbekanntes und an der Tagesordnung, in diesem Fall aber mit internationalen Auswirkungen.

 

Unser LIVE-Stream-Konzert, Teil 1 und 2,  vom 8.Mai (Tag der Befreiung vom Faschismus) ist auf unserer Homepage / Facebook zu finden und zu sehen.

Infos zur politischen Situation in der Türkei und Kurdistan! (siehe ‚Politische Stellungnahmen‘)

Das Programm der COMPANIA, deren Musiker*innen auch die Instrumente untereinander tauschen, präsentiert einen Stil- Mix mit eigenen Texten und begeistert unter anderem mit anatolischen Grooves. An den europäischen Osten erinnert ein Klezmer-Freilachs, ein traditionelles jiddisches Lied. Neben der musikalischen Vielfalt tritt COMPANIA auf der Bühne gleichwohl mit politischer Aussage, aber auch Liebesliedern, an das Publikum heran. Immer tanzbar und mit viel Groove.

COMPANIA BATACLAN ist eine 6-köpfige Band aus NRW.
Musikalischer Abwechslungsreichtum verbindet sich mit politischem Anspruch. Texte aus eigener Feder werden mit verschiedenen Stilen unterlegt. Heraus kommt ein spannender Soundclash; ob Balkan, Klezmer, Rock, Swing, ReggaeSka sowie orientalische Nuancen – COMPANIA BATACLAN tanzt auf vielen musikalischen „Hochzeiten“ – frei nach dem Motto der amerikanischen Anarchistin Emma Goldman „Wenn ich nicht tanzen kann, ist es nicht meine Revolution.“

Unser Bandname hat übrigens nichts mit dem schrecklichen Attentat des sogenannten IS ( Islamischer Staat) in Paris zu tun, erinnert jedoch an eine Gruppe libertärer Menschen im Umfeld einer Bar (Bataclan) in Madrid, die den Plan fassten, ein Attentat auf den spanischen Diktator und Vorgänger Francos, Primo de Rivera, zu verüben. Durch Denunziantentum wurde der Plan vereitelt, die Beteiligten festgenommen und hingerichtet. Mit diesem historischen Rückgriff und Namen will die Band an jene mutigen Menschen erinnern, die in der Geschichtsschreibung (fast) keinen Platz gefunden haben.

COMPANIA BATACLAN hat u.a. als musikalische Begleiterin mit Markscheider Kunst, Irie Revoltés, Kocani Orkestar, Antwerp Gypsy Ska Orkestra, Red Ska, Özgür Cebe (Kabarett), Sookee, Esther & Joram Bejarano / Microphone Mafia, Dottore Ring Ding, Sara Hebe und Band, den türkischen- und kurdischen Kapellen Bandista, Hakan Vreskala, Grup Yorum, Mikail Aslan & Ensemble, Mavis Güneser, Miraz sowie Ma Valise oder 44 Leningrad gespielt.

Gerne treten wir bei Solidaritätsveranstaltungen auf, deren Inhalte wir teilen.

COMPANIA BATACLAN organisiert sich selbst. Freund*innen unterstützen uns.

Line-up:

Zebralina – Stimme, Kazoo, Tinwhistle, Percussion, Texte, Akkordeon

Sabin Bassasin – Gitarre, Bass

Nico – Cajon / Schlagwerk

Heval Botan – Percussion, Texte

Sax-Machine San Holo – Saxophon, Klarinette, Violine, Zurna & Satire

El Luce – Elektro Saz, Bass, Kontrabass

Che-Thin, Istanbul – Percussion ( wenn er im Lande ist)

Nutty Dread – Webmaster / Design

Dank und viele Grüße an die Redaktion von bo-alternativ.de, alle Konzertbesucher*innen, Freund*innen und Veranstalter*innen.
Besonderer Dank: U. Uno, Wgang. Selbiges an unseren Webmaster/Designer sowie Gevatter F.

 Booking und Kontakt: bataclan@bo-alternativ.de