In „Anmerkungen“ an die Ratsfraktionen hat die ARGE zum Thema Heizkostenerstattung Stellung bezogen. Der Bochumer Mieterverein hatte der ARGE vorgeworfen: “Was die ARGE derzeit zum Thema Heizkosten von sich gibt, ist eine Mischung aus – offensichtlich vorsätzlichen – Lügen und gefährlichem Unsinn.“ (siehe Meldung vom 2.11.) Diese Kritik hatte der Mieterverein gestern in einer Mitteilung bekräftigt: „Die Praxis der ARGE, Pauschalen für die Heizkosten anzuwenden und dabei Durchschnittswerte zu Grunde zu legen, als “gerichtsfest“ zu bezeichnen, lässt einen bedauerlichen Mangel an Aktualität erkennen.“ Diesen Eindruck bekräftigt die ARGE in ihrer Stellungnahme und zitiert ein 18 Jahre altes Urteil des OVG Münster. Die Stellungnahme der ARGE.
Das Thema Heizkosten dürfte auch die nächste Ratssitzung am 17.11. beschäftigen. Die Soziale Liste hat eine Anfrage gestellt. Sie will u.a. wissen ob die Stadt bereit ist, „sich bei der ARGE für eine Beendigung der Praxis der Pauschalierung von Heizkosten einzusetzen?“ Die Anfrage im Wortlaut.
Schriftliche Anfrage der Sozialen Liste zur Ratssitzung am 17. 11. 2006
Während die ARGE bisher Heizkosten nach tatsächlichem (angemessenem) Verbrauch bezahlte, wozu sie auch nach § 22 Abs. 1 SGB II verpflichtet ist, verschickt sie nun Bescheide oder Informationen, wonach sie dies ab dem 1. Januar 2007 nicht mehr tun will. In den Mitteilungen der ARGE Bochum nimmt sie nun eine neue Berechnung vor, die die Durchschnittsheizkosten des Mietshauses zu Grunde legt. Es erfolgt keine individuelle Berücksichtigung (z. B. Wohnungslage, Anzahl der Außenwände, Anwesenheit von Kleinkindern oder Kranken etc.) der tatsächlichen Kosten.
Vor diesem Hintergrund fragen wir an:
1. Ist die Absicht der ARGE zur Pauschalierung der Heizkosten im oben beschriebenen Sinn bekannt?
2. Wie beurteilt die Verwaltung die juristische Grundlagen (SGB II, Urteile der Sozialgerichte) für diese Verfahrensweise? Ist der Stadt Bochum bekannt, ob
die ARGE selbst eine gerichtliche Klärung anstrebt?
3. Teilt die Verwaltung die Kritik von Mieterverein, Unabhängiger Sozialberatung, Sozialer Liste u. a. an der Pauschalierung?
4. Ist der Stadt Bochum bekannt, ob Druck auf die örtlichen ARGE ausgeübt wird, die Kosten für Unterkunft (KdU) zu senken?
5. Ist die Stadt Bochum bereit, sich bei der ARGE für eine Beendigung der Praxis der Pauschalierung von Heizkosten einzusetzen?
Zur heutigen Sitzung der Bezirksvertretung Nord hat die Bezirksvertreterin der Sozialen Liste, Helgard Althoff, eine Anfrage zum Brand in den Gerther Müllbetrieben gestellt. Die Anfrage im Wortlaut. So soll die Verwaltung Auskunft geben, welche Art von Müll verbrannt wurde und welche Giftstoffe freigesetzt wurden.
Anfrage der Sozialen Liste zur Sitzung der Bezirksvertretung Bochum Nord am 7.11.2006
Welcher Abfall (Abfallbezeichnung/Abfallschlüssel) und welche Abfallmenge lagerten beim Ausbruch des Brandes auf dem Außengelände als auch in den Hallen des Betriebsgeländes der Recycling-Firmen?
An welchen Standorten sind Messungen zu der Luftverunreinigung während des Brandes durchgeführt worden und mit welchen Messergebnissen?
Hier interessieren nicht nur die auf Bochumer Gebiet durchgeführten Messungen, sondern auch die Messergebnisse in den durch die Rauchentwicklung besonders hart betroffenen Wohngebieten in Merklinde.
Welche Schadstoffe wurden freigesetzt, z. B. durch die Verbrennung von gelagerten Kabeln, Altreifen und Kunststoffen?
Wurden die Beschränkungen der Lagerkapazitäten für die BE 100 und BE 300 eingehalten (Lagerung von Altreifen, gemischte „Siedlungsabfälle“, gemischter Bau- und Abbruchabfälle)?
Um welche Abfälle handelte es sich, die während des Brandes zu dem Gelände der Firma Fischer und Söhne transportiert wurden?
Wie wirkte sich der Verzicht auf eine Feuerwehrumfahrt auf die Löscharbeiten aus?
Warum griffen die umfangreichen Sicherheitsbestimmungen des Genehmigungsbescheides zum Brandschutz nicht?
Ist geplant, eine öffentliche Sitzung durchzuführen, in der Bezirksvertretung und Verwaltung der Stadt Bochum die Gerther und Merklinder Bürger umfassend über die Brandursache bei der Firma Weber informieren? Wenn nicht, regt die Soziale Liste dies an.
Die Soziale Liste kritisiert im Aufmacher der 8. Ausgabe ihrer „Zeitung“, dass trotz vieler sozialer Probleme in der Stadt teure Prestige-Projekte geplant werden: »Der Rat der Stadt Bochum beschloss beispielsweise einen Bebauungsplan für das Amalia-Gelände und das Berghofer Feld und machte den Weg für die Harpen AG frei, die hier einen Golfplatz errichten will. Neue teure Pläne für ein Konzerthaus in der Bochumer Innenstadt an der Marienkirche sollen die Stadt unter Druck setzen, um endlich die aufgeschobene Baumaßnahme eines Konzertsaales neben der Jahrhunderthalle (Baukosten über 20 Mio. Euro) zu errichten. Am Hauptbahnhof möchte die städtische Entwicklungsgesellschaft Ruhr – EGR ein 30-stöckiges Hochhaus als „zukunftsorierntierten Unternehmensstandort“ bauen. Ein weiteres Hochhaus soll auf (!) dem Hochbunker an der Universitätsstraße entstehen. Hier plant ein Investor als „städtebauliche Dominante“ einen „Wohn- und Büroturm“, dessen Gesamthöhe 72 bis 78 Meter erreichen soll.« Die Zeitung als PDF-Datei.
Der Mieterverein sieht keinen Anlass, von seiner „Kritik an der ARGE wegen der Heizkosten-Kürzungen (Siehe Meldung: ARGE täuscht MieterInnen über Heizkosten) auch nur ein Iota zurück zu nehmen“. „Im Gegenteil“ heißt es in der Pressemitteilung. Wörtlich: »Die Praxis der ARGE, Pauschalen für die Heizkosten anzuwenden und dabei Durchschnittswerte zu Grunde zu legen, als „gerichtsfest“ zu bezeichnen, lässt einen bedauerlichen Mangel an Aktualität erkennen. Anton Hillebrand von Sozialberatung e.V.: „Die ARGE muss irgendwann mal zur Kenntnis nehmen, dass es das Bundessozialhilfegesetz nicht mehr gibt und die Verwaltungsgerichte nicht mehr zuständig sind. Wer sich auf diese alten Urteile beruft, statt einen Blick auf die aktuelle Rechtsprechung der Sozialgerichte zu werfen, handelt sich unnötige Niederlagen – und Kosten – ein.“ mehr…
Der Verkehrsclub Deutschland (VCD) lädt am Dienstag, 7. 11. um 19.30 Uhr zu einer Informationsveranstaltung in das Umweltzentrum Bochum, Alsenstr. 27 ein. Referent ist Jürgen Eichel vom Landesvorstand VCD NRW. In der Einladung heißt es: »Nach dem Beschluss der Bundesregierung, bis 2010 im Nahverkehr 3,2 Mrd. EUR zu kürzen, soll es laut NRW-Verkehrsminister Wittke (CDU), anders als zuvor angekündigt, nun doch auch in NRW zu Kürzungen kommen. Bereits 2007 sollen die ersten Züge gestrichen werden, 2008 drohen nach Aussage von VRR-Geschäftsführer Husmann auch Streckenstilllegungen. Gleichzeitig sollen die Investitionen in neue Strecken auch von Straßen- und Stadtbahnen noch weiter heruntergefahren werden als ohnehin schon. Geraten Bus und Bahn in NRW nach den Erfolgen der letzten Jahre wieder aufs Abstellgleis? Was bedeutet das für Bochum? Inwieweit ist auch die Bogestra betroffen? Was kann man tun?«
Die Gedenkveranstaltung des Arbeitskreises „9. November“ und des Kinder- und Jugendringes zum 68. Jahrestag der Reichspogromnacht findet am Donnerstag, 9.11., um 17.30 Uhr am Dr.-Ruer-Platz am Standort der Stele zur Erinnerung an die von den Nationalsozialisten zerstörte Synagoge, statt.
Nach den Grußworten der Oberbürgermeisterin, des Vorsitzenden der Jüdischen Gemeinde und des SV-Sprechers der Anne-Frank-Realschule wird Ingrid Wölk vom Stadtarchiv zusammen mit SchülerInnen des Europäischen Bildungszentrums über Erfahrungen mit der Umsetzung des Projektes „Stolpersteine“ in Bochum berichten. Näheres.
Bereits um 12.00 Uhr laden die Antifa Wattenscheid und die GEW Wattenscheid zur Gedenkveranstaltung am Standort der dortigen ehemaligen Synagoge ein. Treffpunkt ist um 12.00 Uhr vor der Sparkasse in der Oststr.
Diese traditionelle Gedenkfeier war vor zwei Jahren von Polizei und Justiz kriminalisiert worden. Zu diesem Skandal existiert es ein bo-alternativ.de-special.
Zu der angekündigten 5-Millionen-Euro-Spende des Bochumer Millionärs Faber für ein Konzerthaus und den damit verknüpften Bedingungen erklärt der Vorsitzende der Linksfraktion.PDS Ernst Lange:» Das ist kein seriöses Angebot. Das Konzerthaus wird zurzeit in der Öffentlichkeit nach dem Prinzip „Wer zahlt, bestimmt die Musik“ verhackstückt. Den parlamentarischen Gremien liegen keine neuen Pläne mit seriösen Finanzierungskonzepten vor. Erst im September hatte Rot-Grün sich angesichts der schlechten Haushaltslage darauf verständigt, das Thema „Konzerthaus“ zu vertagen. Zunächst sollte der Sanierung der Schulen und Alten-/Pflegeheime Vorrang eingeräumt werden. Das haben wir begrüßt.
Dabei geht es nicht darum, Kultur gegen Soziales auszuspielen. Der Kulturetat wurde trotz Haushaltsauflagen nicht gekürzt! Aber wenn die Mittel knapp sind, kann man nicht einfach zig Millionen für ein einziges Projekt ausgeben. Ich würde Herrn Sloane oder Herrn Faber gerne mal bei den Haushaltsberatungen im Sozialausschuss sehen. Da geht es oft um 500 € oder 1.000 € für tolle Projekte. Da wird um jeden Euro gerungen. mehr…
Radio BonteKoe präsentiert in Kooperation mit Funkhaus Europa am Dienstag, 7.11., 20.00 Uhr im Bahnhof Langendreer „Iva Nova“. Die Ankündigung verspricht: »Die fünf Frauen aus St. Petersburg stehen für Temperament, Virtuosität, Mut und Natürlichkeit. Ihre Musik ist mitreißend und sensibel, mal euphorisch, mal melancholisch. Die Musikerinnen nennen ihre verspielt experimentierfreudige Mischung aus Ska, Punk-Rock und russischer Folklore „Extrem-Ethno“. Iva Nova mit ihren frischen, schnellen, sehr tanzbaren Liedern, originellen Stimmen, einem guten Schuss Punkattitüde und nicht übersehbarem postfeministischem Touch wird von russischen MusikkritikerInnen als die beste Band der neuen russischen Ethnowelle bezeichnet.«
»Ab dem Heimspiel gegen den 1. FC Nürnberg (04.11.2006) wird Zuschauern, die Kleidung der Firma Thor Steinar tragen, der Zugang zum Berliner Olympiastadion verwehrt. Darüber hinaus behält sich Hertha BSC vor, Zuschauern, die Kleidung mit Symbolen tragen, die eindeutig dem rechten Spektrum zuzuordnen sind, nicht ins Stadion zu lassen.« Dies berichtet der Fußball-Bundesliga-Club auf seiner Webseite.
Vor drei Wochen hat in Bochum direkt neben dem Schauspielhaus ein Laden aufgemacht, der ausschließlich Waren der rechtslastigen Marke „Thor Steinar“ verkauft. Siehe auch Hintergrundbericht vom 20.10.. Über vergleichbare Initiativen des VfL Bochums gegen Nazis im Stadion ist bisher noch nichts bekannt.
Viele Menschen, die in der Nähe des Schauspielhauses wohnen, sind erschrocken, dass sie nun einen Nazi-Treffpunkt in ihrer Nachbarschaft haben. Sie wollen sich gegen den Verbleib des Ladens wehren.
Samstag 04.11.06, 20:00 Uhr
Dienstag, 7. 11., 18.00 Uhr Prof. Dr. Freerk Huisken in der Freien Uni
Vortrag im Rahmen der Ringvorlesung „Ware Bildung“
In der Einladung der Freien Uni Bochum heißt es: »Die politischen Verwalter des Kapitalstandorts haben sich den Befund zu eigen gemacht, dass – ausgerechnet – die Wissenschaft, eines der Mittel der kapitalistischen Konkurrenz, ein entscheidender Grund für Erfolg und Misserfolg des nationalen Standorts sei, lasten dem Bildungssektor Krise und Wachstumsschwäche des Kapitals an und versprechen sich von seiner Korrektur größere deutsche Erfolge auf dem Weltmarkt. Ihr Befund: Der ganze Sektor leistet einfach zu wenig für das Geld, was er kostet. Reform heißt also: Für das Geld, das der Staat ausgibt, und in den Einrichtungen, die er längst geschaffen hat, mehr Leistung erzwingen. mehr…
Die Ratsmitglieder und BezirksvertreterInnen der Sozialen Liste haben zum „Fall Justin“ eine Erklärung verfasst: »1. Die Ratsmitglieder und Bezirksvertreter der Sozialen Liste sind erschrocken über das Ausmaß der offensichtlich notwendigen Hilfe zur Erziehung von Kindern in Bochum. 800 Familien, die Hilfe benötigen und 128 Fälle von Inobhutnahme von Kindern durch das Jugendamt sprechen eine deutliche Sprache. Als Ursache hierfür sehen wir auch den Sozialabbau und die Entsolidarisierung in der Gesellschaft. mehr…
Von der Übergabe staatlicher Angebote an private Unternehmen profitieren alle
– so das Versprechen ihrer BefürworterInnen. Grund genug, sich mit der Privatisierung und dem Börsengang der ehemaligen Bundesbahn als dem zur Zeit wohl größten und vor zehn Jahren begonnenen Privatisierungsprojekt zu befassen. Wurden die Versprechungen eingehalten? Winfried Wolf, Autor des Buchs „In den letzten Zügen“, argumentiert, dass es kein einziges sachliches Argument gibt, das für einen „Börsengang der Bahn“ spricht. Dass jedoch die Beispiele privatisierter Bahnen im Ausland – und die Erfahrungen mit den Privatisierungen von Wohnungen und der Versorgung mit Energie und Wasser – gegen die Privatisierung sprechen. Vor allem, so der Autor und Referent unserer Veranstaltung, gibt es eine Alternative: eine optimierte Bahn in öffentlichem Eigentum, wie es uns die Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) einigermaßen vorbildlich demonstrieren.
Am Dienstag, 7.11. um 19.30 Uhr zur »redBar – social clubbing« vom Bochumer Sozialforum und attac campus bochum.
In ihrer neuen Ausgabe „Linke. Einblicke“ erinnert die Linke.PDS-Fraktion an Meier Brecher, einen Bochumer Juden, der bereits im Oktober 1938 nach Polen deportiert wurde. Die Linke.PDS hat die Patenschaft für einen Stolperstein zu seinem Leben übernommen. Über die Rechercheergebnisse berichtet sie am 14. November auf einer Infoveranstaltung um 19.00 Uhr im Büro an der Unistr. 39. Weitere Themen der Einblicke sind die Auswirkungen der Kürzungen beim Frauenhaus, sozialversicherungspflichtige Arbeitsgelegenheiten bei der Stadt und die erste Bochumer Integrationskonferenz. Die Einblicke als PDF-Datei
Zufällig wurde gestern bekannt – Eltern berichteten davon in einer Schule beim Elternsprechtag – dass die Bochumer Behörde für Erwerbslosigkeit, „ARGE“, für diejenigen Hartz-IV-Opfer eine besondere Schikane bereit hält, die noch mit einem Kohleofen heizen müssen. Zunächst werden sie regelmäßig gezwungen, sich vergleichende Angebote von Kohlenhändlern aus der gesamten Region, also weit über Bochum hinaus, zu besorgen, um dann, per Dokumenten belegt, nur die billigste Kohle zu kaufen. Anschließend muss bewiesen werden, dass die gekaufte Kohle auch verheizt wird.
Offenbar – so berichteten die Hartz-IV-Geschädigten – unterstellt die Bochumer Arbeitslosenverwaltung, dass Erwerbslose auf die Idee kommen könnten, lieber zu frieren, die Kohle zu bunkern und auf dem Schwarzmarkt zu verkaufen.
Gerade hat die regierende rot-grüne Ratskoalition in einer eher untypischen Entscheidung gegen den derzeitigen Bau eines Konzerthauses votiert, da geht die Bochumer Reichenfraktion in die Offensive. Das öffentliche Geld für den Bau soll jetzt mit einer Lockspende doch noch flüssig gemacht werden. Mit fünf Mio Euro will sich der Lotto-Unternehmer Faber beteiligen, wenn das Konzerthaus – entgegen den ursprünglichen städtischen Planungen – in der Innenstadt neben der Marienkirche gebaut wird. Ein ehemaliges Mitglied des Kulturausschusses kommentiert das ganze: „Dass daraufhin im Kulturausschuss mehrheitlich Jubel ausbrach (CDU und FDP waren sowieso immer dafür), zeugt vom nach wie vor fehlenden Realitätssinn. Denn üblicherweise werden solche Spenden nicht nur steuersparend in Anschlag gebracht und fehlen damit im öffentlichen Haushalt an anderer Stelle, sondern sie sind letztlich immer nur ein Bruchteil der – tendenziell steigenden – Gesamtbaukosten, die die öffentliche Kasse tragen muss. Langfristig durchschlagend sind aber die – so gut wie immer eskalierenden – Betriebskosten. Sie machen solche zumeist leblosen Vorzeigeprojekte generell zu Fässern ohne Boden. Das Konzerthaus in Dortmund z.B. lässt grüßen. Dort muss immer wieder millionenfach Geld für den Unterhalt nachgeschossen werden. Dort gilt inzwischen auch als Wahnsinns-Highlight, wenn Johannes Heesters Weihnachtslieder singt.“
In einer Pressemitteilung schreibt der Mieterverein Bochum, warum er stocksauer über die die ARGE Bochum ist: »Grund sind die Schreiben, mit denen die ARGE Beziehern von Arbeitslosengeld II eine Kürzung der Heizkosten-Übernahme androht, sollten die Kosten über dem Durchschnitt liegen. Aichard Hoffmann, Pressesprecher beim Mieterverein: „Was die ARGE derzeit zum Thema Heizkosten von sich gibt, ist eine Mischung aus – offensichtlich vorsätzlichen – Lügen und gefährlichem Unsinn.“
Falsch ist zum Beispiel die Darstellung von ARGE-Sprecher Stephan Kuckuk, das ARGE-Verfahren sei „zigfach gerichtlich überprüft“ – jedenfalls, wenn damit der Eindruck erweckt werden soll, dass die Gerichte das Durchschnittsverfahren absegnen. Das Gegenteil ist der Fall. Beispielhaft formuliert etwa das Landessozialgericht Niedersachen-Bremen: „Allein aus der Überschreitung von Durchschnittswerten lässt sich die Unangemessenheit der Heizkosten nicht ohne weiteres begründen. Es müssen vielmehr konkrete Anhaltspunkte vorliegen, die auf ein unwirtschaftliches Heizverhalten des Bedürftigen hinweisen.“ (LSG Niedersachsen-Bremen, 9. 01. 06, L 7 AS 163/05 ER) mehr…
In einer Pressemitteilung informiert die Soziale Liste über die Antwort der Verwaltung auf eine Anfrage zu der von der Landesregierung geplanten Privatisierung der Landesentwicklungsgesellschaft (LEG):» Bei der Wirtschaftsförderung sieht die Stadt Bochum „derzeit“ keine Auswirkungen durch einen möglichen Verkauf der LEG. Im Bereich der Wohnungswirtschaft sieht die Stadt Bochum aber die Gefahr, dass freiwillige Leistungen der LEG-Tochter „Ruhr-Lippe-Wohnungsbau“ nicht weitergeführt werden könnten. Insgesamt sieht die Stadt Bochum die Gefahr: „dass nach einer Veräußerung an private Investoren die Qualität der Wohnungsversorgung sowie der Stadt- und Quatiersentwicklung verloren gehen könnte“.« Anfrage und Antwort im Wortlaut.
Mittwoch 01.11.06, 22:00 Uhr
Montag, 6.11., 19:30 Uhr, Bahnhof Langendreer, Diskussion mit Elmar Altvater
Attac Bochum, Bochumer Sozialforum und Bahnhof Langendreer haben für Montag, den 6.11. Elmar Altvater eingeladen, um über die Anylysen und Perspektiven zu sprechen, die er in seinem neuen Buch „Das Ende des Kapitalismus, wie wir ihn kennen – eine radikale Kapitalismuskritik“ entwickelt hat. In der Einladung heißt es: »Anders als der reale Sozialismus bricht der Kapitalismus nicht zusammen – es sei denn durch „äußere Anstöße von extremer Heftigkeit“ und eine „glaubwürdige Alternative im Innern“. Die Dynamik der modernen Gesellschaften verdankt sich der „Dreifaltigkeit“ von europäischer Rationalität der Weltbeherrschung, kapitalistischen sozialen Formen und fossilen Energien. Dies ist die Grundlage der „geo-ökonomischen“ Globalisierung und des „geopolitischen“ neuen Imperialismus, einer Allianz von marktgläubigem Neoliberalismus und auf militärische Macht setzendem Neokonservativismus. Doch ist der Kapitalismus nicht stabil und krisenfrei. Die Finanzkrisen der vergangenen Jahrzehnte sind für wachsende Ungleichheit, für Armut und Elend in der Welt verantwortlich. Die Begrenztheit von fossiler und nuklearer Energie ist ein äußerer Anstoß von besonderer Heftigkeit; eine kapitalistische Gesellschaft ohne Öl versinkt im Chaos. Im Innern der Gesellschaft reifen aber „glaubwürdige Alternativen“ heran: Die Ansätze einer „solidarischen Ökonomie“ und ökologisch nachhaltigen Gesellschaft. Der Kapitalismus, wie wir ihn kennen, gerät an ein Ende, ist Elmar Altvaters These in seinem aktuellen Buch.« mehr…
Das Theater FreierVogel lädt am Dienstag, dem 7.11. um 20.00 Uhr im Kultur-Magazin, Lothringerstr. 36 c zu einer Benefiz-Vorstellung mit dem Theaterstück: „Lumpenpott“ ein. Die gesamten Eintrittseinnahmen werden für den Synagogenneubau in Bochum in gespendet.
In der Einladung heißt es: „Das Stück bringt keine trockene Geschichtsstunde auf die Bühne, sondern ist offen ohne vierte Wand inszeniert und nimmt das Publikum direkt mit auf eine Achterbahnfahrt in die Zeit des braunen Terrors und stellt dabei aktuelle Bezüge zu den neuen Nationalisten her. Das Besondere an dieser speziellen Vorstellung ist, dass das Stück, das bisher sehr erfolgreich mit großer Resonanz in mehr als 150 Schulvorstellungen vor SchülerInnen gespielt wurde, an diesem Abend in einer Erwachsenenversion gezeigt wird.“ Näheres.
Theater FreierVogel - Presseinformation
Dienstag 31.10.06, 22:00 Uhr
Benefizvorstellung für die Neue Bochumer Synagoge:
Am 07.11.1938, vor 68 Jahren, stürmte der siebzehnjährige Jude Herschel Grynszpan in die Deutsche Botschaft in Paris und schoss den Sekretär Eduard vom Rath an. Grund war die Deportation seiner Familie durch die Nationalsozialisten in das Niemandsland zwischen Deutschland und Polen.
Am 09.November 1938 erlag vom Rath seinen Verletzungen und damit hatten die Nationalsozialisten nach dem Reichtagsbrandschema den langgesuchten Vorwand, mit dem bis dahin größte Pogrom die jüdische Bevölkerung zu terrorisieren. Getarnt als spontane Entladung des Volkszorns verwüsteten und plünderten SA und NSDAP im ganzen Land jüdische Geschäfte, töteten weit über 400 jüdische MitbürgerInnen und zerstörten 1.400 Synagogen und Beit ha Knesset., Gebetsräume.
In Bochum übernahmen die Zerstörung der Synagoge federführend der damalige Oberbürgermeister Dr. Piclum, NSDAP-Kreisleiter Riemenschneider und Gaupropagandaleiter Brust. mehr…
Die PDS-Ratsfraktion will in einer Anfrage an die Verwaltung wissen, ob und wie viele Sportplätze HobbyfußballerInnen zur Verfügung stehen. Außerdem soll geklärt werden, ob Vereinsplätze genutzt werden können, wenn die Vereine sie selber nicht zum Training brauchen. In ihrer Pressemitteilung schreibt die PDS: „In letzter Zeit mussten die Freizeitkicker immer öfter feststellen, dass Sportplätze für sie nicht mehr zugänglich sind, nachdem sie renoviert wurden und Kunstrasen verlegt worden ist.“
bo-alternativ vom 27.3.2005: »Peter Gingold (Foto), 89 Jahre alt, radelte heute die Ostermarsch-Etappe von Essen nach Bochum mit. Angekommen zur Schlussveranstaltung im Bahnhof Langendreer wirkte er alles andere als erschöpft. Normaler Weise kämpfen RednerInnen bei diesem traditionellen Abschluss des Ostermarschsonntags gegen den Lärmpegel von kaltem Buffet, Kaffeetassen und Gemurmel an. Als Peter Gingold von seinen Erfahrungen im KZ, im Widerstand in Italien und Frankreich erzählte, war es so still, wie noch nie auf einer Ostermarschveranstaltung im Bahnhof Langendreer. JedeR spürte, was es heisst, wenn Peter Gingold den 8. Mai als den unvergesslichen Tag in seinem Leben bezeichnet. Er erinnerte an den damalige Schwur: Nie wieder Faschismus – nie wieder Krieg. „Ich war angesichts des Ausmaßes der Zahl der Toten und der sichtbaren Zerstörung so naiv, zu glauben, dass der Schwur von allen ernstgemeint war.“ Er erinnerte dann daran wie rasch die Remilitarisierung lief, wo überall in der Welt deutsche Soldaten heute wieder „für Ordnung sorgen.“ Und: „Nazis marschieren heute wieder durch die Straßen.“«
Heute schreibt die Redaktion: „Wir werden Dich nicht vergessen!“
Der Bochumer Mieterverein schreibt: »Geld zurück gibt es in den nächsten Monaten für 20.000 ehemalige Viterra-Mieter im Ruhrgebiet – 4000 davon in Bochum und 1000 in Hattingen. Grund: Die Deutsche Annington, die die Viterra 2005 aufgekauft hatte, beginnt mit der Rückerstattung zuviel erhobener Heizkosten ihrer „Contracting-Mieter“. Der Bundesgerichtshof hatte im Februar 2006 geurteilt, dass der Umstieg auf das Wärme-Contracting im laufenden Mietverhältnis unzulässig ist, wenn der Mieter nicht ausdrücklich zustimmt (BGH, VIII ZR 362/04, 22.02.2006). Die Deutsche Annington hatte daraufhin versprochen, alle betroffenen Mieter neu abzurechnen. Jetzt hat sie sich mit den Mietervereinen der betroffenen Städte und dem Mieterbund auf ein Verfahren geeinigt. Der Rückerstattungsbetrag liegt bei über 10 Millionen Euro. mehr…
Die Freie Uni Bochum hat ihr Alternatives Vorlesungsverzeichnis veröffentlicht. Im Vorwort heißt es u.a.: »Wir konzentrieren uns natürlich aufs Studium und erkennen die Relevanz wissenschaftlichen Arbeitens, aber wir laufen doch nicht mit Scheuklappen durchs Leben. Erfolgreich Prüfungen zu absolvieren und am Ende eine Urkunde in der Hand zu halten ist nur ein Teil des Studiums. Und das aus gutem Grund: Zum gesamtgesellschaftlichen Nutzen von AkademikerInnen gehört nicht nur deren fachliche Qualität, die Herausbildung von weitergehenden Kompetenzen wie Kreativität und kritischem Denken (letztlich also das Werden einer Persönlichkeit) spielt eine ebenso große Rolle. Allerdings wird diesem zweiten Standbein des Studiums sukzessive der Boden unter den Füßen weggezogen. […]
Mit dem alternativen Vorlesungsprogramm wollen wir bewusst einen Kontrapunkt zum bloß zielgerichteten Studium setzen. Die Beschäftigung mit anderen Themen muss weiter eine zentrale Rolle im Leben auf dem Campus spielen. Idealerweise bieten wir Dozierenden und Studierenden gleichermaßen ein Forum zur Vorstellung und Diskussion eigener Thesen und leisten so einen Beitrag zur fächerübergreifenden Kommunikation. Wissenschaftliche Auseinandersetzungen können öffentlich geführt werden, politische Projekte können vorgestellt und bekannt gemacht werden. Holt euch das Studium zurück!« Zum alternativen Vorlesungsverzeichnis.
Die Ruhr-Uni-Leitung hat bei ihrem Bemühen zukünftig einer Elite-Uni vorzustehen, eine ganz alte humanistische Weisheit beherzigt: Geld stinkt nicht – Pecunia non olet. Seit Semesterbeginn kostet die Toilettennutzung in der Unibibliothek 20 Cent. Die Grüne Hochschulgruppe schreibt: »Wer dachte, dass die Benutzung der Universitären Sanitäranlagen durch den Studienbeitrag von 166 € und Studiengebühren von 500 € pro Semester inklusive sind, verkennt das marktwirtschaftliche Verständnis der Universitätsführung: die Benutzung der Toiletten in der Universitätsbibliothek kostet seit Beginn des Semesters 20 Cent. Über die Einführung eine „Paybacksystems“ wird sicherlich schon nachgedacht.«
Am Dienstag, 31.10., findet um 17.00 Uhr im Sozialen Zentrum, Rottstr. 31, ein öffentliche Redaktionssitzung von www.bo-alternativ.de statt. Hier soll eine kleine Bilanz gezogen werden, wie die Umstellung auf die neue Technik geklappt hat und geplant werden, wie die Berichterstattung weiter verbessert werden kann. LeserInnen und potentielle MitarbeiterInnen sind herzlich eingeladen. Anregungen können auch an die Redaktion gemailt werden.
Am 25. Oktober 1977 schrieb die WAZ: »1995 könne es werden, bis die Dü-Bo-Do ausgebaut sei, sagt der Leiter des Landesstraßenbauamtes Bochum. Die Verbindung zwischen Düsseldorf und Dortmund werde von Bürgerinitiativen bekämpft.« Am 18. Oktober 2000 schrieb die SPD: »SPD: Bochumer Lösung kommt 2003 – Die Planungsbehörden arbeiten mit Hochdruck an den Vorbereitungen zur Umsetzung der „Bochumer Lösung“, denn seit der Aufnahme der drei vorgesehen Maßnahmen ins Anti-Stau-Programm der Bundesregierung ist auch ihre Finanzierung gesichert. Im Jahr 2003 kann mit den Bauarbeiten begonnen werden.«
Am 27. Oktober 2006 schreibt jetzt der Bochumer SPD Bundestagsabgeordnete Schäfer auf seiner Webseite eine Meldung mit der Überschrift: »Etappenziel beim Bundesverkehrsminister erreicht: A 40 und Querspange im Investitionsrahmenplan« mehr…
Samstag 28.10.06, 19:00 Uhr
Protokoll einer Diskussion
in der Opel-Betriebsgruppe GOG:
Die Opel-Briebsgruppe „Gegenwehr ohne Grenzen“ kündigt im LabourNet die Oktober-Ausgabe ihres GOG-Infos wie folgt an: »neue europaweite erpressungsrunde bei gm….wieder einmal weiter nach unten…. wieder einmal befinden wir uns in der diskussion, ob wir mit einem weiteren verzicht doch noch ein stück unserer zukunft auf einem noch erträglichen niveau erhalten können…. längst ist jedem klar, daß wir uns auf einer, nur ab und zu abgebremsten talfahrt befinden, bei der auch unsere würde stück für stück den bach runtergeht…. die talfahrt scheint unaufhaltsam zu sein…. man müßte dagegen ankämpfen, aber wer, mit wem und wofür…. daß es so nicht weitergeht, prägte auch die debatte in unserer gruppe gog in den letzten wochen…. trotz einiger bedenken haben wir uns entschlossen, unsere diskussion einmal wortwörtlich wiederzugeben..« Das GOG-Info mit dem Protokoll.