Die Industriegewerkschaft IG BAU informiert über einen Service des DGB für die 7.400 Auszubildenden in Bochum, wenn diese Probleme bei der Arbeit haben, zum Beispiel mit Handyverbot oder Urlaubssperre: »Wenn es beim Job-Start nicht glattläuft: „Von unbezahlten Überstunden über die Urlaubssperre bis zum Handyverbot – Azubis wissen oft nicht, wie sie dran sind“, sagt Gabriele Henter. Sie ist Bezirksvorsitzende der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) und hat einen Tipp für die rund 7.200 jungen Menschen, die gerade in Bochum eine Ausbildung machen: „Wer Fragen oder Probleme hat, bekommt im Internet unter www.dr-azubi.de prompt und professionell Hilfe.“
An die Pogrome in der Nacht vom 9. auf den 10. November vor 87 Jahren erinnerte nicht nur Bochum am Sonntag, sondern auch Wattenscheid am Montag in einer gemeinsamen Veranstaltung von „Stelen der Erinnerung“ und der Bezirksvertretung in einer zweigeteilten Veranstaltung. Hier der Bericht des Kuratoriums „Stelen der Erinnerung“:
In einer aktuellen Pressemitteilung berichtet der Kinder- und Jugendring, dass in einer erfolgreichen Stolperstein-Putzaktion alle Stolpersteine und die Stolperschwellen, die in Bochum verlegt worden sind, wieder gereinigt wurden. „Sie sind wieder ansehnlich und gut lesbar“: »Das Kommunale Integrationszentrum und der Kinder- und Jugendring Bochum hatten Jugendgruppen und Schulklassen eingeladen, um eine stadtweite Stolpersteinputzaktion durchzuführen.
Am 17. November präsentiert das Indie-Rock-Stoner-Jazz-Quintett Sylmar aus Cincinnati in der BASTION auf seiner ersten Europatournee das aktuelle dritte Studioalbum Matching Caskets. Einlass ist ab 19h. Der Eintritt ist frei, eine vorherige Anmeldung ist zwingend erforderlich (wichtige Anmeldeinformationen siehe unten). BASTION schreibt zu Sylmar: »“Jeff Buckley + Queen : Radiohead“. Diese Formel, mit der ein Fan die Musik von Sylmar umschrieben hat, bringt den Sound der fünfköpfigen Band erstaunlich gut auf den Punkt.
Auch im November gibt es einen Stammtisch, an dem man sich „mächtig zoffen“ kann, und zwar am Dienstag, 18.11.2025, 18:30 Uhr im Blue Square (Kortumstr. 90, Bochum). Achtung, diesmal auf Etage 2. Das „Mächtig Gezofft Team“ schreibt dazu:
Das Thema werden wir vor Ort wählen, freuen uns aber wenn ihr Themen mitbringt, die sich auf den internationalen Tag gegen Gewalt an FLINTA* beziehen können.
Mittwoch (12.November), 19 Uhr , Q1 (Haus für Kultur, Religion und Soziales im Westend, Halbachstraße 1)
Der „Mieterverein Bochum“ lädt zu einem „Mietenstammtisch“ ein , bei dem die Probleme auf dem Bochumer Wohnungsmarkt konkret angegangen werden sollen: »Der Mietenstammtisch dient dem Austausch der Erfahrungen mit dem Wohnungsmarkt und Vermietern, dem Ärger über steigende Mieten und zur Diskussion gemeinsamer Lösungen.
Auch in Bochum wird die LINKE sich an der bundesweiten Mietenkampagne beteiligen und das Auftakt- und Nachbarschaftstreffen dazu soll am 13. November um 18 Uhr im ZEITMAULtheater am Imbuschplatz 11. stattfinden. Sie schreibt dazu: »Die Linke hat die bundesweite Mietenkampagne gestartet. Und am 13. November legen wir dann hier in Bochum los!
Das Blicke Filmfestival muss sich auf Grund wegfallender Förderungen neu erfinden und kündigt für die diesjährige Ausgabe an: »Am Freitag, den 14. November, blicken wir zurück: Freund*innen und Wegbegleiter*innen des Festivals stellen im endstation.kino Bochum ihre Lieblingsfilme vor, die sie in den blicke-Programmen der letzten drei Jahrzehnte entdeckt, die sie inspiriert und geprägt haben. Darüber, was das Festival ausmacht und was es bedeutet, kommen sie mit den eingeladenen Filmemacher*innen und dem Publikum ins Gespräch.
Fridays for Future ruft am 14.11 um 16 Uhr am Hauptbahnhof zur Demonstration auf: »Wenn der aktuelle Kurs der Politik beibehalten wird, steuern wir auf eine 2,8 Grad wärmere Welt zu. Wenn sich die Länder an die selbst gesetzten Klimaziele bis 2035 halten, wären es 2,3 bis 2,5 Grad. Auch das liegt immer noch über dem im Pariser Klimaschutzabkommen erklärten Ziel von höchstens 2,0 oder besser 1,5 Grad.
„Eine Nacht voller Leidenschaft“ verspricht die Humanitäre Cubahilfe am Freitag, den 14.11. ab 18:00 Uhr im LutherLAB: »Drei renommierte kubanische Künstler stellen sich, ihre Arbeiten und ihre Musik vor:
Am Sonntag, den 16. November findet ab 14:00 Uhr im Bahnhof Langendreer den nächste „Rat von unten“ statt. Die Einladung: »Du wohnst in Bochum und willst deine Stadt gern aktiv mitgestalten? Ihr seid als Gruppe oder Initiative schon länger in Bochum aktiv und seid es leid, dass im Stadtrat immer wieder Entscheidungen gegen die Interessen der Bewohner:innen getroffen werden? Ihr wollt euch stattdessen mit euren Mitmenschen zusammenschließen, um Alternativen aufzubauen? Du hast manchmal das Gefühl damit alleine zu sein?
Am Donnerstag, den 13.11. wird in der Zanke um 19:30 Uhr der Dokumentarfilm „Onkel Rudi“ von Katharina Frölich gezeigt: »Wie soll über Vorfahren gesprochen werden, die Kriegsverbrechen begangen haben? Wer erzählt welche Geschichten? Und warum erinnern wir uns an unterschiedliche Dinge?
Im Frühjahr 2025 kam es zu demokratiefeindlichen Vorfällen auf Institutionen im Gebäude GA der Ruhr-Universität Bochum. Als Reaktion darauf haben sich die Dekaninnen und Dekane der G-Reihe unter Leitung von Prof. Dr. Fabian Klinck, Dekan der Juristischen Fakultät, zusammengetan und recht spontan und unter großen organisatorischen Herausforderungen eine ungewöhnliche Ringvorlesung konzipiert. Der Titel: „Citizenship – Individuelle Verantwortung für die Demokratie“. Die einzelnen Termine finden für alle Interessierten zwischen dem 12. November 2025 und dem 28. Januar 2026 mittwochs in HGA 30 von 14.15 bis 16 Uhr statt.
»Am Montag den 10. November wird in einer gemeinsamen Veranstaltung des Kuratoriums Stelen der Erinnerung e. V. mit der Bezirksvertretung an die unvorstellbaren Verbrechen der Nazis erinnert. Diese Pogrome waren für die deutschen Faschisten ein Testlauf, wie weit sie gehen konnten. Die deutsche Bevölkerung reagierte nicht mit massiver Empörung, sondern nahm stattdessen die Gelegenheit wahr, sich an jüdischem Eigentum zu bereichern.
Zur angedrohten Räumung der Häuser Auf den Holln 1 und 3 erklärt das Netzwerk für bürgernahe Stadtentwicklung: »Der neue Oberbürgermeister und die neuen Ratsmitglieder waren noch nicht vereidigt, da erließ die Verwaltung schnell noch eine Ordnungsverfügung, mit der zur kurzfristigen Räumung des seit mehr als 40 Jahren besetzten Hauses Auf den Holln 1-3 – bekannt als „Villa Kunterbunt“ – aufgefordert wird.
Einmal mehr hat das Pestel-Institut die regionalen Wohnungsmärkte untersucht. Ergebnis für Bochum: Aktuell fehlen rund 2.900 Wohnungen. Gleichzeitig stehen 3.080 Wohnungen bereits seit einem Jahr oder länger leer. Wer eine Wohnung sucht, solle sich darauf aber keine Hoffnungen machen: Wohnungen, die lange Zeit leer stehen, gingen kaum wieder in die Vermietung.
Laut Angaben der Bewohner*innen der Villa Kunterbunt haben die Stadtwerke Bochum versucht, trotz laufender gerichtlicher Verfahren, die Strom- und Wasserversorgung des Hauses zu unterbrechen. Der Anwalt der Bewohner:innen hat rechtliche Schritte eingeleitet, um dies zu verhindern. Die Linke im Rat kritisiert das Vorgehen der Stadtwerke.
Im Zusammenhang mit dem Seminar Migration ist die Mutter aller Gesellschaften wird am Dienstag, den 11. November um 20 Uhr im Kino Endstation der Film „kein Land für Niemand“ gezeigt: »Europa zieht die Mauern hoch – mitten in einer humanitären Katastrophe. Der Dokumentarfilm „Kein Land für Niemand – Abschottung eines Einwanderungslandes“ beleuchtet die drastischen Folgen der europäischen Abschottungspolitik und die Rolle Deutschlands in diesem Paradigmenwechsel.
Am 11. November 2025 findet von 14:00 – 18 Uhr in der Stadtbücherei ein Seminar im Rahmen der „Global Teach-In/Teach-Out“ zu „Migration as a Social Good: We Stand with Migrants“ statt. Der Titel der Veranstaltung: „Migration ist die Mutter aller Gesellschaften.“ Die Themen: Migratıon als sozıales Gut; Wer gehört ıns Stadtbild; Perspektiven aus Bochum; Perspektıven aus dem globalen Süden; Die Aushöhlung des Rechts auf Asyl; Wie können wir dıalogische Räume schaffen? Zum Veranstaltungsprogrammund zurAnmeldung.
Es gibt neue Entwicklungen in der Villa Kunterbunt. Die Bewohner:innen berichten: »Nachdem einem Eilantrag beim Gelsenkirchener Verwaltungsgericht Erfolg hatte, die aufschiebende Wirkung des Widerspruchs gegen die bauamtliche Ordnungsverfügung wiederherzustellen. Jetzt sind heute Morgen die Stadtwerke angerückt beim Haus und wollten den Bewohnern, die dort noch immer leben, den Wasser- und Stromzähler ausbauen. Auch existiert ein mündlicher Abbindeauftrag bei den Stadtwerken, diese wollen es auch mit Baumaßnahmen durchsetzen, das Haus von der Grundversorgung zu trennen während noch Leute darin wohnen. Darin sieht die Villa einen eklatanten Angriff auf die Grundrechte und Unversehrtheit der dort lebenden Bewohner und der Mieterin, die ebenfalls von diesen Maßnahmen betroffen ist.
Das Antifa-Café im Sozialen Zentrum lädt am Mittwoch, den 12. November um 19 Uhr zu einem Film- und Diskussionsabend über jüdischen Widerstand ein: »“Wie die Lämmer zur Schlachtbank.“ Dieses tradierte Narrativ von Menschen, die willenlos den Befehlen der zahlenmäßig deutlich unterlegenen Bewachern in Nazi-Uniformen folgen, ohne jegliche Gegenwehr die Deportationszüge besteigen, sich an Bahnhofsrampen selektieren lassen und selbst im Angesicht des Todes allenfalls als gebrochene Menschen, wenn nicht gar als willenlose Opfer, in die Gaskammer gehen, bestimmt bis heute das kollektive Gedächtnis der deutschen Mehrheitsbevölkerung und darüber hinaus das Bild der Shoa.
Die Linke im Rat der Stadt Bochum nimmt mit großer Besorgnis und deutlicher Kritik die Wahl eines Kandidaten der AfD zum stellvertretenden Bezirksbürgermeister in Wattenscheid zur Kenntnis. Sie schreibt: »Mit der Besetzung dieses repräsentativen Amts durch die AfD wird ein politisches Tabu gebrochen. Zum ersten Mal seit 1945 hat in unserer Stadt wieder ein Vertreter einer Partei, die als rechtsextremistisch eingestuft wird, ein repräsentatives Amt inne.
Die Bochumer Geschichtswerkstatt lädt am 11. November um 19.00 Uhr zu einer Veranstaltung im Sozialen Zentrum mit Otmar Steinbicker ein: »Die Kampagne „Stopp Air Base Ramstein“ entstand 2015 nach der russischen Annexion der Krim aus Teilen der „Mahnwachen für den Frieden“, die sich 2014 gebildet hatten. Seit Beginn der Kampagne haben Friedensgruppen der Region, aber auch Kriegsgegner*innen bundesweit die fehlende praktische Abgrenzung der Kampagne nach Rechts und das Auftreten von rechtsoffenen und verschwörungstheoretischen Redner*innen und Musiker*innen kritisiert.
Die „Villa Kunterbunt“ in Bochum-Werne darf bis zur Entscheidung im Eilverfahren nicht geräumt werden. Dies hat das Verwaltungsgericht Gelsenkirchen durch Beschluss vom 4. November 2025 entschieden und schreibt: »Die Stadt Bochum hat mit sofort vollziehbarer Ordnungsverfügung die Räumung eines seit rund 40 Jahren besetzten Hauses „Villa Kunterbunt“ bis zum 4. November 2025 angeordnet. Vier Personen haben gegen die angeordnete Räumung Klage erhoben und gegen die drohende zwangsweise Durchsetzung der angeordneten Räumung einen Eilantrag gestellt.
Die von einer Räumung bedrohten Bewohner:innen der Villa Kunterbunt hatten am gestrigen Montagabend zu einer Solidaritätsdemonstration aufgerufen. Etwa 300 Demonstrant:innen liefen vom Hauptbahnhof über das Bermudadreieck und Zwischenstopp vor dem Konzerthaus zum Rathaus. Zwischendurch wurde immer wieder „Viva la Villa“ skandiert. Erstaunlich viele ältere Teilnehmer:innen beteiligten sich an dem Protest. Sie erinnerten sich an ihre Geschichte mit der seit mehr als vierzig Jahre lang besetzten Villa. Hierauf ging auch die Rede eines Beteiligten der letzten Hausbesetzung in Bochum in der Haldenstraße ein: „Die Villa war für uns immer eine Erinnerung, daran dass Wohnraum anders gelebt und geschaffen werden kann. Da draußen, mitten im Bochumer Nirgendwo, zwischen Langendreer-West und Werne ist dieses Haus, was schon seit Jahrzehnten besetzt ist.
Die Zanke zeigt an drei Sonntagen (16. und 30. November sowie 14. Dezember) in etwa dreistündigen Abschnitten den 540 minütigen Film „Shoah“: »40 Jahre nach dem Ende des Nationalsozialismus wurde „Shoah“ von Claude Lanzmann uraufgeführt, wiederum 40 Jahre später zeigen wir dieses Werk in der Zanke. Über zehn Jahre führte und filmte der französische Regisseur Claude Lanzmann Gespräche mit Zeitzeug*innen des Holocaust – Überlebende, Widerstandskämpfer, Zuschauende und Täter. Daraus entstanden ist ein nicht nur in der Länge von über neun Stunden beeindruckendes Gesamtwerk:
Guten Abend, ich freue mich, dass sich heute Abend so viele Menschen für bezahlbaren Wohnraum einsetzen. Der Wohnungsmarkt in Bochum ist immer enger. Dies betrifft nicht nur die Villa und 100 Studierende, die ihre Wohnungen im Studierendenwohnheim letzten Woche vorerst verloren haben. Wir sind beim Mieterverein täglich Mieterproblemen wie Wuchermietangeboten, exorbitanten Nebenkostenabrechnungen und Sanierungsstau konfrontiert.
Bochum hat eine eigene Geschichte von Hausbesetzungen. Und egal wie man politisch steht – sie sind Teil dieser Stadtentwicklung. Man kann Stadtgeschichte nicht ausradieren, indem man einen Ort leert. Das Thema der Hausbesetzung ist eng mit dieser Stadt verwoben. Ob nun die Villa kunterbunt in Werne oder das damalige Heusner-Viertel – aber auch in den letzten Jahren wurden in Bochum immer mal wieder Häuser besetzt. Manche waren kurze Scheinbesetzungen die Solidarität ausdrücken sollten, aber andere Besetzungen hielten eine ganze Weile. In der Herner Straße 131 und in der Haldi47 konnten viele Menschen erleben, was eine Hausbesetzung besonders macht – und das es sich lohnt dafür zu kämpfen.
Die Bewohner:innen der Villa Kunterbunt haben ein dickes Paket mit Informationen an die Medien geschickt. Der darin enthaltene Bericht zur aktuellen Situation ist im Nachfolgenden dokumentiert. Viele Informationen sind auch im Spendenaufruf zu finden. Die Bedeutung der Villa sowohl für die Szene als auch für die Bewohner:Innen machen zwei Interviews mit der aktuellen Bewohnerin Blumuckel (Text und Audio) und dem ehemaligen Bewohner Jochen (Text und Audio) deutlich.