Archiv für den Monat: Dezember 2006


Sonntag 31.12.06, 18:00 Uhr

Nachrichten in 98,5 Radio Bochum im Jahr 2006

radio-bochum.gifDienstag, 19. Dezember 2006 19.12.06 15:30
In diesen Minuten protestiert die IG Metall Jugend vor dem Tor 10 am Opelwerk 2 an der Hauptstraße gegen rechte Tendenzen in unserer Stadt.
In diesen Minuten protestiert die IG Metall Jugend vor dem Tor 10 am Opelwerk 2 an der Hauptstraße gegen rechte Tendenzen in unserer Stadt. Mit der Mahnwache wollen die Jugendlichen ein Zeichen gegen Rechtsextremismus setzen. Die Aktion richtet sich vor allem gegen den Verkauf von Produkten der Marke Thor Steinar in einem Laden in Ehrenfeld. Die Kleidung soll vor allem von Rechtsextremen gekauft werden. mehr…


Sonntag 31.12.06, 15:00 Uhr

Januar-Programm des Sozialen Zentrums

Das Soziale Zentrum an der Rottstr. 31 hat seinen Januar-Programm-Flyer veröffentlicht und widmet den Einleitungstext der Solidarität mit der Freien Uni: „Wir, das Soziale Zentrum, sehen in der Freien Uni Bochum einen weiteren linken Freiraum in Bochum, den es lohnt zu erhalten und dafür zu kämpfen. Wir finden es wichtig, sich auch in diesen Kampf mit einzumischen, sich mit den BewohnerInnen der FUB zu solidarisieren und sie zu unterstützen. Wir wünschen der FUB, wir wünschen uns allen, dass dieser Kampf erfolgreich ist und das politisch-kulturelle Leben in Bochum um einen weiteren Freiraum erweitert wird.“
Ein weiterer Schwerpunkt des SZ bleibt der Antifa-Bereich. Am Dienstag, dem 30. Januar informiert ein Referent des „Antirassistischen Bildungsforums Rheinland“  über „Das Versteckspiel – Symbole, Codes und Lifestyle der extremen Rechten“.


Samstag 30.12.06, 15:00 Uhr

Im Jahresrückblick des Stadtspiegels am 30.12.2006

Jugendring zeigt Flagge
Mit einer Resolution protestierte der Stadtjugendring gegen den neu eröffneten Laden „Goaliat“ in Ehrenfeld. „Ahnungslose Jugendliche sollen mit rechter Mode und rechter Musik von den ‚braunen Rattenfängern‘ für ihre menschenverachtenden Ziele geworben werden.“ Heute sei es wesentlich schwieriger, sie und ihre Symbole zu erkennen. „Rechte Symbolik soll durch modische Optik verschleiert werden. Nach Mode und Konzerten folgen später Anwerbeversuche der Rechtsextremen“, so der Stadtjugendring und fordert die Schließung von „Goaliat“. „Der Laden ist nicht nur im Ehrenfeld unerwünscht.“


Freitag 29.12.06, 20:00 Uhr

FUB erklimmt den Förderturm

FUB bleibt!Über großen Teilen der Innenstadt war am heutigen Freitag die Forderung „Für freie Bildung! FUB bleibt!“ deutlich zu lesen. In 70 Meter Höhe haben UnterstützerInnen der Freien Uni Bochum (FUB) ein überdimensionales Solidaritäts-Transparent entrollt. Für die Aktion wurde der Förderturm am Bergbau-Museum kurzzeitig besetzt. Die Freie Uni schreibt: »Mit dem spektakulären Auftritt wollten die AktivistInnen für den Erhalt des selbstverwalteten Veranstaltungszentrums auf dem Bochumer Uni-Campus demonstrieren.« Näheres mit weiteren Fotos ist auf der Webseite der FUB zu finden.


Freitag 29.12.06, 08:00 Uhr

FrauenGesundheitsZentrum mit neuem Programm

Das FrauenGesundheitsZentrum (FGZ) hat sein Programm für das erste Halbjahr 2007 veröffentlicht. Zum Vormerken: Am 15. Juni feiert das FGZ das fünfjährige Jubiläum der Eröffnung seiner Räume in der Alsenstraße. Zum Halbjahresprogramm des FGZ.


Donnerstag 28.12.06, 20:00 Uhr

Georgien zwischen Rosen und Dornen

Devi Dumbadze, Doktorand und Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Medienwissenschaft an Ruhr-Uni, informiert am Samstag, 30. Dezember, 16 Uhr in der Freien Uni über die jüngsten Entwicklungen in Georgien. In der Einladung heißt es: »Während der sogenannten „Rosenrevolution“ in 2003 gab es in Georgien einerseits einen mehr oder wenig breiten zivilgesellschaftlichen Aufschwung. Andererseits gelang es der neuen Regierung unter den Präsidenten Saakaschwili mit beispielloser Unterstützung in der Bevölkerung in den ersten Jahren seiner Präsidentschaft (96% Stimmen in den Wahlen 2004) genau jene umstrittenen Reformen zügig durchzusetzen, welche durch die Regierung unter dem der Korruption bezichtigten Schewardnadse lange hinausgeschoben wurden. mehr…


Mittwoch 27.12.06, 18:00 Uhr

Sonntag ab 21.00 Uhr: FUB-bleibt-Silvesterparty

Die Freie Uni lädt zur Silvesterparty: »Das Jahr 2006 neigt sich dem Ende zu – ein Jahr, das viele von uns nicht so schnell vergessen werden. Nicht nur der Kampf für freie Bildung und ein gerechtes Bildungssystem, sondern auch der Widerstand gegen Naziaufmärsche und den Naziladen, der ver.di-Streik im öffentlichen Dienst, das Engagement gegen Hartz-IV-Zwangsumzüge und 1-Euro-Ausbeutung, die Aktionen für einen gesetzlichen Mindestlohn, die Opel-Solidarität, die Mobilisierung zu den Castor-Transporten und zu den Großdemos gegen Sozialabbau haben gezeigt: Die sozialen Bewegungen in Bochum sind enger zusammengerückt, besonders was die Vernetzung zwischen den Aktiven in der Stadt und an der Uni angeht.
Um das Jahr 2006 gebührend (aber gebührenfrei) ausklingen zu lassen und um beste Vorraussetzungen für ein kämpferisches 2007 zu schaffen, lädt die Freie Uni Bochum zur Silversterparty ein. Mit Musik, guter Laune, entflammBAR-Cocktails und der Möglichkeit zum entspannten Quatschen werden wir gemeinsam die Verhältnisse zum Tanzen bringen.
Wir starten mit Schwung und kein bißchen leise ins neue Jahr, stecken aber unsere Kohle eher in sinnvolle Projekte als in Böller und Raketen. Dazu rufen wir auch alle auf, die mit uns Silvester feiern.«


Mittwoch 27.12.06, 13:40 Uhr

Richtigstellung: Radio El Zapote wurde gesendet

„Radio 98.5 Radio Bochum“ schreibt: „Ein Blick auf den Bürgerfunkplan hätte gereicht, um zu sehen, dass sowohl am 1. Feiertag, wie auch am 2. Weihnachstfeiertag nach dem Wochenendschema gesendet wurde. Nämlich Bürgerfunk von 18 – 20 Uhr. Es wäre auch sehr schön, wenn Sie den Artikel auf Ihrer Internetseite mit unserem richtigen Namen „98.5 Radio Bochum“ versehen würden. Was die „Zensur“ der anderen Bürgerfunksendung angeht, kann ich Ihnen nur mitteilen, dass es mit der Clearingstelle abgesprochen war, dass die Sendung nicht ausgestrahlt wird. Ich möchte Ihnen ersparen hier einzelne Textpassagen zu nennen.“ Radio „El Zapote“ hatte eine Stellungnahme veröffentlicht, dass seine Sendung nicht gesendet worden sei. Dies hatte bo-alternativ in einer Meldung berichtet.


Zu dieser Meldung gibt es eine Richtigstellung
Dienstag 26.12.06, 17:13 Uhr

Zensur beim Bochumer Lokalsender?

Der Lokalsender „98,5 Radio Bochum“ hat die für gestern Abend im Rahmen des Bürgerfunks vorgesehen Sendung von „Radio El Zapote“ (siehe Ankündigung) nicht gesendet. Gründe hierfür wurden nicht genannt. Der Lokalsender war heute Nachmittag auch telefonisch nicht erreichbar. Radio El Zapote schreibt: „In Erfahrung bringen konnten wir allerdings schon heute, dass eine weitere, befreundete Gruppe fernmündlich informiert wurde, dass ihre Sendung aufgrund der musikalischen Klangfarbe und Inhalte weder ausgestrahlt noch in den musikalischen Weihnachtsrausch passen würde! In unserem Fall war dem qua Information nicht so!
Sollte sich allerdings herausstellen, dass unsere Sendung vor dem Hintergrund eben jener Kriterien – musikalische Gewichtung und politische Inhalte, im konkreten Fall: die Verbrechen eines Augusto Pinochet in Chile – der Zensur zum Opfer gefallen ist, so werden wir gegen diese Herangehensweise Widerstand organisieren…“ Die Erklärung von Radio El Zapote im Wortlaut.

Die Mitteilung von Radio El Zapote, dass der Beitrag nicht gesendet wurde, war falsch. Zur Richtigstellung. 


Radio El Zapote informiert:
Dienstag 26.12.06, 16:53 Uhr

Zensur beim Lokalsender?

Liebe Freunde und Freundinnen und anderweitig Interessierte,
angesichts einer breiten persönlichen Mobilisierung sowie Veröffentlichung auf bo-alternativ geben wir bekannt, dass unsere aktuelle Radiosendung am Montag, den 25.12. / 21.04 nicht ausgestrahlt wurde. Dafür entschuldigen wir uns bei allen, obwohl wir unseren Teil der Sendung- sprich Produktion und Abgabe bei Radio Bochum 98,5 – wahrgenommen haben. Nun gilt es die Hintergründe zu recherchieren und dagegen Protest einzulegen. In Erfahrung bringen konnten wir allerdings schon heute, dass eine weitere, befreundete Gruppe fernmündlich informiert wurde, dass ihre Sendung aufgrund der musikalischen Klangfarbe und Inhalte weder ausgestrahlt noch in den musikalischen Weihnachtsrausch passen würde! In unserem Fall war dem qua Information nicht so!
Sollte sich allerdings herausstellen, dass unsere Sendung vor dem Hintergrund eben jener Kriterien – musikalische Gewichtung und politische Inhalte, im konkreten Fall: die Verbrechen eines Augusto Pinochet in Chile- der Zensur zum Opfer gefallen ist, so werden wir gegen diese Herangehensweise Widerstand organisieren und euch in diesen Prozess mit einbinden wollen! Wir erinnern daran, dass wir seit fast 20 Jahren eine monatliche Radiosendung gestalten, die einerseits arbeits- und rechercheintensiv ist, andererseits bis heute unentgeltlich abgewickelt wurde! Auch darum finden wir diese Machenschaften ungeheuerlich und respektlos und werden die Verantwortlichen in ihrer Selbstherrlichkeit zu benennen wissen!
Weitere Informationen folgen!
Beste Wünsche für 2007!
Radio El Zapotista


Dienstag 26.12.06, 15:45 Uhr

Freie Uni sagt Danke für „Weihnachtssolidarität“

Die von der Räumung bedrohte Freie Universität Bochum (FUB) bedankt sich „für die riesige Solidarität“, die die Aktiven über die Weihnachtsfeiertage erfahren haben. „Wir sind mit Plätzchen, Schokolade und Weihnachtsessen von solidarischen Menschen aus der Stadt fast überschüttet worden“, sagt Katharina Teiting von der Freien Uni.
In vielen gesellschaftlichen Bereichen nimmt die Unterstützung für die Freie Universität weiter zu. Der Opel-Betriebsratsvorsitzende Rainer Einenkel hat sich mit einem offenen Brief an den Rektor der Ruhr-Uni gewandt. In dem Schreiben stellt er fest, dass er und seine „Betriebsrats- und Gewerkschaftskollegen von Opel ohne Einschränkung die Forderung der Studierenden nach Abschaffung der Studiengebühren sowie in ihrem Bemühen, die Freie Uni Bochum aufrechtzuerhalten“ ohne Einschränkung unterstützten. Weiter bittet Einenkel den RUB-Rektor, „alles zu tun, damit es zu einer Verhandlungslösung kommt und ein Polizeieinsatz vermieden wird. Die politische Verantwortung des Polizeieinsatzes würde bei Ihnen liegen, da Sie mit Ihrer Strafanzeige wegen angeblichen Hausfriedensbruchs die Voraussetzungen dafür geschaffen haben. Eine gewaltsame Lösung würde unermesslichen Schaden für das Ansehen der Ruhr-Uni sowie aller Beteiligten nach sich ziehen.“ Außerdem bietet Einenkel sich als Vermittler in dem Konflikt zwischen Rektorat und Freier Uni an. Neben Einenkel haben sich auch der AKAFÖ-Verwaltungsratsvorsitzende René Voss und der RUB-Personalratsvorsitzende Werner Schwarz als Moderatoren für weitere Verhandlungen zwischen Freier Universität und dem Rektorat der Ruhr-Uni angeboten. mehr…


Dienstag 26.12.06, 11:07 Uhr
Donnerstag, 8. Februar, 9.30 - 16.00 Uhr, Bahnhof Langendreer

Versteckspiel – wie gewinnt die rechte Szene neue Mitglieder

Die GEW Bochum lädt zu einem Tagesseminar ein: „Immer mehr neo-nazistische Organisationen suchen ihren jungen Nachwuchs in Bildungs- und Freizeiteinrichtungen. Wie erkennt man solche Umtriebe rechtzeitig, welche Symbole und welche Musik dienen dabei als Indikatoren, welche Möglichkeiten der Unterbindung gibt es, wie komme ich mit den Jugendlichen in der Einrichtung ins Gespräch über die Hintergründe diese rechten Aktivitäten?“
Die Infoveranstaltung mit Referenten der DGB-Jugend richtet sich an Lehrer/innen und Pädagog/innen im Jugendbereich. Die Teilnahme ist kostenlos. Wir bitten um eine kurze formlose Anmeldung im GEW-Büro.


Dienstag 26.12.06, 09:45 Uhr
Donnerstag, 11.1., 19.30 Uhr, Bahnhof Langendreer:

Was muss ich mir gefallen lassen? Wie weit kann ich gehen, wenn ich manches nicht mehr mitmachen will?

Die GEW schreibt in ihrer Einladung: „In dieser Veranstaltung möchten wir gemeinsam beraten, welche Möglichkeiten Kolleg/innen in der Schule haben, sich direkt unsinnigen oder nicht leistbaren Anweisungen zu widersetzen. Der Rechtsobmann der GEW Bochum, Rainer Frielingsdorf, wird die Vorschläge aus rechtlicher Sicht bewerten.“


Montag 25.12.06, 19:04 Uhr

Nazi-Laden beklebt

naziladenAuf Indymedia ist unter der Überschrift „Weihnachtsschmuck für Thor Steinar-Laden“ zu lesen: »Der Bochumer Thor Steinar Laden „Goaliat“ wurde anscheinend in der Nacht vom 23. auf den 24. Dezember 2006 von AntifaschistInnen aufgesucht und mit dem Etikett „Naziladen“ geschmückt. Am Weihnachtsnachmittag traf Ladeninhaber Thorsten Kellerhoff nebst Gattin ein, um der herbeigerufenen Polizeistreife die geschmückte Frontscheibe seines Ladens zu präsentieren.« Näheres.


Montag 25.12.06, 13:09 Uhr
Frauenbuchladen Amazonas:

Es heißt Abschied nehmen

amazonasDer Frauenbuchladen verabschiedet sich auf seiner Webseite: »Nach 28 Jahren bewegter und bewegender Geschichte schließt der Frauenbuchladen Bochum zum 31. Dezember. All die Worte zwischen Buchdeckeln – verschickt, verkauft, verschenkt, am Ende weggepackt. Eine Tür geht zu. Wir danken all unseren Kundinnen, die uns in diesen Jahren begleitet haben. Lebt wohl.«
Die Buchladenfrauen schreiben: »Viele Regalfächer sind bereits leer, andere bergen noch ungehobenene Schätze, Vorratsgeschenke für kommende Feste und Urlaubslektüre „auf Halde“ für die nächsten Male. Wie heißt es so zupackend: ALLES MUSS RAUS.
Bis zum Samstag, dem 30. Dezember ist der Laden geöffnet (Samstag bis 18 Uhr) – und frau hat Gelegenheit, auch persönlich Abschied zu nehmen, am 29. und 30. auch bei einer Tasse Tee oder Glühwein – wir freuen uns auf Euch.«


Montag 25.12.06, 00:00 Uhr
Heute um 21.04 auf der Frequenz 98,5:

Radio El Zapote serviert schwer Verdauliches zum Fest

Radio El Zapote schreibt: »Da es sich am heutigen 25. Dezember um den 1. Weihnachtsfeiertag handelt, an dem viele Menschen in Bochum sich an fetten Speisen wie Gans und Ente gütlich getan und selbiges mit einem Bäuerchen verdauen müssen, dazu den „lieben Gott“ einen guten Übermenschen in meist christlicher Doppelmoral sein lassen wollen und auch sonst die Verhältnisse kaum in Frage stellen, treten wir mit unbequemen und weniger leicht verdaulichen Informationen und auch unüblicher Musik auf den Plan: So erinnern wir z.B. an die Verbrechen eines Augusto Pinochet in Chile und seine Reise nach Walhalla. Ferner präsentieren wir die aktuelle El Zapote TopTen-Hitparade und Veranstaltungshinweise! Darüber hinaus empfehlen wir die Radiosendung der Pawlowschen Katze an gleichem Abend um 20.04 auf Frequenz 98,5! Zwei politische Radio-Sendungen im Doppelpack also, die den Zustand der Welt im Focus der Widersprüchlichkeit beleuchten sollen!«


Sonntag 24.12.06, 18:44 Uhr
Dienstag, 30. Januar, 19.30 Uhr, Soziales Zentrum

Das Versteckspiel – Symbole, Codes und Lifestyle der extremen Rechten

Das Hakenkreuz kennen alle, den Gruß „Heil Hitler“ auch. Doch was, wenn solche Inhalte versteckt werden? Wenn die verbotene Formel „Heil Hitler“ durch eine Zahl ersetzt wird und sich so manche SportlehrerInnen nichts dabei denken, wenn ihre Schützlinge Baketball-Shirts mit der  Rückennummer „88“ tragen? Was nach Außen unauffällig wirkt, hat nicht nur für rechte Jugendliche eine enorme Bedeutung. Die mehr als 120 bekannten Zeichen, die verdeckt oder offen eine politische Orientierung nach rechts mitteilen, sind für die meisten Außenstehenden eine Fremdsprache. Sie sind ebenso wie bestimmte Bekleidungsmarken – wie z.B. Thor Steinar – jedoch nicht nur Erkennungsmerkmal für Gleichgesinnte und vermitteln ein Gruppengefühl, sie transportieren auch eine politische Botschaft. Ähnlich der Funktion neonazistischer Musik für die HörerInnen, kann ein unscheinbares Symbol eine große Bedeutung für seine TrägerInnen haben.
Etliche Leute in Bochum haben erst in der Auseinandersetzung mit dem Nazi-Laden in der Oskar-Hoffmann-Straße realisiert, dass Nazis nicht mehr unbedingt als Springerstiefel-tragende Glatzen rumlaufen. Die Nazi-Szene saugt Leute aus verschiedenen Subkulturen auf, gibt sich aber auch gern ganz adrett und bürgerlich und entwickelt unterschiedliche Identifikations-Codes.
Politische Symbole sind dabei die komprimierte Darstellung der wesentlichen Grundsätze einer Weltanschauung. Ihre Wiedergabe vermittelt zwar einen bestimmten Inhalt, ist jedoch gerade bei jugendlichen TrägerInnrn erst einmal „nur“ Ausdruck eines rechten Lebensgefühls. Die politische Botschaft kann sich in der Aufwertung des Eigenen und der Ablehnung alles Fremden erschöpfen.
Ein Referent des „Antirassistischen Bildungsforums Rheinland“ (ABR) beleuchtet die Codes, Symbole und Marken rechter Jugendlicher und analysiert sie im Kontext eines entsprechenden Lifestyles.


Sonntag 24.12.06, 16:15 Uhr
Ganz oben auf dem Wunschzettel des RCDS:

„Die Besetzung des Querforums muss ein Ende finden“

Christliche Weihnachtswünsche:
Der Ring Christlich Demokratischer Studenten (RCDS), die Hochschulgruppe der CDU an der Uni, schreibt auf seiner Webseite: „Der RCDS Bochum wünscht frohe und gesegnete Weihnachten und einen guten Rutsch ins neue Jahr!
Für alle Studentinnen und Studenten der RUB; gegen die ‚Freie Uni Bochum‘

Wir begrüßen ausdrücklich die Räumungsaufforderung des Rektors und Kanzlers an die so genannte ‚Freie Uni Bochum‘. Die Besetzung des Querforums muss ein Ende finden, so dass durch diese lächerliche Aktion das Bild der RUB in der Öffentlichkeit nicht weiter verschlechtert wird!“
Jungsozialistische Weihnachtswünsche:
Die Jusos (Rubrosen) schreiben auf ihrer Webseite: „Wie viele andere Studierende lehnen die Mitglieder der Rubrosen die Art Protest, wie die FUB ihn durchführt, ab. Dennoch kann es nicht Ziel der beiden Parteien sein, gewalttätige Aktionen hervorzurufen. Es müssen Lösungen gefunden werden, die beiden Parteien entgegenkommen. […] Ein Eingreifen der Polizei ist nicht notwendig und wäre nicht verhältnismäßig. Auch das Rektorat muss sich an die Spielregeln der Verhältnismäßigkeit halten!


Sonntag 24.12.06, 16:04 Uhr

X-MAS in der Freien Uni

In der Freien Uni Bochum kommt langsam Feiertagsstimmung auf. Zwar kreisen nach wie vor Streifenwagen regelmäßig um das Gebäude, doch das kann die Stimmung nicht trüben. Es wird ein wenig geputzt und aufgeräumt – einige Eltern kommen schließlich gleich. Zwischendurch kommt Freude auf, wenn z.B. Kekse oder Glühwein vorbei gebracht werden. Beste Wünsche aus aller Welt übertreffen sich an Originalität: „Besser das Grün der Tannenzweige als das Grün der Staatsgewalt!“ oder „schönes ‚Besinnlichkeitsgedöns‘ und never forget: Kopf hoch, nicht die Hände!“
Gestern Abend gab es schon zwei Festessen, zunächst ein selbst kreiertes Menue und am späten Abend dann noch Tapas-Platten von einem netten spanischen Restaurant in Bochum, das die am Abend nicht verkauften Köstlichkeiten geschenkt hat.
Für die nächsten Stunden und Tage haben solidarische Menschen eine Reihe von netten Überraschungen für die FUB vorbereitet. Ein Besuch ist auf jeden Fall empfehlenswert. Wegbeschreibung.


Sonntag 24.12.06, 10:32 Uhr

Briefe gegen das Vergessen

Jeden Monat veröffentlicht amnesty international (ai) drei „Briefe gegen das Vergessen“, die sich für die Opfer von Menschenrechts-Verletzungen einsetzen. „Dadurch, dass sich viele hieran beteiligen und Appellbriefe verschicken, wird es in vielen Fällen zu einer erfolgreichen Aktion. Briefe schreiben hilft den Opfern“, so amnesty. In diesem Monat geht es um politische Gefangene in Weißrussland und Marokko und um die Solidarität mit der Schwester eines Ermordeten in Peru. Näheres auf der Webseite von ai-Bochum.


Brief an den Rektor
Samstag 23.12.06, 20:54 Uhr

Vermittlungsangebot von Rainer Einenkel

Sehr geehrter Prof. Dr. Weiler,

am Mittwoch, dem 20. Dezember 2006, hatte ich erneut die Gelegenheit, mit Vertretern des Asta und der Freien Uni Bochum über die aktuelle Auseinandersetzung zu sprechen. Für mich war sehr beeindruckend, mit welcher Ernsthaftigkeit, Verantwortlichkeit und Kreativität die Studierenden für ihre berechtigten Forderungen eintreten.
In dieser Auseinandersetzung unterstütze ich und meine Betriebsrats- und Gewerkschaftskollegen von Opel ohne Einschränkung die Forderung der Studierenden nach Abschaffung der Studiengebühren sowie in ihrem Bemühen, die Freie Uni Bochum aufrechtzuerhalten. Durch ihr vielfältiges und alternatives Angebot ist die Freie Uni Bochum zu einem wichtigen sozialen Faktor für die Menschen der Universität, der Betriebe und der ganzen Region geworden.
Die Ruhr-Uni hat eine starke Tradition als Bildungsstätte für Menschen aus Arbeiter- und Angestelltenfamilien. Viele Kinder von OpelarbeiterInnen haben hier studiert oder studieren derzeit. Gleichzeitig gibt es eine enge Verbundenheit zwischen dem Lehrbetrieb und den Herausforderungen in dieser Region. Das hat diese Universität bekannt und für viele attraktiv gemacht.
Studiengebühren gefährden diese feine Gefüge. Junge Menschen aus sozial schwächeren Familien werden besonders belastet und auf diese Weise von Bildung ausgeschlossen. Diese Wirtschaft und diese Region kann und darf es sich nicht leisten, auf diesem kalten Weg auf die Qualifikation vieler Menschen zu verzichten. Darum ist die Forderung nach Abschaffung von Studiengebühren gerechtfertigt.
Ich appelliere an Sie, alles zu tun, damit es zu einer Verhandlungslösung kommt und ein Polizeieinsatz vermieden wird. Die politische Verantwortung des Polizeieinsatzes würde bei Ihnen liegen, da Sie mit Ihrer Strafanzeige wegen angeblichen Hausfriedensbruchs die Voraussetzungen dafür geschaffen haben. Eine gewaltsame Lösung würde unermeßlichen Schaden für das Ansehen der Ruhr-Uni sowie aller Beteiligten nach sich ziehen.
Ich bitte Sie, die Strafanzeige zurückzunehmen und gemeinsam mit den Studierenden nach einer einvernehmlichen Lösung zu suchen. In den Gesprächen mit den Studentinnen wurde mein Eindruck bestätigt, dass diese weiterhin eine politische und gewaltfreie Lösung des Konfliktes wollen.
Auch wenn ich aus meiner Sympathie für die Studierenden und gleichzeitiger Ablehnung der Studiengebühren kein Geheimnis mache, biete ich dennoch meine Mithilfe an, um als „Außenstehender“ an einer Konfliktlösung mitzuhelfen. Sollte Ihrerseits Interesse daran bestehen, können Sie mich jederzeit telefonisch oder über mail erreichen.

Mit freundlichen Gruessen
Rainer Einenkel
Betriebsratsvorsitzender Werke Bochum


Brief an den Rektor der Ruhr-Uni
Samstag 23.12.06, 19:00 Uhr

Stellungnahme des Fachschaftsrates Sozialwissenschaft zur FUB

Sehr geehrter Prof. Dr. Weiler,

auf der heutigen Sitzung des Fachschaftsrats Sozialwissenschaft (FSR Sowi) wurde folgende Stellungnahme zur aktuellen Situation an der Freien Uni Bochum (FUB) beschlossen:
Wir haben in den letzten Tagen die angespannte Lage zwischen Ihnen – dem Rektorat – und der Freien Uni Bochum zur Kenntnis genommen. Der FSR Sowi unterstützt grundsätzlich das Projekt FUB und hat am 12.11.2006 den offenen Brief der FUB an das Rektorat mit unterzeichnet. Aus unserer Sicht stellt die FUB eine Bereicherung für die Ruhr-Universität Bochum da und fördert eine kritische Betrachtung hochschulpolitischer und gesamtgesellschaftlicher Themen.
Wir fordern Sie als gewählter Vertreter aller Statusgruppen der RUB auf, unser Anliegen zu unterstützen und sich konstruktiv um eine Entspannung der aktuellen Situation zu bemühen. Eine Lösung in beidseitigem Einvernehmen sollte dabei im Interesse aller Beteiligten sein. Dies ist aus unseren Augen nicht möglich, wenn täglich neue Ultimaten an die Aktiven der FUB gerichtet werden! Wir halten eine polizeiliche Räumung der FUB für fatal! Dies würde zu einer weiteren Eskalation der Lage führen und die Vertrauensbasis der Studierenden zum Rektorat langfristig schädigen.
Wir hoffen daher, dass Sie sich Ihrer Verantwortung als Rektor bewusst sind und zu Ergebnisorientierten Gesprächen zurückkehren.

Ihr FSR Sowi