Die neue Ausgabe der bsz macht einen eher amüsanten Einwurf in der jährlich wiederkehrenden Diskussion um das Bochumer Gänsereiten. CDU-Rechtsaussen Dirk Schmidt hatte Tierschützer_innen wegen Protest-E-Mails verklagt und geriet vor Gericht in einem skurrilen Prozess zur Witzfigur. Verklagt wurde auch der chinesische Künstler Ai Weiwei – wobei die chinesische Juristerei gewohnheitsmäßig weniger zum Lachen ist als der deutsche Rechtsstaat. Menschenrechtsfragen werden in der deutschen Sinologie ungern gestellt. Umso schöner, wenn einige es dann doch tun. Am 31. Mai stellen Sinolog_innen der Ruhr-Universität die Frage: Wo ist Ai Weiwei? Ganz andere Fragen müssen sich immer wieder Frauen stellen, wenn sie morgens vor ihrem Kleiderschrank stehen. Zumindest, wenn es nach der Auffassung vieler männlicher Teilnehmer von Vergewaltigungsdebatten geht, in Nordamerika wie überall auf der Welt. Der Slut Walk ist ein neues Protestphänomen, das seinen Ursprung in einer Veranstaltung zur persönlichen Sicherheit in der York University in Toronto hat. „Frauen sollten es vermeiden, sich wie Schlampen zu kleiden, um keine Opfer zu werden.“ – so löste der referierende Polizist eine neue Welle feministischen Protests aus. Slut and Proud wirft einen Blick über den großen Teich. mehr…
Der ver.di Bezirk Bochum-Herne kritisiert die Entscheidung der Politik, die städtischen Alten- und Pflegeheime in eine privatrechtliche Gesellschaft umzuwandeln. Der Rat der Stadt Bochum hatte am vergangenen Donnerstag (19. Mai 2011) mit großer Mehrheit die Gründung einer GmbH beschlossen.
„Gesundheit und Pflege zählen aus unserer Sicht grundsätzlich zu den öffentlichen Aufgaben. Auch wenn die Ausgliederung als 100%ige Tochter der Stadt erfolgen soll, so muss doch klar festgestellt werden, dass die Überführung in die Rechtsform der GmbH eben doch eine Privatisierung ist, da hilft auch keine beschönigende Semantik.“ so Gudrun Müller, Geschäftsführerin des ver.di Bezirkes Bochum-Herne. mehr…
Der japanische Atomkraftbetreiber Tepco hat mitgeteilt, dass es sehr wahrscheinlich nicht nur im Reaktor Fukushima-1 sondern auch in zwei weiteren Reaktoren eine Kernschmelze gegeben hat. Die Tagesschau meldet außerdem, dass die Lagerkapazitäten zum Auffangen des beim Kühlen radioaktiv verseuchten Wassers nicht mehr ausreichen. Damit ist das Schweigen der Medien über die Situation in Japan nicht länger durchzuhalten. Die Hoffnung der etablierten Parteien durch Abwarten wieder zum Bestandsschutz der Atomkraftwerke zurückkehren zu können, wie ihn die rot-grüne Bundesregierung ausgehandelt hatte, dürfte sich nicht erfüllen. Das Bochumer Anti-Atom-Plenum hofft, dass nun vielen Menschen klar wird, dass der Atomausstieg „Handarbeit“ ist. Nur wenn sich der Widerstand gegen die Atomenergie nicht einlullen lässt, werden CDSUSPDGRÜNEFDP auf die Forderung zum Sofortausstieg hören. Für die überregionale Demo am kommenden Samstag um 12.00 Uhr auf dem Kennedyplatz in Essen gibt es Plakate und Flyer: im Bahnhof Langendreer, im Sozialen Zentrum, im AStA der Ruhr Uni und an Shirley’s Kaffeestand auf den Wochenmärkten am Rathaus und am Bahnhof.
Der Studienkreis Film der Ruhr-Uni zeigt in Kooperation mit dem Institut für Medienwissenschaft und der Fachschaft Gender-Studies am 1. Juni un 19.15 Uhr den Film von Pier Paolo Pasolinis „Medea“. Zur Einführung wird die Berliner Journalistin und Filmhistorikerin Claudia Lenssen um 18.30 Uhr einen Vortrag zum Thema „Pasolini und die Callas – ein kreatives Missverständnis?“ halten. Das Ganze findet im HZO 20 statt und soll mit einer Diskussion enden. Die Veranstaltung ist Teil des Projektes „Heilige Huren und jungfräuliche Mütter? – Zu den Frauenfiguren in den Filmen Pier Paolo Pasolinis.“ Die Projektskizze.
Heute Mittag beginnt vor dem Landgericht der Prozess gegen Andre Zimmer, der in der NPD verschiedene Funktionen inne hatte und im letzten Jahr Landtagskandidat der Nazis in Bochum war. Siehe Meldung vom 22. 5. 2011: Prozess gegen Nazi Andre Zimmer. Die Bochumer WAZ berichtet heute, dass Zimmer am Freitag in Untersuchungshaft gesteckt wurde: „Der 19-Jährige steht im Verdacht, am Freitagmorgen zwei pyrotechnische Gegenständige gezündet zu haben. Den einen soll er nach Angaben der Polizei beim Aussteigen aus einem Bus in eine Hofeinfahrt geworfen haben, den anderen an der Schule an der Straße „Preins Feld“ in Höntrop. Beide Male habe es Explosionen gegeben, aber keine Personen- oder Sachschäden. Ein Zeuge habe den Vorfall an der Schule beobachtet, hieß es. Kurz drauf sei der 19-Jährige gefasst und einem Haftrichter vorgeführt worden. Dieser sah Wiederholungsgefahr und sperrte den Mann ein.“
Am Sonntag, den 29. Mai lädt die Bochumer Geschichtswerkstatt um 15 Uhr ab Soziales Zentrum zu einer Fahrradtour zu historischen Orten des Häuserkampfes in Bochum ein. Die Ankündigung: »Häuserkampf in Bochum hat eine bewegte Geschichte. Die Kulturzentrumsbewegung besetzte in den 80er Jahren mehrere Fabrikgebäude zur Errichtung eines autonomen Kulturzentrums in Bochum. mehr…
Montag 23.05.11, 22:00 Uhr
der_notstand präsentiert: Buchvorstellung mit Jan Schedler
Am Freitag, den 27. Mai findet um 19.30 Uhr im Sozialen Zentrum eine Lesung mit Buchvorstellung mit Jan Schedler statt. In der Einladung heißt es: »Schwarz vermummte Jugendliche hinter bunten Transparenten, Slogans wie „Smash Capitalism!“ oder „Fight the system!“: Mit den ,Autonomen Nationalisten’ (AN) ist eine neue Generation von Neonazis in Erscheinung getreten, die derem bisherigen Klischeebild komplett widerspricht. Stilistisch angelehnt an jugendkulturelle Ausdrucksformen der Linken, sorgten diese ,neuen Nazis’ gleichermaßen für allgemeine Irritation wie für Sogwirkung in der extremen Rechten. Eine eingehende wissenschaftliche Beschäftigung mit diesem Phänomen stand bislang aus. mehr…
Unter dem Titel Gestrandet lädt das Treibgut-Team am 25.5. bereits zum 29. Mal zu einer Lesung im KulturCafé ein: »Ein bunt-leselustiger Abend mit massenweise kritischen, ästhetisch-literarischen und spaßigen Texten in der Spannweite von ironisch-satirisch über zeitgeistig-reflexiv bis malerisch-poetisch und abstrus-absurdesk erwartet alle Literaturfreundinnen und Literaturfreunde, denen Mainstream zu langweilig ist. Los geht das fulminante Lesefeuerwerk um 20.00 Uhr; der Eintritt ist mit einem Euro absolut massenkompatibel. mehr…
Das Positionspapier der Verwaltung zum Luftreinhalteplan Ruhrgebiet Ost stößt bei der Linksfraktion auf Kritik, weil die Stadt Bochum damit den regionalen Konsens verlasse. In einer Pressemitteilung heißt es: »Denn die Oberbürgermeister und Landräte der Ruhrgebietskommunen haben sich im März darauf verständigt, ab 2012 eine zusammenhängende Umweltzone einzurichten, mit Einfahrverboten mit roter Plakette ab 2013 und mit gelber Plakette ab 2014. Das Umweltamt Bochum will dagegen Einfahrverbote erst dann einführen, wenn die Fahrzeugflotte der Euro 6 Norm entspricht, bzw. entsprechende Nachrüstungsmöglichkeiten bestehen. mehr…
In der Frage, wie viele Atomkraftwerke wie schnell in Deutschland vom Netz gehen, stehen in den nächsten Wochen wichtige Entscheidungen an. Mit der heutigen montäglichen Mahnwache um 18.00 Uhr vor dem Hauptbahnhof und den Großdemonstrationen am kommenden Samstag, z. B. um 12.00 Uhr in Essen, mobilisiert die Anti-Atom-Bewegung für den sofortigen Atomausstieg. Auf dem Weg zu diesem Ziel gibt es große Fortschritte. 13 der deutschen 17 Atommeiler sind z. Z. abgeschaltet. Die Atomlobby hofft, dass es spätestens im Winter, nach Möglichkeit schon eher, zu einem Stromausfall kommt. Mit ihrer Drohung einer Strompreiserhöhung war es nicht gelungen, den Widerstand gegen den Betrieb der AKW zu schwächen. Andere Tricks haben bisher wenig bewirkt. mehr…
Um 17.00 Uhr beginnt heute im Jahrhunderthaus der IG-Metall an der Alleestraße der 4. Ratschlag zum Thema Sozialticket. Hier soll ein besonders übles Kapitel von WählerInnenbetrug aufgearbeitet und eine neue Kampagne gestartet werden. Zum Hintergrund: Vor der Kommunalwahl – als CDU und FDP die Mehrheit im VRR hatten – haben SPD und Grüne versprochen im Verkehrsverbund ein Sozialticket einzuführen. Nach der Wahl wurde nichts daraus, obwohl sich die Mehrheit geändert hatte. Jetzt wurde ein Vorschlag der SPD bekannt, ein Almosen-Ticket einzuführen. Hartz-IV-EmpfängerInnen und andere Menschen mit niedrigem Einkommen, sollen lediglich eine Hin-und Rückfahrt mehr pro Monat bekommen. mehr…
Am Dienstag, den 24. Mai beginnt um 12.30 Uhr vor dem Bochumer Landgericht im Saal C 47 der Prozess gegen den NPD-Funktionär Andre Zimmer. Er war im vergangenen Jahr sogar Landtagskandidat der Nazis in Bochum. Er lässt z.Z. laut NPD seine Funktionen ruhen. Da er erst 19 Jahre alt ist, wird der Prozess vor der Jugendstrafkammer stattfinden. Zimmer wird u. a. schwere Brandstiftung vorgeworfen. Insgesamt sind sechs Prozesstermine angesetzt. Weitere Termine 27.5., 1.6., 7.6., 8.6., 14.6.. Die Verhandlung am kommenden Freitag beginnt um 9.00 Uhr im Saal C 140. Das Landgericht veröffentlicht immer am Ende der Woche in einer Presseübersicht den Ort und die Uhrzeit der Termine in der folgenden Woche. Das Polit-Cafe Azzoncao hat eine umfangreiche Dokumentation zu diesem Nazi-Prozess erstellt.
Am Freitag, den 27. Mai findet um 18.30 Uhr an Evangelischen Fachhochschule eine Veranstaltung zu einem Kinderprojekt in Kolumbien statt. In der Einladung heißt es: »Marcela und José Luis Campo berichten aus Kolumbien über die aktuelle Arbeit und einen interessanten reformpädagigischen Ansatz. Die Realität von Kindern in Kolumbien und anderen lateinamerikanischen Ländern ist häufig von Not und Entbehrung, Krankheit, Drogen und der Gewalt der Straße geprägt. Die Kinderrepublik Benposta ist eine Antwort auf dieses Elend und der Versuch, Kindern und Jugendlichen Raum und Möglichkeit zu geben, eigenverantwortlich und aktiv aus der Gewalt- und Armutsspirale herauszukommen und aktiv für ein anderes Leben und andere Gesellschaftsstrukturen einzutreten. mehr…
Freitag 20.05.11, 15:31 Uhr
Vortrag über Strategien und Praktiken queerer Raumproduktion
Am Dienstag, den 24. Mai findet um 18.00 Uhr im Raum GA 03/46 an der Ruhr-Uni ein Vortrag von Nina Schuster über Strategien und Praktiken queerer Raumproduktion statt. In der Einladung heißt es: »Über queer spaces/queere Räume wird seit etwa fünfzehn Jahren besonders im anglo-amerikanischen und westeuropäischen Kontext diskutiert, sowohl in bewegungspolitischem Rahmen als auch in der Wissenschaft, v. a. in der Geographie. Allerdings gibt es sehr unterschiedliche Auffassungen darüber, was queere Räume ausmacht und wie sie zu beschreiben wären. mehr…
Die Soziale Liste im Rat schreibt, dass sie die Privatisierung der Städtischen Alten- und Pflegeheime (Überführung in eine privatrechtliche GmbH) und das vorgeschlagenen Beratungskonzept mit der Bezirksregierung ablehnt. Die Soziale Liste hat Auszüge aus den Reden ihrer Ratsmitglieder veröffentlicht: mehr…
Gestern hat der Rat der Stadt Bochum und vorgestern der Ausschuss für Migration und Integration getagt. Die Linksfraktion berichtet sehr ausführlich über folgende Punkte: „Beratungskooperation mit Arnsberg“, „Alten-/Pflegeheime als GmbH“, „Fair Trade Stadt“, „Anfrage Musikzentrum“, „Verwaltungsrat der Sparkasse“ und „Kultursensible Altenhilfe“. mehr…
Der AStA der Ruhr-Uni schreibt: »Die Revolution in Tunesien verändert auch den Alltag der Studierenden vor Ort. Vergangene Woche war eine Delegation aus Tunesien zu Gast an der Ruhr-Universität Bochum. Mitglieder des Bildungsministeriums, der Studentenwerke und verschiedener Universitäten aus Tunesien suchten das Gespräch mit dem Akademischen Förderungswerk (AKAFÖ) und der Studierendenvertretung (AStA). Gesprochen wurde über eine Zusammenarbeit sowie Möglichkeiten studentischer Mitbestimmung in Deutschland. „Sehr interessiert war die tunesische Delegation auch am Semesterticket und wie Studierende dieses selbst demokratisch gestalten können“, berichtet Oliver Hein, Referent für Hochschul- und Bildungspolitik im Bochumer AStA. „Im Juli wird in Tunesien eine neue Verfassung erlassen und dies wird sich hoffentlich auch auf die Universitäten und die studentische Mitbestimmung auswirken.“ Leider fehlten bei dem Treffen Studierende aus Tunesien. Der AStA sprach aber bereits eine Einladung an Studierendenvertretungen aus Tunesien aus und möchte den Dialog fortsetzen.«
Am Montag, den 23. Mai findet um 19.30 Uhr im Bahnhof Langendreer eine Veranstaltung statt zu Thema „Abnaa al Balad: Säkulares Palästina“. In der Einladung schreibt der Bahnhof Langendreer:“Gemeinsam mit dem AK Palästina haben wir am nächsten Montag Rajaa Zuabi Omari aus Israel zu Gast. Rajaa Zuabi Omari ist eingeladen als Vertreterin von Abna’a al Balad (Kinder des Landes), einer palästinensischen Bewegung in Israel, die sich für das Rückkehrrecht der Flüchtlinge, das Ende der Besatzung und für einen demokratischen, säkularen Staat für alle Menschen auf dem Boden des historischen Palästinas einsetzt. Die Journalistin und Autorin wird – auch aus feministischer Sicht – die praktische Arbeit von Abna’a al Balad vorstellen und deren Vorschläge für den Friedensprozess erläutern.“
Zur Finissage der Ausstellung „Samt und Rauschen“ mit Malerei, Objekten und Arbeiten auf Papier von Hans-Peter Stark wird am Samstag, den 21. Mai um 20:00 Uhr im Ausstellungsraum der Galerie ROTTSTR5 das aktuelle Projekt „Urbane Bildräume/Klangräume mit der Aufführung von Terry Riley´s berühmter Komposition „In C“ fortgesetzt.
Die GaleristInnen laden dazu ein, sich die Noten aus dem Internet zuladen und mitzuspielen. „Auf diese Weise sollen sich HP Starks urbane Bildräume mit den minimalistischen Klangräumen des 1935 in Kalifornien geborenen Komponisten Terry Riley verbinden, der seit den 60er Jahren mit der Sampling-Technik experimentiert. Er isoliert Tonspuren, kopiert sie, und hängt sie aneinander. Und das zwanzig Jahre vor der Geburt der Techno-Bewegung… Rileys 1964 entstandenes Hauptwerk „In C“ stellt ein neues Kompositions-Paradigma dar, das mit vielen erstarrten Schemata brach und die Geburt der Minimal Music markierte. Die Notation ist nur eine Seite lang und besteht aus 53 kompakten Modulen… Ebenso hat „In C“ die Akzeptanz von Welt-Musik stark befördert und auch den Gebrauch nichtklassischer Modelle strukturierter Improvisation zur Schaffung neuer Zusammenhänge von Idee, Form und Entwicklung.“ Die Einladung.
Am 10. Mai hatte die Bochumer SDAJ zu einem Treffen eingeladen, bei dem eine Aktion geplant wurde, die das Thema Leiharbeit in die Öffentlichkeit rücken soll. Am 4. Juni soll um 15 Uhr in der Innenstadt – vor der Filiale der Leiharbeitsfirma jobs in time – „visuell und mit Flyern auf die falschen Versprechen, die die Politik mit Leiharbeit macht, aufmerksam gemacht werden. Es sollen Flyer verteilt und Redebeiträge gehalten werden. Außerdem durch Schilder die absurden Versprechungen der Leiharbeitsfirmen (‚Wir vermitteln sie in Festanstellung‘ u.ä.) entlarvt werden.“ Am 27. Mai findet ab 16 Uhr ein Treffen im Sozialen Zentrum statt, wo Schilder gemalt und Redebeiträge vorbereitet werden sowie weitere Ideen gesammelt werden sollen.
Am Freitag, den 20. Mai präsentiert der_notstand um 19.30 Uhr im Sozialen Zentrum Bochum eine Buchvorstellung mit Renate Dillmann: „China – Ein Lehrstück“. In der Ankündigung heßt es: »Es wird inzwischen viel über China geredet – aber wie? Leitender Gesichtspunkt der China-Berichte in der bürgerlichen Öffentlichkeit ist die Frage, was der Aufstieg dieses Landes für „uns“ bedeutet. Der Eintritt Chinas in den freien Weltmarkt wird begrüßt und die Öffnung seines Marktes mit 1,3 Milliarden chinesischer Kunden stimmt uns enorm hoffnungsfroh; andererseits droht möglicherweise eine neue „gelbe Gefahr“. Politisch wiederholt sich die Ambivalenz: Deutschlands politische und ökonomische Elite verspricht sich durchaus einiges von der wieder erstarkten asiatischen Macht und den guten Beziehungen, die sie zu ihr unterhält. mehr…
Am kommenden Dienstag, den 24. Mai, findet der nächste Vortrag im Rahmen des Politischen Dienstags, einer Vortragsreihe des AStAs der Ruhr-Universität Bochum, statt. Der Vortrag „Arbeitsteilung und Eigentum im computerisierten Kapitalismus“ mit Nadine Müller beschäftigt sich unter anderem mit den Veränderungen und Kontinuitäten, die der Eigentumsbegriff durch veränderte Produktionsweisen oder dem ‚open source‘ Gedanken erfahren hat. Der Vortrag beginnt um 19:30 Uhr und im Hörsaal HGA30 der Ruhr-Uni. Referentin ist Dr. Nadine Müller. In der Einladung heißt es: »Im Prozess der Computerisierung findet ein Dominanzwechsel von körperlicher Arbeit an der Maschine zu geistig-kreativen Tätigkeiten, die vor allem durch Software unterstützt werden, statt. Die Arbeitsteilung in Form der Arbeitszerlegung von manuellen Operationen an der Maschine wird obsolet, denn die mechanische Maschine verliert als Kernstück der industriellen Produktion an Bedeutung; an ihre Stelle rückt mehr und mehr Software als das dominante Produktionsmittel. mehr…
Die Soziale Liste im Rat lehnt die Privatisierung der Städtischen Alten- und Pflegeheime ab und wird in der morgigen Ratssitzung gegen den entsprechende Antrag von SPD, CDU, Grünen und UWG stimmen. Die Soziale Liste sieht sich in ihrer Haltung auch durch die Proteste, u. a. der Gewerkschaften, bestätigt. Weiter heißt es in der Erklärung der Sozialen Liste: »Auch das vorgeschlagenen Beratungskonzept mit der Bezirksregierung wird die Soziale Liste im Rat ablehnen. „Statt mit der Bezirksregierung hinter verschlossenen Türen über weitere Sparmaßnahmen zu verhandeln, ist vielmehr der offensive Kampf um eine ausreichende kommunale Finanzierungsgrundlage notwendig“, fordert Nuray Boyraz, Ratsfrau der Sozialen Liste. mehr…
Friedhelm Eppmann ist gestorben. Er war in der Linkspartei sehr engagiert und hat in einer Reihe von Initiativen in Bochum mitgearbeitet. In einem Nachruf Der Linken heißt es: »Einige von uns kennen Friedhelm seit der Parteineugründungsphase. Er gehörte dem ersten Bochumer Kreisvorstand der neuen Partei Die Linke an. Drei Jahre war er Mitglied des Kreisvorstandes. Drei Jahre, in denen die neue Partei wuchs und vier Wahlkämpfe zu bewältigen waren. Das war nicht immer einfach und erforderte viel Einsatz. Friedhelm war immer von ganzem Herzen bei der Sache. Eine sozialere und menschlichere Gesellschaft war sein Ziel. mehr…
Am Donnerstag will der Rat der Stadt Bochum darüber beraten, ob die städtischen Alten- und Pflegeheime in eine privatrechtliche gGmbH ausgegliedert werden. Eine Consulting-Agentur hat das empfohlen, um die Heime kostengünstiger und wirtschaftlicher zu betreiben. Die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di hat am 1. Mai gegen die Pläne protestiert. SPD und Grüne scheinen dem Vorschlag der Beratungsfirma aber folgen zu wollen. Man werde dafür sorgen, dass es keine Verschlechterungen für die Beschäftigungen gebe, behaupten die Koalitionsparteien – schließlich bleibe die privatrechtliche gGmbH ja Eigentum der Stadt. In ihrer am Mittwoch erscheinenden Ausgabe erklärt die Bochumer Stadt- und Studierendenzeitung (bsz), was von solchen Versprechen zu halten ist. mehr…
Dirk Schmidt, ein besonders profilierungssüchtiges Mitglied der Bochumer CDU-Ratsfraktion, leidet offensichtlich zur Zeit extrem unter Nichtbeachtung. Vor zehn Tagen hatte er z. B. auf seiner Webseite die Grauen Wölfe verharmlost und geschrieben, dass er „sich auf einen Hagel an Kritik und Beschimpfungen aus der linksextremen Ecke freue“. Es regte sich aber niemand auf, weil niemand von ihm etwas anderes erwartet hatte. Er ist halt der extreme Rechtsaußen der CDU. Schmidt kämpft auch noch an einer anderen Front um Publicity. Hier hat er wirklich Beachtung verdient. Er hat eine Klage gegen zwei TierschützerInnen eingereicht, weil sie LeserInnen auf ihrer Webseite auffordern, automatisierte E-mails u. a. an Schmidt zu schicken, um gegen das unsägliche Gänsereiten zu protestieren. Der Anwalt von Schmidt argumentiert, dass dies eine Belästigung durch Spam sei. Der Güte- und Verhandlungstermin ist am Donnerstag, den 19. Mai um 10.30 Uhr im Sitzungssaal A 133 des Bochumer Amtsgerichts.
Mit einem dringenden Appell wendet sich der DGB an die Ratsmitglieder. „Hebeln Sie nicht die kommunale Selbstverwaltung aus. Stimmen Sie gegen das Konzept der Bezirksregierung und sorgen Sie dafür, dass der wichtige Bereich der Altenpflege nicht privatisiert wird.“ Am 19. Mai entscheidet der Rat der Stadt Bochum über die Zukunft der städtischen Alten- und Pflegeheime und über das sogenannte „Beratungskonzept“ der Bezirksregierung Arnsberg mit dem Titel „Neue Wege in schwierigen Zeiten“. „Die im Konzept erwähnten ‚neuen Wege‘ dienen in erster Linie dem Erarbeiten von Einsparpotentialen und lassen vermuten, dass die kommunale Daseinsfürsorge abgebaut werden soll“, meint DGB Regionsvorsitzender Michael Hermund. mehr…
An der Fakultät für Ostasienwissenschaften der Ruhr-Uni finden in den nächsten Tagen einige interessante Vorträge statt. Am morgigen Dienstag, den 17.5. um 18 Uhr spricht die Autorin Li Jianglin im Raum GB 04/159 über das Thema: „Lhasa 1959: What really happened“. Ihr Vater war bei der Invasion dabei und sie rekonstruiert anhand von Archivmaterial, Fotos etc. den Ablauf der Vorgänge. Am 31. Mai findet um 18 Uhr im Hörsaal HGB 30 eine Veranstaltung statt zum Thema „Wo ist Ai Weiwei? Schließlich gibt es am 1.6. um 18 Uhr in HZO 50 Uhr einen Gastvortrag über die aktuelle Lage in Fukushima mit SZ-Redakteur Herr Neidhart.
Am Donnerstag, den 19. 5. startet um 20.00 Uhr im riff am Konrad Adenauer Platz das Finale des diesjährigen Bochumer Newcomer 2011. Auf der Bühne: Headless Horse, Logic Insanity, Minerva, The Evergreen Donkey + Selectamood. Die Einladung verkündet: „Nach der Qualifikation in den Vorrunden entscheidet am Finalabend im riff eine fachkundige Jury aus den unterschiedlichsten Musikbereichen wie Presse, Medien und Eventmanagement über die Platzierung. Auch die Vorjahressieger, die Gruppe „Selectamood“, werden sich dem Publikum in reiferer Darbietung präsentieren und zeigen, dass sie zu Recht Newcomer 2010 geworden sind. Im Anschluss an insgesamt fünf einzigartige Auftritte, die es nicht an Kreativität und musikalischer Vielfalt fehlen lassen wird abschließend verkündet, welche Band die Musikprofis überzeugt und sich in die Herzen des Publikums gespielt hat. mehr…
Prof. Dr. Valdo Spini (Florenz) erinnert am Dienstag, den 24. Mai um 18.00 Uhr im Haus der Geschichte des Ruhrgebiets, Clemensstraße 17 an eine italienische Widerstandsorganisation. In der Ankündigung heißt es: »Obwohl sich in der Bundesrepublik mittlerweile die Vorstellung durchgesetzt hat, als Bürger oder Bürgerin einer europäischen Wertegemeinschaft anzugehören, sind Kenntnisse über gemeinsame und verschiedene politische Traditionen wenig bekannt. Um diese ins Blickfeld zu rücken hat das Institut für soziale Bewegungen der RUB (ISB) mit dem Verein „Gegen Vergessen – Für Demokratie e.V.“ den prominenten Wirtschaftswissenschaftler und Präsidenten der Florentiner Stiftung „Fondazione Circolo Rosselli“, Prof. Dr. Valdo Spini, ins Haus der Geschichte des Ruhrgebiets eingeladen. Die Arbeit der Stiftung ist der Pflege des politischen Erbes der „Partito d’Azione“ (Partei der Aktion) und ihres Vorläufers, der liberal-sozialistischen, antifaschistischen Widerstandsorganisation „Giustizia e Libertà “ gewidmet. Diese wurde 1929 von italienischen Flüchtlingen wie Carlo Rosselli in Paris gegründet. Heute ist „Gerechtigkeit und Freiheit“ der Slogan der Protestbewegung der italienischen Intellektuellen gegen Ministerpräsident Silvio Berlusconi. mehr…
Am 27. Januar startete in der malischen Hauptstadt Bamako eine besondere Fahrt: 150 afrikanische AktivistInnen und ehemalige Abgeschobene protestierten zusammen mit 50 AktivistInnen aus Europa, darunter auch MigrantInnen, für Bewegungsfreiheit und gerechte Entwicklung. Adjovi Boconvi und Rudi Schneider vom Transnationalen Aktionsbündnis werden am Donnerstag, den 19. Mai um 19.30 Uhr im Bahnhof Langendreer über die Reise berichten und einen Videofilm zur Tour zeigen. Die vom Netzwerk afrique-europe-interact organisierte Buskarawane führte über mehrere Zwischenstationen bis nach Dakar im Senegal, wo vom 6. – 11. Februar das Weltsozialforum stattfand. Wesentliches Ziel der Karawane war der Aufbau transnationaler Kooperationen zwischen Basisinitiativen in Afrika und Europa.
Auf einem Kleinen Parteitag der Linken NRW hat sich heute in Bochum die Landtagsfraktion gegenüber dem Landesvorstand in Sachen Landeshaushalt durchgesetzt. Der Landesvorstand hatte empfohlen den rot-grünen Etat abzulehnen. Die Fraktion votierte für Enthaltung und damit für eine rot-grüne Mehrheit im Landesparlament. Dieser Linie folgte die Partei heute mit deutlicher Mehrheit. Auch räumlich geht der Landesvorstand in Distanz zur Landtagsfraktion. Nur die Postadresse und die Mitgliederverwaltung der Partei wird zukünftig noch in Düsseldorf anzutreffen sein. Der übrige Teil der Landesgeschäftsstelle zieht in die Kortumstraße nach Bochum. Hier war schon das Wahlkampfbüro für den Landtagswahlkampf untergebracht. Eine zweite Etage wurde dazu gemietet und ist in Zukunft die faktische Zentrale der Partei in NRW. Hierüber gibt es Unmut an der Basis.
Die Bochumer DKP lädt am Freitag, den 20. Mai um 19:30 Uhr im Bahnhof Langendreer zu einer Veranstaltung ein: „Solidarität mit dem libyschen Volk“. In der Einladung heißt es: »Klaus von Raussendorff, ehemaliger Kundschafter des DDR-Auslandsnachrichtendienstes während seiner Tätigkeit im diplomatischen Dienst der BRD, Referent des Deutschen Freidenker-Verbandes für internationale Fragen, Mitglied der GRH e.V. wird
die Ereignisse in Libyen im Kontext der jüngsten Revolten in den arabischen Ländern analysieren und wir wollen mit ihm diskutieren, wie eine fundierte und radikale antiimperialistische Position angesichts der geführten Raubkriege formuliert und politisch hörbar gemacht werden kann.« Die Einladung als PDF-Datei.
„Mal im Ernst: Wer geht eigentlich gerne zur Schule? Nein, das passt nicht zusammen. Die Schule ist kein Ort, wo wir Schüler_innen gerne hingehen. Die Schule, das ist eine fünf Mal die Woche stattfindende Pflichtveranstaltung, die bei den meisten Widerwillen, Stress und Frust hervorruft. Wie das Wort Schulpflicht schon sagt, müssen wir trotzdem dort hingehen. Vorträge von lustlosen Lehrer_innen über uns ergehen lassen, über Themen, die wir uns nicht ausgesucht haben; uns Tag für Tag unter Druck setzen lassen, die gewünschte Leistung zu bringen – und uns dann noch die Drohung anhören, wenn wir nicht richtig mitmachen, werden wir arbeitslos.“ So beginnt der Aufruf zu einem von der BezirksschülerInnenvertretung initiierten Schulstreik am 1. Juli. Um 10.00 Uhr wird es vor dem Hauptbahnhof eine Demonstration geben. Der Aufruf im Wortlaut.