Der Bahnhof Langendreer präsentiert am Donnerstag, den 24. 9. um 20.00 Uhr: The Freedom Theatre Jenin, Palästina. In der Ankündigung heißt es: »Jenin liegt im Norden des seit 1967 von Israel besetzten Westjordanlands. Früher die ,,Gartenstadt Palastinas“, umschließt Jenin heute eines der größten palästinensischen Flüchtlingslager mit mehr als 5.000 Kindern und Jugendlichen. Diese wachsen in einer scheinbar endlosen Schleife von Gewalt und Aggression auf und sind stark traumatisiert. Sie kennen keine Kindheit, in der sie sorglos spielen, experimentieren, einen Sinn im eigenen Leben und in dem ihrer Umgebung entdecken können. Das Freedom Theatre Jenin will mit Mitteln der Kunst soziale und politische Veränderung erreichen. Den Kindern des Flüchtlingslagers werden unterschiedliche Möglichkeiten eröffnet, eigene Fähigkeiten zu entfalten und das Selbstvertrauen aufzubauen, um ihre Zukunft selbst in die Hand nehmen zu können. mehr…
Die Soziale Liste kritisiert „die mangelnde Bereitschaft der Stadtwerke Bochum, bei anhaltend niedrigem Ölpreis, die Gaspreise zu senken“ und schreibt in einer Pressemitteilung: » Während 250 Versorger in Deutschland zum 1. Oktober die Preise um bis zu 25 % senken, „sei in Bochum nichts weiter geplant“, ließ ein Stadtwerke-Sprecher verlauten. Die Soziale Liste fordert die Stadtwerke auf, die Gestaltungsspielräume bei der Preisgestaltung, die sich aus dem Einbruch der Rohölpreise ergeben, auszunutzen. Notfalls muss die Oberbürgermeisterin über den Aufsichtsrat der Stadtwerke tätig werden. mehr…
Im Rahmen der europäischen Mobilitätswoche findet am morgigen Samstag ein Symposium „Elektromobilität für Bürger“ statt. Es beginnt um 9.00 Uhr im Ottilie-Schönewaldkolleg, Wittener Straße 61. In den Vorträgen geht es ab 10.00 Uhr um Batterietechnik, Kosten der Fahrzeuge, regenerative Energie, Aufladestationen und Bochum als Produktionsstandort für Elektromobile. Im Foyer des Kollegs ist eine Ausstellung zum Thema zu sehen und vor dem Kolleg werden Fahrzeuge gezeigt. Die Veranstaltung wird mit einem Auftritt von Chansonsüsstaffel beendet.
Heute um 20:00 Uhr zeigt die Goldkante die Filmpremiere »Cowboy Canoe Coma«, ein deutscher Western von Christian Ebert und Michael Weber (BlackTrash). Der Eintritt ist frei. Die Besetzung liest sich wie ein Whoiswho des Theaters im Ruhrgebiet. „Eine einfache Kamera, wenig Drehbuch, viel Engagement, Idealismus und viel Spiellust.“ Zu Beginn werden Thomas Anzenhofer und Christian Ebert in einem lockeren Gespräch das Projekt vorstellen. „Was heißt hier Dogma, ich bin Underdogma,“ zitiert BlackTrash auf der Webseite den Künstler Peter Grund (1953–2007): „Und was machen Sie dann damit? …ist die Frage, die einem am häufigsten gestellt wird, wenn man ein Video ohne Geldgeber, Sponsor, Filmförderung etc. macht. Kurze Antwort: Nichts… underdogma ist frei und underdogma wird verschenkt.“ Näheres zum underdogma und zum Film bei BlackTrash. Weitere Bilder zum Film. mehr…
Die Bochumer Bundestagsabgeordnete Der Linken Sevim Dagdelen veranstaltet an ihren Informationsständen zur Bundestagswahl ein Quiz. Zu gewinnen gibt es jeweils ein knallrotes Damen- und Herrenrad von Strike-Bikes. Sevim Dagdelen will mit der Aktion ein politisches Signal in der gegenwärtigen Krise setzen: „Als im Frühjahr die Nachricht der Werksschließung von NOKIA in Bochum um die Welt ging, wurde im gleichen Zeitraum das ‚Strike Bike‘ geboren. Die Belegschaft der insolventen Firma „Biria“ besetzten den Betrieb, gründeten im März 2008 die Strike-Bike GmbH in Selbstverwaltung und produzieren bis heute Qualitätsräder in Eigenregie – und das ganz erfolgreich. Strike-Bike ist ein hervorragendes Beispiel, um aufzuzeigen, dass größere Beteiligungs- und Mitbestimmungsrechte für die Belegschaften die beste Antwort auf die Folgen der Krise ist“, so Dagdelen. Das gelte nicht nur für die Mitarbeiter des Thüringer Fahrradwerks, sondern auch z.B. für Opel. Näheres.
Der Betriebsratsvorsitzende der Bochumer Opelwerke Rainer Einenkel und Oliver Burkhard, der Bezirksleiter IG Metall NRW haben in einem Flugblatt für die Bochumer Opelbelegschaft Stellung bezogen. Ungewöhnlich deutlich betonen sie dabei die Standortvorteile der Bochumer Werke gegenüber dem Werk in Antwerpen und einem Standort in Österreich. Zu den anstehenden Verhandlungen schreiben sie: „Laut Magna sollen in Europa 10.500 Arbeitsplätze gestrichen werden. Nach jetzt vorliegenden Zahlen sind 4.400 Arbeitsplätze in Deutschland betroffen, davon 2.045 in Bochum. Bis heute gibt es keine detaillierte Begründung für diesen Personalabbau. Wir werden alles tun, um diese Abbauzahlen zu reduzieren. Gleichzeitig werden wir keine betriebsbedingten Kündigungen zulassen.“ Zum Thema Beteiligung der Beschäftigten heißt es: „IG Metall und europäische Betriebsräte sind sich einig, dass es ohne klare Zukunftsperspektive keinen Cent von den Beschäftigten gibt. Wir bestehen auf eindeutige Mitbestimmungs- und Vetorechte, um Werksschließungen und Kündigungen zu verhindern. In diesem Sinne werden wir gemeinsam in die Verhandlungen gehen.“ Das Flugblatt als pdf-Datei.
Lutz Berger, der stellvertretende Vorsitzende der VVN-BdA Bochum ist am Dienstag gestorben. Immer wieder hat er in seinem Engagement deutlich gemacht, dass Faschismus und Militarismus zwei Seiten der gleichen Medaille sind. Seit Jahrzehnten war er in der VVN-BdA Bochum und der Bochumer Friedensbewegung aktiv. Die unter seiner Leitung entstandene Dokumentation und Ausstellung über „Die Verfolgung der Sinti und Roma in Bochum und Wattenscheid“ fand weit über die Stadtgrenzen hinaus große Anerkennung. Schwerpunkt seines unermüdlichen Engagements war der entschlossene und aktive Kampf gegen jede Form von Rassismus und Faschismus. Die Redaktion von bo-alternativ.de trauert um einen Freund. Unser Mitgefühl gilt seiner Frau Marianne und seinen Töchtern Lina und Sara. Die VVN-BdA hat auf ihrer Webseite einen Nachruf veröffentlicht.
Die Militarisierung des Alltags in Bochum wird immer drastischer. Am Samstag ist die Bundeswehr erstmals beim „Sicherheitstag“ mit einem Propaganda-Stand vertreten. Das Presseamt der Stadt wurde nicht einmal nachdenklich, als sie heute folgende Pressemitteilung veröffentlichte: „Im City Point und in der Drehscheibe gibt es am Samstag (19. September) von 10 bis 20 Uhr den Verkehrssicherheitstag. Interessierte Bürger können sich über Sicherheitsprojekte verschiedener Organisationen wie zum Beispiel der Bundeswehr, der DLRG, des Weißen Rings und des deutschen Jugendrotkreuzes informieren.“ Die Werbeauftritte der Bundeswehr bei Veranstaltungen der Stadt und ihrer Töchter sind offensichtlich schon so selbstverständlich, dass die Bundeswehr selbst bei einem Verkehrssicherheitstag auftreten könnte, ohne dass dies für Empörung bei den Verantwortlichen im Presseamt sorgt. Erschreckend ist, dass es keine einzige vernehmbare Stimme in der SPD und bei den Grünen gibt, die gegen diese Militarisierung des Bochumer Alltags protestiert.
Die Linke im Rat der Stadt und in der Bezirksvertretung Süd unterstützt den Bürgerprotest gegen den Bebauungsplan Lennershof. Der Bebauungsplan soll eine verdichtete Hochbebauung mit dem fünfstöckigen Koloss Campus Arena im Zentrum ermöglichen. Die Linksfraktion: „Die von der VBW geplante Stadtteilentwicklung darf nach dem Abriss von Altbauten die Siedlungsstruktur nicht zerstören. Die gewachsene Nachbarschaft, die – ausgesprochen kinderfreundlichen – großen Grünflächen und der alte Baumbestand, die den besonderen Charme des Viertels ausmachen, müssen im Mittelpunkt einer behutsamen und harmonischen Bauleitplanung stehen.“ „StadtplanerInnen und VBW müssen mit den betroffenen Menschen am runden Tisch gemeinsam den Erhalt eines menschenfreundlichen Wohnviertels planen“, fordert Ralf Feldmann, Querenburger Ratsmitglied Der Linken im neuen Bochumer Stadtrat. mehr…
Der kenianische Schriftsteller Meja Mwangi liest am Montag, den 21. 9. um 19.30 Uhr gemeinsam mit Thomas Brückner im Bahnhof Langendreer aus seinem neuen Buch „Big Chiefs“. Meja Mwangi ist einer der wichtigsten zeitgenössischen Autoren Kenias. Er hat als Schriftsteller immer wieder die großen Fragen seiner Heimat aufgegriffen. Dabei ist er der Geschichtenerzähler geblieben, der er schon als Junge werden wollte, und doch hat er in seinen Büchern das traditionelle Afrika hinter sich gelassen. Bereits mit seinen ersten Romanen aus den 1970er Jahren profilierte er sich als literarischer Chronist der Nachkolonialzeit in den Slums von Nairobi. Inzwischen hat Mwangi ein umfangreiches Romanwerk vorgelegt, für das er mit mehreren Preisen international geehrt wurde. Über wichtige soziale Themen – Bürgerkrieg, Korruption, Aids, Hunger und Hilfe – schreibt er eindringlich, engagiert, aber auch amüsant und humorvoll. mehr…
Am Sonntag, 20.September findet von 11.00 – 13.00 Uhr im Cafe Pavillon, Maximilian-Kolbe-Str. 9 in Bochum ein offener Informationsabend der Anonymen Alkoholiker (AA) statt. Bei diesem offenen Meeting will die AA Gruppe, die sich nach einer Renovierungspause jetzt wieder immer sonntags in diesen Räumlichkeiten trifft, über die Arbeit der Anonymen Alkoholiker informieren. Der Eingang zum Cafe Pavillon befindet sich in der Schmidtstraße. mehr…
Im Rahmen der Reihe „Verdammt starke Liebe“ gibt es eine weitere Veranstaltung der Rosa Strippe in Bochum. Der Berliner Historiker Dr. Günter Grau referiert am 18. September ab 20 Uhr unter dem Titel „… erst 1994 abgeschafft – der Paragraph 175″. Er gibt einen Überblick über die Auswirkungen dieses unsäglichen Gesetzes im Hause der Rosa Strippe an der Kortumstraße 143. Länger als 120 Jahre, von 1871 bis 1994, existierte der Paragraph 175 im Strafgesetzbuch. Er stempelte tausende männerliebende Männer zu Straftätern und führte während der Zeit des Nationalsozialismus, aber auch noch in der Bundesrepublik, zu intensiver Verfolgung und offener Diskriminierung.
Die Aktion im Rahmen des bundesweiten Aktionstages gegen die Krise findet am morgigen Donnerstag nicht wie angekündigt am Husemannplatz sondern an der Kreuzung Kortumstr./Südring vor der Infohütte der Linkspartei statt. Zu der Aktion erklärt Sevim Dagdelen, Bundestagsdirektkandidatin Der Linken: „Das Verhalten von Menschen wie Frau Scheffler sind ein Schlag ins Gesicht von Millionen ALG II-Beziehern, Rentnern, Studierenden und Beschäftigten im Niedriglohnbereich. Die ungerechte Verteilung des Reichtums in Deutschland ist himmelschreiend. Während das reichste Zehntel der Bevölkerung 61 Prozent des Gesamtvermögens in Deutschland besitzt, hat über 70 Prozent der Bevölkerung lediglich einen Besitz von 9 Prozent dieses Vermögens. 122 Milliardären stehen Millionen von Hartz IV-Beziehern gegenüber. Die Umverteilung von unten nach oben muss ein Ende haben. Millionäre und Vermögende müssen endlich wieder angemessen Steuern bezahlen. Statt einer drohenden Mehrwertsteuererhöhung fordern wir eine Millionärssteuer, eine Börsenumsatzsteuer und höhere Steuern für Konzerne! Die Steuern für Beschäftigte müssen gesenkt werden. Nach der Bundestagswahl werden die anderen Parteien versuchen, die Krise auf diejenigen abzuwälzen, die ohnehin schon nichts oder wenig haben. Deshalb begrüße ich diesen bundesweiten Aktionstag; die Zeche müssen diejenigen zahlen, die sich am entfesselten Kapitalismus in den vergangenen Jahren hemmungslos bereichert haben!“
Am 28. September erscheint „Mordsschnellweg“, ein neuer Krimi der beiden Bochumer Autoren Leo P. Ard und Reinhard Junge. Am Freitag, 2. Oktober, ist um 20.00 Uhr Premierenlesung im Orlando. Der grafit-Verlag schreibt über das neue Buch: „›Das Revier‹ ist eine Metropole des Verbrechens – das weiß man durch TV-Polizisten wie Haferkamp, Schimanski, Balko und Harry & Toto. Und durch meterhohe Schlagzeilen in der Boulevardpresse wie zu den »Mafia-Morden in Duisburg«. Dabei ist der ›Ruhri an sich‹ eine absolut friedfertige Gattung, die nur in Ausnahmefällen zu Schrotgewehr, Eispickel oder Pflanzengift greift. Selbstverständlich nur aus solch edlen Motiven wie Eifersucht, Gier und Rache. Leo P. Ard und Reinhard Junge, die mit dem Krimi Das Ekel von Datteln Geschichte geschrieben haben, zeigen mit ihren Crime-Storys, dass der größte Ballungsraum Deutschlands zu Recht ›Europäische Kulturhauptstadt 2010‹ geworden ist. Nirgends wird subtiler, heimtückischer und niveauvoller gemordet als zwischen stillgelegten Zechen, modernen Technologieparks und idyllischen Schrebergärten.“
Die Piratenpartei lädt am kommenden Donnerstag, den 17. September, zu einem bundesweiten „OptOutDay“ ein. Hierbei sollen diejenigen, die dem Einwohnermeldeamt nicht gestatten wollen, die persönlichen Daten weiterzugeben, dagegen Widerspruch einlegen. In Bochum begleitet der Stammtisch der Piratenpartei diese Aktion. Treffpunkt ist um 17.00 Uhr vor dem Bürgerbüro am Rathaus, um gemeinsam die Anträge dort einzureichen. Blankoformulare und Informationen zum Thema hält die Piratenpartei an einem Infostand an der Huestr. bereit.
In einer Meldung war gestern an dieser Stelle darüber berichtet worden, was die WAZ über die Verurteilung des ehemaligen Juso-AStA-Vorsitzenden Fabian Ferber schrieb. Ein Leser hat freundlicher Weise darauf aufmerksam gemacht, dass die Darstellung der WAZ nicht stimmt. In dem WAZ-Bericht war von „Tagessätzen auf Bewährung“ die Rede. Das gibt es nicht. In Wirklichkeit handelt es sich um eine „Verwarnung mit Strafvorbehalt“ nach § 59 StGB. Das bedeutet, dass die Verurteilung zu 180 Tagessätzen nur dann rechtskräftig wird, wenn Ferber entweder die Sozialstunden nicht ordnungsgemäß ableistet oder sich ziemlich schnell etwas anderes zu Schulden kommen lässt. Sind die Sozialstunden abgeleistet, ist die Sache aus der Welt. Nichts steht im Führungszeugnis und die 1800 Euro muss er auch nicht zahlen. Er kann also theoretisch weiterhin Richter werden und für eine SPD-Parteikarierre hat er sich damit sowieso qualifiziert. Das Verfahren gegen den Finanzreferenten ist abgetrennt worden, weil er im Gegensatz zu Ferber nicht mehr unter Jugendstrafrecht fallen kann. Es ist noch bei der Staatsanwaltschaft anhängig. Viel nervöser als die möglichen strafrechtlichen Konsequenzen dürfte beide allerdings die zivilrechtlichen Schritte des AStA machen. Sie haben inzwischen eine Zahlungsaufforderung über die veruntreute knappe Viertelmillion Euro bekommen.
Am morgigen Mittwoch, den 16. September, startet die „Europäische Mobilitätswoche“ (EMW) unter dem Motto „Für ein besseres Klima in der Stadt“. Sie endet am 22. September mit dem „autofreien Tag“. Die Stadt Bochum beteiligt sich in diesem Jahr an der Woche. Ermöglicht wird dies durch die Aktivitäten des „Netzwerks elektrische Mobilität Bochum“. Bereits im Jahr 2000 hatte es auf Anregung des Agendaprozesses in Bochum einen autofreien Tag gegeben. Er wurde von den Agenda-Gruppen getragen. Der damalige OB und die Stadtverwaltung wollten aber, dass Bochum Autostadt bleibt und haben das ganze im folgenden Jahr systematisch zum Scheitern gebracht. Näheres. Das Netzwerk, das jetzt die EMW trägt, entspricht den Vorstellungen der Verwaltung. Es hat sich „zum Ziel gesetzt, Bochum zur Modellstadt für elektrische Mobilität zu formen. Künftig sollen in Bochum elektrische Fahrzeuge entworfen, gebaut und genutzt werden.“ Das Programm der Woche startet mit dem Thema Verkehrssicherheit für SchülerInnen, berät dann, wie Fahrräder zu E-Mobilen umgebaut werden, lädt zu einem Symposium „Elektromobilität für Bürger“ und endet am autofreien Tag mit einer „Sternfahrt mit Fahrrad zur Arbeit mit prominenten Bürgern“. Das Programm als PDF-Datei.
Das bundesweite Aktionsbündnis „Wir zahlen nicht für eure Krise“ hat auf seiner Aktionskonferenz in Kassel einen dezentralen Aktionstag am 17. September beschlossen. In diesem Rahmen ist auch eine Aktion in Bochum geplant. Unter dem Motto „Millionäre machen Bochum unsicher“ wird am kommenden Donnerstag für „die armen Millionäre“, zwischen 14-17 Uhr am Husemannplatz, Spenden gesammelt. Dabei wird ein Millionärspaar aufgetakelt und in edler Kleidung mit überdimensionierten Geldscheinen in den Taschen, Champagnergläsern und Alditüten in der Hand durch die Innenstadt stolzieren und ihre vermeintliche Notlage bejammern. Um sie herum werden einige Aktive mit roten Westen und Dosen in der Hand mit Sprüchen wie „Wir brauchen auch Ihr Hartz IV – Spenden Sie für arme Millionäre!“ Spenden für arme Millionäre sammeln. Die Koordination der Aktion läuft über das Büro von Sevim Dagdelen.
In ihrer 800. Ausgabe bedauert die sowohl auf Papier als auch im Netz fortan in neuem Layout erscheinende bsz die Schließung des Rottstr5-Theaters wegen nicht eingehaltener Brandschutzbestimmungen – verspricht das Bühnenprojekt doch seit seiner Gründung, zu einer hochinteressanten Alternative in der Theaterlandschaft des Ruhrgebiets zu werden. Nun beginnt die erste echte Spielzeit im Exil. Aber, so postulieren die Macher: „Räume kann man schließen, Leidenschaft für Theater nicht.“ Zum Artikel. Erstmals durch eine Karikatur von Michael Holtschulte humoristisch unterlegt, wirft die bsz außerdem einen Blick auf die prominente Unterstützerliste von Norbert Lammert. Selbst Kulturgrößen wie Schauspielhaus-Intendant Elmar Goerden lassen sich hier vor den Karren einer historisch schwachen Bochumer CDU spannen. Weitere Themen: Eine kritische Rezension von Oliver Uschmanns neuem Roman „Fehlermeldung“ sowie eine Einschätzung der populären Online-Entscheidungshilfe „Wahl-O-Mat“.
Dienstag 15.09.09, 13:00 Uhr
Bei Sonnenschein auf dem Bürgerplatz - bei Regen im Sozialen Zentrum:
Für das erste Umsonstfest auf dem Bürgerplatz in Bochum am kommenden Sonntag, den 20.9., laufen die Vorbereitungen inzwischen auf Hochtouren. Die InitiatorInnen schreiben: »In den vergangenen zwei Wochen kamen unerwartet viele Rückmeldungen von Menschen aus der Nachbarschaft. Viele kündigten ihr Kommen an, einige werden für das Fest etwas Eigenes auf die Beine stellen. „Wir haben nicht mit einer solch großen und positiven Resonanz in der Nachbarschaft und in den Medien gerechnet“, stellt Florian Grewe erfreut fest. Die InitiatorInnen von „bochumsonst“ verstehen sich selbst nicht als alternative „Eventagentur“. mehr…
Eine Bürgerinitiative von AnwohnerInnen wendet sich gegen das geplante Bauvorhaben Campus Quartier Lennershof in Bochum-Querenburg. Zum Bebauungsplan. Die Initiative schreibt: »Das vor allem von der VBW getragene Bauvorhaben sieht eine bis zu fünfgeschossige Wohn- und Geschäftsbebauung im Bereich der Lennershofsiedlung vor. Diese setzt neben dem Abriss des vorhandenen Wohnungsbestandes eine Versiegelung der Grünflächen und das Abholzen des alten Baumbestandes voraus. „Wir erwarten außerdem ein erheblich höheres Verkehrsaufkommen. Unsere Kinder können dann nicht mehr auf die Straße gehen“, so eine empörte Anwohnerin. „Es wohnen über 70 Kinder in der Siedlung Lennershof.“ mehr…
Sozialberatung Ruhr nimmt noch einmal die bereits von der Unabhängigen Sozialberatung geäußerte Kritik einer Praxis der ARGE ausführlich auf und schreibt: »In der WAZ vom 09.09.2009 sowie dem 10.09.2009 befanden sich insgesamt 39 Benachrichtigungen der ARGE Bochum an Hilfesuchende. Im Wesentlichen handelte es sich um Bescheide über die Aufhebung und Rückforderung von Leistungen, z. T. aber auch um die Mitteilung zur darlehnsweisen Bewilligung von Mietkautionen. Im Text der Benachrichtigung wird ausdrücklich Bezug genommen auf § 10 Abs. 2 Landeszustellungsgesetz NRW. Eine Bezugnahme auf dieses Gesetz steht der ARGE Bochum jedoch nicht zu, da gem. § 1 Abs. 1 LZG NRW dieses Gesetz nur für das Zustellungsverfahren der Behörden des Landes, der Gemeinden und der Gemeindeverbände sowie der sonstigen der Aufsicht des Landes unterstehenden Körperschaften, Anstalten und Stiftungen des öffentlichen Rechts gilt. Finanzbehörden sind hierbei ausgenommen.
Im Zusammenhang mit der Verurteilung des ehemaligen Juso-AStA-Vorsitzenden Fabian Ferber (siehe vorige Meldung) soll an dieser Stelle an einen Kommentar vom 21. 12. 2007 auf bo-alternativ.de erinnert werden mit dem Titel: „Die Mensapleite von Elmar Weiler und Axel Schäfer“. Dort hieß es u. a.: „Nie zuvor in der Geschichte der RUB hat ein AStA soviel Wohlwollen durch die Uni-Leitung erfahren. Der Rektor hat sich einfach gefreut, dass im Mai die WiderständlerInnen aus dem AStA und von der Freien-Uni endlich weg vom AStA-Fenster und aus dem Querforum waren und von dort nicht länger seine nicht weniger gigantischen Elite-Pläne störten. Aber auch der SPD-Bundestagsabgeordnete Axel Schäfer wurde nicht müde, immer wieder an die Uni zu wieseln, um seinen jungen Parteifreund Ferber tatkräftig zu unterstützen und in seinen eitlen Plänen zu bekräftigen. Ohne das begeisterte und völlig unkritische Feedback von SPD und Unileitung wäre selbst ein Fabian Ferber nicht derartig abgehoben und hätte ein Mindestmaß an Bodenhaftung behalten.“
Weiler und Schäfer gehen straffrei aus. Schäfer wird in 14 Tagen wahrscheinlich wieder in den Bundestag gewählt. Wer die Kriminalgeschichte des Juso/RCDS/LHG-AStA noch einmal Revue passieren lassen möchte, findet die entsprechenden Beiträge auf bo-alternativ.de in einer Sammlung unter dem Titel: ‚Juso-RCDS-LHG-Pleite. Hintergründiges ist auch auf der damals betriebenen Web-Seite AStA-Watch zu finden.
Die WAZ berichtet in ihrem Online-Portal, dass „der damalige Asta-Vorsitzender Fabian Ferber (23) vom Amtsgericht wegen Untreue verurteilt worden“ ist. Ferber war Vorsitzender eines JUSO/RCDS/LHG-AStA, der mit vielen Tricksereien und Trügereien ein gigantisches Defizit bei einer AStA-Fete wissentlich in Kauf genommen hatte. Das Rechnungsprüfungsamt und der Haushaltsausschuss hatten anschließend eine Fülle von Unregelmäßigkeiten festgestellt. Bei Ausschreibungen sind Vorschriften missachtet und befreundete Firmen begünstigt worden. Geld war verschwunden, Belege fehlten. Näheres. Die WAZ schreibt über das Urteil: „Der Jura-Student bekam 1800 Euro Geldstrafe (180 Tagessätze), aber auf Bewährung. Als Auflage muss er 80 Sozialstunden ableisten. [..] Das Urteil erging per Strafbefehl, ohne Prozess. Es ist noch nicht rechtskräftig. Bis Mittwochabend kann der Jura-Student noch Einspruch einlegen, so dass es dann doch zum Prozess käme. Sein Verteidiger sprach aber ‚angesichts des Tatvorwurfs‘ von einem ’sehr zufriedenstellenden Ergebnis‘. ‚Ich gehe nicht davon aus, dass von mir oder dem Angeklagten ein Rechtsmittel eingelegt wird.'“ Zum WAZ-Bericht. Korrektur dieser Meldung.
Montag 14.09.09, 11:30 Uhr
Sevim Dagdelen fordert mit einer Aktion vor dem Opelwerk:
Die Bochumer Bundestagsabgeordnete der Linksfraktion Sevim Dagdelen fordert die sofortige Offenlegung aller Vertragsdetails zum Opel-Magna-Deal und kündigte für heute eine Aktion vor dem Werkstor an. „Was bisher bekannt wurde, ist die Tatsache, dass mehrere Tausend Opelaner ihren Arbeitsplatz verlieren werden. Für knapp 4.500 Opelaner werden die Showeinlagen der CDU und SPD im Wahlkampf nichts außer Kündigungen bringen. Denn es wurden Staatshilfen in Aussicht gestellt und zum Teil auch schon gezahlt, ohne verbindliche Garantien für Jobs und Standorte einzufordern. Ich werde heute gemeinsam mit Parteimitgliedern vor den Toren des Opel-Werks meine Solidarität mit ihnen kundtun und einen Schutzschirm für Menschen einfordern“, so Dagdelen.
Die Aktion findet am heutigen Montag, den 14.09.09, 13.00-15.00 Uhr vor dem Werkstor an der Wittener Str. statt.
Montag 14.09.09, 11:00 Uhr
Soziale Liste sieht höchste Gefahr für den Bestand der Opel-Werke
Die Ratsmitglieder, Bezirksvertreter und Mitglieder der Sozialen Liste Bochum erklären sich mit den Opel-Beschäftigten solidarisch und erklären: „Der von General Motors bekanntgegebene Verkauf der Aktienmehrheit von Opel an den Autozulieferer Magna und dessen russischen Partner Sberbank wird für die Belegschaften keines der gravierenden Probleme lösen. Magna hat im Gegenteil einen drastischen Arbeitsplatzabbau angekündigt. Höchste Gefahr besteht für das Bochumer Opel-Werk. Nach ursprünglichen Schließungsabsichten hat Magna angekündigt, in Bochum nur ca. 160.000 Zafira bauen zu wollen. 2 – 3000 Arbeitsplätze sollen vernichtet werden. Eine längerfristige Perspektive für das Bochumer Werk liegt nicht vor. mehr…
Sonntag 13.09.09, 22:00 Uhr
Zum Gedenken an die von den Nazis ermordeten Antifaschisten
Die VVN – BdA hat auf ihrer Webseite die Rede von Dr. Klaus Piel auf der heutigen Veranstaltung zum Gedenken an die von den Nazis ermordeten Antifaschisten am Ehrenmal für die ermordeten Widerstandskämpfer veröffentlicht. Klaus Piel: „Ihr Vorbild verpflichtet, sich der Barbarei entgegen zu stemmen, wo immer wir auf sie stoßen, in welchem Gewand sie auch daher kommt.“ In der Rede wird aufgezeigt, wo und wie sich heute diese Barbarei zeigt. Zum Schluss zitiert Klaus Piel Heinrich Böll: „Wir wollen die geborenen Einmischer sein, Einmischung ist die einzige Möglichkeit realistisch zu sein. Gewalt gibt es nicht nur auf den Straßen, Gewalt in Bomben, Pistolen, Knüppeln und Steinen, es gibt auch Gewalt und Gewalten, die auf der Bank liegen und an den Börsen hoch gehandelt werden.“ Die Rede im Wortlaut.
Am Donnerstag, den 17.9. findet um 19.30 Uhr in den Nebenräumen der Christuskirche das nächste Treffen des Bochumer Bündnisses gegen rechts statt. Tagesordnungspunkte sind u.a. die Auswertung der Kommunalwahl vom 30.8. unter besonderer Beachtung der NPD-Ergebnisse, die aktuelle Übersicht über den Stand der Vorbereitungen für die Ausstellung „Opfer rechter Gewalt“ vom 2.11. bis 27.11.2009 in Wattenscheid, Berichte und Einschätzungungen der Demonstrationen gegen den Nazi-Aufmarsch vom 5.9.2009 in Dortmund und „Eine Torte ist eine Torte“, das Letzte über die Sprungrevision der Bochumer Staatsanwaltschaft.
Die VVN – BdA erinnert heute um 11.00 Uhr auf dem Friedhof Freigrafendamm an die Opfer des Faschismus. Klaus Kunold hat in einem Beitrag der Antifaschistischen Blätter Bochum die Geschichte des zweiten Sonntags im September beschrieben: „Erstmals im September 1946 erinnerten die Überlebenden der Konzentrationslager und Haftstätten in allen 4 Besatzungszonen mit Veranstaltungen, Kranzniederlegungen und Kundgebungen an die Opfer des Faschismus. Der „Gedenktag für die Opfer des Faschismus“ war die erste gesamtdeutsche Erinnerung für alle Opfer und Verfolgte der Nazidiktatur. Auch in Bochum und Wattenscheid fanden an diesem Tag Gedenkveranstaltungen statt.“ […] In der DDR wurde der zweite Sonntag im September zum offiziellen Gedenktag. In der Bundesrepublik Deutschland wurden die Gedenkfeiern nach der Spaltung der Opferverbände in einen sozialdemokratischen und einen christdemokratischen Gedenktag verwandelt. mehr…