Archiv für das Jahr: 2019


Fridays for Future am 10. Mai

Die Bochumer Fridays for Future Initiative lädt für den 10. Mai ein: Diesen Freitag findet ihr uns auf dem Husemannplatz in der Innenstadt. Wir möchten auf die kommende Europawahl aufmerksam machen, und darüber informieren, was genau die Wahl mit dem Klima zu tun hat. Außerdem gibt es Textilfarbe, mit der wir gemeinsam Stoffe bedrucken können!


Rede von Felix Lipski

Sehr geehrte Damen und Herren!

Heute feiern wir, dass Nazi-Deutschland vor 74 Jahren die bedingungslose Kapitulation unterschrieben hat, wir feiern 74 Jahre seit der Befreiung des von Nazis besetzten Deutschland und Europa, 74 Jahre seit der Rettung der europäischen Juden von der vollständigen Vernichtung, 74 Jahre seit dem Ende des größten Blutvergießens der Weltgeschichte.

Dieser Krieg löschte das Leben von SECHZIG Millionen Menschen aus, darunter waren fast die Hälfte friedliche Zivilisten. Jeder zehnte Tote war ein Jude.

Den größten Schlag dabei erlitt die Sowjetunion und die Rote Armee. Das sowjetische Volk zahlte einen hohen Preis für den Sieg. 27 Millionen Menschen starben, davon 12 Millionen Soldaten und Offiziere.

Mehr als 3 Millionen sowjetische Bürger wurden dabei nach Deutschland gebracht und gezwungen zu arbeiten. Sie arbeiteten unter schwersten Bedingungen in den Kohlengruben und in der Stahlindustrie, in Fabriken, in der Kriegsindustrie und im Bau von unterirdischen Fabriken. Sie mussten zerbombte deutsche Orte säubern und Minen entschärfen.

Sie bekamen dafür nur wenig Essen, sie lebten in kalten Baracken, die mit Stacheldraht umzäunt waren, sie litten unter Hunger und Infektionskrankheiten, hatten keine medizinische Hilfe und bekamen dafür KEINERLEI Bezahlung.

Noch schlechter erging es den Kriegsgefangenen.

Von fast 5 Millionen sowjetischen Kriegsgefangenen sind 3,5 Millionen in KZs an Krankheiten, Kälte und Hunger gestorben oder wurden ermordet.

Der Ex-Bundespräsident Joachim Gauck hat den Tod von mehreren Millionen sowjetischen Kriegsgefangenen als eines der größten Verbrechen der Nazi-Zeit verurteilt.

Während der Kriegszeit arbeiteten in Nazideutschland mehr als 11 Millionen Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter.

In Bochum (ohne Wattenscheid) arbeiteten mehr als 30 Tausend ausländische Arbeiter, unter ihnen 5 Tausend sowjetische Kriegsgefangene und 8 Tausend Ostarbeiter.

Im Bochumer Verein und „Eisen und Hüttenwerk“ arbeiteten im Sommer 1944 über 2000 Juden, die aus Ungarn deportiert wurden. Sie arbeiteten als Sklaven in zwei Außenlagern des KZ Buchenwald.

Während der Kriegsjahren starben in Bochum mehr 700 sowjetische Kriegsgefangene. Sie liegen in dem Massengrab im Gräberfeld Nr. 919. In anderen Gräberfeldern ruhen in Bochum ungefähr 1100 umgekommene Zwangsarbeiter: 807 aus der Sowjetunion, 78 aus Polen, 10 aus Frankreich, 25 aus Belgien, 11 aus Jugoslawien und 115 Unbekannte aus anderen Ländern, die in Europa besetzt waren und 93 Juden aus dem KZ Buchenwald auf dem Jüdische Friedhof an der Wasserstraße.

Auf dem Grabstein des Massengrabs der sowjetischen Kriegsgefangenen steht: „….Die Kriegstoten aller Völker mahnen zum Frieden. Den hier ruhenden sowjetischen Bürgern, den Opfern des Nationalsozialismus ……………… .. Vermachen uns eine Welt in Frieden….“

Wir sehen, dass gerade in den letzten Jahren fremdenfeindliche, antisemitische und rassistisch motivierte Gewalttaten zugenommen haben. In der deutschen Gesellschaft verbreiten sich neonazistische und rechtspopulistische Gedanken.

Der aktuelle Bericht des Unabhängigen Expertenkreises Antisemitismus weist auf, wie verbreitet das Phänomen Antisemitismus und Antiisraelismus quer durch alle Gesellschaftsschichten in Deutschland ist. Nach dem Bericht verfolgen fast 40 Prozent aller Bürgerin und Bürger antisemitischen Positionen.

Antisemitismus ist ein wichtiges Merkmal des nazistischen und rechtsextremistischen Spektrums.

Der Anstieg an Flüchtlingen aus muslimischen Ländern kann laut Merkel einer der Gründe für den gestiegenen Antisemitismus sein. Die Kanzlerin nennt diese Situation ein „neues Phänomen“, auch redete sie über den Antisemitismus der vergangenen Jahre und sagte, es sei deprimierend, das jüdische Kindergärten, Schulen und Synagogen noch immer von der Polizei geschützt werden müssen.

Heiko Maas hat geschrieben: „Jeder Form von Antisemitismus müssen wir uns entschieden entgegen stellen. Wir müssen bei uns in Deutschland und weltweit alles tun, um jüdisches Leben zu schützen.“

Deutsche Studenten und Schüler haben sehr schlechte Kenntnisse über die Nazizeit, den 2. Weltkrieg und den Holocaust. Verantwortlich dafür sind schlechter Schulunterricht und schlechte Schulbücher.

ln fast allen Ländern der Europäischen Union verstärken sich neonazistische Bewegungen und Parteien, finden zahlreiche Demonstrationen mit Nazi-Symbolen statt, auf denen nationalistische und antisemitische Parolen skandiert werden. In den Parlamenten vieler europäischer Länder erhalten rechte Parteien eine große Anzahl an Sitzplätzen. Wir dürfen die Lehren aus der Geschichte nicht vergessen: Hitlers NSDAP kam 1933 auf parlamentarischem Weg an die Macht, nachdem sie bei den Reichstagswahlen auf 37% kamen.

Wir müssen aktiv gegen Neonazismus, Antisemitismus, Rassismus, Fremdfeindlichkeit und religiöse Verfolgung vorgehen. Elie Wiesel, der Holocaustüberlebende, Schriftsteller und Nobelpreisträger hat gesagt: „WENN WIR VERGESSEN, SIND WIR SCHULDIG, SIND WIR KOMPLIZEN“

Ich danke Ihnen für ihre Aufmerksamkeit.


Bochumer Frauen im Widerstand

 „Dass ich noch lebe, verdanke ich jenen Menschen, die bereit waren, einen Verfolgten aufzunehmen. In der Mehrzahl waren es Frauen.“  Ein Überlebender

Wir möchten heute insbesondere an die Frauen erinnern, die während der nationalsozialistischen Herrschaft in Bochum aktiv Widerstand leisteten und diesen mit Haft, Emigration oder ihrem Leben bezahlen mussten. Jahrzehnte nach der Kapitulation Nazideutschlands werden ihre Akte des Widerstandes noch immer marginalisiert.

Bisherige Darstellungen des Widerstands gegen den Nationalsozialismus stellen vor allem Männer in den Fokus. Sie standen in der Regel im Vordergrund und prägen das Bild der Gegner Hitlers bis heute. Der Blick auf die Frauen, die entweder „dahinter“ standen oder aber auch eigene Formen des Widerstands entwickelten, kommt dabei bislang zu kurz. Als nach der Zerschlagung des nationalsozialistischen Regimes, den durch Teile der Alliierten ein-geführten didaktischen Demokratisierungsmaßnahmen, der Gründung der Bundesrepublik Deutschland, eine Verdrängung der deutschen Taten einsetzte und das Täter*innenvolk endlich wieder seine angestrebte Lebensnormalität zelebrieren durfte, galt jeder Mensch der Widerstand geleistet hatte im gesellschaftlichen Mainstream als „Verräter“.

Es dauerte Jahrzehnte bis bürgerliche, sozialdemokratische und christliche Widerstandsgruppen von der Bevölkerung rehabilitiert und nachfolgend zur Schreibung des Narratives eines „Deutschlands als Erinnerungsweltmeister“ instrumentalisiert wurden.

Die Anerkennung kommunistischer, anarchistischer oder gar jüdischer, bzw. zionistischer Widerständler, dauerte – auch innerhalb des bildungspolitischen Milieus – weitere Jahrzehnte.

Der von Frauen durchgeführte Widerstand wurde in der Regel von der deutschen Mehrheitsgesellschaft als passiver Akt kolportiert. Frauen pflegten Verwundete, versorgten und versteckten Ge-flüchtete, transportierten Flugblätter und Briefe in Kinderwagen, dechiffrierten Botschaften des nationalsozialistischen Regimes,… Aber auch aktiver Widerstand wurde von Frauen geleistet. So blockierten beispielsweise die „Frau-en der Rosenstraße“ in Berlin das Gebäude der Jüdischen Sozialverwaltung. Sie verzögerten hier-durch die Deportation mehrerer Tausend Jüdinnen und Juden und konnten letztlich 25 Menschenleben retten.

Erwähnt seien auch die massenhaften Akte der Sabotage der Rüstungsindustrie, durchgeführt von Zwangsarbeiterinnen. In den Narrativen der Nachkriegszeit wurden Widerstandskämpferinnen oft als widernatürlich an-gesehen, da sie nicht dem ihnen zugedachten Bild einer sanftmütigen, aufopferungsvollen Frau und Mutter entsprachen. Somit wurden sie als Bedrohung der patriarchalen Verhältnisse wahrgenommen.

Wir möchten nur einige Bochumer Widerstandskämpferinnen exemplarisch erwähnen.

Else Hirsch
geb. 29.07.1889 in Bützow / Schwerin, gestorben 1943 im Ghetto Riga Die Zionistin war von 1927 bis 1942 Lehrerin in der jüdischen Gemeinde Bochum. Bereits 1934 hatte ein Viertel der Bochumer Schülerinnen und Schüler die Schule verlassen müssen. Else Hirsch erkannte früh die Wichtigkeit von außerschulischen Englisch- und Hebräischstunden als Vorbereitung für die späteren Rettungsaktionen. Mit Kindertransporten von Bochum nach England rettete Else Hirsch zusammen mit der Gemeindesekretärin der jüdischen Gemeinde – Erna Philipp – zwischen 1938 und 1939 mehr als 70 Kindern aus Bochum und Herne das Leben, diese sind oftmals die einzigen Überlebenden ihrer Familien. Erna Philipp selbst blieb mit dem letzten Transport in England, was ihr Leben rettete. Else Hirsch blieb aus Sorge um die verbliebenen Kinder in Deutschland und wurde 1942 nach Riga deportiert, wo sie 1943 verstarb. Überlebende berichten, dass Else Hirsch auch im Ghetto noch Kinder unterrichtet hat, um somit etwas Normalität herzustellen und Hoffnung zu spenden. Heute erinnert ein Stolperstein und eine Straße in Bochum an die mutige Lehrerin.

Martha Wink
Geboren 1921 in Bochum, gestorben am 29.01.1945 in Ravensbrück. Ihr Vater war aktiver Kommunist, weshalb Martha Wink schon früh in politische Diskussion und Kämpfe eingebunden war. Sie wurde, nachdem sie sich 1943 laut in einem Café gegen die Nationalsozialisten geäußert hatte, verhaftet und nach Ravensbrück deportiert, wo sie am 29.Januar 1945 zu Tode kam.

Elisabeth Sievers
Geboren 27.06.1885, gestorben am 01.04.1942 in Ravensbrück Viel ist über Elisabeth Sievers nicht bekannt. Sie war aktive Sozialdemokratin und wurde aufgrund ihrer politischen Arbeit in das Frauen-KZ Ravensbrück deportiert, wo sie 1942 verstarb. Heute erinnert ein Kissenstein auf diesem Ehrengräberfeld.

Da das Frauenbild der Deutschen – ausgehend von seiner starken Prägung während des Nationalsozialismus – bis heute in Teilen eine gewisse Kontinuität aufweist, kommt der Erinnerung an Widerstandskämpferinnen besondere Bedeutung zu.

Durch die Negation ihrer Namen, ihrer Persönlichkeiten und ihrer Widerstandsakte vollzieht sich Geschichtsrevisionismus, denn es wird unterschlagen, dass sie sich gegen den ihnen zugedachten Rollenstatus und gegen Herrschaftsnormen auflehnten.

Frauen sind keine „Frau, Freundin, Verlobte von…“! Frauen sind eigenständig denkende und agierende, politische Subjekte! Widerstandskämpferinnen mischten sich politisch ein, übernahmen Verantwortung und versuchten ihre und die Zukunft anderer aktiv und emanzipatorisch zu gestalten!

Gerade in der Gegenwart sollten sie uns daran erinnern, dass wir als Feminist*innen uns weder mit dem normativen Zustand der Gesellschaft zufrieden geben, noch dass wir dem Rollenklischee der AfD, anderer rechtspopulistischer Organisationen, rechter Bündnisse, aber auch dem rechst-konservativen Mainstream nicht entsprechen und uns seiner mysogenen, sexistischen, homophoben, antisemitischen, rassistischen Ideologie niemals unterwerfen werden!


Grillen für alle

Die Linksfraktion im Rat schreibt: »Die Auseinandersetzung um die Grünflächen am Ümminger See geht in die nächste Runde: Während die CDU dort weiterhin das Grillen verbieten lassen will, wollen die SPD und die Grünen die zur Verfügung stehende Fläche stark einschränken. Zur Sitzung der Bezirksvertretung Ost am Donnerstag, den 9. Mai legt die Linksfraktion dagegen einen Antrag vor, der ohne zusätzliche Einschränkungen für die Bevölkerung auskommt: Durch Verbesserung der Infrastruktur und zusätzliche Informations- und Unterstützungsangebote. „Wir beantragen, dass die Stadt Abfallbehälter aufstellt, die so konstruiert sind, dass Vögel und andere Tiere den Müll nicht durchwühlen können“, sagt Benny Krutschinna, Ratsmitglied und Bezirksvertreter der Linken in Bochum-Ost. „Außerdem fordern wir zeitnahe Sonderleerungen nach warmen Wochenend- und Feiertagen.“ Das Konzept der  Linken sieht außerdem vor, dass die Verwaltung ein offizielles Flugblatt erstellt, das darüber aufklärt, dass das Grillen nicht nur am Ümminger See, sondern in fast allen Bochumer Grünanlagen erlaubt ist – mit Ausnahme des Stadtparks, des Wattenscheider Stadtgartens und Teilen des Westparks. Gleichzeitig soll der Flyer einfach und verständlich die Regeln für das Grillen im öffentlichen Raum erklären. (mehr …)


Extinction Rebellion jetzt auch in Bochum

Am gestrigen Dienstag hat sich im Unverpacktladen Bioku eine Ortsgruppe von Extinction Rebellion gegründet. Unter den rund 20 Teilnehmer*innen befanden sich auch einige Aktivisten aus den Ortsgruppen umliegender Städte. Ein Großteil aber waren neu dazu gekommene Menschen, die an der Bewegung interessiert sind und selber aktiv werden möchten. Die Gruppe trifft sich zukünftig immer dienstags um 18 Uhr im Unverpacktladen Bioku, Herner Str. 14. Aktionen gewaltfreien zivilen Ungehorsams in und um Bochum sind in Planung.


Mein Gender und ich


Am Freitag, den 10. Mai, um 19:30, präsentiert das Zeitmaultheater die szenische Lesung »Mein Gender und ich«: Gender hat viele Farben. Nicht nur rosa und hellblau. Beziehungsweise pink und mint, wie es neudeutsch heißt. Mädchen werden zunehmend „pinkifiziert“ und die M-I-N-T-Fächer bleiben, klar, Jungssache. Klar? Aber manchmal ist schon bei der Geburt gar nichts klar, weil sich die Natur nicht entscheiden kann. Wer darf wann über mein Geschlecht entscheiden? Und wie bunt oder „queer“ will ich sein? Gibt es den perfekten Körper? Bestimmt mein Geschlecht über meine Intelligenz, mein Selbstbewusstsein, meine Leidenschaften, meine Karriere, meine Liebe? Persönliche Fragen, die der Gesellschaft immer wieder neue Antworten abverlangen. Schwarz-Weiß-Denken ist sicher keine Lösung.“ (mehr …)


Psychologie des Faschismus

Das Projekt „RUB bekennt Farbe“ lädt am Donnerstag, den 16.5. um 18 Uhr im HZO 80 in der Ruhr-Uni zu einem Vortrag von Wolfgang Dominik zum Thema „Psychologie des Faschismus“ ein: »Am 8. Mai 1945, von der Mehrheit der Westdeutschen Niederlage, Katastrophe, Untergang genannt, war Deutschland plötzlich ein Land von Widerständler*innen gegen den Faschismus. Keine(r) hatte da mitgemacht! Keine(r) hat was gewusst von den einmaligen deutschen Verbrechen! Hitler war es! und der ist ja tot! Aber ganz so konnte es nicht gewesen sein! Die Legende behauptet eine Stunde Null. Eine fromme Lüge. Der Referent wird versuchen, einige wichtige psychologische Aspekte der Massenwirksamkeit der Ideologien, die den Faschismus (auch)  kennzeichneten, darzustellen. Sein Ansatz wird von der Kritischen Psychologie ausgehen, die das menschliche Individuum nicht im luftleeren gesellschaftlichen Vakuum sieht, sondern bestimmt durch die ökonomisch-politischen Rahmenbedingen. Die den Faschismus ermöglichenden ökonomischen Strukturen, Rahmenbedingungen, Ideologien, Personen, kollektiven Mentalitäten verschwanden nicht über Nacht, sondern blieben für die Westzonen und die BRD weiterhin bestimmend. Gleichzeitig wirft dieser Ansatz ein Licht auf die Erfolge faschistischer Parteien und Organisationen heute. (mehr …)


Kulturrevolution von
rechts in Osteuropa?!

Die Antifaschistische Linke Bochum lädt am Dienstag, den 14. 5. um 19:00Uhr im Sozialen Zentrum zu einem Vortrag ein zum Thema: „Kulturrevolution von rechts in Osteuropa?!“: »Nachdem Erfolg der nationalkonservativen Partei Recht und Gerechtigkeit (PIS) im Jahr 2015 kam es in Polen zu drastischen Veränderungen, nicht nur auf politischer und sozialer sondern vorallem auch auf kultureller Ebene. Staatliche Medien und Gerichtswesen werden von Rechtspopulisten bestimmt. Die jetzige Regierungsmehrheit kooperiert offen mit Akteuren der außerparlamentarischen extremen Rechten. Verbindende Elemente sind unter anderen ein vorallem antikommunistisch beeinflusster Geschichtsrevisionismus und xenophobe Abschottungspolitik. Gemeinsame Vision ist ein autoritäres Gesellschaftsprojekt christlicher Prägung im Rahmen einer ethnisch bestimmten (Volks-) Gemeinschaft. Das polnisch-ungarische Modell dient als Inspirationsquelle und hat eine starke Wirkung auf sämtliche rechtspopulistischen Bewegungen in Westeuropa wie der Pegida Bewegung in Deutschland oder der österreichischen Regierungskoalition aus FPÖ und ÖVP. (mehr …)


Ein Europa für alle – Demo am 19. Mai

Die GEW Bochum mobilisiert zur Großdemonstration „Ein Europa für Alle. Deine Stimme gegen Nationalismus“ am 19. Mai in Köln und schreibt: . „Bei aller Kritik an der Europäischen Union ist und bleibt die EU eine wichtige demokratische Institution, die es gegen Nationalisten zu verteidigen gilt. Keine EU ist keine Alternative und eine rechte EU erst recht nicht“, erklärt Ulrich Kriegesmann vom Bochumer GEW-Leitungsteam, warum die GEW zur Demoteilnahme am 19. Mai aufruft. Busfahrkarten für 10 €, ermäßigt 5 € (u.a. für Gewerkschaftsmitglieder) gibt es bei der GEW, Alte Hattinger Str. 19, Mo-Mi 11-17 Uhr und im endstation.kino im Bahnhof Langendreer Mo-Sa ab 18 Uhr, So ab 15 Uhr.


Solidarische Städte? 1

Am Freitag, den 10. Mai, um 17.00, lädt der Bahnhof Langendreer gemeinsam mit der Rosa Luxemburg-Stiftung NRW zum fünften Mal zum „Salon – Orte der Solidarität“ ein. Thema diesmal: Solidarische Städte. Als Referentinnen eingeladen sind Carla Scheytt von der Seebrücke Bochum und Janine Schmittgen von der Initiative „Solidarity City Osnabrück“.  Das Thema ist: »In einer Solidarischen Stadt haben alle Einwohnerinnen und Einwohner das Recht zu bleiben und sie haben den gleichen Zugang zu Bildung, Gesundheit und Wohnen – unabhängig von ihrem Aufenthaltsstatus. In einigen Städten in Europa, den USA und Kanada wird diese Vision bereits verwirklicht. In Deutschland hat sich ein breites „Solidarity City-Netzwerk“ aus verschiedenen Initiativen in mehreren Städten gebildet. Im Salon wollen wir folgende und weitere Fragen diskutieren:Welche Ansätze für eine Solidarische Stadt gibt es? Welche Forderungen werden artikuliert? Wie stellen wir uns eine Solidarische Stadt bei uns vor und wie kommen wir dahin? «


Mahnmal erinnert am
KZ-Außenlager Brüllstraße
1

Im ehemaligen KZ-Außenlager Brüllstraße mussten über 1.700 Männer für die Kriegsindustrie der Nazis unter schrecklichen Bedingungen Zwangsarbeit leisten. An ihr Schicksal soll das „Erinnerungszeichen für den Gedenkort KZ-Außenlager/Brüllstraße“ des Bochumer Künstlers Marcus Kiel erinnern, das am Mittwoch, 8. Mai, um 16.30 Uhr, Obere Stahlindustrie 4, der Öffentlichkeit übergeben wird. Vor Ort anwesend ist mit Rolf Abrahamsohn auch ein ehemaliger Häftling des Außenlagers Brüllstraße.


Abschied von der Kirchenrepublik

Michael Schmidt-Salomon

Michael Schmidt-Salomon

Am Sonntag, den 12. Mai um 19 Uhr lädt die Initiative Religionsfrei im Revier im Rahmen der Säkularen Buskampagne zu einem Vortrag von Michael Schmidt-Salomon in den Bahnhof Langendreer ein: «100 Jahre nach der Verabschiedung der Weimarer Verfassung und 70 Jahre nach dem Inkrafttreten des Grundgesetzes muss Schluss damit sein, dass Bischofsgehälter aus dem allgemeinen Steuertopf bezahlt werden, dass die Kirchen das Arbeitsrecht unterlaufen können, dass katholische Missbrauchstäter der Strafverfolgung entgehen, dass schwerstkranken Menschen das Recht verwehrt wird, selbstbestimmt zu sterben, oder dass Frauen Zwangsberatungen über sich ergehen lassen müssen, wenn sie sich für einen Schwangerschaftsabbruch entscheiden. Michael Schmidt-Salomon erklärt in seinem Vortrag, warum es höchste Zeit ist, die „Kirchenrepublik Deutschland“ hinter uns zu lassen und die verfassungswidrige Diskriminierung religionsfreier Menschen zu beenden. (mehr …)


Echte Bürgerbeteiligung geht anders

Zur frühzeitigen Beteiligung der Öffentlichkeit in dem Planungsverfahren zur Neubebauung Markstraße/Stiepeler Straße erklärt Nadja Zein-Draeger für das Netzwerk für bürgernahe Stadtentwicklung: In dem Verfahren zur Erstellung des  Bebauungsplans Nr. 862 zur Neubebauung Markstraße/Stiepeler Straße hat die Bezirksvertretung Süd die interessierte Bevölkerung zur Bürgerversammlung am Dienstag, 7. 5. 2019 um 18.00 Uhr in die Aula der Erich Kästner-Schule, Markstraße 189, 44799 Bochum eingeladen. In der hierzu ergangenen Bekanntmachung heißt es u.a.: „…. Nach 3 Absatz 1 Baugesetzbuch ist die Öffentlichkeit möglichst frühzeitig über die allgemeinen Ziele und Zwecke der Planung, sich wesentlich unterscheidende Lösungen und die voraussichtliche Auswirkung der Planung zu unterrichten. Ihr ist Gelegenheit zur Äußerung und Erörterung zu geben. …“ (mehr …)


Das Freibad Werne soll 2019 offen bleiben

Anja Tillmann hat eine Petition gestartet, in der gefordert wird, dass das Freibad Werne in der aktuellen Saison 2019 geöffnet bleibt. Die Begründung: Das Freibad in Werne ist ein Bad mit einer langen Tradition und vielen Vorteilen – so hat es zum Beispiel eine der schönsten Außenanlagen der Bäderlandschaft in Bochum, einen tollen Imbiss mit den besten Pommes meilenweit und last but not least eine 75 m Bahn – etwas ziemlich einmaliges! Nun soll das Bad geschlossen werden und angeblich für 11 Millionen Euro saniert werden – das Geld ist aber lediglich beantragt und steht momentan gar nicht zur Verfügung. Wir fordern: Keine Sanierungsvorhaben ohne Finanzierung, denn es steht zu befürchten, dass das Bad ganz geschlossen wird, wenn die Gelder ausbleiben! Das Freibad Werne ist schick genugt! Eröffnung in der Freibadsaison 2019 – das ist unser Ziel! Zur online-Petition.


Im Spannungsfeld zwischen Dexit und EU

Die antifaschistische Linke Bochum lädt am Donnerstag, den 9.. Mai um 19:00 Uhr im Provisorium, Dorstener Straße 17 zu einem Vortrag ein mit dem Titel: „Im Spannungsfeld zwischen Dexit und EU – Positionen und Strategien der AfD zu den Europawahlen“: »Gestartet 2013, um den EURO abzuschaffen, entpuppt sich die AfD zunehmend als Partei, die die EU als Verbund komplett ablehnt. Die anfänglich ökonomischen Begründungen ergänzte die Partei mit der nationalistischen Vorstellung, dass somit die „Souveränität Deutschland“ wiederhergestellt werden würde. Waren die Erwartungen 2018, einen großen Wahlerfolg zu erlangen, noch überschwänglich, ist seit dem Chaos in Großbritannien um den Brexit keineswegs mehr eine euphorische Stimmung vorhanden. Dennoch bleibt innerhalb der Partei der Dexit weiterhin als Szenario präsent, nicht nur um eine thematische Exklusivität in der Öffentlichkeit zu besitzen, sondern um zu der Staatenwelt in Europa zurückzukehren, in der Wirtschaft und Kultur nationalistisch definiert sind. Der Vortrag will sich mit den Hintergründen und Entwicklungen beschäftigen sowie einen Blick auf die potentiellen Verbündeten in Europa werfen.«


Seebrücke Aktion: Gegen das
Sterben an den EU-Außengrenzen

Das Bochumer Seebrücke-Bündnis hatte heute zu einer Aktion auf dem Husemannplatz aufgerufen: Als Mahnmal gegen das Massensterben an den EU-Außengrenzen wurde ein echtes Fluchtboot aus dem Mittelmeer aufgebaut. In dem Schlauchboot haben mehr als hundert Menschen vergeblich versucht, der Folter, dem Menschenhandel und anderen unvorstellbaren Menschenrechtsverletzungen in Libyen zu entfliehen. Carla Scheytt (Foto) von der Seebrücke Bochum erläuterte die Aktion: »Das Boot, welches hier zu sehen ist, wurde im April 2018 in internationalen Gewässern vor Libyen ohne Insassen aufgefunden und von der Sea-Eye geborgen. An Bord befand sich etwas Kleidung, wenig Wasser und Essen. Die Menschen wurden mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit von der sogenannten lybischen Küstenwache nach Libyen zurückgebracht. Die Menschen waren somit wahrscheinlich Opfer eines sogenannten illegalen Pull-Back’s. (mehr …)


„Ein Europa für Alle – Deine Stimme gegen Nationalismus!“


Das Bochumer Bündnis für Arbeit und soziale Gerechtigkeit ruft dazu auf, sich am 19. Mai an der Großdemonstration in Köln zu beteiligen. Das Bochumer Bündnis hat Busse für die Fahrt nach Köln organisiert. Köln ist eine von sieben deutschen Städten, in denen eine Woche vor der Europawahl am 26. Mai, jeweils Tausende Menschen unter dem Motto „Ein Europa für Alle – Deine Stimme gegen Nationalismus!“ für eine EU der Menschenrechte, Demokratie, sozialen Gerechtigkeit und des ökologischen Wandels auf die Straße gehen. Auch in Berlin, Hamburg, Frankfurt, Leipzig, München, Stuttgart und in mehreren europäischen Hauptstädten sind zeitgleich Demonstrationen geplant, zu denen ein breites bundesweites zivilgesellschaftliches Bündnis aus über 90 Organisationen aufruft.
Die Europawahl am 26. Mai 2019 wird eine Richtungsentscheidung über die Zukunft der Europäischen Union. Nationalisten und Rechtsextreme wollen mit ihr das Ende der EU einläuten und Nationalismus wieder groß schreiben. Wir halten dagegen, wenn Menschenverachtung und Rassismus gesellschaftsfähig gemacht, Hass und Ressentiments gegen Flüchtlinge und Minderheiten geschürt werden. Wir lassen nicht zu, wenn Rechtsstaat und unabhängige Gerichte angegriffen, Menschen- und Freiheitsrechte eingeschränkt und das Asylrecht abgeschafft werden sollen. (mehr …)


Das Tagebuch der Susi Schmerler

Am Donnerstag, den 9. Mai wird Hubert Schneider um 19 Uhr  im Bahnhof Langendreer das Tagebuch der Susi Schmerler vorstellen. Zu den am 28.10.1938 aus Bochum nach Polen abgeschobenen Menschen gehörte auch die Familie Schmerler (Königstraße 26), die bis zum Kriegsbeginn im Grenzort Zbaszyn festgehalten wurde. Der 1923 geborenen Tochter Susi gelang im März 1939 die Ausreise nach Palästina. Schon in Zbaszyn hatte sie begonnen, Tagebuch zu schreiben, eine Tätigkeit, die für das junge Mädchen immer wichtiger wurde, nachdem der Briefkontakt mit den Eltern Ende August 1939 abgebrochen war. Das Tagebuch, das teilweise fast literarische Qualität hat, ist erhalten: Es gewährt Einblick in die Befindlichkeit eines noch halben Kindes, das sich alleine in einer fremden Umwelt zurecht finden muss, gequält von den Sorgen um die Eltern und den kleinen Bruder. Dabei beobachtet sie genau das Weltgeschehen, reflektiert es. (mehr …)


8. Mai: Tag der Befreiung

Das „Bündnis gegen Rechts“ ruft am 8. Mai – dem Jahrestag der Befreiung von Krieg und Faschismus – um 17.30 Uhr zur Teilnahme am Rundgang auf dem Friedhof am Freigrafendamm auf: »Der 8. Mai 1945 war der Tag der Befreiung, für alle diejenigen, die in Konzentrationslagern und Gefängnissen überlebt hatten; für diejenigen, die in die Illegalität gezwungen waren und diejenigen, die mit dem gleichen Ziel aber unterschiedlichen Aktionsformen den Faschismus bekämpft hatten. Der 8. Mai ist der Gedenktag, um an die unsägliche Brutalität des Faschismus zu erinnern, der mit dem Anspruch der Eroberung der Weltherrschaft, der Zerschlagung des „Bolschewismus“ und der Vernichtung der „jüdischen Rasse“ den 2.Weltkrieg angezettelt hat. Das Resultat: mehr als 60 Millionen Tote und der millionenhafte Mord an den europäischen Juden. Millionen von Soldaten der Roten Armee sind als Kriegsgefangene in Lagern systematisch unversorgt geblieben und verhungert, Hundertausende von ZwangsarbeiterInnen wurden in Rüstungsbetrieben eingesetzt und starben durch Unterernährung. Das Programm des Faschismus hieß „Vernichtung durch Arbeit“. (mehr …)