Am Dienstag, den 28. Mai ab 18:00 Uhr spricht Roland Vossebrecker (Bildungswerk Stanisław Hantz) in der Bochumer Fritz Bauer Bibliothek über den Aufstand des jüdischen Sonderkommandos von Auschwitz-Birkenau und zum Inhalt schreibt das Forum: »Die Aufgabe der Häftlinge des Sonderkommandos war es, an der Ermordung der Deportierten mitzuwirken, so wurden sie unter anderem dazu gezwungen, die Krematorien zu bedienen und die Leichen zu verbrennen. Durch die detaillierten Kenntnisse, die sie damit von der Mordmaschinerie erhielten, stellten sie eine große Gefahr für die Nationalsozialisten dar. Daher wurden die Mitglieder der Sonderkommandos in regelmäßigen Abständen ermordet, es gibt nur wenige Überlebende. In Auschwitz-Birkenau kam es am 7. Oktober 1944 zur einzigen bewaffneten Widerstands-Aktion der Lagergeschichte: dem Aufstand des jüdischen Sonderkommandos.
Am nächsten Wochenende findet an und in der Jahrhunderthalle das Festival Ruhr International statt. Der Eintritt ist frei. Das Programm beeindruckend. Daneben werden mehr als 80 Organisationen, Gruppen und Initiativen nit ihren Info- und „Fressständen“ die Atmosphäre prägen. Politisch wird es vor allem ein Ruhrgebietstreffen werden, bei dem viel geplant und verabredet wird, was zu tun ist, damit der für Ende Juni in Essen geplante AFD-Bundesparteitag für die Nazipartei zum Desaster wird. Als Auftakt werden viele Infostände schon mal für die Demo gegen Rechts am 1. Juni in Bochum werben: Gemeinsam gegen Rechts – Für ein solidarisches Europa. Das Veranstaltungsprogramm des Festivals:
„Grundsätzlich gilt, Radfahrende in eine Verkehrssituation zu zwingen, bei der sie aufgrund der baulichen Gegebenheiten sich selbst und andere gefährden, ist sittenwidrig und ein Verstoß gegen Art 2 GG, insbesondere Absatz (2).“ Mit diesem Satz aus seiner Klageschrift gegen die Stadt Bochum endet ein Beitrag von Klaus Kuliga auf seiner Webseite bovelo.de. Unter der Überschrift „Wittener Straße 101 – Eine unendliche Geschichte?“ schildert er, wie die Stadt Bochum seit Jahren eine Verkehrssituation duldet, über die die Stadtverwaltung selber schreibt: „Um zu einer rechtlich einwandfreien und den aktuellen Regularien in allen Punkten entsprechenden Verkehrsführung zu gelangen, müsste in jedem Fall eine bauliche Umgestaltung des Verkehrsraumes vorgenommen werden.“
Am Freitag, den 24. Mai ab 16.00 Uhr, lädt das Fritz Bauer Forum alle Interessierten aus Politik, Presse und Zivilgesellschaft zum Richtfest ein: »Nach der Eröffnung der Fritz Bauer Bibliothek im August 2023 wollen wir auch diesen Meilenstein in der Bauphase mit allen teilen, die sich für Demokratie und Menschenrechte begeistern. Im Rahmen eines Rundgangs für Vertreter*innen der Presse werden die Geschäftsführerin PD Dr. Irmtrud Wojak und der Architekt Rainer Tönnes für Fragen zum Projekt sowie zum Umbau zur Verfügung stehen.
Die Radwende lädt am Freitag, den 24. Mai um 17.30 Uhr zu einer Aktion im Rahmen der Kampagne „Sicher fahr ich Rad“ ein und schreibt auf ihrer Webseite: »Im Mittelpunkt der Aktion steht das Radkreuz in der Innenstadt. Treffpunkt ist der Vorplatz Hauptbahnhof Bochum. Wir möchten Wege des Bochumer Radkreuzes mit Euch befahren und Erfahrungen austauschen. Was ist gut gelungen, wo fühlen wir uns nicht sicher auf dem Fahrrad? Wo ist das Fahrradfahren stockend? (Wo) gibt es Konflikte mit anderen Verkehrsteilnehmenden?
Im Rahmen der Ringvorlesung „Arbeit und Demokratie“ der Gemeinsamen Arbeitsstelle RUB – IG Metall referiert am Dienstag, dem 21.5. um 17.15 Uhr Hans-Jürgen Urban im O-Werk über „Gewerkschaftliche Arbeits- und Demokratiepolitik in Zeiten der Transformation“. Die Ankündigung: »Die globale Ordnung befindet sich in einer Umbruchphase, für die der Begriff der Poly-Krise (A. Tooze) vorgeschlagen wurde. Der Kern der Krise besteht darin, dass das Modell des fossilen Wohlfahrtsstaats-Kapitalismus an sein Ende gekommen scheint. Gewerkschaftliche Interessenpolitik muss sich in diesem Kontext bewähren.
Unter dem Motto „Sommer, Sonne, Speckschweiz“ wird die Schwarzbachstraße in der Speckschweiz (östlicher Teil des Stadtteils Hamme) von 13 bis 17 Uhr für 4 Stunden zu einer Spielstraße. Der VCD lädt ein: »Die Autos müssen draußen bleiben. Es gibt Kinderschminken, diverse Spielangebote mit und ohne Fußball, eine Fahrrad-Reparaturstation, Rikschafahrten, Improvisationstheater und einen Kaffeestand für die Erwachsenen und vieles mehr. Der Eintritt ist frei und es können alle von jung bis alt kommen.
In der Reihe „Antifaschismus Jetzt! Der Kampf gegen Rechts damals und heute“ findet am Freitag, den 24. Mai ab 19 Zgr in der Zanke, Westring 41 eine Lesung mit Jakop Springfeld statt. Die Ankündigung: »Gemeinsam mit dem Journalisten Issio Ehrich hat der Zwickauer Klima- und Antifaaktivist Jakob Springfeld ein Buch geschrieben. „Unter Nazis“ ist seine Geschichte, die Geschichte einer Zerreißprobe. Es geht um die harte Realität, auf die junge Antifaschist:innen in Städten wie Zwickau stoßen – um Drohungen, um Gewalt, um Angst.
Von den Omas gegen Rechts erreichte uns folgende Mitteilung:
»Die Admina der OMAS RECHTS Bochum & West Anette Wichmann wurde am 15.05.2024 im Rahmen der jährlichen Ehrung von Ehrenamtlichen im Rathaus Bochum für ihr außerordentliches Engagement mit den OMAS GEGEN RECHTS für unsere freiheitliche Demokratie und gegen jeden Rechtsextremismus vom Oberbürgermeister Thomas Eiskirch ausgezeichnet.
Wir gratulieren sehr herzlich für die Anerkennung des Engagements gegen rechte Tendenzen in unserer Gesellschaft.«
»Die Düsseldorfer Performance-Künstlerin Bettina Boos vermag es, die ganz der Neuen Musik verpflichteten Klangwelt des Kontrabassisten Joseph Warner kongenial in Gestik und Mimik zu übersetzen. Im Theater der Gezeiten taucht sie gänzlich ein in die Kompositionen von Warners neuem Solo-Album „Minutemples 13“ und kreiert mit ihrer ganz und gar eigenen Körpersprache eine der Musik ebenbürtige Dimension.«
Die Stadtteilpartner Hamme weisen auf folgende Veranstaltung hin : >> Am Donnerstag, 16.05.2024 findet in der Zeit von 15.30 Uhr bis 17.30 Uhr auf dem Amtsplatz in Hamme ein Aktionstag für Kinder und Familien statt. Das Team von HaRiHo – Die Stadtteilpartner wird in Kooperation mit dem Kost-Nix-Laden Upcycling-Angebote anbieten. Die Biologische Station Östliches Ruhrgebiet zeigt, wie man mit Pflanzenfarben nachhaltig malen kann und das Spielmobil der Falken Bochum bringt Spielelemente mit, die für Spielspaß sorgen.
Für das Netzwerk für bürgernahe Stadtentwicklung erklärt Wolfgang Czapracki-Mohnhaupt zu der im Umweltausschuss am 08.05.2024 abgelehnten Öffentlichkeitsinformation zum Projekt „Produktionsintegrierte Kompensation“ (PIK): >>Wer will, soll sich selbst informieren! In der letzten Sitzung des Umweltausschusses am 08.05.2024 hat sich gezeigt, wie es in Bochum aktuell um Bürgerbeteiligung steht. Selbst öffentliche Informationsveranstaltungen zu aktueller Rathauspolitik gibt es offenbar nur, wenn sie gesetzlich vorgesehen sind.
In Kooperation mit Palestinians and Jews for Peace x OOB wird im Oval Office am Freitag der Film The Narrow Bridge gezeigt: »THE NARROW BRIDGE begleitet die Reisen von vier Menschen, die, nach unsagbaren Schmerzen, Kräfte entwickeln, die sie noch nie zuvor hatten. Trotz heftigen Widerstands bauen diese Israelis und Palästinenser, die beide in dem Konflikt ein Kind verloren haben, eine Graswurzelbewegung auf und verwandeln ihre Trauer in eine Brücke für Verständnis und Versöhnung.
Die GEW NRW Stadtverband Bochum informiert über eine Veranstaltung den Fragen: „Wie können wir unsere Demokratie in Bildungseinrichtungen aktiv stärken? Dürfen Lehrkräfte politisch Position beziehen?“. Dabei handelt es sich um eine – wie die GEW mitteilt: »Online-Veranstaltung für aktiv Beschäftigte in der Bildungsarbeit der GEW Bochum am 23.05.2024 Beginn: 17 Uhr, Ende: ca. 18:30 Die politische Entwicklung der letzten Zeit hat gezeigt, wie wichtig demokratische Bildung für Schule und außerschulische Bildungsarbeit ist. Die Enthüllungen von Correctiv rund um die Pläne zur massenhaften Abschiebung von vermeintlich nicht volksdeutschen Menschen und die nicht enden wollenden antidemokratischen Provokationen der AfD sind nur die Spitze des Eisberges.
In einer Pressemitteilung der Stadt wird auf die nächste Radtour „Zwangsarbeiterlager“ hingewiesen: »Die Volkshochschule (vhs) bietet in Kooperation mit dem Bochumer „Bündnis gegen Rechts“ am Samstag, 18. Mai, von 14 bis 16.15 Uhr eine Radtour zum Thema „Zwangsarbeitslager“ in Bochum an. Die Teilnahme kostet sechs Euro. Interessierte können sich unter der Telefonnummer 02 34 / 910 – 15 55 oder über die Webseite der Volkshochschule Bochum https://vhs.bochum.de anmelden. Der Treffpunkt für die Radtour mit der vhs-Kursnummer I12008 ist am Westpark/Parkplatz am Gewerkschaftshaus, Alleestraße 80.
Ab Donnerstag, den 16.05 zeigt das endstation.kino den neuen Spielfilm des türkischen Regisseurs Nuri Bilge Ceylan – Auf trockenen Gräsern und schreibt dazu wie auch zu dem sonstigen Programm: »Ein junger Kunstlehrer aus Istanbul leistet seit vier Jahren seinen Pflichtdienst in einem abgelegenen Dorf in Anatolien. Er verrichtet seine Arbeit gewissenhaft, wartet aber, trotz einer Affäre mit seiner Kollegin, nur darauf, die Trostlosigkeit der türkischen Peripherie so schnell wie möglich wieder verlassen zu können. Nach einer Reihe von Ereignissen schwindet aber Hoffnung immer mehr – und der Lehrer offenbart Züge, die ihn als völlig anderen Menschen ausweisen.
Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft in Bochum hat unterschiedliche Rückmeldungen aus den Schulen zum Stand der Digitalisierung und schreibt dazu in ihrer aktuellen Pressemitteilung: »„Schulen müssen gut ausgestattet sein, die Infrastruktur für den digitalen Unterricht muss in einem mediengestützten Unterricht funktionieren und immer zur Verfügung stehen“, sagt Andreas Wittmann von der GEW Bochum. Auch wenn Unterricht noch oft „analog“ stattfindet, weil digitale Medien nicht immer sinnvoll sind, muss die Technik im Fall der Anwendung elektronischer Geräte zuverlässig sein – so der Blick auf die Situation der Bochumer Schulen von der GEW.
Am 18. Mai um 18 Uhr findet im Sozialen Zentrum Bochum (Josephstraße 2) der zweite Vortrag der Bildungsreihe „Rassismus- und kolonialismuskritische Perspektiven auf die Klimakrise“ statt. Die Ankündigung: »Das Klimatresen-Team freut sich, die südafrikanische Aktivistin Ilham Rawoot dabei als Referentin gewonnen zu haben. Wie können wir Klimagerechtigkeit multidimensionaler verstehen?
Wie Extremisten die Republikanische Partei übernahmen
Am kommenden Sonntag findet im Bürgerzentrum Holschentor, Hattingen, eine Lesung von und mit Annika Brockschmidt zu ihrem Buch „Brandstifter“ statt. Aus der Einladung des Hattinger Forums für Demokratie: »Der Vorwurf des Wahlbetrugs, ein vom Ex-Präsidenten aufgehetzter Mob, der das Kapitol stürmt und einen Galgen für «Verräter» errichtet – die Republikanische Partei, die einst die Sklaverei beendete, setzt heutzutage alles daran, eine Herrschaft der Minderheit zu etablieren: Neben Trump haben sich auch alle anderen Wortführer der Partei christlich-nationalistisch, offen autoritäre und rassistische Ansichten zu eigen gemacht.
Die Initiative Demokratischer Konföderalismus lädt am Freitag, den 17. Mai, zum offenen politischen Austausch ein: »Der Demokratische Konföderalismus ist die Idee einer basisdemokratischen Organisierung in einer Welt der menschlichen Vielfalt entlang der lokalen Bedürfnisse, jenseits von Nationalstaaten. Wir, politisch interessierte Freund*innen aus Bochum, haben uns zusammengetan, weil wir im Demokratischen Konföderalismus eine starke Lösungskraft für die Probleme in der Welt, wie sie gerade ist, sehen.
Am Freitag, den 17. Mai findet in der Zanke, Westring 41 um 19 Uhr ein Vortrag von Bernd Langer statt. Die Einladung: »Ausgehend von der bolschewistischen Machtergreifung in Russland 1917 und dem Aufstieg des italienischen Faschismus, behandelt der Vortrag die Entstehung von Faschismus und Antifaschismus bis zur heutigen Antifa. Der Schwerpunkt liegt auf der Entwicklung in Deutschland. Hier tritt mit der Abwehr des Kapp-Putsches 1920 zum ersten Mal eine Einheitsfront gegen die radikale Rechte in Erscheinung.
Am Freitag, den 17. Mai 2024 um 19:30 Uhr ist der Autor Ole Liebl in der Buchhandlung Janssen zu Gast und liest aus seinem Buch „Freunde lieben“ vor. Die Einladung: Ole Liebl ist auf Instagram und TikTok als Queer und bunt bekannt und setzt sich dort kritisch mit Themen wie Gender, Queerness, Feminismus und allem Menschlichen dazwischen auseinander. In seinem Buch „Freunde lieben. Die Revolte in unseren engsten Beziehungen“ legt Ole Liebl interessierten Leser:innen nahe, die Grenzen ihrer Beziehungen zu öffnen und sich wegzubewegen von starrer Monogamie.
Die Hattinger AG „Recherche & Analyse“ (AGORA) lädt am Donnerstag, den 16. 5. um 19 Uhr im Bürgerzentrum Holschentor, Talstraße 8 in Hattingen zu einem Vortrag mit Rainer Roeser ein : »Umfragen prophezeien Europas Rechtsaußenparteien kräftige Zuwächse bei der EU-Wahl im Juni. Rechtspopulisten, Rechtsradikale und Rechtsextremisten könnten zu den momentan stärksten Kräften im Europaparlament, den christlich-konservativen und sozialdemokra-tischen, aufschließen und Liberale, Grüne und Linke deutlich hinter sich lassen.
Die Initiative Demokratischer Konföderalismus lädt zu einem außerparlamentarischen Rat am 08.06. von 16 – 20 Uhr im Studio 108 im Bahnhof Langendreer ein: »Du wohnst in Bochum und willst deine Stadt gern aktiv mitgestalten? Ihr seid als Gruppe oder Initiative schon länger in Bochum aktiv und seid es leid, dass im Stadtrat ständig Entscheidungen gegen die Interessen der einfachen Leute getroffen werden?
Die Antifaschistische Linke Bochum (ALB) hat auf ihrer Internetseite ihre Sicht als als Mitveranstalter*innen der Revolutionären Vorabenddemo zu dem Ausschluss eines Blocks am vergangenen Dienstag dargelegt. Dabei handelt es sich um die Sicht der Gruppe und nicht die des Orgabündnisses.
Für das Erreichen der Klimaneutralität ist eine Mobilitätswende, also die Verlagerung von Mobilität von Autos und Flugzeugen auf öffentlichen Personenverkehr, Fahrrad und Fuß unerlässlich. Die Gruppe klimaVZ hat sich daher dazu entschieden, ein autofreies Bochum zu fordern. Erreicht werden soll das bis spätestens übermorgen. Am 14.05. findet ein Barabend unter dem Namen „Plauderkasten“ statt, bei dem darüber diskutiert werden soll, wie dieses Ziel erreicht werden kann.
Ver.di Mittleres Ruhrgebiet schreibt: »Die Art und Weise wie Herr Bouchkhachakh, Betriebsleiter des Lidl Lagers Herne, gegen den Betriebsratsvorsitzenden vorgeht, lässt keinen Zweifel mehr daran, was sein eigentliches Ziel ist: „Er will den kritischen BR- Vorsitzenden offensichtlich um jeden Preis loswerden. Neben dem außerordentlichen Kündigungsverfahren gegen den Betriebsratsvorsitzenden hat er daher nun auch noch den Antrag gestellt, sich dem Amtsenthebungsverfahren gegen den BR-Vorsitzenden anzuschließen,“ so Azad Tarhan, zuständiger Gewerkschaftssekretär. „Das zeigt nun endlich welch Geistes Kind dieses Amtsenthebungsverfahren tatsächlich ist.“
Der Rundgang hat uns hier zu diesem Ehrenrundplatz geführt, der von der Stadt Bochum 1947 geschaffen wurde. Rechts und links von mir sind, mitten in grüner Bepflanzung acht Kissensteine eingebettet, die die Namen und Lebensdaten von Arbeitern enthalten, die unter dem Fallbeil oder in Konzentrationslagern den Tod fanden. Die Steele hinter mir wurde 2008 von der VVN-BdA gestiftet. Deren Inschrift lautet: „Zum Gedenken an die ermordeten Widerstandskämpfer gegen das Nazi-Regime.“ Hinweisen möchte ich auch auf die Ehrenstätte für politisch Verfolgte um das Grab von Fritz Husemann mit 19 Urnengräbern rund 200 Meter von hier.
Ich begrüße alle, die heute hierher gekommen sind, um an den Jahrestag der Befreiung von Krieg und Faschismus vor 79 Jahren zu erinnern. Wir werden heute Reden hören über diejenigen Frauen und Männer aus ganz Europa, die von der faschistischen Diktatur, der Wehrmacht, der Gestapo, der SS verfolgt, vertrieben, verhaftet, getötet, ermordet und zur Zwangsarbeit gezwungen wurden. Wir hören Berichte, Erfahrungen und Beispiele vom Widerstand gegen das verbrecherische System. Diese Begrüßung und Eröffnung soll deshalb nichts vorwegnehmen, soll aber eine Einstimmung sein zu diesem wichtigen Gedenktag.
Hier auf dem Bochumer Hauptfriedhof befinden sich zwei Grabfelder, 19 und 34, in denen insgesamt 1720 Zwangsarbeiter*innen begraben sind, die hier in Bochum im Nationalsozialismus starben. Die Zwangsarbeiter*innen kamen zum größten Teil aus Polen, der Sowjetunion, Jugoslawien, Belgien und Frankreich. Insgesamt mussten mehr als 30.000 Menschen in Bochum Zwangsarbeit leisten. Es gab mehr als einhundert Lager und Unterkünfte für Zwangsarbeiter*innen, die meisten von ihnen waren eingesetzt im Bergbau, in Stahlwerken oder in der Rüstungsindustrie.
Am 8. Mai 1945 endete der Zweite Weltkrieg in Europa durch die vollständige bedingungslose Kapitulation der deutschen Wehrmacht. Wir feiern heute 79 Jahre der Befreiung des Deutschlands vom Nazismus, das Ende des größten Blutvergießens der Weltgeschichte, die Rettung der europäischen Juden vor der vollständigen Vernichtung. Im Zweitem Weltkrieg haben 60 Millionen Menschen ihr Leben verloren, fast die Hälfte davon waren Zivilisten. Jeder Zehnte war Jude. Am meisten betroffen waren die Sowjetunion und die Rote Armee.Das sowjetische Volk zahlte einen hohen Preis für den Sieg. 27 Millionen Menschen starben, 12 Millionen davon waren Soldaten und Offiziere.
Wir befinden uns hier auf einem Friedhof. An einem Ort, an dem die Toten in Frieden ruhen und an den wir kommen, um unserer Angehörigen zu gedenken. Jakob und Ella Eichenwald allerdings bekamen nie einen Platz, an dem sie in Frieden ruhen können, sondern sie wurden tausend Kilometer von hier entfernt auf brutalste Weise ermordet, nur weil sie jüdisch waren. Sie waren ganz normale Mitbürger.
Viele Menschen sind dem Aufruf des „Bündnisses Antifaschistischer Kampftag“ und der „Roten Hilfe Bochum“ zum 2. Antifaschistischen Kampftag Bochum – in diesem Jahr vor und in der KoFabrik – gefolgt, um den Tag der Befreiung und 100 Jahre Rote Hilfe zu feiern. Eine große Anzahl von Infoständen stellte auch einen Teil der vielen mitaufrufenden Gruppen und Initiativen dar.