Archiv für den Monat: Februar 2014


Samstag 08.02.14, 19:36 Uhr
Uraufführung eines Films über Hannes Bienert

„Die Erinnerung muss
das Vergessen besiegen“

Hannes Bienert wird am 12. Februar 86 Jahre alt. Anlässlich seines Geburtstages wird am Montag, dem 17. Februar um 19 Uhr in der Liselotte-Rauner-Schule eine dokumentarische Videocollage über ihn uraufgeführt. „Der Film dokumentiert die Geschichte des gläsernen Denkmals am Nivellesplatz in Wattenscheid, das an die 87 jüdischen Wattenscheider Frauen und Männer und Kinder erinnert, die von den Nazis verschleppt und ermordet wurden,“ schreibt Bruno Neurath-Wilson, der Autor des Filmes auf seiner Webseite. Er will „die Geschichte dieses ungewöhnlichen Mahnmals und des beeindruckenden persönlichen Engagements, das zu seiner Errichtung geführt hat“, erzählen. Im Neuen Deutschland hat er eine Würdigung über Hannes Bienert unter dem Titel „Nie aufgegeben“ geschrieben, die schon einiges über den Film verrät.


Freitag 07.02.14, 20:19 Uhr
PEPP-Einführung droht auch an der LWL Klinik in Bochum!

Weg mit PEPP!

Horst Hohmeier ruft zur Unterzeichnung der Petition gegen das geplante neue Entgeltsystem für psychiatrische und psychosomatische Krankenhäuser PEPP auf. PEPP steht für: Pauschalierende Entgelte für Psychiatrie und Psychosomatik. mehr…


Freitag 07.02.14, 15:26 Uhr

Teilstilllegung bei Johnson Controls 1

Zu der ankündigten Teilstilllegung bei Johnson Controls Bochum erklärt der Betriebsrat: »Der angekündigte Wegfall von 220 Arbeitsplätzen ist ein deutliches Zeichen, dass von der geplanten Schließung des Bochumer Opelwerkes auch weitere Menschen und ihre Familien betroffen sind. Mit einem abgebauten Arbeitsplatz im Opelwerk, folgen 10 und mehr Arbeitsplätze bei Zulieferern und in anderen Bereichen. Allein für die Produktion der Autositze für den Opelbereich gibt es weitere 100 Zulieferer, die Teile herstellen und anliefern. (Verstreut über ganz Deutschland und zum Teil im Ausland) mehr…


Freitag 07.02.14, 14:29 Uhr
Ein unappetitlicher Name für einen Delikatessenmarkt

Moltkemarkt auf dem Springerplatz? 2

Karl Springer (Foto: RuhrEcho Archiv)

Ein paar Geschäftsleute haben vor einiger Zeit auf dem Springerplatz einen wöchentlichen Delikatessenmarkt eröffnet. Das ganze firmiert unter dem Namen „Moltkemarkt“. Das Bochumer Friedensplenum hat nun auf den Ursprung dieses Namens aufmerksam gemacht. Moltke war ein herausragender Exponent des preußischen Militarismus, nach dem der Platz seit dem Kaiserreich benannt war, „bis ihn der Rat der Stadt 1947 in den Trümmern des 2. Weltkrieges umbenannte zur Erinnerung an den von den Nationalsozialisten ermordeten kommunistischen Bochumer Widerstandskämpfer Karl Springer„. In seiner Ratsanfrage will das Friedensplenum u. a. wissen: „Wird sich die Stadt Bochum deshalb darum bemühen, die Initiatoren des Delikatessenmarktes zu bewegen, diesem einen anderen Namen zu geben? Welche Schritte dazu sind beabsichtigt?“ Bei der ganzen Geschichte ist unklar, ob die Verantwortlichen für den Markt dumm oder revanchistisch gehandelt haben. Die Stadt Bochum jedenfalls verhält sich hierzu ahistorisch und peinlich. mehr…


Donnerstag 06.02.14, 18:33 Uhr
Resolution der Tarifkommission zu den Plänen von Outokumpu

„Keine vorzeitige Schließung des Stahlwerks Bochum!“

Die zuständige Tarifkommission der IG Metall hat heute Outokumpu in einer Resolution aufgefordert, „vorbehaltlos die Planungen aufzugeben, das Stahlwerk in Bochum im Jahr 2014 zu schließen. Eine entsprechende Erklärung ist Voraussetzung für Verhandlungen über das industrielle Konzept. Sobald dieses Bekenntnis vorliegt, können Verhandlungen aufgenommen werden; eine Verhandlungskommission ist gebildet.“ Weiter heißt es: „Die vom Betriebsrat beauftragten Gutachter haben sich in den vergangenen Wochen intensiv mit dem industriellen Konzept auseinandergesetzt und die Machbarkeit des Konzepts überprüft. Dabei konnten nicht alle Fragen abschließend geklärt werden. Nach wie vor bestehen erhebliche Zweifel an der Tragfähigkeit des industriellen Konzeptes.“ Die Resolution im Wortlaut.


Donnerstag 06.02.14, 14:23 Uhr

Peter-Petersen-Schule umbenennen

Die Peter-Petersen-Schule, eine städtische Förderschule mit dem Förderschwerpunkt Lernen, soll in Abstimmung mit der Schulgemeinde umbenannt werden. Diesen Antrag stellt die Linksfraktion für die nächste Sitzung des Ausschusses für Bildung und Wissenschaft am nächsten Dienstag. Die Linke im Rat will die Umbenennung, weil sich Petersen während der Nazizeit eindeutig rassistisch und antisemitisch geäußert hat. „Peter Petersen hat sich zwar in der Reformpädagogik der 20er Jahre des vorigen Jahrhunderts Verdienste erworben“, erläutert Ratsmitglied Ralf Feldmann das Anliegen. „Aber er war später auch ein Befürworter des nationalsozialistischen Rassenwahns und damit ideologischer Helfer der Judenverfolgung. Das hat inzwischen zahlreiche Städte veranlasst, nach ihm benannte Schulen umzubenennen. Das ist auch für Bochum unumgänglich.“ mehr…


Donnerstag 06.02.14, 07:19 Uhr
Die BI Bahnhof Weitmar besucht die Oberbürgermeisterin

Mehr als 1.800 Unterschriften

Am heutigen Donnerstag übergibt die Bürgerinitiative Bahnhof Weitmar der Oberbürgermeisterin mehr als 1800 Unterschriften zur Unterstützung ihrer bei der Gründung im Oktober abgestimmten Forderungen:
• Ablehnung des beschleunigten Bebauungsplanverfahrens für den ehemaligen Bahnhof Weitmar,
• Erhaltung des zusammenhängenden Grüngürtels und vor allem der zu einer Biotopverbundfläche gehörenden städtischen Waldfläche und
• Erstellung eines tragbaren Verkehrskonzepts für die schon heute überlasteten Straßen An der Holtbrügge, Am Kuhlenkamp, Karl-Friedrich-Straße, Prinz-Regent Straße und Wasserstraße rund um das Bebauungsplangebiet Nr. 946 vor der Aufstellung eines Bebauungsplans. mehr…


Mittwoch 05.02.14, 17:08 Uhr
Wirtschaftsinteressen in der Bildung

Mit Dollarzeichen in den Augen?

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft lädt am Dienstag, den 11. 2. um 18 Uhr zu einer Diskussionsveranstaltung in den Bahnhof Langendreer ein. Dr. Matthias Burchardt von der Humanwissenschaftlichen Fakultät der Uni Köln fragt in seinem Vortrag, nach Auswirkungen von Privatisierungstendenzen und ob es indentifizierbare Interessen gibt, die einer umfassenden Bildung im Wege stehen. In der Einladung der GEW heißt es: „Die Bildungspolitik wird zunehmend ökonomischen Interessen unterworfen. Die Aufgabe, der Wirtschaft MitarbeiterInnen zu liefern, verdrängt das Bildungsideal. Unter den Beschäftigten aber gibt es immer mehr SkeptikerInnen. Es gilt die Frage: Wie weit geht diese gesellschaftliche Tendenz, wo ist sie schon Realität?“


Mittwoch 05.02.14, 14:45 Uhr
KommunalpolitikerInnen lehnen das Programm der Partei ab

Die Ratsmitglieder der Linken
treten nicht mehr zur Wahl an
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Die Mitglieder der Linksfraktion im Rat und mehrere Mitglieder der Linken in den Bezirksvertretungen haben eine Erklärung abgegeben, dass sie bei der Kommunalwahl im Mai diesen Jahres nicht für eine erneute Kandidatur zur Verfügung stehen. Die Erklärung im Wortlaut: »Am vergangenen Freitag hat der Bochumer Kreisverband Die Linke gegen die Stimmen der anwesenden Fraktionsmitglieder das Kommunalwahlprogramm für die Kommunalwahl am 25. Mai verabschiedet. Dazu erklären die Ratsmitglieder der Linksfraktion Aygül Nokta, Bianca Schmolze, Ralf Feldmann, Arnold Vogel, Ernst Lange und Uwe Vorberg, sowie die Bezirksvertreter/innen Petra Malik (BV Südwest), Wolfgang Wendland (BV Wattenscheid), Martin Fechtelkord (BV Ost), Karin Plagge und Günter Fuhrmann (BV Mitte): mehr…


Dienstag 04.02.14, 17:19 Uhr
Die Stadt Bochum verlautbart:

Zur Abholzung in Weitmar

Die Stadt Bochum hat heute folgende Erklärung zur Abholzungsaktion in Weitmar abgegeben: »Auf dem früheren Güterbahnhof Weitmar hatten sich städtische Beschäftigte der Unteren Landschaftsbehörde gestern (3. Februar) aufgrund von Anrufen gefällte Bäume angeschaut, die Arbeiten mit Fotos dokumentiert und nichts zu beanstanden gehabt: Gefallen sind schmale Gehölze, die auf der Brache Wurzeln geschlagen hatten – so genanntes „Stangenholz“ oder „Natur auf Zeit“. mehr…


Dienstag 04.02.14, 12:37 Uhr
Am Sonntag im Bahnhof Langendreer:

2. Spendenflohmarkt

Am Sonntag, den 9. 2 lädt der Bahnhof Langendreer von 12-16 Uhr zum zweiten Mal zum Spendenflohmarkt der Initiativen ein. Bei dem Indoor-Flohmarkt können lokale Initiativen ihre Gruppenkasse aufbessern und sich gleichzeitig präsentieren. Zwei DJanes sorgen mit Musik für gute Stimmung und im Kino-Café gibt es ein Kuchen-Buffet. Angemeldet haben sich bisher 15 Initiativen, mit dabei sind u.a. Aktion pro Afrika Mali, Amnesty International, Frauenberatungsstelle Nora, University Meets Querenburg, Religionsfrei im Revier, Gib-und-Nimm-Tisch Dortmund u.a. Der erste Spendenflohmarkt im März 2013 zog über 250 BesucherInnen an.


Dienstag 04.02.14, 07:42 Uhr

Illegale Baumabholzung in Weitmar

Die Bürgerinitiative Bahnhof Weitmar macht in einer Mitteilung auf eine illegale Baumabholzung aufmerksam: „Nun ist es amtlich: Auf dem Gelände des ehem. Bahnhof Weitmar sollen Fakten geschaffen werden, um die besorgte Öffentlichkeit noch vor Feststellung des Bebauungsplanes vor vollendete Tatsachen zu stellen. Ohne Genehmigung hat heute ein im Auftrag der Fa. Adams Immobilien aus Essen handelndes Baumfällungs-Unternehmen (Fa. C. Ribbrock) aus Waltrop mit Baumfällungsarbeiten begonnen und auf dem Bahngelände bereits mehr als 100 Bäume (bis ca. 7 m Höhe) gefällt. mehr…


Dienstag 04.02.14, 07:25 Uhr

Soulcookin

Am Mittwoch, den 5. 2. spielt ab 20.15 Uhr im Biercafe die Akustik-Soulband soulcookin‘! Ralf Weber schwärmt in seiner Ankündigung: „Ein raffinierter Eintopf für Soul-Liebhaber, der den milden Geschmack einer akustischen Band und die scharfen Grooves der Motown Ära zu einem unvergesslichen Ohrenschmaus vereint. Die Zutaten sind fein gehacktes Schlagzeug (Bernd Oppel), 1 kg fetten Bass (Lukasz Dworak), frisch gepresste akustische Gitarre (Sascha Blejwas) und 1 Prise Soul Gesang (Marvin Becker). Die Band soulcookin‘ schafft es, den Zauber der Motown Ära in einen akustischen Rahmen zu bringen. mehr…


Montag 03.02.14, 21:13 Uhr

Kein roter Teppich für Erdogan

„Ein ‚Weiter so‘ darf es nicht geben. Die Bundesregierung darf den Amoklauf Erdogans und seiner AKP gegen Demokratie und Menschenrechte hin zu einem islamistischen Unterdrückungsstaat  nicht länger unterstützen. Sie darf ihm nicht auch noch den roten Teppich ausrollen“, erklärt Sevim Dagdelen, Bochumer Bundestagdsabgeordnete der Fraktion Die Linke, anlässlich des heute beginnenden Besuchs des türkischen Regierungschef Recep Tayyip Erdogan in Deutschland. Dagdelen weiter: mehr…


Montag 03.02.14, 17:44 Uhr

A Touch of Sin


Im Endstation Kino ist ab Donnerstag, den 6. Februar Jia Zhang-Kes neuer Film A Touch of Sin zu sehen.Die Ankündigung verspricht: »Ein Minenarbeiter rebelliert gegen die Korruption der Dorfoberen. Ein mittelloser Wanderarbeiter verschafft sich auf seine Weise Geld. Eine Sauna-Rezeptionistin wird von Männern so lange gedemütigt, bis sie sich wehrt. Ein junger Fabrikarbeiter zieht von einer perspektivlosen Arbeitsstelle zu nächsten. Vier Geschichten, ein Schicksal. Ein Porträt des modernen Chinas, eines ökonomischen Giganten, der langsam von Gewalt zersetzt wird. mehr…

Montag 03.02.14, 15:22 Uhr
Konzert mit Compania Bataclan & Musik for the Kitchen

…von wo die Melodien kommen!

Am Freitag, den 7. 2. präsentiert Radio El Zapote um 20 Uhr im Bahnhof Langendreer gleich zwei Bands: Compania Bataclan & Musik for the Kitchen. In der Einladung heißt es: »Unter der Aufruf „Heimat ist da, von wo die Melodien kommen“  gastieren zu einem musikalischen Clash zwei beliebte Bands, die mit Weltmusik flirten. Aber nicht nur weltmusikalische Anleihen aus vieler Menschen Länder werden charmant interpretiert, sondern noch viel mehr. mehr…


Montag 03.02.14, 06:56 Uhr
BI Bahnhof Weitmar appelliert an den Wirtschaftsausschuss

Keine vollendeten Tatsachen schaffen!

Die Bürgerinitiative Bahnhof Weitmar schreibt in einem Appell an die Mitglieder des Wirtschaftsausschusses  des Stadtrates: »Um die Bochumer Bürger noch vor einem Termin zur Öffentlichkeitsbeteiligung vor vollendete Tatsachen zu stellen, sollen möglichst schnell mehrere städtische Grundstücke im Bereich des Bebauungsplangebietes des ehem. Bahnhof Weitmar zum Dumpingpreis ohne öffentliche Ausschreibung an einen Investor verkauft werden. Der Beschluss zum Verkauf soll bereits am Dienstag, dem 04.02.2014 im Ausschuss für Wirtschaft, Infrastruktur- und Stadtentwicklung erfolgen. mehr…


Sonntag 02.02.14, 15:37 Uhr
Sieben Abende über Hartz IV, Grundsicherung etc. ab 13. Februar

Crash-Kurs Hartz IV

Im zehnten Jahr schon bietet das Projekt „Arbeit und Leben“ von DGB und Volkshochschule an sieben Donnerstagen einen fortlaufenden kostenfreien Kurs an. Kursleiter ist Norbert Hermann. Der Kurs ist seit Anbeginn immer sehr gut besucht. Einige ehemalige Teilnehmende haben sich seitdem in der „ehrenamtlichen“ Beratung engagiert. Vermittelt wird das Wichtigste aus den Regelungen für Hartz IV, für die Grundsicherung im Alter und auch darüber, wann Angehörige in Anspruch genommen werden können. Informiert wird auch über die Mietobergrenzen und die Abrechnung der Nebenkosten. Die Informationen durch die Behörden sind unzureichend. Die Welle an Widersprüchen und Klagen reißt nicht ab. Beginn ist am 13. 02., 18.00 – 20.30 Uhr. mehr…


Sonntag 02.02.14, 11:19 Uhr

SDS-Kennenlernabend

Die der Linkspartei nahestehende Hochschulgruppe SDS lädt am Donnerstag, den 6. Februar um 18 Uhr im KulturCafé in der Ruhr-Uni zu einem „Kennenlernabend“ ein und schreibt: »Genug von Wohnraum-Mangel, Sozialabbau, Leistungsdruck und Austeritätspolitik? Kein Bock mehr einfach dabei zuzuschauen wie die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter auseinander geht? An der Ruhr-Universität und in Bochum muss sich was ändern! Wir brauchen eine lebendige studentische Kultur, die die Missstände der Gesellschaft klar aufzeigt und sich sowohl an als auch außerhalb der Universität engagiert. Wenn du Interesse an linker Politik hast und dich organisieren willst um gemeinsam gegen die Ungerechtigkeiten in dieser Welt zu kämpfen, dann schau doch beim Infoabend des dielinke.SDS Bochum vorbei.« Näheres.


Sonntag 02.02.14, 08:00 Uhr
Der DGB fordert:

Keine Ausnahmen beim Mindestlohn!

Die Forderungen aus Teilen der Politik und der Wirtschaft nach Ausnahmen beim Mindestlohn stoßen beim DGB in der Region auf deutliche Kritik. In einer Stellungnahme heißt es: »Jochen Marquardt, Geschäftsführer der DGB Region Ruhr-Mark, baut darauf, dass die Aussagen der SPD keine Ausnahmen zulassen und in der Großen Koalition Bestand haben werden. Marquardt: „Arbeitsministerin Andrea Nahles hat sich deutlich positioniert und wir erwarten, dass dies auch so bleibt.“ Die aktuellen Debatten hätten für den DGB zur Folge, dass jeder Dritte leer ausgehen könnte. mehr…


Samstag 01.02.14, 21:41 Uhr

Che Sudaka mit dem Album 1111 Lives

CHE SUDAKA 1111 Lives SPOT 1

Am Dienstag, den 4. 2. gastiert um 20 Uhr  Che Sudaka aus Barcelona im Bahnhof Langendreer. Das Konzert wird präsentiert von Radio El Zapote: »Nach zweijähriger Abwesenheit, jedoch vielen Konzerten über die Jahre in Bochum, kehren die südamerikanischen Musiker von Che Sudaka, mit Basis im katalanischen Barca,  zurück an alte Wirkungsstätte. mehr…

Samstag 01.02.14, 18:15 Uhr

Solidarität mit den Geflüchteten 7

Mehr als 300 Menschen waren heute dem Aufruf zu einer Demonstration vor dem Flüchtlingsheim in der Wohlfahrtstraße gefolgt. (Zur Fotogalerie.) Das Motto der Kundgebung „Flüchtlinge Willkommen!“ Auf Begeisterung stieß die riesige Botschaft der Knappschaft an ihrem Hochhaus. Einige Flüchtlinge beteiligten sich an der Demonstration, trauten sich aber nicht öffentlich aufzutreten. Birgit Naujoks, (Foto rechts) Geschäftsführerin des Flüchtlingsrates NRW schilderte in ihrer Rede die Situation der Flüchtlinge: »In dieser Flüchtlingsunterkunft hier an der Wohlfahrtsstraße leben Menschen, die vor politischer Verfolgung, (Bürger-)Kriegen, massiven Menschenrechtsverletzungen und akuten Lebensbedrohungen geflohen sind. Sie haben gefährliche Wege und alle Widrigkeiten in Kauf genommen, um hier in Sicherheit und mit einer Perspektive leben zu können. Doch angekommen in Deutschland, können sie von der viel gepriesenen „Willkommenskultur“, die die Politik gegenüber sogenannten „erwünschten“ Zuwanderern propagiert, nicht profitieren. mehr…


Kundgebung "Flüchtlinge Willkommen" am 1. 2. 2014 an der Wohlfahrtstraße
Samstag 01.02.14, 18:12 Uhr

Rede von Wolfgang Dominik, VVN-BdA

Liebe Freundinnen und Freunde,
mein Name ist Wolfgang Dominik. Ich bin Mitglied der ältesten und bis heute größten antifaschistischen Organisation Deutschlands, Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten. (VVN-BdA).
Die Mütter und Väter der VVN-BdA waren sehr häufig ehemalige KZ-Häftlinge oder sonst wie Verfolgte des Naziregimes. Unter ihnen befanden sich zahlreiche Flüchtlinge, die es geschafft hatten, das faschistische Deutschland oft unter Lebensgefahr und in der Regel unter Zurücklassung von Hab und Gut zu verlassen.
Flüchtlinge sind nie Menschen, die ohne Not, oft  unter größten Strapazen und lebenslänglichen Traumatisierungen,  ihre  Heimat verlassen. Darauf gehen die anderen RednerInnen noch genauer ein!

Es ist eigentlich eine politische und historische Perversität, die sich heute hier abspielt. Flüchtlinge werden angegriffen von einer Neonazi-Bande, die sich Kameradschaft Volkssturm Deutschland nennt.
Da ich am Montag in der Bochumer Synagoge etwas zur aktuellen faschistischen Gefahr in Bochum  sagen sollte, bin ich noch einmal mit den allein 6 Millionen ermordeten jüdischen MitbürergerInnen in Europa konfrontiert worden. Auf die Verursacher und Väter dieses Völkermords bezieht sich der Volkssturm.

Ich weiß nicht, ob diesem Volkssturm klar ist, dass der Volkssturm im Faschismus das letzte kümmerliche und elende Aufgebot von alten Männern und Jugendlichen bzw. Kindern war,  die von einer verbrecherischen deutschen Führung  gegen Ende des faschistischen Terrorkrieges und gegen Ende der industrieller Vernichtung von Millionen Menschen auch noch ihr Leben lassen sollten zur Verteidigung der faschistischen Herrschaft.  Wenn sich heute Neofaschisten nach diesem maroden Haufen von staatlich angeordneten Selbstmordkommandos nennt, lässt das auf eine ausgeprägte Geschichtsblindheit schließen.

Die neofaschistischen Kameradschaften beziehen sich auf die faschistischen Kameradschaften, die es ab 1933 in Deutschland gab. Kameradschaft war die kleinste Einheit der Hitler-Jugend mit ca. 15 Mitgliedern. Viel stärker sind die Kameradschaften heute auch nicht. Vielleicht sollten sich die Kameradschaften gleich Hitler-Jugend nennen? Oft genug verstehen sich die Mitglieder der Kameradschaften als politische Soldaten, als  Kriegsgemeinschaft, d.h. als Träger von direkt auf den Faschismus bezogenen Ideologien, Methoden und Zielen. So ließe sich dann auch die „Kameradschaft Volkssturm Deutschland“ erklären.

Wir können feststellen, dass in ganz Europa faschistoides und faschistisches Denken und Handeln explosionsartig um sich greift. Von Finnland bis Griechenland treibt die kapitalistische Krise  immer mehr Menschen faschistischen Demagogen in die Arme, die angeblich leichte Lösungen für ihre Probleme parat halten. Die flüchtenden Opfer der imperialistischen Wirtschaftspolitik und der neuen kolonialen Kriege werden durch eine massive Aufrüstung der Außengrenzen Europas (ich nenne nur Frontex und Eurosur) zurück in den Hunger-, Kriegs-  oder Foltertod getrieben. Wenn sie aber Europa erreichen oder sogar als europäische BürgerInnen nach Deutschland kommen, werden sie  von höchsten Repräsentanten des Staates mit rassistischen Diffamierungen bedacht, und es wird versucht, sie so schnell wie möglich in noch größeres Elend oder den Tod zurückzutreiben.

Ein bekannter christlicher Politiker konnte ohne jede Kritik unter jubelnden Beifall schon 2011 erklären, dass er sich „bis zur letzten Patrone“ gegen ZuwanderInnen in unser Sozialsystem wehren wird, falls sie nicht entsprechend der kapitalistischen Profitlogik verwertbar sind. Diese  kriegerische Redeweise könnte tatsächlich eine Parallelität zum Volkssturm aufweisen. Die hatten zwar damals kaum noch Patronen, sollten sich aber auch bis zur letzten Patrone oder mit bloßen Händen wehren.

Der staatlich verordnete Rassismus in Medien und durch PolitkerInnen hat massiv zugenommen. Klar, auch Kardinal Meissner muss da noch schnell seinen Senf dazu tun, um in guter Sarrazin-Tradition  Menschen gegeneinander zu polarisieren statt , wie der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime Aiman Mazyek sagt, Brücken zu bauen. Sarrazin ist immerhin ein prominentes SPD-Mitglied,
Es wird mit Macht rassistisch aufgerüstet. Materiell an den Grenzen, ideologisch tagtäglich in diesem Land.

Als studierter evangelischer Theologe kann ich mir die sarkastische Bemerkung nicht ersparen: Wenn Jesus von Nazareth heute nach Europa oder nach Deutschland fliehen wollte, würde er wahrscheinlich von Frontex, auch eine Erfindung christlicher PolitikerInnen,  gezwungen, im Mittelmeer zu ertrinken wie 20.000 andere in den letzten Jahren.
Würde er es irgendwie nach Deutschland schaffen und würde einen Asylantrag stellen können, wäre er sofort abgelehnt: Bärtiger Palästinenser,  religiöser Fundamentalist, keine Qualifikationen, die im Sinne kapitalistischer Verwertbarkeit der Arbeitskraft nachgefragt werden, beruft sich möglicherweise auf einen gewissen Christus, der in Europa oft  sogar im Namen von  Parteien auftaucht Diese christlichen Parteien in Deutschland sitzen mit einer anderen Partei in der Regierung Deutschlands. Alle MinisterInnen beider Parteien haben auf den christlichen Gott ihren Amtseid abgelegt Dieser Eid  beinhaltet: „Die Würde des Menschen ist unantastbar!“ und „Die Menschenrechte sind unveräußerlich!“. Da steht nicht im Grundgesetz, dass diese Grundrechte nur für  ganz spezielle Deutsche gelten.

Die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes und die  Überlebenden  haben 1945 geschworen, die Ursachen, die zum Faschismus führten, zu beseitigen.
Heute müsste es hier vor dem Flüchtlingsheim auch heißen, die Ursachen, die Menschen zur Flucht treiben, müssen beseitigt werden. Solange diese Ursachen nicht nur nicht beseitigt, sondern durch  geplante (familienfreundliche) neue Kriege (Gauck nennt diese imperialistischen Kriege mehr Verantwortung für die Welt übernehmen) zementiert werden, müssen wir Flüchtlingen sagen: Wir heißen euch willkommen, auch – aber nicht nur – weil wir einsehen, dass wir die Mitschuld an eurem Elend tragen.

Für AntifaschistInnen gilt: Faschismus ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen! Die Bildung eines Volkssturms war auch schon 1944  ein zusätzliches faschistisches Verbrechen und heute erst recht.


Samstag 01.02.14, 18:05 Uhr

Rede von Birgit Naujoks,
Flüchtlingsrat NRW

Wir haben uns hier heute zusammengefunden, um unsere Solidarität mit den in der Wohlfahrtstraße lebenden Flüchtlingen zu demonstrieren und ihnen noch einmal deutlich zu zeigen, dass  es Menschen gibt, die sie willkommen heißen!
Wir heißen sie deshalb willkommen, weil es Menschen sind, Menschen, die hier in Deutschland leben möchten. Für uns EU-Bürger ist es eine Selbstverständlichkeit, dass wir uns prinzipiell frei entscheiden können, an welchem Ort der Erde wir leben möchten. Dieses Recht gestehen unsere Gesetze, viele Politiker und weite Teile der Gesellschaft jedoch Menschen aus anderen Ländern, die in Europa leben möchten, nicht zu. Im Gegenteil, Europa schottet sich ab und nimmt dabei billigend den Tod von Flüchtlingen in Kauf.
In dieser Flüchtlingsunterkunft hier an der Wohlfahrtsstraße leben Menschen, die vor politischer Verfolgung, (Bürger-)Kriegen,  massiven Menschenrechtsverletzungen und akuten Lebensbedrohungen geflohen sind.  Sie haben gefährliche Wege und alle Widrigkeiten in Kauf genommen, um hier in Sicherheit und mit einer Perspektive leben zu können. Doch angekommen in Deutschland, können sie von der vielgepriesenen „Willkommenskultur“, die die Politik gegenüber sogenannten „erwünschten“ Zuwanderern propagiert, nicht profitieren.
Menschen, die hier einen Asylantrag stellen, müssen mit sehr vielen rechtlichen Einschränkungen leben. So haben sie keinen Anspruch auf einen Sprach- oder Integrationskurs. Auch unterliegen sie in der ersten Zeit einem vollständigen Arbeitsverbot und können danach nur eine Erlaubnis für einen Job erhalten, den kein Deutscher, EU-Bürger oder sonstiger Drittstaatler ausüben kann. Dies bedeutet über mehrere Jahre einen faktischen Ausschluss vom Arbeitsmarkt. Diese Menschen ruhen sich nicht „auf der sozialen Hängematte“ aus, wie es derzeit oft geäußert wird, sie sind zur Untätigkeit gezwungen und müssen Sozialleistungen in Anspruch nehmen, um ihr Überleben zu sichern. Die Sozialleistungen, die ihnen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz gewährt werden, werden in NRW mittlerweile weitgehend in Barleistungen ausgezahlt. Manche Gemeinden nutzen aber immer noch die rechtlich vorgesehene Möglichkeit, Gutscheine an Flüchtlinge auszugeben oder einen eigenen Shop in einer Unterkunft zu betreiben. Diese Formen der Leistungsgewährung sind diskriminierend und schränken die freie Entscheidung über die Lebensführung erheblich ein. Medizinische Versorgung ist im Regelfall nur für akute Erkrankungen und Schmerzzustände vorgesehen – was akut ist, darüber entscheidet der Mitarbeiter beim Sozialamt, der dem Flüchtling einen Behandlungsschein ausstellen muss, bevor dieser einen Arzt aufsuchen darf.
Auch gibt es für die Art und Weise der Unterbringung von Flüchtlingen keine Mindeststandards . Für die Tierhaltung ist normiert, wieviel Platz einem Schäferhund oder eine Legehenne zusteht. Bei der Unterbringung von Flüchtlingen existieren solche Vorgaben nicht, so dass sich momentan des Öfteren vier Personen, die sich nicht kennen, womöglicher unterschiedlicher Herkunft und Religion sind, einen Raum von 10 qm Größe teilen müssen. Gemeinschaftsküchen und -bäder werden nicht selten von bis zu 20 Personen genutzt. Auch hier in der Wohlfahrtsstraße sind die Verhältnisse durch das Aufstellen der vielen Container äußerst beengt. Den Kindern fehlt Platz zum Spielen und es mangelt an Rückzugsmöglichkeiten für die Menschen. Das alles sind Maßnahmen, um Flüchtlinge abzuschrecken, sie dazu zu bewegen „freiwillig“ wieder zurück zu gehen und sie von jeder Möglichkeit der gesellschaftlichen Teilhabe fernzuhalten.
Warum geht unsere Gesellschaft so mit Menschen um, die hierhin kommen, um Schutz zu suchen? Diese Frage können wir nicht abschließend beantworten, aber wir können uns dafür einsetzen, dass sich das ändert. Dafür stehen wir, die wir hier heute an der Gegendemonstration teilnehmen. Wir möchten eine menschenfreundliche und menschenwürdige Gesellschaft, die jedem hier lebenden Menschen den gleichen Wert beimisst. Deshalb noch einmal an alle Bewohner dieser Unterkunft: „Herzlich willkommen!“