Archiv für den Monat: Februar 2009


Samstag 21.02.09, 22:00 Uhr

Wie 1975: Die Bosse stöhnen – wir sollen löhnen

Das Bochumer Sozialforum hat heute mit einer Straßenaktion auf seine Tagung am kommenden Wochenende aufmerksam gemacht. Unter dem Motto „Kapitalismus in der Sackgasse – eine andere Welt ist möglich“ findet am 27. und 28. Februar eine Workshop-Tagung im Bahnhof Langendreer statt. Näheres. Eyecatcher der heutigen Aktion war ein Transparent, das der ehemalige Opelbetriebsrat Wolfgang Schaumberg mitgebracht hatte. Mit diesem Stoff war er 1975 in die Opel-Betriebsversammlung gezogen: „Die Bosse stöhnen – wir sollen löhnen“. Auch damals ging es um Krise und Kurzarbeit. Der aktuelle Text des Flugblattes des Bochumer Sozialforums: „Von Woche zu Woche überschlagen sich die Schreckensmeldungen. Was jetzt losbricht, ist in der Tat in den letzten Jahrzehnten ohne Beispiel. Das internationale Bankensystem ist praktisch insolvent. Die Kaufkraft fällt. Arbeitslosigkeit, Kurzarbeit und Armut schnellen nach oben. Zwei Mio. Arbeitsplätze wurden in den USA allein in den letzten vier Monaten vernichtet. Mit dem Wegfall von weiteren 3-5 Mio. Arbeitsplätzen wird für 2009 gerechnet. Auch in Deutschland beginnt die Krise, zum eiskalten Jobkiller zu werden. Und auch hier gibt es dank Agenda 2010 fast keine soziale Absicherung mehr nach unten. Für dieses Desaster gibt es zwar überhaupt keine plausible Erklärung aus der herrschenden Politik und der „Wirtschaft“. Aber sie wussten sofort, was angeblich zu tun sei: Für Banken und Konzerne müssten schlagartig unvorstellbare Milliardensummen aus Steuergeldern lockergemacht werden. mehr…


Samstag 21.02.09, 10:18 Uhr

Ausstellungseröffnung: Alte Industrie – Neue Lebensräume

otten.jpgAm Sonntag, 22. Februar, präsentiert Ludger Otten ab 16.00 Uhr im Wahlkreisbüro von Sevim Dagdelen, MdB Die Linke, Alleestr. 36, Industriefotografie mit dem Thema: „Alte Industrie – Neue Lebensräume“. In der Ankündigung heißt es u.a.: »Der 1962 in Duisburg geborene Künstler Ludger Otten lebt heute in Herne. Durch seine künstlerische Experimentierfreudigkeit hat er sich auf vielen Gebieten zu einem echten Allround-Talent entwickelt. Er ist Maler, Karikaturist, Web-Designer und 3D Künstler. Ludger Otten erklärt zu der Vernissage: „In Bochum habe ich in der Vergangenheit in der Bücherei Langendreer oder in Planetarium verschiedene Aspekte meiner Arbeiten gezeigt.« Näheres.


Freitag 20.02.09, 17:00 Uhr

Theater unter Tage zum Thema „Innere Sicherheit“

Am Sonntag, 22. Februar, findet in der Neuen Heimat im Theater unter Tage ab 12.00 Uhr ein Thementag unter dem Titel „Innere Sicherheit“ statt. Um 15.00 Uhr referiert Padeluun, der Vorsitzende der Bielefelder Bürgerrechtsorganisation FoeBuD e.V., über Datenschutz und Privatsphäre. In der Ankündigung des Schauspielhauses heißt es: »Was ist privat, und was ist öffentlich? Was sollte öffentlich werden, was sollte privat bleiben? Der sicherheitspolitisch geprägte Begriff „Innere Sicherheit“ wird umgedeutet und als Frage nach Strukturen der Begegnung und des Rückzuges verwendet. Die Welt draußen stellt Herausforderungen an uns, und unsere innere Gedanken- Gefühlswelt bildet mit ihren Ängsten und Konstrukten die verletzliche Ausgangslage für Begegnungen. Ein breites Spektrum von Gästen wird verschiedene Aspekte zusammentragen: Philosophen berichten (nach Martin Buber) vom Gegenüber als größte Herausforderung. Polizisten sprechen über ihren Arbeitsalltag und das durchschnittliche Sicherheitsempfinden der Bürgerinnen und Bürger. Datenschützer sprechen von Bundestrojanern und unfreiwilliger Selbstoffenbarung im Internet.« mehr…


Freitag 20.02.09, 16:00 Uhr

Gesundheitsbelastungen in der Nähe des Edelstahlwerkes

Die Soziale Liste hat in einer Pressemitteilung darauf aufmerksam gemacht, dass die Verwaltung in einer Vorlage zur letzten Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses berichtet hat,  dass das Umweltministerium erste Ergebnisse der Untersuchung vorgelegt hat, bei der u. a. die gesundheitliche Belastung bei Kindern und ihren Müttern in der Nähe des Stahlwerkes in Stahlhausen ermittelt wurde. Der Bericht. Die Untersuchung wurde auch an Standorten in Witten, Siegen und Krefeld durchgeführt, an denen die Luftbelastung durch Chrom, Nickel und Feinstäube ebenfalls erhöht ist. In der Vorlage der Stadtverwaltung heißt es: »Die nachfolgend genannten Effekte wurden nach der vorliegenden Veröffentlichung in der Studie bei der Gesamtgruppe der untersuchten Personen aus sämtlichen Standorten erkennbar.

  • Es besteht ein eindeutiger Zusammenhang zwischen der äußeren Belastung von Chrom und Nickel durch Luftimmission einerseits und der inneren Belastung im Urinnachweis andererseits.
  • Die Nickel- und Chrombelastung des Organismus hat einen Einfluss auf allergische Sensibilisierung (Allergiebereitschaft) gegen Nickel.
  • mehr…


Freitag 20.02.09, 13:00 Uhr

Bürgerbahn statt Börsenwahn

Am kommenden Mittwoch, den 25.2., findet um 19.30 Uhr im Bahnhof Langendreer, eine Informations- und Diskussionsveranstaltung mit Winfried Wolf zu Alternativen zur Bahnprivatisierung statt. In der Einladung heißt es: »Weniger Verbindungen – schlechterer Service – geringere Sicherheit – höhere Preise: so stellt sich die Bahn dar. Nach fünf Jahren versuchter Kapitalprivatisierung ist die Bilanz aus Kundensicht klar: so geht es nicht! Das Aussetzen des Bahnbörsengangs ist ein großer Erfolg für alle, die sich gegen die Bahnprivatisierung engagiert haben.  Dabei wird die aktuelle Situation der Bahn auch im Zusammenhang mit der Weltwirtschaftskrise und der Krise im internationalen Transportsektor diskutiert. Die Bahnprivatisierung ist ein extremer Ausdruck des Neoliberalismus, des weltweiten Privatisierungswahns. Auch ohne das aktuell schlechte „Marktumfeld“ droht mit der Bahnprivatisierung ein Ausverkauf von Volksvermögen im großen Umfang. mehr…


Donnerstag 19.02.09, 20:00 Uhr
Studie über Schützenvereine im Nationalsozialismus

Feiern und schießen für das Regime

Die Pressestelle der Ruhr Uni schreibt: »Aktiv haben die deutschen Schützenvereine die Ziele des Nationalsozialismus im „Dritten Reich“ unterstützt: teils im vorauseilenden Gehorsam, zum Beispiel beim Ausschluss der Juden aus den Vereinen bereits 1933, und teils in einem Maße, das weit über die vom Regime geforderte Beteiligung hinausging, etwa bei der „Wehrhaftmachung“ großer Teile der Bevölkerung im Krieg. Das ist das zentrale Ergebnis der Masterarbeit von Henning Borggräfe am Historischen Institut der Ruhr-Universität Bochum (Betreuer: Prof. Dr. Constantin Goschler). Am Beispiel dreier westfälischer Schützenvereine und ihrer Dachverbände und auf breiter Quellenbasis legt Borggräfe damit erstmals eine detaillierte Studie über Schützenvereine zur gesamten NS-Zeit vor und revidiert das seit rund 60 Jahren bestehende Bild ihrer damaligen Rolle.“ Näheres.


Donnerstag 19.02.09, 16:30 Uhr

Brandanschlag auf Obdachlosen-Projekt BODO am Springerplatz

bodo-konto.gifKurz nach Mitternacht wurde heute ein Brandanschlag auf den Bunkerbasar der Obdachlosen-Initiative BODO am Springerplatz verübt. Unbekannte warfen einen Brandsatz in die ebenerdigen Räume. Das Feuer und die Löschmittel der Feuerwehr machten die Räumlichkeiten für die nächste Zeit völlig unbrauchbar. Dies hat zur Folge, dass die bodo-VerkäuferInnen ihre Zeitschriften nicht mehr im Bunker abholen können, sondern dafür nach Dortmund fahren müssen. Auch der Basar kann nicht mehr stattfinden, was neben dem Einnahmeverlust auch die zahlreichen SchnäppchenjägerInnen mehr als betrüben wird. „Was sind das für Menschen, die den Ärmsten der Armen das Dach über dem Kopf anzünden?“ empört sich Christa Niesen, 1. Vorsitzende von bodo e.V. und seit Jahren die gute Seele im Bunker. Sie steht fassungslos vor den Trümmern und hat Tränen in den Augen: „Eigentlich haben wir hier nichts mehr. Neben dem Trödel haben wir auch kein Mobiliar mehr. Wir müssen alles renovieren und das gründliche Durchlüften wird auch seine Zeit brauchen. Wir bitten die BürgerInnen um Hilfe, damit wir den Bunker bald in neuem Glanz wieder eröffnen können.“


Donnerstag 19.02.09, 16:00 Uhr

Kampagne für ein Bleiberecht für MigrantInnen ohne Papiere

Am Samstag, dem 7. März, findet um 14.00 Uhr im Bahnhof Langendreer ein weiteres Treffen zum Thema Legalisierungskampagne, also für eine Kampagne für ein Bleiberecht für MigrantInnen ohne regulären Aufenthaltsstatus statt. In der Einladung heißt es: „Hunderttausende Menschen leben ohne Papiere, also ohne eine Aufenthaltsgenehmigung in Deutschland. Sie suchen hier aus unterschiedlichsten Gründen Zuflucht, werden aber durch die gültige Rechtssprechung abgewiesen. oder sie haben durch ein restriktives Aufenthaltsrecht ihre Aufenthaltserlaubnis als ArbeitsmigrantInnen, HeiratsmigrantInnen oder StudentInnen verloren. So werden sie zu ‚Illegalen‘, die ihre Rechte gegenüber Behörden, ArbeitgeberInnen oder VermieterInnen nicht einklagen können und keinen Zugang zu Bildung und regulärer Gesundheitsversorgung erhalten. Papierlose Menschen leben mit der ständigen Angst, entdeckt und abgeschoben zu werden. mehr…


Donnerstag 19.02.09, 15:00 Uhr

Der Kapitalismus in der Sackgasse – eine andere Welt ist nötig

Am Samstag, dem 21. 2., macht das Bochumer Sozialforum von 12.00 Uhr bis 14.00 Uhr mit Aktionen auf der Kortumstraße in Höhe des Husemannplatzes auf seine Workshoptagung am 27. und 28. Februar im Bahnhof Langendreer aufmerksam. Das Sozialforum verteilt Gutscheine für zwei Millionen Opel-Corsa, 10.000 Windräder und eine halbe Millionen Fertighäuser. Die knallhart kalkulierten Wertpapiere sind Garantieanleihen auf die bisherigen staatlichen Rettungspakete. Mit diesen Anteilsscheinen werden die Bürgerinnen und Bürger an den seit Jahrzehnten wichtigsten politischen Entscheidungen in Deutschland beteiligt – nämlich an der Frage nach dem Umgang mit der Finanz- und Wirtschaftskrise. mehr…


Donnerstag 19.02.09, 15:00 Uhr

Sonderzug zum Anti-Nato-Gipfel nach Straßburg

peacetrain.gifAnfang April 2009 will die NATO in Straßburg und Baden-Baden auf einem Gipfeltreffen ihr 60-jähriges Bestehen feiern. Der Militärpakt beabsichtigt, ein neues strategisches Konzept zu verabschieden, das zur weiteren Absicherung der bisherigen  Weltwirtschaftsordnung dient und den Zugang zu den Rohstoff- und Energievorräten der Welt mit militärischer Gewalt absichern soll. Am Samstag, dem 4. April, mobilisieren die unterschiedlichsten friedenspolitischen und sozialen Bewegungen in Europa zu einer Großdemonstration in Straßburg. Mitten in der Nacht wird um 4.00 Uhr ein Sonderzug von Bochum nach Straßburg fahren. Die Fahrkarten kosten für die Hin- und Rückfahrt 30 Euro. Fahrtkartenschalter sind: Das Kinocafé des Bahnhof Langendreer, die Büros der Linkspartei an der Alleestr. und an der Unistr., das Ludwig Quidde Forum in der Brückstr. und das Büro der Sozialen Liste im Rathaus. Näheres.


Donnerstag 19.02.09, 14:00 Uhr

Zweifel am Konzept der Kulturhauptstadt

Am Sonntag, dem 22. Februar trifft sich um 12:00 Uhr die AG Kritische Kulturhauptstadt im Sozialen Zentrum, Josephstr. 2. In der Einladung heißt es: „So recht scheint keiner an die Kulturhauptstadt Ruhr 2010 zu glauben. Zwar balgen sich mehr als genügend Kultur”schaffende” um die Fördergelder und die lokale Tourismusbranche darf auf Zuwächse hoffen, aber an nachhaltige Effekte für die Menschen in der Region mag niemand glauben. Die Kulturhauptstadt ist schon jetzt angeknackst: In den Lokal-Gazetten des örtlichen Medienmoguls regen sich angesichts der Absage der Loveparade Zweifel, ob man mit der Kulturhauptstadt wirklich mehr meine als elitäre Hochkultur. mehr…


Mittwoch 18.02.09, 22:00 Uhr

Prozess Edeka vs Betriebsrätin vertagt

edeka-prozess.jpgDer Wittener Edeka-Filialbesitzer Norbert Bertram blieb gestern vor dem Bochumer Arbeitsgericht bei seinem Vorhaben, die Betriebsratsvorsitzende seines Unternehmens Gabriele Gramckow (links auf dem Foto) zu kündigen. (Siehe Meldung vom 16.2.) Mehr als 50 KollegInnen aus Edeka-Betrieben, von ver.di, der Linkspartei und andere solidarische Menschen unterstützten sie durch ihre Anwesenheit im Gerichtssaal. Gabriele Gramckow machte deutlich, dass sie sich nicht einschüchtern lässt und die Kündigung nicht akzeptiert. Nach dieser gescheiterten „Güteverhandlung“ wird es nun wahrscheinlich im April mit der Beweisaufnahme weitergehen. Die Bundestagsabgeordnete Sevim Dagdelen, die Gabriele Gramckow im Gericht begleitete, erklärte, dass sie den Eindruck habe, dass durch die erhobenen Vorwürfe versucht wird, eine engagierte Betriebsratsvorsitzende zum Schweigen zu bringen. „Der ganze Vorgang erinnert mich“, so Dagdelen, „an den Fall der ‚Emmely‘ in Berlin, wo ebenfalls versucht wurde, eine unbequeme Kollegin im Einzelhandel der angeblichen Unterschlagung von Pfandbons im Wert von 1,30 Euro zu bezichtigen und durch eine Verdachtskündigung los zu werden.“


Mittwoch 18.02.09, 18:00 Uhr

Ausbildung für konsumkritische StadtführerInnen

Vom 14. bis 15.03.09 bietet die BUNDjugend NRW einen Workshop „Bochum Global“ für 15- bis 26-Jährige an. In der Einladung heißt es: »Du fragst dich, warum dein T-Shirt aus Pakistan kommt und trotzdem billiger ist als eine Fahrkarte in den nächsten Ort? Du hast Interesse, deine Stadt aus einer ungewöhnlichen Perspektive anderen jungen Menschen zu zeigen und sie zum Nachdenken anzuregen? Dann bist du bei „Bochum Global“ genau richtig! Mit unserem Workshop kannst du eine/ein konsumkritischeR StadtführerIn werden! Statt bekannte Sehenswürdigkeiten abzulaufen, halten wir an Stationen wie McDonald’s oder H&M und richten unser Augenmerk auf die Auswirkungen, die unsere Konsumentscheidungen in anderen Teilen der Erde haben. Kerninhalte des Wochenendes sind sowohl ein inhaltlicher Einstieg ins Thema, als auch praxisnahes Methodentraining. Bio oder billig, fair oder nicht, wer die Hintergründe versteht, kann besser entscheiden!« Zur Anmeldung.


Mittwoch 18.02.09, 18:00 Uhr

bsz #776 bringt Erstis auf Trab

„LAAAUUUUFT!“  – Ganz im Zeichen dieses kategorischen Imperativs steht die Erstsemester-Ausgabe der Bochumer Stadt- & Studierendenzeitung. Denn an der RUB, heißt es im Editorial, „tobt seit Jahren ein erbarmungsloser Kampf: DozentInnen gegen Studierende und diese auch gegen sich selbst.“ Hinzu kommt die chronisch marode Bausubstanz der alma mater mit ihren hoffnungslos überfüllten Veranstaltungen. Dennoch begrüßt die bsz alle Erstis unverdrossen: „Herzlich Willkommen an der umgebungsgrünsten Universität der Republik.“ Auch und gerade, wenn die RUB den Sprung zur Elite-Uni knapp verpasst hat… Neben einem Einblick in die studentische Selbstverwaltung und ihre Institutionen, einem bsz-guide über Beratungsmöglichkeiten aller Art für Studierende sowie detaillierten Infos zum Geltungsbereich des NRW-Semestertickets hält die 776. bsz-Ausgabe nicht nur für Neu-BochumerInnen noch viel mehr Wissenswertes bereit: So finden sich in der Edition zum Semesterstart auch ein Portrait der Bochumer Rosa Strippe mit Freizeit- und Beratungsangeboten für Schwule & Lesben sowie ein „RuhrSpotting“ mit zehn bsz-Ausgehtipps zwischen Bermudadreieck-Trubel, Zauberkasten-Akrobatik, Sozialem Zentrum und Stadtpark-Idyll.


Mittwoch 18.02.09, 11:00 Uhr

Kommunalwahl findet nicht im Juni statt

Der Versuch von CDU und FDP in NRW, die Kommunalwahl mit der Europawahl im Juni zusammenzulegen, ist gescheitert. Der Landesverfassungsgerichtshof schreibt in einer Pressemitteilung: „Als gemeinsame Verfassungsüberzeugung lasse sich den geltenden Verfassungsbestimmungen sowie der Verfassungswirklichkeit das demokratische Grunderfordernis entnehmen, dass zwischen Wahl und Konstituierung neu gewählter Volksvertretungen äußerstenfalls drei Monate liegen dürften. Im Verfassungsrecht des Bundes und aller Länder finde sich keine längere Frist.“  Am 21. Oktober 2009 beginnt die nächste Kommunalwahlperiode. Die Europawahl findet am 7. Juni statt.  Am 27. September ist Bundestagswahl. Wenn CDU und FDP halbwegs bei ihrer Argumentation (Aufwertung und Effektivität von Wahlen) bleiben wollen, müssen sie nun Kommunal- und Bundestagswahl zusammenlegen. Insbesondere die FDP befürchtet aber, dass ihr eine hohe Wahlbeteiligung schadet.


Mittwoch 18.02.09, 08:00 Uhr

WAZ-Konzern will 330 Stellen streichen

waz-aktion-herne.jpg

Am letzten Freitag gingen in der Nachbarstadt Herne der örtliche DGB-Vorsitzende, der Dechant Emschertal, der ver.di-Vorsitzende, mehrere Ratsmitglieder, viele Betriebsräte und Mitglieder des Sozialforums auf die Straße, um vor der WAZ-Geschäftsstelle gegen die geplanten Stellenstreichungen im WAZ-Konzern und die evtl. Schließung der dortigen Lokalredaktion zu protestieren. In seiner Rede sprach ver.di-Sekretär Norbert Arndt von 261 Stellen, die der WAZ-Konzern vernichten will. Das war Freitag. Gestern berichtet der WAZ-Protest-Blog der JournalistInnen-Gewerkschaften „Medienmoral“, dass der WAZ-Konzern dem Betriebsrat mittlerweile 330 Stellenstreichungen angedroht hat. In Bochum gibt es bisher keinen relevanten Protest gegen die Pläne des WAZ-Konzerns.


Dienstag 17.02.09, 17:11 Uhr

Von Venezuela lernen

Vielen Menschen in Bochum ist erst durch die Berichterstattung über die schrecklichen Vorgänge in Venezuela bewusst geworden, in welch vordemokratischen Verhältnissen wir in der Bundesrepublik leben. Der Diktator Chavez hat sich – mit üblen sozialen Zugeständnissen an die arme Bevölkerung – bei einer Volksabstimmung mit großer Mehrheit eine Verfassungsänderung erschlichen. Sie ermöglicht es ihm, dass er als Regierungschef wiedergewählt wird. Solche lateinamerikanischen Zustände sind auch bei uns möglich. Daher gründet sich am Rosenmontag um 11.00 Uhr im großen Sitzungssaal des Rathauses ein Komitee, dem fast alle demokratischen Persönlichkeiten der Stadt angehören. Sie alle fordern eine Grundgesetzänderung, die garantiert, dass BundeskanzlerInnen maximal eine Legislaturperiode im Amt bleiben dürfen. Wiederwahl ist Verfassungsbruch. Ähnliche Komitees werden zeitgleich in vielen anderen Städten – schwerpunktmäßig zwischen Bad Godesberg und Oggersheim – gegründet.


Dienstag 17.02.09, 16:00 Uhr

Opel

Mehrere Nachrichtenagenturen und online-Dienste berichten über Schließungspläne von General Motors in Europa, von denen auch die Bochumer Opel-Werke betroffen sein sollen. Sie beziehen sich dabei auf einen Bericht der Finanznachrichtenagentur Bloomberg. Die Originalformulierung lautet „could be closed“ und macht deutlich, dass es sich um eine Spekulation handelt. Die Soziale Liste erinnert im Zusammenhang mit Opel erneut daran, dass das Grundgesetz fordert: „Eigentum verpflichtet, sein Gebrauch soll zugleich dem Wohle der Allgemeinheit dienen.“ Wörtlich heißt es in der Pressemitteilung: mehr…


Dienstag 17.02.09, 14:45 Uhr

Staatliche Zuschüsse für Opel nur gegen Belegschaftsbeteiligung

Zu den Überlegungen über eine Staatsbeteiligung bei den deutschen Opel-Werken erklärt die Bochumer Abgeordnete der Linksfraktion im Bundestag Sevim Dagdelen: „Ich unterstütze die Forderung der Kolleginnen und Kollegen nach staatlicher Hilfe zur Sicherung ihrer Arbeitsplätze bei Opel in Deutschland. Außerdem müssen die Opel-Betriebe vom Mutterkonzern General Motors abgekoppelt werden. Staatliche Zuschüsse dürfen jedoch nur in Form von Belegschaftsbeteiligungen und unter weitreichender Einbeziehung der Beschäftigten gewährt werden. Eine mögliche Verstaatlichung muss gekoppelt sein an die Kontrolle der Gelder und Arbeitsbedingungen durch die Betroffenen.“


Dienstag 17.02.09, 14:30 Uhr

Gemeinsame Planung für Telekom- und Justizgebäude

Die Grünen im Rat kritisieren das Vorhaben der Stadtverwaltung,  wie das Telekom-Gelände gegenüber dem Ratshaus verplant werden soll. Sie lehnen eine solche isolierte Planung ab und fordern ein Gesamtkonzept, in dem auch das in den nächsten Jahren frei werdende Gelände des Justizgebäudes an der Viktoriastraße einbezogen wird. In einer Pressemitteilung der Fraktion heißt es: mehr…


Dienstag 17.02.09, 14:00 Uhr
Zweiter Brief von Dr. Ralf Feldmann an den Innenminister

Polizei und NPD in Bochum

Der Bochumer Amtsrichter Dr. Ralf Feldmann hatte im vergangenen Jahr einen Brief an den Innenminister des Landes NRW verfasst. Er befasste sich im Anschluss an die NPD-Demo im Oktober und dem „Heldengedenken“ der NPD in Wattenscheid am Volkstrauertag mit dem Thema NPD und Polizei in Bochum. Der Brief fasste die Diskussion des Bochumer Friedensplenums zu diesem Bereich zusammen. Der Innenminister (IM) hat auf den Brief antworten lassen und ist dabei den entscheidenden Fragen ausgewichen. Der Brief des IM. In einem zweiten Brief erläutert Dr. Feldmann dem Innenminister noch einmal die Fragen, die sich nicht nur er und das Bochumer Friedensplenum stellen: Sehr geehrter Herr Minister, leider geht die von Herrn Rüschenschmidt verfasste Antwort, für die ich danke, am Kern meiner Fragen vorbei. Meine Kritik an der befremdlichen Zurückhaltung der Polizei gegen den durch Volksverhetzung geprägten Aufmarsch der NPD am 25. Oktober in Bochum richtet sich nicht dagegen, dass der Polizeipräsident die Demonstration nicht von vornherein verboten hatte. Die unbeantworteten Fragen seien deshalb noch einmal wiederholt: Reicht es Ihrer Auffassung nach nicht aus, eine Versammlung aufzulösen, wenn in einem Demonstrationszug, für den ein einschlägig vorbestrafter Versammlungsleiter wie der NPD-Landesvorsitzende Cremer verantwortlich ist, über eine weite Strecke ein massiv volksverhetzendes Banner zur Schau gestellt wird? mehr…


Dienstag 17.02.09, 11:00 Uhr

Kurzarbeit

Die Arbeitsagentur schreibt in einer Pressemitteilung, dass zur Zeit 92 Betriebe in Bochum Kurzarbeitergeld beziehen. Die Zahl der betroffenen Arbeitnehmer liegt bei 5.756. Darüber hinaus werden aktuell ca. 250 Betriebe in Bochum und Herne zum Thema Kurzarbeit beraten.


Montag 16.02.09, 14:00 Uhr

Linkspartei: KandidatInnen zur Kommunalwahl aufgestellt

Die Linkspartei hat ihre bisherigen Ratsmitglieder Ernst Lange (Platz 2), Uwe Vorberg (4) und Bianca Schmolze (5) wieder auf aussichtsreichen Plätzen auf ihrer Liste für den nächsten Stadtrat nominiert. Neu sind die Parteisprecherin Anna-Lena Orlowski als Spitzenkandidatin,  Aygül Nokta (3) und Ralf Feldmann (6). Näheres. Am Mittwoch entscheidet der Verfassungsgerichtshof für das Land Nordrhein-Westfalen, ob die Kommunalwahl wie von der schwarz-gelben Landtagsmehrheit beschlossen, bereits parallel zur Europawahl im Juni stattfinden wird. Fast alle VerfassungsexpertInnen halten dieses Manöver von CDU und FDP für verfassungswidrig und erwarten einen Wahltermin im Herbst, wenn auch tatsächlich die Legislaturperiode der jetzigen Kommunalparlamente endet.


Montag 16.02.09, 13:00 Uhr

Solidarität mit Edeka-Betriebsratsvorsitzender

Die Arbeitsgemeinschaft Betrieb & Gewerkschaft der Linkspartei solidarisiert sich mit der von Kündigung bedrohten Betriebsratsvorsitzenden bei Edeka Bertram in Witten und ver.di-Mitglied Gaby Gramckow. In einer Pressemitteilung heißt es, dass sie bei allen KollegInnen sehr beliebt ist und sich mit höchstem Engagement um die Belange der MitarbeiterInnen kümmert. Weiter heißt es: „Das ist ihrem Marktleiter Norbert Bertram, so auch der Name der Edeka Filiale am Crengeldanz 85a in Witten, ein großer Dorn im Auge. Immer wieder versucht er, die Betriebsratsvorsitzende Gaby Gramckow arbeitsrechtlich zu belangen. Rekordverdächtig sind da z.B. vier Abmahnungen an nur einem Tag! Um die Jahreswende wurde eine neue Initiative gestartet: In einem Schrank des Betriebsrates wurden zwei Uhren im Wert von ca. 35 Euro gefunden. Gaby Gramckow soll sie geklaut haben. Wir sehen in diesem dubiosen Vorgehen der Geschäftsleitung, einen Versuch, eine engagierte Betriebsrätin mundtot zu machen. Die zahlreichen Versuche im Vorfeld, sie durch Abmahnungen ‚mürbe zu machen‘, sprechen eine eindeutige Sprache! Seltsam auch der Zeitpunkt, kurz vor wichtigen Verhandlungen im Betrieb um die Lohnhöhe der Beschäftigten und längere Öffnungszeiten. Am Mittwoch, 18. Februar, findet um 13:00 Uhr am Bochumer Arbeitsgericht, (Saal 35, Marienplatz) der erste Gerichtstermin statt. Wir rufen alle KollegInnen auf, ab 12.30 Uhr vor dem Gerichtsgebäude Solidarität zu zeigen.“


Montag 16.02.09, 10:00 Uhr

Gegen das Doppel-Null-Angebot

Im Arbeitskampf im öffentlichen Dienst kommentiert ver.di das Verhalten der ArbeitgeberInnen folgendermaßen: „Die Arbeitgeber „bieten“ eine Erhöhung von 4,2 Prozent ab dem 1. 7. 2009 bei einer Laufzeit bis zum 31.12. 2010. Das bedeutet real: Null Prozent Erhöhung für die Monate Januar bis Juni 2009 und Null Prozent Erhöhung für das ganze Jahr 2010. Rechnet man das Doppel-Null-Angebot der Arbeitgeber von 4,2 Prozent für die zweite Jahreshälfte 2009 auf die ebenfalls angebotene zweijährige Laufzeit des Tarifvertrages bis Ende 2010 um, so ergibt das für 2009 eine reale Erhöhung von 2,1 Prozent und für 2010 nix! Das ist angesichts des Nachholbedarfs der Beschäftigten der Länder der blanke Hohn.“ Näheres. Ver.di lädt am  Donnerstag, 19.2., um 12.00 Uhr alle Beschäftigten der Ruhr Uni im HZO 90 zu einer aktiven Mittagspause ein. Hier soll über den Stand der Verhandlungen und über weitere Maßnahmen im Arbeitskampf informiert werden. Näheres.


Montag 16.02.09, 09:00 Uhr

Mit dem Rad durch die Karpaten

Am Freitag, dem 20.02., berichtet Markus Müller vom ADFC um 19.00 Uhr mit einem Dia-Vortrag im Umweltzentrum, Alsenstr. 27, über seine Radtour durch die Karpaten. Die Tour im Sommer 2008 führte in drei Wochen rund 1350 km durch sieben Länder. Sie begann in Cottbus und führte über Krakau, durch Ostpolen und über die Beskiden, durch die Westukraine und über die Waldkarpaten zu einem der geographischen Mittelpunkte Europas und weiter durch einen kleinen Teil Nordwestrumäniens, Ungarn, sowie die Slowakei. Als Abschlussetappe ging es den Donauradweg entlang von Bratislava nach Wien.


Samstag 14.02.09, 13:00 Uhr

Zweiter Warnstreik bei der AWO

Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) in NRW ruft die Beschäftigten der Arbeiterwohlfahrt ( AWO) am Montag, den 16.2., zu einem zweiten ganztägigen Warnstreik auf. Aus dem ver.di Bezirk Bochum-Herne werden sich an diesem Warnstreik ca. 200 Beschäftigte beteiligen. Ver.di Sekretärin Agnes Westerheide: „Mit diesem Warnstreik zeigen die Beschäftigten der AWO die gelbe Karte. Sollte der Arbeitgeber in der 3. Verhandlungsrunde am 17.2.09 kein besseres Angebot vorlegen, als die bisher Angebotenen 2 % Entgelterhöhung, sind die Beschäftigten bereit, ihnen die rote Karte zu zeigen. Dann bleibt es nicht bei Warnstreiks. Bereits im Vorfeld wurden Angehörige und Bewohnern der Seniorenzentren, Behindertenheime, sowie die Kinder und Eltern der bestreikten Kitas über die Warnstreiks und damit verbundenen Einschränkungen und Schließungen informiert, deren Resonanz war durchweg positiv und unterstützend für die Streikenden.“ mehr…


Samstag 14.02.09, 11:30 Uhr

Che Sudaka, España

Am Mittwoch, dem 18. Februar präsentiert Radio El Zapote um 20.00 Uhr im Bahnhof Langendreer ein Konzert mit Che Sudaka und schreibt dazu: »‘Da brummt und summt es, dass es eine Freude ist‚ – so beginnt die Nachbetrachtung einer Bochumer Redakteurin über das Konzert von Che Sudaka vor zwei Jahren an gleicher Stelle. Sowohl der Name Che als auch das Wort Sudaka werden häufig benutzt, um in der Diaspora lebende Südamerikaner zu bezeichnen. Bei Che Sudaka spielen folglich Musiker aus Argentinien, Kolumbien und Spanien. Sie gehören zum Freundeskreis des Manu Chao, dessen Bassist Gambeat ihre Alben produziert. Hören und sehen lassen kann sich bester Ska, Reggae, Raggamuffin – in angenehmen Punky-Stylie serviert. Der politischen Gegenkultur verbunden, handeln die Lyrics von den Problemen der Migration in die sogenannten freie Welt, deren Grenzen auf dem Weg in die Festung Europa oft mit der bitterbösen Realität des Todes aufgezeigt werden, sozialer Ungerechtigkeit und Krieg. Im Februar stellen Onkel Che S. ihr aktuelles Album „Mirando El Mundo Al Reves„ vor und holen zu ihrem nächsten Streich aus, um für eine gerechtere und bessere Welt zu kämpfen. Hinterlassen werden sie sicher wieder ein begeistertes und tanzendes Publikum!«


Samstag 14.02.09, 11:00 Uhr

Soziale Liste fragt nach Videoüberwachung beim Institut Vogel

Die Soziale Liste im Rat schreibt, dass sie Berichte über eine Videoüberwachung bei dem Bildungsinstitut „Gisela Vogel“ zum Anlass nimmt, um zur Ratssitzung zum 26.02.2009 eine Anfrage mit folgenden Wortlaut zu stellen: „Im Zusammenhang mit der Tätigkeit der Bildungseinrichtung „Gisela Vogel – Institut für berufliche Bildung“, die überwiegend für die ARGE Bochum arbeitet, gibt es Informationen, die besagen, dass in dem Institut die Computerräume mit Videokameras ausgestattet worden sein sollen. Diese Maßnahme soll offenbar dazu dienen die TeilnehmerInnen an der Maßnahme in den Computerräumen zu überwachen. Wir bitten um einen Sachstandsbericht. Insbesondere fragen wir an: mehr…