Bernd Faulenbach, SPD-Vorsitzender in Bochum und Vorsitzender des Landesparteirates seiner Partei hat gestern nach einer Sitzung dieses Gremiums angekündigt, dass am 20. Januar Hannelore Kraft auf einem Sonderparteitag in Bochum zur neuen SPD-Landesvorsitzenden gewählt werden soll. Die Teilnahme von SPD-Chef Beck am Parteitag wird angekündigt. (Näheres.)
Bo-alternativ.de hat die Webseite der SPD und die entsprechenden Materialien der SPD aus dem Bundestagswahlkampf zum Thema Mehrwertsteuererhöhung archiviert. Dies könnte ein lehrreiches Beispiel für die Delegierten sein, wenn sie darüber beraten, warum ihre Partei einen solch rapiden Niedergang erfährt.
Das Rektorat der Ruhr-Uni hat offensichtlich den Senat, das höchste Entscheidungsgremium der Uni, am Donnerstag hintergangen. Als in der Senatssitzung über die Freie Uni diskutiert wurde, hat das Rektorat verheimlicht, dass es für den nächsten Tag eine Räumungsandrohung bereits beschlossen und vorbereitet hat. Die Inszenierung war mit Feuerwehr und Haustechnik abgesprochen. Selbst das Fotoshooting für die Webseite (Foto) war wahrscheinlich während der Senatssitzung schon geplant. Der AStA der RUB schreibt in einer Erklärung: „Die Aufforderung [zur Räumung] kommt besonders deswegen völlig unerwartet, weil auf der gestrigen Senatssitzung ausführlich über die Freie Uni diskutiert worden ist. Im Vorfeld hatte das Rektorat immer verkündet, auf eine Verhandlungslösung zu setzen. Dazu sollten der Freien Uni Ersatzräumlichkeiten angeboten werden. Kanzler und Rektor haben auf der Senatssitzung die bevorstehende Kehrtwende in ihrer Politik verheimlicht.“ mehr…
Die Freie Uni Bochum (FUB) bedankt sich in einer Erklärung für die große Unterstützung und die vielen Solidaritätserklärungen, die sie seit der gestrigen Räumungsaufforderung erhalten hat. Auf der spontanen Soli-Party am Freitag Abend haben über 150 Gäste in der Freien Uni gefeiert. Die Stimmung unter den Aktiven ist gut. „Nach wie vor freuen wir uns über jede Form von Solidarität – seien es Unterstützungserklärungen, Lebensmittelspenden, oder aktive Mithilfe in den FUB-Räumlichkeiten.“ Das Veranstaltungsprogramm in der Freien Uni werde aufrecht erhalten. Weiter schreibt die Freie Uni: „Wer das FUB-Programm mit Vorträgen, Workshops oder anderen Veranstaltungen bereichern will, kann sich per Mail an den AK Veranstaltungen unter fub-programm@bo-alternativ.de melden. Besuche in der Freien Uni sind jederzeit herzlich willkommen.“Weiter weist die FUB darauf hin, dass der Angriff auf die Freie Uni Bochum in diesen Tagen nicht der einzige auf alternative Bildungsstrukturen in NRW ist. In Bonn organisieren aktive Studierende alternative Lehrveranstaltungen unter den Namen „Offene Uni“, haben sich aber anders als in Bochum noch keinen eigenen Raum erkämpft. Die Universität Bonn hat diesen Studis jetzt mit Klage gedroht. Der Grund: Die Internetseite www.offene-uni-bonn.de verstoße gegen Namensrechte der Uni.
Die Stadtverwaltung hat zur letzten Ratssitzung auf eine Anfrage der Sozialen Liste hin einen Überblick gegeben, welche Kürzungen und Streichungen von Landeszuschüssen Bochum betreffen. In der Zusammenfassung der Sozialen Liste heißt es: »Im einzelnen erhalten z. B. die Volkshochschule jährlich 400.000 Euro weniger für ihr „förderfähiges Bildungsangebot“, die Kitas über 712.000 Euro weniger, bei der Familienberatung werden 90.000 Euro eingespart bei den Personalkostenzuschüssen und bei der Familienbildung 70.000 Euro. Weiterhin spart das Land bei der offenen Kinder- und Jugendarbeit 162.000 Euro ein und streicht 20.000 Euro für Schülertreffs in Tageseinrichtungen. Aus Sicht der Sozialen Liste sind die Einsparungen bei den Beratungsstellen für Drogen- Alkohol- und Medikamentenabhängigkeit in Höhe von fast 100.000 Euro geradezu skandalös.« Anfrage und Antwort im Wortlaut.
Der Vortrag von Götz W. Werner zum Thema Grundeinkommen lockte am Donnerstag mehr als 1000 ZuhörerInnen in das Schauspielhaus. Die Bochumer Grünen schlussfolgern: „Das große Interesse an Götz Werners Vortrag zeigt, dass die Menschen in Bochum über alternative Modelle der sozialen Sicherungssysteme und des Arbeitsbegriffs reden wollen.“ Sie laden für den 10. Januar zu Fortsetzung der Diskussion ein und schreiben: „Ein Grundeinkommen ist dabei ein spannender Ansatz, den wir ernsthaft und vorurteilsfrei diskutieren sollten. Dafür können Götz Werners Ideen ein Anstoß sein. Es gibt allerdings eine Fülle von Grundeinkommensmodellen, die sich im Detail grundlegend unterscheiden. So beinhaltet Werners Konzept den Wegfall aller bisheriger Sozialleistungen und eine massive steuerliche Entlastung der Unternehmen. Wenn ein Großunternehmer dafür wirbt gehen bei uns alle Alarmglocken an.“ Näheres.
Bochum macht mobil gegen Neonazis Stein des Anstoßes: Ein Laden mit Mode aus der rechten Szene. Politik, Jugendring und Kulturschaffende protestieren
Bochum. Immer breiterer Widerstand formiert sich gegen ein eigentlich unspektakuläres Modegeschäft in Bochum. Nur einen Steinwurf vom Schauspielhaus entfernt, sorgt der Laden mittlerweile für Unruhe in der ganzen Stadt. Der Hintergrund: Dort wird unter anderem Mode der Marke „Thor Steinar“ verkauft. Die Berliner Firma machte schon mehrfach Bekanntschaft mit der Justiz. Ein Runenlogo, das zum Verwechseln Emblemen des NS-Regime ähnelte, musste 2004 entfernt werden. Mittlerweile präsentiert sich die Marke, so die Polizei, „chemisch gereinigt“. mehr…
Auf der heutigen Sitzung des Studierendenparlaments (SP) an der Ruhr-Uni wurden der letztjährige AStA-Vorsitzende Kolja Schmidt (RUB-Rosen) und sein Finanzreferent Tobias Tolksdorf (Liberale Hochschulgruppe) nicht entlastet. Als Gründe für die Nichtentlastung der Hauptverantwortlichen im ehemaligen AStA-Vorstand wurden Unregelmäßigkeiten in der Haushaltsführung und fehlende AStA-Sitzungs-/Vorstandsprotokolle angeführt. Dem alten AStA wurde vorgeworfen, dass etliche ReferentInnen für Tätigkeiten bezahlt wurden, für die sie im SP nie bestätigt worden seien. Damit sei die Kontrollmöglichkeit durch das Studierendenparlament umgangen worden. Außerdem seien mehrere ReferentInnen mit einer höheren monatlichen Zuwendung bedacht worden, als es der Höchstsatz der Aufwands-Entschädigung vorschreibe. Näheres zur SP-Sitzung ist auf der Web-Seite des AStA zu finden.
Die PDS.Linksfraktion schreibt auf ihrer Webseite, dass sie nun mit dem Zentimetermaß nach jemandem in der SPD mit besonders kurzen Beinen fahndet. In der aktuellen Ausgabe ihrer Zeitung „Willy-Brandt-Platz“ behauptet die SPD: „Die rot-grüne Koalition im Rathaus hatte nach der Sommerpause gefordert, die Arbeitsgelegenheiten in Entgeltvariante (sozialversicherungspflichtig) für mindestens zwölf Monate anzubieten. Die Teilnehmenden hätten anschließend wieder das Arbeitslosengeld I bezogen.“ Das sei schlichtweg gelogen! Es handelte sich um einen Antrag der PDS.Linksfraktion.
Das Protestkomitee gegen Studiengebühren schreibt: »Völlig überraschend hat die Verwaltung der Ruhr-Universität am heutigen Freitag den Aktiven der Freien Uni ein von RUB-Rektor Elmar Weiler und Kanzler Möller unterschriebenes Schreiben übergeben. Im Schreiben fordert die Uni-Leitung die sofortige Räumung der Freien Uni Bochum. Damit bricht die Uni-Leitung die Absprachen mit der Freien Uni: Erst vor einigen Tagen haben die Aktiven der Freien Uni einen Antrag darauf gestellt, eine Vereinigung in die Matrikel der Hochschule eintragen zu lassen. Entgegen der Zusagen hat das Rektorat den Studierenden kein Angebot für Alternativräumlichkeiten vorgelegt. Das Angebot hatte Rektor Elmar Weiler schon für vergangenen Montag angekündigt. Stattdessen schickt sich die Uni-Verwaltung jetzt offensichtlich an, das in dieser Form bundesweit einmalige Zentrum für selbstorganisierte studentische Kultur und Wissenschaft zu zerschlagen. Die Aktiven der Freien Universität setzen weiter auf Verhandlungen. „Auch für die kommenden Tage sind natürlich diverse Veranstaltungen geplant – heute Abend zum Beispiel gibt es ein Konzert mit zwei lokalen Bands“, so ein Aktiver der Freien Universität. „Wir werden nicht akzeptieren, dass das Rektorat alle Zusagen bricht und in dieser Form gegen die Freie Uni vorgeht.“ Deswegen fordern die Aktiven der Freien Uni alle FreundInnen und UnterstützerInnen des lebendigen und bunten Projekts auf, zur Freien Universität (Querforum West) auf dem Campus der Ruhr-Uni Bochum zu kommen. mehr…
Freitag 15.12.06, 17:11 Uhr
Bericht der Linksfraktion. PDS von der gestrigen Ratssitzung
Die Linksfraktion.PDS schreibt in ihrem Bericht über die gestrige Ratssitzung: »Insgesamt werden die Gebühren nur geringfügig angehoben. So bleiben zum Beispiel die MarkthändlerInnen von Erhöhungen verschont, was wir ausdrücklich begrüßt haben.
Ausgesprochen starke Zuschläge gibt es im kommenden Jahr allerdings beim Hausmüll und den Entgelten in den Obdachlosenunterkünften. Die graue 120-Liter-Tonne legt von 227,60 € auf 238,70 € um 11,10 € bzw. 4,9 % zu. Angesichts immer weiter steigender Mietnebenkosten für uns so nicht akzeptabel, zumal eine überzeugende Begründung für die Anhebung nicht vorlag.
Den stärksten Anstieg haben allerdings die Wohnungslosen in den städtischen Unterkünften zu verkraften. So müssen sie, wenn nicht ARGE oder Sozialamt die Kosten übernehmen, für einen Schlafplatz in der Stockumerstraße 90 € anstatt bisher 60 € zahlen. Lediglich die Linksfraktion und die Soziale Liste haben gegen diese immense Erhöhung gestimmt.
Wenig Beachtung fand ein aus unserer Sicht sehr erfreulicher Beschluss zum Gedenken an die Naziverbrechen. mehr…
Der DGB Ruhr-Mark schreibt: »„Wir halten die Steuerpolitik der Bundesregierung für verteilungspolitisch unakzeptabel. Die Kürzung der Entfernungspauschale, die Mehrwertsteuererhöhung und viele andere Steueränderungen führen bei Arbeitnehmerhaushalten zu Belastungen von 30 Milliarden. Gleichzeitig ist eine Entlastung der Unternehmen von 10 Milliarden geplant. Das ist arbeitnehmerfeindlich,“ so der DGB Vorsitzende Michael Hermund.
Arbeitnehmer sollten sich nicht gefallen lassen, so der Appell des DGB, dass sie ihre Kosten für die Fahrt zur Arbeit nicht mehr von der Steuer absetzen dürfen. mehr…
Am kommenden Montag, 18.12., findet um 19.00 Uhr im Sozialen Zentrum das Dezember-Plenum des Bochumer Sozialforums statt.
Themen diesmal sind unter anderem: G8 – Mobilisierung und Veranstaltungsreihe; Freie Uni Bochum und 1.Mai in Bochum. Die Einladung.
Wir laden euch hiermit zum Dezember-Plenum des Bochumer Sozialforums ein. Dieses findet wie gewohnt am letzten Montag im Monat um 19 Uhr im Sozialen Zentrum Bochum (Rottstr.31 / Hinterhaus) statt – diesmal am 18.12..
Themen diesmal sind unter anderem:
1) G8 – Mobilisierung und Veranstaltungsreihe
Wie einige sicher schon mitbekomme haben, wird es das 4.Bochumer Sozialforum leider nicht geben. Unsere Kapazitäten haben dafür nicht ausgereicht. Das Thema G8 und dessen lokale Auswirkungen wird es uns aber dennoch beschäftigen. Wir möchten euch daher einladen an unserer Veranstaltungsreihe zu partizipieren. Einige Ideen sind schon recht konkret. Es wird eine Veranstaltung zur Rolle der G8 (voraussichtlich mit einer Weed-Referentin), einen Aktions-Workshop und eine Theateraufführung geben. Wir planen die Reihe im März zu beginen und mit einem gemeinsamen Plakat zu bewerben. Daher kommt zum Treffen und bringt eure Ideen ein.
2) Freie Uni Bochum (FUB)
Seit einem halben Jahr besteht an der Ruhruni ein unabhängiger Freiraum, der sich Freie Uni Bochum nennt. Dort finden regelmäßig Veranstaltungen statt. Vor allem aber wird von da aus der Protest gegen Studiengebühren organisiert. Die Uni versucht derzeit das Projekt kalt zu räumen – die Heizung wird nicht angestellt. Auch eine Räumung droht. Daher braucht die FUB unsere Solidarität. Wie? – sollten wir am Montag diskutieren.
3) 1.Mai in Bochum
In den letzten Jahren gab es immer wieder die Idee zum 1.Mai auch in Bochum mehr auf die Beine zu stellen. Die Vorschläge gingen von einer gemeinsamen Vorbereitung mit dem DGB bis zu einem Mayday-Fest. Es besteht diesmal die Möglichkeit das Ganze frühzeitig zu diskuieren und umzusetzen.
Selbstverständlich könnt ihr am Montag weiter Themen aufs Plenum bringen. Wir freuen uns über ein rege Beteiligung daran.
Rektor und Kanzler der Ruhr-Uni haben ihren Pressesprecher König in die Freie Uni geschickt, um eine Erklärung abzugeben, dass die Freie Uni sofort zu räumen sei.
Seit einigen Wochen demonstriert die Uni täglich, dass das Gebäude grundsätzlich zu beheizen ist. Für ca. eine halbe Stunde pro Tag werden die Heizkörper des Gebäudes im Querforum West angestellt, um anschließend wieder Kälte in das Gebäude einziehen zu lassen. In der Kälte des Gebäudes hatte sich vor einigen Tagen durch die Dampfentwicklung beim Kochen ein Brandalarm ausgelöst. Dies ist jetzt der offizielle Vorwand, mit dem das Gebäude geräumt werden soll. Die Freie Uni ruft alle FreundInnen auf, sich zu solidarisieren und zur Freien Uni zu kommen!
Die Soziale Liste schreibt: »Trotz deutlich höherer Einnahmen aus Steuern und Schlüsselzuweisungen, allein für das Jahr 2007 werden Steuermehreinnahmen von 16, 7 Mio. Euro veranschlagt, sollen ab 1. Januar 2007 wieder zahlreiche Gebühren und Entgelte der Stadt Bochum steigen. „Für die Bürger bedeutet dies nichts anderes, als dass sie nach der Erhöhung der Mehrwertsteuer und zahlreichen Preiserhöhungen mit noch weniger Geld auskommen müssen“, begründete Ratsfrau Nuray Boyraz in der Ratssitzung am 14. 12. 2006 die Ablehnung der Gebührenerhöhungen durch die Soziale Liste Bochum, „Vor allem die erneute Steigerung der Abfallgebühren ist unausgewogen, sie bedeutet letztendlich eine weitere Erhöhung der Mietnebenkosten. Auch deshalb werden wir der Vorlage nicht zu stimmen“, so Ratsfrau Boyraz. In Bezug auf das Projekt Bio-Tonne stellte die Soziale Liste fest, dass bei einem auf unter 5 % gesunkenen Anschlussgrad Aufwand und Kosten in keinem vernünftigen Verhältnis stehen und forderte die Einstellung der braunen Tonne. mehr…
Freitag 15.12.06, 11:33 Uhr
Sonntag, 17.12, 19.04 Uhr, Radio Friedensplenum, Urbo (98.5 Radio Bochum):
Am Sonntag, den 17.12., läuft die nächste Sendung von Radio Friedensplenum im “Unabhängigen Radio Bochum“, Urbo.
Die vier Bochumer Gruppen der Menschenrechtsorganisation amnesty international veranstalteten am 10. Dezember im Schauspielhaus bereits zum 35. Mal ihre vorweihnachtliche Kunstauktion. Radio Friedensplenum besuchte diese Veranstaltung und führte Interviews mit Aktiven dieser Menschenrechtsorganisation, KünstlerInnen und BesucherInnen dieser Veranstaltung. Zu empfangen ist die Sendung auf der Frequenz von 98,5 Radio Bochum.
Die Freie Uni Bochum schreibt: »Nur einen minimalen Teilerfolg für die Studierenden brachte die Sitzung des Senats der Ruhr-Universität Bochum (RUB) vom 14.12.: Lediglich einer von fünf studentischen Anträgen fand im 25köpfigen höchsten Uni-Gremium eine Mehrheit. So wurde das Hauptanliegen einer Rücknahme allgemeiner Studiengebühren gegen die Stimmen der Studierendenfraktion abgelehnt. Die zusätzlichen Gebühren sollen in Höhe von 1000 Euro pro Jahr ab Sommersemester 2007 erhoben werden.
Immerhin hat sich eine deutliche Senatsmehrheit auf Antrag der Studierenden zum Fächererhalt an der größten Revier-Uni bekannt. Der Senat fordert im Beschluss den „Erhalt und den Ausbau der Hochschullandschaft im Ruhrgebiet“ und macht klar, dass die RUB weiterhin eine „Volluniversität“ bleiben muss. Damit widerspricht das höchste Uni-Gremium den Aussagen von Rektor Elmar Weiler, der in der Presse mit der Forderung zitiert wird, die Ruhr-Uni müsse sich von ihren „chronischen Schwächen trennen“. mehr…
Radio El Zapote lädt am Samstag, 16.12., 20.00 Uhr zu seinem letzten Konzert in diesem Jahr im Bahnhof Langendreer: »Schon seit fast 10 Jahren sind Salsedumbre unterwegs. Nach Latino-Coverversionen und der musikalischen Reichweite von Salsa, Cumbia und Cha-Cha, begannen sie selbst zu komponieren. Der Sound und ihre Musik hat sich dabei verändert, ist moderner und authentischer geworden.
Heute fließt bei Salsedumbre alles ein, was die MusikerInnen aus Deutschland, Österreich und Griechenland jemals in ihrer jeweiligen Karriere mit Begeisterung gespielt haben: Latino- und karibische Einflüsse schimmern überall durch, doch auch Pop, Rock, Reggae, Klassik oder Jazz sind Sprungbrett für ihren, wie sie selbst sagen, GloballatinSound. Textlich handeln die Songs von Salsedumbre u.a. von einem Trip durch die Wüste, von einer gescheiterten Vogelliebe oder davon, wie es sich anfühlt, nach einer langen Reise nach Hause zu kommen, reich an Erfahrungen im Herzen, aber pleite im Geldbeutel. mehr…
Auf der Webseite des Protestkomitees gegen Studiengebühren heißt es: »Am 14. Dezember ist es wieder einmal soweit: der Senat – das höchste beschlussfassende Gremium der Ruhr-Universität – trifft sich, um über die Belange der Hochschule zu entscheiden. Nachdem vor kurzem ein neuer Senat gewählt wurde, fordern wir von diesem die umgehende Rücknahme der am 18. September verabschiedeten Gebührensatzung ein. Aber auch andere interessante Belange stehen auf der Tagesordnung, darunter eine Anerkennung der Freien Uni Bochum und eine Nicht-Umsetzung des Hochschul(un)freiheitsgesetze. Es ist also wichtig, eine breite Öffentlichkeit zur Sitzung zu schaffen. Die für fast alle Studierenden relevanten Anträge zur Rücknahme der Studiengebühren werden ab ca. 13:00 Uhr behandelt – allerdings ist jeder/jede Interessierte eingeladen, der öffentlichen Sitzung schon früher beizuwohnen. mehr…
Das Thema „Lebenswerte Städte – Stadtentwicklung vor neuen Herausforderungen“ steht im Mittelpunkt einer DGB-Tagung am 15.12. im Jahrhunderthaus. In der Einladung heißt es: »Stadtentwicklung steht im Spannungsfeld ökonomischer, ökologischer und sozialer Anforderungen, wobei die Erhaltung, Erneuerung und Entwicklung unserer Städte eine zentrale Zukunftsaufgabe ist.
Dieser Prozess umfasst drei aktuelle Entwicklungen: Den demographischen Wandel, den Verkauf kommunaler Wohnungsbaugesellschaften und die Probleme zwischen Kernstadt und Umland, vor allem in Bezug auf die räumliche „Verteilung“ sozial benachteiligter Bevölkerungsgruppen. mehr…
Die Soziale Liste schreibt: »Sieht die Verwaltung im Rahmen der Initiative Bochum 2015 die Möglichkeit, in Zukunftstechnologien alternativer Antriebe und Fahrzeuge tätig zu werden und so z. B. auch der Opel-Krise entgegenzuwirken? Mit diesem Thema befasst sich eine Anfrage der Sozialen Liste Bochum, die sie kürzlich im Ausschuss für Arbeit, Wirtschaft und Grundstücke stellte. „Vor dem Hintergrund der Energiekrise und der aktuellen Verkehrs- und Transportprobleme kommt diesen neuen Entwicklungen und Technologien eine große Bedeutung zu“, so Ratsmitglied Günter Gleising.
Die Soziale Liste bezieht sich ausdrücklich auf die Aktivitäten der Fachhochschule Bochum. Diese will ein neues Solarfahrzeug entwickeln und sich im nächsten Jahr an der Weltmeisterschaft für Solarmobile in Australien beteiligen. mehr…
Die Musikinitiative Ruhrklang schreibt zu diesem Konzert: „Die letzte Blue Hour des Jahres steht unter dem Motto: Xmas Rock Party! Mit Alternative- bis Punk-Rock bitten wieder drei Newcomerbands aus der Region zum Tanz im Bahnhof. Veranstaltet wird die Konzertreihe Blue Hour vom Kulturbüro der Stadt Bochum und der Kulturabteilung des soziokulturellen Zentrums Bahnhof Langendreer in Zusammenarbeit mit der Musikinitiative Ruhrklang.
Beginnen wird Soulshift aus Dortmund, die auch schon auf einem Konzert der Freien Uni Bochum zu sehen waren. Danach spielen Lhama aus Münster, die schon mit Bands wie Elke, Angelika Express, Revolverheld, Tempeau auf einer Bühne auftraten und am Schluss fs-ninty8 aus Herne, die PunkRock Pur mit Partygarantie präsentieren und einen würdigen Abschluss dieser letzten Blue Hour im Jahre 2006 bilden. Let´s Rock! Zur Feier des Tages gibt es eine Verlosung des aktuellen Ruhrklang Samplers unter allen ZuschauerInnen.
Der Eintritt zum Konzert ist frei und als kleine Zugabe haben alle KonzertbesucherInnnen freien Eintritt zur nachfolgenden Punk/Alternativ/Indie Disco (Break OUT) des Bhf. Langendreer.“
Der Bahnhof Langendreer hat sich zum 20. Geburtstag ein Buch geschenkt und erinnert darin u.a. an seine Gründungsphase, als er noch keine etablierte Kultureinrichtung der Stadt darstellte. Aus heutiger Sicht verklärt sich für die jetzigen „BahnhofsvorsteherInnen“ die damalige Revolte zum Gründungsmythos. So heißt es in der Ankündigung des Buches: »Revue und Revolte stehen fast paradigmatisch für den Beginn des Bahnhofs. Als Reaktion auf die Förderung des Populär-Musicals Starlight durch die Stadt Bochum und das Land NRW wurde der Bahnhof Langendreer im Dezember 1986 unter dem Titel „Alle reden von Starlight! Wir verstehen nur Bahnhof.“ eröffnet. Dabei kam die Revue „Die heiligen drei Könige suchen den neuen Schreihals“ zur Aufführung und versetzte die bürgerlich-konservative Öffentlichkeit ob der angeblichen Blasphemie sofort in helle Empörung. Die Revolte gehört zum zentralen Gründungsmythos des Bahnhofs: MacherInnen, FreundInnen und GegnerInnen sehen den Bahnhof Langendreer als späten Ausdruck der Haus- und Fabrikbesetzerbewegung, die in den späten 70ern und frühen 80ern die Großstädte Berlin, Frankfurt und Zürich, aber eben auch Bochum erschütterte.«
Am 5.September 2005 hatte die NPD auf der Harmoniestr. zwischen Kortum und C&A einen Informationsstand aufgebaut. Über Lautsprecher hetzten die Nazis gegen AusländerInnen und brüllten antisemitische Parolen. Als die in der Nähe stattfindende Montagsdemo zur Gegendemo umfunktioniert wurde, griff die Polizei brutal ein. Ein Demonstrant wurde äußerst gewalttätig von der Polizei festgenommen. Heute stand der Demonstrant vor Gericht. Er soll angeblich die Polizei beleidigt haben. Die PolizistInnen machten heute vor Gericht derartig widersprüchliche und nachweislich unglaubwürdige Aussagen, dass die Staatsanwältin ihre Anklage nicht mehr aufrecht erhielt und für einen Freispruch plädierte. So etwas kommt in Fällen, bei denen PolizistInnen Anzeige erstatten, äußerst selten vor. Doch für die eigentliche Sensation sorgte der Richter. Er verurteilte den Angeklagten trotz der eindeutigen Beweisaufnahme zu 20 Tagessätzen. Lutz Berger, stellvertretender VVN-BdA Vorsitzender, hat einen Prozessbericht geschrieben: „Skandalurteil gegen Roland G.“ mehr…
Die Thüringer Allgemeine berichtet heute in einem Beitrag: »In drei west- und drei ostdeutschen Großstädten sollen private Arbeitsvermittler in großem Stil die Betreuung und Vermittlung von Arbeitslosengeld-I-Empfängern übernehmen. Das bestätigte ein Sprecher der Bundesagentur gestern gegenüber der „Thüringer Allgemeine“. Voraussichtlicher Start ist das Frühjahr 2007. Als Modellgebiete wurden neben Erfurt auch Magdeburg und Dresden sowie Köln, Nürnberg und Bochum ausgewählt. In jeder der Regionen sollen jeweils bis zu 2000 neue Arbeitslose von privaten Unternehmen betreut werden. „Die Einschaltung Dritter ist nichts Ungewöhnliches“, so der Sprecher der Agentur, „neu ist aber die Komplexität der Aufgaben.“«
Der Sprecher der Bochumer Arbeitsagentur erklärte gegenüber bo-alternativ.de, dass der Modellversuch tatsächlich in Bochum stattfinden soll, jetzt die Ausschreibungen hierfür laufen und frühestens Ende des Frühjahres mit einem Beginn der Maßnahmen zu rechnen sei. Der Modellversuch soll zwei Jahre dauern.
Der Kinder- und Jugendring Bochum hat auf seiner gestrigen Vollversammlung einstimmig eine Resolution gegen den Nazi-Laden „Goaliat“, in der Oskar-Hoffmann-Straße beschlossen.
Im Resolutionstext des Jugendrings heißt es unter anderem: „Ahnungslose Jugendliche sollen mit rechter Mode und rechter Musik von den braunen Rattenfängern für ihre menschenverachtenden Ziele geworben werden. Dabei gehen die Neonazis heute subtiler vor. Vor einigen Jahren waren sie mit Glatze und Springerstiefel leicht auszumachen und haben auf die meisten Jugendlichen eher abschreckend gewirkt. Heute ist es wesentlich schwieriger, Neonazis und ihre Symbole zu erkennen. Auf den ersten Blick sehen die Klamotten modisch aus und sind für viele Jugendliche durchaus attraktiv. Rechte Symbolik soll durch modische Optik verschleiert werden. Nach Mode und Konzerten folgen politische Angebote bei den Anwerbeversuchen der Rechtsextremen oftmals erst später. mehr…
Die Linke Liste an der Ruhr-Uni hat ein Flugblatt „Schöner leben ohne Nazi-Läden – Kein Vertrieb von Nazi-Fashion in Bochum!“ verteilt und auf ihrer Webseite über das Thema informiert.
Hier heißt es u. a.: „Die Eröffnung eines solchen Ladens in Bochum sollte also ein deutliches Alarmsignal sein. Der Besitzer von «Goaliat», ebenfalls kein Unbekannter in der rechten Szene, weiß sich in guter Nachbarschaft. Mehrere Nazikader leben in der Nähe des Ladens – und durch diverse Zuzüge setzt sich diese Entwicklung derzeit fort. Die extreme Rechte versucht offenbar, sich zunehmend im Stadtbild zu etablieren. Bisher haben sie es eher versteckt getan. Sollte dieser Testballon erfolgreich sein, dürften die Aktivitäten der extremen Rechten in Bochum noch weiter zunehmen. Dem gilt es mehr entgegenzusetzen als politische Absichtserklärungen oder Presseerklärungen diverser Lokalpolitiker.“
Alternative Liste, Linke Liste, Multikulturelle Liste und die Liste „Schöner Wohnen in Bochum“ bilden seit heute einen „richtigen“ linken AStA. Die der FDP nahe stehende LHG wurde rausgeworfen. In einer Presseerklärung des AStA heißt es u.a.: »Die Vorstellungen der LHG und die der übrigen Koalitionslisten über eine funktionierende und präsente Studierendenvertretung liegen weiter auseinander als anfangs angenommen. Für vier der (mit der LHG) fünf AStA-tragenden Listen gehören soziales Engagement und der Kampf gegen Studiengebühren ebenso zum Selbstverständnis wie der Blick über den Tellerrand der Universität: „Unser Angebot reicht weit über reine Serviceleistungen wie Kopierangebote und Beratungen hinaus“, erklärt die AStA-Vorsitzende Stefanie Konetzka. „Wir möchten den Studierenden neben dem Studium auch ein breites Spektrum kultureller, gesellschaftskritischer und antifaschistischer Veranstaltungen bieten. Das sieht die LHG offenbar anders“ so Konetzka weiter.« Die Presseerklärung des AStA im Wortlaut.
Am Donnerstag, 14. 12., hält der Chef einer Drogeriemarkt-Kette und Multi-Millionär, Götz W. Werner, um 20.00 Uhr im Schauspielhaus einen Vortrag zum Thema: „Bedingungsloses Grundeinkommen – eine Lösung für viele gesellschaftliche Probleme oder eine nicht finanzierbare Traumvorstellung?“ Veranstalterin ist die Bochumer anthroposophische GLS-Bank, in deren Aufsichtsrat Werner sitzt. In einem Interview der TAZ vom 27.11.06 wird er gefragt: »Selbst in den Parteien, und zwar von ganz links bis rechts, findet das bedingungslose Grundeinkommen bereits Anhänger. Warum ist das so?« Seine Antwort: »Weil es gleichzeitig die radikalste Form des Sozialismus und die radikalste Form des Kapitalismus ist. Nach einem meiner Vorträge schrieb mir ein Zuhörer: „Ihr Grundeinkommensmodell hat mein sozialistisches Herz mit meinem neoliberalen Verstand versöhnt.“« Zur Einladung der GLS-Bank.
Die DKP hat eine neue Ausgabe ihrer Zeitung „Bochum links“ veröffentlicht. Aufmacher ist das Thema: „Kaufland und Lidl-Expansion im Ruhrgebiet“. Ein zweites Schwerpunktthema behandelt den Bundeswehr-Einsatz in Afghanistan. Weitere Themen: drohendes Verbot der KP in Tschechien und die Stadtplanung rund um den Haupt-Bahnhof. Zur PDF-Version der Zeitung.