Archiv für das Jahr: 2007


Mittwoch 18.04.07, 15:00 Uhr

Absurdes von der ARGE

Die Linksfraktion.PDS im Bochumer Rat berichtet, dass jetzt schon Jugendliche, die noch schulpflichtig sind, von der ARGE zu Gesprächen über „Bewerberangebot und ihre berufliche Situation“ eingeladen werden. Das Pikante dabei sei, dass der ARGE eine Bescheinigung über den Schulbesuch vorliege. Diesem Fall von „Nachrichten aus Absurdistan“ geht die Linksfraktion mit einer Anfrage auf der kommenden Sitzung des Sozialausschusses nach. Dazu erklärt ihr Fraktionsvorsitzender Ernst Lange: „Dass die ARGE die BezieherInnen von ALG II als Kundinnen und Kunden bezeichnet, halten wir für blanken Hohn. Das zeigt ein weiteres Beispiel aus jüngster Vergangenheit: Da macht ein 15jähriger Schüler einen Brief von der ARGE auf und wird ohne weitere Erklärung zur ARGE vorgeladen und das auch noch zur Unterrichtszeit. mehr…


Mittwoch 18.04.07, 09:00 Uhr

Gentle Veincut & Boutros Bubba

Für Freitag, 20.4. kündigt Radio BonteKoe um 20.00 im Wageni zwei Bands an: „Gentle Veincut fabrizieren eleganten Krach, der sich, einer Federboa gleich, an die Hälse des Publikums schmiegt, um sich, unbemerkt und innerhalb eines Augenaufschlags, in einen hydraulischen Schraubstock zu verwandeln…
Boutros Bubba sind Meister der abstrakten Struktur. Mathematik trifft auf Dynamit, Takte werden zerlegt, zersägt und durch den Fleischwolf gedreht.“ Näheres.


Mittwoch 18.04.07, 08:00 Uhr

Fanprojektleiter von Schalke 04 entlassen

Die Antifa-Gruppe Azzoncao hatte darauf aufmerksam gemacht, dass am 8. April im Bochumer „Zwischenfall“ das „Black Easter Festival“ stattfinden sollte und nach Antifa-Protesten abgesagt wurde (siehe Meldung vom 16.4.). Veranstalter des Festivals sollte die Gruppe „[krankpop]“ sein. In dem Beitrag wurde die aktive Rolle von Marcus Dehnke in der rechten Szene aufgezeigt. Er war Leiter des Fanprojektes von Schalke 04. Er ist jetzt fristlos entlassen worden. Die Gelsenkirchener WAZ berichtet hierüber.


Mittwoch 18.04.07, 00:41 Uhr

Die Würfel sind noch nicht gefallen: »Gemeinsam sind wir stark.«

Studierende der ev. Fachhochschule (EFH) machen seit Anfang der Woche gegen die drohende Einführung von Studiengebühren mobil. Es werden an der EFH Müllsäcke an Studierende und Dozenten verteilt, um damit auf die Kosten der Gebühren aufmerksam zu machen. Die Aufschrift: „Durch Studiengebühren haben wir kein Geld mehr für Klamotten!“
Es wurden Flyer verteilt, Unterschriftenlisten gegen Gebühren rumgegeben und Plakate aufgehängt, um die Aktion zu verdeutlichen. „Es haben sehr viele Leute mitgemacht, ich schätze 90%. Sogar DozentInnen tragen die Müllsäcke“, freuen sich die InitiatorInnen der Aktion. Die Proteste sollen planmäßig erst einmal bis Donnerstag laufen. An diesem Tag findet eine Sitzung des Studiengebührenausschusses statt.


Dienstag 17.04.07, 13:00 Uhr

Medien, Macht und Meinung – wie Lobbygruppen die Öffentlichkeit beeinflussen

Attac Bochum lädt am Donnerstag, 19.4. um 19.15 zu einer Veranstaltung in den Clubraum der Volkshochschule ein: „Lobbygruppen, Denkfabriken, Kommunikationsberater und PR-Agenturen spielen eine immer größere Rolle in Politik und Öffentlichkeit. Gerade die Beeinflussung der Medien ist brisant. Dort werden ‚Experten‘ platziert, Medienkooperationen finanziert – bis hin zur verbotenen Schleichwerbung. Und immer wieder treten Interessengruppen nicht unter ihrem eigenen Namen auf. Lobbygruppen wie die Arbeitgeber-‚Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft‘ mit so prominenten Fürsprechern wie Oswald Metzger verwischen die Grenzen zwischen PR und Journalismus. Der Vortrag analysiert diese Instrumente und Strategien und die Gefahren, die davon für eine lebendige und partizipative Demokratie ausgehen.“
Referent ist Ulrich Müller, Politikwissenschaftler aus Köln und Vorstandsmitglied von LobbyControl – Initiative für Transparenz und Demokratie.


Dienstag 17.04.07, 12:00 Uhr
Das Sozialforum Bochum lädt ein:

Erstes Initiativ-Treffen: Sozialticket zum Nulltarif!

Alltagssolidarität: „Mitfahr-Kampagne“
Das Sozialforum lädt zu einem ersten Bündnis- bzw. Initiativ-Treffen am Montag, den 23.4., um 20 Uhr ins Soziale Zentrum (Rottstr.31) ein, um über eine Kampagne zur Einführung eines Sozialtickets im Nahverkehr zu beraten. VertreterInnen anderer Sozialticket-Initiativen (aus Dortmund bzw. Köln) werden von ihren Erfahrungen berichten.
In der Einladung heißt es: »Nach jahrelangem Arbeitsplatz- und Sozialabbau leben Zehntausende BochumerInnen an oder unter der Armutsgrenze (= Existenzminimum + 10%). mehr…


Dienstag 17.04.07, 11:15 Uhr

BAföG-Amt zieht um

Um den Studierenden noch in diesem Jahr „eine gemeinsame Anlaufstelle für alle Belange rund ums Studium zu schaffen“, zieht die Ausbildungsförderung, zu der auch das BAföG-Amt gehört, ins Studierendenhaus der Ruhr-Uni.
Dort sind neben dem AStA und dem Kulturcafé weitere wichtige Anlaufstellen des Studentenwerks AKAFÖ zu finden: Die Abteilung Wohnen, die Sozial- und Behindertenberatung und die in Kooperation mit dem AStA betriebene Beratung für internationale Studierende AKAS.
Der Umzug findet seit Montag, 16. April, bis Freitag, 20. April, statt. In dieser Woche sind BAföG- und Finanzierungsberatungen nur am InfoCenter (im ehemaligen BAföG-Flur im Erdgeschoss der Universitätsverwaltung) möglich. Ab Montag, 23. April, ist das Amt für Ausbildungsförderung dann im Studierendenhaus in der ersten Etage zu finden.
Laut AKAFÖ-Geschäftsführer Jörg Lüken ist der Umzug der Auftakt für einen weit reichenden Umbau des Studierendenhauses: „Nach dem gemeinsam mit der Ruhr-Universität entwickelten Plan soll dieses in Zukunft ein Gebäude werden, in dem die Studierenden alle wichtigen Ansprechpartner rund ums Studium versammelt finden. Eine zentrale Anlaufstelle soll in Zukunft das Studieren leichter machen.“


Dienstag 17.04.07, 11:00 Uhr

Abschied von Jürgen Bargmann

Am Sonntag, dem 22. April, nimmt um 15.00 Uhr, im “Albert-Schweizer-Haus“, Alter Markt 3 in Wattenscheid die  Soziale Liste Abschied von ihrem kürzlich gestorbenen Vorsitzenden Jürgen Bargmann. Näheres.


Montag 16.04.07, 18:00 Uhr

Wo bleiben die 30 Millionen Euro Studiengebühren?

Am Mittwoch, den 18. April findet um 12.00 Uhr in HZO 20 der Ruhr-Uni eine Podiumsdiskussion mit dem Rektor, dem Prorektor für Forschung und Lehre, den DekanInnen einiger Fakultäten und studentischen VertreterInnenn des AStA und von Fachschaften über die Verwendung der ca. 30 Millionen Euro statt, die die Uni jetzt jährlich durch Studiengebühren eintreibt.


Montag 16.04.07, 16:00 Uhr

Gender, G8 und Mobilisierung

Am kommenden Donnerstag, den 19.4., laden die „AG feministische theorie und praxis“ und der Bahnhof Langendreer um 19.30 Uhr in den Bahnhof Langendreer, zu einer Informations- und Diskussionsveranstaltung über die Rolle der G8 und ihre Beziehung zu patriarchalen Geschlechterverhältnissen ein. Als Referentin ist die kritische Psychologin Ariane Brenssell eingeladen, die u.a. im antipatriarchalen Netz Berlin aktiv ist. Sie wird darüber informieren, wie die G8 Verhältnisse durchsetzen, die patriarchale Geschlechterstrukturen zu Voraussetzung haben und diese bestätigen, dabei aber auch verändern. Zudem soll diskutiert werden, wie in den Widerstand gegen die G8 die Auseinandersetzung mit hierarchischen Geschlechterverhältnissen einbezogen werden kann


Montag 16.04.07, 16:00 Uhr
Polit-Café Azzoncao:

„Fanprojektleiter von Schalke 04 organisiert rechte Kulturevents“

Die Antifa-Gruppe Azzoncao schreibt: »Am 8. April 2007 sollte im Bochumer „Zwischenfall“ das „Black Easter Festival“ stattfinden. Nach Protesten von AntifaschistInnen, sagte die Lokalität das Festival der Gruppe „[krankpop]“ ab. Diese verlegte das Konzert mit anschließender Neofolk Industrial Party in die „Rockfabrik“ nach Übach-Palenberg bei Aachen.
Grund des antifaschistischen Protestes war der Auftritt der französischen Militär-Pop Band „Dernière Volonté“. Diese Band befindet sich seit Jahren wegen ihrer positiven Bezugnahme auf faschistische „Größen“ und Inhalte in der öffentlichen Kritik. Ihre Zusammenarbeit mit eindeutig rechten Bands wie z.B. „Der Blutharsch“ und dessen Label „HAURUCK!“ stellt sie in eine Reihe mit anderen martialischen und kriegsverherrlichenden Musikprojekten aus dem rechten Rand der sogenannten „Schwarzen Szene“. mehr…


Montag 16.04.07, 08:00 Uhr
Dienstag, 17. April, 20:00 Uhr, Soziales Zentrum

Globalisierung und Rechtsextremismus

Attac campus lädt am Dienstag, 17. April um 20.00 Uhr in das Soziale Zentrum, Rottstraße 31 zu einem Vortrag mit Alexander Häusler, Arbeitsstelle Neonazismus, FH Düsseldorf ein. Das Thema: „Globalisierung und Rechtsextremismus“. In der Einladung heißt es: »„Gegen die kapitalistische one world“- mit diesen und ähnlichen Slogans mobilisiert die extreme Rechte gegen die kapitalistische Globalisierung. Auf Demonstrationen neonazistischer Gruppen sind Transparente zu sehen, auf denen steht: „Für das Selbstbestimmungsrecht der Völker“ und für „Nationalen Sozialismus“. Spätestens seit dem Krieg im ehemaligen Jugoslawien mobilisiert die extreme Rechte zudem regelmäßig zu Antikriegsaktionen. Die NPD ruft gar auf zum Protest gegen den diesjährigen G8-Gipfel. Wie sind diese Phänomene zu erklären?
In dem Vortrag wird anhand historischer und aktueller Beispiele und Materialien erläutert, was es mit der faschistischen Propaganda gegen das „internationale Kapital“ und für einen „nationalen Sozialismus“ auf sich hat. Es wird aufgezeigt, wie und aus welchen Motiven neofaschistische Gruppen vermeintlich linke Themen zu besetzen versuchen.«


Sonntag 15.04.07, 07:41 Uhr

Besetzung ohne Zwischenfälle beendet

In den frühen Morgenstunden hat das bundesweite Vernetzungstreffen gegen Studiengebühren die demonstrative Besetzungs-Party beendet und das besetzte alte Hauptbahnhofgebäude an der Ecke Vikoriastraße / Konrad-Adenauerplatz (ehem. Bundesbahnschule) wieder verlassen. Die Polizei hat den friedlichen Studierendenprotest einige Zeit beobachtet und ist dann wieder abgerückt. Es kam zu keinen Zwischenfällen. Die Aktion, die von VertreterInnen aus dem gesamten Bundesgebiet organisiert worden ist, wird von den Studierenden als großer Erfolg gewertet. Weitere Fotos


Sonntag 15.04.07, 02:30 Uhr

Studierende besetzen alten Bochumer Hauptbahnhof

Die Freie Uni schreibt: „Im Rahmen des bundesweiten Vernetzungstreffens gegen Studiengebühren haben in der Nacht von Samstag auf Sonntag gegen Mitternacht über 200 AktivistInnen ein leerstehendes Gebäude des ehemaligen Hauptbahnhofs in der Bochumer Innenstadt besetzt. Das Haus an der Ecke Viktoriastraße/Konrad-Adenauer-Platz ist zur Stunde in einen selbstbestimmten Freiraum verwandelt worden, und die Studierenden feiern eine Party. An der demonstrativen Aktion nehmen unter anderem Studierende aus Berlin, Bochum, Chemnitz, Darmstadt, Duisburg, Essen, Frankfurt, Gießen, Hamburg, Köln, Münster und Paderborn teil.“
„Mit der Besetzung wollen wir unsere Solidarität mit der Freien Uni Bochum ausdrücken, die Ende Januar gewaltsam geräumt wurde“, sagt Fredrik Dehnerdt vom bundesweiten Aktionsbündnis gegen Studiengebühren. „Überall werden studentische Freiräume angegriffen und selbstbestimmtes Leben und Lernen unmöglich gemacht. Aber das lassen wir uns nicht einfach so gefallen. Als Aktionsbündnis rufen wir nicht nur zum Demonstrieren, Klagen und Boykottieren auf. Entscheidend in unserem Kampf für ein gerechtes Bildungs- und Sozialsystem ist es auch, Freiräume zurück zu erobern und neue zu schaffen.“
Die BildungsaktivistInnen fordern außerdem die Abschaffung der Studiengebühren insgesamt, ein solidarisches Bildungs- und Sozialsystem sowie die radikale Demokratisierung der Hochschulen und der Gesellschaft. mehr…


Samstag 14.04.07, 22:30 Uhr
Burschenschaftler provozieren Polizeieinsatz an der Ruhr-Uni

Polizei will Personalien – Rebel Clowns Army greift ein

Das bundesweite Vernetzungstreffen gegen Studiengebühren auf dem Bochumer Uni-Campus ist heute Abend von der Polizei aufgesucht worden. Etwa 15 bis 20 Beamte, die mit Schlagstöcken und Pistolen bewaffnet waren, wollten durchsetzen, dass die Personalien von allen auf beim Vernetzungstreffen anwesenden Personen aufgenommen werden.
Die Begründung: Offensichtlich hat ein Mitglied der schlagenden rechtsaußen-Burschenschaft Arminia die Polizei gerufen. Der Burschi hat gegenüber der Polizei behauptet, ihm sei seine blau-weiß-schwarze Schärpe weggenommen worden, und der Tatverdächtige habe sich in das Vernetzungstreffen geflüchtet.
Die Polizei machte daraufhin in einer Ansage an der Vernetzungstreffen klar: Sie werte das angebliche Wegnehmen der Schärpe als einen „bewaffneten Raubüberfall“. Schließlich sei die Schärpe mit einem Messer durchgeschnitten worden. Weil es sich damit um ein Verbrechen handle, das nicht unter einer Freiheitsstrafe von einem Jahr bestraft werden kann, sei es verhältnismäßig, die Personalien der etwa 50 zu diesem Zeitpunkt auf der GB-Wiese anwesenden Personen aufzunehmen.
Als die Situation angespannter wurde und die PolizistInnen den Studierenden verbieten wollten, die Wiese vor dem Gebäude GB zu verlassen, kamen die neu gegründeten Bochumer Gaggles der „Rebel Clown Army“ zu einem ersten Einsatz. Durch die direkten Aktionen (Clown-Marsch durch die Polizei-Absperrung, Anschleichübungen, Polizei-Einkesseln, Gruppenfoto mit Bulle, Polizei-Verfolgung und Polizei-Imitation etc.) wurde die Lage für die BeamtInnen schnell so unübersichtlich, dass sie nicht mehr sagen konnten, wer überhaupt zu der ursprünglich auf der Wiese festgesetzten Gruppe gehörte. mehr…


Samstag 14.04.07, 19:00 Uhr
Mittwoch, 18.4., 19.30 Uhr, Bahnhof Langendreer, Raum 6

Von Chile bis Mexiko – 30 Jahre Lateinamerika-Solidarität

che.jpgDer Arbeitskreis Lateinamerika lädt für Mittwoch ein: „Seit Jahrzehnten faszinieren politische Prozesse in Lateinamerika: Für die 68er war der argentinisch-kubanische Revolutionär Ernesto „Che“ Guevara eine Leitfigur. In den 70er Jahren demonstrierten Zehntausende gegen die Militärdiktatur in Chile, in den 80ern engagierten sich wohl ebenso Viele in der Mittelamerika-Solidarität. Die sandinistische Revolution in Nicaragua und die Aufstandsbewegungen in El Salvador und Guatemala waren ein Symbol dafür, dass eine andere Welt möglich ist. Aus Europa und den USA strömten junge AktivistInnen nach Nicaragua, um in Solidaritätsbrigaden am Aufbau der neuen Gesellschaft mitzuarbeiten. Seit den 90er Jahren begeistern sich Menschen auf der ganzen Welt für die ZapatistInnen in Chiapas im Süden Mexikos und ihrer basisdemokratischen Selbstverwaltung der indianischen Gemeinden. Und aktuell sind die linken Regierungen in mehreren Ländern Lateinamerikas, die Alternativen zum neoliberalen Kapitalismus entwickeln wollen, wieder einmal Hoffnungsträger für InternationalistInnen. Der Monatszeitschrift ila gelingt seit drei Jahrzehnten eine alternative Berichterstattung zu Lateinamerika jenseits des journalistischen Mainstreams, ebenso lange hat sie die politischen Prozesse in Lateinamerika und die hiesigen Solidaritätsbewegungen begleitet. Gert Eisenbürger, seit 1980 in der ila-Redaktion, reflektiert diese Erfahrungen und fragt nach ihrer Bedeutung für heutigen Internationalismus.“
In Kooperation mit dem Bochumer AK Lateinamerika


Samstag 14.04.07, 09:30 Uhr
Sonntag, 15.04, 19.04 Uhr, Radio Friedensplenum, Urbo (98.5 Radio Bochum):

Bericht über die Fahrradetappe des Ostermarsches Rhein-Ruhr 2007

Am Sonntag, den 15. April, läuft die nächste Sendung von Radio Friedensplenum im „Unabhängigen Radio Bochum“, Urbo. Das Team von Radio Friedensplenum sctmb_plakat07.jpghreibt zu dieser Sendung: „Wie jedes Jahr berichtet Radio Friedensplenum über den Ostermarsch Rhein-Ruhr. Am Ostersonntag fuhren wir bei strahlendem Sonnenschein die Fahrradetappe von Essen nach Bochum-Langendreer mit. Dabei führten wir Interviews und nahmen Redebeiträge auf.
Zu hören werden u.a. sein die Rede von Alice Czyborra (Tochter des verstorbenen Widerstandskämpfers und Friedensaktivisten Peter Gingold) in Gelsenkirchen und ein Interview mit dem bekannten Liedermacher „Klaus der Geiger“. Zu empfangen ist die Sendung auf der Frequenz von 98,5 Radio Bochum.“


Freitag 13.04.07, 20:00 Uhr
»Mit 1000 Euro bist Du dabei!«

BILD an der Uni – Rektor verstößt gegen Uni-Verfassung

Seit Montag morgen findet an der Ruhr-Universität die „Bochum Action Week für Solidarität und Freie Bildung“ statt: Mit einem umfangreichen Veranstaltungsprogramm ist die Freie Uni Bochum auf dem Campus präsent, um für ein gebührenfreies Studium sowie mehr Freiräume an der Uni und in der Gesellschaft zu streiten. Ausgerechnet während der Aktionswoche kam es zu einer Provokation: Zum ersten Mal seit Jahren war ein Promotion-Team der „BILD“-Zeitung unterwegs, um tausende von Springer-Blättern zu verteilen. Am heutigen Nachmittag haben aktive Studierende zur Gegenwehr gegriffen – auf dem Foto sind die Überreste des BILD-Infostandes zu sehen.
Wie inzwischen auf Nachfragen durch den AStA in die Öffentlichkeit gekommen ist, hat sich die BILD auf dem Campus der Ruhr-Uni eingekauft: Insgesamt 1000 Euro hat die Springer-Gruppe für die Erlaubnis der Uni-Leitung bezahlt, die Blätter auf dem Campus verteilen zu dürfen.
Die aktiven Studierenden protestieren gegen diesen weiteren Vorstoß zur Privatisierung des Campus-Geländes. „Es ist eine große Frechheit, dass die Uni-Leitung gegen Bares ausgerechnet einem Konzern die Werbung auf dem Campus ermöglicht, der sogar gegen die Verfassung der Ruhr-Uni verstößt“, ist von den wütenden Studierenden zu hören.
Die Verfassung der Ruhr-Uni verpflichtet nicht nur zur Wahrnehmung eines „kritischen Bildungsauftrags“ [Art.2 (1)], sondern auch zur „tatsächliche[n] Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern und die Beseitigung der für Frau-en bestehenden Nachteile[n]“ [Art. 1, (4) 2.]. Mit der bezahlten Erlaubnis an die Springer-Promoter, eine Zeitung mit populistischen und sexistischen Inhalten zu verteilen, auf deren Titelseite Frauen schon zum Objekt degradiert werden, hat die Leitung der Ruhr-Uni gegen die Verfassung der Universität verstoßen.
Die Studierenden fordern das Rektorat auf, dem Springer-Konzernen und ähnlichen Unternehmen den Auftritt auf dem dem Campus zu verbieten. Außerdem kündigen sie an, dass sie auch in Zukunft zu Selbsthilfemaßnahmen greifen werden, wenn sich die BILD noch einmal auf den Campus der RUB trauen sollte.


Freitag 13.04.07, 19:18 Uhr
Ministerpräsident Oettinger relativierte Verbrechen der NS-Justiz

Kampagne „Gerechtigkeit heilt“ fordert Entschuldigung oder Rücktritt

Seit 33 pausenlos in Sorge um Deine innere SicherheitDie Medizinische Flüchtlingshilfe Bochum und die Kampagne „Gerechtigkeit heilt – Der internationale Kampf gegen Straflosigkeit“ fordern eine öffentliche Entschuldigung und Richtigstellung durch den Ministerpräsidenten Oettingers und anderenfalls seinen Rücktritt. Ein solcher Ministerpräsident sei nicht tragbar: „Eigentlich wäre das Ereignis keiner Rede wert gewesen. Ein furchtbarer Jurist ist von uns gegangen und hat keine Lücke hinterlassen. Stattdessen ist der ehemalige NS-Marinerichter und Ministerpräsident von Baden Württemberg Hans Filbinger wieder in aller Munde. Die Rehabilitierung Filbingers begann an seinem Grab. Dort relativierte der heutige baden-württembergische Ministerpräsident Oettinger in seiner Grabrede die Verbrechen, die sein Vorgänger Filbinger während seiner Amtszeit als NS-Marinerichter begangen hatte.
Vor dem Hintergrund der deutschen Geschichte ist die Rede Oettingers eine Beleidigung für die Überlebenden und Angehörigen von Opfern des NS-Regimes, insbesondere für die Deserteure, die von Urteilen, wie jenen, an denen Filbinger beteiligt gewesen war, betroffen waren. Sie und diejenigen, die dem Nationalsozialismus wirklich widerstanden haben, sind es, die die Anerkennung der Gesellschaft verdienen und nicht Scharfrichter wie Filbinger und sein Grabredner Oettinger.
Mit seiner Rede Relativierung scheint Oettinger einen kollektiven Gedächtnisschwund herbeireden zu wollen. „Eine Gesellschaft ohne Gedächtnis“, sagt Bianca Schmolze, „ist eine Gesellschaft, die blind ist gegenüber ihrer Vergangenheit und Gegenwart und die Gefahr läuft, in der Zukunft die Fehler und Verbrechen zu wiederholen, die sie verdrängt hat.“
Im Rahmen der Kampagne „Gerechtigkeit heilt“ hat sich erwiesen, dass in zahlreichen Ländern Richter vom Zuschnitt eines Filbinger dazu beitragen, dass Unschuldige vor Gericht gestellt, verurteilt, gefoltert, vergewaltigt oder sogar hingerichtet werden. mehr…


Freitag 13.04.07, 15:56 Uhr
Dienstag, 17.4., 19.00 Uhr, VHS im BVZ, Clubraum; entgeltfrei

TV-Kampfzone: »Meine Sonntage mit Sabine Christiansen«

rossum4.jpg„Das Weltbild, das bei Sabine Christiansen zusammengeplappert wird, ist nicht gerade neu, und es ist keineswegs exklusiv. Doch im Sendegebiet der deutschen TV-Kampfzone dürfte es keine politische Talkshow geben, die auf ähnliche Weise die Wünsche der Chefetage ans Volk durchreicht – und dabei eine unschlagbare journalistische Unbedarftheit an den Tag legt.“ Dieses vernichtende Urteil fällt der Publizist Walter van Rossum in seinem Buch „Meine Sonntage mit Sabine Christiansen.“
Walter van Rossum beschreibt in seinem Buch ebenso unterhaltsam wie bitterböse, wie jeden Sonntag, die immer gleichen Figuren ihre Katastrophendiagnose in den deutschen Wohnzimmern verbreiten und als einzige Therapie die Totalreform, sprich die Liquidierung des Sozialstaates empfehlen. „Allsonntäglich tritt so eine große Koalition der Systemüberwinder gegen ihr Volk an.“
Am Dienstag, den 17. April 07 im Clubraum der VHS liest Walter van Rossum aus seinem Buch. Er nimmt die Lieblingssprechblasen, die von Christiansens Talk pausenlos gen Studiohimmel steigen, auf’s Korn und diskutiert mit dem Publikum darüber, dass “die Differenz zwischen Merkel und Müntefering nicht gerade den Zauber der Demokratie“ erhöhen.
Die Lesung ist Bestandteil einer Veranstaltungsreihe von VHS und DGB in Bochum, die sich mit den sogenannten “neoliberalen Weisheiten“ über den Zustand der Wirtschaft, den Erfordernissen deregulierter Arbeitsmärkte und der Notwendigkeit des Sozialabbaus beschäftigt.
Die Reihe wird am 24. April um 19.00 Uhr (Clubraum der VHS) fortgesetzt. Dann referiert der Armutsforscher Professor Butterwegge über die „Republik der Armen“.


Pressemitteilung der Sozialen Liste vom 13.4.2007
Freitag 13.04.07, 15:00 Uhr

Soziale Liste nimmt Abschied von Jürgen Bargmann

Die Soziale Liste Bochum, deren Vorsitzender er war, sowie Familienangehörige, Freunde, Kampf- und Weggefährten nehmen Abschied von Jürgen Bargmann: Sonntag, 22. April 2007, 15.00 Uhr, „Albert-Schweizer-Haus“, Alter Markt 3 in Wattenscheid.
Die Soziale Liste Bochum dankt für die große Anteilnahme von vielen Bürgern der Stadt u. a. auch der Bundestagsabgeordneten Sevim Dagdelen (Die Linke) und Axel Schäfer (SPD).Ein Bochumer Fotojournalist schreibt: ..ich finde es schade, dass ein so besonnener unruhestifter im besten sinne, wie jürgen bargmann, nicht mehr unter uns ist. da fehlt sicher eine wichtige stimmlage im kommunalpolitischen chor.“


Freitag 13.04.07, 15:00 Uhr

DGB: »Über 1800 Jugendliche suchen noch eine Ausbildungsstelle«

„Mit Freude habe ich zur Kenntnis entnommen, dass bei der IHK derzeit noch 400 freie Ausbildungsplätze gemeldet sind,“ so DGB Vorsitzender Michael Hermund. „Diese Plätze müssen schnellstens an die Arbeitsagentur weitergeleitet werden. Über 1800 Jugendliche suchen noch eine Ausbildungsstelle und warten dringend auf ein Angebot.“
Hermund reagiert damit auf den Ausbildungsmarktexperten der IHK Mittleres Ruhrgebiet Ulrich Ernst, der noch freie Ausbildungskapazitäten gemeldet hatte. „Ich hoffe nur, dass es sich dabei nicht um Doppelzählungen handelt, denn nichts ist schlimmer als den jungen Menschen Sand in die Augen zu streuen,“ so Hermund. Nach der offiziellen Statistik zum Ende März gab es im Arbeitsagenturbezirk Bochum noch 1832 Jugendliche die eine Ausbildungsstelle suchten, aber nur noch 892 gemeldete offene Berufsausbildungsstellen.
Der DGB hatte sich für verstärkte Anstrengungen im laufenden Ausbildungsjahr ausgesprochen, da die Situation auf dem Ausbildungsstellenmarkt sehr angespannt wäre. Schon jetzt sei abzusehen, dass außerbetriebliche Ausbildungskapazitäten angeboten werden müssten, um dem Nachfragewunsch der Jugendlichen nachkommen zu können. „Wir müssen schon jetzt Überlegungen starten um ab September außerbetriebliche Ausbildungsplätze in unserer Region anbieten zu können. Durch die Bugwelle der Altbewerber aus den Vorjahren werden Hunderte auf der Strecke bleiben, wenn wir nicht kreative Lösungen für die Region anstreben“, so der DGB Vorsitzende.


Donnerstag 12.04.07, 19:15 Uhr

Antifa-Aktion im ehemaligen Ruhr-Stadion

Am Samstag, dem 14. April, spielen die Herren-Fußball-Mannschaften vom Verein für Leibesübungen (VfL) Bochum und vom Hertha Berliner Sport-Club (BSC) im ehemaligen Ruhr-Stadion an der Castroper Straße gegeneinander. Gleichzeitig findet rund um das Stadion ein großes Fan-Club-Fest statt. Die Initiative gegen den Nazi-Laden Goaliat wird bei dieser Gelegenheit über den Nazi-Laden informieren. Zunächst wird die IG-Metall-Jugend in der Halbzeitpause auf dem Rasen auflaufen und ihre Plakat-Aktion wiederholen: „Schöner leben ohne Nazis“. Anschließend wird die Initiative mit einem Infostand über den Nazi-Laden und seine Produkte informieren. Das Spiel gegen Hertha BSC bietet sich besonders für diese Aktion an, weil Hertha BSC bei seinen Heimspielen BesucherInnen, die Kleidung von Thor Steinar oder andere Nazi-Produkte tragen, keinen Zutritt ins Olympia-Stadion erlaubt. Zur entsprechenden Meldung von Hertha BSC.


Donnerstag 12.04.07, 19:00 Uhr
Freitag, 13.4., 14.00 Uhr, Schirmbar, Ruhr-Uni

Kritische Wissenschaft und Emanzipation

Die Freie Uni schreibt: „Seit langem steht fest, dass Wissenschaft nicht per se kritisch ist, sondern sich daran beteiligt, verschiedene Formen von Herrschaft vorzudenken und bei ihrer Ausübung mitzumachen. Gleichzeitig hat es immer wieder Bewegungen gegeben, die Fähigkeit zur Kritik und Vernunft in den Wissenschaften selbst zu stärken und zu entwickeln. Dafür braucht es der materiellen Bedingungen. Universitäten als privilegierter Ort von Wissenschaft stellt diese nicht ohne weiteres zur Verfügung. Der Vortrag befasst sich mit aktuellen Veränderungen der Hochschule und diskutiert die Frage emanzipatorischer Möglichkeiten des Wissens. Dr. phil. Alex Demirovic ist Privatdozent für Politikwissenschaft und Politische Soziologie an der Universität Frankfurt/Main und Mitglied bei ver.di, DGS und DVPW sowie in der Redaktion der Zeitschrift Prokla. Seine Arbeitsgebiete sind Demokratie und Staatstheorie, Intellektuellen- und Wissenschaftssoziologie.“


Donnerstag 12.04.07, 08:00 Uhr
Montag, 16.4., 19 Uhr, Bahnhof Langendreer:

Mobilisierungstreffen zum G8-Gipfel

Das Bochumer G8-Plenum schreibt: „Der G8-Gipfel und die Proteste dagegen rücken immmer näher. Die Planungen und die Mobilisierung dahin läuft europaweit immer stärker an. Die Debatten über die Kritik an den G8 und der (neoliberalen) Kapitalismus sowie die Aktionsformen wird intensiver geführt. Die sozialen Bewegungen sind dabei mit politischen aber auch organisatorischen Aufgaben konfrontiert wie seit den 80er Jahren nicht mehr. Auch für Gruppen aus dem Ruhrgebiet stellen sich viele Aufgaben in der bundesweiten Mobilisierung. Daher möchten wir euch zu einem großen Treffen einladen, um gemeinsam die anstehende Mobilisierung, die Hin- und Rückfahrt sowie unsere Unterstützung während der Aktionstage zu planen: Montag, 16.4., 19 Uhr, Bahnhof Langendreer. Das nächste Treffen des Bochumer G8-Plenums ist am Dienstag, 24.4. um 18 Uhr im Sozialen Zentrum, Rottstr. 31.“


Dienstag 10.04.07, 22:00 Uhr
Linke Liste: Sondierungsgespräche mit den Rubrosen gescheitert

„Keine Basis für vertrauensvolle Zusammenarbeit mit der Juso-Hochschulgruppe“

Die Linke Liste an der Ruhr-Uni schreibt über die Verhandlungen zur Bildung eines neuen AStA: »Schon während den Wahlen zum Studierendenparlament im Januar ist deutlich geworden, dass die Hochschulgruppen Linke Liste, alternative liste, Grüne Hochschulgruppe und die Liste Schöner Wohnen in Bochum trotz unterschiedlicher Schwerpunktsetzungen in zentralen Fragen gemeinsame Ziele verfolgen. Folgerichtig haben die vier Listen nach den Wahlen gemeinsam das Konzeptpapier „Für einen linken Bündnis-AStA“ ausgearbeitet. Das Papier ist in unseren Augen nach wie vor ein guter und belastbarer inhaltlicher Kompromiss zur Bildung eines AStAs unter Beteiligung der vier linken Hochschulgruppen an der Ruhr-Uni. mehr…


Dienstag 10.04.07, 18:45 Uhr

Grüne antworten doch

In der Meldung „Grüne Ostergranaten“ war an dieser Stelle darüber berichtet worden, dass es von den Grünen keine Antwort auf einen Brief des Bochum Friedensplenums zur aktuellen Militärpolitik gegeben hat. Das Büro des für Bochum zuständigen Grünen Bundestagsabgeordneten Markus Kurth hat mitgeteilt: „Wir haben daraufhin unsere Posteingänge im Berliner und im Dortmunder Büro überprüft und konnten keinen Eingang des Briefes oder eine Rückfrage zum Eingang feststellen.“ Eine Beantwortung des Briefes wird angekündigt.
Christian Michalak, Mitglied des Bochumer Grünen Kreisvorstandes, hatte Markus Kurth auf die Meldung aufmerksam gemacht und einen offenen Brief an Claudia Roth und andere weitergeleitet, „der die Haltung vieler Grüner zur Friedensbewegung deutlich macht“.  Der Brief als PDF-Datei.


Dienstag 10.04.07, 18:20 Uhr

Freie Uni Bochum fordert Aussetzung der Studiengebühren

Die Freie Uni schreibt: »Knapp 100 Studierende haben am Montag den Beginn der 1. Bochumer Action Week in und vor der „Schirmbar“ (ehemaliges Mensa-Bistro) auf dem Campus der Ruhr-Universität Bochum gefeiert. Im Rahmen der Aktionswoche organisiert die Freie Uni Bochum (FUB) vom 9. bis zum 13. April zahlreiche kulturelle und politische Veranstaltungen. Ein zentrales Anliegen der OrganisatorInnen ist es auch, jene Probleme aufzuzeigen, welche durch die Einführung allgemeiner Studiengebühren entstanden sind. „Was die Studiengebühren angeht, hat die Ruhr-Uni unsere schlimmsten Erwartungen übertroffen“, so Katharina Teiting von der Freien Uni. „Die RUB hat es bisher noch nicht einmal geschafft, die Härtefallanträge zu bearbeiten. Am Freitag enden die Rückmeldefristen, und es herrscht totales Chaos.“ Auf Grund der mangelnden Beratung zu Studiengebühren, dem Verwaltungschaos in der Einschreibungswoche und dem dramatischen Rückgang der Studierendenzahlen in ganz NRW fordert die Freie Uni eine Aussetzung der Studiengebühren. mehr…


Dienstag 10.04.07, 18:15 Uhr

Die Soziale Liste trauert um Jürgen Bargmann

In einem Nachruf auf ihren gestorbenen Vorsitzenden schreibt die Soziale Liste: „Jürgen Bargmann, aus einem sozialdemokratisch geprägten Elternhaus kommend, nahm an den Kämpfen der 1968’er Jahre teil und engagierte sich schon früh gegen Unterdrückung und Kapitalismus. Der Krieg gegen Vietnam empörte ihn ebenso wie die Berufsverbote und der Neofaschismus. Rassismus und nationale Überheblichkeit waren ihm fremd. Sprache, Gebräuche und Lebensweise anderer Völker fanden sein besonderes Interesse. Solidarität praktizierte er da, wo andere nur redeten.“ Der Nachruf im Wortlaut.


Nachruf der Sozialen Liste auf Jürgen Bargmann
Dienstag 10.04.07, 18:15 Uhr

Jürgen Bargmann ist tot

Es rettet uns kein höh’res Wesen, kein Gott, kein Kaiser noch Tribun,
uns aus dem Elend zu erlösen, können nur wir selber tun.

Das Herz eines Kämpfers für Frieden, Sozialismus und internationale Solidarität hat aufgehört zu schlagen. Jürgen Bargmann starb im Altern von 51 Jahren in der Nacht vom Gründonnerstag zum Karfreitag. Der Verlust schmerzt unermesslich, die Lücke ist groß.
Jürgen Bargmann, aus einem sozialdemokratisch geprägten Elternhaus kommend, nahm an den Kämpfen der 1968’er Jahre teil und engagierte sich schon früh gegen Unterdrückung und Kapitalismus. Der Krieg gegen Vietnam empörte ihn ebenso wie die Berufsverbote und der Neofaschismus. Rassismus und nationale Überheblichkeit waren ihm fremd. Sprache, Gebräuche und Lebensweise anderer Völker fanden sein besonderes Interesse. Solidarität praktizierte er da, wo andere nur redeten.

Sich Wissen und Bildung anzueignen, zu gebrauchen und zu vermitteln, waren Jürgen Bargmann ein Bedürfnis. Der offizielle Bildungsbetrieb machte wenig Gebrauch davon, er passte nicht in seine Normen. Die, die ihn kannten, hatten umso mehr Gewinn davon. In die Marx-Engels-Stiftung brachte er seine reichhaltigen Kenntnisse ein.

Politisches Wissen, Einsichten und Erfahrungen weitergeben, Mitstreiter gewinnen Bündnisse schließen, inhaltliche Kontroversen, dass war das politische Leben von Jürgen Bargmann. Dabei war ihm das Leben und die Arbeit der Menschen stets wichtig. Sie zu erreichen und für den politischen Kampf zu gewinnen, war ihm ein besonders wichtiges Anliegen. Auf den Plätzen und den Straßen kannte man Jürgen Bargmann daher von Informationsständen, Demonstrationen und Unterschriftensammlungen. Er war aktiv in zahlreichen Initiativen und sozialen Bewegungen.
Jürgen Bargmann war Mitbegründer der Sozialen Liste Bochum am 15. Januar 2004 und seitdem deren Vorsitzender.

Bochum 2007-04-10


Dienstag 10.04.07, 09:46 Uhr

Ostermarsch Rhein Ruhr 2007

Kriege beenden! Völkerrecht durchsetzen! Spart endlich an der Rüstung!
Bilder vom Montag, 9. April 2007, Schlussetappe Bochum-Dortmund: mehr…


Montag 09.04.07, 21:00 Uhr

Ostermarsch erfolgreich beendet

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Auch beim heutigen letzten Tag des diesjährigen Ostermarsches hatte die TeilnehmerInnen viel Glück mit dem Wetter. Bei blendender Stimmung beendeten mehr als 600 Menschen in Dortmund die Schlussetappe. Zum Auftakt nach Bochum Werne (Foto) waren heute früh ca. 200 TeilnehmerInnen gekommen. Wir dokumentieren: die Begrüßung von Annemarie Grajetzky beim Friedensgottesdienst und die Predigt von Jürgen Klute sowie die Reden von Elke Koling (IPPNW), von Klaus Kunold (VVN-BDA) und von Felix Oekentorp (DFG/VK) bei der Auftaktkundgebung in Bochum-Werne. Bilder vom Montag
Eine gute Nachricht: Der Sturz von Elke Koling und ihrem Baby ist glimpflich verlaufen. Sie haben das Krankenhaus bereits wieder verlassen können.


Rede von Klaus Kunold, VVN - BdA, am 9.4. 2007 auf dem Ostermarsch in Bochum Werne
Montag 09.04.07, 20:00 Uhr

Nie wieder Krieg – nie wieder Faschismus!

Liebe Friedensfreundinnen,
liebe Friedensfreunde,
als Vertreter meiner Organisation, der VVN-BdA, möchte ich heute daran erinnern, dass fast zeitgleich vor 62 Jahren am 11. April 1945 die Selbstbefreiung des KZ-Buchenwald war.
Am 19. April 1945 gedachten die überlebenden Häftlinge auf dem Appellplatz von Buchenwald ihrer ermordeten Kameradinnen und Kameraden. 21.000 Häftlinge leisteten den Schwur von Buchenwald, in dem es u.a. heißt: „Wir stellen den Kampf erst ein, wenn auch der letzte Schuldige vor den Richtern der Völker steht.
Die Vernichtung des Nazismus mit seinen Wurzeln ist unsere Losung. Der Aufbau einer neuen Welt des Friedens ist unser Ziel.“
In einer verkürzten Form formulieren wir: „Nie wieder Faschismus – Nie wieder Krieg!“
Dies ist für uns Vermächtnis und gleichzeitig Richtschnur unseres Handelns. Die VVN-BdA hat in der Vergangenheit an vielen Friedensaktivitäten teilgenommen, sie ist aktiver Teil der Friedensbewegung.
Der Ostermarsch 2007 steht unter den Losungen:
Kriege beenden!
Völkerrecht durchsetzen!
Spart endlich an der Rüstung!
Kriege waren immer grausam, heute werden Kriege angeblich so geführt, als ob ein Chirurg mit einem Skalpell eine Operation durchführt. So wird es uns von den Kriegsführenden weisgemacht, aber dies ist eine Verniedlichung der Grausamkeiten bei den heutigen Waffensystemen.
Die kriegerischen Auseinandersetzungen zeigen uns in aller Deutlichkeit, dass Probleme nicht militärisch gelöst werden können, sondern die Probleme verschärft werden.
Wenn die PolitikerInnen in diesem Zusammenhang von Frieden, Freiheit und sozialer Gerechtigkeit reden, so ist dies doch nur heiße Luft.
Während die Entwicklungshilfe stagniert oder einige Länder diese zurückführen, sind gerade die reichsten Länder die größten Rüstungsexporteure dieser Welt. Wer für ein friedliches Europa und für eine gerechte Weltordnung ist, kann diesem Weg nicht gehen, denn er führt in eine Sackgasse.
Wer für ein friedliches Europas und für eine gerechte Weltordnung ist, muss das Weißbuch der Bundesregierung ablehnen.
Wie heißt es u.a. bei der Vereidigung der Bundeskanzlerin und des Bundeskabinetts: „Schaden vom deutschen Volk abzuwenden“. Schaden für das Volk bedeutet das Weißbuch und auch der Tornado-Einsatz in Afghanistan. Der Einsatz der Tornados ist angeblich kein Kampfeinsatz, er diene nur der Aufklärung.
Wer diesen Einsatz so definiert, ist nicht ehrlich. Dieser Einsatz dient der Vorbereitung von Kampfeinsätzen und dient nicht der Sicherung des Wiederaufbaus des Landes.
Und weil wir für ein friedliches Europa, für eine friedliche Welt und eine gerechte Weltordnung sind, marschieren auch Mitglieder der VVN-BdA beim Ostermarsch mit.
Zum Abschluss möchte ich nochmals einen Satz des Schwures von Buchenwald vom 19. April 1945 zitieren, der nach wie vor Gültigkeit besitzt: „Der Aufbau einer neuen Welt des Friedens und der Freiheit ist unser Ziel.“
Liebe FriedensfreundInnen noch ein Hinweis:
Am morgigen Dienstag, den 10 April um 11.00 Uhr wird in der VHS Bochum die Ausstellung „Opfer rechter Gewalt“ eröffnet.
Dies ist eine Kooperationsveranstaltung der VHS und der VVN-BdA. Dazu laden wir Euch herzlich ein. Sie kann von 8.00 Uhr – 20.00 Uhr werktags besucht werden.


Annemarie Grajetzky auf dem Friedensgittesdienst am 9.4. 2007
Montag 09.04.07, 19:00 Uhr

Begrüßung zum Ostermarschgottesdienst

Herzlich willkommen zum Ostermarschgottesdienst hier in der Werner Kirche. Die Ostermärsche sind guteTradition. Unsere Forderungen zum Ostermarsch in diesem Jahr: Kriege beenden! Völkerrecht durchsetzen! Spart endlich an der Rüstung!
Der Ostermarsch und dieser Friedensgottesdienst sind wichtig, weil wir eine vorausschauende Friedenspolitik brauchen.
Die Probleme dieser Welt sind militärisch nicht zu lösen, nicht im Nahen und Mittleren Osten, auch nicht im Irak und Afghanistan.
Was den Einsatz der Tornados betrifft möchte ich an die Aussage erinnern: Von Deutschland darf nie wieder ein Krieg ausgehen!! Schon vergessen?
Schluss mit Bundeswehr – Auslandseinsätzen! BUNDESWEHR WEGTRETEN.
Frieden ist nicht billig zu haben. Er verlangt ein gerechtes Teilen und gerechte Teilhabe an dem, was an Ressourcen vorhanden ist. Deshalb treten wir auch mit diesem Gottesdienst für eine gerechte Weltordnung ein. Armut und Krieg sind Ursachen von Flucht und Migration. Dagegen schotten sich die reichen Länder brutal ab. Wir fordern: Bleiberecht für Flüchtlinge. Wiederherstellung des Grundrechts auf Asyl. Stopp der Abschiebung in Kriegs- und Krisenregionen. DANK AN DIE KIRCHENGEMEINDE HIER IN WERNE, die EINEM JUNGEN KURDEN KIRCHENASYL GEWÄHRT!!!!!!!
Pfarrer Jürgen Klute, seit diesem Jahr hier in Bochum an der Evang. Stadtakademie wird die Predigt halten zu Amos 5, 24 : Es ströme aber das Recht wie Wasser und die Gerechtigkeit wie ein nie versiegender Bach.
Musikalisch wird dieser Gottesdienst begleitet von Andreas Volkmann und von Nils Holub mit der Trompete. Nils ist zehn Jahre alt und wird uns bei dem Lied: „Wes hall overcome“ begleiten.
Vorbereitet haben diesen Gottesdienst die Frauen für den Frieden zusammen mit Carsten Limpert, dem Pfarrer der Evangelischen Kirchengemeinde Werne
Ostern diese unmögliche Geschichte, dass da einer lebte vor langen Jahren, der den Menschen die Augen öffnete für Gottes Güte und die eigene Würde. Dass da einer lebte, der das Spiel der Starken und Mächtigen nicht mehr mitspielte. Der das Leben sah mit Gottes Augen. Der den Menschen aufmerksam begegnete und sie aufmerksam machte auf eine unmögliche Möglichkeit : DIE IDEOLOGIE DER MACHT und DES MACHENS ZU LASSEN:
So feiern wir diesen Gottesdienst im Namen Gottes; Gott ist die Quelle des Lebens.
Im Namen Jesu Christi. Jesus Christus hat dem Tod die Macht genommen, und im Namen des Heiligen Geistes. Die Kraft, die in Gottes Geist ihren Ursprung hat, die heute Menschen aufstehen lässt aus den Sachzwängen dieser Welt für Gottes Zukunft.
Gottes Geist stärkt unseren Mut und beflügelt unsere Phantasie, dass wir in unserer Zeit gerechte Verhältnisse stiften können.
Und so lasst uns das alte, unvernünftige Osterlied singen: Christ ist erstanden (EG 99)