Durch die Initiative der FDP/Stadtgestalter im Frühjahr (1) ist endlich die Lage der Wohnungs- und Obdachlosen in Bochum auf die Tagesordnung gekommen. Die Unterkunft „Fliednerhaus“ am Stadion muss wegen hochtoxischen Schimmelbefalls geschlossen werden, ein Neubau steht an. Hier bestehen aber noch erhebliche Planungsmängel. Zunehmende Wohnungslosigkeit ist ein Symptom von Krise und Verarmung. Im kommenden Jahr dürfte bundesweit die Marke von einer halben Million geknackt werden. In Bochum sind – bei weiter Auslegung des Begriffs – mehrere tausend Menschen betroffen. Ganz ohne Obdach („Platte machen“) dürften allerdings nur einige Dutzend sein. mehr…
Die Naturfreunde Langendreer haben einen Bus zur Klima-Demo am 4. 11. in Bonn gechartert. Der Bus fährt von der Fernbushaltestelle (Wittener Straße) am Hauptbahnhof um 8.30 Uhr los. Tickets gibt es über langendreer@naturfreunde.de. Kosten: Jugendliche 5 €, Erwachsene 10 € und Solitickets 15 €. Die Rückfahrt ist um 17.15 Uhr von Bonn. Im Aufruf für die Demo heißt es: »Der Klimagipfel von Paris war ein Aufbruch. Das gemeinsame Ziel, die Klimakrise aufzuhalten, macht Hoffnung. Doch das gelingt nur mit entschlossenem Handeln. Gerade nach dem Ausstieg von Donald Trump aus dem Klimaabkommen reichen warme Worte allein nicht aus. Jetzt müssen mehr denn je Taten folgen: ehrgeiziger Klimaschutz, faire Unterstützung für die armen Länder – und der Ausstieg aus der Kohle! mehr…
Sonntag 22.10.17, 11:58 Uhr
Staatsanwaltschaft stellt Verfahren nach acht Tagen ein
«Das Soziale Zentrum schreibt: »In der Nacht vom 27. auf den 28.09.2017 wurde versucht, den Rollladen vor der Haupteingangstür zu unserem Lokal in Brand zu setzen. Am Donnerstagabend entdeckten wir dort eine Pfütze die nach Brennstoff roch, mit Resten von verkohltem Papier darin sowie eindeutige Rußspuren am Rollladen selbst. Wir können nur spekulieren, wer aus welchen Gründen versucht hat, einen Brand zu verursachen, werten diese Brandstiftung aber auf jeden Fall als Angriff auf unser Zentrum sowie die Nachbar*innen, die über unserem Lokal wohnen. mehr…
Donnerstag 19.10.17, 11:01 Uhr
bodo irritiert über Selbstlob des Oberbürgermeisters
Die Wohnungsloseninitiative „bodo e.V.“ kritisiert die Darstellung des Oberbürgermeisters zum Bereich Wohnungslosenhilfe beim Jahresempfang in der Rotunde. Statt sie zu bündeln, würden die Angebote durch Kündigung der Mietverträge durch die Stadt auseinandergerissen. „Wir freuen uns, dass der Oberbürgermeister die Wohnungslosen nicht ‑ Zitat ‑ ,von einer schäbigen Immobilie in eine andere‘ schicken will“, sagt Bastian Pütter, Redaktionsleiter des Straßenmagazins „bodo“. „Die vielen Jahre in einer baufälligen und zum Ende praktisch unbewohnbaren Immobilie waren leider kein Problem für die Stadt.“ Einen Neubau der Notschlafstelle in Modulbauweise begrüßt „bodo“ ausdrücklich. Dass so „die Versorgung wohnungsloser Menschen zukünftig an einer Stelle ermöglicht“ werde, so Eiskirch, sorgt aber für Irritationen.„Tatsächlich ist es so, dass bislang Tagesaufenthalt, Suppenküche, die Medizinische Wohnungslosenhilfe, ,bodo‘ an der Stühmeyerstraße und wenige Meter weiter die Beratungsstelle für Wohnungslose innenstadtnah gebündelt sind“, erklärt Tanja Walter, Geschäftsführerin des „bodo e.V.“. mehr…
Sevim Dagdelen ist auf der Klausurtagung der Linksfraktion mit 75 Prozent der Stimmen zur stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden gewählt worden. Das war überfällig. Für Bochumer Abgeordnete ist das eine Selbstverständlichkeit. Die Bochumer Abgeordneten Axel Schäfer (SPD) und Frithjof Schmid (Grüne) bekleiden diese Funktion schon seit vielen Jahren in ihren Fraktion. Während Axel Schäfer bundespolitisch kaum in Erscheinung tritt und eher die Hinterbänkler im Bundestag vertritt, ist Frithjof Schmidt eine einflussreiche Persönlichkeit in seiner Fraktion. Sevim Dagdelen war schon in der vergangenen Jahren ohne die Funktion in der Fraktionsführung eine Politikerin, die das Bild der Linken bundesweit in der Öffentlichkeit prägte. Wahrscheinlich wird sie jetzt noch häufiger zu Talkshows oder Interviews eingeladen. Ihre Linke Basis in Bochum freut sich: „Mit einem tollen Ergebnis von 75,4 Prozent wurde Sevim Dagdelen gestern als stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Linken im Deutschen Bundestag gewählt. Darüber freuen wir uns sehr und schicken herzliche Grüße nach Potsdam, wo die Fraktionsklausur tagt. Sevim Dagdelen gehört zu den profiliertesten Außenpolitikern im Deutschen Bundestag und ist das Gesicht der Linken in der Integrations- und Migrationspolitik.“
Bodo lädt am Samstag, den 21. Oktober um 11 Uhr zu einer „Sozialen Stadtführung“ ein: »Jetzt, wo es kälter wird, wird es für Menschen, die auf der Straße leben, besonders hart. Mit seiner sozialen Stadtführung zeigt der gemeinnützige Verein „bodo“ einmal im Monat, was es bedeutet, keine eigene Wohnung zu haben. Wie verbringen wohnungslose Menschen den Tag, wo die Nacht, welche Anlaufstellen gibt es für sie? Bei den sozialen Stadtführungen von „bodo“ werfen die Teilnehmenden gemeinsam mit einem Verkäufer des sozialen Straßenmagazins einen Blick in solche Einrichtungen, sprechen mit MitarbeiterInnen und erfahren von Verkäufern, die zum Teil selbst „auf Platte“ waren, was es eigentlich bedeutet, ohne Obdach zu sein. Die Tour dauert rund zwei Stunden.« mehr…
Dienstag 17.10.17, 20:41 Uhr
Zehnter Stolperstein ein für einen verfolgten Homosexuellen
Die Rosa Strippe schreibt: »Am Freitag, dem 20.10.2017 wird der Künstler Gunter Demnig zwischen 12.30 und 12.45 Uhr einen weiteren Stolperstein in Bochum verlegen. Der Stolperstein für Heinrich Barenberg ist der zehnte Stein für einen verfolgten Homosexuellen in Bochum. Erstmals wird damit an ein Männerpaar erinnert, die Verlegung des Stolpersteines für Gerhard Krebs wird im kommenden Jahr folgen. Der Stolperstein für Heinz Barenberg wird vor dem Haus Massenbergstraße 28/30 verlegt, ehemals Wittener Str. 22. Das Haus wurde in Folge des von Deutschen zu verantwortenden Krieges zerstört. mehr…
In der Veranstaltungsreihe „Expedition Hamme – Häuser, Menschen, Nachbarschaften der Volkshochschule (VHS) geht die Reise am Samstag, den 21. Oktober von 11 bis 14 Uhr weiter. Untersucht werden Leerstände im Stadtteil und folgende Fragen: Was bedeutet es für den Einzelnen, wenn Geschäfte zu bleiben? Was geht an sozialem Miteinander, an Lebensqualität, was an sozialer Sicherheit verloren? Teilnehmende des ersten Teils der „Expedition Hamme“ stellen ihre Nachforschungen zu den Gewerbeflächen an der Dorstener Straße vor. Im Anschluss gibt es Raum für Fragen und gemeinsame Erinnerungen an frühere Angebote vor Ort, wie die zwei Kinos und eine Diskothek, die es bis in die 70er Jahre an der Dorstener Straße gab. Treffpunkt ist das Bürgerhaus Hamme, Amtsplatz 10–12. Die Veranstaltung wird von Petra Weiler geleitet, die Teilnahme ist kostenlos. Anmeldungen sind unter der Rufnummer 02 34 / 910 – 15 55 möglich. Weitere Informationen zu „Expedition Hamme“ gibt es im Internet unter https://expeditionhamme.wordpress.com.
Zur Sitzung des Ausschusses für Infrastruktur und Mobilität am Dienstag, den 17. Oktober, erklärt Sabine Lehmann, Mitglied der Der Linken in dem Ausschuss: „Die neu eingeweihte Brücke Buselohstraße soll als Kunst-am-Bau-Maßnahme illuminiert werden: LEDs sollen die Fachwerkschrägen des Brückenbogens von unten anstrahlen. Leider sieht diese Beleuchtung nicht nur schön aus: Sie kostet in der Anschaffung 80.000 Euro Steuergelder, sie wird für den Rest ihres Bestehens Energie verbrauchen und Stromkosten erzeugen. mehr…
Am Sonntag, den 22.10. lädt die Volkshochschule zu einen Stadtrundgang mit Wolfgang Dominik ein zum Thema: „Zwangsarbeit und Kriegswirtschaft während des Faschismus in Bochum“. Treffpunkt ist um 14.00 Uhr am Jahrhunderthaus, Alleestr. 80. In der Ankündigung heißt es: »Spätestens mit Beginn des 2. Weltkrieges mussten und wollten die Betriebe in Bochum ihre Produktion auf kriegswichtige Güter umstellen. Im Verlauf des Krieges wurden immer mehr ZwangsarbeiterInnen auch nach Bochum gebracht und in über 150 KZ-ähnlichen Lagern eingesperrt. Wer waren diese Menschen? Wie lebten und starben sie? Wo waren die Lager? Gerade der von Hitler als NS-Musterbetrieb „geadelte“ Bochumer Verein als eine der größten Rüstungsschmieden des Reiches kann als trauriges Beispiel exemplarisch genannt werden. mehr…
Am Mittwoch, den 18.10. um 19.30 Uhr bringt die Gruppe noNEGATIF ihre neue Performance „Ohne dieses … Dazwischen“ im Bahnhof Langendreer auf die Bühne und zu den Menschen. Unter Begleitung von Danny Friedrich hat sich noNEGATIF erneut auf den Weg gemacht, dem Wesentlichen in uns auf den Grund zu kommen. Oder zumindest ein Stück näher. Ausgehend von der Arbeit mit Texten von May Ayim, MaSeHo, Nayyirah Waheed, Mascha Kaléko und anderen ist eine interaktive Performance entstanden, die in der Begegnung mit den Gästen dieses Wesentliche aufzuspüren versucht. Die Papiere weg. Die Namen. Die Erinnerungen und Zuschreibungen. Die Augen geschlossen. Bloß blankes ICH. mehr…
Das Nachhaltigkeitsforum (NHF) an der Ruhr-Uni lädt am 24. Oktober um 18 Uhr im Universitätsforum Ost ein zu einer Veranstaltung zum Thema „Alternative Wege der Stadtentwicklung“: »Sowohl Mitglieder des NHF, als auch verschiedene Gäste werden in kurzen Vorträgen ihre Projekte, bzw. Arbeit vorstellen und im Anschluss eine offene Diskussionsrunde starten. Themen sind unter anderem Urban Gardening und Bio-Abfall. Das Angebot richtet sich an Interessierte aus allen Fachbereichen. Der Ablauf der Veranstaltung: mehr…
Endstation.Kino schreibt: »Wie heute erst vom Filmverleih mitgeteilt wurde, kommt zum heutigen Filmgespräch zu dem Dokumentarfilm Wenn Gott schläft nicht nur Regisseur Till Schauder, sondern auch der Protagonist und iranische Superstar Shahin Najafi. Die Vorstellung beginnt um 19.00 Uhr und das Filmgespräch findet im Anschluss im Kinosaal statt. Im Jahr 2012 veröffentlichte der iranische Sänger Shahin Najafi einen satirischen Rap, der dazu führte, dass Tausende seine Hinrichtung forderten. In dem Song soll er Ali al-Naghi verunglimpft haben, einen der zwölf Imame, die von den Schiiten verehrt werden. Radikale Geistliche erließen eine Todes-Fatwa gegen ihn und setzten ein Kopfgeld von $100,000 auf ihn aus. Der Fall sorgte für Aufsehen, die nationale und internationale Presse, von der New York Times über den Guardian bis zum Spiegel und der FAZ, berichteten. Seit seiner Flucht lebt Shahin in Deutschland im Exil. Jedes Mal wenn er die Bühne betritt, steht sein Leben auf dem Spiel; die Bedrohung durch die Todes-Fatwa ist allgegenwärtig. „Die Angst ist ein Teil von mir“. Ein Leben in Ungewissheit: Shahin könnte für seine Überzeugung mit seinem Leben bezahlen.«
Am Donnerstag, den 19. Oktober 2017 um 18.00, findet im ver.di-Haus, Universitätsstraße 76, ein Workshop statt, bei dem Initiativen, Organisationen und Bildungseinrichtungen vorstellen, welche Angebote sie für die antifaschistische und antirassistische Arbeit machen. Die Idee hierzu entstand, als Felix Lipski, der den Holocaust überlebt hat, im „Bündnis gegen Rechts“ berichtete, wie deprimierend er den Wissensstand vieler Jugendlichen über die Verbrechen der Nazis erlebt. In der Diskussion wurde deutlich, dass es in Bochum viele Aktivitäten gibt, die nachahmenswert sind und deshalb bekannter gemacht werden sollen. mehr…
Mittwoch 11.10.17, 10:07 Uhr
NGG: Zahl der Zweitjobber in Bochum auf 9.000 gestiegen
Rund 9.000 Menschen in Bochum haben neben dem Haupterwerb noch einen Minijob – 40 Prozent mehr als noch vor zehn Jahren. Das teilt die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) mit. Die NGG Ruhrgebiet beruft sich dabei auf neueste Zahlen der Arbeitsagentur. Besonders verbreitet sind Zweitjobs demnach im Gastgewerbe: 1.080 geringfügig Beschäftigte arbeiten in der Branche in Bochum – zusätzlich zu einer sozialversicherungspflichtigen Stelle. Gegenüber 2007 stieg ihre Zahl um 59 Prozent. Yvonne Sachtje, Geschäftsführerin der NGG Ruhrgebiet, spricht von einem „alarmierenden Trend“. „Es kann nicht sein, dass immer mehr Menschen mit einem normalen Arbeitsverhältnis nicht über die Runden kommen.“ Auf den ersten Blick verzeichne der Arbeitsmarkt in Bochum steigende Beschäftigungsquoten. „Doch die hohe Zahl der Zweitjobber zeigt, dass nicht alles Gold ist, was auf dem Arbeitsmarkt glänzt“, so Sachtje. mehr…
Am Mittwoch, den 18. Oktober um 19:30 Uhr laden Friedensplenum und Bahnhof Langendreer zu einem Vortrag von Thomas Mickan zum Thema „Die UN und der neue Militarismus“ ein. Die Vereinten Nationen gelten in Fragen von Krieg und Frieden gerade in links-liberalen Kreisen als Alternative zu den Einsätzen der NATO oder Bundeswehr. Doch wie ist es um diese Alternative gestellt und wie bahnt sich mit und gegen die UN ein neuer Militarismus den Weg, der unsere Vorstellungen von der „guten“ UN auf der einen Seite und der „schlechten“ NATO auf der anderen Seite in Frage stellt? Anhand der Frage von „Ertüchtigung“ soll diskutiert werden, welche sicherheitspolitischen Vorstellungen die Debatte um die UN bestimmen und wie die UN darin verwickelt ist. Anhand verschiedener Beispiele wird illustriert, wie die UN zu einer wirklichen Triebfeder für eine friedlichere Welt werden kann – und wie dabei einige Vorstellungen zu ihrer Rolle über Bord geworfen werden sollten. Thomas Mickan arbeitet für die Informationsstelle Militarisierung (IMI) und die Deutsche Friedensgesellschaft-Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen. Er forscht zum Thema Militärkritik u.a. im AK herrschaftskritische Friedensforschung der Arbeitsgemeinschaft Friedens- und Konfliktforschung.
Wolfgang Jöst (Ubu aus Bochum-Malochum) schreibt: Ohne Kasse ist nun die Filiale Wiemelhauser Tor, die Spar-Kasse am Excenterhaus. Die haben die Ein- und Auszahlkasse mit menschlichem Service tatsächlich abgeschafft, das heißt sämtliche dafür vorhandenen Installationen sind weg. Also nur noch Spar- ohne Kasse? Aber sparen lässt sich da ja auch nicht mehr. Doch es sitzen noch etliche Angestellte an Schreibtischen. Es dauert wahrscheinlich noch, bis die abgebaut sind . Es gibt ja Kündigungsfristen. Eine Frau wollte eine Überweisung abstempeln und in den üblichen Behälter werfen. Sie schaute sich vergeblich um. Ihr wurde von einem der herbeieilenden Schreibtischhengste gesagt, den Behälter gebe es nicht mehr, und der Banktyp nahm die Überweisung an sich. Den Stempel gebe es auch nicht mehr, der sei ja eh schon länger nicht maßgeblich gewesen. Und Bargeld einzahlen und ausgezahlt bekommen gehe nur noch vom Automaten, war die Antwort auf meine Frage. Und der ist nicht einmal in dem eigentlichen Laden sondern im Vorraum, von allen jederzeit erreichbar … mehr…
Am Dienstag, den 17. Oktober um 19 Uhr lädt der Bahnhof Langendreer zu einem Vortrag von Christoph Jünke über „Geschichte und Erbe der russischen Revolution“ ein: »Die Folgen der russischen Revolution von 1917 haben das 20.Jahrhundert wie wenige andere Ereignisse der Geschichte nachhaltig geprägt. Bewundert und zum Modell erklärt von den Einen, kritisierten und bekämpften sie andere als Wurzel allen vermeintlichen Übels. Doch was war diese Revolution eigentlich, wie ist sie vonstattengegangen, und mit welchen Konzeptionen wurde sie von ihren Protagonisten durchgeführt und von ihren Gegnern bekämpft? In seinem Vortrag wirft der Referent einen einführenden Blick zurück auf den Verlauf der russischen Revolution, auf ihre Ursachen und Folgen. Er stellt die Motive und Strategien der bolschewistischen Oktoberrevolutionäre und ihrer Kritiker dar und fragt abschließend nach dem Erbe dieser Revolution. Der Historiker Christoph Jünke ist Autor und Herausgeber zahlreicher Bücher, u.a. von Der lange Schatten des Stalinismus. Sozialismus und Demokratie gestern und heute (2007), Streifzüge durch das rote 20. Jahrhundert (2014) und Marxistische Stalinismus-Kritik im 20. Jahrhundert (2017).«
Ab Donnerstag, den 12.10. ist in der Reihe Mehr Musik! im endstation.kino der Dokumentarfilm Wenn Gott schläft zu sehen. Im Jahr 2012 veröffentlichte der iranische Sänger Shahin Najafi einen satirischen Rap, der dazu führte, dass Tausende seine Hinrichtung forderten. In dem Song soll er Ali al-Naghi verunglimpft haben, einen der zwölf Imame, die von den Schiiten verehrt werden. Radikale Geistliche erließen eine Todes-Fatwa gegen ihn und setzten ein Kopfgeld von $100,000 auf ihn aus. Seit seiner Flucht lebt Shahin in Deutschland im Exil. Jedes Mal wenn er die Bühne betritt, steht sein Leben auf dem Spiel; die Bedrohung durch die Todes-Fatwa ist allgegenwärtig. „Die Angst ist ein Teil von mir“. Ein Leben in Ungewissheit: Shahin könnte für seine Überzeugung mit seinem Leben bezahlen. Am 13.10. ist Regisseur Till Schauder zu einem Gespräch nach der Filmvorführung zu Gast.
In der Eröffnungsrede auf der Jubiläumsfeier der Medizinischen Flüchtlingshilfe Bochum (MFH) erinnerte Vorstandsmitglied Knut Rauchfuss, einer der Initiatoren der MFH, an die politische Situation vor 20 Jahren und verglich sie mit dem, was wir heute erleben: »Liebe Freundinnen und Freunde, liebe Mitstreiterinnen und Mitstreiter, wenn einer aufsteht, um eine Jubiläumsrede zu halten, dann erwartet man im allgemeinen ein paar Worte zu Ehren des Jubilars bzw. der Jubilarin, eine Chronologie über den persönlichen Werdegang oder Anekdoten über lustige Begebenheiten und nicht zuletzt eine Aufzählung von positiven Eigenschaften. mehr…
Weitere Bilder von der Geburtstagsfeier der Medizinischen Flüchtlingshilfe
Kurz nach 18 Uhr eröffnete Georg Eberwein gestern im Bahnhof Langendreer die Feier zum 20-jährigen Bestehen der Medizinischen Flüchtlingshilfe Bochum e. V. (MFH). Sieben weitere Redebeiträge sollten den Worten des Vorsitzenden folgen. Außerdem: fünf Mal Live-Musik und schließlich Disko bis zum Abwinken. Auch bei den spannendsten Redebeiträge wurde es nicht still. Der Ärger darüber wich bei vielen erst, als ihnen klar wurde, dass die Vorträge an mehreren Plätzen im Saal in andere Sprachen übersetzt wurden. Begeistertes Lachen ging durch die Halle, als Liedermacher Danko Rabrenovi schmunzelnd berichtete, wie gut er sich integriert habe. Nur Mitglied eines Vereins sei er noch nicht geworden. Die meisten der mehr als 200 Geburtstagsgäste vergaßen in dem Moment, dass viele von ihnen mit ihrer Mitgliedschaft einen ganz besonders erfolgreichen Verein unterstützen. Er war vor 20 Jahren entstanden, als eine Beratungssprechstunde für Geflüchtete ohne Papiere eingerichtet wurde. Damals wie heute werden die Geflüchteten an Ärztinnen und Ärzte vermittelt, die bereit sind, Menschen ohne Versicherungsschutz kostenlos zu behandeln. Inga Sponheuer (Foto) ist Kinderkrankenschwester und seit 10 Jahren ehrenamtlich in dieser Sprechstunde aktiv. Sie schilderte, wie diese Arbeit aussieht. Es gäbe zwar noch einige Lücken bei bestimmten Fachbereichen, aber insgesamt läuft die Versorgung ganz gut. Dramatisch wird es, wenn in Notfällen PatientInnen im Krankenhaus behandelt werden müssen. mehr…
Am Sonntag, den 22.10. lädt die VHS um 14 Uhr zu einem Rundgang mit Wolfgang Dominik zum Thema „Zwangsarbeit und Kriegswirtschaft in Bochum“ ein. Ein Ort, der sicherlich nicht auf der Strecke des Rundgangs liegt, ist das ehemalige Zwangsarbeiterlager in Gerthe. Hieran hat Wolfgang Dominik in einem Beitrag in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift Amos erinnert: Zwangsarbeit gab es im Faschismus ab 1933. Die Moorsoldaten sind nur ein Beispiel.Zwangsarbeit im meist gebrauchten Sinn war Arbeit von SklavenarbeiterInnen, von Männern und Frauen jeglichen Alters, aber möglichst zwischen 15-50 Jahre alt, die vor allem in den von den faschistischen Armeen eroberten Ostgebieten geraubt wurden. In der Gewerkenstraße in Bochum-Gerthe steht eins von tausenden von Lagern, die ab 1940 eingerichtet wurden. Allein in Bochum vegetierten Ende 1944 ca. 32500 ZwangsarbeiterInnen -1/7 der Gesamtbevölkerung- in über 150 KZ-ähnlichen Lagern. mehr…
Die Wanderausstellung „Deine Anne. Ein Mädchen schreibt Geschichte“ ist vom 2. bis zum 30. November in der Jüdischen Gemeinde, Erich-Mendel-Platz 1 zu sehen. Die Pressestelle der Stadt schreibt in einer Mitteilung: «Das Tagebuch des jüdischen Mädchens Anne Frank (1929-1945) ist Symbol für den Völkermord an den Juden durch die Nationalsozialisten und intimes Dokument der Lebens- und Gedankenwelt einer jungen Schriftstellerin. In der Ausstellung erzählen große Bildwände von ihrem Leben und ihrer Zeit.« In der Pressemitteilung vom 28. 9. fehlte aber ein Hinweis auf den Ort und die übliche Ausstellungseröffnung. Auch auf der Webseite der Stadt fehlten diese Hinweise. Nach einem Anruf von bo-alternativ bei der Pressestelle wird die Webseite aktualisiert und das BVZ im Rathaus als Veranstaltungsort genannt. Die Lokalpresse übernimmt diese Falschinformation. Seit gestern – also eine Woche später – wird der richtige Ort: die jüdische Gemeinde angegeben. Auf der Webseite der OrganisatorInnen der Ausstellung wird immer noch das BVZ und ein falsches Datum angegeben. Die Ausstellungseröffnung am 2. November um 18 Uhr wird nicht veröffentlicht. mehr…
Am Donnerstag, den 19.10. ist ab 19:30 Uhr Ruth Weiss im Naturfreunde Zentrum, Alte Bahnhofstr. 175 zu einer Lesung mit anschließendem Autorinnengespräch zu Gast. Die Moderation übernimmt Lutz Kliche. In der Einladung zitieren die Naturfreunde Ruth Weiß: „Ich bin Jüdin, habe eine weiße Haut, lebe zwischen, aber nicht mit Afrikanern, war ständig auf der Reise. Manchmal mit einer Absicht, einem Ziel und oft, allzu oft auf der Flucht vor Menschen und Verhältnissen, irgendwo zwischen Europa und Afrika. Das eine nannten die Ämter „Aufenthalt“, das andere „Heimat“. Die Frage war nur: Wo war ich zu Hause?“ mehr…
Die Veranstaltung fällt wegen einer Erkrankung der Referentin aus
Die Medizinische Flüchtlingshilfe Bochum lädt am Mittwoch, den 11.10. um 18 Uhr im Bahnhof Langendreer zu einem Vortrag von Golrang Khadivi zum Thema „Fluchtursachen: Frauenrechte im Iran“ ein: »Das Leben vieler Frauen im Iran ist geprägt durch eine systematische Diskriminierung und Verfolgung. Golrang Khadivi, die an der Universität Hamburg zu Genderfragen im Iran forscht, wird unter anderem auf Perspektiven für Frauenrechte im Land blicken. Sprachen: Farsi und Deutsch.«
Das „Bündnis Bochum Bücherei Benutzer“ – kurz: Bâ´ – lädt von Freitag, dem 13. Oktober bis zum 17. November in den Zweigstellen der Stadtbücherei zu einen „Literarischen Herbst“ ein. Renate und H.D. Götzenleuchter lesen z. B. Gedichte, Thomas Anzenhofer „verkostet“ bei seinem Auftritt Texte „von Diogenes bis Droste“ und Fritz Eckenga unterhält seine Gäste mit kabarettistischen Häppchen. Bei nahezu allen Veranstaltungen gibt es neben Literarischem auch echt Kulinarisches. Der Eintritt beträgt bei der Weinlese 5 Euro und ist bei den übrigen Lesungen frei. Zu den einzelnen Veranstaltungen schreibt die Pressestelle der Stadt:
«Freitag, 13. Oktober, 19 Uhr, Wiemelhausen
Hans-Dieter (Oskar) Gölzenleuchter trägt mit Renate Gölzenleuchter bei „Zeilen und Zeitensprünge“ Gedichte und Prosa vor. Soba do Cristo Toko, Trommler aus Angola, untermalt die Veranstaltung musikalisch. Die Edition „Wort und Bild“ des Grafikers, Malers und Autors Gölzenleuchter ist weit über die Stadtgrenzen bekannt. mehr…
Am 9. Oktober 1967 wurde Ernesto „Che“ Guevara ermordet. An seinem 50. Todestag, am kommenden Montag, zeigt die Humanitäre Cuba Hilfe um 19 Uhr im Bahnhof Langendreer Richard Dindos Film: Ernesto „Che“ Guevara, das bolivianische Tagebuch“. Der Regisseur schreibt über sein Werk: »„Filmische Lektüre“ obigen Tagebuches; auf den Spuren des Che in Bolivien, wo er versuchte, mit 43 Mitkämpfern eine Revolution auf die Beine zu stellen. Die Landschaften werden mit seinen eigenen Augen gesehen und gefilmt. Im Kommentar hört man „seine“ Stimme, die Tag für die Tag die Ereignisse erzählt, die Kämpfe vor allem mit der bolivianischen Armee. Der Film ist nicht nur zu verstehen als eine Erinnerung an die letzten Monate von Ches Leben und daran, was damals in Bolivien wirklich geschah, sondern auch als eine Metapher des Scheiterns eines revolutionären Intellektuellen, der glaubte, dass man die Welt allein Kraft seines Willens und seiner Überzeugungskraft verändern könne. Die Dramaturgie des Filmes als ein unaufhaltsamer, schicksalshafter Weg in den Tod.« Das Dossier zum Film.
Das offene Antifa-Café im Sozialen Zentrum lädt am 11. Oktober ab 18:30 Uhr zu einer Veranstaltung über die Entwicklung der AfD ein: »Vor vier Jahren wollte noch kein Mensch diese Partei ernst nehmen, doch jetzt sitzt die AfD im Bundestag. Anfangs wurden die Mitglieder als unrealistische Kritiker der Europäischen Union wahrgenommen und verlacht. Doch nicht erst seit dem Wahlkampf vor der Bundestagswahl hat die Partei durch ihre nationalistischen, rassistischen und sexistischen Äußerungen und Forderungen die in der Politik diskutierten Themen immer weiter nach rechts verschoben. Im nächsten offenen Antifa-Café schauen wir genauer auf die Entwicklung der AfD von einer nicht ernstzunehmenden Elite-Partei zu hoffähigen Rechtspopulisten. Wir wollen mit euch mehr über die AfD erfahren und diskutieren.«
In der neuen Ausgabe der AMOS – 3/2017 findet sich ein Artikel von Heiko Koch über den Mord zweier Rechtsradikaler an den Frührentner Josef Anton Gera, der sich im Oktober 1997 auf dem ehemaligen Krupp-Gelände an der Alleestraße ereignete. Die AMOS-Redaktion überließ bo-alternativ freundlicherweise die digitale Veröffentlichung.
»Vielen ist er bekannt – der Bochumer „Westpark“. Eingebettet in einer 75 ha großen Gesamtfläche liegt der 38 ha große Park innenstadtnah an der Alleestraße. Seit Mitte des 18. Jahrhunderts wurden an diesem Standort Stahlprodukte für Industrie und Militär produziert, fanden unter verschiedenen Firmenbezeichnungen tausende Menschen Beschäftigung und ZwangsarbeiterInnen und KZ-Häftlinge im Nationalsozialismus ihren Tod. Im Folge des Niedergangs der deutschen Stahlindustrie wurde aus dem Industriegebiet ein Brachgelände. Ende der 90iger Jahre fand das weitläufige Areal seine Umgestaltung und Umwertung zur „Industriellen Kulturlandschaft“ und ein Teilabschnitt wurde 1999 als Industrie-Park der Bochumer Bevölkerung zugängig gemacht. Seit dem dient der „Westpark“ den BochumerInnen als attraktives Naherholungsgebiet. mehr…