Montag 26.10.26, 10:22 Uhr

Auf den Spuren von Erich Gottschalk


Eröffnung des Erich-Gottschalk-Platzes in Bochum am 26.06.2025. +++ Foto: Lutz Leitmann/Stadt Bochum

Im Rahmen des Programms „Gedenkveranstaltung zum 88. Jahrestag der Reichspogromnacht“ laden das Fanprojekt Bochum in Trägerschaft der AWO Ruhr-Mitte in Kooperation mit dem Jugendamt der Stadt Bochum und der Freundeskreis Synagoge Bochum-Herne-Hattingen zu einer besonderen Veranstaltung ein: »Mit einem Spaziergang zu den wichtigen Bochumer Lebensstationen von Erich Gottschalk erinnern wir an diesen außergewöhnlichen Bochumer Fußballspieler und Kapitän der bislang einzigen Deutschen Fußballmeister-Mannschaft aus Bochum.

Der Erinnerungsspaziergang „Auf den Spuren von Erich Gottschalk – 90 Minuten Erinnerung“ findet am Montag, 2. November 2026, ab 15.30 Uhr statt und startet in der Luisenstraße 15.

An insgesamt sieben Orten werden verschiedene Bochumer Persönlichkeiten an Erich Gottschalk, sein Leben, sein Schicksal, die Shoah, den Nazi-Terror sowie die Bedeutung der besuchten Orte in den Jahren 1933 bis 1945 erinnern – aber auch die Gefährdung der Demokratie in der heutigen Zeit bewusst machen.

Mit dieser außergewöhnlichen Stadtführung wird die Lebensgeschichte von Erich Gottschalk als jüdischer Schüler, als Jugendspieler des TuS Bochum, als Spieler des Vereins Hakoah Bochum – später zwangsumbenannt in Schild Bochum – und als Kapitän der Mannschaft, die am 26. Juni 1938 letzter deutscher Meister im Sportbund Schild wurde, nachgezeichnet. Die Lebensgeschichte von Erich Gottschalk, der selbst die Shoah überlebte, aber seine Frau Rosa und die Tochter Renée im KZ Auschwitz verlor, ist eng mit dem Bochumer Fußball verbunden. Bis heute sind Erich Gottschalk und seine Mannschaft die erste und einzige Bochumer Elf, die deutscher Fußballmeister wurden. Die Stadtführung erinnert deshalb an den großartigen Fußballer und Shoah-Überlebenden, aber zugleich auch an den Menschen Erich Gottschalk, den Sohn, Vater und Ehemann.

Treffpunkt ist das ehemalige Wohnhaus der Familie Gottschalk in der Luisenstraße 15. Von dort führt der Spaziergang unter anderem über den Willy-Brandt-Platz, die Goethe-Schule und den Erich-Gottschalk-Platz an der Castroper Straße zur neuen Synagoge. Dort endet der Erinnerungsspaziergang mit einem Beitrag von Paul van de Vooren, dem Neffen von Erich Gottschalk, und der anschließenden Gelegenheit zum Austausch und zur Begegnung.

Die Erinnerung an Erich Gottschalk gibt den Opfern der Shoah, den Getöteten und den Überlebenden, ein Gesicht und eine Geschichte. Zugleich zeigt seine Lebensgeschichte, warum Rechtsextremismus und menschenverachtende Einstellungen zu jeder Zeit und in jedem Jahrhundert mehr als unsere Demokratie gefährden. Die Teilnahme am Erinnerungsspaziergang auf den Spuren von Erich Gottschalk ist daher auch ein Bekenntnis für Freiheit, Frieden und Menschlichkeit.

Die Stadtführung ist Teil des Programms zur „Gedenkveranstaltung zum 88. Jahrestag der Reichspogromnacht“, welches vom Kinder- und Jugendring Bochum e.V. organisiert wird.«

Wann: Montag, 2. November 15:30 Uhr

Wo: Luisenstraße 15

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