Kurz vor der Kommunalwahl ruft Radwende mit ADFC und VCD für den 6. September um 11 Uhr zu einer Fahrraddemonstration auf: »Startpunkt ist das Schauspielhaus Bochum. In Bochum hat es zuletzt einige positiv umgesetzte Veränderungen für den Radverkehr gegeben. Trotzdem bleibt das Nutzen des Fahrrades eine Herausforderung vor allem für Kinder auf ihrem Weg zu Kita und Schule und für unsichere Radfahrende. Die notwendige Verkehrswende ist im Alltag vieler Bürgerinnen und Bürger nicht spürbar:
Eine Reihe von Bochumer Initiativen und Organisationen wollte zum 1. Mai 2020 eine kleine Demonstration unter dem Motto „Grundrechte verteidigen und erkämpfen“ durchführen und meldete dies mit einem Corona gerechten Konzept an. Das Ordnungsamt untersagte dies und billigte schließlich eine Kundgebung mit max. 70 Teilnehmenden vor dem Schauspielhaus zu. Mit der Anmeldung der Demonstration sollte den Versuchen entgegen getreten werden, elementare Grundrechte auch langfristig einzuschränken oder abzuschaffen. Denn der NRW-Innenminister hatte öffentlich erklärt, dass er kein Verständnis für die Wahrnehmung des im Grundgesetz garantierten Rechts auf Versammlungsfreiheit habe. Und wenn in Bochum Politik und Verwaltung die Coronakrise nutzten, um kleinste Fortschritte bei der örtlichen Bürgerbeteiligung zurückzuschrauben, dann war deutlich, wie sehr demokratische Errungenschaften auf allen gesellschaftlichen Ebenen gefährdet waren.
Mehr als 600 Bürger:innen sind am gestrigen Samstag dem Aufruf der Omas gegen Rechts gefolgt und bildeten als symbolischen antifaschistischen Schutz eine Menschenkette um das Bochumer Rathaus. Anette Wichmann von den Omas gegen Rechts sowie die „Ehrenoma“ Sebastian 23 sorgten gemeinsam mit dem Musikerduo Chris Cassidy und Dave Minchin für ein unterhaltsames Rahmenprogramm auf dem Rathausvorplatz. „Wir werden nicht zulassen, dass unsere Solidarität, unsere Toleranz, unsere Vorstellung von friedlichem und respektvollem Zusammenleben in unserer Stadt, unser Eintreten für Vielfalt in jeglicher Hinsicht infrage gestellt werden. Deshalb stehen wir heute hier und wollen ein starkes antifaschistisches Zeichen setzen gegen den Einzug rechtsradikaler Parteien in unser Rathaus!“ rief Anette Wichmann den Teilnehmer*innen zu. (Das Statement im Wortlaut),
Seit Jahren beobachten wir, wie rechte Populisten, vornehmlich die AfD, die ja als gesichert rechtsextremistisch eingestuft wurde, die Demokratie verunglimpfen und verhöhnen. Andererseits machen sie sich unsere Demokratie für die Verbreitung ihrer Ideologie zunutze und beziehen sich dabei auf die Meinungsfreiheit. Die AfD attackiert die Menschenwürde, sie ist völkisch, nationalistisch, revisionistisch, sie sät Hass, schürt Ängste, erschafft gezielt Feindbilder und spaltet damit die Gesellschaft.
Dies ist im Übrigen keine der üblichen Geschichten aus dem durchschnittlich Typischen „Es ist kalt in Deutschland“, denkt euer Mann Frank, die Heimaterde ist Thüringen Ein Kerl wie ein Wandschrank, doch sein Verstand fand Platz im Handgepäck Sein Blick sucht gern bei andern Stress, er isst aus Polen Sandgebäck Die Schuhe sind aus Bangladesch, im Urlaub liebt der Frank Quebec, ist in Kanada zum Wandern weg Kommt er euch etwa vor, als ob er ostdeutsches Obst braucht? Fußt seine Selbstsicherheit in Ecuador an einem Koksstrauch? Man ahnt, wenn man fragt, wie die Antwort ausfiele Im Supermarkt sucht er nach Mangos aus Chile Mag Massagen aus Thailand auf dem Standort Bauchliege Liebt brasilianischen Fußball und Kampfsport, auch Spiele Auf Konsolen aus Japan Smartphones aus Taiwan Kaffee Kolumbien Oliven aus Umbrien Hollywoods Blockbuster Schwedische Rockkasper Whisky ist schottischer Nordischer Götterchor Für den Ton an Silvester ein paar tschechische Feiergeschütze Für den Sohn seiner Schwester die chinesische Spiderman-Mütze Und den Lorbeerkranz auf die Brust seines Polohemds Näht eine Kinderhand im Hinterland Äthiopiens Aber Ausländer findet Frank scheiße Na logisch, Frank! Dies ist im Übrigen keine der üblichen Geschichten aus dem durchschnittlich Typischen „Es ist kalt in Deutschland“, denkt euer Mann Frank, die Heimaterde ist Thüringen Er redet gern von Lügenpresse, grimmig graue Prügelfresse Gibt es ohne Zügel Dresche, bist du platt wie Bügelwäsche Denn er ist ein zum Austausch unfähiger ewiger Nachredner der beliebigen Prediger von PEGIDA Debiler juveniler Wegschieber kritischer Gedanken, lediger Erlediger weniger Traktanden Aber immer wieder und immer weiter auf der Straße gegen Asylanten Schuld am eigenen Schicksal Muslimen zuschieben Frank denkt von ihnen Die sind nur hier, um Smartphones und Luxuslimousinen zu kriegen Für die Ausländer ist seine Nationalhymne doch nur ein Werbejingle Sie wollen Frank die Frauen klauen – doch er trickst sie aus und ist derbe Single Die letzte schrieb im Abschiedsbrief er sei ein Zentner Hack auf Beinen Fast zum Weinen, ihn so abzuschreiben, doch keine Träne konnte das vermeiden Karma ist ein Bumerang und er ein dummer Mann mit braunem Umhang an Brandbeschleunigern wie in den Neunzigern und Glut im Bauch zum Untergang Wirft den Funken dann in eine geplante Unterkunft für hundert Mann Denn er lebt im Vorgestern und hat nichts für morgen über Frank fordert Führer, doch ist natürlich nicht rechts, nur ein besorgter Bürger! Na logisch, Frank! Dies ist im Übrigen keine der üblichen Geschichten aus dem durchschnittlich Typischen „Es ist deutsch in Kaltland“, denkt der kleine Bassam, die Heimaterde ist Syrien Er ist acht und trägt als Handschuhe Socken mit Löchern für die Daumen War trotz Nachtruhe wach, denn er hat öfter diesen Traum Steht vorm Container, starrt der Dunkelheit von innen an die Schädeldecke Besser, denkt der Junge, als wenn ich drinnen jeden wecke Verließ in sternenloser Nacht den beengten Raum Bis zur der Laterne weiter vorn, die mit gesenktem Haupt Einen kleinen Lichtkegel wirft, der Dunkelheit den Schrecken raubt Bassam atmet an der Ecke, aus seinem Mund steigt eine Wolkendecke auf Ganz leicht, doch abrupt wie ein fallender Zweig Stehen Riesen darin und sie kommen zu zweit Es sind Frank und sein dicker Kumpel Maik Für einen Moment stehen sie still wie die Zeit Bassam ist jäh erschrocken Er rührt nicht einen Knochen Von weit oben fällt ein Tropfen Und die Dunkelheit steht offen Denn wo schwere Herzen klopfen Da gibt es nicht viel zu hoffen Doch es ändert sich etwas, von ganz, ganz tief innen Maik hebt den Schlagstock, um Bassam zu vertrimmen Bassam steht im Schnee, weint eine kleinere Pfütze Frank starrt auf Bassams chinesische Spiderman-Mütze Fragt sich plötzlich, wozu bin ich eigentlich nütze Wenn ich nicht jetzt und hier diesen Kleinen beschütze? Die Gedanken verschwimmen, zwischen unten und oben Als würde die Welt aus den Angeln gehoben Frank hebt die Faust, ein Schlag, da liegt Maik schon am Boden Bassam, der die Fassung schnell wieder gewinnt Sagt „Şukran!“, bevor er zu rennen beginnt Frank ist allein, starrt auf Maik und verweilt mit gesenktem Haupt Ein kleiner Lichtkegel, der Dunkelheit den Schrecken raubt.
Der Text stammt aus dem Buch: Sebastian 23, „Bäume sind Büsche auf Balken“, Lektora 2023.
Das Kuratorium Stelen der Erinnerung erinnert am 1. September um 14 Uhr vor dem Wattenscheider Rathaus an den Tofestag von Betti Hartmann: Geboren am 19. Februar 1927 wurde sie nur 15 Jahre alt. Als jüdisches Mädchen wurde sie von Nazi-Deutschland ins KZ nach Auschwitz deportiert und dort am 31. August 1942 ermordet. Achtzig Jahre nach dem Ende der Herrschaft der Nazis sitzen wieder Faschisten in deutschen Parlamenten und Stadträten. Bei der letzten Bundestagswahl wählte fast jede:r siebte die AfD in Bochum.
Das feministische Kollektiv Furore Bochum ruft zur Demo am Safe Abortion Day auf: »Seit jeher gehört das Thema Schwangerschaftsabbrüche zu den zentralen Anliegen feministischer Bewegungen. Und das auch heute noch: Denn die Möglichkeit zu sicheren Schwangerschaftsabbrüchen ist in Deutschland und weiten Teilen der Welt nach wie vor gar nicht oder nur unzureichend gegeben. Gleichzeitig versuchen rechte und konservative Kräfte, ganz nach dem Motto „your body, my choice“ bereits erkämpfte Rechte auf körperliche Selbstbestimmung streitig zu machen und Frauen in die Rolle der Hausfrau und Mutter zu drängen. Dies ist kein Zufall, sondern Ausdruck eines kapitalistischen und misogynen Systems, das auf der Ausbeutung des arbeitsfähigen und des gebärfähigen Körpers beruht. Diese Zustände nehmen wir nicht hin! Denn niemand – wirklich niemand – hat das Recht, über unsere Körper zu bestimmen. Wir rufen euch auf, am 28.09. zum Safe Abortion Day mit uns auf die Straße zu gehen!
Im Mai 2023 kam es überraschend zu einer Spaltung im Protest und Widerstand gegen rechtsextreme Aktivitäten. Maßgeblich von der damaligen Grünen Vorsitzenden wurde eine zweite Demonstration gegen einen landesweiten Aufmarsch unter dem Slogan „NRW erwacht!“ organisiert. Näheres. Der Spaltungsversuch endete peinlich. Dem Aufruf von SPD, CDU, Grünen, FDP und den großen Religionsgemeinschaften folgten nur ca. 50 Teilnehmende. Die Mehrheit der Mitglieder von Grünen und SPD war zu der traditionellen Gegendemo eines großen Bündnisses gegangen. Es gab weitere kleine Versuche von SPD und Grünen mit der CDU und ohne linke Kräfte zu mobilisieren, aber das scheiterte. Inzwischen gilt wieder der alte Konsens, dass es bei allen Differenzen ein gemeinsames Auftreten gegen Nazis gibt.
Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, sehr geehrte Politikerinnen und Politiker, wir stehen heute hier, weil rund 100 Bochumerinnen und Bochumer ihr Zuhause verlieren sollen. Nicht aus freien Stücken, nicht durch Eigenbedarf, sondern weil ein Investor aus reiner Profitgier eine ganze Siedlung Stück für Stück zu Geld machen will. Die denkmalgeschützte Siedlung Am Röderschacht wurde von der Vonovia verkauft ~ und hätte durch das Vorkaufsrecht in städtischen Besitz übergehen können. Die Stadt hat diese Chance nicht genutzt. Sie hätte die Siedlung der VBW zuführen können – einem kommunalen Träger, der für bezahlbaren Wohnraum steht.
Im Rahmen des Aktionstages des NRW-weiten Bündnis „Wir wollen wohnen!“ fand am gestrigen Freitag auch eine Kundgebung in Bochum statt. Martin Krämer vom Bochumer Mieterverein formulierte die Forderungen des Bochumer Bündnisses, dem der DGB Ruhr-Mark, die IG Bau Westfalen, die AWO Ruhr-Mitte, der Paritätische Bochum, attac und das Bündnis Arbeit & Soziale Gerechtigkeit angehören: „Wohnungsbestand erhalten, mehr bezahlbaren Wohnraum ermöglichen, Wuchermieten bekämpfen, Wärmewende sozial gestalten und vulnerable Bochumer:innen schützen. Das Redeskript im Wortlaut.
Ich werde heute die Herausforderungen des Bochumer Wohnungsmarktes und die gemeinsamen Forderungen vorstellen. Der Wohnungsmarkt ist in weiten Teilen zu eng. Das gilt für alle deutschen Großstädte. Auch für Bochum. Das zieht inzwischen kein:e Expert:in mehr in Zweifel. Und doch ist es für unsere Stadt vielleicht erklärungsbedürftig. Denn zwei Zahlen aus der Statistik sehen hier anders aus; der Quadratmeterpreis und die Leerstandsquote. Der Quadratmeterpreis im Mietspiegel liegt mit 6,90 € im Vergleich zu Köln oder Frankfurt niedrig. Zentral für die Bezahlbarkeit ist aber nicht die absolute Höhe der Mieten sondern die Mietbelastung, also das Verhältnis zwischen Einkommen und Miete. Dieser Wert ist in Bochum und Köln praktisch gleich.
Am Dienstag, den 2. September wird in der Stadtbücherei im BVZ um 16:30 die Ausstellung „Hibakusha weltweit“ eröffnet und der Film ‚Silent Fallout‘ gezeigt. Die Ausstellung wurde entwickelt von IPPNW Deutschland (Deutsche Sektion der Internationalen Ärzt:innen für die Verhütung des Atomkrieges) und hat folgenden Hintergrund: »Im Japanischen werden die Überlebenden von Hiroshima und Nagasaki „Hibakusha“ genannt. Viele von ihnen setzen sich für eine Welt frei von atomarer Bedrohung ein – meist, indem sie den jüngeren Generationen ihre Geschichte erzählen. Überall auf der Welt folgen andere mutige Menschen ihrem Beispiel.
Fridays for Future kündigt die nächste Demonstration an: »Der Kommunalwahlkampf läuft auf Hochtouren, die Podiumsdiskussionen haben begonnen, nur ein Thema scheint, anders als vor 5 Jahren bei der letzten Kommunalwahl, nicht auf der Agenda zu stehen: Klimaschutz. Deshalb veranstaltet Fridays for Future Bochum am 12. September wieder einen Klimastreik zur Kommunalwahl. Dieses Mal soll es um 15 Uhr vom Bochumer Hauptbahnhof losgehen über das Bermuda Dreieck und den Ring bis zum Rathausplatz. Anschließend daran gibt es eine kreative Theatervorführung, die die Kommunal–Wahlprogramme der Parteien zum Thema Klimaschutz kritisch bewertet.
Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) Bochum lädt zur Podiumsdiskussion „Wie wird Radfahren in Bochum sicher und leicht?“ am Samstag, den 6. September, von 13 bis 15 Uhr in die Quartiershalle der KO-Fabrik ein. Teilnehmende sind Wiebke Köllner (Die Linke), Nadja Zein-Draeger (Volt & Stadtgestalter), Jörg Lukat (SPD & Grüne), Dr. Andreas Bracke (CDU) und Jens Lücking (UWG – Freie Bürger).
Die Wanderausstellung „Zwischen Gestern und Morgen“ von Judith Büthe bringt Foto- und Videoportraits 25 Bochumer*innen in den Stadtraum. Die künstlerisch-dokumentarische Arbeit zeigt ihre Perspektiven, Utopien und Geschichten – geprägt von Widersprüchen, Biografien und dem täglichen Aushandeln gemeinsamer Gestaltungsspielräume. Die Portraits und die zugehörigen Interviews machen individuelle Geschichten sichtbar und hörbar. Dabei stellt sich immer wieder die Frage: Wem gehört die Stadt – und wer gestaltet sie?
Als vor vierzig Jahren die Westtangente – also der Westteil der Stadtautobahn – gebaut wurde, gab es keine Skrupel, dafür das Heusnerviertel abzureißen. Seit 15 Jahren wird ein Radschnellweg von Duisburg nach Hamm geplant: der RS1. Die Stadt Bochum hat es auch in der zu Ende gehenden Legislaturperiode nicht geschafft, einen verbindlichen Plan für die Führung des Radschnellweges durch die Bochumer Innenstadt zu erstellen. Hindernis sind hier allerdings nicht Häuser, die abgerissen werden müssen, sondern die mangelnde Bereitschaft von Politik und Verwaltung, für diesen Radschnellweg auch nur Parkplätze zu streichen oder gar den motorisierten Individualverkehr zu beeinträchtigen.
Die Partei Die Linke bietet allen Interessierten am Donnerstag, den 04. 9.2025 einen Stadtrundgang zur Geschichte Langendreers im Faschismus an. Der Rundgang beginnt um 16.30 Uhr am Buntstifthaus,Bochum-Langendreer, Stiftsstr. 40 und endet um ca. 18.00 Uhr am Luther-Lab.
Immer mehr Menschen im Bochumer Osten erleben es am eigenen Leib: monatelange Wartezeiten, fehlende Arztpraxen und eine Planung, die nicht den Bedürfnissen der Bevölkerung entspricht. Die Gesundheitsversorgung ist im Umbruch – und die Lage spitzt sich zu.
Die internationale Kunstbiennale Manifesta will Perspektiven für ehemalige Kirchengebäude entwickeln. Von den 40.000 Kirchen in Deutschland könnten in den nächsten zehn Jahren über die Hälfte geschlossen, abgerissen oder verkauft werden. „Wir brauchen Orte, die nicht kommerzialisiert sind und Begegnungen ermöglichen, sagt die Kunsthistorikerin Barbara Welzel. Außerdem im Heft: Hartmut Rosa über das gute Leben, Canberk Köktürk über eine Deutschland-Ermittlung, Giovanni Lo Curto über das „bittere Palermo”.
Der Kommunalwahlkampf in Bochum geht in die heiße Phase. Überall im Stadtgebiet hängen Wahlplakate, und nahezu täglich sind Wahlkampfstände verschiedener Parteien zu sehen. Politiker:innen suchen das Gespräch mit den Bürger:innen, geben sich bürgernah und buhlen um Stimmen. Auch die AfD Bochum zeigt inzwischen vermehrt Präsenz in den Stadtteilen. Wiederkehrende Infostände auf Marktplätzen und das Verteilen von Flyern in innenstadtnahen Vierteln zeigen, dass die lokale AfD ihren Wahlkampf intensiviert. Auffällig ist dabei vor allem eine extrem rechte Clique, die die Antifaschistische Linke näher unter die Lupe genommen hat. Was dabei herausgekommen ist, findet sich hier.
Nicht nur viele neue Namen hat das große Bauvorhaben Gerthe-West bekommen – immerhin sollten 800 neue Wohnungen in Gerthe entstehen –, auch viel Lob für die umfangreiche Bürgerbeteiligung mit hochkarätig besetztem Begleit- und Empfehlungsgremium, mehreren Planungswerkstätten, z.T. unter Corona im RuhrCongress und vielen leidenschaftlichen Diskussionen. Das vom Rat beschlossene umfangreiche und teure Beteiligungsverfahren mit externer Moderation und versierten Expert*innen sollte Vorbildcharakter haben. Und jetzt: alles für die Katz, die mit viel Mühe erarbeiteten Positionen – vergeblich.
Das Bochumer Friedensplenum und die Deutsche Friedensgesellschaft – Vereinigte Kriegsdienstgegner:innen (DFG-VK) laden anlässlich des Jahrestag des Überfalls der deutschen Wehrmacht auf Polen, dem Antikriegstag, am Montag, den 1. September zu einer Veranstaltung ein. Sie findet unter dem Motto „Nein zum Zwangsdienst!“ um 19 Uhr im Bahnhof Langendreer statt. Referent ist Benno Fuchs, Landesgeschäftsführer der DFG-VK NRW: »Nachdem die Bundeswehr mit Milliardensummen überschüttet wurde, soll jetzt auch die personelle Aufrüstung als zweiter Teil der sogenannten Zeitenwende folgen. CDU/CSU und SPD haben sich auf einen Entwurf für ein Wehrpflichtgesetz geeinigt, das nun in den Bundestag eingebracht werden soll. Gegen die Drohung der Wiedereinführung eines Zwangsdienstes entwickelt sich ein erfreulicher Widerstand.
Die Christopher Street-Day-Demonstration beginnt am Samstag, 30.8. um 13 Uhr auf Europaplatz vor dem Bergbaumuseum. Die Organisator:innen schreiben: „Wir beginnen in diesem Jahr mit einem Mini-Ständefest mit mobilen Ständen. Wir haben ein paar Bochumer Initiativen eingeladen vorbeizukommen, sich und ihre Arbeit vorzustellen.“ Um 14 Uhr dann die Demo durch die Stadt. Sie endet vor dem Schauspielhaus. Die Afterparty in der Rotunde läuft dann ab 21.30 Uhr. Weitere Infos und das Line-UP der Party unter: https://csdbochum.wordpress.com/
Vom Trotz allem in Witten erreicht uns der folgende Aufruf zur Demo am Freitag, 5.9.25 um 18:00 ab Bahnhof Witten:
»Warum wir auf die Straße gehen:
Die Kommunalwahlen in NRW stehen vor der Tür – und die Gefahr ist real: Der AfD werden hohe Wahlergebnisse prognostiziert. Gleichzeitig gewinnen rechte Parolen und faschistisches Gedankengut gerade unter Jugendlichen an Boden. Social-Media-Plattformen wie TikTok werden gezielt genutzt, um junge Menschen zu radikalisieren. Schon Minderjährige tauchen in organisierten Neonazi-Strukturen auf. Das sind keine Randerscheinungen, sondern das Ergebnis von Diskusverschiebung und ausbleibenden Konsequenzen. Das sind ernst zu nehmende Entwicklungen, gegen die wir uns stellen werden!
Podiumsdiskussionen über die Politik vor Ort gibt es viele in dieser Zeit vor der Kommunalwahl. Zu einer Diskussionsveranstaltung der anderen Art lädt das Initiativenbündnis „Bochum gemeinsam“ OB-Kandidat/innen, Parteienvertreter/innen und Interessierte am Freitag, den 5. September, um 18.30 Uhr in die Rotunde, am Kulturgleis 3-5, ein.
Zu der am 26.August 2025 im Bahnhof Lanmgendreer durchgeführten Diskussion teilt die Vertreterin der Technische Hochschule Georg Agricola folgendes Ergebnis mit:
»Knapp 70 Gäste kamen am 26. August 2025 in den Bahnhof Langendreer, um bei der Diskussionsveranstaltung „Politikst du noch sauber? – kommunal spezial“ live mitzuerleben, wie sich die Kandidat:innen für den Stadtrat präsentierten und den direkten Fragen des Publikums stellten.
„Die Bochum Wirtschaftsentwicklung hat im Rahmen ihrer Vermarktungsaktivitäten zu einer möglichen Ansiedlung der „NATO Communications and Information Agency (NCIA)“ die ehemalige Neuwagenstellfläche der Firma Opel an der Alten Wittener Straße in Betracht gezogen. Hierbei handelt es sich um eine GIB [Gewerbe- und Industrie-Bereiche]-Fläche zur Ansiedlung von Firmen oder Institutionen. Vom Bundesministerium der Verteidigung haben wir vernommen, dass Bochum aktuell nicht bevorzugter Standort für eine Ansiedlung der NCIA ist,“ teilte die Verwaltung auf der Ratsitzung am 16. 12. 2021 mit. OB Eiskirch hatte tatsächlich mit dem Wirtschaftsministerium NRW heimlich versucht, Bochum zum NATO-Standort zu machen.
Das Bündnis „Wir wollen wohnen“ Bochum. schreibt in einer Pressemitteilung : >>- Das Bochumer Bündnis „Wir wollen wohnen!“ fordert eine soziale Wohnungspolitik in den Kommunen – Bezahlbares Wohnen ist eine der zentralen sozialen Fragen unserer Zeit, auch in Bochum. Doch die Mieten steigen, Sozialwohnungen verschwinden, und Menschen mit geringem Einkommen werden verdrängt. Seit 2021 sind die Angebotsmieten in Bochum um 20 Prozent gestiegen, wie Zahlen der Empirica Preisdatenbank zeigen. Dass sich die Lage ohne entschlossenes politisches Handeln weiter verschärfen wird, zeigt eine Studie der NRW.Bank: Hiernach fallen bis 2030 fast 25 Prozent der Sozialwohnungen in Bochum aus der Preisbindung und können dann zu Marktpreisen vermietet werden.
Auf der Seite von Bochum gemeinsam sind die geplante Menschenkette um das Rathaus am kommenden Samstag um 12 Uhr und der Kneipenquiz gegen Rechts Anlass für das nächste Gespräch im Rahmen der Reihe „Interviews aus der Zivilgesellschaft“. Die Gesprächspartnerin Karin Salewski hat den aktuellen Kneipenquiz mit entwickelt und beschreibt in dem Gespräch Inhalt, Zielgruppe und Motivation für diese Aktion. Sie ruft auf zur Teilnahme an der Menschenkette am Samstag und sagt dazu: „Ich denke, dass es eine gute Form ist, auf die Bedeutung der Kommunalwahl aufmerksam zu machen, gegen Rechts zu protestieren und nicht zuletzt, sich gegenseitig positiv zu bestärken.“