Zur Begründung ihres Streikes schreiben die Studierenden der Ev. Fachhochschule: »Studiengebühren sind soziale Selektion, daher liegt es nahe, dass gerade den Studierenden an einer Hochschule für Sozialwesen wie der EFH, Studiengebühren wie eine Farce vorkommen müssen (Soziale Arbeit, Heilpädagogik, Pflegewissenschaften und Gemeindepädagogik und Diakonie werden derzeit an der EFH als Studiengänge angeboten). Das Fördern sozialer Ausgrenzung von einer Einrichtung, die Sozialarbeiter und Sozialpädagogen ausbildet, welche doch eben solche sozialen Ausgrenzungen aufzulösen suchen, ist für die Studierenden nicht nachvollziehbar. mehr…
„Damit gerät Wattenscheid immer mehr in den Griff des Schwarz-Konzerns und die Fußgängerzone wird weiter geschwächt“ sagt das Ratsmitglied der Sotialen Liste Günter Gleising zu den kürzlich bekannt gewordenen Plänen neben dem Gertrudiscenter an der Lyrenstraße eine weitere Filiale von Lidl zu bauen. Dort würde, zusammen mit dem Büro- und Schulbedarf-Handel Leidhäuser (LeOffice), ein neues Zentrum zum Nachteil der bereits mit Leerständen gebeutelten Fußgängerzone entstehen. Weiter heißt es in der Presseerklärung der Sozialen Liste: »Sowohl Lidl als auch Kaufland gehören zum schwäbischen Großkonzern der Familie Schwarz. Deren Expansionspläne für Wattenscheid widersprechen dem gerade einmütig beschlossenen Masterplan Einzelhandel, einer geordneten Stadtentwicklung und Stärkung der Stadtzentren. mehr…
Das Streikkomitee der evangelischen Fachhochschule Bochum schreibt: „Es ist eine komplette Streik-Woche geplant und die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren. Das heißt aber nicht, dass unsere Studierenden frei haben. Sie sollen kommen, ihre Meinung vertreten und aktiv in unserer Streikwoche mitarbeiten. Es werden Montag schon früh genug Studierende an den Eingängen stehen, die die ankommenden StudentInnen durch Argumente und Diskussion davon abhalten wollen, das Gebäude zu betreten. Ziel ist es, dass alle Studierenden mitmachen und somit der gesamte Lehrbetrieb lahmgelegt wird.
Stattdessen finden dann draußen alternative Workshops und Lehrveranstaltungen statt. In den Workshops kann sich aktiv mit dem Thema Studiengebühren auseinander gesetzt werden sowie der Streik weiter geplant und unterstützt werden (Plakate malen, Arbeitsgruppen bilden zu Öffentlichkeitsarbeit u.a.). Einige der ProfessorInnen haben schon jetzt angekündigt, alternative Lehrveranstaltungen rund um das Thema anzubieten.“
Sonntag 22.04.07, 20:00 Uhr
verdi-Diskussionsveranstaltung am Mittwoch, 25.4.:
Verdi Bochum-Herne lädt am kommenden Mittwoch um 18.00 Uhr in ihrem Tagungsraum, Universitätsstraße 76 zu einer öffentlichen Diskussionsveranstaltung über Kinderarmut und Jugendhilfe ein. Das Einstiegsreferat hält Prof. Ernst-Ulrich Huster. In der Einladung heißt es u.a.: »Kinderarmut ist in fast allen Mitgliedsstaaten der EU weit verbreitet. Aber nirgendwo in den reichen Industriestaaten stieg die Kinderarmut so rapide wie in Deutschland. Jedes fünfte Kind muss hier inzwischen mit dem Existenzminimum auskommen. Unter unseren Augen spitzen sich die sozialen Lebenslagen vieler Menschen auch in Bochum und Herne zu. Die Spaltung unseres Gemeinwesens in arm und reich erreicht eine neue Qualität, soziale Polarisierung und Ausgrenzung wächst.
Erzieher(innen), Lehrer und Sozialarbeiter registrieren in ihren Einrichtungen, in Schulen und auf der Straße eine deutliche Zunahme an Verhaltensauffälligkeiten, Verwahrlosungserscheinungen und Gewaltbereitschaft. In regelmäßigen Abständen erschüttern Meldungen über Kindesmisshandlungen oder Tötungen wie im Fall Justin, Kevin, Leon die Öffentlichkeit. mehr…
Der Arbeitskreis Umweltschutz (AKU) lädt am Mittwoch, dem 25. April um 19.30 Uhr im Umweltzentrum, Alsenstraße 27 zu einem Vortrag über aktiven Klimaschutz. Referent ist K.-H. Hüsing vom SWB-Herten. In der Einladung heißt es: »Lange Zeit wurden Warner, die auf den durch Menschenhand ausgelösten Klimawandel hinwiesen, belächelt. Seit der Veröffentlichung des Klimaschutzberichts der UNO im Februar und dem vorangegangenen Orkan „Kyrill“ ist das Thema endlich in der Politik angekommen. Das Ergebnis des Klimaberichts der UNO ist, dass wir nicht einmal mehr 15 Jahre Zeit für eine nachhaltige Trendumkehr beim Treibhausgas-Ausstoß haben.
Die privaten Haushalte sind für ein Drittel des Ausstoßes von Klimagasen verantwortlich. Über die Hälfte davon wird durch Heizung und die Warmwasserbereitung erzeugt. Hier kann jeder Hausbesitzer aktiv einen Betrag zum Klimaschutz leisten und dabei sogar noch Geld sparen. mehr…
Wie gefährlich ist Feinstaub? Wie hoch sind die Belastungen im Ruhrgebiet? Was kann man tun? Ist eine regionale Umweltzone mit Fahrverboten für Alt-Fahrzeuge sinnvoll? Wie steht es mit den Bussen der Bogestra? Diese Fragen sollen diskutiert werden bei einer Veranstaltung des Arbeitskreises Verkehr der Bochum-Agenda 21 und des Verkehrsclubs Deutschland (VCD) Bochum: Referenten am Dienstag, den 24. April, ab 19:30 Uhr im Umweltzentrum, Alsenstraße 27, sind Dr. Wilhelm Kappert vom Landesumweltamt zum Thema Feinstaub und Jörg Filter und Sandra Bruns von der Bogestra zu Abgasnormen, Rußpartikelfiltern und Erdgas/Autogas bei Bussen.
Samstag 21.04.07, 07:48 Uhr
Mittwoch, 25. April, 19.30 Uhr, Bahnhof Langendreer
Das Bochumer Friedensplenum, die DFG-VK und der Bahnhof Langendreer laden ein: „Täglich geben die deutschen Steuerzahler/innen allein für den Krieg in Afghanistan ca. 1 Million Euro aus. Gleichzeitig werden den gleichen Steuerzahler/inne/n die Löhne gekürzt und die Arbeitszeiten verlängert. Die Arbeitslosen bekommen immer weniger soziale Unterstützung, Hartz IV trifft immer mehr Menschen und stürzt sie in Armut. Weltweit gibt es auf Grund der sog. Globalisierung immer mehr Verlierer/innen und wenige GewinnerInnen. Alle, die sich wehren, müssen mit Krieg rechnen, der als Krieg gegen den Terror verkauft wird.
Im Juni treffen sich die RepräsentantInnen der G 8, also der 7 wichtigsten kapitalistischen Länder und Russlands, in Heiligendamm an der Ostsee. Allein die Sicherungsmaßnahmen für die G 8 – PolitikerInnen werden mit mindestens 10 Millionen Euro veranschlagt. mehr…
Anfrage zum Steiger Award – Für alternative Zukunftsprojekte, gegen neue Fahrpreiserhöhungen – Kommunale Stiftung “Gegen Armut in unserer Stadt“ gefordert.
Die Soziale Liste schreibt:>>In der gestrigen Ratssitzung stellte die Soziale Liste Bochum eine schriftliche Anfrage zum Thema einer möglichen Unterstützung des „Steiger Award“ durch die Stadt. Gefragt wird, ob Stellen der Stadt Bochum finanzielle oder sonstige Unterstützung für den „Steiger Award“ geleistet haben. Weiter: „Ist es richtig, dass neben dem „Peoplemagazin REVUE“, die Stadtwerke Bochum GmbH, die Jahrhunderthalle Bochum und EßKAPADE zu den Sponsoren des diesjährigen „Steiger Award“ gehören?
In der Haushaltsdebatte forderte Günter Gleising, Gruppensprecher der Sozialen Liste im Rat, die Aufgabe der Blockadepolitik der Stadtwerke gegenüber der Anwendung und Nutzung der Geothermie. mehr…
Am kommenden Dienstag, den 24.4., laden das Soziale Zentrum und das Internationale Aktionsbündnis um 19.00 Uhr in das Soziale Zentrum, Rottstr. 31 zu einer Informations- und Diskussionsveranstaltung über die Migrationspolitik der G8 und transnationale Kämpfe für globale Bewegungsfreiheit und gleiche Rechte für alle ein.
In der Einladung heißt es: „Globale Bewegungsfreiheit war bereits der zentrale Slogan einer migrationsbezogenen Großdemonstration während der Anti-G8-Mobilisierung in Genua 2001. Seitdem fanden unter dem Motto ‚Freedom of movement‘ mehrere transnationale Aktionstage statt und Globale Bewegungsfreiheit war eine der zentralen Forderungen mehrerer Sozialforen z. B. in diesem Jahr in Nairobi. mehr…
Die Unabhängige Sozialberatung schreibt: „Große Empörung herrschte im Lande, als bekannt wurde, dass Geschenke zur Kommunion, Konfirmation, Jugendweihe (Geburtstag, Weihnachten ohnehin!) auf den Hartz IV-Lebensunterhalt anzurechnen wären. Wer diese Zuwendungen nicht angibt, macht sich sogar strafbar, stellt die Bundesregierung jetzt fest. Dabei zeigt sich an diesem Beispiel nur wieder deutlich, dass Hartz IV (und die gesamte Agenda 2010) zum Ziel hat, einen großen Teil der Bevölkerung auf ein existenzielles Minimum herabzudrücken. Bei den Kinder schon ausgesprochen erfolgreich: 25 % der Kinder in NRW sind mittlerweile auf Armutsniveau, 27 % in Bochum, über 30 % in Gelsenkirchen Die Sozialverbände und selbst Brüssel schlagen längst die Alarmglocken – eine Umkehr ist offensichtlich nicht beabsichtigt. Und die Agenda 2010 ist noch nicht am Ende – uns stehen noch mehr als zwei harte Jahre bevor. mehr…
Am Montag, den 23.04., rufen DGB und GEW zu einem „Wandertag nach Düsseldorf“ auf. Die Schüler und Schülerinnen der 9. und 10. Klassen wollen die Verantwortlichen in Politik und Wirtschaft auffordern, das Recht auf Ausbildung für alle Jugendlichen zu verwirklichen und die erforderlichen Ausbildungsplätze zu schaffen. Sie fordern insbesondere die Landesregierung auf, für jede/n Jugendliche/n, der/die im Dualen System keinen Ausbildungsplatz findet, eine überbetriebliche Ausbildungsstelle oder eine schulische Berufsausbildung bereitzustellen.
Bochumer Hauptschüler und -schülerinnen der 10ten Klassen wollen an diesem landesweiten Aktionstag, am Montag, 23.04. um 11.00 Uhr ihren lokalen Wandertag zum Berufsbildungsinstitut „Grüne Schule“ durchführen, um auf ihre verzweifelte Lage aufmerksam zu machen:
– 80 – 90% der Schüler/innen dieses Jahrgangs werden am Ende dieses Schuljahres keinen Ausbildungsplatz in Aussicht haben.
– Selbst für ein schulisches, berufsbildendes Angebot türmen sich Hindernisse auf: Die Technische Berufsschule 1 in Bochum wird dem Ansturm der Jugendlichen scheinbar nicht mehr Herr und macht selbst die Aufnahme ins Berufsgrundschuljahr von Auflagen abhängig: mehr…
In mittlerweile schon guter Tradition hat die Linksfraktion.PDS unmittelbar nach der heutigen Ratssitzung einen Bericht über die Sitzung auf ihrer Webseite veröffentlicht. Es wird über die Verabschiedung des Haushaltes und über die Bemühungen um ein kostenloses Girokonto für ALG II-EmpfängerInnen berichtet. Weiteres Thema: „Arbeitsgelegenheiten bei der Stadt.“ Hierzu schreibt die Linksfraktion: „Im Herbst letzten Jahres hat der Rat auf Antrag der Linksfraktion beschlossen, dass die sozialversicherungspflichtigen Arbeitsgelegenheiten bei der Stadt mindestens 12 Monate dauern sollen. Real laufen sie aber nur über 6 bzw. 9 Monate. Die Folge: Es entsteht kein Anspruch auf Arbeitslosengeld I und es bedeutet für die Menschen in den Maßnahmen nur eine sehr kurze Pause von der Arbeitslosigkeit.
Die Linksfraktion hat lediglich durch Presseberichte davon erfahren, dass das Votum des Rates missachtet wurde. Auf der heutigen Ratssitzung haben wir nachgehakt und gefragt, wann, wo und mit welcher Begründung die Entscheidung gefällt wurde, die Arbeitsgelegenheiten nur für 6 bzw. 9 Monate einzurichten und welche Möglichkeiten die Verwaltung für die Umsetzung des Beschlusses in der Zukunft sieht. Als kleine Fraktion konnten wir weder in den ARGE-Beirat noch in die ARGE-Trägerversammlung eine Vertreterin / einen Vertreter entsenden. Da beide Gremien geheim tagen, sind wir von wichtigen Informationen abgeschnitten und hoffen, dass die Antwort etwas Licht ins Dunkel bringt.“
Prof. Dr. Christoph Butterwegge ist am Dienstag, 24. April, 19.00 Uhr Gast des DGB und der Volkshochschule in deren Clubraum. In der Einladung unter dem Titel „Republik der Armen“ heißt es: „Die Negativschlagzeilen häufen sich in den letzten Monaten: Nicht nur die Gesamtzahl der Haushalte unterhalb der Armutsgrenze ist in Deutschland weiter gestiegen, sondern vor allem die Zahl der armen Kinder. In Bochum wird die Zahl der betroffenen Kinder auf 13.000 geschätzt. So sind zumindest statistisch gesehen Kinder ein Armutsrisiko, obwohl unter dem Aspekt des demografischen Wandels genau das Gegenteil anzustreben wäre. Da hilft auch die an Stammtischen manchmal zu hörende Bemerkung nicht, in der Bundesrepublik müsse niemand verhungern, da Armut im Verhältnis zur Gesamtgesellschaft zu definieren ist, sich also in der Bundesrepublik anders manifestiert als im Sudan.Was sind die Ursachen für Armut und welche Konzepte gibt es zu ihrer Bekämpfung?“
Die Regisseurin, Autorin und Schauspielerin Bettina Fless ist am 13. April gestorben. Sie gehörte unter der Intendanz von Frank-Patrick Steckel von 1992 bis 1995 zum Ensemble des Schauspielhauses Bochum. Hier inszenierte sie u.a. 1993 ihr eigenes Stück „Asyl, in der ersten Welt“. Hierzu und ihrem Stück „Memmingen“ schrieb sie 1992 in der Süddeutschen Zeitung: »Die Frage, warum es wichtig sei, solche Theaterstücke zu schreiben wie „Memmingen“ und „Asyl“ apportiert bereits die Antwort, die nur lauten kann: Warum sollte es nicht wichtig sein? Auch wenn Stücke zeitgenössischer Autoren dem Kleist‘ Vergleich nicht standhalten, bedürfen sie und ihre Aufführungen keiner Rechtfertigung, keiner Verteidigung ihrer Haut. Diese Rechtfertigung ist vielmehr von denen zu fordern, denen die Verbreitung und Realisation eines Theatertextes obliegt, und die dieses nicht selten mit der gleichen Emphase betreiben, mit der man Quittungen für die Steuer zusammensucht.
„Memmingen“ und „Asyl“ sind Eingriffe in einen vorschnellen und gekonnt manipulierten Prozeß der Bewertung gegenwärtiger Ereignisse. Sie konfrontieren mit der Unfähigkeit, sich den anderen vorzustellen, mit der Blindheit der Ignoranz und denn Leugnen des anderen. Für die meisten von uns gilt, daß jede Konfrontation nur zu einer Rückstrahlung auf uns selbst führt. Das andere wird auf dasselbe zurückgeführt. Schauspiele oder Gerichte, in denen sich das andere zeigen könnte, werden zu Spiegeln.«
Die Soziale Liste begrüßt „die Klarheit, dass Bochum weiterhin eine Stadt der Autobauer bleibt.“ „Ein Grund zum Jubeln sind die Beschlüsse von General Motors allerdings nicht. Dazu sind der weitere Arbeitsplatzabbau und die sozialen Einschnitte für die Belegschaft in Bochum und den anderen Standorten zu groß“, so Günter Gleising, Ratsmitglied der Sozialen Liste.
Weiter schreibt die Soziale Liste: „Aktuelle Antworten auf die Opelkrise und die Arbeitsplatzverluste sind bei der Stadt Bochum (noch) nicht zu erkennen. Vor allem ist nicht zu erkennen, wie die Kompetenz der ausscheidenden Opel-Mitarbeiter sinnvoll eingesetzt werden könnte. Die Soziale Liste ist vor dem Hintergrund der Klima-Veränderungen der Meinung, dass im Bereich von alternativen Antriebsenergien, Antrieben und Transportmitteln ein reiches Betätigungsfeld existiert, auf dem die Stadt Bochum aktiv werden sollte. Als ein Beispiel von vielen steht die Frage ob, und wie Solar- oder Elektrofahrzeuge für den öffentlichen Nahverkehr entwickelt und eingesetzt werden könnten.“
Die Linksfraktion.PDS im Bochumer Rat berichtet, dass jetzt schon Jugendliche, die noch schulpflichtig sind, von der ARGE zu Gesprächen über „Bewerberangebot und ihre berufliche Situation“ eingeladen werden. Das Pikante dabei sei, dass der ARGE eine Bescheinigung über den Schulbesuch vorliege. Diesem Fall von „Nachrichten aus Absurdistan“ geht die Linksfraktion mit einer Anfrage auf der kommenden Sitzung des Sozialausschusses nach. Dazu erklärt ihr Fraktionsvorsitzender Ernst Lange: „Dass die ARGE die BezieherInnen von ALG II als Kundinnen und Kunden bezeichnet, halten wir für blanken Hohn. Das zeigt ein weiteres Beispiel aus jüngster Vergangenheit: Da macht ein 15jähriger Schüler einen Brief von der ARGE auf und wird ohne weitere Erklärung zur ARGE vorgeladen und das auch noch zur Unterrichtszeit. mehr…
Für Freitag, 20.4. kündigt Radio BonteKoe um 20.00 im Wageni zwei Bands an: „Gentle Veincut fabrizieren eleganten Krach, der sich, einer Federboa gleich, an die Hälse des Publikums schmiegt, um sich, unbemerkt und innerhalb eines Augenaufschlags, in einen hydraulischen Schraubstock zu verwandeln…
Boutros Bubba sind Meister der abstrakten Struktur. Mathematik trifft auf Dynamit, Takte werden zerlegt, zersägt und durch den Fleischwolf gedreht.“ Näheres.
Die Antifa-Gruppe Azzoncao hatte darauf aufmerksam gemacht, dass am 8. April im Bochumer „Zwischenfall“ das „Black Easter Festival“ stattfinden sollte und nach Antifa-Protesten abgesagt wurde (siehe Meldung vom 16.4.). Veranstalter des Festivals sollte die Gruppe „[krankpop]“ sein. In dem Beitrag wurde die aktive Rolle von Marcus Dehnke in der rechten Szene aufgezeigt. Er war Leiter des Fanprojektes von Schalke 04. Er ist jetzt fristlos entlassen worden. Die Gelsenkirchener WAZ berichtet hierüber.
Studierende der ev. Fachhochschule (EFH) machen seit Anfang der Woche gegen die drohende Einführung von Studiengebühren mobil. Es werden an der EFH Müllsäcke an Studierende und Dozenten verteilt, um damit auf die Kosten der Gebühren aufmerksam zu machen. Die Aufschrift: „Durch Studiengebühren haben wir kein Geld mehr für Klamotten!“
Es wurden Flyer verteilt, Unterschriftenlisten gegen Gebühren rumgegeben und Plakate aufgehängt, um die Aktion zu verdeutlichen. „Es haben sehr viele Leute mitgemacht, ich schätze 90%. Sogar DozentInnen tragen die Müllsäcke“, freuen sich die InitiatorInnen der Aktion. Die Proteste sollen planmäßig erst einmal bis Donnerstag laufen. An diesem Tag findet eine Sitzung des Studiengebührenausschusses statt.
Attac Bochum lädt am Donnerstag, 19.4. um 19.15 zu einer Veranstaltung in den Clubraum der Volkshochschule ein: „Lobbygruppen, Denkfabriken, Kommunikationsberater und PR-Agenturen spielen eine immer größere Rolle in Politik und Öffentlichkeit. Gerade die Beeinflussung der Medien ist brisant. Dort werden ‚Experten‘ platziert, Medienkooperationen finanziert – bis hin zur verbotenen Schleichwerbung. Und immer wieder treten Interessengruppen nicht unter ihrem eigenen Namen auf. Lobbygruppen wie die Arbeitgeber-‚Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft‘ mit so prominenten Fürsprechern wie Oswald Metzger verwischen die Grenzen zwischen PR und Journalismus. Der Vortrag analysiert diese Instrumente und Strategien und die Gefahren, die davon für eine lebendige und partizipative Demokratie ausgehen.“
Referent ist Ulrich Müller, Politikwissenschaftler aus Köln und Vorstandsmitglied von LobbyControl – Initiative für Transparenz und Demokratie.
Alltagssolidarität: „Mitfahr-Kampagne“ Das Sozialforum lädt zu einem ersten Bündnis- bzw. Initiativ-Treffen am Montag, den 23.4., um 20 Uhr ins Soziale Zentrum (Rottstr.31) ein, um über eine Kampagne zur Einführung eines Sozialtickets im Nahverkehr zu beraten. VertreterInnen anderer Sozialticket-Initiativen (aus Dortmund bzw. Köln) werden von ihren Erfahrungen berichten.
In der Einladung heißt es: »Nach jahrelangem Arbeitsplatz- und Sozialabbau leben Zehntausende BochumerInnen an oder unter der Armutsgrenze (= Existenzminimum + 10%). mehr…
Um den Studierenden noch in diesem Jahr „eine gemeinsame Anlaufstelle für alle Belange rund ums Studium zu schaffen“, zieht die Ausbildungsförderung, zu der auch das BAföG-Amt gehört, ins Studierendenhaus der Ruhr-Uni.
Dort sind neben dem AStA und dem Kulturcafé weitere wichtige Anlaufstellen des Studentenwerks AKAFÖ zu finden: Die Abteilung Wohnen, die Sozial- und Behindertenberatung und die in Kooperation mit dem AStA betriebene Beratung für internationale Studierende AKAS.
Der Umzug findet seit Montag, 16. April, bis Freitag, 20. April, statt. In dieser Woche sind BAföG- und Finanzierungsberatungen nur am InfoCenter (im ehemaligen BAföG-Flur im Erdgeschoss der Universitätsverwaltung) möglich. Ab Montag, 23. April, ist das Amt für Ausbildungsförderung dann im Studierendenhaus in der ersten Etage zu finden.
Laut AKAFÖ-Geschäftsführer Jörg Lüken ist der Umzug der Auftakt für einen weit reichenden Umbau des Studierendenhauses: „Nach dem gemeinsam mit der Ruhr-Universität entwickelten Plan soll dieses in Zukunft ein Gebäude werden, in dem die Studierenden alle wichtigen Ansprechpartner rund ums Studium versammelt finden. Eine zentrale Anlaufstelle soll in Zukunft das Studieren leichter machen.“
Am Sonntag, dem 22. April, nimmt um 15.00 Uhr, im “Albert-Schweizer-Haus“, Alter Markt 3 in Wattenscheid die Soziale Liste Abschied von ihrem kürzlich gestorbenen Vorsitzenden Jürgen Bargmann. Näheres.
Am Mittwoch, den 18. April findet um 12.00 Uhr in HZO 20 der Ruhr-Uni eine Podiumsdiskussion mit dem Rektor, dem Prorektor für Forschung und Lehre, den DekanInnen einiger Fakultäten und studentischen VertreterInnenn des AStA und von Fachschaften über die Verwendung der ca. 30 Millionen Euro statt, die die Uni jetzt jährlich durch Studiengebühren eintreibt.
Am kommenden Donnerstag, den 19.4., laden die „AG feministische theorie und praxis“ und der Bahnhof Langendreer um 19.30 Uhr in den Bahnhof Langendreer, zu einer Informations- und Diskussionsveranstaltung über die Rolle der G8 und ihre Beziehung zu patriarchalen Geschlechterverhältnissen ein. Als Referentin ist die kritische Psychologin Ariane Brenssell eingeladen, die u.a. im antipatriarchalen Netz Berlin aktiv ist. Sie wird darüber informieren, wie die G8 Verhältnisse durchsetzen, die patriarchale Geschlechterstrukturen zu Voraussetzung haben und diese bestätigen, dabei aber auch verändern. Zudem soll diskutiert werden, wie in den Widerstand gegen die G8 die Auseinandersetzung mit hierarchischen Geschlechterverhältnissen einbezogen werden kann
Die Antifa-Gruppe Azzoncao schreibt: »Am 8. April 2007 sollte im Bochumer „Zwischenfall“ das „Black Easter Festival“ stattfinden. Nach Protesten von AntifaschistInnen, sagte die Lokalität das Festival der Gruppe „[krankpop]“ ab. Diese verlegte das Konzert mit anschließender Neofolk Industrial Party in die „Rockfabrik“ nach Übach-Palenberg bei Aachen.
Grund des antifaschistischen Protestes war der Auftritt der französischen Militär-Pop Band „Dernière Volonté“. Diese Band befindet sich seit Jahren wegen ihrer positiven Bezugnahme auf faschistische „Größen“ und Inhalte in der öffentlichen Kritik. Ihre Zusammenarbeit mit eindeutig rechten Bands wie z.B. „Der Blutharsch“ und dessen Label „HAURUCK!“ stellt sie in eine Reihe mit anderen martialischen und kriegsverherrlichenden Musikprojekten aus dem rechten Rand der sogenannten „Schwarzen Szene“. mehr…
Attac campus lädt am Dienstag, 17. April um 20.00 Uhr in das Soziale Zentrum, Rottstraße 31 zu einem Vortrag mit Alexander Häusler, Arbeitsstelle Neonazismus, FH Düsseldorf ein. Das Thema: „Globalisierung und Rechtsextremismus“. In der Einladung heißt es: »„Gegen die kapitalistische one world“- mit diesen und ähnlichen Slogans mobilisiert die extreme Rechte gegen die kapitalistische Globalisierung. Auf Demonstrationen neonazistischer Gruppen sind Transparente zu sehen, auf denen steht: „Für das Selbstbestimmungsrecht der Völker“ und für „Nationalen Sozialismus“. Spätestens seit dem Krieg im ehemaligen Jugoslawien mobilisiert die extreme Rechte zudem regelmäßig zu Antikriegsaktionen. Die NPD ruft gar auf zum Protest gegen den diesjährigen G8-Gipfel. Wie sind diese Phänomene zu erklären?
In dem Vortrag wird anhand historischer und aktueller Beispiele und Materialien erläutert, was es mit der faschistischen Propaganda gegen das „internationale Kapital“ und für einen „nationalen Sozialismus“ auf sich hat. Es wird aufgezeigt, wie und aus welchen Motiven neofaschistische Gruppen vermeintlich linke Themen zu besetzen versuchen.«
In den frühen Morgenstunden hat das bundesweite Vernetzungstreffen gegen Studiengebühren die demonstrative Besetzungs-Party beendet und das besetzte alte Hauptbahnhofgebäude an der Ecke Vikoriastraße / Konrad-Adenauerplatz (ehem. Bundesbahnschule) wieder verlassen. Die Polizei hat den friedlichen Studierendenprotest einige Zeit beobachtet und ist dann wieder abgerückt. Es kam zu keinen Zwischenfällen. Die Aktion, die von VertreterInnen aus dem gesamten Bundesgebiet organisiert worden ist, wird von den Studierenden als großer Erfolg gewertet. Weitere Fotos
Die Freie Uni schreibt: „Im Rahmen des bundesweiten Vernetzungstreffens gegen Studiengebühren haben in der Nacht von Samstag auf Sonntag gegen Mitternacht über 200 AktivistInnen ein leerstehendes Gebäude des ehemaligen Hauptbahnhofs in der Bochumer Innenstadt besetzt. Das Haus an der Ecke Viktoriastraße/Konrad-Adenauer-Platz ist zur Stunde in einen selbstbestimmten Freiraum verwandelt worden, und die Studierenden feiern eine Party. An der demonstrativen Aktion nehmen unter anderem Studierende aus Berlin, Bochum, Chemnitz, Darmstadt, Duisburg, Essen, Frankfurt, Gießen, Hamburg, Köln, Münster und Paderborn teil.“
„Mit der Besetzung wollen wir unsere Solidarität mit der Freien Uni Bochum ausdrücken, die Ende Januar gewaltsam geräumt wurde“, sagt Fredrik Dehnerdt vom bundesweiten Aktionsbündnis gegen Studiengebühren. „Überall werden studentische Freiräume angegriffen und selbstbestimmtes Leben und Lernen unmöglich gemacht. Aber das lassen wir uns nicht einfach so gefallen. Als Aktionsbündnis rufen wir nicht nur zum Demonstrieren, Klagen und Boykottieren auf. Entscheidend in unserem Kampf für ein gerechtes Bildungs- und Sozialsystem ist es auch, Freiräume zurück zu erobern und neue zu schaffen.“
Die BildungsaktivistInnen fordern außerdem die Abschaffung der Studiengebühren insgesamt, ein solidarisches Bildungs- und Sozialsystem sowie die radikale Demokratisierung der Hochschulen und der Gesellschaft. mehr…
Samstag 14.04.07, 22:30 Uhr
Burschenschaftler provozieren Polizeieinsatz an der Ruhr-Uni
Das bundesweite Vernetzungstreffen gegen Studiengebühren auf dem Bochumer Uni-Campus ist heute Abend von der Polizei aufgesucht worden. Etwa 15 bis 20 Beamte, die mit Schlagstöcken und Pistolen bewaffnet waren, wollten durchsetzen, dass die Personalien von allen auf beim Vernetzungstreffen anwesenden Personen aufgenommen werden.
Die Begründung: Offensichtlich hat ein Mitglied der schlagenden rechtsaußen-Burschenschaft Arminia die Polizei gerufen. Der Burschi hat gegenüber der Polizei behauptet, ihm sei seine blau-weiß-schwarze Schärpe weggenommen worden, und der Tatverdächtige habe sich in das Vernetzungstreffen geflüchtet.
Die Polizei machte daraufhin in einer Ansage an der Vernetzungstreffen klar: Sie werte das angebliche Wegnehmen der Schärpe als einen „bewaffneten Raubüberfall“. Schließlich sei die Schärpe mit einem Messer durchgeschnitten worden. Weil es sich damit um ein Verbrechen handle, das nicht unter einer Freiheitsstrafe von einem Jahr bestraft werden kann, sei es verhältnismäßig, die Personalien der etwa 50 zu diesem Zeitpunkt auf der GB-Wiese anwesenden Personen aufzunehmen.
Als die Situation angespannter wurde und die PolizistInnen den Studierenden verbieten wollten, die Wiese vor dem Gebäude GB zu verlassen, kamen die neu gegründeten Bochumer Gaggles der „Rebel Clown Army“ zu einem ersten Einsatz. Durch die direkten Aktionen (Clown-Marsch durch die Polizei-Absperrung, Anschleichübungen, Polizei-Einkesseln, Gruppenfoto mit Bulle, Polizei-Verfolgung und Polizei-Imitation etc.) wurde die Lage für die BeamtInnen schnell so unübersichtlich, dass sie nicht mehr sagen konnten, wer überhaupt zu der ursprünglich auf der Wiese festgesetzten Gruppe gehörte. mehr…
Samstag 14.04.07, 19:00 Uhr
Mittwoch, 18.4., 19.30 Uhr, Bahnhof Langendreer, Raum 6
Der Arbeitskreis Lateinamerika lädt für Mittwoch ein: „Seit Jahrzehnten faszinieren politische Prozesse in Lateinamerika: Für die 68er war der argentinisch-kubanische Revolutionär Ernesto „Che“ Guevara eine Leitfigur. In den 70er Jahren demonstrierten Zehntausende gegen die Militärdiktatur in Chile, in den 80ern engagierten sich wohl ebenso Viele in der Mittelamerika-Solidarität. Die sandinistische Revolution in Nicaragua und die Aufstandsbewegungen in El Salvador und Guatemala waren ein Symbol dafür, dass eine andere Welt möglich ist. Aus Europa und den USA strömten junge AktivistInnen nach Nicaragua, um in Solidaritätsbrigaden am Aufbau der neuen Gesellschaft mitzuarbeiten. Seit den 90er Jahren begeistern sich Menschen auf der ganzen Welt für die ZapatistInnen in Chiapas im Süden Mexikos und ihrer basisdemokratischen Selbstverwaltung der indianischen Gemeinden. Und aktuell sind die linken Regierungen in mehreren Ländern Lateinamerikas, die Alternativen zum neoliberalen Kapitalismus entwickeln wollen, wieder einmal Hoffnungsträger für InternationalistInnen. Der Monatszeitschrift ila gelingt seit drei Jahrzehnten eine alternative Berichterstattung zu Lateinamerika jenseits des journalistischen Mainstreams, ebenso lange hat sie die politischen Prozesse in Lateinamerika und die hiesigen Solidaritätsbewegungen begleitet. Gert Eisenbürger, seit 1980 in der ila-Redaktion, reflektiert diese Erfahrungen und fragt nach ihrer Bedeutung für heutigen Internationalismus.“
In Kooperation mit dem Bochumer AK Lateinamerika
Samstag 14.04.07, 09:30 Uhr
Sonntag, 15.04, 19.04 Uhr, Radio Friedensplenum, Urbo (98.5 Radio Bochum):
Am Sonntag, den 15. April, läuft die nächste Sendung von Radio Friedensplenum im „Unabhängigen Radio Bochum“, Urbo. Das Team von Radio Friedensplenum schreibt zu dieser Sendung: „Wie jedes Jahr berichtet Radio Friedensplenum über den Ostermarsch Rhein-Ruhr. Am Ostersonntag fuhren wir bei strahlendem Sonnenschein die Fahrradetappe von Essen nach Bochum-Langendreer mit. Dabei führten wir Interviews und nahmen Redebeiträge auf.
Zu hören werden u.a. sein die Rede von Alice Czyborra (Tochter des verstorbenen Widerstandskämpfers und Friedensaktivisten Peter Gingold) in Gelsenkirchen und ein Interview mit dem bekannten Liedermacher „Klaus der Geiger“. Zu empfangen ist die Sendung auf der Frequenz von 98,5 Radio Bochum.“
Seit Montag morgen findet an der Ruhr-Universität die „Bochum Action Week für Solidarität und Freie Bildung“ statt: Mit einem umfangreichen Veranstaltungsprogramm ist die Freie Uni Bochum auf dem Campus präsent, um für ein gebührenfreies Studium sowie mehr Freiräume an der Uni und in der Gesellschaft zu streiten. Ausgerechnet während der Aktionswoche kam es zu einer Provokation: Zum ersten Mal seit Jahren war ein Promotion-Team der „BILD“-Zeitung unterwegs, um tausende von Springer-Blättern zu verteilen. Am heutigen Nachmittag haben aktive Studierende zur Gegenwehr gegriffen – auf dem Foto sind die Überreste des BILD-Infostandes zu sehen.
Wie inzwischen auf Nachfragen durch den AStA in die Öffentlichkeit gekommen ist, hat sich die BILD auf dem Campus der Ruhr-Uni eingekauft: Insgesamt 1000 Euro hat die Springer-Gruppe für die Erlaubnis der Uni-Leitung bezahlt, die Blätter auf dem Campus verteilen zu dürfen.
Die aktiven Studierenden protestieren gegen diesen weiteren Vorstoß zur Privatisierung des Campus-Geländes. „Es ist eine große Frechheit, dass die Uni-Leitung gegen Bares ausgerechnet einem Konzern die Werbung auf dem Campus ermöglicht, der sogar gegen die Verfassung der Ruhr-Uni verstößt“, ist von den wütenden Studierenden zu hören.
Die Verfassung der Ruhr-Uni verpflichtet nicht nur zur Wahrnehmung eines „kritischen Bildungsauftrags“ [Art.2 (1)], sondern auch zur „tatsächliche[n] Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern und die Beseitigung der für Frau-en bestehenden Nachteile[n]“ [Art. 1, (4) 2.]. Mit der bezahlten Erlaubnis an die Springer-Promoter, eine Zeitung mit populistischen und sexistischen Inhalten zu verteilen, auf deren Titelseite Frauen schon zum Objekt degradiert werden, hat die Leitung der Ruhr-Uni gegen die Verfassung der Universität verstoßen.
Die Studierenden fordern das Rektorat auf, dem Springer-Konzernen und ähnlichen Unternehmen den Auftritt auf dem dem Campus zu verbieten. Außerdem kündigen sie an, dass sie auch in Zukunft zu Selbsthilfemaßnahmen greifen werden, wenn sich die BILD noch einmal auf den Campus der RUB trauen sollte.
Freitag 13.04.07, 19:18 Uhr
Ministerpräsident Oettinger relativierte Verbrechen der NS-Justiz
Die Medizinische Flüchtlingshilfe Bochum und die Kampagne „Gerechtigkeit heilt – Der internationale Kampf gegen Straflosigkeit“ fordern eine öffentliche Entschuldigung und Richtigstellung durch den Ministerpräsidenten Oettingers und anderenfalls seinen Rücktritt. Ein solcher Ministerpräsident sei nicht tragbar: „Eigentlich wäre das Ereignis keiner Rede wert gewesen. Ein furchtbarer Jurist ist von uns gegangen und hat keine Lücke hinterlassen. Stattdessen ist der ehemalige NS-Marinerichter und Ministerpräsident von Baden Württemberg Hans Filbinger wieder in aller Munde. Die Rehabilitierung Filbingers begann an seinem Grab. Dort relativierte der heutige baden-württembergische Ministerpräsident Oettinger in seiner Grabrede die Verbrechen, die sein Vorgänger Filbinger während seiner Amtszeit als NS-Marinerichter begangen hatte.
Vor dem Hintergrund der deutschen Geschichte ist die Rede Oettingers eine Beleidigung für die Überlebenden und Angehörigen von Opfern des NS-Regimes, insbesondere für die Deserteure, die von Urteilen, wie jenen, an denen Filbinger beteiligt gewesen war, betroffen waren. Sie und diejenigen, die dem Nationalsozialismus wirklich widerstanden haben, sind es, die die Anerkennung der Gesellschaft verdienen und nicht Scharfrichter wie Filbinger und sein Grabredner Oettinger.
Mit seiner Rede Relativierung scheint Oettinger einen kollektiven Gedächtnisschwund herbeireden zu wollen. „Eine Gesellschaft ohne Gedächtnis“, sagt Bianca Schmolze, „ist eine Gesellschaft, die blind ist gegenüber ihrer Vergangenheit und Gegenwart und die Gefahr läuft, in der Zukunft die Fehler und Verbrechen zu wiederholen, die sie verdrängt hat.“
Im Rahmen der Kampagne „Gerechtigkeit heilt“ hat sich erwiesen, dass in zahlreichen Ländern Richter vom Zuschnitt eines Filbinger dazu beitragen, dass Unschuldige vor Gericht gestellt, verurteilt, gefoltert, vergewaltigt oder sogar hingerichtet werden. mehr…