Deutlich mehr als die angemeldeten 500 Teilnehmende zählte am Freitag eine Demonstration gegen die Wiedereinführung des zwangsweisen Kriegsdienstes. Die Motivation der Schüler:innen, während der Schulzeit zu demonstrieren, war sehr unterschiedlich: Fast alle fanden es unerträglich, wie alte Leute beschließen, dass junge Menschen in Kasernen eingesperrt werden, Gehorsam und die Fähigkeit zum Töten lernen sollen, ohne dass mit den Betroffenen darüber auch nur geredet wird.
Es hat sich ein bemerkenswertes Bündnis von Jugendorganisationen gebildet (Jusos, linksjugend [’solid], Grüne Jugend, ver.di Jugend, IG Metall Jugend, freier zusammenschluss von student*innenschaften (fzs) e.V., Deutscher Bundesjugendring (DBJR), Naturschutzjugend (NAJU), Naturfreundejugend und Greenpeace Jugend), das eine gemeinsame Pressemitteilung gegen das Wehrdienst-Modernisierungsgesetz (WDModG) veröffentlicht hat.
Die brutale Politik der israelischen Regierung gegen die Zivilbevölkerung in Gaza braucht eine entschlossene Antwort der Bundesregierung – das ist die Motivation der Spontaninitiative SOS Gaza, die in dieser Woche vor den Parteibüros der Regierungsparteien in Berlin ihre Forderung unterstreichen will, dass die bundesdeutsche Unterstützung der Kriegspolitik der Netanjahu-Regierung sofort gestoppt werden muss. In dem Statement der Initiative heißt es: »Wir sind eine Gruppe von Mitgliedern verschiedener Bochumer Initiativen. Die täglichen Nachrichten aus Gaza und dem Westjordanland lassen uns keine Ruhe mehr. Wir fühlen uns verpflichtet, möglichst breit, gemeinsam und sofort dagegen zu handeln. Wir wollen mit diesem Aufruf eine Plattform für friedlichen Protest schaffen, der frei ist von Diskriminierung und Gewalt. Rassistische, anti-palästinensische und/oder antisemitische Äußerungen oder Handlungen akzeptieren wir nicht.
Noch bis Ende August läuft die Ausstellung „Sadakos Kraniche – 80 Jahre Atombombenabwurf in Hiroshima und Nagasaki (1945 – 2025)“ in der Stadtbücherei. Am 6. August, wird dazu ein Gespräch mit Anton Storms und Dr. med. Ingrid Farzin von der IPPNW Bochum zur Atomkriegsgefahr damals und heute stattfinden (in der Stadtbücherei von 16 bis 18 Uhr). Und am Dienstag, 12. August, um 17 Uhr lädt die Zentralbücherei zu einer öffentlichen Führung durch die Ausstellung ein und schreibt dazu:
Am Mittwoch, den 6. August erinnert das Bochumer Friedensplenum mit einer Aktion daran, dass vor 80 Jahren in Hiroshima durch eine einzige Atombombe 78 000 Menschen sofort verbrannten und weitere 120 000 an den Folgen der Bombe starben. In einem Flyer zur Aktion heißt es: „Die zweite Atombombe auf Nagasaki drei Tage später tötete mehr als 60 000 Menschen. 120 Kilometer Luftlinie von Bochum entfernt in der Eifel bei Büchel lagern 20 US-Atomwaffen mit maximal der 13-fachen Sprengkraft der Hiroshima-Bombe: die Bomben der „nuklearen Teilhabe“. Gerade werden für etwa 12 Milliarden Euro neue amerikanische F-35- Kampfjets beschafft, damit soll die Bundeswehr die modernisierten Bomben ins Ziel bringen. 2 Milliarden Euro soll der Umbau des Bomberflugplatzes Büchel kosten.“
Wann: Morgen, 25.7.2025 19–20 Uhr Wo: Vor dem Bochumer Hauptbahnhof
Die Linke Bochum ruft zu einer Solidaritätskundgebung für Gaza auf: »Die humanitäre Lage im Gazastreifen ist katastrophal. Tausende Menschen – darunter unzählige Kinder – kämpfen täglich ums Überleben. Es fehlt an Wasser, Strom, medizinischer Versorgung und sicherem Schutz. Was wir dort sehen, ist keine Randnotiz – es ist eine humanitäre Katastrophe mitten in unserer Zeit. Die Palästinensische Bevölkerung befindet sich mitten in der Massenhungersnot.
Die Bochumer Gruppe von IPPNW (Deutsche Sektion der Internationalen Ärzt*innen für die Verhütung des Atomkrieges/Ärzt*innen in sozialer Verantwortung) eröffnet am Montag, den 2. Juni, um 16:30 Uhr in der Stadtbücherei im BVZ (Rathaus) die Ausstellung „Sadakos Kraniche – 80 Jahre Atombombenabwurf in Hiroshima und Nagasaki“. Die von IPPNW Deutschland entwickelte Ausstellung erzählt anhand von Plakaten die Geschichte der Atombombenabwürfe auf Japan 1945 und ihrer Folgen bis heute:
Unsere Ostermärsche sind Märsche für den Frieden und gegen Militarismus und Faschismus. Im ersten Ostermarschaufruf von vor 65 Jahren hieß es daher: »Schon einmal hat man dem deutschen Volk den Vorwurf gemacht, geschwiegen zu haben, wo mutige Worte und Taten notwendig waren. In den Konzentrationslagern – wie Bergen-Belsen – kamen Millionen Menschen ums Leben. Bei Fortsetzung der atomaren Aufrüstung aber drohen der gesamten Menschheit Vernichtung.«
Die gestrige Tages-Abschlusskundgebung des Ostermarsches vor der Ko-Fabrik setzte ein Zeichen gegen „Kriegstüchtigkeit“, Aufrüstung und Kriege und für Friedensfähigkeit. Zusammen mit den Teilnehmer*innen der Fahrradetappe verfolgten etwa 150 Menschen das Programm. Markus Böse (Foto links) leitet es mit dem ersten Lied der Ostermarschbewegung aus den 60iger Jahren ein. Refrain: „Marschieren wir gegen den Osten: NEIN, marschieren wir gegen den Westen: NEIN, wir marschieren für eine Welt, die von Waffen nichts mehr hält, denn das ist für uns das Beste.“ (Der Text findet sich hier und hier ist eine lesenswerte musikalische Geschichte der Ostermarschbewegung im Ruhrgebiet von Frank Baier). Elias Bala (Foto rechts) von der Landesschüler*innenvertretung sprach über den drohenden Wehrdienst und die Bundeswehrwerbung für das Militär an Schulen. (Das Redescript) Daran anschließend beschrieb Tobias Pflüger (Foto Mitte), von der Informationsstelle Militarisierung und langjähriges Mitglied des Bundestages, die Stationierung von US-Mittelstreckenraketen mit extrem verkürzten Vorwarnzeiten als gefährliche Zuspitzung, die die Kriegsgefahr erhöht.
Das Bochumer Friedensplenum hat am Samstag mit einem Infostand auf dem Bongard-Boulevard gegen die geplante gigantische Hochrüstung protestieren Auf einen Flugblatt kritisiert das Friedensplenum das Vorhaben 3,5 % des Bruttoinlandsprodukts für Militärausgaben zu verpulvern. „Das wären 155 Milliarden Euro jährlich: 30% des aktuellen Bundeshaushalts. Die Verschuldung für Aufrüstung soll zukünftig ohne Schuldengrenze unbeschränkt möglich sein.
Das Bochum Friedensplenum hat am heutigen Samstagmittag unterstützt von Mitgliedern von DIDF und vom Bündnis gegen Rechts einen Infostand auf der Huestraße direkt gegenüber vom Hauptbahnhof aufgebaut. Es wurden Flugblätter verteilt und viele Gespräche geführt. Alles lief „normal“. Dann öffnete die CDU ihren Container direkt vor dem Eingang des Hauptbahnhofs und zwei Mitglieder des Friedensplenums schnappten sich das Merz-Transparent und stellten sich damit neben den Infostand der CDU.
Anton Hofreiter war am heutigen Dienstagabend Gast der Bochumer Grünen. Das Bochumer Friedensplenum empfing ihn und seine Zuhörer:innen mit einem Transparent und einem Flugblatt mit Fragen an Die Grünen: „Wollen die Grünen, dass wir alle kriegstüchtig werden?“ oder „Stimmen die Grünen der Stationierung von atomar bestückbaren US- Mittelstreckenraketen zu?“ Für das Friedensplenum ist Anton Hofreiter „schließlich derjenige, der am härtsten mit Agnes Strack-Zimmermann darum gekämpft hat, wer der Kriegstreiberischste in der Ampelkoalition war.“
Am 5. und 6. Februar findet an der Vrije Universiteit in Brüssel das Permanent Peoples Tribunal zu Rojava gegen die Türkei statt. Eine Delegation aus Bochum nimmt daran teil und schreibt: »Diese wichtige Veranstaltung wird sich mit den schwerwiegenden Vorwürfen der Menschenrechtsverletzungen und Kriegsverbrechen durch die türkische Regierung und ihre Verbündeten im Norden und Osten Syriens befassen. In der Einladung heißt es: Seit Beginn des Syrienkonflikts hat sich die Region Rojava in Nord- und Ostsyrien zu einem wegweisenden Modell für inklusive Regierungsführung entwickelt.
Die Rojava-Solidarität Bochum lädt am Freitag, den 31.01. um 18:00 Uhr in der Quartiershalle der KoFabrik zu einer Informationsveranstaltung ein: »Seit über 13 Jahren tobt in Syrien ein brutaler Stellvertreterkrieg, der hunderttausenden Menschen verschiedener ethnischer und religiöser Gruppen das Leben gekostet hat. Millionen wurden aus ihrer angestammten Heimat vertrieben und die Vertreibungen werden noch heute fortgeführt. Seit Anfang Dezember 2024 sind islamistische Gruppen unterschiedlichster politischer Couleur – von den Muslimbrüdern bis hin zu Hayat Tahrir al-Sham (ehemals Al-Qaida, Al Nusra, IS) – mit Unterstützung der Türkei sowie anderer internationaler und regionaler Mächte in Damaskus an der Macht.