Mehr als hundert Teilnehmende demonstrierten gestern Abend in der Bochumer Innenstadt dafür, dass die Villa Kunterbunt schnellst möglich wieder bewohnt werden kann. Sehr viele Demonstrant:innen waren ehemalige Bewohnener:innen der Villa. Sie haben Anfang der Woche einen alten Trägerverein der Villa reaktiviert, der sich um den Erhalt des Projektes kümmern will.
Die Seebrücke Bochum ruft zu Spenden an das CompassCollective auf, die mit ihrem Segelboot die zivile Seenotrettung im zentralen Mittelmeer unterstützen: »Verschenke etwas, das wirklich Leben rettet: Jede Spende hilft Menschen auf der Flucht vor dem Ertrinken zu schützen, Menschenrechtsverletzungen sichtbar zu machen und humanitäre Arbeit auf dem Mittelmeer zu ermöglichen.»
Die Gruppe „Acting for Community“ macht in einem Brief auf die Situation der Afghan:innen, die trotz Aufnahmezusage noch immer in Pakistan auf ihre Ausreise nach Deutschland warten, aufmerksam. „Acting for Community“ ist aus einer Workshop-Reihe in Kooperation von vhs und Bahnhof Langendreer hervorgegangen. Der nächste Workshop findet am 7. Januar statt (um Anmeldung wird gebeten).
Es geschah aber in jenen Tagen, dass ein Gebot vom Kaiser Augustus ausging, den ganzen Erdkreis aufzuschreiben. Dieser Zensus war der erste, er geschah, als Quirinius über Syrien herrschte. Und alle gingen sich aufschreiben zu lassen, ein jeder in seine eigene Stadt. Da ging auch Joseph aus Galiläa, aus der Stadt Nazareth, hinauf nach Judäa in die Stadt Davids, die da heißt Bethlehem, weil er aus dem Hause und Geschlechts Davids war, um sich einzutragen mit Maria, seiner Angetrauten, die war schwanger. Es geschah aber, als sie dort waren, dass . . .
Laut einer Information der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) müsste es für die Mini-Jobber.innen, die nur den gesetzlichen Mindestlohn bekommen, eine Erhöhung auf 603 Euro geben. Die Gewerkschaft schreibt dazu in einer aktuellen Pressemitteilung: »“Die meisten Mini-Jobber:innen bekommen nur den gesetzlichen Mindestlohn. Und der steigt ab Januar um 1,08 Euro auf dann 13,90 Euro pro Stunde. Für die Mini-Jobber:innen bedeutet das: Wenn sie 10 Stunden pro Woche arbeiten, müssen sie ab dem Jahreswechsel 47 Euro pro Monat mehr auf dem Konto haben“, erklärt Martin Mura. Der Geschäftsführer der NGG Ruhrgebiet appelliert an die geringfügig Beschäftigten, das „Lohn-Plus“ im Blick zu haben. Und Martin Mura stärkt ihnen den Rücken: „Mini-Jobber:innen sind keine Beschäftigten 2. Klasse – und sie dürfen auch nicht so behandelt werden.“ Konkret kritisiert die NGG Ruhrgebiet, dass Mini-Jobber:innen „häufig als Aushilfen mit weniger Rechten behandelt werden“.
Die Fraktionssprecherin der Linken im Rat, Wiebke Köllner, hat eine Anfrage zur Situation von Energiesperren im Jahr 2025 an die Verwaltung und die Stadtwerke Bochum gestellt. Hintergrund sind steigende Lebenshaltungs- und Energiekosten, die besonders einkommensschwache Haushalte belasten. In dem Newsletter der Fraktion heißt es dazu: »In der Antwort der Verwaltung wird festgestellt, dass im Jahr 2025 die Stadtwerke Bochum insgesamt 17.460 Sperrandrohungen für Strom und Gas verschickt haben, was 6,1 Prozent aller Verträge entspricht.
Die Aktivisti für die Villa Kunterbunt bleiben auch in diesen – ruhigen – Tagen rührig: »Es ist eine Demo für morgen, den 23.12.2025, angesetzt: 18-20 Uhr. 18 Uhr am Hauptbahnhof – dann Laufroute wie bei der letzten Demonstration. Kundgebung dann an der Christuskirche (wobei hier noch nach Lautsprechern gesucht wird – steht also noch in den Sternen).«
Der Anwalt der Bewohner*innen der Villa Kunterbunt, Erich Eisel, wendet sich mit einem weiteren Schreiben an die Stadt, in dem er auf die Schäden eingeht, die im Rahmen der Räumung verursacht worden sind: »auf Bitten der BewohnerInnen der Villa Kunterbunt, denen zeitweilig deren Nutzung untersagt ist sodass technisch noch nicht wieder alles richtig läuft, überreiche ich im Anhang mein Schreiben an die Stadt Bochum mit der Aufforderung zur Beseitigung der von dieser verursachten – nebst zukünftig zu erwartenden – Beschädigungen des Baudenkmals.
Am Sonntag, den 25. Januar 2026 findet um 12 Uhr im Bahnhof Langendreer zum 21. Mal auf Initiative des Bochumer Friedensplenums ein Neujahrsempfang statt. Die Redaktion von bo-alternativ wird dabei auch wieder einen Rückblick auf ein Jahr Bewegung in Bochum präsentieren. Alle Initiativen werden gebeten, dies mit Bildern und Berichten über ihre Aktivitäten zu unterstützen und dies bis zum 4. Januar zu senden an: Redaktion@bo-alternativ.de. Rückblick auf die letzten 20 Mal:
Am Samstag, den 27. 12. zeigt das Endstationino um 18 Uhr den Film „Amrum“. Die Geschichte von „Amrum“ basiert auf den Kindheitserinnerungen des renommierten Regisseurs und Drehbuchautors Hark Bohm. Zusammen mit Fatih Akin hat er in diesem Film seine Kindheitserlebnisse beim Zusammenbruch des faschistischen Deutschlands bearbeitet:
Noch bis zum 31. Januar 26 ist im Bochumer Stadtarchiv die Ausstellung „Aus bewegten Zeiten“ mit Objekte aus 30 Jahren feministischer Archivgeschichte in Westfalen zu sehen. Das feministischen Archiv AusZeiten hat die Ausstellung organisiert und berichtet auf seiner Webseite über die Eröffnung und dokumentiert den Redebeitrag von Rita Kronauer über die Entwicklung des Archivs:
Bekanntlich hat die Stadt Bochum den Besetzern der Villa Kunterbunt das Haus „Auf den Holln 1-3“ zum Kauf angeboten – für 1 Euro. Allerdings müssten die Käufer umfängliche Sanierungsausgaben übernehmen und Sicherheiten in Höhe von 1 Mio. € leisten. Rechtsanwalt Erich Eisel, der die Bewohner:innen vertritt, hält das Angebot für sittenwidrig, da die von der Stadt geforderte Leistung der Käufer etwa das 4-fache des Grundstückswerts betragen würde. Wir dokumentieren das Angebot der Stadt und die Antwort des Anwalts.
Am 19. April 2026 sollen Bürger:innen in 17 nordrhein-westfälischen Städten durch Ratsbürgerentscheid bestimmen, ob sich die Städte als „Olympia Köln/Rhein-Ruhr“ für die Olympischen Spiele bewerben. Für das Netzwerk für bürgernahe Stadtentwicklung nimmt Wolfgang Czapracki- Mohnhaupt zur Bochumer Olympia-Bewerbung Stellung.
Mit einem gewaltigen Polizeiaufgebot wurde heute die „Villa Kunterbunt“ Auf den Holln 3 geräumt. Die Beamten hatten allerdings sehr viel Langeweile, denn die Hausbewohner:innen und die Unterstützer:innen waren – so ein Augenzeuge – extrem friedlich. Wir haben Bilder.
Die Stadt Bochum hat heute die zuvor von den Bewohner:innen verlassene Villa Kunterbunt in Beschlag genommen und verrammelt. Eine Mahnwache vor der Villa protestierte gegen das Vorgehen der Stadt. Die Linksfraktion im Bochumer Rat kritisierte noch einmal, dass die Räumung »nur deshalb gerichtlich angeordnet worden ist, weil die Stadt seit Jahren versäumt hat, für eine Sanierung und klare Verhältnisse mit den Bewohnerinnen und Bewohnern zu sorgen. Sie fordert die Verwaltung auf, beim möglichen Verkauf an die Bewohnerinnen und Bewohner faire und tragfähige Bedingungen zu schaffen und keinen Vertrag vorzulegen, der von vornherein auf Scheitern angelegt ist. Dazu die Fraktionsvorsitzende Wiebke Köllner:
Ein Festival in Bochum zum Gedenken an Schwarzen Antifaschistischen und Antinazistischen Widerstand im Zweiten Weltkrieg.
Das Projekt „Gilges – Gedenken und Widerstand “ erinnert an Schwarze Opfer des NS-Regimes, benannt nach Hilarius Gilges, einem Schwarzen Schauspieler und Kommunisten, der von der SA ermordet wurde. Ein dreitägiges Festival erstreckt sich über Podiumsdiskussionen, Musik, Performances und eine Ausstellung Schwarzer Künstler*innen aus NRW. Neben dem Gedenken schafft es Raum für Empowerment und Austausch.
Die Organisator:innen des Bündnisses gegen Antisemitismus Bochum – Herne – Hattingen waren gestern sichtlich überrascht, wie viele Menschen ihrem Aufruf gefolgt waren. Mehrere hundert Menschen bildeten gestern von der Hans-Böckler-Straße bis zum Platz des europäischen Versprechens eine Menschenkette.
In ihrem Schreiben von heute an die Verantwortlichen der Stadt unterbreiten die Bewohner*innen ein Angebot zur Lösung des Konfliktes um die Villa: »Hiermit nehmen wir, die Villa Kunterbunt, nochmal Bezug auf die bevorstehende Räumung der Direktorenvilla Auf den Holln 1-3 in Bo-Werne.
Nach langem Überlegen und konstanter Auseinandersetzung haben wir uns dafür entschieden, Ihnen ein Angebot zu unterbreiten: Wir die Villa Kunterbunt bieten an, das gesamte 1 und 2 OG in dem o.g Objekt freizuräumen, damit ordnungsgemäß alle Mängel behoben, und somit die Anforderungen erfüllt werden können.
Die Bewohner*innen und Unterstützer*innen haben nach der ersten Nacht der dritten Mahnwache entschieden, dass die Aktion auf weitere 24 Stunden (also bis 18.12. Mitternacht) fortgesetzt werden soll. Die befürchtete Räumung ist in den frühen Morgenstunden heute ausgeblieben, aber die Situation bleibt angespannt. Deshalb wurde eine vierte Mahnwache angemeldet und die Aktivist*innen schreiben auf Instagram: „Kommt vorbei, wir brauchen euch Leute!“.
Mittwoch 17.12.25, 08:39 Uhr
Netzwerk für bürgernahe Stadtentwicklung zum Stadtentwicklungskonzept
Für das Netzwerk für bürgernahe Stadtentwicklung erklärt Wolfgang Czapracki- Mohnhaupt zur derzeit laufenden Online-Befragung im Verfahren zur Aufstellung von Stadtentwicklungskonzepten (STEK): »Im Dezember 2024 hat der Strukturentwicklungsausschuss die Verwaltung beauftragt (Verwaltungsvorlage hier), Stadtteilentwicklungskonzepte für die Gebiete „Hofstede/Riemke“, „Höntrop/Westenfeld“ sowie „Werne“ zu erarbeiten. Dieser Beschluss dürfte in der Zivilgesellschaft weitgehend unbekannt geblieben sein. Zu der Einleitung der Verfahren gab es nicht einmal eine Pressemitteilung.
Die Jüdische Gemeinde und die Stadt Bochum laden am morgigen Mittwoch, den 17. 12. um 18.30 Uhr zum Chanukka-Fest im Rathausinnenhof ein. Das Bündnis gegen Antisemitismus Bochum – Herne – Hattingen ruft angesichts des antisemitischen Anschlags in Sydney auf, „am morgigen 17. Dezember um 17:45 Uhr zum Bochumer Rathaus zu kommen und gemeinsam mit einer Menschenkette um die Bochumer Chanukka Feier klarzumachen, dass wir bereit sind, uns immer wieder schützend vor unsere Freundinnen und Freunde zu stellen, egal wie sehr der antisemitische Wahn versucht Unsicherheit zu streuen und uns auseinander zu treiben. Wir treffen uns vor dem Rathaus, etwa am Kreuzungsbereich von Hans-Böckler-Str. und Willy-Brandt-Platz.“ Der vollständige Aufruf:
Auf der Seite von Bochum gemeinsam findet sich heute ein Bericht über die Tempo-30-Veranstaltung des VCD vom vergangenen Mittwoch und die Dokumentation der Antworten der demokratischen Parteien auf die vier Fragen des VCD zu diesem Thema(siehe Bochum gemeinsam). Für den VCD Bochum/Herne/Gelsenkirchen bleibt diese Forderung ein zentrales Thema „Bei weniger Lärm gibt es weniger Gesundheitsschäden. Davon profitiert die Bevölkerung und Bochum wird lebenswerter.“
Wir berichteten gestern über die dritte geplante Mahnwache bei der Villa „Kunterbunt“. Auf dem Instagram Kanal der Bewohner*innen gibt es jetzt genauere Informationen: »Unsere liebe Nachbarin Georgia hat heute einen Anruf der Stadt Bochum erhalten, sie solle am 17.12. bitte das Haus verlassen.
Für uns ist das die Bestätigung, auf die wir gewartet haben, denn dann WIRD ALLER WAHRSCHEINLICHKEIT NACH GERÄUMT!!!
Für das Netzwerk für bürgernahe Stadtentwicklung erklärt Wolfgang Czapracki- Mohnhaupt zur gerichtlich bestätigten Nutzungsuntersagung der „Villa Kunterbunt“:
Auch in dieser Woche sind wieder Mahnwachen an der Villa Kunterbunt geplant. Die Solidarität ist groß, die die Bewohner*innen in den vergangenen Tagen erfahren haben und sie freuen sich, wenn sich das auch bei den Mahnwachen in dieser Woche wieder zeigt. Folgende erste Mahnwache ist geplant:
Wo: Villa „Kunterbunt“ Auf den Holln 1-3
Wann: Morgen, 16. Dezember ab 23:00 Uhr bis 17. Dezember ebenfalls 23 Uhr
Ein Klassiker läuft am Samstag, 20.12., um 16.00 Uhr im Kino Endstation: »Es ist ein eisiger Wintertag, als der berühmte Orient-Express seine Reise von Istanbul nach Wien antritt. Die Passagiere an Bord des Zuges stammen aus den höchsten Kreisen: adlige Herrschaften, ein amerikanischer Multimillionär, etliche Diplomaten und nicht zuletzt der belgische Meisterdetektiv Hercule Poirot. Als der Zug in Jugoslawien in einem Schneesturm stecken bleibt, richten sich alle auf eine lange Nacht ein.
Die Initiative „Mächtig Gezofft“ lädt zum Kaffeeklatsch ein: »Am Sonntag, den 21.12. möchten wir ab 14 Uhr gemeinsam mit euch das Jahr ausklingen lassen. In der Zanke (Westring 41) gibt es die Möglichkeit in gemütlicher Runde den feministischen Austausch zu stärken, mit bekannten und unbekannten Menschen ins Gespräch kommen oder einfach gemeinsam Kuchen essen, Heißgetränke schlürfen und Kraft für die bevorstehenden Feiertage und das kommende Jahr sammeln.
Die Koordinations- und Fachstelle der Partnerschaft für Demokratie in- Hattingen hat eine eine Einschätzung zum unautorisierten Hängen der deutschen Nationalfahne im öffentlichen Raum in Hattingen veröffentlicht: »Seit ein paar Monaten gibt es auf den SocialMedia Kanälen wie Instagram und TikTok eine Kampagne von rechten Medien und AkteurInnen. Sie heißt „Aktion Flagge hissen“ und läuft unter den hashtags #Hissdieflagge oder #Hissdiefahne. Hier soll eine nationalistische Raumnahme über das Hängen der deutschen Nationalfahne in der analogen Öffentlichkeit erfolgen, die dann über SocialMedia Kanäle digital dokumentiert, weiter propagiert und beworben wird.
Die Villa Kunterbunt schreibt auf ihrem Instagram-Account: „Der beste Anwalt der Welt, Herr Eisel, hat gestern dieses schicke Schriftstück verfasst, um zumindest unsere Sachen vor der Zerstörungswut der Polizei zu beschützen.“ Rechtsanwalt Erich Eisel stellt in seinem Schreiben an die Stadt fest: »Ihre Ordnungsverfügungen sind nur Mittel wegen der behaupteten Gefahren für die Bewohnerinnen der Häuser wegen nicht ausreichendem Brandschutz. Sie sind daher nur berechtigt, eine weitere Nutzung zu untersagen, bis diese Gefahren von Ihnen als Grundstückseigentümerin beseitigt wurden. Ihre Ordnungsverfügungen berechtigen Sie daher nicht, eine Räumung der Häuser von allen dort befindlichen Sachen vorzunehmen; hierfür wären entsprechende vollstreckbare Räumungsurteile der Zivilgerichte erforderlich. Die Berechtigung zum Bewohnen der Häuser besteht somit unverändert fort!“