Mittwoch 24.12.25, 13:16 Uhr

Nehmt die gefährdeten Menschen aus Afghanistan auf!


Die Gruppe „Acting for Community“ macht in einem Brief auf die Situation der Afghan:innen, die trotz Aufnahmezusage noch immer in Pakistan auf ihre Ausreise nach Deutschland warten, aufmerksam. „Acting for Community“ ist aus einer Workshop-Reihe in Kooperation von vhs und Bahnhof Langendreer hervorgegangen. Der nächste Workshop findet am 7. Januar statt (um Anmeldung wird gebeten).

Der Brief im Wortlaut:

»Nehmt die gefährdeten Menschen aus Afghanistan auf!

Denn auch Deutschland muss seine Versprechen halten

Sehr geehrte Damen und Herren,

wir, ‚Acting for Community‘, eine Gruppe von Engagierte Bürger:innen aus Bochum, wenden uns an Sie aufgrund eines dringenden Anliegens. Wir wollen jetzt mit Ihnen alles in unserer Macht Stehende tun, um die Afghan:innen mit Aufnahmezusage bis Jahresende nach Deutschland zu holen.

Die derzeitige Situation

Zum jetzigen Zeitpunkt warten hunderte von Afghan:innen in Pakistan darauf nach Deutschland evakuiert zu werden. Diese Frauen, Männer, nicht binären Personen und Kinder sind nicht ohne Grund dort. Es sind ehemalige Ortskräfte der Bundeswehr (deutsche Armee) und der Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (giz).

Diese Menschen, die durch die Einladung deutsche Interessen zu vertreten ihr Leben riskiert und sich auf deutsche Schutzzusagen verlassen haben, sind nun in Gefahr.

Sie haben sich auf deutsche Versprechen verlassen und sind aus ihrer Heimat geflohen, weil ihnen Zusagen für eine Aufnahme gemacht wurden. Aber die jetzige Regierung bricht ihr Wort und entzieht die Aufnahmezusagen aus fehlendem „politischen Interesse“. Gleichzeitig droht diesen Menschen Ende des Jahres die Abschiebung zurück nach Afghanistan, wo sie Gefängnis, Folter und Tod erwarten.

In was für einer Gesellschaft wollen wir leben?

Zurzeit zeichnet sich in der deutschen Gesellschaft ein Bild eines Landes ab, das nur noch Mauern aufrichten will. Mauern nach außen. Mauern innerhalb des Landes. Es zeichnet sich ein Bild eines Landes ab, das Angst hat, das Gute, was es ausmacht, verlieren zu können, wenn es sich zu weit öffnet. Das ist nicht die Vision, die wir für die Zukunft unseres Landes sehen.

Wir wollen ein solidarisches und demokratisches Land sehen, das sich für die Menschen, die diese Werte unterstützen, einsetzt und seine Versprechen hält. Ein Land mit Glaubwürdigkeit, dessen internationale Vertretungen, Hilfskräfte und Militär im Ausland mit offenen Armen empfangen werden können. Dafür müssen wir diese Situation nutzen und ein Zeichen für Menschlichkeit und internationale Solidarität setzen.

Was wir fordern.

Wir können hier nur wiederholen, was zahlreiche Organisationen schon gefordert haben.

  1. Sofortige Evakuierung.
    Es soll eine Ausreise noch vor Jahresende stattfinden, die auch die Menschen einschließt, deren Aufnahmezusage ungerechtfertigt entzogen wurde.
  2. Einen schnellen Abschluss der Verfahren ohne weitere Verzögerung.
    Die Sicherheitsüberprüfungen und Visaverfahren müssen schnellstmöglich für alle Aufnahmeprogramme – inklusive Menschenrechtsliste und Überbrückungsprogramm – abgeschlossen werden.
  3. Sicherheit vor Abschiebungen nach Afghanistan.
    Die Bundesregierung muss im Gespräch mit der pakistanischen Regierung alle Möglichkeiten nutzen, um weitere Abschiebungen der Betroffenen nach Afghanistan zu verhindern und eine sichere Unterbringung bis zum Abschluss der Verfahren zu gewährleisten.

Was Sie jetzt tun können:

Treten Sie in Kontakt mit Ihrer lokalen Politiker:in oder mit Ihren Bundestagsabgeordneten und schicken Sie ihnen diesen Brief. Dafür können Sie die Internetseite Ihrer Stadt aufsuchen oder im Abgeordnetenverzeichnis des Bundestages die Kontaktdaten Ihres örtlichen Abgeordneten raussuchen.

Spenden Sie direkt an die Organisationen, die den Afghan:innen helfen,zum Beispiel die Kabul Luftbrücke.

Teilen Sie diesen Brief mit Ihren Mitmenschen. Machen Sie andere auf diese Situation aufmerksam.

Wir freuen uns auf Ihre Aktion!

Ihre Gruppe ‚Acting for Community‘«