Samstag 08.06.19, 17:57 Uhr

„Am 15.Juni noch nichts vor?“

„Am 15. Juni noch nichts vor? Besuchen Sie uns doch am Tag der Bundeswehr in Münster“, wirbt die Bundeswehr für einen von 14 Standorten für ihre großen Militärspektakel. Mit militärischem Großgerät, Panzerhaubitze 2000 und Raketenwerfer MARS II, Kampfpanzer Leopard II und dem Schützenpanzer Marder wie dem SAR-Hubschrauber Bell UH-1D  versucht die Truppe zu beeindrucken. Mit Greifvögeln aus der Aufzuchtstation, einer Kochshow und der Möglichkeit, beim Training von Spitzensportlern mitzumachen, will die Bundeswehr Leute anziehen. „Seit 2015 versucht die Bundeswehr an diesem Tag, die überwiegend kritische Haltung in der Bevölkerung gegenüber den Auslandseinsätzen der Bundeswehr und dem stetig steigenden Rüstungshaushalt zu beeinflussen und das weiterhin bestehende Problem der fehlenden Rekrut_innen anzugehen“, schreibt Jacqueline Andres bei IMI . Sie macht auf die Gefahr der zunehmenden zivil-militärischen Zusammenarbeit aufmerksam. Forschungseinrichtungen sind ebenso eingebunden wie Schulen in Garnisonsstäddten. Auch in Münster gibt es eine sogenannte Blaulichtmeile. Beteiligt sind laut German Foreign Policy unter anderem das Technische Hilfswerk (THW), das Deutsche Rote Kreuz, die Johanniter Unfallhilfe, die Feuerwehr und verschiedene Dienststellen der Bundespolizei – inklusive „Spezialeinheiten“ .  Der NABU gibt sich in Münster sogar als ein Projekt-Partner der Bundeswehr her, informiert ganz harmlos über den Bau von Nistkästen und Vogelschutz  und deckt damit die Behauptung der Armee, dass sie  „aktiv heimische Biotope und bedrohte Tier- und Pflanzenarten schützt“. Es wird viel getan um vergessen zu machen, dass die Bundeswehr dazu da ist, tödliche Kriege einzuüben und durchzuführen. In den letzten Jahren ist es antimilitaristischen Gruppen an fast jedem Standort der Spektakel zum „Tag der Bundeswehr“ gelungen, Protest in verschiedenen Formen zu organisieren. Informationen gibt es unter keintagderbundeswehr.dfg-vk.de