Werben fürs Sterben – kein Problem!

Am 27.7.2011 meldet die Junge Welt, dass es geradezu für den Frieden und die schulische Bildung kontraproduktiv ist, wenn Bundeswehroffiziere in Schulen keine Kriegswerbung machen dürfen. Das meint nämlich die „rot“-„rote“-Landesregierung in Berlin. „Ein genereller Ausschluß (sic-jW) einer Kooperation mit der Bundeswehr kann von einer Schulkonferenz nicht beschlossen werden, da eine solche Festlegung die Aufgabe der einzelnen Lehrkraft zu einer ausgewogenen Auseinandersetzung mit sicherheits- und friedenspolitischen Fragestellungen im Unterricht beeinträchtigen würde.“  Eine derartige Festlegung sei „mit dem Bildungs- und Erziehungsauftrag der Schule nicht vereinbar“.

Hintergrund dieser Erklärung war der Beschluss der Schulkonferenz des Robert-Blum-Gymnasium, die Militärs in ihrer Schule als für unvereinbar mit dem Friedensauftrag schulischer Bildung zu halten. Auch der Berliner Landeslehrerausschuss war der irrigen Ansicht, dass das Lösen von Konflikten mit militärischen Mitteln nicht zum Bildungsauftrag der Schulen gehörte. Auch die Werbung der Bundeswehr in Schulen, das Einladen von Offizieren in den Unterricht, die Werbung für Bundeswehr-Praktika oder Exkursionen zu Bundeswehr-Einrichtungen zum Zwecke der Werbung, Teilnahme der Bundeswehr an Jugendmessen und Arbeitsplatzbörsen  – alles möglich laut Kooperationsvertrag Land Berlin – Bundeswehr, sei nicht förderlich für ein friedliches Zusammenleben der Völker, meinten dummerweise die meisten Lehrerinnen und Lehrer in Berlin. Sie mussten sich nun belehren lassen, dass sie damit grundsätzlich falsch liegen. Ein allgemein politisches Mandat darf eine Lehrer-, Schul-oder Landeslehrerkonferenz nicht beanspruchen. Der Bundespräsident verkündete schon bei einer Rekrutenvereidigung vor zwei Wochen:“ Die Bundeswehr gehört in unsere Mitte, in unsere Schulen und Hochschulen, auf öffentliche Plätze.“

Noch allerdings gilt: Jede Lehrkraft kann selbst entscheiden, Söldner  in den Unterricht einzuladen oder nicht. Noch ist die Bundeswehr nicht wieder die Schule der Nation, muss aber wegen massiver Nachwuchsschwierigkeiten ihr Werben fürs Sterben gerade auch in den Schulen und Hochschulen intensivieren. (W.D.)

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