Dienstag 02.09.14, 21:28 Uhr

Messe und Militarisierung

Der Bochumer Jugendamtsleiter Dolf Mehring hat auf einer Pressekonferenz der Stadt Bochum mitgeteilt, dass auf der diesjährigen Berufsbildungsmesse die Bundeswehr wieder offen für ihr Kriegshandwerk werben darf. Im letzten Jahr sahen sich SPD und Grüne in Bochum noch gezwungen, der Bundeswehr die Auflage zu machen, bei der Messe nur für ihre “zivilen” Berufe zu werben. Mit der Militarisierungoffensive des Bundespräsidenten und der Großen Koalition im Rücken glaubt Rot-Grün in Bochum die Kinderkonvention der UN wieder vergessen zu können. Die Konvention verbietet Militärwerbung bei Minderjährigen. Dolf Mehring begründete die Bundeswehr-Werbung mit den Worten: „Uns ist es wichtig, dass jeder Schüler einen Job findet.“ (weiterlesen)

Dienstag 02.09.14, 21:22 Uhr
VVN-BdA fordert: die Ehrenbürgerschaft von Hindenburg aberkennen

VVN stellt Antrag im Stadtrat

Der Antrag der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes-Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten (VVN-BdA) mit der Forderung zur Aberkennung der Bochumer Ehrenbürgerschaft von Paul von Hindenburg wird demnächst den Rat der Stadt Bochum beschäftigen. Die Stadtverwaltung kündigte eine Stellungnahme zu dem Antrag an. In einer Pressemitteilung der VVN heißt es: “Dem Bürgerantrag sind rund 500 Unterschriften beigefügt. Unter anderem haben allein drei Bochumer Bundestagsabgeordnete den Antrag unterschrieben: Axel Schäfer für die SPD, Fridjof Schmidt für die Grünen und Sevim Dagdelen für Die Linke. Adolf Hitler war immerhin “nur” bis 1984 Ehrenbürger der Stadt Bochum. Hindenburg wurde 1917 Ehrenbürger der Stadt, nachdem gerade auch unter seinem Oberkommando schon tausende Bochumer als Soldaten umgekommen waren: Für Kaiser, Volk und Vaterland und in Bochum selbst durch den Krieg bedingter Hunger und Krankheiten herrschten. Er wurde später als Reichspräsident Steigbügelhalter Hitlers. Die VVN-BdA Bochum hält es für unerträglich, dass dieser Mann Ehrenbürger der Stadt ist.” Näheres.

Dienstag 02.09.14, 17:03 Uhr

Bericht aus Guatemala

Am Donnerstag, den 4. September wird Michael Mörth um 19 Uhr im Bahnhof Langendreer  über den Kampf gegen Menschenrechtsverletzungen und Repression in Guatemala berichten. In der Einladung heißt es: »In Guatemala kam es bis 2013 zu Fortschritten auf der Suche nach Gerechtigkeit; das Ruder wurde zurückgedreht, als die Eliten um ihren Einfluss auf die Richter fürchten mussten. Es begann mit einer Rechtsbeugung des Verfassungsgerichts und bricht heute alle Dämme rechtsstaatlicher Prinzipien: Einflussnahme, Straflosigkeit und Repression kennzeichnen die Justiz, aber auch Opfer und einige Richter und Staatsanwälte, die sich dagegen stemmen.  Michael Mörth ist seit über dreißig Jahren Anwalt und lebt seit 18 Jahren in Guatemala. Er ist beratender Anwalt der internationalen Juristenkommission und eines Anwaltsbüro für Menschenrechte und begleitet seit 1998 die Opfer von Menschenrechtsverletzungen und aktueller Repression. «

Dienstag 02.09.14, 16:44 Uhr

Das Konzerthaus wird teurer

Die Stadt Bochum ist pleite, hat eine Haushaltssperre verhängt und will nun mit einer äußerst fragwürdigen Dringlichkeitsentscheidung noch vor der nächsten Ratssitzung den bisherigen Beschluss über den Bau des Konzerthauses kippen und für 1,1 Millionen Euro einen Verwaltungstrakt an das Konzerthaus anbauen. Um das Vorhaben in der Öffentlichkeit zu rechtfertigen, hat die Stiftung, die das Konzerthaus sponsert, eine  Spende von 600.000 Euro angeboten. Die Beschlussvorlage der Verwaltung ist entgegen der üblichen Praxis nicht im Bürgerinformationssystem veröffentlicht. Zu dem Vorgang erklärt der Fraktionsvorsitzende der Linken im Rat der Stadt Bochum, Ralf-D. Lange: „Wir als Linke finden dieses Vorgehen im Zusammenhang mit dem Musikzentrum abenteuerlich. Der Kostenrahmen für dieses Leuchtturmprojekt wurde durch einen Ratsbeschluss eindeutig gedeckelt. Wenn jetzt eine private Stiftung noch einmal Geld aufgetrieben hat, dann sollte dies unseres Erachtens dazu dienen, angesichts der prekären Haushaltslage den Anteil der verplanten öffentlichen Gelder entsprechend zu reduzieren oder als Rücklage für die jetzt schon wahrscheinliche Überschreitungen des Baubudgets zu verwenden. Da die Namen der Spender nicht genannt werden, drängt sich der Verdacht auf, dass das Geld von städtischen Gesellschaften kommt. Angesichts der desolaten Haushaltslage wird dadurch indirekt der Haushalt belastet oder das Geld wird über Gebührenerhöhungen, die die BürgerInnen zusätzlich belasten, aufgebracht. (weiterlesen)

Dienstag 02.09.14, 14:46 Uhr

Antikriegstag 2014

Äußerst zuFRIEDEN waren am gestrigen Antikriegstag BesucherInnen, Darstellende und OrganisatorInnen mit der Veranstaltung in der Rotunde, zu der der Bochumer DGB und das Friedensplenum eingeladen hatten. Manfred Böll fesselte das Publikum mit seiner Darbietung und Auswahl von zeitlich und stilistisch sehr variantenreichen Texten. Chorrosion zeigte auch in seinem neuen Programm “Gegen den Krieg”, wie überzeugend und künstlerisch gekonnt ein politisch ambitionierter Chor auftreten kann. Der DGB-Geschäftsführer Ruhr-Mark schaffte es schließlich, mit seiner Rede, die mehrfach von Beifall unterbrochen wurde, die gespannte Aufmerksamkeit der BesucherInnen bis zum Schluss aufrecht zu erhalten. Jochen Marquardt wörtlich: “Eine Regierungsmehrheit im Bundestag, die am Antikriegstag, an dem Tag, an dem vor 75 Jahren Deutschland den 2. Weltkrieg angezettelt hat, die Lieferung von Kriegswaffen ohne UN-Mandat beschließt, handelt vollständig geschichtsvergessen und unverantwortlich.”
Die nächsten Konzert-Termine von Chorrosion sind auf der Webseite des Chores zu finden. Bilder der Veranstaltung. (weiterlesen)

Montag 01.09.14, 11:30 Uhr
Neues Angebot auf der Berufsbildungsmesse der Stadt Bochum:

Kinder-Eignungstest als Soldat

update


Auf der diesjährigen Berufsbildungsmesse der Stadt Bochum wird den SchülerInnen  in einer Broschüre ein “Berufsparcours” offeriert: Er “bietet praktische Übungen aus unterschiedlichen Ausbildungsberufen, mit denen Neigungen und Fähigkeiten ausprobiert werden können.” Im Angebot: Die Ausbildung zum Töten. Die anwesende Bundeswehr testet auf Wunsch die Eignung der BesucherInnen für den Ausbildungsberuf “Soldat-in”. (weiterlesen)

Samstag 30.08.14, 15:09 Uhr
Homophobie auf dem Lande

“Sag nicht, wer du bist!”

Vom 1. bis 3. September (Mo-Mi) jeweils um 21:00 Uhr zeigt das Kino Endstation den neuen Film von Xavier Dolan “Sag nicht, wer du bist!” in der französischsprachigen Originalfassung mit Untertiteln. “Der Mais ist im Oktober messerscharf…” Näheres.

Freitag 29.08.14, 21:23 Uhr

Opel Betriebsrat ruft auf: Bleibt gesund!

Der Betriebsrat der Bochumer Opel-Werke hat ein Flugblatt mit “Infos zum Sozialtarifvertrag” an die Belegschaft verteilt. Zum Thema Abfindungen wird festgestellt, “dass viele von Opel vorgelegte Berechnungen nicht stimmen”. Der Flyer endet mit der Aufforderung: “Eure Pflicht: Sorgt dafür, dass Ihr gesund bleibt! Gesundheit wird für die Zukunft ein besonders hohes Gut sein.” Da wird wahrscheinlich so mancher Beschäftigte auf die Idee kommen, zum Arzt zu gehen und einen Gesundheits-Check machen zu lassen.

Freitag 29.08.14, 18:39 Uhr

Erfahrungsaustausch bei der Linksfraktion

Die neue Fraktion Die Linke im Rat der Stadt Bochum stellt sich “mit einem kleinen Empfang den Bochumer Verbänden, Vereinen, Initiativen und Organisationen vor”. Am Donnerstag, den 4. September soll ab 16:00 Uhr in einer Talkrunde mit den Bochumer AkteurInnen diskutiert werden, was sie von einer linken Ratsarbeit erwarten und wie eine gegenseitige Unterstützung ausgestaltet werden kann. „Um einen wirklichen Politikwechsel in Bochum zu erreichen, müssen sich die gesellschaftlichen Kräfteverhältnisse grundlegend verändern. Immer mehr Menschen werden von der herrschenden Politik ausgeschlossen und ziehen sich aus vielen Bereichen des gesellschaftlichen Engagements frustriert zurück. Dies spiegelt sich auch in der seit Jahren sinkenden Wahlbeteiligung auch auf kommunaler Ebene wider. Wir wollen dazu beitragen, dass aus passivem Unmut aktive Gegenwehr wird“, erklärt die Fraktionsvorsitzende der Bochumer Linken, Sevim Sarialtun. (weiterlesen)

Freitag 29.08.14, 15:16 Uhr

bodo im September

Am Montag erscheint die Septemberausgabe des sozialen Straßenmagazins bodo. Unter anderem mit Reportagen aus der Dortmunder Nordstadt und dem Bochumer Westend, einem Besuch im Frauenhaus, einem Porträt des Ruhrgebiets-Exilanten Stefan Stoppok und einem Interview mit der Initiative „Recht auf Stadt Ruhr“. Die Ankündigung der bodo-Redaktion: »Stefan Stoppok hat Hoffnung für das Ruhrgebiet. Die Gleichung: Günstige Mieten plus Subkultur – „Vielleicht muss eine Gegend ganz am Boden sein, damit etwas ganz Neues entstehen kann.“ (weiterlesen)

Freitag 29.08.14, 15:09 Uhr

Netzwerk Inklusion erfolgreich gestartet

Am gestrigen Donnerstag folgten ca. 90 Interessierte der Einladung der Bochumer Wohlfahrtsverbände zur Auftaktveranstaltung des „Netzwerk Inklusion in Bochum“ in das Haus der Begegnung. Bis März 2015 wird es vier Folge-Workshops geben, in denen an den Themen Wohnen, Arbeit‚ Barrierefreiheit und Bildung intensiv gearbeitet werden soll. Die erste dieser „Zukunftswerkstätten“ (Thema „Wohnen“) findet am 22.09.2014 um 17 Uhr im Haus der Begegnung statt. Die Pressemitteilung der VeranstalterInnen im Wortlaut: (weiterlesen)

Freitag 29.08.14, 13:00 Uhr

Neue Antifaschistische Bochumer Blätter

Die VVN – BdA hat eine neue Ausgabe ihrer Antifaschistischen Bochumer Blätter (AAB) veröffentlicht. Zum Inhalt schreibt die VVN: »Sind wir 1914 alle Schlafwandler gewesen? Sind wir damals hineingeschlittert? Mit den neuen oder auch ganz alten Interpretationen zum 1. Weltkrieg setzt sich Günter Gleising in seinem Beitrag “Urkatastrophe oder Imperialistischer Krieg?” auseinander. Er beleuchtet da vor allem die lokalen Ereignisse, die auch in Gesamtdarstellungen oft sorgsam ausgespart werden: Antikriegsbewegung im Krieg, Zwangsarbeit schon damals auch in Bochum, steigende Dividenden auch der Bochumer Konzerne, Hunger und Streiks im Krieg – und das alles mit Bezug auf Bochum. Auch der 1917 zum Ehrenbürger der Stadt Bochum gemachte Hindenburg äußert seine vernichtende Meinung zu Streikenden. Kürzere Beiträge beschäftigen sich mit der Ermordung Ernst Thälmanns, dem Antikriegstag, einem Stadtrundgang zum Faschismus mit einer Schulklasse in  Langendreer. Aktuelle Nachrichten der VVN-BdA ergänzen die Ausgabe.« Die AAB als PDF-Datei.

Freitag 29.08.14, 12:42 Uhr

Stadtrundgang: Bochum in der NS-Zeit

Am Samstag, den 6.9. bietet die Bochumer Geschichtswerkstatt einen ca. 2-stündigen Stadtrundgang zum Thema “Bochum in der NS-Zeit” an und schreibt dazu: »Es wird während dieses Stadtrundgangs an den Widerstand gegen das NS-Regime in Bochum erinnert sowie über das Ausmaß und die Organisierung der Verfolgung und Vernichtung von Nazi-Gegnern, Juden und Sinti und Roma informiert. Wir machen u. a.  Station vor den ehemaligen Standorten der Gewerkschaftshäuser, am Apolonia Pfaus-Park und am Standort der alten Synagoge. Weitere Stationen sind das ehemalige Polizeipräsidium an der Uhlandstr. und der Springerplatz. (weiterlesen)

Freitag 29.08.14, 09:16 Uhr

Vollbeschäftigung weit entfernt

Auch wenn die Arbeitslosenzahlen in der Stadt im Vergleich zum Vorjahr gesunken sind, ist die Gesamtsituation für den DGB weiterhin weit von einer Vollbeschäftigung entfernt. “So bleiben die zahlenmäßigen Rückgänge im Promillebereich und die Situation für die Langzeitarbeitslosen verfestigt sich weiterhin. Rund dreiviertel der gemeldeten Erwerbslosen verharren im Hartz IV-System. Der offiziellen Zahl der Arbeitslosen müssen zudem noch einmal rund 20 Prozent zugezählt werden, die so genannten Unterbeschäftigung ausklammert. Hinzu kommen die als arbeitssuchend Gemeldeten, die ohne Zuwendungen ebenfalls in der verkündeten Zahl nicht berücksichtigt werden. Für Jochen Marquardt vom DGB bleibt es bei großen Herausforderungen für alle Akteure. (weiterlesen)

Donnerstag 28.08.14, 20:34 Uhr

Social Movements in Global Perspectives

Vom 1. bis 12. September findet im Beckmanns Hof, dem internationalen Begegnungszentrum der Ruhr-Universität, eine interdisziplinäre und internationale “Summer School” des Instituts für soziale Bewegungen statt. Das Thema der Tagung lautet “Social Movements in Global Perspectives – Past, Present and Future”.  Die Veranstaltung ist öffentlich. Gäste können an einzelnen Vorträgen, dem Film “Die Protestmacher” sowie der abschließenden Podiumsdiskussion mit Vertretern global agierender sozialer Bewegungen teilnehmen. Konferenzsprache ist Englisch. Das Programm.

Donnerstag 28.08.14, 09:47 Uhr

Selbsthilfetag Psychiatrie-Erfahrener

Am Samstag, den 6. September findet von 10.30 bis 16.45 Uhr im Ottilie-Schoenewald-Kolleg, Wittener Str. 61 der Selbsthilfetag des Landesverband Psychiatrie-Erfahrener NRW statt. Das Tagungsmotto lautet: “Das legalisierte Unrecht – Ideen für unseren Widerstand”.  Zu diesem Thema wird es neben einem Vortrag auch eine Arbeitsgruppe geben. Weitere Themen: “Betreuungsrecht – Wie werde ich eine Betreuung los?”, “Alternative Krisenbegleitung”, “Psychopharmaka reduzieren”, “Patientenverfügung für die Psychiatrie”, “Wie rede ich mit meinem Arzt?” und “Gewaltfreie Kommunikation nach Marschall Rosenberg”. Die Einladung.


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