Die knapp 100 ver.di-Delegierten aus Bochum und Herne haben am Samstag auf ihrer Bezirkskonferenz Wolfgang Knop zum neuen ehrenamtlichen Bezirksvorsitzenden gewählt. „Das einstimmige Wahlergebnis zeugt von großer Geschlossenheit und gibt dem neuen Spitzenmann bei der Bewältigung der anstehenden Themen und Probleme in unseren Städten Bochum und Herne den nötigen Rückenwind.“ erklärt Gudrun Müller, Geschäftsführerin im ver.di Bezirk Bochum-Herne und freut sich auf die Zusammenarbeit mit dem 58-jährigen Personalratsmitglied der Stadtverwaltung Bochum. Als stellvertretender Bezirksvorsitzender wurde Werner Fiedler, Personalratsvorsitzender der Stadtverwaltung Herne, wiedergewählt. mehr…
Die IG Metall Bochum-Herne ruft die Beschäftigten von Johnson Controls in Bochum zu einem Warnstreik am Dienstag, den 11. November 2014 um 10:00 Uhr vor dem Werkstor von Johnson Controls, Hüttenstr. 40 auf und erklärt dazu: »In der aktuellen Tarifrunde in der westdeutschen Textil- und Bekleidungsindustrie fordert die IG Metall, die Einkommen und Ausbildungsvergütungen der rund 25.000 Beschäftigten in 260 Betrieben in Nordrhein-Westfalen um 5 Prozent zu steigern. Die ersten bundesweiten Tarifverhandlungen fanden bereits am 30. September in Maintal und am 16. Oktober in Heidenheim statt. Die Arbeitgeber haben bisher kein Angebot für die Steigerung der Entgelte gemacht. Eva Kerkemeier, 1. Bevollmächtigte der IG Metall Bochum-Herne: „Die Botschaft der Beschäftigten ist klar: Die Arbeitgeber müssen endlich ein Angebot auf den Tisch legen. Ihre bisherige Blockadehaltung ist nicht akzeptabel. Offensichtlich sind Warnstreiks erforderlich, um endlich in konstruktive Gespräche einzusteigen.“ Die Entgelttarifverträge in der Textil- und Bekleidungsindustrie wurden durch die IG Metall zum 31. Oktober 2014 gekündigt. Die nächste Tarifverhandlung wird am 12. November 2014 in Münster stattfinden.«
Am kommenden Sonntag ist Volkstrauertag. Dann marschiert die Bundeswehr vor dem Mahnmal „Die trauernde Alte“ auf. Landsmannschaften aus Schlesien, Ostpreußen, dem Sudetenland usw. flankieren die Vorstellung mit ihren Bannern. Bürgemeisterin Gabriele Schäfer (SPD), ihr Parteifreund Faulenbach als Vorsitzender des Volksbundes der Kriegsgräberfürsorge und ein uniformierter Vertreter des Reservistenverbandes legen Kränze nieder. Ein evangelischer Jugendposaunenchor spielt das Lied vom treuen Kameraden, die Hymne des Heldengedenkens. Seit einigen Jahren mischt das Bochumer Friedensplenum diese gruselige Szene auf. Es erinnert an die aktuellen Kriegseinsätze und die Rüstungsexporte der Bundesrepublik. Vor allem wird deutlich gemacht: Soldaten sind in erster Linie Täter. Es ist makaber, von Gefallenen zu sprechen. Soldaten fallen nicht, sie töten und morden und sie werden ermordet und getötet. Das Friedensplenum ruft dazu auf, am Sonntag um 15 Uhr an der Zeremonie teilzunehmen und deutlich zu machen, dass Soldaten Täter sind. Rückblick: Heldengedenken und Protest 2013, 2012, 2011. Ein Video über die Zeremonie 2012.
Montag 10.11.14, 09:32 Uhr
Jüdisches Leben in der Weimarer Republik und im Faschismus
Im Begleitprogramm des Gedenktages zur Reichspogromnacht vor 75 Jahren bietet die VHS am Sonntag, den 16. 11. um 14.00 Uhr einen Stadtrundgang an. An bestimmten Orten und Stolpersteinen der Innenstadt finden sich Hinweise, wie jüdisches Leben in der Weimarer Republik, während und nach der faschistischen Herrschaft in Bochum ausgesehen hat. Es soll gezeigt werden, wie Diskriminierung, Verfolgung, Ausgrenzung, Flucht und Deportation und schließlich Ermordung jüdischer Mitbürger abgelaufen sind. Dabei wird folgenden Fragen nachgegangen: Was wusste die Mehrheitsgesellschaft in Bochum vom Schicksal der jüdischen Mitmenschen? Welche politischen und religiösen Vorurteile und Ideologien haben an den antisemitischen Maßnahmen mitgewirkt? Warum gab es auch in Bochum so wenig Widerstand gegen den staatlichen Terror an Juden? Auf den Spuren einer bemerkenswerten Bochumer Jüdin, Ottilie Schoenewald, nach der eine Straße und das Weiterbildungskolleg in Bochum benannt ist, wird versucht, diese Fragen zu beantworten. Damit soll auch ein Bezug zu antisemitischen und rassistischen Ideologien und Verbrechen in der Gegenwart möglich sein. mehr…
Am Mittwoch, den 12. November um 19:00 Uhr lädt you-manity im Sozialen Zentrum zu einem Vortrag von Gerhard Klas ein zum Thema “Wie Kleinbauern die Welt ernähren — am Beispiel Indienâ€: »Weit mehr als die Hälfte der Welternährung wird nach wie vor nicht industriell, sondern von familiären bäuerlichen Betrieben produziert. Am Beispiel der indischen Landwirte und Landarbeiter – nach China gibt es kein Land auf der Welt, in dem mehr Menschen von der Landwirtschaft leben – beschreibt der Kölner Journalist Gerhard Klas die Bedrohungen, denen sie ausgesetzt sind, z.B. Verschuldung, Gentechnik und Freihandelsverträge. Anhand konkreter Beispiele aus der Entwicklungspolitik – aber auch der Selbstorganisation der Betroffenen – erläutert er sehr unterschiedliche Antworten auf die Krise der kleinbäuerlichen Landwirtschaft.«
Der Arbeitskreis Umweltschutz Bochum e. V. (AkU) bietet am 15. 11. von 15.00 – 16.30 Uhr im Umweltzentrum, Alsenstr.27 eine sprichwörtlich Lebendige Igelstunde an und schreibt: »Die Kinder lernen dabei allerlei Wissenswertes über unsere einheimischen Igel und ihre Gefährdung. Gemeinsam wird überlegt, wie unsere Gärten angelegt und gepflegt werden müssen, damit sie igelgerecht sind. Als Abschluss gibt es für jeden die Gelegenheit nach dem Muster eines anwesenden, lebendigen Igels seinen eigenen Igel aus Pappe oder Modelliermasse zu basteln. Pappe und Modelliermasse werden gestellt. Materialkosten: 1,50 €. Die Veranstaltung, die von einer Pädagogin durchgeführt wird, ist für Kinder ab 8 Jahren ohne ihre Eltern gedacht. Anmeldung: Tel.: 66444 oder aku-bochum@aku-bochum.de.«
Die Linksfaktion im Rat drängt darauf, dass die Stadt Bochum Mindeststandards für Flüchtlingsunterkünfte „endlich einhält“. „Bereits vor einem Jahr hat der Flüchtlingsrat NRW einen Katalog von Bedingungen für eine menschenwürdige Unterbringung von Flüchtlingen definiert“, sagt Gültaze Aksevi. „Es ist offensichtlich, dass die vom Flüchtlingsrat geforderten Kriterien in Bochum nicht eingehalten werden. Nach wie vor müssen Flüchtlinge in Containern wohnen, und die Verwaltung plant sogar neue Container- und Sammelunterkünfte. Zusammen mit dem Flüchtlingsrat fordern wir unter anderem, dass die Stadt die Maximalzeit für die Unterbringung in Erstaufnahmeeinrichtungen verbindlich definiert und dass die Mindestgröße der Wohnfläche auch dort nicht unterschritten wird. Außerdem muss es verbindlich festgelegte Standards für den baulichen Zustand geben.“ Weiter heißt es in der Erklärung der Fraktion: „Da die Stadt Bochum die vom Flüchtlingsrat NRW aufgestellten Kriterien auch ein Jahr nach Veröffentlichung der Ergebnisse der Fragebogenerhebung zum Zustand der Flüchtlingsunterkünfte in NRW nicht erfüllt, hat Die Linke angefragt, ob sich die Verwaltung den Mindeststandards verpflichtet fühlt, wo genau sie aktuell nicht eingehalten werden. Eine Antwort auf die Anfrage steht noch aus.“ Die Anfrage als PDF-Datei.
Die GEW sammelte am Samstag unterstützt von der Occupy-Initiative auf der Kortumstraße Unterschriften mit dem Ziel, die Institutionen der Europäischen Union und ihre Mitgliedsstaaten dazu zu drängen, die Verhandlungen mit den USA über die Transatlantische Handels- und Investitionspartnerschaft (TTIP) zu stoppen, sowie das Umfassende Wirtschafts- und Handelsabkommen (CETA) mit Kanada nicht zu ratifizieren. Näheres. Bei gutem Wetter blieben viele Leute stehen, um die Initiative zu unterstützen. Es war deutlich zu spüren, dass immer mehr Menschen über die Gefahren dieser Abkommen informiert sind. Die Chlorhühner sind zu einem Symbol für TTIP geworden. Drei Plastikattrappen, die GEW-Sprecher Jochen Bauer unermüdlich als Chlorhühner anpries, wurden von den PassantInnen in die bereit stehende Mülltonne „gekloppt“. Die meisten Diskussionen hatten aber die geplanten Schiedsgerichte und die Auswirkungen von TTIP auf das Bildungswesen zum Inhalt.
In der Heute-Show am Freitag gab es einen Beitrag zum 3. Jahrestag des Auffliegens des NSU. Die inzwischen öffentlich gewordene Kumpanei der staatlichen Dienste mit den Nazis ist derartig dreist, dass die Macher der Sendung einfach unglaubliche Fakten darstellten, die mit den Mitteln der Satire oder des Nonsens nicht zu toppen sind. Am morgigen Montag wird Martina Renner, die stellv. Vorsitzende des NSU-Untersuchungsausschusses im Landtag Thüringen um 19.30 Uhr bei ver.di über noch mehr unglaubliche Fakten berichten. Es ist allerdings wenig Unterhaltung und eher Entsetzen angesagt. Näheres.
Die DGB-Jugend lädt am Mittwoch, den 12. November um 19 Uhr im ver.di-Haus, Universitätsstr. 76 zu einem Vortrag von Karl Pfeifer. Das Thema: „Auf dem Weg in den völkischen Autoritarismus? Extreme Rechte, Antiziganismus und Antisemitismus in Ungarn.“ Die Einladung: »Ungarn wird seit dem Jahr 2010 von der nationalistischen und zum Teil völkischen FÃdesz Partei regiert. Eine de ersten Handlungen der Fideszregierung war die Einschränkung der Pressefreiheit. lm Juni 2014 betonte der ungarische Ministerpräsident Viktor Orbán, dass Ungarn eine illiberale Demokratie werden solle. Fidesz und die extrem rechte Partei Jobbik stehen sich ideologisch nahe, während sie politisch um einen zwischen beiden Parteien schwankenden Wähleranteil konkurrieren. In vielen lokalen Verwaltungen arbeiten die beiden eng zusammen. Die Agitation gegen Roma verschärft sich und in vielen Schulen herrscht Segregation. Die Regierung fördert Geschichtsfälschung, wie das auch das Denkmal, das an die deutsche Besatzung Ungarns erinnern soll, zeigt. mehr…
Die Linksfraktion schreibt: »Die Verwaltung hat dem Ausschuss für Arbeit, Gesundheit und Soziales Vorschläge für weitreichende Sozialkürzungen mitgeteilt. Bochumer EmpfängerInnen von Arbeitslosengeld II und Grundsicherung wären davon hart betroffen. Die Linke im Rat der Stadt Bochum fordert, den von der Consultingagentur Rödl & Partner GbR entwickelten Kürzungsplan zu verwerfen. Die Stadt Bochum hat durch diese Beratungsgesellschaft prüfen lassen, wie sie Auszahlungen für EmpfängerInnen von Arbeitslosengeld II (ALGII) kürzen kann. In ihrem Prüfbericht empfiehlt die Consultingagentur eine Reihe von Einschnitten bei der Gewährung der Kosten der Unterkunft (KdU): Demnach soll sich die Kommune bei der Beurteilung der Angemessenheit einer Wohnung nicht mehr an den qualifizierten Bochumer Mietspiegel und an den Betriebskostenspiegel NRW halten. mehr…
Samstag 08.11.14, 09:03 Uhr
Theater Traumbaum: Unsere Oma fuhr im Hühnerstall Motorrad
Der 9. November ist ein Tag, der es in sich hat, schreibt das Theater Traumbaum. Deshalb habe es sich entschlossen, am Sonntag, dem 9.11. um 15.oo Uhr in KiJuKuMa, Lothringerstr. 36c, das generationsübergreifende Kindertheaterstück „Unsere Oma fuhr im Hühnerstall Motorrad“ zu zeigen. Weiter heißt es: Hinter dem Titel, angelehnt an das bekannte Kinderlied, verbirgt sich ein Theaterstück, das eine spannende Zeitreise mit vielen kleinen Ruhrgebietsgeschichten bietet. mehr…
In der Reihe Déjà Vu ist am Montag, den 10.11. um 19.15 Uhr im endstation.kino Orson Welles Der Prozess zu sehen (OmU). Der Filmwissenschaftler Rainer Vowe hält eine Einführung zu dem Film und gibt im Anschluss Gelegenheit zu einem Filmgespräch. mehr…
Der Mieterverein Bochum lädt am Mittwoch, den 12. 11. um 18.30 Uhr zu einer Informationsveranstaltung in seine Räume in der Brückstraße 58 ein: »Die Preise für Strom und Heizung steigen seit Jahren. Immer mehr Mieterhaushalte haben Probleme, die Kosten für den Energiebezug zu tragen. Neben den mietrechtlichen Aspekten (Was, wenn ich die Heizkosten nicht zahlen kann? Muss mein Vermieter in Energiesparmaßnahmen investieren?) liegt der Schwerpunkt der Veranstaltung bei den Möglichkeiten, die Sie haben, durch eigene Maßnahmen Strom zu sparen und Heizkosten zu senken.« Referenten sind der Dipl.-Bauing Michael Lambertz (Verbraucherzentrale Bochum) und und Rainer Klatt (Rechtsberater beim Mieterverein). Die Moderation übernimmt Michael Wenzel (Geschäftsführer des Mietervereins). Die Teilnahme an der Veranstaltung ist auch für Nicht-Mitglieder kostenlos. Da die Zahl der TeilnehmerInnen aber begrenzt ist, wird um Anmeldung unter 96114-14 gebeten.
Die VVN-BdA Bochum lädt als älteste deutsche antifaschistische Organisation und Mitveranstalterin der Veranstaltung „Versagen – Vertuschen – Verbrechen? Wie viel Staat steckt im NSU?“ ein:» Gerade angesichts des 9. Novembers soll diese Veranstaltung einen Blick auf faschistische Verbrechen mit zahlreichen Ermordeten vielleicht durch Weggucken des Staates, vielleicht durch Unterstützung werfen. Wie ist diese Verbrechensserie ca. 50 Jahre nach der Befreiung vom Faschismus in Deutschland möglich gewesen? Martina Renner hat im Untersuchungsausschuss in Thüringen teilgenommen und wird uns aus erster Hand berichten, dass auch die Aufklärung der Frage, was haben deutsche Geheimdienste mit den Mördern zu tun, sich sehr schwierig gestaltete. Die Veranstaltung findet statt am Montag, den 10.11.2014, 19.30 Uhr bei ver.di, Universitätsstr. 76.«
Die Linke Bochum wird sich am kommenden Sonntag an den Gedenkveranstaltungen in Bochum und Wattenscheid beteiligen, die dort anlässlich des 76. Jahrestages der so genannten Reichspogromnacht stattfinden und erklärt dazu: »An beiden Gedenkorten werden VertreterInnen Der Linken gemeinsame Kränze des Kreisverbandes, der Ratsfraktion und der Bundestagsabgeordneten Sevim Dagdelen niederlegen. „Der 9. November ist ein Tag der Mahnung. Wir gedenken an diesem Tag aber nicht nur der Opfer der so genannten Reichspogromnacht und der Millionen Opfer der faschistischen Barbarei. Wir wollen auch ein Zeichen gegen die Aktivitäten von Neonazis und Rassisten heutzutage setzen. Nicht nur, dass die deutsche Bundesregierung den schändlichen Tabubruch begangen hat, in der Ukraine eine Regierung zu unterstützen, an der auch Faschisten beteiligt sind, macht dies unabdingbar“, konstatiert Sevim Dagdelen anlässlich des anstehenden Gedenkens. mehr…
Der Bochumer Historiker Dr. Hubert Schneider hat ein Buch mit dem Titel „Leben nach dem Überleben: Juden in Bochum nach 1945“ verfasst. Am Mittwoch, den 19. November wird er es um 18 Uhr im Bochumer Stadtarchiv, Wittener Straße 47 vorstellen. In den einzelnen Nachkriegsbiografien schildert das Buch, wie Ende 1945 in Bochum eine neue jüdische Gemeinde gegründet wurde, die bis 1947 auf ca. 50 Mitglieder anwuchs. Der Autor geht den Fragen nach: Warum kamen die wenigen Überlebenden, versehen mit Wunden aller Art, in die Stadt zurück, die es wenige Jahre zuvor zugelassen hatte, dass sie nach Jahren der Diskriminierung in die Konzentrations- und Vernichtungslager verschleppt wurden? Wie gestaltete sich das Zusammenleben im Nachkriegsdeutschland vor dem Hintergrund von andauerndem Antisemitismus, Entnazifizierung und der Diskussion um Wiedergutmachung? Ob und wie es gelang es den zutiefst beschädigten jüdischen MitbürgerInnen, in der deutschen Nachkriegsgesellschaft Fuß zu fassen. mehr…
Am Dienstag, den 11.11. wird Dr. Carsten Frerk um 19 Uhr im Bahnhof Langendreer darüber informieren, wie der Staat die Kirchen finanziert. Der „Protzbau“ des Limburger Bischofssitzes für 31 Mio. Euro hat das Interesse der Öffentlichkeit für die Finanzierung und die Vermögensverhältnisse der Kirchen geweckt. Dabei handelt es sich in Limburg um eine recht kleine Summe: Jährlich erhalten die beiden großen Kirchen in Deutschland, zusätzlich zu ihren Kirchensteuereinnahmen von mehr als 9 Mrd. Euro, staatliche Subventionierungen von etwa 19 Mrd. Euro. Nicht aus den Kirchensteuern, sondern aus von allen SteuerzahlerInnen finanzierten Zusatzleistungen werden die Gehälter von Bischöfen, der Religionsunterricht und vieles mehr bezahlt. Hinzu kommen Krankenhäuser, Pflegeheime, Kindergärten und andere soziale Einrichtungen in kirchlicher Trägerschaft, die zwar zu mehr als 98% durch den Staat finanziert werden, in denen aber die Kirche das Sagen hat. In diesen Betrieben gilt ein besonders vordemokratisches Arbeitsrecht. Geschiedene, offen Homosexuelle, Konfessionsfreie oder Andersgläubige können dort jederzeit gekündigt werden. Selbst die „Entwicklungshilfe“ der kirchlichen Organisationen „Miserior“ oder „Brot für die Welt“ stammt nur zu einem geringen Bruchteil aus kirchlichem Vermögen. Auch hier finanziert der Staat kirchliche Aktivitäten. mehr…
Donnerstag 06.11.14, 10:36 Uhr
Traditionelle jüdische Lieder und Tänze im Kulturrat
Im Rahmen der Anne Frank-Kulturwochen gibt es am Samstag, den 8. November um 20:00 Uhr im Kulturrat in Gerthe ein Konzert des Ensembles „Shoshana“. Die Gruppe wurde im Jahre 2004 in Dessau gegründet. Ihr Repertoire stützt sich auf die Tradition der Ashkenasim – der mittel- und osteuropäischen Juden – und bietet neben Instrumentalstücken Lieder in hebräischer und jiddischer Sprache, außerdem Israel-Pop und jüdische Tangos und Frejlachs. In der Ankündigung wird darauf verwiesen, dass die Gruppe Dank ihrer ungewöhnlichen Arrangements beliebter Gast etwa beim Sachsen-Anhalt-Tag, beim Kulturprogramm des Zentralrats der Juden oder beim Festival der Jüdischen Kunst „Goldene Hanukkah“ ist. Neben dem Leonid Norinsky (Knopfakkordeon, Gesang) gehören Ina Norinska (Percussion, Gesang, Tanz) und Svitlana Yudelevych (Violine) zum Trio.
Im Rahmen des Tresens der schwarzen Ruhr-Uni wird es am 20. November einen Vortrag zum Thema „Unterdrückung an der Uni“ geben. Die Veranstalter schreiben dazu: »Universitäten gelten als Orte, an denen frei gelernt und geforscht wird. Meistens wird der Eindruck erweckt, jede*r könne sich frei entfalten und habe die gleichen Chancen zur Selbstverwirklichung. Dabei sind alle Menschen an der Uni Unterdrückung ausgesetzt und die Hochschule spielt eine wichtige Rolle beim Erhalt von Herrschaft – egal ob durch Prüfungszwang, Zulassungsbeschränkungen oder prekäre Arbeitsbedingungen. Kritisches Denken wird oft nur in dem Maße geduldet, wie es die Herrschaftsinstrumente und Hierarchien im System Uni nicht gefährdet. mehr…
Mittwoch 05.11.14, 19:43 Uhr
Soziale Liste gegen Sperrklausel bei Kommunalwahlen:
Die Soziale Liste kritisiert die Diskussion innerhalb der großen Landesparteien um eine neue Drei-Prozent-Hürde bei Kommunalwahlen. Auf ihrer Mitgliederversammlung beschloss sie dazu eine Resolution: »Seit Jahren bemüht sich die Landes SPD darum, den Einzug von kleineren Parteien und Wählervereinigungen in die Kommunalparlamente zu erschweren. Alle bisherigen Modelle scheiterten offensichtlich an Bedenken von Landesverfassungsrichtern. Jetzt will die (regierende) SPD die Änderung der Landesverfassung durchsetzen, um dort eine Sperrklausel zu verankern. Die Begründung der Landespolitik für die Sperrklausel, die Städte und Gemeinden würden „unregierbar“, ist aus Sicht der Sozialen Liste völlig überzogen und unschlüssig. In keiner Ruhrgebietsstadt hat der Einzug von kleineren Parteien und Wählervereinigungen dazu geführt, dass es dort ernsthafte Schwierigkeiten gab. mehr…
Die Initiative Religionsfrei im Revier erklärt: »Wenn man den Bundespräsidenten Gauck z. Z. erlebt, dann drängt sich der Eindruck auf, dass er niemanden hat, der ihm ehrlich sagt, welche ungeheure Zumutung er für Millionen von Menschen ist, die konfessionsfrei sind. Was bedeutet es für diese Menschen, dass sie mit einem Staatsoberhaupt leben müssen, das sein Arbeitsleben lang bezahlter Mitarbeiter einer christlichen Organisation war, deren Begründer, Martin Luther, der wahrscheinlich bedeutendste Antisemit vor Adolf Hitler war? Der Protestantismus ist Teil des Christentums, das verantwortlich ist für Kreuzzüge, Massenmorde und Hexenverbrennungen. Das Christentum hat sich durch Zwangstaufungen, Repression und Verfolgung Andersgläubiger durchgesetzt. Die beiden deutschen Großkirchen sind durch ihre Kollaboration mit dem Faschismus die einzigen Großorganisationen, die den Nationalsozialismus gestärkt überstanden haben. Wenn man überlegt, welche Macht auch mehr als 200 Jahre nach der Aufklärung das organisierte Christentum in unserer Gesellschaft noch hat, dann ist verständlich, dass immer mehr Menschen sich von diesem Staat abwenden, der zu Hundert Prozent von sich Christinnen und Christen nennenden Menschen regiert wird. Kein Kabinettsmitglied auf Bundes- oder Landesebene hat sich bisher von dem Unrechtsverhalten des Christentums distanziert.«
Die Werkstatt und die Edition Wort und Bild präsentier am 15. November von 14 bis 19 Uhr und am 16. November von 11 bis 19 Uhr im Kulturmagazin in Bochum-Gerthe, Lothringer Straße 36c ihren jährlichen Kunstmarkt. Er hat schon eine über 30-jährige Tradition. In der Einladung heißt es über den Kunstmarkt: »Wie immer ist er, in anheimelnder Atelieratmosphäre, eine unkonventionelle Möglichkeit, sich auf Kunst, Literatur einzulassen. mehr…
Am Montag, den 10. November, findet um 19:30 Uhr im ver.di-Haus, Universitätstr. 76, Bochum eine Informations- und Diskussionsveranstaltung mit Martina Renner statt. Das Thema: Versagen, Verschulden, Verbrechen? Wieviel Staat steckt im NSU? Im Bericht des Untersuchungsausschusses „Rechtsterrorismus und Behördenhandeln“ des Thüringer Landtages wird der Verdacht geäußert, dass „die Behörden des Freistaats zwischen 1998 und 2003 kein Interesse an einem Aufgreifen der drei flüchtigen Bombenbastler Böhnhardt, Mundlos und Zschäpe haben könnten und entsprechend handelten“. An anderer Stelle dieses NSU-Untersuchungsauschuss-Berichtes heißt es, dass „die Häufung falscher oder nicht getroffener Entscheidungen … auch den Verdacht gezielter Sabotage und des bewussten Hintertreibens eines Auffindens der Flüchtigen“ zulassen. Der Verfassungsschutz habe „wichtige Informationen zurückgehalten“ und „zumindest mittelbar die Flüchtigen geschützt“.
Martina Renner ist Bundestagsabgeordnete Der Linken und war stellv. Vorsitzende im thüringischen Untersuchungsausschuss zum NSU. Sie wird in ihrem Vortrag begründen, warum der Staat mitverantwortlich ist für die Verbrechen des „NSU“. mehr…
Die schwarze Ruhr-Uni und das Autonome FrauenLesbenreferat der Ruhr Uni präsentieren am Freitag, den 21. 11. um 18.00 Uhr in Raum GBCF 04/611 an der Ruhr-Uni einen Vortrag von Friederike Pfaff: Anarcha-feminismus – eine gute Verbindung. Der Einladungstext: »In den 1970er Jahren wurde der Begriff des Anarchafeminismus durch Vertreterinnen des radikalen Feminismus in den USA geprägt. Was bedeutet diese Verbindung von Anarchismus und Feminismus? Und wo finden wir in Theorie und Praxis anarchistischer und feministischer Bewegungen der Vergangenheit und Gegenwart Bezüge zum Anarchafeminismus? Diese und weitere Fragen soll der Vortrag von Friederike Pfaff klären. Im Anschluss besteht die Möglichkeit zu weitergehenden Diskussion. Es gibt veganes Essen und Getränke. All Genders welcome!« mehr…
Die GEW Bochum sammelt am Samstag, den 8.11. von 11 – 14 Uhr Unterschriften gegen TTIP. Der Aktionsstand befindet sich auf der Kortumstraße auf Höhe des Husemannplatzes. Die GEW spricht sich gegen das Freihandelsabkommen TTIP zwischen der EU und den USA aus: »Im Windschatten von TTIP wird außerdem das Dienstleistungsabkommen TISA verhandelt, wonach staatliche Dienstleistungsmonopole privatisiert werden sollen. Das bedeutet, dass auch für das Bildungssystem in großem Umfang Privatisierungen drohen, zumal Bildung nicht auf den Negativlisten von TTIP erscheint.« Die GEW lehnt Privatisierungen im Bildungssystem ab, so GEW Sprecher Jochen Bauer. Für die Beschäftigten droht Lohndumping, da die USA von den Kernarbeitsnormen der ILO (International Labour Organisation) nur zwei unterschrieben haben. Privatisierung im Bildungssystem hat Konsequenzen für die Lernenden. In den USA häufen Studierende aufgrund der hohen Studiengebühren im Verlauf ihres Studiums 60.000 – 80.000 $ Schulden an. Bildung wird dadurch zum Luxusgut, für das man entweder hohe Risiken eingehen muss oder das man sich von einem reichen Elternhaus finanzieren lassen muss, so Bauer weiter.
Das Bochumer Bündnis für Arbeit und soziale Gerechtigkeit erklärt seine uneingeschränkte Solidarität mit den freien Kulturträgern der Stadt. Für den Sprecherkreis äußert sich Jochen Marquardt, Geschäftsführer des DGB in der Region: „Wir freuen uns darüber, dass die Träger der Kulturarbeit in unserer Stadt aktiv für ihre Interessen eintreten und offensichtlich auch bei Vielen in der Politik der Stadt Gehör finden. Dabei wird es darauf ankommen, nicht nur die Wichtigkeit zu formulieren, sondern die Bedingungen für ein breit angelegtes Kulturangebot in Bochum zu sichern.“ Die Bündnisorganisationen und Mitglieder betonen allerdings auch, dass es darum gehen muss, die Existenz der freien Kulturträger zu gewährleisten und darüber hinaus alle anderen Aufgaben einer lebenswerten Stadt durch die Sicherheit aller Bedingungen für die Daseinsvorsorge und Daseinsversorgung zu organisieren, bzw. in vielen Bereichen wieder neu zu schaffen. mehr…
Von Freitag, 7.11., 17 Uhr bis Sonntag 9.11., 13 Uhr findet im Bahnhof Langendreer eine internationalen Konferenz zum Thema transnationale Solidarität und cross-linke Organisierung statt. Die Konferenz richtet sich an AkteurInnen der sogenannten Mosaik-Linken in ihrer ganzen Vielfalt, in Deutschland und international. Ziel ist der (selbst-) kritische Erfahrungsaustausch von GewerkschaftlerInnen sowie AktivistInnen aus Partei und außerparlamentarischer Bewegung, die auf der Suche nach neuen Arbeitsweisen und Politikverständnissen sind. Die Konferenz wird neben dem Austausch mit internationalen AkteurInnen aus Ägypten, Indien, den USA und Europa (Belgien, Deutschland, Griechenland, Italien, Portugal, Spanien) den Fokus auf die Schnittmengen transnationaler linker Organisierung in den Krisenprotesten legen. mehr…
Montag 03.11.14, 12:00 Uhr
Die Linksfraktion zu den Planungen für die Lennershof-Siedlung:
Am Dienstag, den 4. November, sollen in Bochum die Weichen für ein umstrittenes Großbauprojekt gestellt werden: Sowohl in der Bezirksvertretung Süd als auch im Ausschuss für Planung und Grundstücke ist der Bebauungsplan Campus-Quartier Lennershof Thema. Die Fraktion Der Linken im Rat und ihre VertreterInnen in der Bezirksvertretung und in den Ausschüssen halten das Konzept für eine folgenschwere Fehlplanung. Sie werden gegen die Beschlussvorlage der Verwaltung stimmen und unterstützen die Forderungen der Interessengemeinschaft Lennershof-Siedlung. In einer Stellungnahme der Fraktion heißt es: »Nach wie vor sieht der Plan vor, dass etwa ein Drittel der bisherigen Wohnsiedlung sehr dicht bebaut werden soll – nicht nur für „hochwertige Wohnangebote“, sondern auch für Bürogewerbe und ein Hotel. Dafür sollen 81 der 91 Bäume und Gehölze gefällt werden, die sich in dem Gebiet befinden. Auf Grundlage eines fragwürdigen Verkehrsgutachtens sollen viel weniger Parkplätze entstehen als bei so einem Projekt eigentlich vorgeschrieben sind. mehr…
Montag 03.11.14, 10:23 Uhr
1944: Christliche und jüdische PartnerInnen kommen in Arbeitslager
Am Donnerstag, den 6. November findet um 18:00 Uhr im Bochumer Stadtarchiv, Wittener Straße 47 ein Vortrag von Dr. Hubert Schneider statt. Der Titel lautet: Bochum September/Oktober 1944: Christliche und jüdische Partner aus sogenannten „Mischehen“ und deren Kinder werden in Arbeitslager deportiert. Der Vortrag beschreibt, wie in der zweiten Jahreshälfte 1944 die in sogenannten „Mischehen“ lebenden Menschen und deren Kinder den Schutz verloren, der sie bis zu diesem Zeitpunkt vor der Deportation in die Lager bewahrt hatte. Durch das rasche Kriegsende überlebten die meisten von ihnen. In Bochum gehörten sie zu den Gründungsmitgliedern der neuen jüdischen Gemeinde Ende 1945.