Hanno Jentzsch und Rolf van Raden kommentieren in der am Mittwoch erscheinenden Ausgabe der BSZ die Absage von Josef Ackermann, im Schauspielhaus über die Herausforderung Zukunft zu reden: »Was für eine verquere Debatte: Da sagt ein prominenter Banker, der zwischen Aufsichtsräten, Presseterminen und Talkshows hin und her tingelt, einen Termin in Bochum ab, weil er sich der Kritik der Öffentlichkeit nicht stellen will – und KommentatorInnen unterstellen nicht Ackermann, sondern seinen KritikerInnen mangelndes Demokratieverständnis. Kulturdezernent Michael Townsend überrascht sich selbst: „Ich hätte mir nie träumen lassen, dass ich noch einmal für Herrn Ackermann in die Bresche springen würde“, und Ruhrbaron Stefan Laurin poltert: „Ein Sieg aller, für die Meinungsfreiheit nur bedeutet, die eigene Meinung verbreiten zu können“. So ein Quatsch. Selbst, wenn ganz Bochum und auch noch Frank-Patrick Steckel mit jeder ultralinken Faser ihrer Selbst gegen einen Auftritt von Ackermann protestieren würden, dann wäre auch das keine Einschränkung seiner Redefreiheit. Der Kerl kann einfach morgen eine Pressekonferenz einberufen, wenn er was zu sagen hat – und es stünde in allen Zeitungen. mehr…
Weniger Stress für BahnpendlerInnen auch in Bochum durch gezielte Beseitigung von Engpässen etwa zwischen Düsseldorf und Duisburg oder Lünen und Münster statt fragwürdiger Großprojekte wie „Stuttgart 21“ forderten am Montagabend gut 25 Aktive des VCD und andere beim fünften Schwabenstreich vor dem Bochumer Hauptbahnhof. Anstelle des heutigen Kopfbahnhofes in Stuttgart für über 4 Mrd Euro einen unterirdischen Durchgangsbahnhof mit halb so vielen Gleisen zu schaffen, sei die völlig falsche Priorität, hieß es. Zwar könnten laut dem am Freitag vorgestellten „Stresstest“ unter bestimmten Annahmen über Gleisbelegungen und Zugfolgen der geplante Bahnhof mehr Züge als heute vertragen. Nicht gesagt wurde allerdings, wie das mit guten Anschlüssen zusammen geht und dass natürlich der Kopfbahnhof bei entsprechender Modernisierung ähnlich viele Züge aufnehmen könnte – zu geringeren Kosten. Aus gegebenem Anlass wurde an die vom bzw. zum Hauptbahnhof kommenden Bahnkunden Traubenzucker gegen den Stress verteilt.
Weitere Informationen: www.kopfbahnhof-21.de und www.vcd.org
Heute erscheint die August-Ausgabe des Straßenmagazins bodo mit dem Schwerpunkt „Wasser“. Die Redaktion schreibt: „Was hat denn „Wasser“ mit einer Straßenzeitung zu tun, werden Sie sich vielleicht fragen. Manchmal gruppieren sich Geschichten, die wir erzählen wollen, wie von selbst um ein Thema. Für unsere Hochsommerausgabe ist es das kühle Nass, ob fließend oder stehend – Hauptsache nicht „von oben“, ergänzen wir mit Blick auf den verregneten Juli. Vom Wasser ausgehend sind Porträts, Reportagen und Geschichten entstanden, die zu uns passen: Es geht um die Region, um Kultur und Soziales. Wir radeln bis zur Emscherquelle, porträtieren den Macher des Kneipenschiffs „Herr Walter“ und den Stahl-Künstler Frank Bartecki im Dortmunder Hafen, gehen mit blinden Menschen „Schnuppertauchen“, besuchen den Gebrauchtbootemarkt in Unna, lassen uns erklären was Fracking ist und erzählen die Geschichte von Otto, der ohne Obdach aber mit einem Boot nach Dortmund kam.“ mehr…
Anlässlich der Absage von Ackermann an der Veranstaltung „Herausforderung Zukunft“ erklärt die Bochumer Bundestagsabgeordnete der Linksfraktion Sevim Dağdelen: „Ich begrüße ausdrücklich die Absage von Josef Ackermann, Noch-Vorstandsvorsitzendem der Deutschen Bank, an einer Veranstaltung über internationale Finanzmärkte im Schauspielhaus Bochum. Die kritischen Stimmen von Bochumerinnen und Bochumern sowie der angekündigte Protest waren es wohl, die einen Verursacher und Profiteur der Krise, Josef Ackermann, zu einer Absage bewogen haben.“ Dagdelen weiter: „Ackermann ist denkbar ungeeignet, in unserer Stadt eine Veranstaltung mit dem Titel „Herausforderung Zukunft“ zu bestreiten. Dabei geht es weniger um seine persönlichen Charaktereigenschaften, die ich an dieser Stelle nicht bewerten möchte, sondern vielmehr um seine Rolle als einer der bekanntesten Vertreter des deutschen Großkapitals. Die Deutsche Bank verfolgt horrende Renditeziele und macht dafür Geschäfte mit hochriskanten Wertpapieren, die zu der Finanzkrise führten. Die Risiken wurden und werden weiterhin auf die Steuerzahler und damit die Allgemeinheit abgewälzt. Die Deutsche Bank bereichert sich an Steuergeldern, die über den griechischen Staat direkt an die Deutsche Bank fließen, während den Beschäftigten in Griechenland die Löhne gekürzt und die Sozialleistungen gestrichen werden. Sie finanzierte Atomkonzerne wie Avera und die Rüstungsindustrie. So wie ich das sehe, besteht für uns alle die „Herausforderung Zukunft“ darin, dem Finanzkapital mutig entgegen zu treten und eine bessere Welt gegen dessen Renditeinteressen durchzusetzen. Ackermann zu diesem Thema reden zu lassen wäre also eine echte Real-Satire gewesen.“ mehr…
Montag 01.08.11, 06:00 Uhr
Ansichten aus Ladakh – von hohen Pässen und lächelnden Menschen
Am Sonntag, den 7. August findet um 17 Uhr in der „Kneipe im Bahnhof“ Langendreer die Vernissage zu der Ausstellung „Ansichten aus Ladakh – von hohen Pässen und lächelnden Menschen“ mit Fotos von Nina Kossak statt. Interessierte und Neugierige sind eingeladen, sich auf die Spuren der Menschen vom Dach der Welt zu begeben. Der Eintritt ist frei. In der Einladung heißt es: mehr…