Lebenslaute-Konzert: Im Museum verboten – draußen neben dem Museum gefeiert
Der städtische Kulturdezernent Diekmann machte vor einem Monat überregional Schlagzeilen, als er der Musik- und Aktionsgruppe „Lebenslaute“ verboten hat, im Kunstmuseum aufzutreten. Die Musiker:innen bestanden darauf, bei ihrem Motto „Viva la musica – enteignet Vonovia!“ zu bleiben und Vonovia namentlich zu kritisieren. Lebenslaute bekam einen vierseitigen Brief, in dem versucht wurde zu begründen, dass es rechtlich nicht zu beanstanden sei, wenn die Zusage für die Anmietung des Museumssaals zurückgezogen wird. Es wurde aber vergessen, dies auch der eigenen Buchhaltung mitzuteilen. Gestern erhielt Lebenslaute eine Rechnung über 1.778,52 EUR.
Am gestrigen Samstagmittag liefen musizierende Menschen vom Hauptbahnhof, vom Bermuda-Dreieck und von der Drehscheibe zum Husemannplatz, um als Lebenslaute ihr Abschlusskonzert in Bochum zu geben. Lebenslaute gibt es seit 1986. Einmal im Jahr treffen sie sich, um an Unrechtsorten mit ihren konzertanten Auftritten für Aufmerksamkeit und Empörung zu sorgen. Diesmal war die Zentrale von Vonovia in Bochum ihr Ort und ihr Motto lautete „Viva la Musica – Enteignet Vonovia“.
Die Absage der Stadt Bochum des im Kunstmuseum geplanten Konzerts von „Lebenslaute“ hat dem Happening heute Abend einen regelrechten Popularitätsschub verliehen. Gut 200 Zuschauer:innen lauschten den Klängen des Orchesters, das nicht im, sondern neben dem Kunstmuseum Werke von Joseph Haydn über Clara Schumann und Bertolt Brecht bis zum „Baggerführer Willibald“ von Dieter Süverkrüp intonierte.
Die Absage des heute Abend im Kunstmuseum geplanten Konzerts „Viva la Musica – enteignet Vonovia“ des Orchesters „Lebenslaute“ durch die Stadt Bochum schlägt weiter Wellen. Die Ratsfraktion Die Linke hat dazu eine Anfrage im Ausschuss Kultur & Tourismus gestellt. Das Konzert findet wie geplant um 19 Uhr statt – allerdings nicht im, sondern vor dem Kunstmuseum auf dem Goetheplatz.
Die Musik- und Aktionsgruppe „Lebenslaute“ empfing seit 6 Uhr heute früh Beschäftigte und Besucher:innen der Vonovia-Zentrale an der Universitätsstraße mit Konzerten. Die Haupteingänge des Vonovia-Gebäudes waren besetzt.
Das Bochumer Netzwerk »Stadt für Alle« kritisiert die Absage des Konzerts „Viva la Musica – enteignet Vonovia“ durch das Kunstmuseum Bochum und ruft dazu auf, sich an der musikalischen Ersatzkundgebung zu beteiligen. Die Kundgebung für die Kunstfreiheit findet am Freitag, 7. August um 19 Uhr vor dem Kunstmuseum auf dem Goetheplatz statt. Zur Stellungnahme des Netzwerks:
Am Freitag, dem 7. August lädt die Initiative Lebenslaute um 19 Uhr zu einem Kundgebung unter dem Motto „Viva la Musica – enteignet Vonovia“ ein. Ort ist der Goetheplatz neben dem Kunstmuseum. Die Musikstücke werden mit Texten umrahmt, die das Motto näher erläutern. Die Stadt Bochum hatte verboten, dass die Vorstellung – wie ursprünglich vereinbart – im Museum stattfinden darf. Näheres zum Verbot.
Die Absage des Konzerts „Viva la musica – enteignet Vonovia“, das für den 7. August im Kunstmuseum geplant war, stößt auf heftige Kritik. Die Linke Ratsfraktion spricht von Zensur, die attac-Stadtgruppe Bochum kritisiert die Unterdrückung einer notwendigen Diskussion. Das Konzert sollte die Rolle großer Wohnungsunternehmen bei der immer schärferen Wohnungsnot zur Diskussion stellen.
Das geplante Konzert „Viva la Musica – enteignet Vonovia“ am 7. 8. im Kunstmuseum Bochum kann nach Angaben des politischen Orchesters Lebenslaute nicht wie vorgesehen stattfinden. Geplant war ein Konzert mit klassischer Musik und Redebeiträgen zu Wohnungsnot, Verdrängung und dem Geschäftsmodell großer Immobilienkonzerne. Nachdem in der Veranstaltungsankündigung Vonovia als Beispiel genannt wurde, wurde die bereits bestätigte Reservierung gekündigt. Das Museum hatte das Konzert schon auf seiner Webseite angekündigt.
An diesem Wochenende fand eine größere Probe für die Aktionswoche der Gruppe Lebenslaute am 1. bis 8. August im Ruhrgebiet – vor allem in Bochum – statt. Das Motto der Aktion „Viva la musica – enteignet Vonovia„. Als lokale Gruppe unterstützt Attac Bochum die Aktion. Lebenslaute beschreibt sich selbst: