Redaktion


Montag 13.10.25, 12:13 Uhr
Vorstellungen im Oval Office

Manhattan Project

Im Oval Office im Schauspielhaus wird am Samstag, dem 18.Oktober um 19:30 Uhr das Stück Manhattan Project gezeigt: »Spätestens seit dem Box Office-Duell zwischen Barbie und Oppenheimer ist der Erfinder der Atombombe den meisten Menschen ein Begriff. Doch Robert Oppenheimer war nicht allein: Getrieben von der Angst, Nazideutschland könnte die Kernspaltung militärisch nutzbar machen, leitete er ab 1942 das Manhattan Project. Darin arbeitete eine Gruppe junger, geflüchteter, ungarischer, jüdischer und vor allem genialer Wissenschaftler an der Entwicklung der größten Massenvernichtungswaffe der Menschheit, um dem Krieg endlich ein Ende zu bereiten.

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Montag 06.10.25, 13:40 Uhr
Prinz Regent Theater

KOMPOST FAUST. Ein Stück, das verrottet

10.10. 2025 Premiere im Prinz Regent Theater, 19:30 Uhr
Leonie Jenning, Anne Tismer und Anaïs Urban denken in dieser Lecture-Performance über all das nach, was vergeht: Manches verlieren wir, das ist traurig und bei anderen Dingen ist es ganz gut, wenn es verrottet. FAUST zum Beispiel. Und der Natur ist es sowieso egal.

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Montag 06.10.25, 13:04 Uhr
Netzwerk für bürgernahe Stadtentwicklung

SPD in der Pflicht! Neuanfang statt „Weiter-So“ in Bochum!

Für das Netzwerk für bürgernahe Stadtentwicklung erklärt Wolfgang Czapracki-Mohnhaupt zu erforderlichen Konsequenzen aus den Ergebnissen der Kommunalwahl 2025: »Da reagierten viele aus der Zivilgesellschaft, die am 14.09.2025 im Rathaus vor den Monitoren den Ausgang der Kommunalwahl in Bochum verfolgten, doch verwundert: Aus den Reihen der SPD gab es fast schon tosenden Beifall, als ihr Vorsitzender Serdar Yüksel verkündet hatte, die SPD sei erneut stärkste Partei und der gemeinsame rot-grüne OB-Kandidat Jörg Lukat habe im ersten Wahlgang die weitaus meisten Stimmen auf sich vereint. Die Ergebnisse der Kommunalwahl 2025 sind aber kein Grund zum Feiern – auch nicht für die SPD.

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Mittwoch 01.10.25, 07:48 Uhr
Safe Abortion Day 2025

Rede des offenen Antifa Café

Liebe Mitstreiter*innen, liebe Menschen, 

wir sind heute hier,  weil wir uns nicht mit kulturellen Rückschritten abfinden, weil wir kämpfen – wir kämpfen für Selbstbestimmung und für die Freiheit über unsere eigenen Körper. 

Wir sind hier, weil wir wissen: Wer das Recht auf Abtreibung angreift, greift unsere Freiheit, unsere Würde, unsere medizinische Grundversorgung  und unsere Demokratie an.

Und genau das passiert gerade – organisiert, gut finanziert und eng vernetzt. Christliche Fundamentalist*innen marschieren Seite an Seite mit der neuen Rechten und mit der AfD. Sie tarnen sich als „Lebensschützer*innen“, aber in Wahrheit sind sie nichts anderes als Gegner*innen des Lebens in Freiheit.Genau dies konnten wir kürzlich in Köln bein sogenannten “Marsch für das Leben” wieder beobachten. Das sind nicht einfach nur ein paar lächerliche ewig Gestrige – dahinter stecken einflussreiche Netzwerke, die bis in die nationale und internationale Politik reichen und hinter denen viel Geld und Macht steht. 

Schauen wir genau hin:

Organisationen wie CitizenGO und 1000plus geben sich harmlos, als würden sie nur „für das Leben“ eintreten. Doch in Wirklichkeit betreiben sie eine reaktionäre Agenda, die Frauen, queere Menschen und alle, die nicht in ihr rückwärtsgewandtes Weltbild passen, entrechten soll. Sie überschütten Politiker*innen mit Massenmails, sie veranstalten Hetzkampagnen, sie bauen gezielt Druck auf – und sie arbeiten Hand in Hand mit der AfD, die offen antifeministisch, queerfeindlich und rassistisch auftritt.

Ein prominentes Beispiel ist hier die Hetzkampagne gegen Prof. Brosius-Gersdorf, bei der auch Abgeordnete der CDU mitgespielt haben. 

Der Bericht „Die nächste Welle“ des Europäischen Parlamentarischen Forums für sexuelle und reproduktive Rechte macht es klar: Wir sehen europaweit eine neue Offensive dieser Anti-Choice-Netzwerke. Sie wollen uns zurück in die 1950er prügeln – zurück in eine Gesellschaft, in der FLINTA keine Entscheidungsmacht hatten, in der Sexualität nur unterdrückt, nicht selbstbestimmt gelebt werden konnte.

Und das ist kein Zufall!

Diese christlich-fundamentalistischen Kräfte sind das perfekte Bindeglied zur extremen Rechten. Sie liefern der AfD die moralische Fassade, während die AfD ihnen die parlamentarische Bühne bereitet – und wie wir jetzt gesehen haben: unterstützt von der CDU… Beide Seiten profitieren: die Fundamentalist*innen von politischem Einfluss, die Faschist*innen von einer scheinbar „werteorientierten“ Tarnung für ihre antifeministische und homofeindliche Ideologie.

Doch machen wir uns nichts vor:

Es geht ihnen nicht um das Wohl von Kindern. Es geht ihnen nicht um „Leben“. Es geht um Kontrolle – Kontrolle über unsere Körper, über unsere Familien, über unser Begehren. Und es geht darum, die Demokratie Schritt für Schritt auszuhöhlen. Wer die Hälfte der Bevölkerung entrechten will, wer Selbstbestimmung kriminalisiert, wer sexuelle Vielfalt unterdrücken will, der ebnet den Weg für einen autoritären Staat.

Ginge es ihnen um das Wohl von Kindern und Familien würden sie Kinderarmut konsequent bekämpfen, statt den Sozialstaat.

Ginge es ihnen um das Recht auf Leben, würden sie sich für sichere Fluchtwege und das Grundrecht auf Asyl einsetzen!

Und genau deshalb sagen wir heute laut und deutlich:

Der Kampf für reproduktive Rechte ist ein antifaschistischer Kampf!

Denn Faschismus bedeutet immer: Frauen zurück an den Herd, queere Menschen zurück ins Versteck, Andersdenkende ins Abseits. Dagegen stehen wir auf – und zwar hier, heute und morgen.

Wir fordern:

  • Die vollständige Entkriminalisierung von Schwangerschaftsabbrüchen – in Deutschland und überall in Europa.
  • Den Schutz vor fundamentalistischer Einflussnahme auf Parlamente und Gesetzgebung.
  • Eine klare Abgrenzung aller demokratischen Parteien von AfD und religiöser Rechten. Keine Zusammenarbeit, kein Dialog, keine Bühne für Menschenfeinde!

Liebe solidarische Menschen,

wir lassen uns nicht zurückdrängen. Wir sind viele, wir sind laut, und wir sind international vernetzt. Während CitizenGO und 1000plus ihre Netzwerke spannen, spannen auch wir unsere: feministisch, solidarisch, antifaschistisch. Bildet Banden!

Unsere Botschaft ist klar:

Kein Gott, kein Staat, kein Patriarchat bestimmt über unsere Körper!

Die Straße gehört uns, die Zukunft gehört uns – und dafür werden wir nicht aufhören zu kämpfen. 

Für das Leben in Freiheit, für Feminismus, für Antifaschismus – my body, my choice!


Dienstag 30.09.25, 23:30 Uhr
Eindrücke von der Demonstration am vergangenen Sonntag

Abtreibung ist ein Recht

Am Sonntag nahmen anlässlich des Safe Abortion Day 300 Menschen an der lauten und kämpferischen Demonstration teil. Die Stimmung kam gut in dem ersten Satz der Rede des Offenen Antifa Cafés zum Ausdruck: „Wir sind heute hier, weil wir uns nicht mit kulturellen Rückschritten abfinden, weil wir kämpfen – wir kämpfen für Selbstbestimmung und für die Freiheit über unsere eigenen Körper.“

Rede des offenen Antifa Café

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Dienstag 30.09.25, 14:37 Uhr
bodo im Oktober

Väter und Söhne

»Der bulgarische Fotograf Valery Poshtarov ist durch ganz Europa gereist«, berichtet uns das Straßenmagazin bodo, »um Väter mit ihren erwachsenen Söhnen zu porträtieren – während sie Händchen halten. Die Fotos erzählen von engen Bindungen und Generationenkonflikten, über Männlichkeitsbilder und über kulturelle Diversität in Europa. Für bodo sind die Bilder Anlass, um sie herum andere Väter-und-Jungsgeschichten zu erzählen: Die Väter-und-Söhne-bodo erscheint am 1. Oktober.

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Dienstag 30.09.25, 14:25 Uhr
Prinz Regent Theater

ZEITVERSCHIEBUNG

Das Prinz Regent Theater zeigt ein Stück der „Bochumer BürgerinnenBühne“

03.10.2025 Premiere, 19.30 Uhr

»Nie war es so schlimm wie heute! Und nie so gut. Eine Krise nach der anderen: rasant, riskant, ruhelos. Wann war das – heute? Und wann war das – gestern? 1945, als die Stadt und die Welt in Trümmern lagen? Oder ‘65 als der Strand unter dem Pflaster lag? 1985 no future, als die Zechen schlossen und der Himmel noch lange nicht wieder blau war? 2005 oder heute, 2025? War es nicht immer schlimm? Und wurde es nicht besser? Oder einfach nur anders? Oder noch nicht einmal das?

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Dienstag 30.09.25, 10:40 Uhr

Veganes DIY-Picknick in Bochum

Am kommenden Sonntag ab 13 Uhr wird wieder ein veganes Frühstück im Sozialen Zentrum organisiert: »Es ist wieder so weit: Wir schlemmen nach dem DIY (Do It Yourself) – Prinzip:

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Montag 29.09.25, 21:30 Uhr
Friedensdemonstration am 03. Oktober am Niederrhein

Nein zum Krieg – für Frieden, Entspannungspolitik und Abrüstung!

Die nordrhein-westfälische Friedensbewegung ruft angesichts der anhaltenden Kriege in der Ukraine und in Nahost am 03. Oktober im Rahmen eines bundesweiten Aktionstages zu einer Demonstration im niederrheinischen Uedem bei Kalkar auf. Am Doppelstandort Kalkar/Uedem befinden sich die Luftwaffen-Kommandozentralen der Bundeswehr und der NATO. Der Aufruf zu der Aktion: »Angesichts der aktuell angespannten Lage rund um die über Polen abgeschossenen russischen Drohnen droht eine weitere Eskalation des Krieges. Dann wäre das Combined Air Operation Center in Uedem die zentrale Einrichtung zur Luftkriegsführung der NATO. 

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Montag 29.09.25, 12:08 Uhr

Die Bremer Stadtmusikanten

Im Theater der Gezeiten wird am kommenden Sonntag wieder das Stück „Die Bremer Stadtmusikanten“ für Kinder ab 4 Jahren aufgeführt: »Es raschelt im Müll, heraus kommt ein alter Esel, der so Einiges zu erzählen hat.
Lange Jahre hat er die Säcke unverdrossen zur Mühle getragen, da sage noch einer, Esel seien störrisch. Doch eines Tages lassen ihn seine Kräfte im Stich, ein Mehlsack rutscht ihm den Buckel herunter.

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Montag 29.09.25, 11:43 Uhr
Zwangsarbeit und Kriegswirtschaft während des Faschismus in Bochum

Alle Räder rollen für den Sieg

Am Sonntag, 5.10. 2025, 14.00 Uhr findet der nächste Stadtrundgang zu Zwangsarbeit und Kriegswirtschaft im Faschismus statt. Durchgeführt wird er von der VHS Bochum in Kooperation mit der VVN-BdA Bochum: »Spätestens mit Beginn des 2. Weltkrieges mussten und wollten die Betriebe in Bochum ihre Produktion auf kriegswichtige Güter umstellen.

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Donnerstag 25.09.25, 13:25 Uhr

Bochum vor dem Untergang

Wer auf die Website der CDU Bochum schaut, den packt der Schrecken: Die Apokalypse naht und – oh Graus! – nicht mal im SUV, sondern getreu den Forderungen der Linken mit Tempo 30 auf dem Fahrradring. Liebe Bochumer*innen, macht euch bereit: Sollte Rot-Rot-Grün in Bochum die Macht übernehmen, dann wird unsere stolze Industriestadt untergehen.

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Dienstag 23.09.25, 16:33 Uhr
ausZeiten e.V.

Ein neuer FrauenOrt in Bochum

Am Mittwoch, dem 1. Oktober 2025 wird um 17.30 Uhr ein neuer FrauenOrt in Bochum eröffnet von ausZeiten in Kooperation mit dem Referat für Gleichstellung, Familie und Inklusion der Stadt Bochum und dem FrauenRat NRW e.V.. »Geehrt wird Elisabeth Treskow, eine Goldschmiedin von internationalem Rang (geb.1898 in Bochum – 1992 in Brühl). 

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Dienstag 23.09.25, 16:02 Uhr

Rapunzel

Im Theater der Gezeiten wird am Sonntag, dem 28. September wieder das Stück Rapunzel gezeigt – Figurentheater für Kinder ab 4 Jahren: »Gefangen in einem hohen Turm sitzt sie da, Rapunzel.Sie schaut hinaus durch ein einziges kleines Fensterchen.
Der Turm hat weder Tür noch Treppe.

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Dienstag 23.09.25, 14:08 Uhr

Stellenausschreibung Flüchtlingsrat

Der Flüchtlingsrat NRW sucht zum nächstmöglichen Zeitpunkt ein/e Referent/in für „Fundraising & Öffentlichkeitsarbeit“. Zu den Aufgaben gehören:

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Dienstag 23.09.25, 09:52 Uhr
Veranstaltung im Friz-Bauer-Forum zu den kommenden Wahlen

Chile zwischen Demokratie und Autoritarismus

Das Fritz Bauer Forum macht am kommenden Dienstag, 30. September, um 18 Uhr, die kommenden Präsidentschafts- und Parlamentswahlen in Chile zum Thema und schreibt dazu in seiner Ankündigung: »Am 16. November 2025 finden in Chile Präsidentschafts- und Parlamentswahlen statt. Eine Stichwahl fände im Dezember statt. In dieser „Schicksalswahl” stehen sich Negationismus und Erinnerungskultur, Fake, Bots und Pressefreiheit, Demokratie und Autoritarismus, soziale Reformen und extremer Neoliberalismus gegenüber.

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Montag 22.09.25, 16:18 Uhr
Ausstellung im Atelierhaus Gruppe Elf

Colour. Play. Landscape

Am kommenden Sonntag wird im Atelierhaus Elf eine Ausstellung eröffnet. Die Ausstellung läuft bis zum 5. Oktober. Das Atelier schreibt dazu: »In einer Werkschau zeigt Wibke Brandes farbintensive, abstrakte Landschaftsbilder, inspiriert von Fotografien realer Orte.

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Montag 22.09.25, 15:32 Uhr

Geothermie – Chancen und Herausforderungen

Die GESELLSCHAFT für GEOGRAPHIE und GEOLOGIE BOCHUM e.V. lädt am Mittwoch um 19 Uhr ein zu einer Veranstaltung zur Geothermie. Eingeladen ist Kim Nokar, Stell. Fachbereichsleiterin Geothermie und Rohstoffe, Geologischer Dienst NRW, Krefeld: »Geothermie – eine Energieform, die immer stärker in den Fokus der kommunalen Wärmeplanung rückt. Was hat es mit der umweltfreundlichen Wärme auf sich, die sich direkt unter unseren Füßen befindet?

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Montag 22.09.25, 08:57 Uhr
Donnerstag: Kurzfilme im Kino Endstation

Zeitzeug_Überbleibsel

Im Kino Endstation wird am Donnerstag ab 18 Uhr eine Serie von Kurzfilmen gezeigt: »Das ehrenamtliche ZeitZeug_Festival für bildende und darstellende Künste setzt sich dieses Jahr mit Überbleibseln auseinander. Am 25. September 2025 zeigt das ZeitZeug_ ein knapp 60-minütiges Programm mit Kurzfilmen von Filmschaffenden an der Schwelle zur Professionalität, die Überbleibsel künstlerisch oder dokumentarisch in Szene setzen. Im Anschluss findet ein Gespräch mit Filmschaffenden und Publikum statt. Laufplan der gezeigten Filme:

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Dienstag 16.09.25, 16:03 Uhr
10 Jahre Netzwerk Flüchtlinge Langendreer

Redebeitrag der Seebrücke Bochum

Guten Abend,
ich stehe hier für die Seebrücke Bochum, die bereits 2018 gegründet wurde. Der Anlass damals war, dass das Seenotrettungsboot „Lifeline“ mit 234 Menschen an Bord tagelang auf hoher See ausharren musste bis die Geflüchteten endlich gerettet werden konnten. In dieser Zeit waren viele Bürger*innen aufgebracht über so viel Unmenschlichkeit und Menschenverachtung. In Bochum organisierte ein Bündnis von über 100 Gruppierungen eine Großdemonstration, aus der die „Seebrücke Bochum“ hervorging. Seit dem weisen wir mit verschiedenen Aktionen auf die Situation von geflüchteten Menschen hin, mit Mahnwachen und Infoständen, mit Vorträgen, Redebeiträgen und Diskussionsrunden, mit Kinovorstellungen, Ausstellungen, Workshops und Sammelaktionen, falls Geflüchtete die notwendige Grundausstattung an Kleidung nicht erhalten. Und: Wir gehen auf die Straße, wenn wieder eine Asylrechtsverschärfung droht oder zu bekämpfen gilt, wenn dummes, polemisches Gerede von politischen Parteien die Gesellschaft zu spalten droht. Und damit meine ich nicht nur die AFD. Zuletzt waren wir letzten Samstag unter dem Motto: „Solidarität statt Rechtsruck“ mit über 600 Demonstrant*innen auf der Straße.

Unser Ziel ist eine Welt ohne Abschottung, ohne Lager, ohne Abschiebungen, ein Leben in Würde und in Sicherheit. Menschenrechte müssen gewahrt werden, sind unverhandelbar und gelten für ALLE. Wir setzten auf ein Europa der Solidarität und des Rechts auf Asyl mit sicheren Fluchtwegen, sicherem Ankommen und sicherem Bleiben.

Bis heute wird Seenotrettung allerdings behindert und kriminalisiert und somit Menschen in lebensbedrohlichen Situationen Hilfe bewusst verweigert. Nicht nur verweigert, sondern aktiv verhindert.
Der „EU-Deal“ mit Libyen führt dazu, dass Menschen auf der Flucht rechtswidrig und z.T. unter Lebensgefahr von der lybischen Küstenwache zurückgepusht werden und wieder in menschenunwürdige Lager verbracht werden, wo ihnen Misshandlung und der Tod drohen. Auch Seenotretter*innen geraten unter Beschuss und somit selbst in Lebensgefahr. Dabei geht es nicht nur um Seenotrettung, sondern auch um „Landnotrettung“ In der TAZ in den letzten Tagen war zu lesen, dass polnischen Bürger*innen bis zu 5 Jahren Haft drohen. Ihr „Vergehen“: Sie haben geflüchteten Menschen (von Belarus nach Polen), die im Wald ausharren mussten, Hilfe geleistet mit Nahrung, Kleidung und Medikamenten, um sie vor dem sicheren Tod zu bewahren. Sie seien „Fluchthelfer“ so die polnische Staatsanwaltschaft. Mittlerweile wurden die 5 freigesprochen, was ja mal eine gute Nachricht ist. Aber hätte es überhaupt zu solch einer Anklage kommen dürfen?
Soll das das Europa sein, was wir uns wünschen?

Sie kennen bestimmt selbst noch genügend Beispiele über Fluchtwege, die einem fassungslos machen, ob der Verachtung mit Menschen umzugehen.

Deshalb fordern wir: Sichere Fluchtwege.

Aber schauen wir mal weiter, auf das „sichere Ankommen und Bleiben“ und richten den Fokus z. B. auf Bochum:
Sind Schutzsuchende endlich angekommen, erleben sie nicht unbedingt eine würdige Ankunft. In Bochum werden sie, wie auch in vielen anderen Städten, in Unterkünften privater Betreiber untergebracht. Unternehmen wie European Homecare, Teil des britischen Konzerns Serco, verdienen Geld an Flucht und Vertreibung. Der Konzern Serco, der unter anderem Dienstleistungen für Militär und Grenzschutz anbietet, ist weltweit für Menschenrechtsverletzungen in Abschiebegefängnissen und Lagern bekannt. Recherchen der Süddeutschen Zeitung, Monitor und Neo-Magazin Royale im vergangenen Jahr haben gezeigt, dass in Geflüchtetenunterkünften, die in Deutschland von Serco betrieben werden, die Würde der Bewohner*innen Mangelware ist: ehemalige Mitarbeiter*innen berichteten von einem hohen Kostendruck, zu wenig Fachpersonal und einer schlechten Versorgung der Bewohner*innen. Und Bochum? Bochum lagert Verantwortung an genau diese Firma aus: Seit Sommer 2024 betreibt European Homecare die Geflüchtetenunterkunft „Nordbad“. Bochum hat sich 2019 zum „Sicheren Hafen“ erklärt – 2025 wäre es Zeit, einer sein! Das heißt: keine Deals mit Konzernen, die an Not und Elend verdienen! Das heißt: eine menschenwürdige Aufnahme und Unterbringung! Das heißt: Teilhabe und Perspektiven und konsequente Solidarität. Ich habe jetzt nur einige Teilbereiche angesprochen für die wir stehen. Darüber hinaus gibt es noch einiges mehr wofür wir uns einsetzen wollen: Z.B. gegen diese unsägliche und diskriminierende Bezahlkarte. Zwar hat es Bochum bisher abgelehnt die Bezahlkarte einzusetzen, aber wir halten die Augen und Ohren offen. Sollte sie doch ins Gespräch kommen, würden wir sofort den Gutschein-Geldtausch mitorganisieren, so wie er schon in anderen Städten funktioniert. Auch wehren wir uns gegen die Möglichkeit, dass Länder, aus denen Menschen geflüchtet sind, zu sogenannten „sicheren Herkunftsstaaten“ erklärt werden können – so wie es gerade passt. Für geflüchtete Frauen und queere Menschen gibt es keine sicheren Herkunftsstaaten. Verständnislos sind wir auch darüber, wie die Bundesregierung mit afghanischen Helfer*innen umgeht, die jetzt in Pakistan ausharren müssen obwohl sie eine Zusage von Deutschland haben, einreisen zu dürfen. Der bittere Trick ist: Einfach kein Visum auszustellen. Stattdessen sieht man zu, wie diese Menschen nach Afghanistan zurückgeschickt werden in dem Bewusstsein, dass ihnen dort der Tod droht.

Zum Abschluss möchte ich noch sagen:
Wir wissen: Der Kampf um Menschenrechte ist auch ein Kampf gegen Rassismus.
Darum sagen wir laut und deutlich: Kein Mensch ist illegal. Solidarität statt Rechtsruck!
Vielen Dank!


Dienstag 16.09.25, 14:49 Uhr
10 Jahre Netzwerk Flüchtlinge Langendreer

Grußwort der Nordhilfe Nordsyrien

Renas (32) ist seit 2015 in Bochum. Er stammt aus Hasaka (Syrien), ein Ort, der von Krieg, Gewalt und Armut geprägt ist. Es gibt keine offizielle Strom- und Wasserversorgung. Der Kampf ums tägliche Brot prägt das Leben der Menschen dort.

Renas hat in Bochum Fuß gefasst, seine Ausbildung zum Kinderpfleger und Erzieher gemacht und inzwischen eine feste Stelle. Seine Heimat hat er aber nicht vergessen. Im Mai 2025 kam er aus seinem mehrwöchigen Aufenthalt in Nordsyrien zurück. Die dort herrschende Armut und Verzweiflung hat ihn wieder stark erschüttert. Mit Spenden seiner Freunde und Freundinnen in Bochum hat er schon zum dritten Mal über 100 vor Ort (Al Hasaka und Qamischli) ausgewählte Familien mit großzügigen Lebensmittelpaketen versorgt. Renas kaufte für die Familien zu Großhandelspreisen haltbare Lebensmittel (Reis, Bohnen, Zucker, Käse, Bulgur, Öl, Tee) und packte die Lebensmittel zu Paketen zusammen. Anschließend lieh er sich ein Auto und brachte die Pakete zu den Familien, um sich von der Lage jeder einzelnen Spendenempfänger*in zu überzeugen. Das hat zwar viel Arbeit gemacht, aber auch Geld gespart, was sonst für Helfer*innen und Mietwagen hätte ausgegeben werden müssen.

Die Auswahl der Familien, um die sich Renas gekümmert hat, war nicht leicht. Erst nach zahlreichen Hausbesuchen hat er sie ausgewählt. Dabei war ihm wichtig, nicht Familien aus seiner eigenen Verwandtschaft zu bedenken, obwohl es auch die nötig hätten. „Ich will vermeiden, dass der Eindruck von Vetternwirtschaft entsteht“, meint Renas.

Renas und sein Freundeskreis möchten die Hilfsaktionen fortsetzen. Im Herbst 2025 fliegt Renas wieder nach Nordsyrien. Das Alleinstellungsmerkmal der Aktion fasst Renas so zusammen: „Bei uns kommt jeder Cent bei den Familien an. Wir haben keine Verwaltungskosten.“ Klar ist, dass Renas seine Flugkosten selbst tragen wird – wie in den letzten Jahren auch.


Dienstag 16.09.25, 14:41 Uhr
Vortrag von und Gespräch mit PD Dr. Jürgen Altmann in der Stadtbücherei

Die Gefahr durch Atomwaffen steigt

In der Veranstaltung in der Stadtbücherei am kommenden Dienstag, dem 23.9. um 17:30 Uhr wird angesichts einer steigenden Gefahr durch Atomwaffen gefragt „Wie kann die Menschheit sie abschaffen? Was können wir dazu beitragen?“ Der IPPNW lädt in Kooperation mit der Stadtbücherei ein und schreibt: »Die Bomben über Hiroshima und Nagasaki haben der Menschheit die fürchterlichen Folgen von Atomwaffen gezeigt. Eine weitere globale Gefahr ist der „nukleare Winter“.

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Dienstag 16.09.25, 11:58 Uhr
Netzwerk Flüchtlinge Langendreer feiert 10-jähriges Bestehen

10 Jahre Solidarität in Langendreer

Ensemble Grenzenlos auf der Feier im Bahnhof Langendreer

In der vergangenen Woche feierte das Netzwerk Flüchtlinge in Langendreer sein zehnjähriges Bestehen mit einer Ausstellungseröffnung und einer Veranstaltung im Bahnhof Langendreer. Vor 10 Jahren begann die Arbeit des Netzwerkes mit einer Welle der Solidarität aus allen Teilen der Gesellschaft im Stadtteil, um die Geflüchteten zu empfangen und bestmöglich zu unterstützen. Hunderte Menschen engagierten sich. Bauten Betten zusammen, organisierten Freizeitangebote, reparierten Fahrräder, leisteten medizinische Hilfe und organisierten ein Begegnungscafé.

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Dienstag 16.09.25, 11:00 Uhr
Freitag, 19 September digital

Gemeinschaftliches Wohnen

Die Stadt Bochum lädt zu einer digitalen Infoveranstaltung zum Gemeinschaftlichen Wohnen am Freitag, 19. September, von 15 bis 18 Uhr ein und schreibt dazu: »Um teilzunehmen, ist eine Anmeldung unter notwendig. Die Veranstaltung ist kostenfrei.

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Dienstag 16.09.25, 10:17 Uhr
10 Jahre Netzwerk Flüchtlinge Langendreer

Chronik der Arbeit des Netzwerks Flüchtlinge

Juni 2015 Anfang Juni 2015 kommen tausende Geflüchtete in NRW an, werden in den Erstaufnahmeeinrichtungen registriert und dann nach einem Quotenschlüssel den Kommunen zugewiesen. So hat Bochum 1,9 % der in NRW Asyl- Suchenden zunächst unterzubringen und zu versorgen. Ende September 2015 befinden sich 918 Geflüchtete im Bochumer Osten.

Die Bochumer Stadtverwaltung hat alle Hände voll zu tun. Glücklicherweise haben sich aber mit der ansteigenden Zahl der Geflohenen auch Hilfswerke wie das Deutsche Rote Kreuz und der Arbeiter-Samariter-Bund aktivieren lassen, genauso wie Kirchengemeinden, 5portvereine und Privatleute, die sich schnell in Initiativen organisierten und tatkräftig darum bemüht waren und sind, möglichst keine sozialen Brennpunkte im Bochumer Osten entstehen zu lassen.

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Dienstag 16.09.25, 10:05 Uhr
10 Jahre Netzwerk Flüchtlinge Langendreer

Grußwort von Amnesty International

Hallo zusammen, ich bin Christopher Khongklad und ich bin heute für die Amnesty International Gruppe aus Bochum hier um mit euch ein wenig über Menschlichkeit zu sprechen.

„Der Tod der Empathie ist eines der frühesten und deutlichsten Zeichen, dass eine Kultur gerade in die Barbarei verfällt.“. Das schrieb Hannah Arendt, weltberühmte Historikerin und Philosophin, 1951 in ihrem Hauptwerk „Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft“.

Aber was wollte sie damit eigentlich ausdrücken? „Der Tod der Empathie“. Was genau soll das bedeuten? Hannah Arendt wurde am 14. Oktober 1906 in Linden geboren. Sie gehörte dem Judentum an und erlebte das nationalsozialistische Regime damals hautnah. Einen der Ursprünge der Gräueltaten seiner Zeit sieht Arendt in dem Verfall menschlichen Einfühlungsvermögens. Den Menschen wurde durch unterschiedlichste Manipulationstaktiken gezielt die Empathie für anfällige Minderheiten abtrainiert und es ermöglichte einer ganzen Bevölkerungsgruppe empfindungslos Teil des größten Genozids der Menschheitsgeschichte zu sein.

Über die vergangenen Jahre mussten wir miterleben, wie faschistische und rassistische Stimmen wieder erstarkten. Entgegen all der Werte, für welche wir über Jahrzehnte hinweg gekämpft haben, entscheiden nun Menschen, welche ihr Eigeninteresse über das Gemeinwohl stellen über die Menschenrechte von Millionen, die selbst nicht das Privileg hatten in eine Position geboren zu werden, in der sie für sich selbst hier einstehen können.

CDU und SPD haben uns bewiesen, dass sie ihre Werte als verhandelbar erachten solang sich dadurch die eigene Machtposition erhalten lässt. Wie Fahnen im Wind kehren sie den propagierten Zielen von Diskriminierungsbekämpfung, Gleichberechtigung und Demokratieerhalt den Rücken. Die aktuelle Asylpolitik stellt in unseren Augen eine Gefährdung der Menschenrechte dar. So versprach die Regierung beispielsweise 2300 AfghanInnen eine Aufnahmezusage, welche in Folge des Aufnahmestopps zunächst missachtet wurde. Die AfghanInnen klagten größtenteils erfolgreich gegen diese Behandlung worauf die Merz-Regierung mit einer absichtlichen Verzögerung der Aufnahme der Schutzsuchenden reagierte.

Die Situation der AfghanInnen ist bei weitem kein Einzelfall. Immer wieder dürfen wir beobachten, wie intolerante und hasserfüllte Perspektiven seit dem Anstieg rechter Präsenz eine Plattform erhalten, sei es in den öffentlich rechtlichen Medien oder im Bundestag. Statt eine klare Ablehnung menschenverachtender Denkweisen zu zeigen entschied man sich Kompromisse einzugehen, welche Menschen in schweren Lebenslagen eine weitere Hürde auf dem Weg in ein friedliches Leben stellen.

Liebe Leute, zu Beginn dieser Rede erwähnte ich heute mit euch über Menschlichkeit sprechen zu wollen. Tatsächlich geht es jedoch eher darum, was passiert wenn man jene Werte, die wir teils auch so selbstverständlich hinnehmen, missachtet. Die Regierung unter Merz setzte sich dafür ein Asylanträge bereits an den EU-Grenzen zu bearbeiten und alle vermeintlich illegalen Einreisen zurückzuweisen. Das ist ein klarer Verstoß gegen deutsches Asylrecht und ein Ausdruck politischer Kälte, welcher uns als Gesellschaft weit zurückwirft. Auch das Verwaltungsgericht Berlin entschied so. Asylsuchende quälen sich ohnehin bereits durch einen von Bürokratie geprägten Prozess. Dann haben sie das Glück an vermeintliche Sozialinstanzen zu geraten und müssen sich sagen lassen, dass ihnen keine Wahl bleibe als umzukehren.

Umkehren, das bedeutet für viele den Tod, für viele weitere eine Gefängnisstrafe und im besten Fall Armut oder mangelnde Sicherheit. Dass diese Herangehensweise überhaupt in Betracht gezogen wurde spricht Bände. Wir von Amnesty sehen in den Änderungen der Asylpolitik ein weitreichendes und tiefgreifendes Problem. Menschenrechte werden relativiert und scheinen ihre Allgemeingültigkeit zu verlieren. Diese Änderungen und diese Bestrebungen, die die derzeitige Regierung durchsetzt gefährden die wichtigen Grunsätze von Gleichberechtigung und Demokratie.

Doch zwischen all diesen düsteren Zeichen ist der Anlass zu welchem wir uns heute hier einfinden ein freudiger. Dass sich hier Menschen versammelt haben um 10 Jahre Einsatz, 10 Jahre Empathie und Nächstenliebe zu feiern, das gibt mir Hoffnung. Das ist ein Zeichen, dass wir der Barbarei wie Hannah Arendt sie beschrieb noch fern sind. Deshalb ein herzliches Danke an jede Person, die sich stark macht für Menschen, denen das Schicksal schlechtere Karten gab und hoch die internationale Solidarität. Vielen Dank.


Dienstag 16.09.25, 10:03 Uhr
10 Jahre Netzwerk Flüchtlinge Langendreer

Rede von Birgit Naujoks

Liebe Mitglieder und Unterstützer*innen des Netzwerks Flüchtlinge Langendreer,
als Flüchtlingsrat NRW gratulieren wir herzlich zu zehn Jahren unermüdlichem Engagement!

Wie das Netzwerk haben sich im „Sommer der Migration“ 2015 im gesamten Bundesgebiet und auch in NRW zahlreiche ehrenamtliche Initiativen gegründet. Die gesellschaftliche Hilfsbereitschaft und die Anteilnahme am Schicksal der damals vor allem aus Syrien, Afghanistan und dem Irak geflüchteten Menschen waren enorm. Danach gingen die Solidarität mit Schutzsuchenden und die Bereitschaft zu ehrenamtlichem Engagement spürbar zurück und nahmen erst im Zuge des Kriegsausbruchs in der Ukraine im Frühjahr 2022 wieder zu. Doch das Netzwerk Flüchtlinge Langendreer blieb über diese gesamte Zeit hinweg unbeirrt in seinem flüchtlingssolidarischen Engagement aktiv.
Flüchtlingssolidarisches Engagement ist nach wie vor unerlässlich, um Schutzsuchenden nach den oftmals traumatisierenden Erlebnissen im Herkunftsland und auf der Flucht Halt zu geben, ihnen zu ermöglichen, zur Ruhe zu kommen, und ihnen Orientierung in einer unvertrauten Umgebung mit einer fremden Sprache zu bieten. Besondere Bedeutung kommt der ehrenamtlichen Unterstützung angesichts der prekären rechtlichen Situation von Flüchtlingen zu.
Auf der europäischen Ebene schlägt sich seit 2015 ein immer schärferer Abschottungskurs Bahn. Die „Festung Europa“ zieht Mauern und Zäune hoch und nimmt bei ihrem Versuch, Schutzsuchende um jeden Preis fernzuhalten, massive Menschenrechtsverletzungen in Kauf. Das Sterben auf dem Mittelmeer, rechtswidrige Pushbacks und Elendslager wie das griechische Moria sind nur einige der tragischen Folgen dieser Politik. Mit der im vergangenen Jahr beschlossenen Reform des Gemeinsamen Europäischen Asylsystems, die unter anderem beschleunigte Asylverfahren unter haftähnlichen Bedingungen in Lagern an den EU-Außengrenzen vorsieht, wurde ein neuer Tiefpunkt beim „Flüchtlingsschutz“ in Europa erreicht.
Auch in Deutschland mussten wir, trotz anfänglich vereinzelter positiver Signale aus der Politik im Sommer 2015 – erinnert sei etwa an den Ausspruch „Wir schaffen das!“ der ehemaligen Bundeskanzlerin Angela Merkel – im Laufe der letzten zehn Jahre im Großen und Ganzen eine beispiellose weitere Entrechtung und bewusste Abschreckung von geflüchteten Menschen erleben. Von den „Asylpaketen“ der Großen Koalition über das sog. „Rückführungsverbesserungsgesetz“ der Ampel-Regierung bis hin zu der von der derzeitigen Bundesregierung verfolgten „Migrationswende“ – es herrscht geradezu ein politischer Überbietungswettbewerb beim Abbau des Flüchtlingsschutzes. Die Grundwerte unserer offenen, demokratischen Gesellschaft werden dabei ebenso missachtet wie fundamentale rechtsstaatliche Prinzipien.
Ehrenamtliche wirken dieser Entrechtung und Ausgrenzung entgegen, indem sie geflüchteten Menschen zur Wahrnehmung ihrer Rechte verhelfen, was gerade angesichts der Kürzungen bei hauptamtlichen Beratungsstrukturen von besonderer Bedeutung ist. Außerdem ermöglichen Ehrenamtliche Teilhabe, indem sie zum Beispiel soziale Begegnungsräume schaffen. Anstatt dieses wichtige Engagement anzuerkennen und zu stärken, streichen politische Entscheidungsträgerinnen Fördermittel für das Ehrenamt. Sehr besorgniserregend ist zudem, dass Politikerinnen die zivilgesellschaftliche Flüchtlingssolidaritätsarbeit zunehmend grundsätzlich in Frage stellen und in Verruf bringen wollen.
Parolen wie die von Seehofer „Das Boot ist voll“ oder die Angst vor „Überfremdung“ erleben neue Aktualität und es gibt zunehmend mehr Menschen, die dem Gerede Glauben schenken. Schutzsuchende werden als Sündenböcke für Vieles missbraucht – sie haben ja auch keine Lobby.
Dabei ist der Umgang mit geflüchteten Menschen keine Nebensache, sondern spielt eine zentrale Rolle für die Frage, was für eine Gesellschaft wir sein wollen. Wie wir als Flüchtlingsrat NRW in unserer fast 40-jährigen Vereinsgeschichte immer wieder betont haben, sind Flüchtlingsrechte Menschenrechte und ihre Einschränkung bringt letztlich unser aller Freiheiten in Gefahr. Flüchtlingsschutz ist ein wesentlicher Prüfstein für eine gesunde und offene Demokratie. Ehrenamtliche treten für eine Gesellschaft ein, die Verantwortung für Schutzbedürftige und Menschen in Not übernimmt, und leben dieses Ideal aktiv vor.
Sich in diesen Zeiten mit Schutzsuchenden zu solidarisieren, sich für das Recht auf Asyl und die Wahrung der Menschenrechte einzusetzen, sich gegen den Rechtsruck zu stellen – dafür braucht es Ausdauer und Mut. Beides wünschen wir allen Mitgliedern und Unterstützer*innen des Netzwerks Flüchtlinge Langendreer!


Montag 15.09.25, 16:32 Uhr
Geplanter Radweg-Ausbau Wittener Straße

ADFC warnt vor gefährlicher Verkehrsführung auf der Wittener Straße

Der ADFC Bochum hat sich mit dem Radweg-Ausbau auf der Wittener Straße befasst und kommt zu dem Schluss, dass die geplante komplizierte Verkehrsführung zu gefährlich ist und nachgebessert werden muss. »Am 18. September wird im Ausschuss für Mobilität und Infrastruktur ein aktueller Entwurf der Verwaltung für den Radwegausbau auf der Wittener Straße zwischen Universitätsstraße und Alter Wittener Straße beraten.

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Montag 15.09.25, 08:54 Uhr

Über Mut und menschliche Solidarität

Im Fritz-Bauer-Forum ist die klinische Psychologin und Friedensaktivistin Dr. Orli Bach zu Gast, arbeitet in einer Vereinigung arbeitet, die sich an der Schnittstelle von Therapie und Forschung zu individuellen und kollektiven Traumata befindet. Das Forum schreibt über sie: »In den letzten Jahren engagierte sie sich auch sehr aktiv in der Friedensbewegung in Israel und in der gewaltfreien Widerstandsbewegung, wo sie sich intensiv für den Schutz der israelischen Demokratie und die Beendigung des Krieges einsetzt. Sie besucht Deutschland im Rahmen einer Initiative zur Gründung eines nach ihrem Vater benannten Zentrums für Humanität und Gerechtigkeit in Zusammenarbeit mit dem Fritz Bauer Forum.

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Montag 15.09.25, 08:45 Uhr
Im BASTION am kommenden Sonntag

Konzert von Dear Deer

Am 21. Oktober ist das Electro-Duo Dear Deer aus Lille zu Gast in der BASTION. Einlass ist ab 19h. Der Eintritt ist frei, eine vorherige Anmeldung ist zwingend erforderlich (siehe). Dazu schreibt der Veranstalter: »Die französischen Musiker:innen Sabatel und Frédéric Iovino sind seit 2015 sowohl im wirklichen Leben als auch mit Dear Deer auf der Bühne ein Paar und auf der Suche nach dem ultimativen Nachtclub-Track.

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