In der vergangenen Woche feierte das Netzwerk Flüchtlinge in Langendreer sein zehnjähriges Bestehen mit einer Ausstellungseröffnung und einer Veranstaltung im Bahnhof Langendreer. Vor 10 Jahren begann die Arbeit des Netzwerkes mit einer Welle der Solidarität aus allen Teilen der Gesellschaft im Stadtteil, um die Geflüchteten zu empfangen und bestmöglich zu unterstützen. Hunderte Menschen engagierten sich. Bauten Betten zusammen, organisierten Freizeitangebote, reparierten Fahrräder, leisteten medizinische Hilfe und organisierten ein Begegnungscafé.

Auf der Veranstaltung letzten Dienstag wurde dieses Engagement nachgezeichnet (siehe Beitrag des Netzwerks). Die Arbeit des Netzwerks ist seitdem kontinuierlich weiter gegangen und ist auch heute ein wichtiger Bestandteil des Zusammenlebens im Stadtteil. Zu den regelmäßigen festen Angeboten gehören z.B. offene Hausaufgaben- und Nachhilfestunden, Deutschunterricht, das monatliche Begegnungscafé, Ferienaktivitäten, Ausflüge und mehr. Zudem unterstützt das Netzwerk Geflüchtete auch darin, ihre Interessen und Rechte wahrzunehmen und zu vertreten.
In der Veranstaltung wies der Flüchtlingsrat in seinem Grußwort mit Nachdruck darauf hin, wie wichtig die Arbeit des Netzwerks ist, auch angesichts massiver Angriffe auf ein Asylrecht, das mittlerweile kaum noch als solches existiert. Der Flüchtlingsrat NRW dazu in seinem Grußwort: „Von den „Asylpaketen“ der Großen Koalition über das sog. „Rückführungsverbesserungsgesetz“ der Ampel-Regierung bis hin zu der von der derzeitigen Bundesregierung verfolgten „Migrationswende“ – es herrscht geradezu ein politischer Überbietungswettbewerb beim Abbau des Flüchtlingsschutzes. Die Grundwerte unserer offenen, demokratischen Gesellschaft werden dabei ebenso missachtet wie fundamentale rechtsstaatliche Prinzipien.“ Grußwort des Flüchtlingsrats NRW
In dem Grußwort von Amnesty International ging Christopher Khongklad auf die aktuelle Auseinandersetzung um die Asyl suchenden Menschen aus Afghanistan ein: „CDU und SPD haben uns bewiesen, dass sie ihre Werte als verhandelbar erachten solang sich dadurch die eigene Machtposition erhalten lässt. Wie Fahnen im Wind kehren sie den propagierten Zielen von Diskriminierungsbekämpfung, Gleichberechtigung und Demokratieerhalt den Rücken. Die aktuelle Asylpolitik stellt in unseren Augen eine Gefährdung der Menschenrechte dar. So versprach die Regierung beispielsweise 2300 AfghanInnen eine Aufnahmezusage, welche in Folge des Aufnahmestopps zunächst missachtet wurde. Die AfghanInnen klagten größtenteils erfolgreich gegen diese Behandlung worauf die Merz-Regierung mit einer absichtlichen Verzögerung der Aufnahme der Schutzsuchenden reagierte.“ Grußwort von Amnesty International
In dem Beitrag der Nothilfe Nordsyrien wird die Unterstützung von Renas für die Menschen in Nordsyrien geschildert. Er selbst „hat in Bochum Fuß gefasst, seine Ausbildung zum Kinderpfleger und Erzieher gemacht und inzwischen eine feste Stelle. Seine Heimat hat er aber nicht vergessen.“ Er kennt die Armut und Verzweiflung in seiner Heimat und organisiert hier Hilfe. Grußwort der Nothilfe Nordsyrien
Die Seebrücke Bochum betonte in ihrem Beitrag die Notwendigkeit, sich aktiv gegen die Asylrechtsverschärfungen einzusetzen: „Wir gehen auf die Straße, wenn wieder eine Asylrechtsverschärfung droht oder zu bekämpfen gilt, wenn dummes, polemisches Gerede von politischen Parteien die Gesellschaft zu spalten droht. Und damit meine ich nicht nur die AFD. Zuletzt waren wir letzten Samstag unter dem Motto: „Solidarität statt Rechtsruck“ mit über 600 Demonstrant*innen auf der Straße.
Unser Ziel ist eine Welt ohne Abschottung, ohne Lager, ohne Abschiebungen, ein Leben in Würde und in Sicherheit. Menschenrechte müssen gewahrt werden, sind unverhandelbar und gelten für ALLE. Wir setzten auf ein Europa der Solidarität und des Rechts auf Asyl mit sicheren Fluchtwegen, sicherem Ankommen und sicherem Bleiben.“ Grußwort der Seebrücke Bochum
Heute um 15:30 Uhr ist noch einmal eine Führung durch die Ausstellung „Wie meine Hoffnung überlebt hat“, die Frauengeschichten von Flucht und Vertreibung thematisiert. Beschreibung siehe auf des Seite des Bahnhofs

