Die nordrhein-westfälische Friedensbewegung ruft angesichts der anhaltenden Kriege in der Ukraine und in Nahost am 03. Oktober im Rahmen eines bundesweiten Aktionstages zu einer Demonstration im niederrheinischen Uedem bei Kalkar auf. Am Doppelstandort Kalkar/Uedem befinden sich die Luftwaffen-Kommandozentralen der Bundeswehr und der NATO. Der Aufruf zu der Aktion: »Angesichts der aktuell angespannten Lage rund um die über Polen abgeschossenen russischen Drohnen droht eine weitere Eskalation des Krieges. Dann wäre das Combined Air Operation Center in Uedem die zentrale Einrichtung zur Luftkriegsführung der NATO.
Die Teilnehmer:innen der Kundgebung setzen sich für einen Waffenstillstand und weitere Bemühungen um Verhandlungen zur Beendigung des Krieges in der Ukraine ein. Joachim Schramm vom Ostermarsch RheinRuhr erklärte:
„Aktuell steht der Standort Kalkar/Uedem im Mittelpunkt der Maßnahmen der NATO gegen Drohnen über NATO-Gebiet und verdächtige Flugbewegungen an den Grenzen. Von hier werden die Flüge des Air Policing koordiniert und geführt. In einem Kriegsfall wäre das auch der Fall. Uedem genau wie Kalkar wären daher Ziele erster Ordnung im Rahmen einer Eskalation des Ukraine-Krieges. Davor warnen wir mit unserer Demonstration vor Ort. Wir fordern von Russland ein Ende des Krieges, fordern aber auch gerade von unserer Bundesregierung, sich für eine Fortführung der gerade stockenden Gespräche über eine Friedenslösung für den Krieg zu engagieren, statt diese immer wieder infrage zu stellen. Wir wenden uns gegen alle Scharfmacher, die in dieser gefährlichen Situation nach militärischen Gegenmaßnahmen rufen.“
Die Veranstaltung in Uedem beginnen um 11:30 Uhr vor der Kaserne am Paulsberg. Dort spricht Bernhard Trautvetter, Mitglied im Essener Friedensforum und Vertreter der Friedensversammlung RheinRuhr. Um 12 Uhr startet die Demo zum Marktplatz in Uedem. Dort spricht Tobias Pflüger, ehemaliger Bundestagsabgeordneter der LINKEN und heute aktiv bei der Informationsstelle Militarisierung in Tübingen über die Gefahr der Eskalation des Konfliktes in Europa. Weitere Rednerin ist Katharina Niebergall von der jungenGEW NRW. Sie spricht zum Zusammenhang zwischen der Finanzmisere im Bildungsbereich und den explodierenden Rüstungsausgaben sowie zu den Sorgen jungen Menschen vor einer neuen Wehrpflicht. Für Musik sorgt der Liedermacher „Salossi“.
Die Militäranlagen der Bundeswehr und NATO in Uedem und im benachbarten Kalkar sind aus Sicht der Friedensbewegung Symbol für eine Politik der Konfrontation und Hightech-Aufrüstung der NATO. Diese hat den Ukraine-Krieg nicht verhindern können und droht nun Teil einer dramatischen Eskalation zu werden. Die Friedensbewegung in NRW verweist darauf, dass der Einigungsvertrag von 1990 Deutschland und die vier Siegermächte des Zweiten Weltkrieges zu einer Friedenspolitik und zu einer gesamteuropäischen Friedensordnung verpflichtet. Daran soll mit der Friedensaktion am Jahrestag der deutschen Vereinigung erinnert werden.«