Am heutigen Freitag, den 24. Juni lädt die Initiative Religionsfrei im Revier um 19.00 Uhr im Bahnhof Langendreer zu einem Treffen ein. Themen des Treffens sind u. a. die Positionen des umstrittenen Philosophen Peter Singer und der Besuch von Joseph Ratzinger in Deutschland. Am morgigen Samstag führt die Initiative ab 12.00 Uhr in der Kortumstraße (Höhe Huestr.) eine Aktion zum im Herbst geplanten Papstbesuch durch. Mit Ratzinger soll schließlich jemand im Bundestag eine Rede halten, der Menschenrechte offensiv missachtet. Die Initiative wird ein Flugblatt verteilen und ein Quiz zum Thema Menschenrechte durchführen.
Die Bochumer Greenpeace-Gruppe schreibt unter dem Motto „Jeder Tag Atomkraft ist einer zu viel“: »Am 29./30. Juni beschließt der Bundestag ein ganzes Paket neuer Gesetze zur Energiepolitik. Die Bundesregierung möchte unter anderem bis 2022 schrittweise aus der Atomkraft aussteigen und den Bau neuer Kohle- und Gaskraftwerke vorantreiben. Nicht nur die Ethikkommission, auch das Umweltbundesamt und viele Fachexperten halten jedoch einen früheren Ausstieg aus der Atomkraft für möglich. Deswegen hat Greenpeace Ruhrgebiet heute insgesamt 39 Bundestagsabgeordnete mit einem Offenen Brief aufgefordert, dem Atomausstiegsgesetz in seiner vorliegenden Form nicht zuzustimmen. Für Bochum waren dies Frithjof Schmidt (Bündnis 90/Die Grünen), Gerd Bollmann und Axel Schäfer (SPD), Sevim Dagdelen (Die Linke) und Norbert Lammert (CDU). Greenpeace hat mit seinem Energiekonzept „Der PLAN“ gezeigt, dass der Ausstieg bis 2015 versorgungssicher möglich ist. Zusätzlich wurden die Abgeordneten aufgefordert, gegen den Bau neuer Kohlekraftwerke zu stimmen, da Kohle der klimaschädlichste Brennstoff ist.«
Das Polit-Cafè Azzoncao verteilte gestern 1000 Flugblätter in der Nachbarschaft der Hernerstr. 87. Hiermit wurde an ein Ereignis vor 17 Jahren erinnert. Am 22. Juni 1994 brannte es hier. In dem mehrstöckigen Haus waren viele Flüchtlinge aus dem Libanon untergebracht. Während die meisten BewohnerInnen noch rechtzeitig aus dem Haus fliehen konnten, waren die Bewohner des obersten Stockwerks dem Feuer und seiner Rauchentwicklung am längsten ausgesetzt. Sie konnten als Letzte von der Feuerwehr aus dem Haus evakuiert werden. Für den 9-jährigen Eisam Chandim kam jede Hilfe zu spät. Er starb an einer Rauchvergiftung. Bis heute ist ungeklärt, ob es sich bei dem Brand um einen rassistischen Brandanschlag handelt. Zum Hintergrund-Artikel von Azzoncao.
Vor der vierten Tarifverhandlungsrunde für die 450 000 Beschäftigten des nordrhein-westfälischen Einzelhandels am kommenden Dienstag (28.6.) werden nun auch im Bereich des ver.di-Bezirks Bochum-Herne Streiks stattfinden. Nach Angaben der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) werden die Beschäftigten der ersten Streikbetriebe für den morgigen Freitag aufgerufen, gegen das unzureichende Arbeitgeberangebot mit Arbeitsniederlegungen zu reagieren. Seitens ver.di erklärt Helmut Süllwold, Fachsekretär für den Handel: „Wir sind auch zu dieser Tarifrunde wieder gut aufgestellt. Neben den SB-Warenhäusern, werden im Laufe der anhaltenden Tarifrunde auch Baumärkte, Drogerie-Discounter und Lebensmittelverbrauchermärkte in Aktionen einbezogen.“ mehr…
Am Donnerstag, den 30. Juni findet um 19 Uhr im Hörsaal HGA 20 der Ruhr-Uni zum Thema Tierrechts- und Tierbefreiungsbewegung statt. In der Ankündigung heißt es: »Tierausbeutung, fleischfreie Ernährungsweisen und sogar die akademische Erforschung der Mensch-Tier-Verhältnisse (Human-Animal Studies) sind derzeit wieder im öffentlichen Diskurs. Zusehen ist dies täglich in Polit-Talkshows, Trash-TV-Beiträgen (Galileo etc.) und Magazinen. In dieser Einführungsveranstaltung des AStA der RUB in Zusammenarbeit mit „animal academy“ wird eine neue soziale Bewegung vorgestellt, die seit jeher ein Interesse hat, das Verhältnis zwischen Mensch und Tier gewaltfrei zu gestalten: die Tierrechts- und Tierbefreiungsbewegung. mehr…
Nach Überfällen und Bedrohungen durch Neonazis in Langendreer, sehen sich immer mehr Menschen in der Verantwortung, jetzt auf dieses wachsende Problem hinzuweisen. Sie haben sich zur Initiative „Langendreer gegen Nazis“ zusammengefunden. In einem Flugblatt, das z. Z. in die Haushalte in Langendreer verteilt wird, beschreiben sie, wie die neonazistische Szene versucht, sich in Langendreer und Umgebung breit zu machen. Sie will ermutigen und ruft auf: „Zeigen Sie Zivilcourage! – Schauen Sie nicht weg, bei rassistischen Äußerungen und Handlungen – greifen sie ein! Machen Sie auf das Problem aufmerksam!“ Das Flugblatt als pdf-Datei.
Die Soziale Liste schreibt: »Mit einer Schweigeminute gedachte der Rat der Stadt Bochum an den 70. Jahrestag des Überfalls der deutschen Wehrmacht auf die Sowjetunion. Oberbürgermeisterin Dr. Ottilie Scholz erinnerte in bewegenden Worten an die großen Opfer und das Leid, die der Krieg forderte. Sie machte deutlich wie wichtig es ist, sich auch heute für das friedliche Zusammenleben und die Völkerverständigung einzusetzen. Sie wies auf die nun schon lange bestehende Städtepartnerschaft mit der ukrainischen Stadt Donezk hin und informierte darüber, dass eine Delegation der Stadt Bochum unter Leitung von Bürgermeisterin Erika Stahl in Donezk weilt und an den dortigen Gedenkfeierlichkeiten teilnimmt. mehr…
In der heute erschienenen Ausgabe der BSZ schreibt IFAK-Geschäftsführer Dr. Kemal Bozay über die Grauen Wölfe: »Der Einfluss extrem rechter und ultranationalistisch-islamischer türkischer Organisationen ist in den vergangenen Jahren bundesweit gewachsen. Auch in Bochum – insbesondere jüngst in Bochum-Dahlhausen – ist verstärkt zu beobachten, wie rechtsextrem-türkische Organisationen mobil machen.
In Deutschland sind unter anderem ADÜTF (Föderation der Idealistenvereine in Europa), ATB (Europäisch-Türkische Einheit) und ATIB (Türkisch Islamische Union Europa) aktiv. Ein Teil ihres Erfolgskonzepts ist, dass sich die lokalen Mitgliedsvereine häufig als türkische Selbsthilfeorganisationen etablieren konnten. Sie haben Einfluss auf Kultur- und Elternvereine, Fußballclubs und Moscheen – und damit auf das soziale Leben der türkischsprachigen Bevölkerung in Deutschland. Dass die Vereine von Jugendlichen mit Zuwanderungsgeschichte akzeptiert werden, ist eine wichtige Basis für diesen Erfolg. Gleichzeitig verbreiten die Gruppen nationalistische Ideologien und schüren auch Konflikte mit ethnischen Minderheiten. Es handelt sich um eine neue Form von Rechtsextremismus, nämlich den „ethnischen Nationalismus“.« Der vollständige Artikel.
Am kommenden Dienstag, den 28. 6. um 19.30 Uhr findet im Bahnhof Langendreer eine Veranstaltung zum Thema antimuslimischen Rassismus in der Gegenwart statt. Unter dem Titel „Zur Kulturalisierung des Anderen“ wird die Islamwissenschaftlerin Ilka Eickhof über gesellschaftliche Hintergründe und Veränderungen in der Debatte über Muslime und den Islam diskutieren. In der Ankündigung heißt es: »Die Themen „Integration“, „Islam“ und „Muslime“ sind aktuell allgegenwärtig. Dabei fallen in den Debatten immer wieder Schlagworte wie ‚Migrantenkids‘, ‚Muslime‘, ‚Türken‘, ‚Parallelgesellschaft‘, ‚fehlgeschlagene Integration‘, ‘Integrationsverweigerer‘ oder auch die in Zweifel gezogene ‚Demokratietauglichkeit‘ – beschrieben wird damit meist „der Muslim“. mehr…
Für den kommenden Freitag, den 24. 6. lädt die BezirksschülerInnenvertretung (BSV) Bochum alle Bochumer SchülerInnen zu ihrer zweiten Bezirksdelegiertenkonferenz (BDK) ein. Diese soll um 9 Uhr im Jahrhunderthaus der IG-Metall, Allestraße 80 in Bochum stattfinden. Die BDK ist das höchste Gremium der bochumweiten SchülerInnenvertretung. Auf einer solchen Konferenz wird z.B. der Vorstand der BSV gewählt, über aktuelle schulpolitische Themen diskutiert und beschlossen, wozu die BSV in nächster Zeit arbeiten soll. Diesmal wollen die SchülerInnen über den Einfluss der Bundeswehr auf die Schule diskutieren, aber sich auch in Workshops mit verschiedenen Themen, wie z.B. dem SV-Recht, auseinandersetzten. Alle teilnehmenden SchülerInnen sind für die Dauer der Veranstaltung von der Schule befreit.
Im Gedenken an den ermordeten Leiter des Freedom Theatre (Jenin) Juliano Mer-Khamis zeigt das endstation.kino im Bahnhof Langendreer am Sonntag, den 25. 6. um 17:45 Uhr in Kooperation mit dem AK Palästina seinen preisgekrönten Film Arna’s Children. In der Ankündigung heißt es: »Am 4. April 2011 wurde Juliano Mer-Khamis auf offener Straße im palästinensischen Flüchtlingslager Jenin erschossen. In Erinnerung an ihn, der sich als „100 prozentiger Jude und 100 prozentiger Palästinenser“ begriff, der Film über die Kinderheatergruppe im Flüchtlingslager Jenin gezeigt, die von seiner Mutter Arna Mer Khamis gegründet wurde. mehr…
Am Freitag, den 24. Juni zeigt der notstand ab 20.30 Uhr im Sozialen Zentrum im Rahmen der Entflammbar die Zusammenstellung Best of Videoactivism. Schon seit vielen Jahren gibt es Videoprojekte, die Aktivitäten sozialer Bewegungen im Sinne von Gegenöffentlichkeit solidarisch begleiten. Durch die enorme Verbilligung von Kameras und durch die Möglichkeiten des Internets hat die Anzahl der Videos über politische und soziale Aktivitäten enorm zugenommen. Aber meistens werden diese Videos nur individuell am Computer angeschaut. Der_notstand hat nun eine kleine Auswahl von aktuellen Videos zusammengestellt, deren Formen und Inhalte im Anschluss diskutiert werden können.
Am kommenden Montag, den 27. 6. berichtet Modaira Rubio Marcano (Foto) aus Caracas um 19.30 Uhr im Bahnhof Langendreer über die Situation von Frauen in Venezuela. In der Ankündigung heißt es: »Die Frauen Venezuelas sind – wie die meisten in den armen Ländern – in ihrer Mehrheit von Armut betroffen, arbeiten meist schlecht bezahlt, häufig im informellen Sektor, leiden unter häuslicher und gesellschaftlicher Gewalt und haben wenig Zugang zu Bildung und Gesundheit. Im Norden werden sie v.a. als exotische Sexarbeiterinnen wahrgenommen. Mit dem bolivarianischen Prozess ist in Venezuela einiges zur Verbesserung der Lebenssituation von Frauen in Bewegung gekommen: Sozialprogramme, Gesundheitsfürsorge und Verfassungsänderungen können als erste Schritte gesehen werden – vielen Frauen ist das aber noch zu wenig. mehr…
Auf der Vollversammlung des Kinder- und Jugendrings am gestrigen Montag haben die Delegierten eine Zwischenbilanz zu verschiedenen Projekten des Jugendrings gezogen. In einer Zusammenfassung heißt es: »Mit dem Projekt „Ö“ soll die interkulturelle Öffnung der Jugendverbände und des Jugendrings voran gebracht werden. Die Migrantenjugendorganisationen werden so fit gemacht, dass sie vom Jugendhilfeausschuss als freier Träger der Jugendhilfe anerkannt werden und die Kriterien für eine Mitgliedschaft im Jugendring erfüllen. Sechs Migrantenjugendorganisationen sind schon Mitglied im Jugendring. Der Kinder- und Jugendring Bochum hat damit bei der interkulturellen Öffnung der Jugendringe eine Vorreiterrolle in NRW übernommen. mehr…
„Zivilcourage und antifaschistisches Engagement wurden nicht nur im Vorfeld, sondern auch bei friedlichen Blockaden gegen den größten Nazi-Aufmarsch Europas am 19. Februar 2011 kriminalisiert. Offenkundig rechtswidrig fand seitens der Polizei eine flächendeckende Funkzellenauswertung statt. Mutmaßlich tausende Mobiltelefone wurden dabei ausgespäht, deren Inhaber bespitzelt. Das ist ein Skandal. Besonders brisant ist, dass die Überwachung möglicherweise auch der Bundestagsabgeordneten der Partei Die Linke, Sevim Dagdelen, gegolten hat, die im Vorfeld der Proteste zu den Blockaden aufgerufen hat“, so Christian Leye, Wahlkreismitarbeiter von MdB Sevim Dagdelen und Sprecher des Kreisverbandes der Linkspartei. Siehe auch Meldung: „Der Schnüffelstaat schlägt neu zu„. „Im Zuge des Ermittlungsverfahrens kam heraus, dass die Polizei meine Handynummer gezielt ermittelt hat. Mindestens für den 19. Februar 2011 wurden alle bei mir ausgehenden und eingehenden Telefonanrufe und Kurznachrichten protokolliert, die Besitzerinnen und Besitzer der kontaktierten Mobiltelefone ermittelt sowie ein Bewegungsprofil erstellt“, erklärt Leye. mehr…
Montag 20.06.11, 21:22 Uhr
Die BSZ informiert über Nazis und Gegenwehr in Langendreer
Die am Mittwoch erscheinende BSZ beschäftigt sich in ihrem Leitartikel mit dem wachsenden Nazi-Problem in Langendreer und den sich formierenden Widerstand im Stadtteil gegen diese Entwicklung: »Seit einigen Monaten sorgen zugezogene Neonazis im Bochumer Osten für Unmut. Vor allem im zentralen Bereich der Alten Bahnhofstraße kann es neuerdings für Linke und MigrantInnen, oder solche, die dafür gehalten werden, gefährlich werden. Nazi-Parolen an den Wänden, neonazistische Aufkleber, gewalttätige Übergriffe – mittlerweile traurige Realität im Stadtteil. Während die Lokalpresse um keine Verharmlosung verlegen ist, formiert sich Widerstand in der Bevölkerung. Wäre die Lage nicht ernst, man könnte es für einen schlechten Scherz halten. Nachdem der damals 19-jährige Neonazi André Zimmer unter anderem wegen der Sprengung seines eigenen Briefkastens, welche er auf Flugblättern der Antifa anlastete, letzte Woche verurteilt wurde, explodieren in Bochum wieder die Briefkästen. Die Täter auch dieses Mal: Nazis. Doch diesmal traf der rechte „Volkssport“ eine engagierte Bochumerin, welche sich die neuesten Entwicklungen in Langendreer nicht gefallen lassen wollte. Seit einiger Zeit nämlich häufen sich in dem alternativen Stadtteil rechte Übergriffe, Hakenkreuz-Schmierereien und Einschüchterungen gegen (vermeintlich) linke und migrantische BürgerInnen. Es ist ungemütlich geworden im Kiez, seit sich eine Gruppe Rechtsradikaler in der Alten Bahnhofstraße eingenistet hat und nun massiv nach Aufmerksamkeit heischt.« Der vollständige Artikel.
Das Mobiltelefon des Sprechers der Bochumer Linkspartei Christian Leye ist bei der Anti-Nazi-Demonstration im Februar in Dresden von der Polizei ausgespäht worden. Er war einer von tausenden DemonstrantInnen, deren Anrufe und Bewegungsprofile aufgezeichnet wurden. Das ist jetzt in einer Ermittlungsakte eines Verfahrens, mit dem Christian Leye kriminalisiert werden soll, zu Tage gekommen. Die TAZ berichtet heute in ihrem Aufmacher und ihrem Schwerpunkt über diesen Skandal. Auch ein Redakteur von bo-alternativ ist damit ins Netz der Fahnder gegangen. Er hatte mit Christian Leye telefoniert, um zu berichten, dass alle Insassen der Bochumer Busse wohlbehalten auf der Rückfahrt sind.
Am 1. Juli wollen Bochumer Schüler streiken und für ihre Rechte auf die Straße gehen. Das sollen sie aber nicht. „Dieser Meinung sind anscheinend einige Bochumer Schulleiter“, schreibt die BezirksschülerInnenvertretung in einer Mitteilung. Weiter heißt es da: »Dass hier das Recht auf Versammlungsfreiheit, welches in Artikel 8 des Grundgesetztes festgeschrieben steht, beschränkt wird, scheint dabei niemanden zu interessieren. Da gegen und für ein Streikrecht für Schüler spricht sich nun die Bezirksschülervertretung (BSV) aus. „Immer wieder haben uns in der letzte Woche bestürzte Schülerinnen und Schüler angesprochen, weil ihnen ihre Schule den Besuch des Schulstreikes verbietet. Oft wird mit unentschuldigten Fehlstunden oder anderen Strafen versucht die Schüler einzuschüchtern.“, berichtet Jonathan Röder, der Sprecher der Bochumer Schülervertretung. mehr…
Am kommenden Dienstag, den 21. Juni, findet der nächste Vortrag im Rahmen des Politischen Dienstags, einer Reihe des AStA der Ruhr-Uni Bochum statt. Referent ist Jörg Kronauer vom Antirassistischen Bildungsforum Rheinland. Der Vortrag „Recht extrem? Die Extremismusdoktrin und ihre Auswirkungen“ behandelt die Problematik des Extremismusbegriffes. Der Vortrag beginnt um 19 Uhr im KulturCafe des AStAs der Ruhr-Uni. In der Einladung heißt es: »Die Extremismus- bzw. Totalitarismusdoktrin erlebt seit den 1990er Jahren einen neuen Aufschwung. Die Annahme, „Extremismen“ auf der Rechten sowie auf der Linken hätten viele Gemeinsamkeiten und seien nur unterschiedliche Ausformungen eines „extremistischen“ Kerns, wird auch von zahlreichen Fachleuten kritisiert – schließlich fasst sie völlig unterschiedlich strukturierte Weltanschauungen zusammen. Gänzlich ungeachtet ihrer wissenschaftlichen Fragwürdigkeit entfaltet die Extremismusdoktrin zunehmend auch praktische Wirkung. Der Vortrag informiert über die Extremismus- bzw. Totalitarismusdoktrin, über wissenschaftliche Kritik an ihr und über ihre praktische Anwendung durch die bundesdeutschen Behörden seit den 1950er Jahren.«
Am 1. Juli startet im Bahnhof Langendreer das Filmfestival „ueber Mut“ der Aktion Mensch: Die Aktion Mensch schreibt: »In den Filmen des Festivals ueber Mut stehen Menschen im Mittelpunkt, die sich leidenschaftlich für ihren Traum von Veränderung einsetzen. Sei es für würdige Lebensbedingungen von obdachlosen Menschen in Frankreich, gegen den Missbrauch und die Vernachlässigung von Kindern und Jugendlichen in Südafrika oder für die rückhaltlose Aufarbeitung der NS-Vergangenheit in der Bundesrepublik. Die Filme zeigen aber auch Menschen, die mit ihren Ängsten mutig dem intimen Blick der Kamera begegnen, den inneren und äußeren Kämpfen zum Trotz.« Das Programm des Festivals.
Auf die Justiz, die Medien, die Polizei und die Politik in Bochum ist Verlass. Wenn Naziverbrechen, wie gestern bei der Verurteilung von Andre Zimmer, unbestreitbar an die Öffentlichkeit gelangen, dann werden die Verbrecher häufig als verirrte Einzeltäter verharmlost. Der Richter bezeichnete Zimmer in der Urteilsbegründung als „geistig verworren“. Dass der Verurteilte NPD-Landtagskandidat war und bei vielen Nazi-Aktivitäten eine führende Rolle inne hatte, wurde dagegen nicht thematisiert. Wie eigentlich immer in solchen Situationen wird dann nach einer Geschichte gesucht, mit der darstellbar ist, dass die Linke auch böse ist. Der Extremismus-Diskurs soll von der Gefahr durch die Nazis ablenken. Diesmal übernimmt diese Aufgabe nicht wie üblich die WAZ sondern die Ruhr Nachrichten. Sie machen ihren Bochumer Lokalteil heute mit einem fünfspaltigen Artikel unter der Überschrift auf: „Morddrohung im Vorstadtkrieg – Links- und rechtsextreme Jugendliche bekämpfen sich gegenseitig„. mehr…
Der Bochumer NPD-Kandidat bei der letztjährigen Landtagswahl Andre Zimmer ist gestern zu einer Jugendstrafe von 22 Monaten auf Bewährung verurteilt worden. Außerdem wurde eine Reihe von erzieherischen Maßnahmen angeordnet. Ein solches Urteil war nach dem zweiten Verhandlungstag erwartet worden. Gericht, Staatsanwaltschaft, psychiatrischer Gutachter und der Anwalt von Zimmer hatten stundenlang hinter verschlossenen Türen verhandelt. Als Deal war dann offensichtlich vereinbart worden, dass Zimmer unter Ausschluss der Öffentlichkeit ein umfassendes Geständnis ablegt und dafür mit einer Bewährungsstrafe davon kommt. Die restlichen drei Prozesses-Termine waren dann nur noch eine Inszenierung, in der sich alle Beteiligten an die Verabredung hielten. Die Staatsanwaltschaft stimmte dem weitgehenden Ausschluss der Öffentlichkeit zu und beantragte keine härtere Strafe. Der Anwalt des Nazis verzichtete darauf, ein noch milderes Urteil zu fordern. Die Antifaschistische Jugend Bochums hat einen ausführlichen Bericht geschrieben, in dem u.a. auch die Straftaten aufgelistet werden, die Zimmer gestanden hat.
Wegen der Unwetterwarnung hat das Bochumer Friedensplenum seine für heute Mittag und Nachmittag geplante Aktion in der Innenstadt abgesagt. Mit Flugblättern, Plakaten und Gesprächen sollte auf die Veranstaltung „Libyen im Visier der NATO“, am kommenden Mittwoch 19.00 Uhr, im ver-di-Haus an der Universitätsstr. 76 aufmerksam gemacht werden. Am Mittwoch diskutieren Sevim Dagdelen (Linke), Frithjof Schmidt (Grüne), und Serdar Yüksel (SPD) mit dem Friedensplenum und BesucherInnen über den UN-Beschluss zu Libyen und die NATO-Strategie in diesem Krieg. Der Einladungsflyer.
Aus Anlass des Internationalen Tags der Flüchtlinge am 20. Juni weist die Medizinische Flüchtlingshilfe Bochum e.V. (MFH) auf die wichtigsten Rahmenbedingungen für eine erfolgreiche gesellschaftliche und politische Teilhabe von Flüchtlingen hin: »In den vergangenen Monaten konnte man in den Nachrichten vieles über Flüchtlinge erfahren. Wir erfuhren von Kriegen, Diktaturen, Hunger, Naturkatastrophen und Ertrunkenen; von Menschen, die einen sicheren Ort für sich und ihre Familie suchen. Bei vielen Flüchtlingen in Deutschland ist das Leben von drei wesentlichen Faktoren geprägt: Zum Teil traumatisierende Erlebnisse im Heimatland und auf der Flucht sowie die psychosozialen Belastungen in Deutschland; alle diese Erfahrungen können zu psychischen Krankheiten führen. In unserem Land, in unseren Städten, in unserer Nachbarschaft leben Flüchtlinge zum Teil schon viele Jahre. Doch gemeinhin wissen wir nur wenig über ihre Lebenssituation, ihre Probleme und ihren Aufenthaltsstatus. mehr…
Susanne Rehm, kulturpolitische Sprecherin der grünen Ratsfraktion, teilt in einer Presseerklärung mit, dass in diesem Jahr voraussichtlich 128.555 € Landesmittel für Kulturprojekte in Bochum zur Verfügung gestellt werden: „So können die bisher schon geförderten Projekte ‘Internationales Videofestival‘ des Kulturbüros des AkaFö, ‘Odyssee – Kulturen der Welt‘ vom Bahnhof Langendreer und das ‘Filmfestival des Ruhrgebiets‘ von Klack zwo B weiter mit hohen Zuschüssen rechnen.“ Erfreulich sei auch, dass vier weitere Bochumer Projekte neu in die Landesförderung aufgenommen wurden. Es handelt sich dabei um die studentische Initiative ‘MegaFon‘, das Deutsche Forum für Figurentheater mit ‘Ruhr-Kunst-Cashing‘, die Rottstr. 5 mit ‘Portrait John Cage‘ und das 99cent theater mit dem Projekt ‘Eintagsfliegen (kontinuierlich kopulierend)‘.
Freitag 17.06.11, 15:03 Uhr
Interkulturell, tanzbar, hochpolitisch und unter freiem Himmel
Am Dienstag, den 21.6. gibt das Istanbuler Musikkollektiv “Bandista†um 19.30 Uhr ein Open Air Konzert im Biergarten der Kneipe des Bahnhof Langendreer. Ihre Musik kann man als “Balkan-Klezmer-Ska-Anatolian Folk†beschreiben. Bandista ist vielen BochumerInnen bekannt vom Auftritt im Zwischenfall und als politischer und musikalischer Höhepunkt beim letztjährigen Kemnade International. mehr…
Der Bochumer DGB schreibt: »Gewalt hat längst Einzug in die Arbeitswelt gefunden. Aus nahezu allen Branchen können gerade Frauen von direkter bzw. struktureller Gewalt am Arbeitsplatz berichten. „Frauen arbeiten mehr in Teilzeit, haben öfter einen Minijob und ihr Einkommen ist im Schnitt 23 % niedriger als das der Männer,“ so die DGB Kreisvorsitzende Ulrike Kleinebrahm. „Für Bochum zeichnet sich die strukturelle Gewalt z. B. dadurch aus, dass von den 34.000 Minijobs in Bochum nach DGB Angaben 22.000 von Frauen besetzt sind. Nur 4.000 Männer aber 19.000 Frauen arbeiten Teilzeit.“ Solidarität zeigen und Öffentlichkeit schaffen! Dazu kamen heute die DGB Kreisvorsitzende Ulrike Kleinebrahm, die Leiterin des Bochumer Frauenhauses, Ulrike Langer und Vertreterinnen des DGB Frauenarbeitskreis zusammen. mehr…
Die Soziale Liste schreibt: »Die Vorlage zur Vermietung städtischer Grundstücke für den Betrieb der Golfanlage Amalia wurde in der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses am 15.06.2011 von der Verwaltung zurückgezogen. Nach wie vor gibt es erhebliche offene Fragen zu dem Projekt, die in den Ausschüssen und der Grundstückskommission des Haupt- und Finanzausschusses beraten werden müssen. Die Soziale Liste kritisiert seit mehreren Jahren diese Pläne und tritt dafür ein, dass das große Mischgelände mit landwirtschaftlicher Nutzung, renaturierter Halde und Industriebrache der öffentlichen Nutzung zur Freizeit, Erholung und Naturschutz erhalten bleibt und nicht privatisiert wird. mehr…
Am Sonntag, den 19. Juni finden ab 11 Uhr im Stadtarchiv, Wittener Straße 47, Vorträge im Begleitprogramm zur Ausstellung “Kinder im Krieg. Polen 1939-1945.“ statt. “Polen im Zweiten Weltkrieg“ lautet das Referat von Dr. Andrzej Michalczyk vom Institut für Osteuropäische Geschichte der Ruhr-Universität Bochum, der damit den thematischen und zeitlichen Rahmen absteckt. Iris Helbing vom Berliner Zentrum für Demokratie und Kuratorin der Ausstellung, wirft dann einen genaueren Blick auf “Die Verschleppung polnischer Kinder in das nationalsozialistische Deutschland“. mehr…
Unter dem Titel „Eine andere Gewerkschaft ist möglich! – Die One Big Union als Mittel gegen das Siechtum der Einheitsgewerkschaften“ stellt sich am Freitag, den 17. Juni, um 19.30 Uhr im Sozialen Zentrum die Gruppe Industrial Workers of the World vor. Referent ist Heiner Stuhlfauth aus Köln. In der Einladung heißt es: »Das Elend der heutigen Gewerkschaftsbewegung ist nicht allein auf Massenarbeitslosigkeit und Umstrukturierungen im Produktionsprozess (Auslagerungen, Sub-Unternehmertum) zurück zu führen, also auf eine ökonomische Politik des Kapitals seit den 1970er Jahren. Die DGB-Gewerkschaften haben sich seit Mitte der 1980er Jahre dem Trend der Zeit angepasst, der Idee des Klassenkampfes völlig abgeschworen und zudem neoliberale Konzepte auch für sich übernommen. mehr…