Am Freitag, den 26. November findet im Sozialen Zentrum um 19.30 Uhr eine Lesung des linksalternativen Buch- und Zeitschriftenprojektes „der_notstand“ statt. Christoph Jünke stellt das von ihm herausgegebene Buch Linkssozialismus in Deutschland. Jenseits von Sozialdemokratie und Kommunismus? vor. In der Ankündigung heißt es: »Mit dem Neuaufgreifen vielfältiger alter Traditionen der deutschen Linken erlebt auch der Linkssozialismus eine Renaissance des Interesses. Linkssozialistische Strömungen und Traditionen zwischen und jenseits von Sozialdemokratie und Kommunismus werden wieder diskutiert, linkssozialistische Politiker und Vordenker früherer Zeiten (von Paul Levi und Richard Müller über Wolfgang Abendroth, Viktor Agartz bis zu Peter von Oertzen) wieder erinnert, bildungspolitisch und wissenschaftlich behandelt und neu aufgelegt.
Nicht selten wird sogar die neue deutsche Linkspartei in der heutigen Publizistik als „linkssozialistische“ bezeichnet. Doch was war dieser Linkssozialismus eigentlich? In welchem Zusammenhang stand er zu den ökonomischen und gesellschaftlichen Umbrüchen des 20.Jahrhunderts? Wie lässt er sich im Verhältnis zu anderen Strömungen der Linken bestimmen? Und sind seine Probleme und Lösungsvorschläge noch von Interesse für einen Sozialismus des 21.Jahrhunderts? Der Referent wirft einen Blick auf die Vergangenheit des deutschen Linkssozialismus, fragt nach seinen Charakteristika und zentralen programmatischen Traditionen. Und er diskutiert die Frage, was von dieser Tradition auch heute noch erinnernswert ist. Christoph Jünke, Jahrgang 1964, lebt und arbeitet als Historiker und Publizist in Bochum. Er ist Mitglied im wissenschaftlichen Beirat der RLS Nordrhein-Westfalen, hat für diese die Tagung zur Problemgeschichte, Programmatik und Aktualität des Linkssozialismus im Dezember 2009 organisiert und ist Herausgeber des daraus entstandenen, soeben erschienenen Buches Linkssozialismus in Deutschland. Jenseits von Sozialdemokratie und Kommunismus? (Hamburg: VSA 2010). Zuletzt Autor von Sozialistisches Strandgut. Leo Kofler – Leben und Werk 1907-1995 (Hamburg: VSA 2007) und Der lange Schatten des Stalinismus. Sozialismus und Demokratie gestern und heute (Köln: ISP 2007).«
Am 3. -5. Dezember findet an der Ruhr Uni ein Kongress des umsGanze-Bündnisses zum Thema Arbeit und Krise statt. Näheres. Zur Vorbereitung auf die Veranstaltung bietet die Kommunistische Gruppe Bochum ein Kongress-Warm-up an. Am Donnerstag, den 25. November findet um 19.00 Uhr im Sozialen Zentrum eine Veranstaltung statt zum Thema „Crisis in Greece: Ursachen – Reaktionen – Perspektiven?“ In der Einladung heißt es: »Die Weltwirtschaftskrise der letzten Jahre fand ihren brisantesten Ausdruck in der Staatsverschuldungskrise Griechenlands: Sie traf einen wirtschaftlich und gesellschaftlich krisenhaften Staat, führte ihn zum beinahen Staatsbankrott und zu einem 750 Milliarden schweren “Rettungsschirm†aus der E.U. Der Staat verwandelte sich innerhalb von Wochen in ein Experimentierfeld einer neuen “Schockpolitikâ€: Unter dem Diktat der E.U. und I.W.F. setzt die griechische Regierung auf ein enormes Sparprogramm um die “Ausquetschmaschinerie†der Bevölkerung im Gang zu setzen. mehr…
Am Dienstag, den 23. November findet um 19.00 Uhr im Kulturcafé an der Ruhr-Uni in der Critix-Reihe ein Vortrag von Torsten Liesegang statt. Das Thema: Zur Psychopathologie des Vernichtungskrieges. Curzio Malapartes ‘Kaputt‘ (1944). In der Ankündigung heißt es: »Manchmal hilft das Lesen von schöner Literatur: Der erste umfassende Roman zum Vernichtungskrieg nimmt die Ergebnisse der neueren Täterforschung vorweg: „Ja, es ist wahr […]. Sie schlachten die Wehrlosen, sie hängen die Juden an die Bäume auf den Dorfplätzen, sie verbrennen sie lebend in ihren Häusern, wie die Ratten, sie erschießen die Bauern und die Arbeiter auf den Höfen der Kolchosen und Fabriken. Ich habe sie lachen, essen, schlafen sehen im Schatten der Leichen, die an den Ästen der Bäume schaukelten.“ Der frühere Faschist Curzio Malaparte, italienischer Kriegsberichterstatter an der Ostfront, schildert in seinem Anfang 1944 im von den Alliierten befreiten Neapel erschienenen Roman „Kaputt“ ein facettenreiches Porträt der deutschen Täter im Vernichtungskrieg. mehr…
Das endstation kino im Bahnhof Langendreer zeigt zur Zeit den Film „Miral“. In der Ankündigung heißt es: »Jerusalem, 1978: Nach dem Selbstmord ihrer Mutter wird Miral im Alter von sieben Jahren von ihrem Vater in die Dar-al-Tifl-Mädchenschule geschickt. Diese wurde einst von der palästinensischen Friedensaktivistin Hind Husseini gegründet, um Waisenkindern Obdach und Bildung zu bieten. Innerhalb des al-Tifl Instituts wächst Miral behütet auf, abgeschirmt vom blutigen Konflikt außerhalb der Schulmauern. Als sie 17 Jahre alt wird, endet diese Naivität jäh, als Miral in ein Flüchtlingscamp geschickt wird, um selbst die Kinder vor Ort zu unterrichten. Dort trifft sie den politischen Aktivisten Hani, der nicht an eine friedliche Lösung des Konflikts zwischen Israelis und Palästinensern glaubt. Verzweifelt muss Miral sich entscheiden, ob sie an die friedlichen Ideale der al-tifl Schule glauben soll, oder an Hanis gewaltsamen Kampf. mehr…
Samstag 20.11.10, 14:27 Uhr
ver.di beschließt Widerstand gegen geplanten Personalabbau
Der Personalratsvorsitzende der Bochumer Stadtverwaltung Stefan Hölling (Foto) ist heute auf der Bezirkskonferenz von ver.di Bochum-Herne einstimmig zum neuen Bezirksvorsitzenden gewählt worden. Sein Vorgänger Jürgen Becker hatte aus gesundheitlich Gründen nicht wieder kandidiert. Als stellvertretender Vorsitzender wurde der Personalratsvorsitzende der Herner Stadtverwaltung Werner Fiedler wieder gewählt. Zu Beginn der Konferenz war eine „Resolution gegen den geplanten Personalabbau in den Stadtverwaltungen Bochum und Herne“ beschlossen worden. Hierin heißt es: „Die Delegierten der Bezirkskonferenz im ver.di Bezirk Bochum-Herne erteilen dem geplanten Stellenabbau in den Stadtverwaltungen Bochum und Herne eine klare Absage. Die Haushaltskonsolidierungen dürfen nicht einseitig auf dem Rücken der Beschäftigten ausgetragen werden. mehr…
Der Vorsitzende des Vereins Pro Steinkuhl Detlef Weber hat sich bei der Redaktion von bo-alternativ.de für die Veröffentlichung des Beitrags vom 21.10.2010 „Grunewald soll Aldi weichen“ bedankt und schreibt: „Aufgrund dieses Artikels haben wir als Verein Pro-Steinkuhl eine Mitgliederversammlung einberufen, an der auch Mitglieder der Bezirksvertretung teilnahmen. Desweiteren ist es gelungen, dass der Punkt Neubau von der Tagesordnung des Rates der Stadt Bochum genommen wurde. Wir möchten Sie informieren, dass am 26.11. um 18:00 Uhr eine Informationsveranstaltung des SPD-Ortsvereins Steinkuhl im Thomas Zentrum Steinkuhl stattfindet, zu der auch Mitglieder des Rates sowie der Stadtbaurat erwartet werden.“
Der AStA der Ruhr-Uni ruft alle Studierenden auf am Mittwoch, den 24.11. um 12.00 Uhr zu einer Podiumsdiskussion über den Neubau des geplanten Gebäudes GD zu kommen. Das ganze findet im HGC 10 statt. Auf dem Podium werden verschiedene Seiten zu Wort kommen: Neben dem Rektor Elmar Weiler und dem Dekan der sozialwissenschaftlichen Fakultät, Jörg Bogumil, wird auch der AStA-Vorsitzende Jan Keitsch auf dem Podium vertreten sein. Zum Hintergrund siehe Beitrag: AStA: Uni-Sanierung kann sich verzögern.
Am Montag, den 22.11. findet um 19.00 Uhr im Uhr KulturCafé an der Uni ein Vortrag statt mit dem Titel: „Unter Söldnern, Nazis und Islamisten – Romuald Karmakar: Filmemachen im Zwischenraum“. Referent in der Critix-Reihe ist Tobias Ebbrecht. In der Ankündigung heißt es: »Das Werk des Filmemachers Romuald Karmakar versperrt sich einer wissenschaftlichen Kanonisierung genauso wie der widerspruchsfreien Konsumierung. Seine Filme waren immer wieder Anlass für Debatten und Auseinandersetzungen, gerade weil sie Zuschauern wie Kritikern einen einfachen Zugang verbauen. mehr…
Bo-alternativ-Leser André hat die Redaktion von bo-alternativ.de informiert, dass der Bochumer WAZ-Gerichtsreporter Kiesewetter getwittert habe, dass die Staatsanwaltschaft im Tortenprozess Revision einlegen werde. In einem Artikel des Online Portals der WAZ lautet dann auch die Überschrift: „Ankläger legen Revision im Torten-Prozess ein„. Am Ende des Artikels wird dann auch aufgeklärt, wie exakt der Stand der Dinge ist: „Wenn die Staatsanwaltschaft jetzt aber Revision einlegt (das muss spätestens eine Woche nach einem Urteil geschehen), heißt das nicht zwingend, dass sie die Revision auch bis Ende durchführt. Sie will erst die Begründung des Freispruchs studieren, wenn sie schriftlich vorliegt.“
Freitag 19.11.10, 15:16 Uhr
Bericht über die zivilen Opfer im Afghanistan Krieg
Auf Einladung des Bochumer Friedensplenums und der Bundestagsabgeordneten der Linksfraktion Sevim Dagdelen fand gestern Abend ein Veranstaltung mit Christine Buchholz ebenfalls Mitglied der Linksfraktion im Bahnhof Langendreer statt. Sie berichtete über ihre Eindrücke bei ihrer Reise nach Afghanistan. Buchholz reiste im Frühjahr 2010 nach Kunduz, um mit den Hinterbliebenen und Opfern des NATO-Bombenangriffs auf zwei Tanklaster am 4. September 2009 zu sprechen, der auf Befehl des deutschen Oberst Klein ausgeführt wurde. Das Bombardement der NATO tötete bis zu 142 Menschen. Buchholz berichtete eindringlich von dem Schicksal der Opfer und Hinterbliebenen. mehr…
Für Samstag, den 20.11. sind 116 Bochumer und Herner Delegierte der Gewerkschaft ver.di zur Bezirkskonferenz eingeladen, um sich für die Zukunft inhaltlich und personell neu aufzustellen. Alle vier Jahre finden innerhalb der Gewerkschaft ver.di die Organisationswahlen statt. Im Rahmen dieser Wahlen werden sämtliche Gremien neu gewählt. So auch der 28-köpfige Bezirksvorstand, der als ehrenamtliches Führungsgremium gemeinsam mit der hauptamtlichen Geschäftsführung die gewerkschaftliche Politik im Bezirk vor Ort entwickelt und umsetzt. mehr…
Die Bochumer Initiative Radio El Zapote unterstützt die Online-Petition und Unterschriftenkampagne für den Menschenrechtsaktivisten, Publizisten und Schriftsteller Dogan Akhanli, denn: „Gerechtigkeit ist unteilbar!“ In einer Erklärung von Radio El Zapote heißt es: „Immer wieder erscheint die türkische Justiz, die eng mit einer Militär(un)rechtsprechung verzahnt ist, im Focus der kritischen Öffentlichkeit. Aktuell bereitet sie eine Anklage mit fadenscheinigen Begründungen gegen den Menschenrechtsaktivisten, Publizisten und Schriftsteller Dogan Akhanli vor. Ihrem Verfolgungswahn und repressiven Anti-Sozialistischen Tendenzen gemäß, steht eine lebenslange Haftstrafe zur Diskussion oder konkret gesagt: es scheint beschlossene Sache. mehr…
Die heutige vierte Runde im Tortenprozess endete mit einem Freispruch und war eindeutig davon geprägt, dass Gericht und Staatsanwaltschaft sich darum bemühten, den im letzten Amtsgerichtsprozess erlitten öffentlichen Ansehensverlust der Justiz zu minimieren. Staatsanwältin Wenzel hatte es dabei leicht. Sie reduzierte ihre im Amtsgerichtsprozess dargestellte Peinlichkeit schon allein dadurch, dass sie dieses Mal kaum etwas sagte. Der Vorsitzende Richter Gerd Riechert hatte sich sehr viel Gedanken gemacht, wie der massiven Urteilsschelte nach dem Amtsgerichts-Urteil begegnet werden konnte. Beim Amtsgerichtsurteil war in fast jeder Medien-Berichterstattung erwähnt worden, dass die Richterin ein vorgefertigtes Urteil in den Prozess mitgebracht und dies ohne echte Anhörung am Schluss des Prozesses verlesen habe. Riechert stellte zu Beginn des Prozesses dar, welche Fragen er im Verlauf der Verhandlung klären wolle und dass der Ausgang des Verfahrens für ihn offen sei. Die Medien hatten kritisiert, dass die Amtsrichterin der Anwältin und dem Angeklagten überhaupt nicht zugehört hatte. Richter Riechert bat demonstrativ den Angeklagten, langsam zu sprechen, damit er alles mitschreiben könne. Der Angeklagte und seine Anwältin Anne Mayer konnten dieses Mal, ohne unterbrochen zu werden, ausführlich ihre Position darstellen. mehr…
Das Anti-Atom-Plenum Bochum zeigt am Freitag, den 19. November im Sozialen Zentrum in Absprache und mit Unterstützung der Kerzner Familie eine Dokumentation zum Castor Transport nach Gorleben. In der Ankündigung heißt es: „Eine Dokumentation die überwiegend aus Nachrichtenschnippseln besteht und die Geschehnisse um den 2. Castortransport 1996 nach Gorleben thematisiert. Die Bilder sind 14 Jahre alt aber von den Geschehnissen von heute nicht zu unterscheiden, wenn einem die handelnden Personen nicht bekannt sind. Westerwelle sieht echt scheisse aus und Angela Merkel gibt die Umweltministerin. Es wird geprügelt, geschottert und gesägt. Die Lügen der PolitikerInnen, der Polizei und der Justiz haben sich nicht geändert. mehr…
Wie schon in den vergangenen drei Tagen fand auch heute eine Protestaktion des Bündnis gegen Rechts anlässlich des Tortenprozesses statt. Die Transparente und Plakate wurden anschließend sorgsam eingepackt. Wer weiß, ob die Staatsanwaltschaft Revision einlegt…
Donnerstag 18.11.10, 18:26 Uhr
Kritik an den politischen Erziehungsansprüchen der Staatsanwaltschaft
Die Linke Bochum schreibt: „Der heutige Tortenprozess gegen den Redakteur von bo-alternativ endete mit einem Freispruch. Verhandelt wurde zum nun vierten Mal das Gewaltpotential einer Comicfigur, mit welcher 2008 zu Gegendemonstrationen gegen einen Nazi-Aufmarsch in Bochum aufgerufen hat.“ Sebastian Michaelis, Sprecher Der Linken Bochum zu dem Freispruch: „Dieser Freispruch war längst überfällig. Nicht ohne Grund stieß der Tortenprozess und die juristische Verhandlung über den Gesichtsausdruck und die Körperhaltung einer Comic-Figur in der Bochumer Öffentlichkeit auf massives Unverständnis. Tatsächlich hätte dieser Prozess niemals stattfinden dürfen. mehr…
Unter der Überschrift „Torte bleibt Torte! Staatsanwaltschaft blamiert“ schreibt der DGB zum Freispruch im Tortenprozess: »Der inzwischen vierte Gerichtstermin gegen den Verantwortlichen des Internetportals bo-alternativ.de hat Klarheit gebracht. Ihm wird vorgeworfen zur schweren Körperverletzung aufgerufen zu haben, weil er ein Plakat dokumentierte, das zum Widerstand gegen einen Nazi-Aufmarsch am 25. Oktober 2008 aufgerufen hatte. Es zeigt eine Comicfigur mit einer Torte und einer Wunderkerze unter dem Slogan „Kein Zuckerschlecken für Nazis“. „Eine Torte bleibt eine Torte. Der Redakteur wurde frei gesprochen und die Staatsanwaltschaft ist blamiert“, so DGB Regionsvorsitzender Michael Hermund. mehr…
Zum heutigen Freispruch im Tortenprozess erklärt Günter Gleising, Ratsmitglied der Sozialen Liste: „Das skandalöse Urteil einer Amtsrichterin hatte vor dem Bochumer Landgericht keinen Bestand. Eine breite Protestbewegung hat mitgeholfen, dass ein Angriff auf die journalistische Meinungsfreiheit und auf politisches Engagement verhindert wurde. Zu hoffen ist, das die Bochumer Staatsanwaltschaft, die mit großer Rigorosität das Verfahren betrieb, ihre Lektion gelernt hat, das Urteil akzeptiert und auf eine Berufung verzichtet.“
Donnerstag 18.11.10, 18:02 Uhr
Sevim Dagdelen fordert von der Staatsanwaltschaft:
Sevim Dagdelen, Bochumer Bundestagsabgeordnete der Linksfraktion hat den Freispruch im Tortenprozess begrüßt und bedauert, „dass es überhaupt zu diesem absurden Verfahren gekommen ist“. Weiter erklärte sie nach der Urteilsverkündung: „Die Kritik der Linken, dass es sich von Seiten der Staatsanwaltschaft um ein politisch motiviertes Verfahren handelt, wurde im heutigen Prozess bestätigt. So begründete die Staatsanwaltschaft ihre Anklage unter anderem damit, dass in letzter Zeit vermehrt Proteste zu beobachten seien, die zivilen Ungehorsam als Mittel einsetzen würden. Dies sei beispielsweise bei Protesten gegen die Castor-Transporte oder bei der Blockade in Dresden der Fall. Bei beiden Protesten war übrigens auch ich als Abgeordnete dabei und rief zur Teilnahme auf. mehr…
Der Bochumer Friedensaktivist Martin Budich ist vom Landgericht freigesprochen worden.
Die Staatsanwaltschaft hatte dem Mann vorgeworfen, mit einer Comicfigur namens Bomberman auf seiner Internetseite zu Gewalt gegen eine Nazi-Demo aufgerufen zu haben. In mehreren vorhergehenden Verfahren war Budich mal verurteilt und mal freigesprochen worden.
Immer wieder hatte eine Partei Rechtsmittel gegen die Urteile eingelegt. Das letzte Mal hatte ihn das Amtsgericht zu einer Geldstrafe von 1.500 Euro verurteilt. Er habe mit der Figur, die eine Torte mit einer brennenden Wunderkerze in der wurfbereiten Hand hält, zur gewaltsamen Verhinderung des Nazi-Aufmarsches aufgerufen. Das sah das Landgericht jetzt anders. Es nahm dem Angeklagten ab, dass er die Figur Bomberman vorher gar nicht gekannt habe. Ohne diese Figur, so die Kammer, reiche es nicht für eine Verurteilung.
Das Landgericht Bochum hat der Berufung im Tortenprozess stattgegeben und auf Freispruch für den verantwortlichen Redakteur von bo-alternativ.de entschieden. Ein ausführlicher Bericht folgt heute Abend.
Die Soziale Liste im Rat ist empört über die Hintergründe, die im Juli 2010 zum Abbruch der viel beachteten World Press Photo-Wanderausstellung geführt haben. Wie die Stadt Bochum jetzt in einer Mitteilung (20102160) informiert, sind Mitarbeiter des Ordnungsamtes, aufgrund „einer telefonischen Beschwerde“ über „einige Bilder der Ausstellung World Press Photo“, tätig geworden. Nachdem auch bei der Deutschen Bahn AG „einige Beschwerden“ eingegangen sind, ist die Ausstellung vorzeitig abgebrochen worden. Wie die Soziale Liste schreibt, ist es ihr „völlig unverständlich, dass eine geringe Anzahl von Beschwerden ausgereicht hat, um tausenden BochumerInnen und Reisenden, die sich die Ausstellung mit großem Interesse und zum Teil tief betroffen angesehen haben, oder es wollten, dies verwehrt wurde. mehr…
Am Montag, 22. November findet von 19.30 – 21.30 Uhr im Gemeindehaus Große Beckstraße 12 in der Bochumer City ein offener Informationsabend der Anonymen Alkoholiker (AA) statt. Bei diesem offenen Meeting will die AA Gruppe, die sich montags in diesen Räumlichkeiten trifft, über die Arbeit der Anonymen Alkoholiker informieren. Herzlich eingeladen sind alle Fachleute, die mit trinkenden Menschen zu tun haben, Betroffene, Angehörige, Freunde und Freundinnen von Betroffenen, sowie alle Menschen, die sich für die Arbeit der Anonymen Alkoholiker interessieren. In den Meetings der AA´s gibt es keine Leiter, Therapeuten oder Psychologen, sondern die Selbsthilfe durch die Erfahrungen der trockenen Freunde/innen. mehr…
In seiner heutigen Sitzung hat der Haupt- und Finanzausschuss des Bochumer Stadtrates das Personalabbaukonzept 2011, das eine 15-prozentige Stellenreduzierung bis 2015 vorsieht beraten. Demnach sollen rund 733 der bis dato 4.901 Stellen verwaltungsweit gestrichen und damit der städtische Haushalt um rund 40 Mio. EUR erleichtert werden. Die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di protestierte vor dem Rathaus. Sie lehnt einen derartigen Personalabbau grundsätzlich ab, „da von den Auswirkungen besonders die Beschäftigten sowie die Bürgerinnen und Bürgern betroffen sind“, heißt es in einem bei der Aktion verteilten Flugblatt. mehr…
Auch am heutigen Mittwoch protestierten Mitglieder des Bündnisses gegen Rechts vor dem Bochumer Landgericht gegen den Tortenprozess. Kein Flugblatt wollte Amtsrichter Dr. Deutscher entgegen nehmen. „Mich müssen Sie nicht nicht überzeugen. Ich habe im ersten Prozess auf Freispruch entschieden.“ Die Bundestagsabgeordnete der Linkspartei Sevim Dagdelen erklärte heute in einer Pressemitteilung: „Der Redakteur des bekannten Bochumer Online-Portals „bo-alternativ“ hätte aufgrund der Veröffentlichung einer Comic-Zeichnung niemals angeklagt werden dürfen. Dass der Prozess nun in die vierte Runde geht zeigt, wie verbissen die Bochumer Justiz diesen Fall verfolgt. Der strafrechtliche Inhalt kann dabei offensichtlich nicht der Grund sein: im letzten Verfahren wurden der Gesichtsausdruck und die Körperhaltung der Karikatur bemüht, um eine Begründung für die Verurteilung zu finden. Meiner Meinung nach geht es hier vielmehr darum, einen verdienten Antifaschisten mit Prozessen zu überziehen, um die antifaschistische Bewegungen in Bochum einzuschüchtern.“ mehr…
Mittwoch 17.11.10, 15:58 Uhr
Ursula Saul-Ludwig zeigt Skulpturen – Objekte – Malerei
Am Samstag, den 20. November um 11.00 Uhr wird eine Ausstellung von Ursula Saul-Ludwig im Beisein der Künstlerin in den Räumlichkeiten des ver.di Bezirks Bochum- Herne eröffnet. „Wir sind stolz die Ausstellung mit Werken unserer Kollegin, der Bochumer Künstlerin Ursula Saul-Ludwig in unseren Räumlichkeiten präsentieren zu können.“ erklärt Gudrun Müller, Geschäftsführerin im ver.di Bezirk Bochum-Herne. Unter dem Motto „Licht und Schatten“ werden Skulpturen, Objekte und Malerei gezeigt. „Unsere Idee, Bochumer Künstlern, die gleichzeitig ver.di Mitglied sind, die Möglichkeit der Präsentation ihrer Werke zu eröffnen, setzen wir nun bereits zum zweiten Mal um,“ freut sich Gudrun Müller. mehr…
Die Bochumer Linkspartei hat am Montag einen neuen Vorstand gewählt. Sebastian Michaelis wurde als Vorstandsprecher bestätigt und ansonsten viele junge neue Leute in den Vorstand gewählt. Näheres. In einer Presseerklärung hat der neue Vorstand die tätlichen Angriffe marokkanischer Behörden gegen Sevim Dagdelen verurteilt. Näheres.
Mit Transparenten und Tröten haben am heutigen Dienstag Mitglieder des Sozialverbands Deutschland (SoVD) aus Bochum und Hattingen lautstark vor dem Büro des CDU-Abgeordneten Norbert Lammert gegen den sozialen Kahlschlag protestiert. Die SoVD Mitglieder forderten den Bundestagsabgeordneten auf, vom Sparpaket und der Rente mit 67 Abstand zu nehmen. Außerdem kritisierten sie die soeben verabschiedete Gesundheitsreform mit den Zusatzbeiträgen, die einseitig zu Lasten der Versicherten gehen. „Die schwarz – gelbe Koalition verabschiedet sich damit endgültig von den Grundsätzen Solidarität und soziale Gerechtigkeit. Mit knallharten Kürzungsmaßnahmen verschärft sie die Armut und die soziale Ausgrenzung. mehr…
Auf dem Internetportal indymedia wird unter der Überschrift „BO: Mehrere Soldatendenkmäler umgestaltet“ darüber berichtet, dass in den letzten Tagen mehrere Kriegerdenkmäler in Bochumer farblich bearbeitet wurden. Das Soldatendenkmal in Langendreer mit dem Spruch „Einst kommt der Tag, da alle Welt Euren Ruhm verkünden wird!“ ist erneut kopflos geworden. Ein weiterer Beitrag auf indymedia mit dem Titel »„Mach`s noch mal Sam…“ – Linksradikales Bochumer Brauchtum geht weiter«, erinnert daran, dass erst vor einigen Jahren wieder ein Kopf angebracht wurde. Zeitlicher Anlass für die Aktionen war der Volkstrauertag. Nazis und MilitaristInnenen nutzen an diesem Tag die Kriegerdenkmäler gern, um dort Heldengedenkfeiern abzuhalten.
Auch am Dienstag ging der Protest gegen den Bochumer Justizskandal – auch „Tortenprozess“ genannt – weiter. Erneut trafen sich empörte AktivistInnen um 11.30 Uhr vor dem Bochumer Gericht und brachten ihren Unmut darüber zum Ausdruck, dass die Bochumer Justiz eine Torte für eine Bombe hält. Aber halt: Nicht die ganze Bochumer Justiz! In Gesprächen der DemonstrantInnen mit Beschäftigten und Angestellten des Gerichts stellte sich schnell heraus, dass viele dieses Vorgehen „ihrer“ Behörde“ mit einem mitleidigen Kopfschütteln quittierten.
Am Donnerstag, den 18. November trifft sich um 19.30 Uhr das Bochum Bündnis gegen Rechts in der ver.di Geschäftsstelle an der Uni-Straße. Auf der Tagesordnung stehen die Rückblicke auf die Gedenkveranstaltungen zum Jahrestag der Pogromnacht und den Tortenprozess. Außerdem wird überlegt, wie es gelingt, es wieder stärker in das Bewusstsein zu rücken, dass sich in Bochum die NRW-NPD-Zentrale befindet und dass dies keine Normalität werden darf. Schließlich wird eine Ausstellung der VVN über Neofaschismus vorgestellt und geplant, wann und wo sie in Bochum gezeigt wird.
Dienstag 16.11.10, 16:44 Uhr
Theater Traumbaum führt Glücksmärchen für Menschen ab 5 Jahre auf
Das Kinder- und Jugendttheater „Traumbaum“ zeigt vom So, 21.11. bis Mi, 24.11. in der Zeche Lothringen in Bochum-Gerthe das Stück „Schlamasel-Masel“ für Menschen ab 5 Jahren. In der Einladung heißt es: „Mögen Sie Juden? Wenn ja, warum nicht? Falsche Antwort? Nein, falsche Frage. Eigentlich müßte sie lauten: „Kennen Sie überhaupt Juden, um sich eine Meinung über sie zu bilden?“ Auf dem Theater kommen Juden entweder als sinistrer Shylock oder als Opfer der Nazis vor. Aber als Mensch? Kaum. Das Familien- & Schultheaterstück „Schlamasel-Masel“ ist da die Ausnahme. Es bringt zwei Juden als Menschen wie Du und ich auf die Bühne, Golde und Mottel. Und das Stück stellt eine ganz grundsätzliche Frage: Was braucht der Mensch zum Glücklichsein? Darauf gibt es unzählige Antworten. Golde und Mottel haben da ihr ganz eigenes Rezept: Gezunt, Chochme und Zedaka mit einer großen Prise Masel. mehr…
Am Samstag, den 20.11. lädt die rote ruhr-uni ab 14 Uhr im KulturCafé zu drei Vorträge ein, die unter dem Motto stehen: „Die Moral in der Kritik. Maßstäbe der Kapitalismuskritik“. Zunächst referiert Christine Zunke über das Thema „Moral und Gesellschaftskritik“. Anschließend wirft Gerhard Schweppenhäuser die Frage auf „Humane Zellen im inhumanen Allgemeinen?“ Er bezieht sich dabei auf „Adornos negative Moralphilosophie“. Abschließend geht es um das Thema „Werte und menschliche Natur: Die Moral des Perfektionismus“. Referent ist Christoph Henning. Näheres.