Dienstag 22.09.26, 15:13 Uhr
Viva la Musica - enteignet Vonovia

Vonovia schrieb an den „lieben Herrn Lukat“


Die Stadt Bochum hat im August diesen Jahres der Musik- und Aktionsgruppe „Lebenslaute“ verboten, im Kunstmuseum aufzutreten. Sie durfte den bereits gemieteten Saal des Museum nicht nutzen, weil sie nicht bereit war, von ihrer Aktion „Viva la Musica – enteignet Vonovia“ Abstriche zu machen. Bisher gingen die meisten Menschen davon aus, dass dies eine verunglückte Gefälligkeit der Stadtspitze gegenüber Vonovia war. Ein Milliarden schwerer DAX-Konzern sollte an seiner Spitze Leute haben, die wissen, dass Verbote – wie auch in diesem Fall – sehr oft genau zu der großen Öffentlichkeit führen, die verhindert werden soll. Weit gefehlt. Vonovia beschwerte sich beim „lieben Herrn Lukat“ über den auf der Webseite des Museum angekündigten Lebenslaute-Auftritt.

Ein engagierter Bürger hat von den Möglichkeiten des Informationsfreiheitsgesetz Gebrauch gemacht und die Unterlagen im Zusammenhang mit dem Verbot bei der Stadt angefordert. In den Unterlagen befindet sich der Brief von Vonovia an Lukat.

Aus den übrigen Unterlagen geht hervor, dass z.B vor dem Verbot noch der Mietpreis für Musiker:innen deutlich erhöht wurde. Die geäußerte Hoffnung, Lebenslaute würde von sich aus absagen, wurde enttäuscht.
Der zuständige Kulturdezernent Diekmann hatte nicht das Rückgrat sich vor das Museum zu stellen und Vonovia eine Lektion in Sachen Kunstfreiheit zu erteilen. Mit Hilfe des Rechtsamtes konstruierte er zu befürchtende Straftaten zur Begründung des Verbotes.
Beim Abschiedskonzert von Lebenslaute auf dem Husemannplatz forderte Annette Schnoor den Kulturdezernenten auf, seine Amtszeit zu verkürzen und in den Ruhestand zu gehen. Das tut er jetzt auch – er geht im April nächsten Jahres. Vielleicht hat ihm die zu erwartende Veröffentlichung der Hintergründe des Lebenslaute-Skandals ein wenig bei der Entscheidung geholfen.

Ein bo-special mit allen Beiträgen über „Viva la Musica – enteignet Vonovia!“.

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