Unter den 300 Teilnehmenden der gestrigen Klimademonstration von Fridays for Future waren Schüler:innen in der Minderheit. Es war eine Generationen übergreifende Protestveranstaltung, die sich insbesondere über den dreisten Lobbyismus der Bundeswirtschaftsministerin empörte. Der Name „Reiche“ inspirierte zu zahlreichen Wortspielen, Plakaten und Transparenten. Die am Bahnhof gestartete Demonstration stoppte vor der BP/Aral Zentrale an der Wittener Straße und ein Mitglieder von Ende Gelände erinnerte an die Verantwortung des Konzerns für die Klimakatastrophe und berichtete:
„Aber wer jetzt denkt, diese fossile Ausbeutung ist Vergangenheit, der liegt falsch. Auch heute noch beutet BP vor der Küste vom Senegal und in vielen weiteren Regionen die Menschen in der fossilen Lieferkette mit neokolonialen Strukturen aus und zerstört einzigartige Natur für Flüssigerdgas-Terminals, Bohrplattformen und Gaspipelines. BP hat letztes Jahr beschlossen die Investitionen in erneuerbare Energien zu kürzen und wieder mehr in dreckiges Erdgas zu investieren.“ Das vollständige Redeskript.
Bei der Abschlusskundgebung vor dem Schauspielhaus kritisierte Karin Salewski vom BUND: Bochum: „Die jetzige Bundesregierung und vor allem die Wirtschaftsministerin Reiche versuchen, alle bisher getroffenen Maßnahmen zur Energiewende zurückzudrehen (z.B. in Bezug auf Gebäude und Heizungen) und wieder auf fossile Energieträger wie Gas zu setzen. Eine im wahrsten Sinne des Wortes „fossile“ Politik! – die auch nicht der gestiegenen Nachfrage nach E-Autos, Wärmepumpen und PV-Anlagen gerecht wird.“ Das vollständige Redeskript.
Im Schlusswort von Fridays for Future wurde betont, wer bei der eingeschlagenen Politik die Zeche zahlt: „Katherina Reiche möchte weitere Gasheizungen, was besonders die Mieter*innen hart trifft. Warum? Ganz einfach, die Mieter*innen sind nicht diejenigen, die aussuchen, welche Heizung eingebaut wird. Diese Entscheidung liegt leider bei den Vermieter*innen. Die Mieter*innen sind es, jedoch, die die Kosten dafür tragen müssen.“
Schließlich fragte Fridays for Future noch: „Aber was macht die SPD eigentlich? Sind die nicht auch in der Bundesregierung? Könnten die nicht theoretisch etwas dagegen tun? Theoretisch ja, aber anscheinend gehen sie lieber bei allem mit und setzen sich auch noch aktiv für die Gasbohrungen vor Borkum ein.“ Das vollständige Redeskript.
Bilder der Demonstration.
Fridays for Future Deutschland:
ExitGas – EnterFuture
Proteste gegen Gaskraft in mehr als 65 Orten
In mehr als 65 Orten haben heute Zehntausende gegen die Energiepolitik der Bundesregierung protestiert. Im Fokus der Proteste von Fridays For Future stand die Forderung nach einem Gasausstieg und dem schnellen Ausbau Erneuerbarer Energien. Der Aktionstag bildet den Abschluss einer Aktionswoche für konsequenten Klimaschutz. Bereits am vergangenen Samstag waren in Berlin, Hamburg, Köln und München mehr als 80.000 Menschen für den Ausbau Erneuerbarer Energien auf der Straße.
“Überall in Deutschland haben Leute klargemacht, dass sie eine Zukunft ohne dreckige fossile Energien, ohne Angst vor immer höheren Kosten wollen. Die Abgeordneten von SPD und Union müssen jetzt beweisen, dass sie nicht genauso wie Katherina Reiche mit der Gaslobby verbandelt sind wie Katherina Reiche und sich ihrem Gasrausch entgegenstellen. Die Pläne der Wirtschaftsministerin bedeuten Milliardengeschenke für die Gaslobby, mehr Klimakrise und hohe Preise für uns alle. Um Menschen statt Konzerne zu schützen braucht es jetzt einen konsequenten Ausstieg aus teuren, dreckigen Gas und einen schnellen Ausbau der Erneuerbaren”, sagt Carla Reemtsma