Samstag 25.04.26, 13:36 Uhr
Klima-Demonstration von Fridays for Future am 24.4.2026

Redebeitrag von Ende Gelände


Wir stehen hier vor der BP-Europazentrale. Einem der größten fossilen Konzerne der Welt. Wir haben schon öfter hier demonstriert, aber warum?

BP hat eine imperailisistische Vergangenheit, sie waren früher auch schon am Regimewechsel im Iran beteiligt, damit sie weiter Profite mit iranischem Öl machen können, sie haben den CO2-Fußabdruck erfunden, um ihre Schuld an der Klimakrise auf die Konsument*innen zu schieben und sie waren für die Deep-Water-Horizon Öl-Katastrophe im Golf von Mexico verantwortlich.

Aber wer jetzt denkt, diese fossile Ausbeutung ist Vergangenheit, der liegt falsch. Auch heute noch beutet er vor der Küste vom Senegal und in vielen weiteren Regionen die Menschen in der fossilen Lieferkette mit neokolonialen Strukturen aus und zerstört einzigartige Natur für Flüssigerdgas-Terminals, Bohrplattformen und Gaspipelines.

BP hat letztes Jahr beschlossen die Investitionen in erneuerbare Energien zu kürzen und wieder mehr in dreckiges Erdgas zu investieren.

Ein Betroffener von diesem Gas-Rausch ist James Hiatt, er kommt aus Louisiana in den USA und er erzählte von seiner Geschichte, als er vor ein paar Wochen hier in Deutschland gegen LNG-Projekte demonstriert hatte. Denn eigentlich hat er in einer fossilen Raffinerie gearbeitet. Dann aber wurde ein LNG-Terminal in seiner Nachbarschaft gebaut und es gab fast täglich Störfälle, wobei immer wieder Erdgas und andere Schadstoffe verbrannt wurden. 

Das zeigte ihm wie gefährlich diese fossile Infrastruktur wirklich ist, denn die ganze Lieferkette von der Fracking-Förderung bis zum LNG-Export ist geprägt von Umweltzerstörung, Verschmutzungen mit Chemikalien, Ausbeutung, erhöhten Krebsraten, Atemwegs- und Herzerkrankungen. Er erzählte, dass dies besonders die indigene Bevölkerung, People of Color und Menschen mit wenig Einkommen trifft, da besonders in ihren Siedlungen Fracking betrieben wird. Währenddessen machen die fossilen Großkonzerne aber weiter fette Profite auf ihren Kosten. Und wenn wir weiter dieses Fracking-Gas importieren haben wir das Blut der Betroffenen an unseren Händen.

Flüssigerdgas ist dabei 33% klimaschädlicher als Kohle und die Bundesregierung möchte trotzdem eines der größten LNG-Terminals Europas in Wilhelmshaven bauen, um uns weiter von den fossilen Brennstoffen abhängig zu machen. Jede neue Infrastruktur die jetzt noch geschaffen wird, führt zu Überkapazitäten, Lock-In-Effekte und ist unverantwortlich mit der 1,5 Gradgrenze. 

Trotzdem will Schwarz-Rot jetzt die nächsten Milliarden für 20 neue Gaskraftwerke locker machen, die etwa 10GW an Strom erzeugen sollen. Dabei kommen die Einschläge der Klimakrise immer schneller und zerstörerischer und wir wissen alle längst: Gas ist ein Brandbeschleuniger der Klimakrise! Jedes einzelne Gaskraftwerk ist ein Klimaverbrechen!

Deshalb wird es vom 27. bis 31. Mai 2026 im Ruhrgebiet in Hamm ein großes Klimacamp geben. Denn im Ruhrgebiet sollen besonders viele neue Gaskraftwerke gebaut werden. Genau hier, wo wir mit unseren Kämpfen schon den Kohleausstieg durchgesetzt haben, wollen wir die Stärke der Klimagerechtigkeitsbewegung endlich wieder sichtbar machen. Wir wollen uns im Camp vernetzen, voneinander lernen, uns austauschen, gemeinsam kochen und essen, Spaß miteinander haben und zeigen, dass wir 100 Milliarden bessere Ideen haben, als Geld in Krieg, Waffen, Gas und neokoloniale Ausbeutung zu stecken. Wir kämpfen für eine klimagerechte Zukunft und ein gutes Leben für alle. Es wird eine Demo geben und vielfältige bunte Aktionen. Mit einer großen Aktion zivilen Ungehorsams werden wir von Ende Gelände den fossilen, kriegstreibenden und neokolonialen Verhältnissen die Stirn bieten.

Kommt dazu! Seid mit dabei! Organisiert euch! Gemeinsam machen wir das Camp und die Aktionen groß! Lasst uns der Sand im Getriebe des fossilen Kapitalismus sein.