
Am vergangenen Samstag hatte die Bezirksschüler:innenvertretung (BSV) zu einer Demonstration und einer Kundgebung in der Bochumer Innenstadt aufgerufen. Eylül Tuana Öztürk von der BSV erklärte, wie sie das Versagen des Bildungssytems wahrnimmt: „Das System, das uns nur als Zahlen und nicht als Individuen sieht. Das System, das vor der Pubertät von uns verlangt, unseren Lebensweg zu entscheiden. Das System, das unsere Interessen nicht ernst nimmt und auch deswegen keine Flexibilitäten im Lehrplan erlaubt. Wir müssen zeigen, dass wir nicht dumm sind und uns wehren.“ Das vollständige Redeskript.
Unterstützt wurde die Aktion von der Bochumer Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW). Dominik Bald aus dem Leitungsteam der GEW erinnerte in seiner Rede daran, wie resistent die Verantwortlichen in unserer Gesellschaft gegenüber der Notwendigkeit von grundlegenden Reformen sind. „Heute 2026 hat die neueste PISA-Studie gezeigt, dass die Ergebnisse des deutschen Bildungssystem schlechter denn je sind, hinzu kommen so ungleiche Bildungschancen wie in kaum einem anderen Land. Ich frage mich, was noch geschehen muss, bis endlich mal ernsthaft in Bildung investiert wird.“ Das vollständige Redeskript.
Auch Sebastian Cramer von der DGB-Jugend ging auf die kürzlich veröffentlichte PISA-Studie ein: „Die Ergebnisse sind schlecht – so schlecht wie noch nie seit Beginn der PISA-Erhebungen. Und was erleben wir seitdem? Es wird wieder ein Sündenbock gesucht. Von rechtsaußen bis weit ins konservative Lager hinein wird Migration für die Probleme an unseren Schulen verantwortlich gemacht. Gleichzeitig wird Inklusion als Belastung dargestellt. Es wird so getan, als würden Kinder mit Behinderungen oder Kinder mit Migrationsgeschichte unser Bildungssystem überfordern. Dazu sagen wir als DGB-Jugend ganz klar: So nicht!“ Das vollständige Redeskript.