Drei Bochumer Umweltverbände – das Klimaschutzbündnis BoKlima, der BUND Bochum und Greenpeace Bochum – haben zum Zwischenstand der Wärmeplanung für Bochum eine offizielle Stellungnahme abgegeben.
»In dem achtseitigen Papier fordern sie den Ausstieg aus der klimaschädlichen Verbrennung von Gas und Öl machen sie auf Leerstellen im vorgelegten Sachstandsbericht der Stadt Bochum aufmerksam: „Das Verheizen von Holz (Biomasse) kann schlimme Folgen für unsere Ökosysteme haben. Wenn dieses als Wärmequelle in der Planung festgelegt wird, müssen die Kraftwerke auf lange Zeit wirtschaftlich betrieben werden und in der Folge wird nicht nur Altholz, sondern auch Frischholz aus unseren Wäldern genutzt.“, betont Anke Liegmann von Greenpeace.
„Wichtig ist die Reduktion des Wärmebedarfs, vor allem durch Dämmung von Gebäuden“ ergänzt Ingo Franke von BoKlima.
Zur Speicherung von Wärme und zu Strom aus erneuerbaren Energiequellen fehlen jegliche Aussagen in der städtischen Potentialanalyse. Ebenso werden keine Aussagen zur geplanten Erweiterung des Fernwärmenetzes oder zum Aufbau eines Nahwärmenetzes gemacht. Hier muss noch nachgeliefert werden.
„Damit Hauseigentümer nicht weiter in Gasheizungen investieren, müssen Stadt und Stadtwerke offen kommunizieren, wann das örtliche Gasnetz endgültig stillgelegt wird“, meint Thomas Westerdorf vom BUND.
Die Unklarheit über das Ende der Erdgaslieferungen, die einige Städte bereits angekündigt haben (z. B. Mannheim, Hannover), darf nicht zu Fehlinvestitionen in einen auslaufenden Energieträger führen, die auch von Mieterinnen und Mieter teuer mitbezahlt würden.
Damit die Wärmewende in Bochum zum Erfolg wird, fordern die drei Verbände die Einbindung von Bürgerinnen und Bürgern. Dies müsse frühzeitig, transparent und kontinuierlich geschehen, um alle zielgruppenspezifisch zur Mitgestaltung zu motivieren.«