Donnerstag 17.07.25, 14:39 Uhr
Bochumer Linke zur Werksschließung von thyssenkrupp

„Die ganze Region ist betroffen“


Nach tagelangen intensiven Verhandlungen haben sich die Arbeitnehmer*innen-Vertretung bei thyssenkrupp Steel Europe und die IG Metall mit dem Management auf einen Sanierungstarifvertrag geeinigt. Danach verzichtet die Belegschaft auf Entgeltbestandteile und nimmt im Rahmen einer Arbeitszeitabsenkung Lohnkürzungen in Kauf. Im Gegenzug sichert das Management Investitionen und den Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen beim geplanten Personalabbau zu. Tatsächlich soll der Personalbestand von derzeit noch 27.000 um bis zu 11.000 Stellen reduziert werden. Die Einigung steht aktuell noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung durch die IG Metall-Mitglieder bei Steel Europe.

Die Bochumer Linke schreibt dazu: »Hintergrund der erzwungenen Verkleinerung dürfte auch die mögliche Veräußerung des Stahlbereichs an einen tschechischen Investor sein, die Konzernvorstand Miguel Lopez vorantreibt. Es ist der wiederholte Versuch des Konzernvorstands in Essen, den ungeliebten Stahlbereich abzustoßen. Welche Pläne der Investor verfolgt und ob er die jetzt getroffenen Vereinbarung mitträgt, ist unklar.

Für die beiden Bochumer thyssenkrupp-Standorte mit aktuell noch 2.500 Beschäftigten sieht der Sanierungstarifvertrag eine Schließung des Werks an der Castroper Straße 2028 vor. Am Werk an der Essener Straße werden mit der Warmbandstraße und Anlagen zur Weiterverarbeitung wichtige Aggregate wegfallen, was mit weiteren erheblichen Arbeitsplatzverlusten einhergehen wird.

„Der Verlust von anständig bezahlten, gewerkschaftlich mitbestimmten Industriearbeitsplätzen, so wie im jetzt ausgehandelten Sanierungstarifvertrag vorgesehen, treffen Stadt und Region hart. Wieder einmal zahlen die arbeitenden Menschen die Zeche für die Fehler von hochbezahlten Konzernmanagern“, so Horst Hohmeier, Ratsmitglied der Bochumer Linken und Spitzenkandidat für die kommende Kommunalwahl.

„Wir stehen solidarisch an der Seite der Arbeitnehmer*innen und der IG Metall und fordern von Management und Politik, ihrer Verantwortung gerecht zu werden und eine Zukunftsperspektive für die Stahlproduktion in Bochum und im Ruhrgebiet zu schaffen. Dazu gehört auch, dass sich das Land NRW einbringt und mit der Förderung von klimaneutralem Stahl Arbeitsplätze nachhaltig sichert“, fordert Hohmeier.«