Donnerstag 11.06.26, 09:22 Uhr
Wie die Stadt Bochum Radfahrende umleitet

Eine Bildergeschichte zur „Schilda“-Trasse 1


Wenn Autofahrende auch nur gering beeinträchtigt werden, wird sorgsam darüber berichtet. Wenn Radfahrende oder Fußgänger:innen betroffen sind, gibt es keine Infos. Die erfahren erst von der Sperrung, wenn sie nicht weiterkommen. Das Netzwerk für bürgernahe Stadtentwicklung schildert, was die Stadt bei der Umleitung der Opeltrasse in Steinkuhl angestellt hat. Dazu eine Bildergeschichte:

Der Radweg Opeltrasse ist unterbrochen, weil es bisher keine Brücke über die Autobahn gibt. Eine Umleitung erfolgt über die Markstraße.

Wer von der Markstraße aus der Umgehung folgen will, wird seit dem 01.06.2026 gestoppt, wenn sie oder er in den Waldweg einbiegen will. Im Weg werden Kabel verlegt. Konkrete Informationen zu der bevorstehenden Sperrung gab es nicht. Auf der Webseite der Stadtwerke-Seite stand am 28.05.2026 zwar ein Hinweis auf eine Sperrung des von der Markstraße durch den Wald zur Schadowstraße führenden Fußwegs. Zu den Auswirkungen auf den Radverkehr auf der Opeltrasse-Umleitung aber kein Wort! Überraschen konnte das in Steinkuhl niemanden. Hier ist man das so gewöhnt. Wie hieß es doch aus dem Rathaus vor dem Bau der bis zum Brückenschlag über die A 448 geschaffenen Umleitung zur Opeltrasse: Informieren? Sie sehen doch, wenn gebaut wird.

Der Rad- und Fußverkehr wird nun über Markstraße, Schadowstraße und Steinkuhlstraße zur Opeltrasse umgeleitet. Dunkelblaue Markierung.

Radfahrenden, die aus Westen kamen, erfahren erst direkt vor dem Waldweg von der Sperrung. Sie können über einen Fußweg (grüne Linie) zurück fahren und kommen auf die Schadowstraße. Sie haben dann einen beachtlichen Umweg gemacht.

Würden die Radfahrenden bereits auf der Opeltrasse an der Querung mit der Steinkuhlstraße darauf hingewiesen, dass es die Sperrung gibt, würde dieser erhebliche Umweg erspart. Aber hier gibt es keinerlei Hinweis.

Ein Schild mit dem Hinweis, dass eine Durchfahrt zur Markstraße nicht möglich ist, finden nur die Radfahrenden, die von der Schadowstraße kommend die Steinkuhlstraße herunterfahren – und zwar unmittelbar vor der Querung der Steinkuhlstraße. Für die von Westen auf der Opeltrasse Kommenden ist dieses Schild nicht einsehbar. Sie müssen also von freier Fahrt bis zur Markstraße ausgehen.

Der Fußweg, der als zur Umleitung auch für Radfahrende erklärt wurde, die vor der unangekündigten Sperrung der Opeltrasse stranden, ist zum Einbahnweg umgewidmet worden. Am anderen Ende des Weges wurde ein beachtlicher Schilderwald aufgeforstet, der Zugang und Zufahrt zum Weg verbietet. Ein Verbotsschild ermahnt nachdrücklich Radfahrende, die evtl. nicht wissen, dass sie nicht auf Fußwegen fahren dürfen.

Hier hätte etwas weniger Schilda gereicht. In der Summe bleibt diese Umleitung einer Umleitung ein großes Kommunikationsdesaster.

Die Kabelverlegungsarbeiten scheinen in dem gesperrten Waldweg mittlerweile nahezu abgeschlossen zu sein. Offenbar werden die Arbeiten auf der Markstraße im Zugang zum Waldweg fortgesetzt. Wann die Sperrungen aufgehoben werden – wer weiß …

Das Netzwerk für bürgernahe Stadtentwicklung „ist gespannt, was sich die Stadt Bochum oder ihre Beteiligungsgesellschaften bei der Opeltrasse wohl als nächsten Schildbürgerstreich einfallen lassen werden.“


Ein Gedanke zu “Eine Bildergeschichte zur „Schilda“-Trasse

  • Harry Herrmann

    Ich hätte nie gedacht, daß ich mich jemals für neine Fahrradbrücke engagieren würde. Aber es ist tatsächlich nur ein kurzes Bauwerk. Die Anstrengungen der Verwaltung durch Hilfslösungen jede Lösung kaputt zu machen sind dagegen grandios. Herzlichen Dank für die bildreiche Darstellung.
    Man stelle sich vor, daß diese entzückende Strecke nicht mal an die Universitätsstr. oder die Königsallee angebunden wird, obwohl sie diese Straßen ampelfrei kreuzt und Platz genug dafür vorhanden ist.

Kommentare sind geschlossen.