Nach dem Auftakt der Sozialproteste im Ruhrgebiet mit rund 1000 Teilnehmenden am 1. Juni in Essen ruft Die Linke Bochum gemeinsam mit dem Bündnis „Es reicht! Das Leben bezahlbar machen“ zur nächsten Demonstration gegen Sozialabbau, steigende Lebenshaltungskosten sowie Kürzungen im Gesundheits- und Sozialbereich auf: Am 15. Juni um 18 Uhr auf dem Heinrich-König-Platz in Gelsenkirchen.
„Die große Beteiligung bei der Demonstration in Essen hat gezeigt: Es reicht! Viele Menschen wollen nicht länger zusehen, wie bei Rentner:innen, Familien, Erwerbslosen, Alleinerziehenden, Jugendlichen und Beschäftigten gespart wird, während der Reichtum einzelner immer weiterwächst,“ sagt Lara Lösch, Kreissprecherin der Bochumer Linken und Co-Organisatorin von den „Es reicht!“ Demonstrationen im Ruhrgebiet.
Cansın Köktürk, sozialpolitische Sprecherin der Linksfraktion im Bundestag, kritisiert die geplanten Sozialkürzungen der Bundesregierung: „Die Menschen erleben jeden Tag, dass das Leben teurer wird. Mieten und Lebensmittelpreise steigen und viele wissen nicht mehr, wie sie ihre Rechnungen bezahlen sollen. Die Antwort der Bundesregierung darauf sind Kürzungen und weitere Belastungen. Dieser Kurs der Bundesregierung ist verantwortungslos, ignorant und brandgefährlich für den sozialen Zusammenhalt.“
»Armut verschwindet nicht durch Druck,« so Köktürk. »Wer Menschen ständig unter Existenzstress setzt, verhindert genau das, was angeblich gefördert werden soll: Teilhabe, Qualifizierung und soziale Stabilität. Menschen kommen nicht durch Sanktionen aus der Armut, sondern durch gute Arbeit, faire Löhne, gezielte Qualifizierung und eine Arbeitsvermittlung, die unterstützt statt bestraft. Der Sozialstaat ist kein Kostenfaktor. Er ist das Fundament einer funktionierenden Gesellschaft.«
Weitere Aktionen sind in den kommenden Wochen geplant, um ein gemeinsames Zeichen gegen Sozialabbau und für soziale Gerechtigkeit zu setzen. Gleichzeitig fordern die Protestierenden eine stärkere Besteuerung von Milliardären und Großkonzernen, um Investitionen in soziale Sicherheit, Bildung, Gesundheit und bezahlbares Wohnen zu finanzieren.