Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di NRW) weitet die Warnstreiks im Handel aus. Bereits seit Wochenbeginn befinden sich die drei Edeka-Lagerstandorte in Oberhausen, Hamm und Meckenheim im Streik. ver.di geht davon aus, dass sich die Arbeitskampfmaßnahmen zum Ende der Woche auch im Warensortiment einzelner Märkte bemerkbar machen werden. Am Freitag, den 05. Juni, ruft ver.di die Beschäftigten weiterer Betriebe zu ganztägigen Warnstreiks auf. In Bochum werden mehrere hundert Streikende zu einer zentralen Kundgebung und Demonstration vor dem Rathaus erwartet.
Zum Hintergrund des Streiks erklärt ver.di NRW: »Die Tarifrunde im Handel für bundesweit mehr als fünf Millionen Beschäftigte ist aus Sicht der Gewerkschaft mit einem Eklat durch die Arbeitgeberseite gestartet: Geboten wurden minimale Entgelterhöhungen, deutlich unter der aktuellen Inflation.
Henrike Eickholt, Verhandlungsführerin für den Handel bei ver.di NRW: „Die Arbeitgeber wollen die Beschäftigten erneut mit Reallohnverlusten abspeisen. Dabei sind es die Kolleg*innen, die die Umsätze und Gewinne der Unternehmen jeden Tag erwirtschaften. Mit den Warnstreiks senden sie ein klares Signal: So wird es keinen Tarifabschluss geben.“
ver.di fordert im Einzelhandel in NRW eine tabellenwirksame Erhöhung der Löhne und Gehälter um 7 Prozent, mindestens jedoch um 225 Euro. Darüber hinaus setzt sich die Gewerkschaft für einen rentenfesten Mindeststundenlohn von 14,90 Euro ein sowie für eine Erhöhung der Ausbildungsvergütungen um 150 Euro. Die Laufzeit der Tarifverträge soll 12 Monate betragen.
Im Groß- und Außenhandel fordert ver.di eine Erhöhung der Löhne und Gehälter um 7 Prozent, mindestens jedoch um 250 Euro, bei einer Laufzeit von 12 Monaten. Für die Auszubildenden fordert die Gewerkschaft eine Erhöhung der Ausbildungsvergütungen um 150 Euro.
Die Arbeitgeber schlugen im Groß- und Außenhandel eine Entgelterhöhung beginnend ab dem Monat nach Tarifabschluss von insgesamt 3,4 Prozent vor, allerdings mit einer doppelt so langen Laufzeit – was den Zuwachs halbiert. Im Einzelhandel sieht das Angebot der Arbeitgeber erst nach sechs Monaten ohne jede Steigerung eine Entgelterhöhung von zwei Prozent vor, dann noch einmal nach weiteren drei Monaten ohne Steigerung 1,5 Prozent, ebenfalls bei 24 Monaten Laufzeit.
„Der Handel macht gute Geschäfte, die Beschäftigten sollen sich dagegen mit zu wenig zufriedengeben. Diese Haltung sorgt in den Betrieben für großen Ärger und erklärt die hohe Beteiligung an den Warnstreiks“, so Eickholt weiter.«
Die Kundgebung beginnt um 11.45 Uhr auf dem Willy-Brandt-Platz vor dem Rathaus.
