Samstag 18.04.26, 17:15 Uhr

Widerstand gegen einige Pläne der Stadt für die Erweiterung des Technologiequartiers 1


Noch keine Erweiterung des Technologiequartiers

Gegen Teile der Pläne der Stadt Bochum für die Erweiterung des Technologiequartiers (TQ) nord-östlich der Bochumer Hochschule regt sich Widerstand. Mitgliedern der Bürgerinitiative BITQ erläutern dies: »Das Planungsamt hat am 29.01.2026 in einer Bürgerversammlung den Bebauungsplan 1039 zur Erweiterung des Technologie Quartiers (TQ) in Bochum Querenburg vorgestellt. – Die Presse berichtete im Januar. – Diese Pläne stoßen bei vielen Querenburgern auf Widerstand, wobei es vielen nicht um eine grundsätzliche Ablehnung einer TQ-Erweiterung geht.

Einwände bestehen jedoch gegen eine geplante ersatzlose Streichung des östlichen Anschlusses des Hustadtrings an die Universitätsstraße. Diese Anbindung wird heute von vielen Besuchern des TQ als Zufahrt genutzt und sie ist auch eine leistungsstarke, bewährte und viel genutzte Anbindung des ganzen Stadtteils Querenburg/Hustadt an die Autobahnen A43 und A448 so wie nach Witten und Langendreer.

Als Ziele nennt der Bebauungsplan 1039 die Deckung von zukünftigem „Bedarf an Flächen in räumlicher Nähe zu den universitären und Hochschuleinrichtungen“ und „Anpassung der Erschließung des Gebietes(…) nach den Vorgaben des Rahmenplans Campus Bochum“. Dieser Rahmenplan ist allerdings nicht verbindlich und wird auch in vieler Hinsicht nicht umgesetzt. Zudem sieht er gleich mehrere alternative Möglichkeiten vor, das Ziel der Schaffung hochschulnaher Büroarbeitsplätze auf einfachere, kostengünstigere und umweltfreundlichere Art zu erreichen.
Neuere Entwicklungen wie Home Office und KI, Leerstände im bestehenden TQ oder in Mark 51°7‘ und ebenso Forschungsergebnisse namhafter Institute werfen zudem die Frage auf, in welchen Umfang zusätzliche Büroarbeitsplätze überhaupt erforderlich sind.
Bisher wurde kein Grund genannt, der die ersatzlose Streichung des östlichen Anschlusses des Hustadtrings an die Universitätsstraße nach Plan 1039 nachvollziehbar rechtfertigen könnte. Die Nachteile liegen jedoch auf der Hand:
• Für die Querenburger ergäben sich längere und umständlichere Wege zu den Autobahnen und erhöhtes Verkehrsaufkommen in reinen Wohngebieten.
• Für das TQ würde die Verkehrsanbindung deutlich verschlechtert und damit auch die Standortqualität.
• Auf die öffentliche Hand kämen hohe Kosten für die Bauarbeiten zum Rückbau der Anschlussstelle und für die Schaffung von Ersatz zu.
• Alter Baumbestand und eine Ausgleichsfläche für andere Bochumer Bauprojekte sollen geopfert werden, obwohl diese angesichts der Klimakrise immer wichtiger werden, gerade im städtischen Bereich. Ausreichend alternative Ausgleichsflächen in räumlicher Nähe sind jedoch kaum zu finden. Das Stadtklima würde verschlechtert.
• Unklar ist, warum auch das nördliche „Ohr“ in den Plan 1039 aufgenommen wurde, wenn es angeblich erhalten bleiben soll?
Eine Forschungsgruppe der RUB prognostiziert in den nächsten 20 – 30 Jahren einem Anstieg der mittleren Temperaturen in Bochum um 2,5° C und eine dreifach höhere Zahl an Hitzetagen pro Jahr aufgrund des Klimawandels. Grüne Ausgleichsflächen, insbesondere baumbestandene Flächen werden darum innerhalb der Städte immer bedeutsamer.
Angesichts der Nachteile fragt man sich, ob hier die tatsächlichen Gründe für die geplanten Verkehrsinfrastrukturmaßnahmen ungenannt bleiben.
Viele Bürger haben ihre Einwände dem Planungsamt bereits mitgeteilt. Die Antwort darauf steht noch aus. Dem Amt liegen mittlerweile auch von mehreren Seiten verschiedene Vorschläge vor, die alternative Möglichkeiten der Erweiterung des TQ aufzeigen und trotzdem die aktuelle Verkehrsanbindung und damit den Baumbestand an dieser Anbindung unangetastet lassen. Um die Pläne der Verwaltung zu vereiteln, hat sich eine Bürgerinitiative betroffener Bürger, BITQ, gegründet. Besorgte Bürger haben sich an den Oberbürgermeister und Ratsfraktionen der Stadt gewandt. Antworten stehen teils noch aus. Der Vorsitzende der SPD-Ratsfraktion, Dr. Reinirkens hat jedoch mitgeteilt, dass er die Sorgen der Bürger hinsichtlich der geplanten Verkehrsführung teilt und die vorliegende Planung für unzureichend hält. Am 28.April 2026 wird eine Sitzung der Bezirksvertretung Süd stattfinden, auf der das Planungsamt über den aktuellen Planungsstand berichten soll. Mitglieder einer Bürgerinitiative haben dem Bezirksbürgermeister einen Fragenkatalog dazu überreicht. Dieser Termin wird mit Spannung erwartet.«


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