Die Stadtgestalter/Volt rufen „alle Bürger*innen dazu auf, ihre Stimme beim Bürgerentscheid über die Olympia-Bewerbung unter Berücksichtigung von Fakten zu vergeben“: »Der versprochene positive Einfluss der Olympischen Spiele auf unsere Stadt wird tatsächlich gering ausfallen. Wir sprechen Sportler*innen des modernen Fünfkampfs und des olympischen Fußballs ausdrücklich Hochachtung für ihre Leistungen aus. Dennoch führen diese beiden Sportarten im breiten olympischen Programm ein Randdasein.
Im Fußball der Männer handelt es sich z.B. um ein Turnier für Nachwuchsmannschaften. Es werden daher keine Massen an Besucher*innen nach Bochum pilgern und der wirtschaftliche Effekt für unsere Stadt wird verpuffen. Für das ganze Ruhrgebiet haben sich die großen Hoffnungen bereits auf dem Weg zur Bewerbung zerschlagen: Die olympische Herzkammer mit Olympiadorf und der Austragung der Leichtathletik-Wettbewerbe wird in Köln liegen.
Auch wenn die meisten Augen der Welt auf andere Städte blicken, werden die Herausforderungen für Bochum groß sein. Organisation, Infrastruktur und Sicherheit müssen den höchsten internationalen Anforderungen gerecht werden. Schon die teilstädtische Gesellschaft, die Weihnachtsmarkt und Musiksommer organisiert, musste zuletzt wegen steigender Kosten mit Steuergeld gerettet werden.
Zusätzliche Mittel für den ÖPNV waren in der Vergangenheit ein unerfülltes Versprechen und bleiben auch mit Blick auf Olympia nicht mehr als ein Versprechen. Kosten für Infrastrukturmaßnahmen wird Bochum zu großen Teilen selbst schultern müssen. Mehr Geld für den Breitensport wird es nicht geben.
Angesichts der negativen Haushaltsentwicklung und der nicht bezifferbaren Olympia-Kosten, die bei den Städten anfallen, gilt das Motto „Dabei sein ist alles“ für die Sportler*innen, aber nicht für die Kommunen.
Sportler*innen kritisierten zuletzt bei den Winterspielen, dass durch die Aufsplitterung auf fünf Standorte keinerlei „olympisches Flair“ aufgekommen sei. Sind olympische Sommerspiele aufgeteilt auf 17 einzelne Städte (Kiel ist sogar rd. 400 km entfernt) wirklich im Interesse der Sportler*innen?
Eines aber zeigt sich: Echte Bürger*innen-Beteiligung ist möglich, wenn man nur will. Stadtgestalter/Volt macht sich dafür stark, dass Bürger*innen auch in weiteren relevanten Themen selbst entscheiden können.
Machen Sie von Ihrer Stimme Gebrauch und stimmen Sie mit „Nein“ – Für Verantwortung und mit Vernunft.«
Machen Sie von Ihrer Stimme Gebrauch und stimmen Sie mit „JA“ – Für Begeisterung und gegen den Pessimismus den
die Stadtverwalter und das spannungslose Volt ständig verbreiten.
Na, das ist ja mal eine großartig ausformulierte Argumentation, die mit purer „Begeisterung“ wirklich jeden Einwand restlos entkräftet..
Wer sehenden Auges diesen absehbaren Millionen-Schaden unserer ohnehin finanziell stark angeschlagenen Stadt sowie die drohenden massiven Mieten-Steigerungen feiert, hat offensichtlich nicht begriffen, dass das, was er hier abfällig „Pessimismus“ nennt, in Wahrheit purer kommunaler Selbstschutz ist.