Montag 15.03.21, 11:44 Uhr

Essbare Stadt Bochum


Wir berichteten im Oktober letzten Jahres über ein Vernetzungstreffen für eine „Essbare Stadt“ Bochum. Nun stellt diese Initiative sich auch offiziell vor und erläutert, was sich hinter dieser Überschrift verbirgt: »EssBO! – der Name steht für Engagement, Eigeninitiative und den Wunsch nach „Echtem Wandel“. Für eine ‚Essbare Stadt Bochum‘, die unparteilich, partizipativ und für alle da ist.
Angestoßen durch das ‚Klimaforum Ernährung‘ im Oktober 2020 am Schauspielhaus Bochum entstand die konkrete Idee einer ‚Essbaren Stadt Bochum‘.

Eingeladen zur Podiumsdiskussion waren Johannes Tangen vom Hof Bergmann, Prof. Wilhelm Hofmann von der Ruhr-Universität Bochum, Rewegruppe-Geschäftsführer Reinhard Mokanski, Michael Sprünken vom Bochumer Gesundheitsamt, der Poetry-Slammer und Autor Sebastian 23 und die Mitbegründerin der Initiative ‚Essbare Stadt Minden’ Bettina Fuhg. Moderiert wurde das Forum von den Schauspieler*innen Veronika Nickl und Michael Lippold, sowie der Aktivistin Lisa-Marie Hulß. Die Diskussion zwischen Podium und Publikum wurde per SMS-Chat koordiniert, und es dauerte nicht lange, bis der Funke übergesprungen war: Die Idee, Bochum essbar zu machen, war geboren.
Von der zündenden Idee zum feuerfesten Netzwerk
Brokkoli vor dem Rathausplatz, Tomaten in den Blumenkübeln, Kräuter auf den Stadt-Dächern:
seit der Geburtsstunde von EssBO! sind aus dem anfänglichen Funken funktionierende Strukturen erwachsen. Den regelmäßigen Videokonferenzen, Orgatreffen und flammenden Konzepten schließen sich immer mehr Bürger*innen, lokale Vereine und Organisationen an.
In Kooperation mit dem Ernährungsrat Bochum und den hiesigen Gemeinschaftsgärten werden Workshops, Saatgut- und Pflanzentauschbörsen koordiniert, konkrete Bepflanzungsaktionen in Zusammenarbeit mit den örtlichen Quartiersmanager*innen  erarbeitet und an Hygienekonzepten gefeilt. Derweil vereint EssBO! bereits über 20 aktiv teilnehmende Initiativen und über zehn engagierte Orgateam-Mitglieder, die sich der gemeinsamen Vision Bochum essbar zu machen verschrieben haben – Tendenz steigend.Unser Netzwerk ist eine von ca. 140 ‚Essbare Stadt Initiativen´ in ganz Deutschland. Zu den bekanntesten gehören Andernach, Minden, München, Haar, Kassel, Halle und Heidelberg. 
„Unser Zuspruch ist riesig. Wir freuen uns sehr, dass sich so viele Menschen für EssBO! begeistern und mit uns zusammen Bochum schöner, grüner, lebendiger, klima- und insektenfreundlicher und auch genussvoller machen wollen.“ (Veronika Nickl, Ensemblemitglied  Schauspielhaus Bochum)
„Man kann das ruhig mal sacken lassen, dass wir nicht einfach zwanzig Menschen sind, sondern 20 komplette Initiativen von denen jede wiederum weitere 20-50 Leute hinter sich stehen hat.“ (Johannes Neumann, Ernährungsrat Bochum).
Unsere Wünsche & Visionen
Wir wollen kreative Lösungen für eine grüne und lebendige Stadt: Obst, Gemüse und Kräuter öffentlich und für alle, Wildblumenstreifen für Insekten statt Kies und Beton, Dachgärten und Beete, egal ob hoch, vertikal oder mobil, an möglichst vielen Stellen in der Stadt. Nachhaltiges Regenwassermanagement und Trinkbrunnen – das alles soll bald möglichst Realität werden. 
Wir wünschen uns Bochum als ökologische Stadt mit Kreislaufwirtschaft und Solidarischer Landwirtschaft, wo vor Ort gewachsene Lebensmittel auch vor Ort verwendet werden. Wir möchten eine generationen- und kulturübergreifende Ernährungsbildung bieten und allen Bochumer*innen die Möglichkeit geben, sich für Gemeinsinn, Selbstversorgung und Lebensmittelsouveränität zu engagieren. Auf dass unsere Stadt mensch-, tier- und klimafreundlicher wird und dass der frische, saubere Wind jede Menge Menschen von außerhalb anlockt und die lokalen Geschäfte beflügelt.
KONTAKT & INFOS
Eine Webseite unter dem Dach des Ernährungsrates wird in Kürze online gehen. Der Kontakt zur Stadt ist bereits hergestellt . Wir befinden uns im Austausch mit den zuständigen Ämtern. Mehr zu den konkreten Zielen der EssBO!-Initiative im „Esspapier“.Anfragen unter essbo@ernaehrungsrat-bochum.de und über Instagram via @ess.bo_«