Sonntag 07.02.21, 17:52 Uhr
Trotz Wintersturms sind Notangebote für Obdachlose nicht verfügbar

Das Kältekonzept der Stadt funktioniert nicht


Der bodo e.V. erneuert seine Kritik am unzureichenden Kältekonzept der Stadt Bochum für wohnungs- und obdachlose Menschen. Siehe Meldung vom 11.12.2020. „Es zieht ein Wintersturm über Bochum hinweg und weder sind Räume für Wohnungslose verfügbar noch sind die zusätzlichen Schlafplätze erreichbar“, kritisiert Alexandra Gehrhardt von bodo: „Das ‚Konzept‘ der Stadt ist zusammengebrochen – und das war absehbar.“ Weiter heißt es in der Mitteilung von bodo: »Seit Monaten hat bodo, so wie viele Wohnungsloseninitiativen bundesweit davor gewarnt, dass der Corona-Winter für Wohnungslose gefährlicher werden könnte als ohnehin. „Die verschärfte Lage spiegelt sich im Konzept aber nicht wider, und während des Sturms ist es quasi wirkungslos. Die Konsequenzen tragen die Betroffenen“, so Gehrhardt.

Denn: Zwar hat die Stadt – quasi als Überlauf, falls die Notschlafstelle am Fliednerhaus belegt ist – zusätzliche Schlafplätze (ausschließlich nachts) in einer ehemaligen Schule in Hamme geschaffen. Die Wohnungslosen sollen aber mit öffentlichen Verkehrsmitteln dorthin fahren – die Bogestra hat jedoch am Sonntagmorgen den Betrieb eingestellt.

Auch warme Aufenthaltsorte gibt es nicht. „Obwohl heftiger Schneefall, starker Wind und Eisregen seit Tagen angekündigt waren, hat die Stadt es nicht geschafft, einen Tagesaufenthalt für Wohnungslose zu öffnen – Sonntagsöffnungszeiten sind im Konzept nämlich nicht vorgesehen.

Damit ist das Kältekonzept in wesentlichen Teilen zusammengebrochen. Die Folge ist, dass Menschen, die ungeschützt auf der Straße leben, weiter ungeschützt sind“, sagt Alexandra Gehrhardt und fordert: „Die Stadt Bochum muss jetzt umgehend handeln: Aufenthaltsorte bereitstellen und die Unterkünfte rund um die Uhr öffnen. Sie muss Maßnahmen ergreifen, die Wohnungslose wirklich schützen. Der Winter bedeutet Lebensgefahr.“«