Freitag 16.10.20, 11:00 Uhr
Tarifauseinandersetzung im öffentlichen Dienst

Diagnose: Gedächtnisschwund der Arbeitgeber*innen 3


Birgit Sperner, stellvertretende NRW-Landesbezirksleiterin der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di, hat auf der Warnstreik-Kundgebung ihrer Gewerkschaft in Bochum eine Diagnose der Verweigerungshaltung der öffentlichen Arbeitgeber*innen geliefert, die viel Zustimmung bei den Streikenden fand: »Ein Krankheitsbild, das durch die Pandemie verursacht wird und in den letzten Wochen verstärkt aufgetreten ist, ist vollkommener Gedächtnisschwund. Befallen sind die öffentlichen Arbeitgeber in dieser Tarifrunde. Massiv! Offensichtlich gibt es einen Blackout, die Festplatte ist gelöscht. […] Allen voran die kommunalen Arbeitgeber wollen nichts mehr wissen von dem, was im Frühjahr an Respekt und Anerkennung gegolten hat. Die vollmundigen Bekenntnisse so mancher Politiker*innen für eine bessere Bezahlung in der Zeit der Tarifrunde haben sich als reine Lippenbekenntnisse entpuppt. Heute seid Ihr – die Heldinnen und Helden jener Tage nur noch lästige Kostenfaktoren.« Zur vollständigen Rede.


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3 Gedanken zu “Diagnose: Gedächtnisschwund der Arbeitgeber*innen

  • Wolfgang vom Ubu

    damit kein Missverständnis aufkommt : ich erkläre mich völlig einverstanden mit den Streikenden und ihren Forderungen. Aber was da wie ein Witz herkommt , nämlich die Metapher vom Krankheitsbild Gedächtnisschwund der Arbeitgeber*innen, ist sehr daneben. Dann könnte ich auch sagen , dass derjenige , der da neulich mit Mordspomp und trauernden Lobhudeleien zu Grabe getragen wurde, doch eigentlich ein Arschloch war, zumindest für die große Mehrzahl der arbeitenden Menschen hier, und also der Gedächtnisschwund insofern pandemische Ausmaße hat, weil er auch durch alle großen Medien ging. Sind das nun alles Übel-Täter ? „Krankhafte“ Lügner und deren Claque ? Aber nicht doch , sagt auch wieder eine Krankheitsmetapher : Die können nichts dafür, die sind krank . Und das entschuldigt dann alles oder soll es zumindest. Und diejenigen die wirklich krank sind und unter Gedächtnisverlust leiden , und deren Freunde und Angehörige ? Ich denke , wir sollten doch vorsichtiger sein mit unseren Worten.

  • redaktion Autor des Beitrags

    @ Wolgang vom Ubu: Wenn noch niemand davon gesprochen hat, dass Corono zu Gedächtnisschwund führt und dann in einer Rede die Arbeitgeber*innen nicht der übelsten Heuchelei bezichtigt, sondern als Opfer von Corona mit Gedächtnisschwund dargestellt werden, dann ist das schon bösartig, wenn Du das nicht als Ironie akzeptierst. Wenn Du nur einen Aufhänger gesucht hast, um auf die Heuchelei im Zusammenhang mit dem Ableben von Wolfgang Clement hinzuweisen, dann ist das zumindest verständlich. Aber wenn die Trauerreden bei seiner Beerdigung von CDU-Leuten gehalten wurden, dann ist das eigentlich keine Heuchelei sondern eine aufrichtige Würdigung. Noch glaubwürdiger wären hohe Repräsentanten des Leiharbeitergewerbes oder gar des BDI gewesen.

    • Wolfgang vom Ubu

      @ Redaktion : Eure Kritik hat einige Berechtigung, und auch mein anus mahnt mich , ich sollte lieber Schurke schreiben und ihn nicht als Metapher und Schimpfwort missbrauchen. Er könne nichts für eine derartige Verwendung . Ich entschuldige mich hiermit bei allen Ärschen,