Archiv für den Monat: April 2012


Montag 16.04.12, 17:20 Uhr
IG BAU warnt Arbeitgeber in Bochum:

Keine Lohn-Trickserei bei Minijobs 1

Die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) schreibt: »Wer in Bochum einen 400-Euro-Job annimmt, sollte sich vorher genau darüber informieren, wie hoch die Tariflöhne in seiner Branche sind. Denn: Arbeitgeber müssen Minijobbern den gleichen Stundenlohn zahlen, den ein regulär Beschäftigter erhält, sofern ein Tarifvertrag gilt. Darauf hat die IG BAU hingewiesen. In Bochum seien rund 35.840 Menschen lediglich geringfügig beschäftigt. „Auch wer 400 Euro-Kräfte einstellt, muss sich an die Tarifverträge halten, die für die Branche gelten. Die Minijobber mit Niedriglöhnen abzuspeisen, ist rechtswidrig“, sagt Gerhard Kampschulte. Immer wieder, so der Bezirksvorsitzende der IG BAU Bochum-Dortmund, versuchten Arbeitgeber mit Tricks und Druck, den Lohn von geringfügig Beschäftigten zu drücken. mehr…


Montag 16.04.12, 14:50 Uhr

RWE unplugged –
dem Energieriesen den Stecker ziehen!

Das Anti-Atom-Plenum Bochum unterstützt den Aufruf, die Hauptversammlung des RWE Konzerns in der Essener Grugahalle zu nutzen, um die Atom- und klimaschädliche Kohlepolititk zu kritisieren. Wir unterstützen die Forderung, den Energieverbrauch effizienter zu gestalten und Energie einzusparen. Für eine Energieversorgung in demokratischer und sozialer Verantwortung aus erneuerbaren Energieträgern, Sonne , Wind und Wasser in dezentralen und nachhaltigen Strukturen.
Für eine Zusammenführung der Energiekämpfe

Der Widerstand gegen RWE nimmt weiter zu. Die Anti-Atom-Bewegung bleibt wachsam und wird den Widerstand u.a. gegen die Uranfabrik in Gronau verstärken. mehr…


Sonntag 15.04.12, 08:04 Uhr
Vor 40 Jahren sah der Staat wieder einmal rot:

Berufsverbote in der BRD

Am Freitag, den 20. April lädt die VVN-BdA um 19.30 Uhr zu einer Veranstaltung in den Bahnhof Langendreer. Thema: Berufsverbote in der BRD – Vor 40 Jahren sah der Staat wieder einmal rot. Die VVN schreibt: »Über 11.000 Berufsverbote, tausende von Disziplinarverfahren, Millionen von Angepassten und Mitläufern sind das Ergebnis des sog. Radikalen-Erlasses vor ziemlich genau 40 Jahren. Willy Brandts Versprechen, mehr Demokratie zu wagen, wurde ins Gegenteil verkehrt: Demokraten bekamen Berufsverbote. Auch in Bochum gab es zahlreiche Berufsverbots-Opfer. Aber auch heute sollen Linke durch die Bespitzelungen des Inlandgeheimdienstes “Verfassungsschutz” mundtot gemacht werden – wieder einmal im Namen von Demokratie und Freiheit! Die Veranstaltung der VVN-BdA Bochum soll an die Aktualität der Berufsverbote erinnern. Betroffene Bochumer Berufsverbote-Opfer werden berichten: Sigrid Schößler, Reinhard Junge, Reinhard Wegener.«


Sonntag 15.04.12, 07:49 Uhr
Radio El Zapote präsentiert:

La Kinky Beat: „Massive Underground“

Am Donnerstag, den 19. 4.  um 20:00 Uhr im Bahnhof Langendreer: Mit über 500 Konzerten rund um den Globus im Gepäck, stellen La Kinky Beat nun ihren 4. Silberling: “ Massiv Underground “ released 2011,  vor. In der Ankündigung heißt es: »Es klingt nach einem Klischee, wenn man sagt, dass sich das Warten gelohnt hat. Und noch stereotyper klingt es zu sagen, dass sie einen wichtigen Schritt in ihrer Karriere damit gemacht haben. Was die Band aus Barcelona präsentiert ist nicht nur ein Album sondern vielmehr ein Statement von Prinzipien und professioneller Kohärenz. mehr…


Samstag 14.04.12, 21:22 Uhr
Bilanz des Bildungs- und Teilhabepakets in Bochum:

3.740.083,21 Euro einbehalten 1

Der DGB-Regionsvorsitzende Michael Hermund hatte am 5. 4. 2012 in einer Stellungnahme die Umsetzung des Bildungs- und Teilhabepakets für Kinder aus bedürftigen Familien kritisiert: »Es ist “desaströs”, dass zwölf Monate nach dem Start des Bildungspakets, trotz hohem Engagement des Jobcenters und der Stadt weniger als ein Drittel der Gelder ausgegeben werden konnten.« In ihrer Antwort auf eine Anfrage der Sozialen Liste im Rat listet die Stadtverwaltung auf, für welche Bereiche Leistungen in Anspruch genommen wurden und stellt fest: „Für die Leistungen für Bildung und Teilhabe wurden im Jahr 2011 1.059.613,00 Euro aufgewendet. Zur Verfügung standen insgesamt 4.799.696,21 Euro.“ Die Auflistung der Verwaltung.


Samstag 14.04.12, 16:23 Uhr

Auf den Spuren Ottilie Schoenewalds

Die VVN-BdA Bochum schreibt: »Fast auf den Tag genau 70 Jahre nach der Verschleppung von Dutzenden jüdischer Bürger aus Bochum  in das KZ Zamosc in Polen bietet die VHS am Sonntag, den 22.4.2012, einen Stadtrundgang zu einer bedeutenden jüdischen Bochumerin an: Auf den Spuren Ottilie Schoenewalds in Bochum.
Auf diesem Stadtrundgang soll informiert werden am Beispiel Ottilie Schoenewalds über das bemerkenswerte Leben dieser Frau, es soll aber auch ein Einblick in Bochums braune Vergangenheit von 1933-1945 gegeben werden. An bestimmten Orten der Innenstadt lässt sich darstellen, wie jüdisches Leben in Bochum vor, während und nach dem Faschismus aussah. Darüber hinaus dient die Verfolgung der jüdischen Mitbürger als Lehrstück, wie Diskriminierung, Ausgrenzung, Vertreibung, Rassismus bis zur schließlichen Ermordung von Minderheiten oder „Fremden“ vor sich geht. Ein Thema, das ja bis in die Gegenwart höchst aktuell ist. mehr…


Freitag 13.04.12, 20:08 Uhr

Eine unglaubliche Verwaltungsvorlage

Obwohl es viele Beschlüsse gab, dass die Verwaltung regelmäßig Berichte verfassen soll, wie es mit der Radverkehrsplanung und der Umsetzung der diesbezüglichen politischen Beschlüsse in Bochum aussieht, hat die Verwaltung dies jahrelang systematisch boykottiert. Nun ist der Druck so stark geworden, dass sie einen Bericht vorlegte: Der Radverkehrsbericht/Sachstand 2011/2012. Unglaublich frech schreibt die Verwaltung in ihrem Bericht: „Bedauerlicherweise wurden seitens des ADFC häufiger Ergebnisse aus der Rad-AG direkt zu einer für die Stadt negativen Berichterstattung verwandt.“ Hier wird dem ADFC nicht vorgeworfen, dass er etwas falsch dargestellt hat, sondern dass er Ergebnisse der Beratungen veröffentlicht hat. Wenn diese Ergebnisse für die Stadt negativ in der Öffentlichkeit aufgenommen werden, dann ist dies eine realistische Wahrnehmung und kein Problem des ADFC. Der ADFC hat eine erstaunlich sachliche Stellungnahme zu dieser unglaublichen Verwaltungsvorlage veröffentlicht.


Freitag 13.04.12, 16:39 Uhr

Keine Nazi-Landtags-KandidatInnen

Zur Landtagswahl in NRW am 13. Mai haben die fünf im Landtag vertretenen Parteien und die Piraten DirektkandidatInnen in Bochum aufgestellt. Der Wahlausschuss der Stadt Bochum hat die Zulassung dieser Vorschläge heute bestätigt. Die Nazi-Parteien treten nicht mit Direkt-KandidatInnen in Bochum an. Die KandidatInnen.


Freitag 13.04.12, 13:36 Uhr
Diskussion im Schauspielhaus über „Leben ohne Wachstum“

Vor hundert Jahren sank die „Titanic“

Die Occupy-Gruppe Bochum lädt zusammen mit dem Schauspielhaus am Sonntag, den 15. April um 19:30 Uhr  ins „Theater Unten“ zu einer Diskussionsveranstaltung zum Thema „Leben ohne Wachstum“ und schreibt: »Am 15. April um 2:20 Uhr ist es hundert Jahre her, dass der Luxusliner „RMS Titanic“ auf seiner Jungfernfahrt von Southampton nach New York nach einer Kollision mit einem Eisberg im Nordatlantik sank. Der Reederei und der Schiffsführung war die Gefährdung der Reise durch Eis während dieser Jahreszeit durchaus bewußt. So steuerte man das Schiff nicht auf direktem Wege zum Ziel, sondern wählte einen südlicheren Kurs. Während der Reise gab es mindestens drei Funkwarnungen von anderen Schiffen, die ein großes Eisfeld gesichtet hatten – umsonst: Die als „unsinkbar“ geltende Titanic lief unter voller Fahrt ins Verderben, weil einfach nicht sein konnte, was nicht sein durfte: Eine verspätete Ankunft und eine Reduzierung allzu ehrgeiziger Pläne.
Die Geschichte der „Titanic“ liest sich wie eine Parabel auf Wirtschaft und Gesellschaft in der heutigen Zeit: Ohne Rücksicht auf Verluste wird einer Wachstumsökonomie gehuldigt, die große Risiken für alle Beteiligten enthält und aus vielen Gründen zum Scheitern verurteilt ist. Bei der Diskussion am Sonntag soll ausgelotet werden, ob die große Katastrophe noch aufzuhalten ist oder ob wir schon in die Rettungsboote müssen.«


Freitag 13.04.12, 13:19 Uhr

Keine BILD im Briefkasten!

Zum 60. Jubiläum des erstmaligen Erscheinens der BILD-Zeitung will der Springer-Konzern im Juni an jeden der rund 41 Millionen Haushalte in Deutschland ein Exemplar verteilen. Journalistisch arbeitet die BILD mit höchst fragwürdigen Methoden. Regelmäßig werden die Persönlichkeitsrechte der dargestellten Personen verletzt und die Menschenwürde missachtet. Mit einer massenhaften Verweigerung der Zustellung soll eine Debatte über die BILD-Berichterstattung angestoßen werden. Campact hat ein Online-Formular entwickelt, über das die Zustellung der BILD unterbunden werden kann.


Freitag 13.04.12, 12:58 Uhr

Hanson Brothers im Bahnhof

Am Mittwoch, den 18. 4. spielen um 19.30 Uhr die Hanson Brothers im Bahnhof Langendreer. Die Ankündigung von Radio El Zapote: »Hinter dem Namen Hanson Brothers verbirgt sich eine Legende und Kultband mit Erfahrungen aus über 30 Jahren Musikgeschichte. Nämlich No Means No, ergänzt mit einem weiteren Musiker. Als Hanson Brothers präsentieren sie  Punkrock im allerbesten Ramones-Stylie, ohne diese zu covern, sondern singen eigene Lieder über Eishockey, und die ihres Clubs, den Vancouver Chanouks, thematisieren schöne Frauen und den Genuss eines aus Hopfen gebrauten Getränks, dem sie selbst als Bierbrauende gerne frönen.Ihr Bühnen-Outfit hat selbigen Hintergrund: Eishockey-Shirts und Masken. mehr…


Donnerstag 12.04.12, 15:54 Uhr
DGB: Jobcenter gibt Mittel für Eingliederung nicht aus

6,4 Millionen Euro nicht genutzt 2

Der DGB Ruhr-Mark schreibt: »Das Jobcenter Bochum, die gemeinsame Einrichtung von Arbeitsagentur und Stadt zur Betreuung Langzeitarbeitsloser (Hartz IV), hat im letzten Jahr erhebliche Mittel zur Eingliederung nicht ausgegeben. Nach Berechnungen des Bremer Institut für Arbeitsmarktforschung und Jugendberufshilfe (BIAJ) hat Bochum nur eine Ausschöpfungsquote der zugewiesenen Mittel für „Leistungen zur Eingliederung nach dem SGB II“ von 75,9 Prozent erreicht. Dem Jobcenter waren gemäß Bundeshaushalt und Eingliederungsmittel-Verordnung 2011 insgesamt 26,5 Millionen Euro für „Leistungen zur Eingliederung nach dem SGB II“ zugewiesen worden. Ausgegeben wurden insgesamt nur 20,1 Millionen Euro, 6,4 Millionen Euro weniger als zugewiesen. mehr…


Donnerstag 12.04.12, 12:20 Uhr

8,62 Euro Mindestlohn 2

Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) schreibt: »Ab 1. Mai dürfen in Bochum öffentliche Aufträge nur noch an Firmen vergeben werden, die ihren Mitarbeitern einen Stundenlohn von mindestens 8,62 Euro zahlen. Darauf hat die NGG hingewiesen. „Das neue nordrhein-westfälische Tariftreuegesetz verlangt von Unternehmen ab einem Auftragsvolumen von 20.000 Euro die Einhaltung von Mindestlohnstandards. Damit werden heimische Betriebe künftig vor unseriösen Dumpinglohnfirmen geschützt“, so die Geschäftsführerin der Gewerkschaft NGG Ruhr, Yvonne Sachtje. mehr…


Donnerstag 12.04.12, 08:18 Uhr
Die Bochumer Geschichtswerkstatt lädt ein:

Radtour zum Thema Kapp-Putsch

Die Bochumer ´Geschichtswerkstatt führt am Samstag, den 21.April eine Exkursion per Rad zum Thema Kapp-Putsch und Märzrevolution im Jahr 1920 durch. In der Einladung heißt es: »Am Morgen des 13. März 1920 zog die ”Brigade Erhardt“ mit schwarz-weiß-roten Fahnen und Hakenkreuzen am Stahlhelm durch das Brandenburger Tor bis zum Regierungsviertel, um die noch junge Weimarer Republik zu beseitigen. Die damalige Reichsregierung musste fliehen. Vor ihrer Flucht hatte sie noch zum Generalstreik aufgerufen, dem ungefähr 12 Millionen Bürgerinnen und Bürger in ganz Deutschland folgten. Im Ruhrgebiet griffen Arbeiter zu den Waffen. Die Märzrevolution wurde zum größten Arbeiteraufstand in der deutschen Geschichte.
mehr…


Donnerstag 12.04.12, 06:00 Uhr

Die Aktivisten-Bewegung in der DDR

Am Freitag, 27. April findet um 19.00 Uhr in der ver.di Geschäftsstelle,  Universitätsstr. 76 , eine Veranstaltung des DDR-Kabinett-Bochum mit Hannelore Graff-Hennecke statt. Sie hat eine Biographie ihres Vaters Adolf Hennecke geschrieben: ‚Ich bin Bergmann, wer ist mehr?‘ Am 13. Oktober 1948 hatte Adolf Hennecke in einer Schicht 380% des gesetzten Normsolls an Steinkohle gefördert. Dies war der Start für die Aktivisten-Bewegung in der DDR. Im Einladungsflyer heißt es über Hannelore Graff-Hennecke: „Mit ihr als Zeitzeugin wird es spannend, die Idee und Geschichte einer für viele von uns unbekannten Arbeitsmoral – Rekordleistung auf der Basis von Volkseigentum – zu diskutieren.“
Der Einladungsflyer
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Mittwoch 11.04.12, 18:07 Uhr

Fahrradbörse von terre des hommes

Die 11. Wattenscheider Fahrradbörse von terre des hommes findet am Samstag, 21. April 2012, wieder auf dem Schulhof der neuen Liselotte-Rauner-Schule statt. Das ganze läuft so: Wer ein Fahrrad, Roller, Bobbycar oder Dreirad verkaufen möchte, bringt es am Tag der Fahrradbörse von 9:30 Uhr bis 12:00 Uhr zum Schulhof der Hauptschule.Die Annahmegebühr pro Rad beträgt 5 €, alles andere 3 €. Verkauf ist von 10:00 Uhr bis 13:30 Uhr. Bei jedem Kauf zahlen die Käufer jeweils 10% mehr zugunsten der Projektarbeit von terre des hommes. Auch gespendete Räder, Roller, Dreiräder nimmt die Gruppe gerne entgegen und bittet diese zum Schulhof zu bringen. Der Aktionstag liegt einen Tag vor dem Earth-Day (Tag der Erde). Mit dem Erlös wird der terre des hommes-Projektpartner CEIISA in Bolivien unterstützt. Dieser hilft Schulen beim Anlegen von Schulgärten, die frei von chemischen Giften sind. Damit reagieren die Partner auf die enorme Belastung durch Pflanzenschutzmittel, von denen die Kinder am meisten betroffen sind. terre des hommes setzt sich mit ihnen für ökologische Kinderrechte ein. Näheres.


Mittwoch 11.04.12, 17:14 Uhr

Bürgerentscheid zum Konzerthaus 6

Volker Steude hat ein Bürgerbegehren zum Konzerthaus auch ohne seine Partei, die Piraten, gestartet. Auf der Webseite http://buergerbegehren-musikzentrum.de begründet er ziemlich schlüssig, warum es rechtlich zulässig ist, dass ein Bürgerentscheid statt eines Ratsbeschlusses die letzte Entscheidung treffen kann. Die Rechtsdezernentin der Stadt hatte dagegen argumentiert, dass eine solche Bürgerentscheidung unzulässig sei.


Dienstag 10.04.12, 22:06 Uhr

In Erinnerung an die Befreiung

In Erinnerung an die Befreiung Bochums vom Faschismus und Krieg legten heute Mitglieder der VVN-BdA an der Gedenktafel am Haupteingang des Stadtparks ein Blumengebinde nieder. Diese Gedenktafel erinnert an die Ermordung von politischen Häftlingen und Zwangsarbeitern wenige Tage vor dem Ende von Krieg und der Naziherrschaft 1945. Die Gestapo (Geheime Staatspolizei), die damals ihren Sitz in einer beschlagnahmten Villa auf der Bergstraße 76 hatte, erschoss allein hier, wenige Stunden vor dem Einmarsch der amerikanischen Truppen, 20 Menschen und verscharrten diese in Bombentrichtern im Stadtpark. Nach der Befreiung von Faschismus und Krieg im Mai 1945 wurden die Leichen ausgegraben und auf dem Friedhof am Freigrafendamm beerdigt.


Dienstag 10.04.12, 19:27 Uhr

Naziterror, Verfassungsschutz und der ganz alltägliche Rassismus

Opfer rechter Gewalt

Das Antifa-Referat der EFH Bochum lädt zu einer interessanten Veranstaltung am Mittwoch, 18. April um 19 Uhr in den Bahnhof Langendreer ein. (Aktualisierung 16.04.2012: Die Veranstaltung wird organisiert von StudentInnen der EFH Bochum) Die sächsische MdL Kerstin Köditz von der Linkspartei und der Autor Volkmar Wölk werden dort über das Thema “ Naziterror, Verfassungsschutz und der ganz alltägliche Rassismus“ referieren. Die VeranstalterInnen schreiben:  „Über 10 Jahre lang war in Deutschland ein rechtsterroristisches Netzwerk namens NSU tätig. Seine Mitglieder ermordeten seit 2000 bundesweit neun migrantische Kleinhändler, verübten zig Überfälle und Sprengstoffanschläge auf migrantische Einrichtungen und Treffpunkte, erschossen eine Polizistin und begingen zahlreiche Banküberfälle. Keine dieser Taten, kein Mitglied dieses Netzwerkes flog bis zum November 2011 auf. mehr…


Montag 09.04.12, 17:21 Uhr

Konzerthaus: Piraten rudern zurück 2

In einer Pressemitteilung räumen die Bochumer Piraten zum Thema Bürgerentscheid zum Konzerthaus ein: „Wir können den Bürgern der Stadt Bochum zurzeit nicht garantieren, dass das Bürgerbegehren rechtlich Bestand hat.“ Die Erklärung im Wortlaut: »Am Dienstag erhielt die Piratenpartei Bochum, zusammen mit der für das angestrebte Bürgerbegehren notwendigen Kostenschätzung, eine rechtliche Stellungnahme der Stadtverwaltung. In dieser wird erstmals schriftlich dargelegt, aus welchen Gründen die Stadt Bochum das Bürgerbegehren für unzulässig erklären würde. Nach einer intensiven Diskussion der Parteibasis über diese Stellungnahme und über weitere Äußerungen von unabhängiger Seite gibt es über die Zulässigkeit des Bürgerbegehrens verschiedene Rechtsmeinungen. mehr…


Montag 09.04.12, 15:04 Uhr

Ostermarschauftakt in Werne


Zum Auftakt der letzten Etappe des Ostermarsches aktualisierte Wolfgang Dominik, VVN-BdA, eine Rede von Helmut Gollwitzer „Entweder schaffen wir die Rüstung ab oder die Rüstung schafft uns ab“. Hier versuchen Wesen von einem fernen Planeten den Rüstungswahnsinn der Menschen zu verstehen. Die Rede im Wortlaut. Anschließend ging Elke Koling, IPPNW, in ihrem Wortbeitrag auf die Rolle von Computerspielen ein, die Gewalt- und Krieg verharmlosen und verherrlichen.  Die Rede im Wortlaut. Felix Oekentorp, DFG-VK, beschrieb abschließend in seiner Rede, warum die zivile und die militärische Nutzung von Atomenergie zwei Seiten der selben Medaille sind. Die Rede im Wortlaut.


Montag 09.04.12, 14:41 Uhr
Ostermarsch in Bochum Werne am 9. 3. 2012:

Rede von Wolfgang Dominik, VVN-BdA

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Friedensfreundinnen und Friedensfreunde,
Entweder schaffen wir die Rüstung oder die Rüstung schafft uns ab!
Mir sind für meine Rede 5-7 Minuten gegeben worden. Das sind 300 bis 420 Sekunden. In jeder Sekunde, die ihr mir zuhört, werden allein von dem Land, dessen Präsident Friedensnobelpreisträger ist, 250.000 Dollar für Rüstung ausgegeben. Wenn ich hier fertig bin, werden ca. 10 Millionen Dollar für die Kriege und Kriegsvorbereitungen der NATO, also für die Vernichtung von Mensch und Natur, ausgegeben worden sein.
Ich möchte  eine Rede meines großen Lehrers Helmut Gollwitzer aktualisieren..
(Für die Jüngeren unter euch: H.G. ist 1993 gestorben, er war evangelischer Theologieprofessor und einer von denen, die gegen die Remilitarisierung der BRD und gegen die Notstandsgesetze kämpfte, er war ein radikaler Antimilitarist und selbstverständlich Antifaschist.)
Im Jahre 2020 oder vielleicht auch 2030 oder erst 2040  werden vernunftbegabte Lebewesen aus irgendeinem fernen Sonnensystem auf unserer Erde landen. Und diese Erde wird wüst und öde (hebr.: Tohu wa bohu, so in 1. Mose 1, 2a) sein.
Archäolog_innen der Gelandeten werden aber bald viele Spuren finden, die auf die ehemaligen Bewohner des zerstörten Planeten Erde verweisen. Und sie werden feststellen, dass ein Teil dieser Bewohner Lebewesen waren, die sich Menschen nannten. Die Menschen hätten alle Möglichkeiten gehabt, auf diesem ehemals fruchtbaren Planeten ein gutes Leben zu führen. Die Besucher_innen aus dem Weltall werden fragen, warum  die Menschen sich kollektiv ausgerottet haben und alle Lebensmöglichkeiten auch anderer Lebewesen offensichtlich völlig bewusst zerstört haben.
In verschütteten Zeitungsarchiven, Uni- und Stadtbibliotheken, in zahlreichen Rundfunk- und Fernsehanstalten, vielleicht auf euren Computern,  werden die neugierigen Fremden noch unzerstörte Dokumente finden, die beweisen, dass allein im Jahre 2012, als die Erde noch von den sog. Menschen bewohnt war, 1,5 Billionen Dollar,  für Vernichtungsinstrumente ausgegeben worden sind. Das ist eine Zahl mit 12 Nullen:1.5 000.000.000.000. Allein ein Land, das USA hieß, hat zusammen mit einem Kontinent, der Europa hieß und zu dem ein Land mit Namen Deutschland gehörte,  75%  davon zur Vernichtung von Menschenleben ausgegeben, also grob gerechnet 1,1 Billionen Dollar. Die nannten sich westliche Wertegemeinschaft oder Freie Welt oder einfach internationale Gemeinschaft und Hüter der Demokratie und Freiheit.  Hingen die Kriege und Kriegskosten  eigentlich mit der wachsenden Armut in allen Ländern zusammen? Hunger, Unbildung, Hass sogar auf die Nachbarn wuchs mit jedem Euro oder Dollar, der für Kriege ausgeben wurde. Manche der Nachbarn im eigenen Land wurden von Neofaschisten – unter dubioser Beteiligung von Inlandgeheimdiensten – umgebracht. ..

Und jede(r)  wusste das!
Experten der Lebewesen aus dem Weltall  rechneten aus, dass 2012 ca. 20.000 einsatzbereite Atombomben bei den Atommächten lagerten.
Dazu kamen unübersichtlich große Mengen an biologischen und chemischen und sog. konventionellen Waffen.
Damit konnte jeder der ehemaligen Erdenbewohner 5000 Mal getötet werden. Aber das war nicht genug, „man“ rüstete“ kräftig weiter!
Und in einer großen Tageszeitung, damals WAZ genannt, konnte „man“ am 3. 4. 2012 lesen, dass die USA „gute Chancen sehen, Atomangriffe zu überleben“. Würde es doch bei einem Angriff auf ihre Hauptstadt nur 45.000 Tote und 300.000 Verletzte geben!
Die Forscher-innen aus dem Weltall konnten sich nicht erklären, dass ein Land namens Bundesrepublik Deutschland ohne jemals danach gefragt worden zu sein von einem anderen Land namens USA eine Kommandozentrale für Atombombenerstschläge, genannt Raketenabwehrschirm, mitten ins Land gesetzt bekam. Damit machte die damals sog. Bundesregierung das eigene Land im Kriegsfall zum Angriffsziel Nr. 1.
Die Menschen in dem Land wussten das alles, verfügten sie doch  damals mit dem Internet  über durchaus  moderne Mittel, um alles erfahren zu können. Allein in den Reden, die jedes Jahr zu Ostern in Bochum-Werne vor dem Brühmann-Haus gehalten wurden, waren doch unheimlich viele Informationen enthalten. Und im weltweiten Netz konnte man unter dem Link Friedensplenum bei www.bo-alternativ.de nicht nur diese Reden, sondern auch ganz viele andere erschreckende Tatsachen über Kriege und Kriegsplanungen nachlesen. Auch auf den Seiten www.vvn-bda-bochum.de kann „man“ vieles nachlesen. Aber es stand auch alles einfach in den Zeitungen oder wurde im Fernsehen mitgeteilt. Oder in den kostenlosen Weißbüchern der Bundesregierung zur damals sog. Verteidigungspolitik.
Waren diese sog. Menschen alle von einem Selbsttötungswahn besessen?, fragten die Forscher_innen aus dem Weltall.
Ja, war ihre Antwort, denn in sog. freien Wahlen wählten die damaligen Menschen seltsamerweise in allen Ländern die Parteien, die noch mehr Kriege versprachen, die damit auch noch mehr Armut versprachen. Und oft genug predigten sie den Hass auf die Nachbarn, nebenan oder nebenan in anderen Ländern.
Genau diese Lebewesen damals in den USA und Europa glaubten meist an eine Religion, die sich Christentum nannte und dessen Gründer, ein gewisser Jesus von Nazareth war. Der predigte  Nächstenliebe und den Frieden als höchstes Gut  und dass keiner den anderen töten oder mit dem Tode bedrohen sollte. Was hätte dieser Jesus eigentlich zu seinen später lebenden Gläubigen gesagt, wenn er die  gerade genannten Fakten gehört hätte?
Damals hungerten auf der Erde  mindestens 2 Milliarden Menschen, 1 Milliarde hatte überhaupt keinen Zugang zu einem Lebensmittel genannt „sauberes Wasser“. Überall auf der Erde herrschte Armut, aber ganz wenige  besaßen fast alle Reichtümer. Und alle anderen Menschen wussten das! Und so genannte christliche Politiker, die z.T. sogar in Parteien organisiert waren, die sich christlich nannten, predigten jeden Tag im Fernsehen: Menschenrechte, Menschenrechte, Menschenrechte und sorgten gleichzeitig dafür, dass jede Sekunde 2 Kinder verhungerten und 10.000 Menschen allein in kurzer Zeit auf Kommando der christlichen Politiker_innen im Mittelmeer verhungerten oder ertrinken mussten, nur weil sie ihre von den  Staaten des westlichen Wertesystems verwüsteten Länder verlassen wollten.
Forscher-innen aus dem Weltall fragen: Allen Menschen wurden alle Kriegskosten und Kriegsfolgen dauernd im Fernsehen, im Internet, in den Zeitungen mitgeteilt, nichts war geheim!. Dass  andauernd damals auf der Erde, auch wenn kein Krieg war, durch die sog. freie Marktwirtschaft viele Millionen Menschen zum Hungertod verurteilt wurden, störte offensichtlich auch  niemanden „in der westlichen Wertegemeinschaft“ ernstlich. Und die Forscher-innen aus dem Weltall fragten sich: Was waren eigentlich die Werte der Wertegemeinschaft? Krieg? Rüstung? Andere Menschen  im Kriege vernichten? Und eine ausschließlich auf die Profite ganz weniger angelegte Wirtschaft?
Auf alle diese Fragen fanden die klugen Lebewesen aus dem Weltall nur widersprüchliche oder gar keine Antworten.
Ihr könnt jetzt auf dem Ostermarsch nach Dortmund versuchen, die Antworten euch gegenseitig zu geben und diese Rede ergänzen, der Gollwitzer die Überschrift gegeben hat:
Entweder schaffen wir die Rüstung ab oder die Rüstung schafft uns ab.
Ich danke euch!


Montag 09.04.12, 14:36 Uhr
Ostermarsch in Bochum Werne am 9. 3. 2012:

Rede von Elke Koling, IPPNW

Wie schon bei vorangegangenen Ostermärschen  interessiert mich das Thema Computerspiele und ihre friedenspolitische Bedeutung weiterhin.  Während ich mich sonst eher damit beschäftigt habe,  was Computerspiele mit und in den Köpfen der Menschen machen, dass bringt mein Beruf als Neurolgin auch eher mitsich, möchte ich heute mehr darauf eingehen, wie  virtuelle Spiele ganz konkret zur Kriegsvorbereitung genutzt werden und wie Armee und Spieleproduzenten, ja selbst die Rüstungsindustrie voneinander profitieren. Ich wurde durch das neueste Dossier  der  Zeitschrift Wissenschaft und Frieden dazu angeregt,  besonders der Artikel von  Michael Schulze von Glaßler hat mir so gut gefallen, dass ich ihn schwerpunktmäßig  für meine Rede  nutzen möchte.
Da ich Mutter von 5 Kindern bin, bekomme ich drastischer die Auswirkungen und die Normalität von Computerspielen mehr mit, als viele von Euch. Nach ganz normalen Silvesterfeiern mit wirklich netten Freunden und deren Kindern, stellen wir plötzlich fest, dass diese Kinder den ganzen Abend Battlefield, darauf gehe ich gleich noch ein, gespielt haben, wahrscheinlich wegen des brauchbaren Arbeitsspeichers unseres Laptops.  Wirklich korrekte Freunde unserer Söhne statten ihr Schüler-VZ Profil mit Call of duty Logos aus.
Dazu muss man sich klar machen: In Deutschland wurde 2010 1,86 Milliarden Euro für virtuelle Spiele ausgegeben, das sind 3% mehr als im Vorjahr.  Etwa 22 Millionen Deutsche spielen diese Spiele. Das neu entwickelte Spiel Batterfield 3, ein so genanntes Ego-Shooter-Spiel, auf das ich gleich noch einmal zu sprechen komme,  wurde von seinem Erscheinen am 28.10.2011 bis zum 11. November in der Bundesrepublik 500.000 Mal verkauft.
Was ist aber das Problem an solchen Spielen. Vielfach wurde in den Medien zu Recht, die in den meisten Spielen dargestellte Gewalt angeprangert, insbesondere war dies immer wieder  Thema im Zusammenhang mit Amokläufen. Was bisher wenig diskutiert wurde ist die politische Aussage und der politische Zusammenhang, in dem solche Spiele stehen Das  ist aber mindestens ebenso besorgniserregend.  Dazu werde ich im folgenden ein paar Beispiele nennen.

1. Westliche Spiele mit westlichen Feindbildern
Michael Schulze von Glaßer bezeichnet  die Hersteller der Spiele als westliche Hersteller , alternativ könnte man zu westlich auch Spiele produziert in Europa und den USA sagen.
Video- und Computerspiele werden überwiegend von westlichen Firmen und fast ausschließlich für den westlichen Markt entwickelt und erzählen ihre  Geschichten fast nur aus dieser Sicht.
Ein Beispiel  dazu ist das Spiel Batterfield 3, was ich bereits oben erwähnte. Hier wird der Spieler in einen US-Soldaten im Jahre 2014 versetzt, der im Irak gegen dort einmarschierte paramilitärische  iranische Truppen kämpft. Im Verlauf des Spieles stürmen dann US-Soldaten u.a. Teheran.  In der Wüste vernichten, US-Panzer iranische Truppenverbände usw. Das  Spiel  erschien  im Herbst letzten Jahres.  Politische Zusammenhänge zur Weltpolitik ergeben sich leicht.

2. Propaganda und Nutzung zukünftiger Waffensysteme
Bei den Computerspielen benutzen die Entwickler reales Militärgerät, wobei auch deutsche Waffen, einschließlich entsprechender Firmenlogos, z. B. von Rheinmetall immer wieder im Einsatz sind. Bekommt der Bürger sonst große Kampfgeräte wie Kampfflugzeuge, Panzer etc. kaum zu sehen, darf er in den Spielen direkt ins Cockpit einsteigen.  Die Begeisterung oder zumindest fehlende Kritik an High-Tech Waffen lässt sich leicht ableiten. Im Luftkampf-Spiel  „H.A.W.X:2“ zum Beispiel  ist  auch der Eurofighter der in der Nähe von München bei der Eurofighter Jagdflug GmbH produziert wird im Einsatz.

3. Software für Soldaten
„Gute Videospiele“ liefern als Nebeneffekt auch ideale Übungssoftware für Soldaten.
Die inzwischen in Frankfurt angesiedelte Crytek GmbH hat bereits 1999 sogenannte EgoShooter Spiele entwickelt. Besonders gelobt (einschließl. entsprechender  Auszeichnungen)  wurden sie für ihre virtuelle akustische, physikalische und optische Darstellung. Diese Software wird inzwischen u.a. von den US-Militärkonzernen Lockeed Martin und Intelligent Decision genutzt. Die Schlachtfelder im Trainingssimulator werden mithilfe der oben genannten Firma entworfen. Das Projekt kostet etwa 57 Millionen US Dollar.
Es gibt weitere zahlreiche ähnliche Beispiele.

4. Die Bundeswehr in virtuellen Spielen.
Seit die Bundeswehr zunehmend an Kampfhandlungen und Auslandseinsätzen beteiligt ist, kommt sie auch zunehmend in virtuellen Spielen zum Einsatz.
Im Jahre 2011 erschien das Spiel „ Ace Cobant: Assault Horizon“ . In diesem Spiel kann der Spieler mit Eurofighter Kampfjets samt Bundeswehr-Logo auf die Jagd  nach Feindlichen Flugzeugen gehen.
Im Strategiespiel „Wargame-European-Escalation“, was 2012 erscheinen soll, wird der Spieler mit Leopard-Kampfpanzern und Marder-Schützenpanzern der Bundeswehr in einen Krieg geschickt.
Müssen wir als Friedensbewegung in diesem Zusammenhang nicht ganz neu und vehement fordern „Kein Kriegsspielzeug in Kinderhände“ und müssen wir vielleicht sogar fordern „kein Kriegsspielzeug in Erwachsenenhände“, damit der Gedanke von Frieden und Versöhnung als Normalität weiter tragfähig bleibt?

Frohe Ostern!


Montag 09.04.12, 14:32 Uhr
Ostermarsch in Bochum Werne am 9. 3. 2012:

Rede von Felix Oekentorp, DFG-VK NRW

Liebe Friedensfreundinnen und Friedensfreunde,

es ist schön, dass sich auch heute wieder dem Wetter zum Trotz so viele hier versammelt haben. Nicht nur hier und heute wird an Ostern für den Frieden demonstriert, an vielen Orten in Deutschland wird zu Ostern für den Frieden marschiert. Auf zwei Ostermärsche möchte ich heute gern verweisen: Der Ostermarsch in Jülich steht unter dem Motto „Nie wieder Krieg – nie wieder Atomkraft!“. Die TeilnehmerInnen in Jülich treten ein:

– Für die Sofortige Stilllegung aller Atomanlagen weltweit!

– Gegen zivile und militärische Nutzung der Atomkraft!

– Und sie fordern: Westcastoren absagen!

Ich denke, hinter diesen Forderungen stehen wir hier auch.

Und wer erinnert sich nicht an letztes Jahr, wo die Anti-AKW-Bewegung am Ostermontag zum 25. Jahrestag der Katastrophe von Tschernobyl eine Demo in Gronau an der Urananreicherungsanlage vorbereitet hatte und ungewollte Mobilisierung durch die Katastrophe von Fukushima erhielt.

Dort, in Gronau ging es letztes Jahr um die Beendigung der Urananreicherung, den Stopp der Atomtransporte, um das Stilllegen der Atomanlagen und um das Vernichten der Atomwaffen wie es der Aufruf benannte. Wir haben selber an den beiden ersten Tagen des Ostermarsch Rhein Ruhr noch Bustickets für die Fahrt nach Gronau verkauft, um auch dort zum Gelingen beizutragen.

Es braucht weiterhin, auch nach dem Lippenbekenntnis der Bundesregierung zum Ausstieg aus der Atomenergie nach wie vor den Druck der Straße. Mitte März, zum ersten Jahrestag der Katastrophe von Fukushima gab es eine mächtige Demo in Gronau, aber auch in anderen Bundesländern so in Brokdorf, Grundremmingen, Neckarwestheim – um nur einige zu nennen – wurde für den Ausstieg demonstriert.

Warum ist der Widerstand gegen die „zivile“ Nutzung der Kernenergie ein originäres Thema für Friedensbewegte? Sind die Friedensfrage und der Atomausstieg nicht völlig verschiedene Themen die unzulässigerweise miteinander verknüpft werden? NEIN, das ist nicht der Fall! Zivile und militärische Nutzung von Kernenergie sind zwei Seiten der selben Medaille.

Und so ist es auch das Anliegen der Demo in Jülich, darauf hinzuweisen, dass in Jülich neben dem Atomforschungsreaktor eine weitgehend unbekannte Firma ETC an Zentrifugentechnologie forscht und Zentrifugenteile fertigt. (http://www.enritec.com)

Zentrifugen, wir haben das spätestens bei den massiven Vorwürfen, ja Kriegsdrohungen gegen den Iran gelernt, dienen der Anreicherung von radioaktivem Uran auch zum Zweck der militärischen Nutzung. Je höher angereichert das Uran ist, desto waffenfähiger ist es. (Ab einem Anreicherungsgrad von 20% ist es grundsätzlich zwar möglich, damit Kernwaffen zu bestücken, aber eigentlich spricht man erst ab einem Anreicherungsgrad von 85 % von Kernwaffenfähigem Uran.

Liebe Friedensfreundinnen und Friedensfreunde,

mit der Entscheidung der Bundesregierung, des Bundesrats und des Bundestages vom Sommer letzten Jahres, aus der zivilen Nutzung der Kernenergie auszusteigen und die Laufzeitverlängerung rückgängig zu machen ist ein kleines Zeichen gesetzt, wenn auch nur in Deutschland. Wirklich entschieden ist bislang letztlich noch gar nichts. Dieser Ausstieg muss schnellstmöglich, also nicht mit einer Verzögerung von weiteren 10 Jahren und unumkehrbar erfolgen und so vorbildlich dass sich auch andere Staaten daran orientieren können und wollen.

Nicht nur aus der zivilen sondern auch aus der militärischen Nutzung wollen wir aussteigen. Hier in Deutschland werden noch immer Atomwaffen gelagert. In Büchel, RLP, ca 150 km von hier im Fliegerhorst befinden sich unter US-Aufsicht etwa 20 Atomwaffen mit einer Sprengkraft die einem vielfachen der Bombe von Hiroshima entspricht. Diese müssen abgezogen und vernichtet werden.

Heute findet deshalb auch ein Ostermarsch an diesem Fliegerhorst in Büchel statt. Dieser fordert von der Bundesregierung

– sich für die weltweite Ächtung aller Atomwaffen einzusetzen und einen verbindlichen Abrüstungsvertrag zu unterstützen,

– einer Modernisierung der in der Bundesrepublik gelagerten US-Atomwaffen nicht zuzustimmen,

– sondern den Bundestagsbeschluss zum Abzug der US-Atomwaffen aus Deutschland endlich umzusetzen.

Ich denke, auch diesen Forderungen schließen wir uns gerne an!


Sonntag 08.04.12, 21:45 Uhr

Ostermarsch & geostrategische Studien

Die heutige Ostermarschetappe (siehe Foto-Galerie) endete mit einem äußerst faktenreichen Vortrag von Jörg Kronauer (Foto) im Bahnhof Langendreer. Er zeigte auf, dass die Interessen der führenden westlichen Staaten auf Einflussnahme in den nördlichen arabischen Staaten, in denen Staatsumbrüche erfolgen, nur noch wenig mit einer Abhängigkeit vom Öl aus dieser Region zu tun haben. Von diesen arabischen Staaten werden immer weniger Öl-Barrels in Richtung Westen geliefert. Hauptabnehmer dieser Ölexporte seien asiatische Staaten mit China an der Spitze. Es gehe also um Einflussnahme auf entscheidende Rohstoffquelle der konkurrierenden Weltmacht China. Außerdem entwickele sich der indische Ozean zum zentralen Handelsmeer. Die Straße von Hormus bilde einen der zentralen Handelsweg für Öl. Der Suezkanal ist für deutsche Exporte von entscheidender Bedeutung. Ca. 70 Prozent des deutschen Warenexports nach China werden z. B. über diesen Kanal verschifft. Das reibungslose Funktionieren dieser Handelswege solle also gewährleistet bleiben. mehr…


Sonntag 08.04.12, 11:23 Uhr

NPD-Funktionär verurteilt 1

Das Onlineportal NRW rechtsaußen berichtet: »Der Bochumer NPD-Funktionär Markus Schumacher ist, wie erst jetzt bekannt wurde, Ende März zu einer dreimonatigen Bewährungsstrafe verurteilt worden. Außerdem muss er 100 Sozialstunden ableisten. Über den Ausgang der Gerichtsverhandlung berichtete die Neonazi-„Kameradschaft Hamm“, die auch das Schusswort Schumachers in der Gerichtsverhandlung auf ihrer Internetseite dokumentierte. Angeklagt war Schumacher, weil er in einer Rede zum „Heldengedenktag“ 2011 die SA-Losung „Alles für Deutschland“ gerufen hatte. In seinem Schlusswort vor Gericht versuchte er sich wahlweise als unwissend bzw. unschuldig darzustellen: Bis zur Anklageerhebung im Dezember 2011 sei ihm „nicht bewußt gewesen, in irgendeiner Weise strafrechtlich relevant gehandelt zu haben“. Adressaten seiner Rede seien „ausschließlich die Veranstaltungsteilnehmer“ gewesen und nicht „unbeteiligte Passanten“, meinte Schumacher, der sich auf einen Verbotsirrtum berief. mehr…


Samstag 07.04.12, 18:50 Uhr
Nordhausens Oberbürgermeisterin zeigt Zivilcourage

Den Nazis entgegengetreten

Bei einer  Veranstaltung zum Gedenken an die Bombardierung der Bochumer Partnerstadt Nordhausen »eskalierte die Situation und es kam zu einem tätlichen Angriff des NPD-Kreisvorsitzenden gegen die Oberbürgermeisterin der Stadt. Wegen Bedrohung und Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte wurde der Rechtsextreme vorläufig festgenommen«, berichtet das Online-Portal der Wochenzeitschrift Die Zeit. Weiter heißt es: »Ähnlich wie in Dresden wurden zum Gedenken an die Opfer der Bombardierung weiße Rosen niedergelegt, die durch ihre Erinnerung an die Widerstandsgruppe der Geschwister Scholl einen Brückenschlag zwischen Bombardierung und NS-Verbrechen darstellen sollen. […] Knapp 20 Rechtsextreme sammelten sich am Rand der Veranstaltung, um rote Rosen und einen Kranz niederzulegen. Sie stießen auf teils lautstarken Protest, der in Nordhausen – mit wenigen Ausnahmen – bislang unüblich war. mehr…


Samstag 07.04.12, 16:59 Uhr

Clement ist bei der FDP angekommen

Wolfgang Clement, ehemaliger Bochumer Landtagsabgeordneter der SPD, NRW-Ministerpräsident und Bundeswirtschafts-und Arbeitsminister ruft zur Wahl der FDP bei der NRW-Landtagswahl im Mai auf. Das berichtet das Magazin Der Spiegel.  Am Ende seiner politischen Karriere hatte Clement als Bundesminister Hartz IV-BezieherInnen als „Parasiten“ beschimpft und wesentliche Grundlagen dafür geschaffen, dass Schutzbestimmungen gegen prekäre Beschäftigungsverhältnisse insbesondere in der Zeitarbeit beseitigt wurden. Nachdem Rot-grün abgewählt worden war und Merkel Kanzlerin wurde, übernahm Clement u. a. Posten in einem großen Zeitunternehmen und beim Atomkonzern RWE. Bei der letzten hessischen Landtagswahl hat er davor gewarnt, SPD zu wählen. Bei der Bundestagswahl unterstützte er Guido Westerwelle. Ende 2008 trat Clement nach einem Parteiordnungsverfahren aus der SPD aus. Eine Initiative des Bochumer SPD-Ortsvereins Hamme hatte wesentlich dazu beigetragen, dass Clement aus der SPD gedrängt wurde. Der Unterbezirk wollte Clement in der Partei behalten.


Freitag 06.04.12, 20:25 Uhr

Gysi in Bochum

Am kommenden Donnerstag, den 12. April kommt der Fraktionsvorsitzende der Linkspartei im Bundestag Gregor Gysi nach Bochum. Er wird zunächst zum von Schließung bedrohten Opelwerk fahren. Anschließend gibt es von 17.00 Uhr bis 19.00 Uhr eine Kundgebung Der Linken auf dem Dr.-Ruer-Platz. Hier werden Gysi und andere ab 17.00 Uhr sprechen. Um 19.00 Uhr findet dann ein Empfang der Linkspartei für GewerkschafterInnen und Betriebsratsmitglieder im Jahrhunderthaus der IG-Metall an der Alleestraße statt. Gregor Gysi wird hier zum Thema „Politik für Gute Arbeit und Gute Löhne“ reden. Bei seiner Tour wird Gysi von viel Landesprominenz, der Bochumer Bundestagsabgeordneten Sevim Dagdelen und den örtlichen LandtagskandidatInnen begleitet.  Näheres.