Samstag 06.06.15, 19:28 Uhr
Protest auf der Blaupausenmeile:

“Frauen gegen Burschen”

Die Mitteilung zu der auf dem Foto zu sehenden Aktion lautet: »Bei der 50-Jahres Feier der Ruhr-Universität Bochum wurde wie angekündigt gegen die Teilnahme von Burschenschaften auf der BlauPause protestiert. Der Protest richtete sich vor allem gegen das reaktionäre Frauenbild der studentischen Verbindungen und ging von der Initiative “Frauen gegen Burschen” aus. Auch der elitäre Charakter der Burschenschaften wurde in einer ironischen Aktion thematisiert.
“Wir wollten den Burschenschaften helfen, ihre Werte klar an die BlauPause-Besucher zu kommunizieren”, erläutert Anna Maikowski die Aktion, bei der sich die Aktivistinnen, zu denen auch schnell Männer stießen, mit Schildern vor die Tische der Burschenschaften stellten. Die Schilder, auf denen unter anderem Sprüche standen wie “Warum dürfen Frauen überhaupt studieren” oder “Die sind halt Elite und du nicht” zogen schnell die Aufmerksamkeit der Vorbeigehenden auf sich. “Wir wurden oft gefragt, ob wir das ernst meinten und haben dann erklärt, dass wir damit auf das reaktionäre Frauenbild aufmerksam machen wollen”, berichtet Anna Maikowski vom Verlauf der Protestaktion. Diese fand am Nachmittag statt.

Friedlicher Verlauf
Die nicht weit entfernt stationierte Polizeihundertschaft stieß schnell zum Geschehen und beobachtete den friedlichen Verlauf. Die Aktivistinnen und Aktivisten zogen nach ca. einer Viertelstunde weiter zu den nächsten Burschenschaftstischen und protestierten vor den Ständen aller Burschenschaften, Landsmannschaften und Studentischen Verbindungen, die auf der BlauPause mit einem Tisch vertreten waren. Eine Störung gab es nur, als ein Mann in einer grün-grauen Security-Uniform handgreiflich gegenüber einer Aktivistin wurde. “Man konnte deutlich sehen, dass dieser Mann zu der Verbindung Saxo-Thuringia gehörte”, sagt Anna Maikowski. “Er war schon da, als wir ankamen und er ist nachher auch dort stehen geblieben. Es musste sogar die Polizei eingreifen, weil er die Aktivistin nicht los lassen wollte.”
Die Aktivistinnen und Aktivisten sind mit dem Verlauf der Proteste sehr zufrieden. “BlauPause kaputt triffts vielleicht nicht, aber eine Passantin sagte: “Da will man einmal einen ruhigen Nachmittag haben”, also haben wir wohl doch schon gestört”, äußert sich Anna Maikowski und kann ihren Stolz darüber nicht so recht verbergen. “Es existieren einfach noch sexistische Organisationen und Gruppen und das finden wir natürlich nicht so gut”, erklärt die Studentin Anna Maikowski bezüglich des Motivs der Proteste. “Unsere Gesellschaft wäre in dieser Frage nie weitergekommen, wenn die Frauen nicht darauf aufmerksam gemacht hätten. So lange es noch sexistische und elitäre Strukturen gibt, werden wir weiter protestieren.”«
Eine weitere – bisher nicht verifizierte – Meldung lautet:
Feueralarm im RUB-Audimax – zentraler Festakt wird fortgesetzt
Während der Jubiläumsfeier der RUB im Audimax mit Bundespräsident Gauck und Rektor Weiler haben wir einen Feueralarm ausgelöst. Trotz unterstützender Rauchentwicklung wurde dieser jedoch von den Verantwortlichen ignoriert. Dies folgt der üblichen Vorgehensweise der Bochumer Unileitung: Trotz viel öffentlicher Kritik und Beschwerden hat diese sich dazu entschieden, reaktionäre und frauenfeindliche Verbindungen zu hofieren und sie zur Jubiläums-Feiermeile “Blaupause” eingeladen. Gleichzeitig herrscht bei der Unileitung völlige Gleichgültigkeit darüber, dass hier ein aktiver Neonazi-Kader zum Juristen ausgebildet wird.

Da Argumente nichts gebracht haben, sahen wir uns gezwungen, unsere Kritik anderweitig vorzutragen. Wir bedauern, dass solche Aktionen notwendig sind und wünschen uns, dass die Uni nach dem Wechsel des Rektors einem konstruktiven Dialog wieder aufgeschlossen gegenübersteht. Wir hoffen, dass unsere rauchende Botschaft trotz der offiziellen Ignoranz bis zu den RUB50-Organisatoren/innen vorgedrungen ist und wünschen allen noch eine angenehme Jubiläumsfeier.

 

 

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7. Jun. 2015, 01:20 Uhr

LeserInnenbrief von Jakob Spatz:

“Es musste sogar die Polizei eingreifen, weil er die Aktivistin nicht los lassen wollte…”
Wennn die Polizei nicht Helfen kann oder will:
http://www.bo-alternativ.de/aikido/
Das netteste Dojo ausserhalb Dänemarks.

Ansonsten: Super Aktion. In jeder Hinsicht. Wer Männerbünde entbindet, löst viele Fesseln.


Terminmitteilungen bitte an
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