Die Bezirksschüler:innenvertretung Bochum (BSV Bochum) erlärt. dass sie ausdrücklich den für den 20. November 2026 geplanten Schulstreik gegen die Wehrpflicht unterstützt: »Mit deutlicher Kritik blickt sie auf das Vorgehen der Bundesschülerkonferenz (BSK), die trotz des bereits angekündigten Schulstreiks gegen die Wehrpflicht einen eigenen Protest plant und diesen als Bildungsprotest einordnet. Aus Sicht der BSV Bochum besteht dadurch die Gefahr, dass die eigentliche Botschaft des Schulstreiks in den Hintergrund gerät.
Die BSV Bochum stellt nicht infrage, dass die Bildungs- und Schulpolitik dringend Veränderungen benötigt und Proteste dafür wichtig sind. Sie kritisiert vielmehr, dass ein weiterer Protest unter dem Begriff Bildungsprotest am selben Tag die öffentliche Aufmerksamkeit vom Schulstreik gegen die Wehrpflicht weglenken könnte und somit eine schülergetragene Bewegung einfach ignoriert wird, statt einen gemeinsamen starken Protest aufzumachen.
„Wer einen Bildungsprotest organisiert, muss sich auch fragen, welche Wirkung der eigene Protest auf bereits geplante Schülerproteste hat. Wenn längst bekannt ist, dass am selben Tag ein Schulstreik gegen die Wehrpflicht stattfindet, darf man nicht so tun, als gäbe es diesen Zusammenhang nicht“, erklärt Oscar Kyba (Landesdelegierter der BSV BochumDas heißt: Engagieren für mehr Geld in Bildung statt in Militarisierung
Der Schulstreik am 20. November richtet sich nicht ausschließlich gegen die Wehrpflicht, sondern geht auch auf Themen ein, die damit einhergehen. Forderung nach einem besseren Bildungssystem und die Zukunftsperspektiven junger Menschen spielen eine wichtige Rolle. Damit greift der Streik Themen auf, die weit über die Wehrpflicht hinausgehen und unmittelbar den Alltag von Schülerinnen und Schülern betreffen.
„Wer einen Bildungsprotest plant, sollte berücksichtigen, dass der Schulstreik am 20. November selbst auch bildungspolitische Forderungen aufgreift. Es ist widersprüchlich, einen eigenen Bildungsprotest am selben Tag in den Vordergrund zu stellen, während bereits ein Schulstreik stattfindet, der sowohl die Wehrpflicht als auch die Zukunft junger Menschen und die Bedingungen im Bildungssystem thematisiert“, erklärt Zidane Ali Heß (Bezirksvorstandsmitglied der BSV Bochum)
Für uns ist klar: Die Forderungen nach einem besseren Bildungssystem und gegen die Wehrpflicht schließen sich nicht aus. Im Gegenteil – beide betreffen die Frage, welche Zukunft jungen Menschen ermöglicht wird und wie viel Mitbestimmung sie über ihr eigenes Leben haben. Durch den parallelen Protest wird genau dieser wichtige Zusammenhang nicht aufgemacht und somit auch nicht die Anliegen der Schülerschaft verbunden.
Statt Proteste voneinander abzugrenzen oder durch parallele Veranstaltungen um öffentliche Aufmerksamkeit konkurrieren zu lassen, sollten Schülerinnenvertretungen und Jugendorganisationen bestehende Mobilisierungen ernst nehmen und gemeinsame Anliegen sichtbar machen. Ein gemeinsamer Protest kann unterschiedliche Forderungen bündeln und ihnen mehr öffentliche Aufmerksamkeit verschaffen.
Die BSV Bochum fordert deshalb einen verantwortungsvollen Umgang mit bereits angekündigten Schülerprotesten. „Wer politische Beteiligung stärken möchte, sollte andere engagierte Jugendliche nicht in den Hintergrund drängen, sondern Möglichkeiten für gegenseitige Unterstützung suchen.“ erklärt Kevi Dieraki (Bezirksvorstandsmitglied der BSV Bochum)
Die BSV Bochum unterstützt den Schulstreik gegen die Wehrpflicht am 20. November ausdrücklich. „Wir stehen an der Seite junger Menschen, die sich gegen eine Wehrpflicht einsetzen und selbstbestimmt über ihre Zukunft entscheiden wollen. Ihr Protest muss als solcher wahrgenommen werden – und darf nicht von einer konkurrierenden Debatte überlagert werden.“, erklärt Nikolaus Isfort (Bezirksvorstandsmitglied der BSV Bochum)
Unsere Botschaft: Solidarität mit dem Schulstreik gegen die Wehrpflicht statt Konkurrenz um die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit.«