Samstag 21.03.26, 11:06 Uhr
Sonntag, 29. März 2026

Gedenken an die Kämpfer gegen den rechten Kapp-Lüttwitz-Putsches


Auch in diesem Jahr ruft die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten (VVN–BdA) Bochum dazu auf, der Kämpfer gegen den rechten Kapp-Lüttwitz-Putsch von 1920 und der antifaschistischen Widerstandskämpfer gegen Faschismus und Krieg zu gedenken:

Am 13.3.1920 zog die „Brigade Erhardt“ – angeführt vom Reichstagsabgeordneten und Aufsichtsratsmitglied der Deutschen Bank Wolfgang Kapp zusammen dem General mit dem Oberbefehlshaber der Reichswehrtruppen Nord- Mittel- und Ostdeutschlands Walther von Lüttwitz – mit schwarz-weiß-roten Fahnen und Hakenkreuzen am Stahlhelm durch das Brandenburger Tor zum Regierungsviertel, um die Weimarer Republik zu beseitigen.

Die Regierung floh nach Stuttgart, die Reichswehr weigerte sich, gegen die Putschisten vorzugehen: –» Reichswehr schießt nicht auf Reichswehr«.

Mittags erreichte die Nachricht vom Putsch auch Bochum und 20.000 Menschen versammelten sich auf dem heutigen Springerplatz, um gegen den Putsch zu demonstrieren. Es wurden Arbeiterräte und Arbeiterwehren im Ruhrgebiet gegründet. Aus diesen bildete sich die Rote Ruhr Armee, um sich gegen die Putschisten zur Wehr zu setzen.

Die Gewerkschaften riefen zum Generalstreik auf, so dass der Putsch letztlich zusammenbrach. Am 17. März wurde die Kapp-Regierung zum Rücktritt gezwungen.
Die Arbeiter, die den Rücktritt erzwungen hatten, setzten aber, nachdem die Regierung ihre Zusicherungen nicht einhielt, den Generalstreik fort.

Anfang April 1920 rückten Freikorps- und Reichswehrtruppen ins Rhein-Ruhrgebiet ein und schlugen Deutschlands letzte Revolution nieder. Es handelte sich dabei um die die gleichen Truppen, die vorher am Putsch beteiligt waren. Allein im Ruhrgebiet wurden bei den Kämpfen mehr als 1000 Arbeiter von den Reichswehrtruppen zum Teil bestialisch ermordet.

Der Einsatz und Mut der Widerstandskämpfer soll für uns heute Verpflichtung sein, den reaktionären Kräften von heute entgegenzutreten. Antifaschist*innen treten ein für Frieden, Freiheit, Solidarität und sozialen Fortschritt. Wir wollen, dass das Anwachsen von Faschismus und rechtem Gedankengut – insbesondere durch die AfD – in Deutschland gestoppt wird.

Das Gedenken findet wie in jedem Jahr am letzten Sonntag im März statt. Treffpunkt ist am 29.03.2026 um 11.00 Uhr auf dem Marktplatz in Bochum-Werne, Zur Werne Heide 45. Menschen, die nicht so gut zu Fuß sind, treffen sich um 11:15 direkt am Eingang des Friedhofes, Im Kerkdahl 6. Auf dem Friedhof wird am antifaschistischen Denkmal ein Kranz niedergelegt.

Die Gedenkrede auf dem Werner Friedhof hält in diesem Jahr Wolfgang Dominik.